Junge Münchner Philharmonie – Berliner Konzert (2004)

FrontCover1Dieses Album könnte man auch „MAN proudly presents … “ nennen:

Die Junge Münchner Philharmonie ist ein Projektorchester für Musikstudenten und junge Profis mit Sitz in München. Unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten und Gründers Mark Mast studiert es mit professionellem Qualitätsanspruch verschiedene Werke der klassischen und zeitgenössischen Musik ein. Es ist ein Klangkörper des Vereins Bayerische Philharmonie.

Im Jahre 1996 gründete der Dirigent Mark Mast ein projektorientiertes Orchester für Musikstudenten und angehende Berufsmusiker.

Die Gründungstournee des Orchesters führte im August des gleichen Jahres durch Colorado, USA; als orchestra-in-residence war die Philharmonie zum Colorado Music Festival eingeladen.

1998 wurde die Junge Münchner Philharmonie für die jährlich stattfindenden Festspiele Orff in Andechs engagiert, als deren „Hausorchester“ sie seitdem fungiert. Orff in Andechs, bei denen in den Sommermonaten im Florian-Stadl des Klosters Andechs Werke von Carl Orff (unter anderem Der Mond, Die Bernauerin, Die Kluge, Carmina Burana und erstmals im Jahre 2004 von Wilfried Hiller Der Goggolori) unter der Regie von Prof. Dr. Hellmuth Matiasek aufgeführt werden, sind weltweit die bedeutendste Spielstätte, die sich der Pflege der Orffschen Werke verpflichtet hat.

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Seit der Gründung 1996 findet ebenfalls eine ein bis zwei Wochen dauernde Orchesterakademie statt. Nachdem von 1998 an drei Jahre lang das Kloster Andechs als Spielort diente, wird die Akademie seit 2001 im Kloster Seeon abgehalten. Hierbei werden Meisterwerke der symphonischen Literatur vom Barock bis zur Gegenwart präsentiert. Die zeitliche Abfolge der Komponisten der jeweiligen Hauptwerke liest sich wie folgt: C. Ph. E. Bach – Haydn – Mozart – Beethoven – Brahms – Strauss – Bruckner.

Dritter fester Bestandteil des Programms der Jungen Münchner Philharmonie ist die „Symphonische Meisterklasse“. Unter der Leitung von bedeutenden Dirigenten wie Zubin Mehta, Colin Davis und Esa-Pekka Salonen werden symphonische Werke von W.A. Mozart bis Edward Elgar einstudiert. Seit 2001 hat sich mit der Osterakademie La Villa als viertes regelmäßig stattfindendes Projekt eine Akademie und Meisterklasse für Kammermusik und Kammerorchester etabliert.

2002 führte die Junge Münchner Philharmonie unter Mark Mast erstmals in Zusammenarbeit mit dem Jungen Ensemble der Bayerischen Staatsoper und der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters Stücke aus bekannten Opern großer Komponisten wie Mozart, Händel und Vivaldi im Rahmen von Opernkonzerten auf, ein Projekt, das seit 2004 einmal jährlich stattfindet 2006 übernahm Laurent Pillot, Leiter des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper, die Gesamtleitung des Opernprojekts. Auch 2007 wirkte Pillot wieder bei der Neuauflage der Opernkonzerte mit.

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Sechstes Standbein des Orchesters ist das seit 2004 jährlich an W.A. Mozarts Geburtstag stattfindende Benefizkonzert, bei dem die Gegenüberstellung von Werken Mozarts und Komponisten des 20. Jahrhunderts thematische Tradition geworden ist.

Im September 2006 feierte die Junge Münchner Philharmonie ihr 10-jähriges Jubiläum mit der Aufführung der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven im Münchner Herkulessaal. Am 1. Januar 2007 bestritt die Junge Münchner Philharmonie das Neujahrskonzert im Großen Festspielhaus in Salzburg. Zusammen mit dem eigens dafür gegründeten Chor, der in kürzester Zeit auf 130 Mitglieder angewuchs, führte sie erneut die 9. Sinfonie von Beethoven auf, welche von ihr auch ein weiteres Mal beim Abschlusskonzert der Europäischen Wochen in Passau 2007 aufgeführt wurde.

Daneben erweitern Kammermusik-Meisterkurse in „La Villa“, zahlreiche weitere Konzerte im In- und Ausland und Kooperationen mit weiteren namhaften Partnern wie der Bayerischen Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater und der Celibidache Stiftung das Angebot der Jungen Münchner Philharmonie. Besonders anzumerken sind auch das Gastspiel auf der EXPO 2000 in Hannover, die CD-Produktionen 2001 sowie die DVD-Produktionen 2005 und 2006.

Jährlich werden nach einer Probespielausschreibung Musiker bei Probespielen an Musikhochschulen und Konservatorien im ganzen Bundesgebiet ausgewählt, die dann gezielt für die verschiedenen Projekte eingeladen werden. Diese Arbeitsweise bietet möglichst vielen jungen Musikern die Gelegenheit, an professionell gestalteten Projekten teilzunehmen und garantiert die hohe Qualität jeder einzelnen Produktion. Bei der Einstudierung wird besonderer Wert auf die Zusammenarbeit mit hochqualifizierten Dozenten für die einzelnen Gruppen gelegt. (Quelle: wikipedia)

Hier eine Aufnahme, die im Rahmen  des „Young-euro classic“ Wettbewerbes in Berlin entstanden ist.

Und as Ensemble macht es sich dabei nicht leicht. Auf CD 1 hören wir zeitgenössische Kompositionen der Klassik, die nicht immer so ganz leicht zu verdauen sind. Aber Neuland zu betreten ist diesbezüglich wohl eine Tugend … Fortschritt nennt man sowas wohl.

„Landscape III“ ist eine Tondichtung des US Komponisten Cecil Effinger, dem es dabei ging, die Weite amerikanischer Landschaften musikalisch zu vertonen.

Ebenfalls aus den USA stammt Joseph Schwantner. Sein „Konzert für Schlagzeug und Orchester“ wurde 1995 uraufgeführt:

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Na ja … auf CD wenden sich die Musiker dem allseits bekannten Anton Bruckner zu.

Anton Bruckners Sinfonie No. 3 in d-Moll (WAB 103) war Richard Wagner gewidmet und wird gelegentlich auch als Bruckners „Wagner-Sinfonie“ bezeichnet. Bruckner schrieb sie 1873, überarbeitete sie 1877 und ein zweites Mal 1888/89.

Die Uraufführung der Sinfonie fand am 16. Dezember 1877 in Wien statt und wurde von Bruckner selbst dirigiert. Das Konzert war allerdings ein Desaster. Bruckner war zwar in der Lage, einen Chor zu dirigieren, besaß aber wenig Erfahrung in der Leitung eines Sinfonieorchesters. Das an gute Konzerte gewöhnte Wiener Publikum, das Bruckners Werk zur damaligen Zeit nicht sehr aufgeschlossen gegenüberstand, verließ zu großen Teilen die Konzerthalle noch während der Aufführung. Selbst Orchestermitglieder verließen die Bühne. Einer der wenigen Unterstützer war Gustav Mahler, der einen vierhändigen Klavierauszug der Sinfonie erarbeitete (erschienen am 1. Januar 1880 im Verlag von A. Bösendorfer in Wien) und zum Dank von Bruckner das handschriftliche Manuskript der ersten drei Sätze erhielt. Gustav Mahlers Witwe Alma Mahler-Werfel versuchte vergeblich Ende der 1930er Jahre dieses Autograph an die Nationalsozialisten zu verkaufen, die wegen Adolf Hitlers Interesse an Bruckners Musik europaweit versuchten, die noch verbleibenden Manuskripte zu sammeln. Alma Mahler schmuggelte 1940 das Manuskript mit nach Amerika und versteigerte es nach dem Zweiten Weltkrieg.

Erst die Uraufführung der dritten Fassung am 21. Dezember 1890 in Wien unter der Leitung von Hans Richter wurde zu einem großen Erfolg (Quelle: wikipedia)

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Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt Berlin

Hier hören wir aber nun die „skandalträchtige“ Urfassung …

Heutezutage kann man den Trubel übr diese Komposition kaum oder gar nicht mehr nachvollziehen … so ändern sich eben die Zeiten …

Abgerundet werden diese ambitionierten Aufnahmen durch ein fundiertes, ausführliches und lesenswertes Begleitheft (24 Seiten).

Und wenn dann sowas gelungenes entstanden ist, darf meinetwegen auf die „MAN Aktiengesellschaft“ ihr Logo präsentieren.

Ach ja, frenetischer Beifall war den jungen Musikern gewiss.

Konzertmitschnitt vom 17.August 2004 Konzerthaus am Gendarmenmarkt Berlin im Rahmen von Young-euro.classic

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Besetzung:
Junge Münchner Philharmonie unter der Leitung von Mark Mast
+
Jürgen Spitschka (drums, percussion)

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Titel:

CD 1:

Cecil Effinger – Landscape III:
01. Poco Adagio 10.39

Joseph Schwantner – Konzert für Schlagzeug und Orchester:
02. Con forza 6.12
03. Misterioso 19.32
04. Ritmico con brio 5.45

CD 2:

Anton Bruckner – Symphonie Nr. 3 (Urfassung)
01. Gemäßigt, misterioso 23.55
02. Adagio, feierlich 17.11
03. Scherzo, ziemlich schnell 5.48
04. Finale Allegro 18.53

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