Ladi Geisler – Günter Märtens trifft Ladi Geisler (2007)

FrontCover1Mir scheint, es werden hier noch etliche Beiträge über Ladi Geisler erscheinen, denn die Spurensuche über diesen deutschen Jazz- und Unterhaltungsmusiker ist mehr als lohnenswert. Und eine Spurensuche dieser Art entspricht mir halt sehr.

Hier nun eine Art Hörbuch, in der Ladi Geisler eben aus seinem Leben berichtet und ja, es sind halt Anekdoten.

Leider oftmals ein wenig geschwätzig, oftmals ein wenig zu sehr selbstgefällig, oftmals ein wenig zu sehr eitel und mehr als einmal wird Ladi Geisler einfach unterbrochen in seinem Redefluß und das kann ich schon mal auf den Tod nicht ausstehen.

Sein Gesprächspartner Günter Märtens spielt da eine eher unglückliche Rolle.

Erzählt der Ladi Geisler, dass er nach dem Kriegsende in der Gefangenschaft mit der Gitarre erstmals in Berührung kam … Märtens: „Kurz nach Kriegsende ? Wann war da so ?“ … aber die Antwort fällt ihm dann doch noch selber ein: 1945 ! Wer hätte das gedacht !

Erzählt der Ladi Geisler, dass er sich selbst seine Tonabnehmer gebastelt habe, aus alten Wehrmachtsbeständen … Märtens (bemüht witzig): „Das hört sich abenteuerlich an … aus alten Handgranaten hast du dir Tonabnehmer gebaut“ … ha ha ha … sehr witzig.

Günter Märtens, selbst ein Musiknarr war damals übrigens Gitarrist bei der großartigen Kapelle „Ulrich Tukur und die Rhythm Boys“ … vielleicht sollte er mehr Gitarre spielen … als Gesprächspartner für Projekte dieser scheint mir sein Talent eher limitiert zu sein.

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Ladi Geisler mit Eduardo Garcia (Studiotechnik) und dem Gesprächspartner Günter Märtens

Die von beiden Seiten ausgestrahlte bemühte Witzigkeit schmälert die Qualität dieses Hörbuches … und letztlich bleibt es eben bei mehr oder weniger launigen Anekdoten … des wirkliche Leben des Ladi Geislers, das auch ganz sicher von Höhen und Tiefen geprägt war, geprägt war … davon erfahren wir hier kaum etwas. Und gelegentlich bringt Ladi Geisler ein paar Dinge durcheinander … aber das sei einem damals 80jährigem Mann nun wirklich verziehen.

Auch wenn ich schon ein wenig enttäuscht war … es gibt natürlich schon auch immer wieder Einblicke in die Geschichte der deutschen Unterhaltungsmusik der deutschen Nachkriegszeit … von daher … gebe ich eine dezente Empfehlung.

Zumal man auch ein paar feine Gitarrenbeiträge hören kann, einschließlich einer eher widerwilligen Version von „Ännchen von Tharau“ (Geisler: „Gehört ja eigentlich nicht zu meinem Programm“)

Erwähnenswert ist dann noch das Begleitheft … Eine Kurzbiographie von Birgit Niels, und auch Günter Märtens erzählt, wie er auf Ladi Geisler gestoßen ist …

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Besetzung:
Ladi Geisler im Gespräch mit Günter Märtens

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Titel:
01. Baiao Cacula (Das Lied, das wir hören …) 9.18
02. Du hast doch mal mit Hildegard Knef zusammen gearbeitet … 3.08
03. Ladi, eines deiner großen Ideale war immer Django Reinhardt 4.09
04. Ein anderes Idol von mir war Joe Pass 7.11
05. Night And Day (Lass uns noch mal bei Les Paul ansetzen) 8.29
06. Noch jemanden hast du kennengelernt, nämlich Louis Armstrong 7.02
07. Die Amerikaner mochten den Sound von Bert Kaempfer 10.29
08. Du warst auch in Japan … 6.01
09. Bevor du bei der Gitarre gelandet bist … 9.10
10. Ladi, du bist jetzt seit über 60 Jahren Berufsmusiker 5.42

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WidmungUlrichTukur

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Miloslav Ladislav „Ladi“ Geisler (* 27. November 1927 in Prag; † 19. November 2011 in Hamburg)