Männergesangsverein Reifnitz – A Wassale klär (1993)

FrontCover1Ja mein lieber Herr Gesangsverein möchte man da am liebsten rufen !

Hier die Gründungsgeschichte dieses traditionsreichen Gesangvereins:

Gründungsgeschichte:

Im Jahre 1903 gründeten sangeslustige Männer in Keutschach und Umgebung eine Sängerrunde unter der Leitung des Kirchenmesners Modritsch. Diese Sängerrunde wurde nach einjährigem Bestand per Gesetz in den slowenischen Gesangsverein „Zvezda“ umgewandelt. Von den eingegangenen Spenden wurde ein Harmonium sowie Notenmaterial angekauft. Es wurde nur slowenisch gesungen.

Im Jahre 1911 versetzte man Kirchenmesner Modritsch, und damit hörte die Vereinstätigkeit auf.

Da das Bedürfnis, deutsche Lieder zu singen, vorhanden war, taten sich einige Sänger unter der Führung des Oberlehrers Grünwald zusammen und gründeten eine deutsche Sängerrunde, welche bis 1914 tätig war.
Während des ersten Weltkriegs ( 1914 – 1918 ) und der serbischen Besetzung 1919 war eine Vereinstätigkeit nicht möglich. Nach der Kärntner Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 fanden sich die ehemaligen Sänger des Vereines „Zvezda“ sowie der deutschen Sängerrunde in Keutschach zusammen und beschlossen ein Wiederaufleben der Vereinstätigkeit, wobei neue Mitglieder aufgenommen wurden.

MGVReifnitz01Die erste Gesangsübung fand am 23. April 1921 statt, zu der sich 23 Sänger einfanden. Zum vorläufigen Obmann wurde Rudolf Vollmann aus Reifnitz und zum Sangeswart der Kirchenmesner Bleiberschnig aus Keutschach gewählt.

Der Sangeswart Bleiberschnig stellte an die Sänger zu hohe Anforderungen, weiters waren die Sänger auch mit seiner slowenenfreundlichen Einstellung nicht  einverstanden, so dass für den 24.Mai 1921 eine Vollversammlung einberufen wurde.

Zu dieser Vollversammlung wurden alle Gründungsmitglieder des Vereines „Zvezda“ sowie alle neu aufgenommenen Mitglieder schriftlich eingeladen. Der Einladung war die Klausel beigesetzt, dass bei Nichterscheinen zu dieser Vollversammlung die Stimme der Stimmenmehrheit der Anwesenden zufällt!

Die zur Vollversammlung erschienen sieben Mitglieder des Vereines „Zvezda“ haben ihr Wort dem Obmann übertragen, der nachher die Beschlussfähigkeit feststellte. Nach kurzer Besprechung der Mitglieder wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  • Zum Obmann wurde Rudolf Vollmann gewählt.
  • Auf eine weitere Tätigkeit des Kirchenmesners Bleiberschnig wird verzichtet.
  • Der Lehrer Johann Skorjanz übernimmt die Gesangesleitung, wenn die Gesangesproben nicht mehr im Pfarrhof abgehalten werden.
  • Das Harmonium wird in das Lokal des Sangeswartes Skorjanz übertragen.
  • Die Satzungen des Vereines „Zvezda“ werden außer Kraft gesetzt, neue Satzungen werden beschlossen.

Der neue Verein bezeichnet sich mit „Deutscher Männergesangsverein Keutschach – Reifnitz“. Am 27. Februar 1925 erklärten alle Keutschacher Sänger bis auf zwei den Austritt aus dem Verein. Daraufhin wurde der Beschluss gefasst, den Vereinsnamen in „Männergesangsverein Reifnitz“ umzubenennen und den Namen Keutschach aus der am 20. Mai 1923 angeschafften Vereinsfahne heraus zu sticken. (Aus der Vereinschronik zusammengestellt von: Sepp Scheucher, Helmut Knabl und Gerhard Moritzer.)

Ja, so war das damals wohl …

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aus „Klagenfurter“ Nr. 13 (Juli 2013)

Aber jetzt erstmal ne kleine geographische Orientierung:

Reifnitz (slowenisch: Ribnica) ist ein Ort am Südufer des Wörthersees in Kärnten. Der Hauptort der Gemeinde Maria Wörth hat 569 Einwohner (Stand 2001):

Karte
Dies ist die erste CD des Männergesangvereins Reifniz und ihr Anliegen verraten sie im Begleitheft:

„Die vorliegende Aufanhme ist die erste Musikproduktion auf CD und ermöglicht die Darbietungen des Männergesangsvereines Reifniz einem größerem Publikumskreis zugänglich zu machen.

Die Sänger unter der Leitung von Walter Mayer leben am Südufer des Wörthersees sowie im Seental Keutschach und pflegen in ihrer Freizeitz vorwiegend das Körtner Volkslied.

Die Auswahl der Lieder mit Bezug zum Wasser ist für Sänger aus einem Seengebiet eine willkommene Gelegenheit, ihre Beziehung zum Wasser in den Lieder zum Ausdruck zu bringen.“

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aus „Klagenfurter“ Nr. 13 (Juli 2013)

Stimmlich sehr eindrucksvoll, die fast ausschließlich sehr getragenen Melodien aus dem Kärtner Land. Und es bereitete mir durchaus Vergnügen, diesem Gesangsverein mein Ohr zu leihen, zumal es sich hier für mich um ein völlig unbekanntes Liedgut handelt.

Geärgert habe ich mich dann aber doch noch: Der Slogan Männergesangsverein Reifnitz „Vom grünen Strand bis zur Karawankenwand, in deutscher Treue töne unser Sang“ ist nur dämlich und bestätigt leider mal wieder, auch meine Vorurteile gegenüber dieser Musik. Schade!

Besetzung:

Besetzung

Titel:
01. Wissat wohl a scheans Diandle (Kraxner)1.34
02. Waht der Wind üban See (Kraxner) 1.58
03. Wie schean da Täg hergeaht (Glawischnig/Mulle) 1.25
04. Mei Weißensee drin (Ebner/Jnzko 1.52
05. Ume auf die andre Seitn (Hopfgartner/Drewes) 2.04
06. Wänn die Wildantn schreit (Bünker/Ortner) 1.28
07. Gelbe Rosn (Bünker/Ortner) 1.42
08. Is schon still uman See (Glawischnig/Mittergradnegger) 1.54
09. Wann de Sunn hintan Bleiberg (Stimpfl/Gerdej) 1.39
10. Rauscht es Wassa ins Täl (Schmid) 2.32
11. Die Graslan send schean ban Tau (Glawischnig/Mulle) 1.45
12. Hintar dar Sunna (Glawischnig/Mittergradnegger) 2.25
13. Liab nar lei (Asenbauer 2.09
14. Schwärzaugat (Wiegele) 1.56
15. Wigale – Wolgale – Schnaßn (Traditional) 4.24
16. Furhmannslied (Wiegele) 2.02
17. I aß nit (Traditional) 2.47
18. Wänn das Wöttar nit ham will (Glawischnig/Mulle) 2.07
19. Käfarle, nimm dei Latern (Schmid) 2.01

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