Guido Manacorda – Italienische Madonnen des Quattrocento (1942)

TitelMan glaubt es kaum, oder … das muss man sich auf der Zunge vergehen lassen: Fast ganz Europa liegt aufgrund des II. Weltkriefes in Schutt und Asche und da gibt der Berliner „Woldemar Klein Verlag“ in seiner Serie „Die silbernen Bü cher“, einBuch mit dem Titel „Italienische Madonnen des Quattrocento“ (16 Seiten mit 6 Abbildungen + 10 Farbtafeln).

Und präsentiert dann in diesem Büchlein diverse Modonnenabbildung des 14. Jahrhunderts in einem hochwertigen Farbdruck ? Damals … wo es mirt der Versorgung der Menschen schon kanpp wurde … damals … man glaubt es kaum.

Mir liegt die sog. „zweite, veränderte Auflage“ vor.

Nun, dieses Woldemar Klein muss ein begeisterter Kunstfreak gewesen sein.

Woldemar Klein betrieb bereits in München, anschließend seit 1934 in Berlin einen Verlag, in dem er vornehmlich russische Literatur und später zunehmend Kunstbücher und Kunstpostkarten herausbrachte. 1943 siedelte er aus dem zerbombten Berlin nach Baden-Baden auf die Leisberghöhe über. Geboren wurde Klein am 7. Mai 1892 ins Sankt Petersburg, er war verheiratet mit Ruth Klein (geb. Thierfelder). Er studierte an der Technischen Hochschule Karlsruhe, wo er als Dipl. Ing abschloss und deren Ehrenbürger er 1960 wurde. Klein wurde 1955 Mitglied des P.E.N.-Zentrums. Nach Kleins Tod 1962 führte seine Witwe Ruth, eine Autorin, den Buchverlag weiter und kooperierte seit Mitte der 1970er Jahre mit dem Aachener Verlag von Rudolf Georgi, der daraufhin als Verlag Woldemar Klein/Dr. Rudolf Georgi firmierte. (Quelle: wikipedia)

Beispiel11.jpg

Links die Erstausgabe der Zeitschrift „Das Kunstwerk“, 1946

Beim Betrachten all dieser Madonnen-Bilder kam mir in den Sinn, warum in Teufels Namen wurde und wird wohl noch, dieser Madonnenkult insbesondere in der katholischen Kirche betrieben ?

Nun, da dachte ich an diesen köstlich-kuriosen Jungfrauenmythos und dann natürlich auch an jenes Bild der Frau, wie sie die katholische Kirche jahrhundetelang nur zu gerne zelebrierte.

Kleines Beispiel gefällig ?

Beispiel10.jpg

Quelle: gottliebtuns.com)

Nun gut, unter diesem Aspekt kann einer wie ich all diesen MMadonnen-Abbildungen so gar nichts mehr abgewinnen (natürlich sind die künstlerischen Fertigkeiten der Maler unbestritten !).

Über den Autor gibt es auch ein wenig zu berichten:

Guido Manacorda: italienischer Germanist, * 5. 6. 1879 Acqui Terme,  25. 2. 1965 Florenz; gilt als Verfasser bedeutender Beiträge über die Verbreitung der deutschen Kultur in Italien.

Aber auch das gehört dazu:

Er war Kopf der  katholisch-faschistischen Intellektuellengruppe um den Germanisten Guido Manacorda: diese spielte dank großer Nähe zu Mussolini im Regime in Bildung, Propaganda und Wissenschaft eine gewichtige Rolle. Diplomatiegeschichtlich kommt Manacorda 1935/37 das zweifelhafte Verdienst zu, als Vermittler des „Duce“ in mehreren Audienzen bei Hitler die Annäherung Italiens an das „Dritte Reich“ vorbereitet zu haben.

Was bin ich froh, dass dieses Buch nun meinen Haushalt verlassen wird !

Beispiel01

Beispiel02

Beispiel03.jpg

Da wird aber das Leben der edlen Gesellschaft geschildert … 

Beispiel04.jpg

Beispiel05

Aha … also mir fehlt das diese Begeisterung …

Beispiel07.jpg

Warum schaut denn diese eine Madonna rechts so griesgrämig ?

Beispiel08.jpg

*
**

Beispiel09

Die Rückseite des Buches