Radio-Symphonie-Orchester Berlin (Lorin Maazel) – Oster Oratorium (Bach) (1966)

FrontCover1Wenn nicht heute, wann dann:

Das Oster-Oratorium (BWV 249, D-Dur) ist ein Oratorium von Johann Sebastian Bach, das er zum ersten Mal am 1. Ostertag 1725 (1. April) aufführte. Es existieren drei verschiedene spätere Fassungen mit auffallenden Abweichungen in Besetzung und Text. Das Werk wird als Oratorium eingeordnet, weil ihm ein erzählender Bibeltext zu Grunde liegt; dieser wird aber abweichend von der üblichen Oratorienform nicht von einem Evangelisten vorgetragen, sondern in frei nachgedichteter Form wiedergegeben.

Protagonisten der Kantate sind Maria Magdalena (Alt), Maria Jacobi (Sopran), Petrus (Tenor) und Johannes (Bass). Nachdem Maria Magdalena dem auferstandenen Jesus zuvor begegnete und dieses den Jüngern berichtete (was in der Kantate zu Beginn des ersten Rezitativs nur ganz kurz angedeutet wird), eilen die Jünger zum Grab und finden dieses leer, da Jesus auferstanden ist.

Das Oster-Oratorium greift zurück auf die liturgische Darstellung des Osterlaufes und des Osterlachens, so wie es seit dem Mittelalter in den Gottesdiensten üblich war, um das Ostergeschehen darzustellen (ähnlich wie das Kindelwiegen in den Weihnachtsgottesdiensten).

Noten

Textdichter des Oster-Oratoriums war vermutlich Picander. Bach griff im Parodieverfahren auf eine für den Weißenfelser Hof (Geburtstag des Herzogs Christian von Sachsen-Weißenfels) geschriebene Schäferkantate „Entfliehet, verschwindet, entweichet, ihr Sorgen“ (BWV 249a) zurück, von der wiederum mindestens zwei verschiedene Fassungen existieren; lediglich die Rezitative der weltlichen Fassungen wurden nicht in das Osteroratorium übernommen und durch neu komponierte Rezitative ersetzt. Die ersten drei Sätze des Oster-Oratoriums bzw. der Schäferkantate sind wohl Umarbeitungen eines verschollenen Instrumentalkonzertes. (wikipedia)

Johann Sebastian Bach

Verantwortlich für diese Version war Lorin Maazel ( (* 6. März 1930 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich; † 13. Juli 2014 in Castleton, Rappahannock County, Virginia), der ja mit meiner Heimatstadt München in besonderer Weise verbandelt war:

Er galt weltweit als einer der größten Pultstars seiner Zeit: Lorin Maazel. Als erster Klassikkünstler in Deutschland erhielt er eine Platinschallplatte. Von 1993 bis 2002 formte er als vierter Chefdirigent das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Kritiker bewunderten ihn für seine Gedächtniskraft, Musikalität, präzise Schlagtechnik und Stilsicherheit. „Er ist mit Sicherheit ein Genie – ein Genie mit allem, was dazu gehört. Mit seiner technischen Perfektion vermittelte er dem Orchester eine unumstößliche Sicherheit“, so der Kontrabassist Otmar Kopold. Lorin Maazel war dafür bekannt, dass er stets präzise seine Proben und Konzerte vorbereitete, weil er glaubte, „dass man eine emotionale Interpretation nicht ohne eine absolut sichere technische Grundlage erreichen kann.“

Eben solche Professionalität verlangte er auch von den Musikern beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Sie lernten unter ihm, schnell und aufmerksam zu arbeiten, flexibler zu werden, um sich innerhalb kürzester Zeit ein umfangreiches Repertoire anzueignen. Und trotz dieser hohen technischen Anforderungen schaffte es Maazel, jedes Konzert zu einem unvergleichlichen Erlebnis werden zu lassen. Der Maestro führte das Orchester auf zahlreiche Tourneen. Gastauftritte in den wichtigsten Konzertsälen der Welt manifestierten abermals den internationalen Ruf des Orchesters als Spitzenklangkörper. Ein besonderer Höhepunkt dieser Reisetätigkeit war die Uraufführung von Pendereckis Monumentalwerk „Die sieben Tore von Jerusalem“ anlässlich der 3.000-Jahr-Feier Jerusalems im Jahr 1997.

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Wien, 2005

Einer Retrospektive in der bildenden Kunst gleich, setzte Maazel mit großen Komponistenzyklen programmatische Akzente. Derartige Projekte sind eher selten, denn nicht viele Dirigenten wagen sich an eine komprimierte Konzertreihe durch das Schaffen eines Komponisten – eine konditionelle und intellektuelle Herausforderung. Doch das Risiko war es wert, denn das Münchner Publikum nahm die zyklischen Aufführungen symphonischer Werke von Beethoven (1995 und 2000), Brahms (1998), Strauss (1998), Mozart und Bruckner (1999) sowie Schubert (2001) mit Begeisterung auf. Als krönenden Abschluss seiner Münchner Zeit ließ Maazel 2002 einen Mahler-Zyklus folgen.

Nachdem er 2002 seinen Vertrag mit dem Bayerischen Rundfunk auslaufen ließ, wollte sich Maazel verstärkt dem Komponieren und Geigespielen widmen. Dann ereilte ihn jedoch ein Ruf als Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra. Sein Vertrag in der Metropole lief bis Ende der Saison 2008/2009. Ab 2012 übernahm Maazel die Leitung der Münchner Philharmoniker, legte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen allerdings Mitte Juni 2014 nieder.

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Nordkorea, 2008

Als Sohn amerikanischer Eltern russischer Abstammung wurde Lorin Maazel 1930 bei Paris geboren. Ihm wurde eine außergewöhnliche Musikalität in die Wiege gelegt und dazu eine ungewöhnliche Intelligenz. Der Vater war Sänger, die Mutter Pianistin, der Großvater Konzertmeister in Moskau und später an der New Yorker Metropolitan Opera. Bereits als Fünfjähriger erhielt Maazel ersten Violinunterricht. Zwei Jahre später begann er mit dem Klavierspiel und lernte Grundlagen der Orchesterleitung bei Wladimir Bakaleinikoff in Pittsburgh. Mit acht stand er erstmals am Pult eines Studentenorchesters und dirigierte die „Unvollendete“ von Schubert. Schnell wurde „Little Maazel“ zur nationalen Attraktion. Sogar Arturo Toscanini lud den Elfjährigen ein, zwei Konzerte des NBC Symphony Orchestra zu leiten.

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Ingolstadt 1994

Das Wunderkind empfand seine Kindheit als unbelastet. Für ihn war es selbstverständlich, in einer Saison etwa zehn Konzerte zu dirigieren, ausgiebig Fußball zu spielen, Mickey Mouse und Schopenhauer zu lesen. Mit 16 gründete er das „Fine Arts String Quartett of Pittsburgh“ und er wurde Konzertmeister bei den Symphonikern in Pittsburgh. In seinen Universitätsstudien der Mathematik, Philosophie, Sprachen und Literatur sah er eine Ausbildung fürs „wahre Leben“. Er überlegte sogar, Schriftsteller zu werden. Doch die Liebe zur Musik siegte. Zahlreiche Begegnungen mit zeitgenössischen Komponisten wie Hartmann, Dallapiccola, Strawinsky, Hindemith, Rachmaninow sowie den großen Dirigenten Toscanini und de Sabata prägten Maazel als Musiker und Komponisten. Was er von den großen Künstlern gelernt hatte, gab Maazel später an die nächste Generation weiter: Mit jungen Musikern zu arbeiten und mit Jugendorchestern zu proben, machte ihm große Freude. (Bayerischer Rundfunk)

So können wir nun dem großen Meister lauschen … die Instrumentalpassagen gefallen mir – wie immer bei Vokalwerken der Klassik – am besten.

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Besetzung:
Helen Donath (Sopran – Maria Jacobi)
Ernst Haefliger (Tenor – Petrus)
Anna Reynolds (Alt – Maria Magdalena)
Martti Talvela (Bass – Johannes)
+
Georg Donderer (vioncello)
Wolfgang Meyer (organ, harpsichord)
Johann Nowak (bass)
Günther Passin (oboe d´amore)
Karl-Bernhard Sebon (flute)
Koji Toyoda (violin)
Günther Zorn (oboe)
+
Radio-Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Lorin Maazel
+
RIAS Kammer Chor unter der Leitung von Günther Arndt

OriginalAusgabe1966

Die Originalausgabe aus dem Jahr 1966

 

Titel:
01. Sinfonia
02. Adagio
03. Duetto (Tenore-Basso) E Coro: „Kommet, eilet und laufet“
04. Recitativo (Soprano-Alto-Tenore-Basso): „O kalter Männer Sinn“
05. Aria (Soprano): „Seele, deine Spezereien“
06. Recitativo (Alto-Tenore-Basso): „Hier ist die Gruft“
07. Aria (Tenore): „Sanfte soll mein Todeskummer“
08. Recitativo Ed Arioso (Soprano-Alto): „Indessen seufzen wir – Ach! Ach! Könnt‘ es doch nur bald geschehen“
09. Aria (Alto): „Saget, saget mir geschwinde“
10. Recitativo (Basso) E Coro: „Wir sind erfreut – Preis und Dank“
11. Corale: „Es hat mit uns nun keine Not“ (Aus der Kantate: „Herr Gott, dich loben alle wir“ BWV 130)

Musik: Johann Sebastian Bach

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Aus dem Orinal-Hüllentext

Lorin Maazel & Die Wiener Philharmoniker – Neujahrskonzert aus Wien (1980)

FrontCover1.jpgWenn nicht heute, wann dann …

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist das bekannteste Neujahrskonzert der Welt und ist vor allem den Werken der Strauss-Dynastie (Johann Strauss Vater, Johann Strauss Sohn, Eduard Strauß und Josef Strauss) gewidmet. Es wird alljährlich via Fernsehen in 92 Länder übertragen und von mehr als 50 Millionen Zusehern live mitverfolgt.

Das Konzert fand zum ersten Mal am 31. Dezember 1939 statt. Zeitungsankündigungen zufolge war es ein von den Wiener Philharmonikern dem von Adolf Hitler am 10. Oktober 1939 eröffneten Kriegswinterhilfswerk (Kriegs-WHW) zur Gänze gewidmetes „Außerordentliches Konzert“, zu dem am 30. Dezember eine öffentliche Generalprobe veranstaltet wurde. Das Konzert fand (und findet bis heute) im Großen Musikvereinssaal in Wien, der etwa 2000 Personen fasst, statt; das erste Konzert stand unter der Leitung von Clemens Krauss.

Seit dem zweiten Konzert am 1. Jänner 1941 findet es am Neujahrstag statt. 1941 spielten die Wiener Philharmoniker laut Zeitungsankündigung in ihrer zweiten Akademie, die nun schon zur Tradition geworden ist, zum ersten Mal zugunsten der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“.

Die Abhaltung dieser Konzerte in der nationalsozialistischen Ära hängt unter anderem mit der NS-Vereinnahmung des nicht ausschließlich von „arischen“ Vorfahren abstammenden Walzerkönigs Johann Strauss zusammen.

Das Silvesterkonzert der Wiener Philharmoniker am 31.12.1953 mit Dirigent Clemens Krauss

Das Sylvesterkonzert der Wiener Philharmoniker am 31.12.1953 mit Dirigent Clemens Krauss

Seit 31. Dezember 1952 wird das Programm des Neujahrskonzerts am Silvesterabend als Silvesterkonzert voraufgeführt. Am 30. Dezember 1962 wurde erstmals eine zweite Voraufführung angesetzt; diese war bis 1997 jeweils eine geschlossene Veranstaltung für Angehörige des österreichischen Bundesheeres, seit 1998 wird ein Teil der Karten verkauft.

Der Blumenschmuck für das Neujahrskonzert war von 1980 bis 2013 traditionell ein Geschenk der italienischen Stadt Sanremo. 2014 wurden die Blumen erstmals von den Wiener Philharmonikern zur Verfügung gestellt. Der Konzertsaal wird von den Floristen jedes Jahr mit rund 30.000 Blumen dekoriert, 2015 erstmals in Kooperation mit den Wiener Stadtgärten.

2008 wurde erstmals live im Goldenen Saal getanzt, ebenso wieder 2011, wo 15-jährige Eleven (Mädchen und Burschen) der Ballettschule der Wiener Staatsoper auftraten. 2014 haben Kathrin Menzinger und Vadim Garbuzov nach ihrer eigenen Choreographie live im Saal zum Walzer An der schönen blauen Donau getanzt.

Anlässlich des 75-Jahr-Jubiläum des Konzertes wurde die Edition Neujahrskonzert: Die gesamten Werke veröffentlicht, eine aus 23 Compact Discs bestehende Sammlung aller 319 Werke welche seit 1941 bei der Veranstaltung gespielt wurden auf.

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Während den Rahmen des Musikprogramms immer Werke der Strauss-Dynastie (Johann Vater & Sohn, Josef und Eduard) bilden, werden auch regelmäßig Werke anderer Komponisten, wie Joseph Lanner oder Josef Hellmesberger junior, ins Programm genommen. Zusätzlich finden sich auch Werke musikalischer Jahresregenten im Programm des Neujahrskonzertes.

Der Ablauf folgt einem traditionellen Ritual. Nach den beiden Hauptteilen folgen Zugaben. Die zweite Zugabe (traditionell der Konzertwalzer An der schönen blauen Donau, Johann Strauss Sohn, op. 314, 1867) unterbricht das Publikum während der Einleitungstakte mit Beifall. Nun wünscht das Orchester dem (weltweiten) Publikum vereint Prosit Neujahr. (An dieser Stelle konnten am 1. Jänner 2007 Bulgarien und Rumänien als Teil der Europäischen Gemeinschaft von Zubin Mehta begrüßt werden.)

Als abschließende dritte Zugabe wird traditionell der Radetzky-Marsch (Johann Strauss Vater, op. 228, 1848, arr. Leopold Weninger) gespielt. 2005 wurde der Radetzky-Marsch in Gedenken an die Opfer des Erdbebens vom 26. Dezember 2004 in Asien nicht gespielt. Beim Radetzky-Marsch klatscht das Publikum traditionell im Takt nach Dirigat mit. 2014 verzichtete Daniel Barenboim darauf, den vom Orchester gespielten Marsch zu dirigieren, und schüttelte stattdessen jedem Musiker die Hand.

Seit 1959 wird das Konzert vom ORF, der staatlichen österreichischen Rundfunkanstalt, nicht nur im Radio, sondern auch live im Fernsehen übertragen. Seit 1969 wird die Fernsehsendung in Farbe ausgestrahlt. Dank Eurovision wird heute in über neunzig Länder übertragen.(Quelle: wikipedia)

Die Anfänge dieses Traditionskonzertes waren also alles andere als rühmlich, dienten sie doch wohl vorrangig der Nazi-Propaganda.

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Lorin Maazel

Und hier mal eine Aufnahme aus dem Jahr 1980 mit dem damaligen Stardirigenten Lorin Maazel:

Lorin Varencove Maazel (* 6. März 1930 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich; † 13. Juli 2014 in Castleton, Rappahannock County, Virginia) war ein US-amerikanischer Dirigent, Violinist und Komponist.

Neben den üblichen Klassikern dieses Konzertes für die oberen Zehntausend überraschte er mit „Oprheus in der Unterwelt“ (von Jacques Offenbach) … und hier hören wir dann natürlich auch den legendären „Can-Can“, der mich bis heute aus dem Sitz reißt.

Ansonsten eben alles wie gehabt … beim „Radetzky-Marsch“ darf dann mitgeklatscht werden … sicher auch heute, wenn ein gewisser Andris Nelsons erstmalig am Pult steht.

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Besetzung:
Die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Lorin Maazel

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Titel:

Johann Strauss (1825 – 1899):
01. Ouvertüre Op. 362 – aus: Die Fledermaus 8.26
02. Neue Pizzikato-Polka Op. 449 – aus: Fürstin Ninetta 3.21
03. Perpetuum Mobile Op. 257 – Musikalischer Scherz 2.53
04. Wiener Blut Op. 378 8.35
05. Banditen-Galopp Op. 378 – Polka Schnell 2.29
06. Csárdás Für Orchester – aus: Die Fledermaus 1.59

Josef Strauss (1827 – 1870) + Jacques Offenbach (1819 – 1880):
07. Eingesendet“ Op. 240 – Polka schnell + Ouvertüre – Aus: Orpheus in der Unterwelt 9.53

Johann Strauss (1825 – 1899):
08. Kaiser Franz Joseph I. – Rettungs-Jubel-Marsch Op. 126 3.30
09. Fata Morgana Op. 330 – Polka Mazur 3.48

Carl Michael Ziehrer (1843 – 1922):
10. Loslassen! Op. 386 – Polka Schnell 2.10

Johann Strauss (1825 – 1899):
11. An Der Schönen Blauen Donau Op. 314 9.39

Johann Strauss (Vater; 1804 – 1849):
12. Radetzky-Marsch 3.16

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Alternatives Front+Back Cover

Verschiedene Interpreten – Märchen aus Russland – Peter und der Wolf + Nussknacker-Suite (1962)

FrontCover1.JPGSeit jeher gab es das pädagogisch emsige Bemühen, Kinder an die klassische Musik hinzuführen, und da war natürlich Prokofjews Werk „Peter und der Wolf“ scheinbar oder auch tatsächlich sehr hilfreich:

Peter und der Wolf op. 67 ist ein Musikmärchen für Kinder von Sergei Prokofjew aus dem Jahre 1936. Ein Hörspielsprecher erzählt das Märchen des Komponisten und ein Sinfonieorchester verklanglicht es mit der Programmmusik des Komponisten. Das Werk hat das Ziel, Kinder mit den Instrumenten eines Sinfonieorchesters vertraut zu machen. Heute ist es Prokofjews bekanntestes Werk und weltweit eines der am meisten gespielten Werke klassischer Musik.

Peter, ein kleiner Junge, lebt mit seinem Großvater im ländlichen Russland. Ein langer Winter ist vorbei. Am ersten Frühlingsmorgen öffnet Peter vergnügt das Gartentor und geht hinaus auf die große Wiese vor dem Haus. Dort begrüßt ihn sein kleiner, freudig aufgeregt zwitschernder Freund, der Vogel. Beide setzen sich auf einen Baum und der Vogel zeigt ihm dort den Grund für seine Freude, sein Nest, in dem sechs frisch gelegte Vogeleier liegen. Während Peter und der Vogel sich auf dem Baum vergnügen, ist noch eine Freundin von Peter mit heftigem Frühlingsfieber aufgewacht: eine leicht verwirrte Ente. Die Ente weiß, dass sie im Garten bleiben soll, aber der Winter war auch ihr sehr lang geworden, und sie will so gerne wieder einmal wieder richtig schwimmen. „Na ja, der kühle, blaue Teich ist doch nur ein paar Watschelschritte entfernt“, denkt sich die Ente und watschelt heran. Sie stürzt sich ins Wasser. Als der Vogel die Ente sieht, fliegt er zu ihr und meint hämisch: „Was bist du für ein Vogel, wenn du nicht fliegen kannst?!“

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Da erwidert die Ente: „Und was bist du für ein Vogel, wenn du nicht schwimmen kannst?!“ So gibt ein Wort das andere, bis ein anderes Wesen auf leisen Pfoten durch das Schilf geschlichen kommt: Peters Kater. Er hört den Vogel. „Der Vogel ist damit beschäftigt, sich mit der Ente zu beschäftigen“, denkt der Kater, „wenn ich mich näher heranschleiche, dann kann ich ihn vielleicht erwischen.“ Der Kater stürzt sich auf den Vogel, aber der ist blitzschnell in der Luft. „Na ja, da ist ja auch noch die Ente“, denkt sich der Kater. Aber damit hat er auch nicht mehr Glück. Da kommt Peters Großvater über die Wiese gestampft und schimpft wie ein altes, rostiges Fagott, weil Peter alleine auf der Wiese ist und vergessen hat, das Gartentor zu schließen. Es sei sehr gefährlich auf der Wiese. Der Wald beginnt gleich hinter der Wiese und darin versteckt leben alle möglichen, wilden Tiere. Was wäre, wenn mit einem Male ein böser Wolf aus dem Wald käme und würde Peter fressen? „Du wärst dann in seinem Bauch!“, warnt er seinen Enkel. Mit Nachdruck warnt der Großvater Peter nochmals, dass die Sache mit dem Wolf nicht zum Lachen, sondern eine sehr ernste Sache sei. Aber ein Junge wie Peter hat keine Angst vor Wölfen. Der Großvater nimmt den Jungen, schließt das Gartentor und kommt mit Peter wieder ins Haus.

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Ganz plötzlich wird es auf der Wiese sehr still. Und dann, kaum hörbar, raschelt es im Laub am Ende der Wiese unter ein paar Bäumen, die am Rande des tiefen dunklen Waldes stehen. Der Wolf wittert die Ente. Er hört die Ente. Als erster sieht der Kater den Wolf. Dann sieht auch der Vogel den Wolf und versucht die Ente zu warnen. Aber es ist zu spät! Der Wolf packt die Ente und schluckt sie herunter.

Nun beginnt Peters großes Abenteuer.

Der Kater sitzt auf einem Ast, der Vogel auf einem anderen. Inzwischen läuft der Wolf um den Baum herum und beäugt den Kater und den Vogel mit gierigem Blick. Die Ente ist offenbar nur die Vorspeise gewesen. Peter ist wachsam und tapfer: „Ich muss etwas unternehmen“, denkt er sich und will den Wolf überlisten: Er holt ein Seil und klettert über die Gartenmauer und rennt schnell über die Wiese. Er muss den Wolf ablenken. Dann klettert er zu seinem Kater und den Vogel in den Baum hinauf. „Nun sei doch nicht so ein Angsthase“, mahnt Peter seinen Kater. Er trägt dem Vogel auf, dem Wolf um den Kopf herumzufliegen, um ihn abzulenken. Sein Freund, der Vogel, macht dies, und das ärgert den Wolf sehr, denn er kann den Vogel nicht fangen. Nun schickt Peter seinen Kater mit einer Seilschlinge hinab, mit der sie den Wolf am Schwanz fängt. Peter fängt den Wolf, indem er sich am anderen Ende des Seils vom Baum lässt und den Wolf in der Seilschlinge an den Baum hängt. Der Wolf ist in die Falle getappt! Das ärgert ihn noch viel mehr.

Da kommen die Jäger aus dem Wald und schießen auf den Wolf. Doch das will Peter nicht! Er hat eine viel bessere Idee: Der Wolf wird in den Zoo gebracht. Alle gehen hintereinander her: Peter, sein Großvater, sein Kater, die Jäger und eingesperrt der böse Wolf. Am Schluss hört man noch die Ente im Bauch des Wolfs quaken, „denn der Wolf hatte sie in der Eile lebendig hinuntergeschluckt.“

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Sergei Prokofjew

Sergei Prokofjew schrieb das Libretto für einen Hörspielsprecher, der das Märchen von Peter und der Wolf erzählend vorträgt.

Verschiedene Deutungen der Komposition reichen von einer „naiven Geschichte“ über das erfolgreiche Aufbegehren (Peter) gegen das Establishment (Großvater, Eltern, Partei?) bis zur Parabel über die junge Sowjetunion und das gierige kapitalistische Europa und Hitler-Deutschland. (Quelle: wikipedia)

Hier hören wir nun eine feine Version mit Mathias Wieman als Sprecher:

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Mathias Wieman

Mathias Carl Heinrich Franz Wieman (* 23. Juni 1902 in Osnabrück; † 3. Dezember 1969 in Zürich) war ein deutscher Theater- und Filmschauspieler. Seine Rolle im II: REich war nicht so ganz glücklich …

Wieman war übrigens in den 1960er Jahren auch ein begehrter Werbesprecher, so unter anderem für die Weinbrandmarke Asbach Uralt: „Wenn einem so viel Gutes widerfährt …“

Nun gut …

Auf der Seite finden sich dann Auszüge aus der „Nussknacker-Suite“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski.  Dieses Werk aus dem Jahr 1892 wurde eigentlich ls Balletmusik komponiert… Der direkte Bezug für Kinder erschließt sich als nicht unmittelbar … da müssen Eltern schon pädagogisch gewaltig nachhelfen.

Vielleicht hilft da diese Inhaltsangabe:

„Im Mittelpunkt des Balletts steht Clara, im russischen Original Mascha. Sie bekommt am Weihnachtsabend von ihrem Patenonkel Droßelmeier einen Nussknacker geschenkt. In der Nacht träumt sie von einer Schlacht der vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Mit ihrer Hilfe siegt der Nussknacker, der sich danach in einen Prinzen verwandelt und mit ihr in das Reich der Süßigkeiten reist. Dabei geht es über den Tannenwald zum Schloss Zuckerburg, wo die dort residierende Zuckerfee zu Ehren ihrer Gäste ein Fest veranstaltet. Zuletzt erwacht Clara aus ihrem Traum.“ (Quelle: wikipedia)

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Übrigens der Marsch aus dieser Suite dürfte Kennern der Rockmusik bekannt sein, Es gibt da auch eine furiose Fassung von Emerson, Lake & Palmer …

Leider ist die akustische Qualität hier zumindest zu Beginn der Suite akustisch grenzwertig, aber … dennoch kann auch diese Suite dazu dienen, sich mal mit diesem Orchesterwerk zu beschäftigen.

Vielleicht komme ich da später mal darauf zurück, denn allein schon der „Blumenwalzer“ ist atemberaubend !

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Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Besetzung:

Peter und der Wolf:
Mathias Wieman (Sprecher)
+
Orchestre National de la Radiodiffusion-Télévision Française, Paris unter der Leitung von Lorin Maazel

„Die Nussknacker“ Suite:
Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Ferdinand Leitner

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Titel:

Sergei Prokofjew:
01. Peter und der Wolf Op. 67 – Ein Musikalisches Märchen 27.10

Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Suite aus dem Ballett „Der Nussknacker“ Op. 71a I:
02. Ouverture miniature 3.22

Danses charactéristiques (Charaktertänze):
03. Marche (Marsch) 2.27
04. Danse de la Fée-Dragée (Tanz der Zuckerfee) 1.51
05. Danse russe: Trepak (Russischer Tanz) 1.06
06. Danse arabe (Arabischer Tanz) 3.19
07. Danse chinoise (Chinesischer Tanz) 1.08
08. Danse des mirlitons (Pfeifertanz) 2.26

09. Valse des fleurs (Blumenwalzer) 6.47

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