Verschiedene Interpreten – Ruf doch mal an – Die schönsten Telefon-Schlager (1999)

FrontCover1Und wieder mal ne kleine Zeitreise, die so ganz besonders amüsant ist …

25 Schlager rund ums Thema ‚Telefon‘ Enthält die deutsche Version von Jim Reeves’ Telefon-Klassiker He’ll Have To Go Mit Elke Sommer, Bill Ramsey, Greetje Kauffeld u.v.m. ‚Das Pferd frißt keinen Gurkensalat!‘ Mit diesem gesprochenen Test-Satz stellte 1861 der Lehrer Philip Reis eine bahnbrechende Neuerung vor – das Telefon war erfunden. Seitdem ist es aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Es kann helfen, kann Spaß und Geschäfte machen (und auch manchmal nerven). Der Fernsprecher war schon immer ein willkommenes Thema für Schlager-Komponisten und -Texter. Ob einheimische Interpreten (Gerd Böttcher Ein Herz mit Telefon , Elke Sommer Nachts ging das Telefon ) oder Zugereiste (Alma Cogan Ruf mich an, Sacha Distel Deine Stimme am Telefon, Bill Ramsey Telefon aus Paris) – das Thema produzierte immer neue Variationen.(Werbetext)

Aber diese Edition ist noch viel mehr … Da sind z.B. die launigen kulturhistorischen Betrachtung zur Geschichte und Bedeutung des Telefons von Bernd Matheja … da schlendeert einer mit viel schmunzeln wohl auch durch die eigenen Erinnerungen.

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Na ja … und dann die Musik … das bleibt einem der Mund offen, denn hier begegnet man wahrlich nicht nur bekannten Figuren, sondern Sängern/Sängerinnen von den ich noch nie etwas gehört habe … da tauchen Namen wie Alma Cogan, Nora Nova, Helena Vondrackova oder Little Wölfi und machen ihre Sache gar nicht mal so schlecht (klar, wir reden hier vom Schlager der 60er Jahre !)

Diese Zusammenstellung hat dann auch in den USA eine gewisse Beachtung gefunden, denn aus dem Musikportal allmusic findet sich dann folgende Besprechung:

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A thematic compilation of German songs about telephones, Ruf Doch Mal an! Telefon assembles 25 pop recordings from 1949-1972, cross-licensed from nearly a dozen different labels. About a third of the selections are German-language adaptations of pop hits from other countries, particularly the United States. Paul Anka’s „Kissin‘ on the Phone“ and Brenda Lee’s „The Waiting Game“ and „You Can Depend on Me“ are three such hits that are transformed into sparkling schlager in the hands of these mostly German pop vocalists. Mostly pop (teen and otherwise) in style, these are infectious ditties that tap into the popular infatuation with telephones, especially with regard to their role in facilitating private romantic conversations.

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The theme is possibly more compelling than ever considering the ubiquity of cell phones, and the songs, in that respect, are fascinating for turning a magnifying glass on something that most people take for granted today. A few songs feature German-language recordings by American and British stars such as Eve Boswell of the Boswell Sisters and Alma Cogan, but most feature schlager singers. The essay, in German, recounts the history of the telephone in Germany before offering a photo gallery of picture sleeves and artist photos for each song. (by Greg Adams)

Ja und dann … hat mir beiser Zusammenstellung eigentlich ein ganz besonderer Teleon-Schlager gefehlt und zwar Bill Ramsey´s „Hallo Boss, hallo“ … ein verschmitztes Telefonat mit dem Boss der Firma, der gerade in Italien weilt … anhören !

Und natürlich wurden auch meine Erinnerungen hinsichtlich meiner bedeutsamer Telefonate in meinem Leben wach … oh, oh, oh …da wechselten sich große Glücksmomente mit persönlichen Tragödien ab … ei, ei, ei …

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Titel:
01. Bernd Spier: Memphis, Tennessee (Berry/Monzague/Lilibert) 2.20
02. Alma Cogan; Ruf mich an (Olden/Zimber) 2.53
03. Gigi & Bernd Spier: Dann ging das Telefon (Hilliard/Allen/Blecher) 2.14
04. Marianne: Ruf am Sonntag bei mir an (Nils/Bradtke) 2.37
05. Ruth Berle: Nur am Telefon (Wolf/Bower/Hertha) 2.18
06. Monika Grimm:  Ein Kuss am Telefon (Wilson/Whitcup/Märten) 2.23
07. Max Greger: Hallo Susi! (Lieferman/Maine/Astor/Zeuden) 2.47
08. Charly Cotton und seine Twist Makers: Telefon Twist (Bruhn/Buschor) 2.15
09. Dany Mann: Leider falsch verbunden (Halletz/Bradtke) 2.08
10. Elke Sommer: Nachts ging das Telefon (Kollo) 2.24
11. Topsy: Telefon Fox (Simon) 2.47
12. Bill Ramsey: Telefon aus Paris (Gietz/Feltz) 2.07
13. Gerd Böttcher: Ein Herz mit Telefon (Grabe/Brech/Klomfass) 2.59
14. Greetje Kaufeld: Ruf an (ich bin immer für dich da) (Carpenter/Dunlap/Hines/Feltz) 3.03
15. Sacha Distel: Deine Stimme am Telefon (Peeters/Feltz) 2.57
16. Gerhard Wendland: Ich bin bei dir (J.Allison/A,Allison/Bader) 2.17
17. Nora Nova: Nora (Telefon aus St. Tropez) (Berlipp/Stroem/Lind) 3.14
18. Nana Gualdi: Sprich nicht über Liebe am Telefon (Nowa/Renhard) 2.43
19. Eve Boswell: Liebes Telefon (Hadad/Brown/Fleming) 3.09
20. Hannes Verres: Ruf mich noch einmal an, bevor du schlafen gehst (Niessen) 2.49
21. Nino Ferrer: Das Telefon (Ferrer/König/Bellert) 2.46
22. Helena Vondrackova: Ruf mich an (Ondracek/Rytir/Relin) 2.24
23. Marianne: Ruf mich nir mehr an (Alisch/Mennewisch/Breuer) 2.42
24. Little Wölfi: Klingelingeling, mein Telefon (Kuntze/Volkmann/Harings/Höhne) 2.20
25. Evelyn Künnecke:  Ruf mich mal an per Telefon (Berking/Frankenfeld) 3.08
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26. Bill Ramsey: Hallo Boss, hallo (Gietz/Bradtke) 3.28

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Dany Mann – Alle Tage Liebe + 3 (1959)

FrontCover1Auch wenn sie heute nicht mehr sonderlich gut bekannt ist … diese Frau hatte auch ein sehr bewegte Biographie:

Dany Mann, auch Danny Mann, Sybille Pagel (* 21. Februar 1938 in Stettin; † 29. Mai 2010 in München; bürgerlicher Name Sybille Danielle Pagel), war eine deutsche Schlagersängerin, Jazzsängerin und Schauspielerin.

Während des Zweiten Weltkrieges flüchtete Sybille Pagel, drittes und jüngstes Kind einer wohlhabenden Unternehmerfamilie, mit ihrer Mutter nach Hannover. Später zog sie zu ihrer Tante, der Schriftstellerin Eva Döring, nach Basel. Nach Kriegsende kehrte Pagel in die niedersächsische Landeshauptstadt zurück, wo sie ihren Schulabschluss machte und sich an der Akademie für Musik und Theater einschrieb. Als Sängerin der New Jazz Group Hannover trat sie in Hannover und Umgebung auf. Ab Mitte der 1950er Jahre folgten überregionale Auftritte auf zahlreichen renommierten Jazzfestivals.

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Dany Mann mit Peter Kraus

Freunde überredeten Pagel 1955 beim bundesweiten Gesangswettbewerb Die große Chance der Schallplattenfirma Electrola teilzunehmen. Neben dem Sänger Ralf Bendix und dem Pianisten Ingfried Hoffmann gehörte Pagel zu den drei Gewinnern, die einen Plattenvertrag erhielten. Sybille Pagel konnte mit ihrer ersten Single, die zwei von Hans Bertram produzierte und von Paul Kuhn arrangierte Schlager enthielt, keinen Erfolg landen. Auch zwei 1956 veröffentlichte Schallplatten von Electrola fanden nicht genügend Käufer, um sich in den Hitparaden zu etablieren. Neben dem Jazz und der Schauspielerei blieben Plattenaufnahmen für Pagel zunächst nicht mehr als eine interessante Nebenbeschäftigung. 1956 heiratete Pagel den Briten John Mann, mit dem sie schon länger verlobt war. Sie zog mit ihm nach Amsterdam, wo sie erstmals unter dem Künstlernamen Dany Mann als Jazzsängerin auftrat. Später zerbrach die Ehe.

DanyMann021957 unterschrieb Pagel einen Vertrag bei der Plattenfirma Polydor, wo sie unter ihrem bürgerlichen Namen mit Produzenten und Musikern wie Erich Bender, Bert Kaempfert, Werner Müller und Horst Wende zusammenarbeitete. 1958 wechselte sie von Hamburg zum Polydor-Studio Wien zum erfolgreichen Musikproduzenten Gerhard Mendelson, der Pagel unter ihrem Künstlernamen Dany Mann, zunächst Danny Mann geschrieben, vermarktete. Mit Sexie Hexy, der deutschsprachigen Coverversion des Connie-Francis-Hits Stupid Cupid, gelang der Sängerin der Durchbruch. Produzent Mendelson setzte bei der Auswahl weiterer Schlager bewusst auf moderne Arrangements und die jugendlichen Ausstrahlung Danny Manns. Bei Plattenaufnahmen, Konzerttourneen, Film- und Fernsehauftritten arbeitete die Künstlerin mit namhafte Kollegen wie Louis Armstrong, Karlheinz Böhm, Johannes Fehring, Günther Frank, Erwin Halletz, Harald Juhnke, Peter Kraus, Werner Scharfenberger und Peter Weck zusammen.

Bei Filmaufnahmen lernte Dany Mann den Showmoderator und Schlagersänger Chris Howland kennen, mit dem sie eine Beziehung begann. Howland machte den DanyMann03Musikproduzenten und Schlagerkomponisten Heinz Gietz auf seine Partnerin aufmerksam, die 1960/1961 wiederum zum Electrola-Label wechselte. Mit der deutschen Coverversion des Sue-Thompson-Hits Norman gelang Dany Mann 1962 erneut ein Erfolg. Der Titel hielt sich 20 Wochen in den deutschen Charts. Wie zuvor bei der Polydor ließen die Verkaufszahlen ihrer Plattenaufnahmen insgesamt jedoch nach. 1964 veröffentlichte sie ihre letzte Single bei der Electrola; damit war ihre Schlagerkarriere beendet. Sie widmete sich nunmehr vor allem ihrer Karriere als Schauspielerin, trat zunehmend auch in ernsteren Filmrollen auf und heiratete, nachdem ihre Beziehung mit Chris Howland scheiterte, den österreichischen Filmregisseur Herbert Vesely (1931–2002).

Nach der Geburt ihres Sohnes widmete sie sich vordergründig ihren Aufgaben als Mutter und Hausfrau. Mit ihrem Bruder Helli Pagel – 1961 „Lockvogel“ in der Fernsehreihe Vorsicht Kamera mit Chris Howland – nahm sie 1966 bei der deutschen Niederlassung der Vogue ihre vermutlich letzte Schallplatte, die LP Brüderlein Schwesterlein – Deutsche Volkslieder, auf.

Beruflich konzentrierte sich Dany Mann weiterhin auf die Schauspielerei. Sie spielte Theater und stand gelegentlich in Kino- und Fernsehfilmen vor der Kamera. Seit dem Tod ihres Mannes lebte die Künstlerin zurückgezogen in München. Zuletzt litt sie an Altersdemenz und wurde in einem Seniorenstift betreut. Sie starb in einem Krankenhaus in München (Quelle: wikipedia)

Nun, hier eine EP aus dem Jahr 1959 … harmlose Teenager Liedchen aus einer Zeit, als man Teenager eigentlich noch gar nicht sagte … Backfisch war da eher der damals passende Begriff.

Mag ja sein, dass sie mit „Sexy Hexy“ sehr erfolgreich war … zu den Schlagersängerinnen, die meine Sinne betörrend könnte, zählt sie dennoch nicht. Macht ja auch nix … wir hören hier ein Stück bundesdeutsche Glückseligkeit aus der Zeit des Wirtschaftswunders …

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Besetzung:
Dany Mann (vocals)
+
Günther Frank (vocals bei 02.)
+
Orchester Johannes Fehring (bei 01. + 04.)
Orchester Werner Scharfenberger (bei 02. + 03.)

BackCover

Titel:
01. Alle Tage Liebe (Love Me In The Daytime) (Allen/Bradtke) 2.45
02. Wir versteh’n uns fabelhaft (Scharfenberger/Bradtke) 2.46
03. Weil ich noch jung bin (Scharfenberger/Busch) 2.15
04. Hallo, my Boy (A Litlle Bird Told Me) (Brooks/Hertha) 2.18

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