Matchbox Katalog (1966)

MatchboxKatalog1966_01AAuslöser für diesen Beitrag war ein Text von Bluedgeon in seinem mehr als lesenswertem blog Toka-Ihto-Tales.

Da erinnerte ich mich, dass ich in meinem digitalen Archiv einen alten Matchbox-Katalog hab´… und hier präsentiere ich ihn, natürlich mit ein paar Informationen zur Firmengeschichte:

Matchbox ist eine Markenbezeichnung für Spielzeug-Modellautos und -Flugzeuge, die ab 1952 von der inzwischen nicht mehr existierenden britischen Lesney Products & Co. Ltd. produziert wurden. Inzwischen gehört die Marke zu Mattel. Die Bezeichnung Matchboxauto wurde zeitweise auch allgemein als Synonym für kleine Metall-Spielzeugautos verwendet, auch wenn diese tatsächlich von anderen Unternehmen hergestellt worden waren.

Das Unternehmen Lesney wurde von den nicht miteinander verwandten Leslie Smith und Rodney Smith 1947 in London gegründet und betätigte sich hauptsächlich als Zulieferer von Zinkguss-Bauteilen für die Maschinenbau-Industrie. 1948 stieß Jack Odell − anfangs nur als Untermieter mit seiner eigenen Modellbauwerkstatt − zu der noch sehr kleinen Firma, deren vollwertiger Partner er später wurde. Eine Besonderheit im britischen Steuerrecht, bei der die Lagerbestände eines Unternehmens am 1. Januar eines Jahres als Bemessungsgrundlage für die zu zahlende Unternehmenssteuer herangezogen wurde, führte dazu, dass Zulieferbetriebe wie Lesney in den letzten Monaten eines Jahres praktisch keine Aufträge mehr bekamen. Man konzentrierte sich angesichts des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes deshalb auf die Herstellung von Spielzeug, um die Maschinen auszulasten. Der Firmen-Mitbegründer Rodney Smith verließ 1952 das Unternehmen.

 

Die Macher:  Leslie Smith + Jack Odell

Die Macher: Leslie Smith + Jack Odell

Die Technologie zur Produktion dieser Zinkguss-Spielsachen sowie die ersten Spielzeuge wurden von dem britischen Zinkguss-Spezialisten Jack Odell entwickelt. Da es nicht erlaubt war, Spielsachen in die Schule mitzunehmen, die größer als eine Streichholzschachtel waren, baute er für seine Tochter ein kleines Auto, eine Dampfwalze, aus Gusseisen und versteckte es in einer Zündholzschachtel (englisch: Matchbox).

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Der erste große Erfolg für die neuen Zinkguss-Spielzeuge von Lesney im Spielwarenmarkt gelang 1952/53 mit einem Miniaturmodell der Krönungskutsche von Königin Elisabeth II. Diese wurde in über einer Million Exemplaren verkauft, eine für die damalige Zeit sensationell hohe Auflage. Mit dem Gewinn aus den Verkäufen der Krönungskutsche wurde die Produktionen der kleinen Matchbox-Modelle finanziert.

Von Anfang an wurden die kleinen Modelle, anfangs ausschließlich Nutzfahrzeuge und Baumaschinen, in kleinen Pappkartons, die Streichholzschachteln nachgebildet waren und der Serie auch ihren Namen MATCHBOX Series gaben, vertrieben, wenngleich in den 1980er Jahren schließlich Blisterverpackungen (Sichtverpackung) Verwendung fanden. Nach den ersten drei Matchboxmodellen Ende 1953 erschienen jährlich bis 1959 neue Modelle. Zu dieser Zeit waren 75 verschiedene Modelle gleichzeitig erhältlich. Aufgrund von Einwänden der Händler, welche keinen Platz mehr fanden, alle Modelle gleichzeitig auszustellen, wurde beschlossen, die Serie bei 75 Modellen zu belassen. Daher kommt der heute noch gebrauchte Begriff 1–75 Serie. Seitdem muss für jedes neuerscheinende Modell ein altes aus der Serie genommen werden. Die Miniaturen dieser Serie sind alle annähernd gleich groß und damit nicht maßstabstreu. Sie entsprechen jedoch annähernd dem Maßstab 1:64.

Der "Ford Thames Van Singer" aus dem Jahre 1953

Der „Ford Thames Van Singer“ aus dem Jahre 1953

Im Jahr 1956 erschienen die ersten Modelle der Serie Models of Yesteryear. Diese Fahrzeuge waren mit ihrem Maßstab von ca. 1:43 größer als die herkömmlichen Matchbox-Modelle und richteten sich vor allem an Sammler. Die Serie wurde bis in die 1990er Jahre fortgeführt. Vorbild der Models of Yesteryear waren Dampffahrzeuge sowie Pferdefuhrwerke aus der Anfangszeit der Motorisierung. Später wurde die Linie zunehmend auf PKWs und Nutzfahrzeuge aus der Zeit zwischen 1910 und Mitte der 1930er Jahre umgestellt. Derzeit erscheinen neue Modelle nur anlässlich besonderer Jubiläen.

1968 erlebte Lesney und damit die Marke Matchbox die erste schwere Krise, die durch die Einführung der Hot-Wheels-Fahrzeuge von Mattel ausgelöst wurde. Im Gegensatz zu den Matchbox-Autos hatten diese neuen Modelle nahezu reibungslos laufende Achsen und erreichten auf den damals noch sehr einfachen Rennbahnen beträchtliche Geschwindigkeiten, sodass auch Loopings möglich waren. Lesney reagierte darauf, indem innerhalb weniger Jahre sämtliche Modelle der 1–75-Linie ebenfalls mit reibungsarmen Achsen ausgestattet wurden. Die in Sammlerkreisen als Regular-Wheels-Periode bezeichnete Zeit war zu Ende. Die neuen Fahrzeuge wurden unter dem Namen Matchbox Superfast vertrieben. Superfast-Modelle aus den 1970er Jahren erfreuen sich bis heute in Sammlerkreisen großer Beliebtheit und haben teilweise beachtliche Preise erzielt. Die Superfast-Linie wurde im Jahr 2004 (USA) bzw. 2005 (Europa) von Mattel wieder neu aufgelegt.

Anzeige aus dem Jahr 2008

Anzeige aus dem Jahr 2008

Lesney Toys ging am 11. Juni 1982 bankrott. Die Rechte an der Marke wurden an das US-Unternehmen Universal Toys verkauft. Einige Maschinen und Werkzeuge blieben jedoch Eigentum von Jack Odell, der unter dem Namen Lledo (Odell rückwärts gelesen) weiterhin ähnliche Automodelle herstellte und vertrieb.

Obwohl sich Matchbox nicht länger in britischem Besitz befand, wurden die Produkte doch weiterhin als britisch empfunden, zumal sie bis in die Mitte der 1980er Jahre in England hergestellt wurden und viele der ursprünglichen Modelle weitergebaut wurden. Die Marke Matchbox wurde dann mit unterschiedlichem Erfolg auch für andere Spielzeugprodukte benutzt, bis 1992 auch Universal Toys einen Käufer suchte. Dieser war im Mai 1992 das Unternehmen Tyco Toys, das wiederum 1997 von Mattel aufgekauft wurde, wodurch sich Matchbox bis heute im gleichen Besitz wie der langjährige Rivale Hot Wheels befindet.

Sind Matchboxautos noch originalverpackt, haben keinerlei Gebrauchsspuren oder Ausbleichungen an Verpackung und Fahrzeug, werden diese in Sammlerkreisen als mint boxed bezeichnet. Damit erreichen sie den höchstmöglichen Preis.

Matchbox Superfast bezeichnet eine Automodellserie, welche sich von den Modellen der „normalen“ Matchbox 1–75-Serie durch leicht laufende Räder unterscheidet. Die Modelle sind von 1969 bis etwa 1981 in England hergestellt worden. Danach wurde die Produktion nach Fernost (zuerst Macau, später China und Thailand) verlegt, wo die Modelle weiterproduziert wurden. Der Name „Superfast“ wurde allerdings in den 1990er Jahren eingestellt. Die Serie gab es zwischenzeitlich unter verschiedenen anderen Namen, beispielsweise Hero City“ oder MBX Metal.

Lamborgini Miura P400, 1969

Lamborgini Miura P400, 1969

Der Name wurde 2004 wiederbelebt, um die 35th Anniversary of Superfast zu würdigen. Von 2004 bis 2006 wurden jedes Jahr neue Matchbox-Superfast-Modelle als Sammlermodelle angeboten, wobei die limitierte Stückzahl bei 15.000 (USA) bzw. 8.000 Stück (für die außerhalb der USA vertriebenen Modelle) lag. Die Serie umfasste jedes Jahr 75 Modelle (plus diverse Sondermodelle, besonders in den USA). Für das Jahr 2005 wiesen die US-Modelle eine andere Lackierung auf als die in den anderen Ländern verkauften.

Passend zu den Superfast-Modellen brachte Lesney ab etwa 1969 eine Rennbahn heraus. Diese bestand aus gelben Fahrbahn-Schienen, blauen Kurven sowie zahlreichen meist roten Zusatzelementen. Anfänglich trugen diese Elemente die Bezeichnung SF (für Superfast). Dies wurde aber ab 1971 in TA geändert, um eine Verwechselung mit den Superfast-Automodellen zu vermeiden. Eine Erweiterung zur elektrischen Rennbahn stellte das Scorpions-System dar, bei dem die Fahrzeuge batteriebetrieben auf der Superfast-Rennbahn fahren konnten.

Matchbox8Modellbausätze wurden von MATCHBOX im Maßstab 1:32 und 1:76 produziert. Das Schwergewicht lag auf Armeefahrzeugen (Panzer und Infanterie), es gab aber auch ein breites Angebot an Auto- und Flugzeugmodellen verschiedener Epochen und auch Schiffmodelle.

Diese Bausätze wurden je nach Preisklasse in mehreren Farben gegossen; die Boxen von Automodellen enthielten oft auch Gussrahmen mit aufgedampftem Chrom für Zierteile. Zu Anfang war die Zahl an der Packungsseite jeweils mit den vorkommenden Farben designt.

Auf der Brighton Toy Fair im Jahr 1973 präsentierte man die ersten Modellbau-Flugzeuge im Maßstab 1:72, wie beispielsweise die Hawker Fury, die Boeing P-12E, die Mitsubishi Zero, die Focke-Wulf Fw 190A.

Im Sommer 1974 erschienen dann die ersten Fahrzeugmodelle im Maßstab 1:76 und Ende 1975 eine neue Serie mit Modellbau-Fahrzeugen im Maßstab 1:32. Letztere umfasste einerseits damals aktuelle Rennfahrzeuge wie den Surtees TS16/03 (PK#305), Tyrrell P34/2 (PK#309), Porsche 917-10 Can-Am (PK 303) oder Porsche 935; letzterer entweder als Martini-Teamwagen (PK#308) oder Team Liqui Moly (PK#311). Anderseits gab es klassische Renn- und Sportwagen: 1934 Aston Martin Ulster 1934 (PK#301), Bugatti Type 59 (PK#302), Jaguar S.S.100 (PK#304), MG TC (PK#306), Mercedes-Benz SSKL (PK#307), Citroën Légère 1939 (wahlweise zu bauen als Cabriolet 1939 oder Coupé „Faux Cabriolet“ 1938 (PK#310), Auto-Union Type D (PK#312), Packard 645 Custom Eight 1928 (PK#451); auch in einer limitierten Ausführung in anderen Farben und mit farbigem Album, einem Packard-Pin und Matchbox-Farben und Rolls-Royce Phantom I (PK#452). Packard und Roll-Royce kamen mit Gussrahmen in je vier verschiedenen Farben plus Chromteilen. Alle Automodelle hatten Gummireifen.

1979 kaufte Lesney die Modellbaufirma Aluminum Model Toys (AMT) mit Sitz in den USA. Daher erschienen dann einige Matchobox-Bausätze mit dem AMT-Logo auf dem amerikanischen Markt. Das größte AMT-Modellauto-Bausatzprogramm von amerikanischen Fahrzeuge wurde wiederum von Matchbox auf dem europäischen Markt angeboten.

Zu Beginn der 1990er Jahre erwarb Revell in Bünde die Rechte an den Matchbox-Bausätzen und brachte einige Neuheiten heraus, die aus dem eigenen Programm stammten. Einige Zeit wurden die Bausätze in der letzten weißen Packungsversion von Revell weiter produziert. Bereits 1988 hatte Matchbox seine Verpackungen von weiß zu schwarz geändert. Nur die Flugzeuge wurden in diesen Packungen verkauft. Die Fahrzeuge blieben im alten Design. Nachdem Revell lange Zeit sich aus der Sparte Bodentruppen (die letzten Modelle dieser Art entstanden mit Italeri und Esci in den 1970ern) verabschiedete, wurden die Modelle im Zuge des Neueinstiegs in diesem Bereich ab 1995 neu aufgelegt. Nach 2000 produzierte Revell diese aber nicht mehr im Matchbox-Gewand, sondern mit neuen Verpackungen und Bildern. So ist heute ein Matchbox-Modell nur noch am Maßstab 1:76 zu erkennen. Lange Zeit waren nur die Fahrzeuge dieser Serie weiter produziert worden. Seit August 2011 sind auch die Soldaten im gleichen Maßstab wieder erhältlich. Ein weiteres Indiz für einen Matchbox-Bausatz sind die hinzugefügten Kleindioramen. Revell lässt die Modell-Spritzlinge nur noch in einem Farbton gießen.

Matchbox9Unter der Marke wurden auch Soldatenfiguren im Maßstab 1:76 (jeweils ca. 50 Figuren pro Packung) und 1:32 (jeweils 15 Figuren pro Packung, Posen wie bei 1:76) verkauft. Einige Fahrzeuge und Figuren wurden in neuer Verpackung von Revell wieder neu aufgelegt. Die Figuren waren aus sehr detailliertem Weichplastik und ähnelten den Haltungen der Billigversionen, die in Spielzeugläden in Tüten verkauft wurden. (Quelle: wikipedia)

Ach, was bin ich als kleiner Bub am Boden gesessen und habe mit solchen Autos gespielt … und dann saß ich mit meinen Töchtern am Boden und habe mit ihnen mit solchen Autos gespielt … und heute schaue ich meinem Enkelsohn zu, wie er am Boden sitzt und mit solchen Autos spielt (und spiel natürlich auch mit) …

Und so ist dieser deutschsprachige Katalog (40 Seiten) für all die großen Jungs, die die diesen blog lesen … und die Mädels dürfen gerne auch mal gucken …

Und was es damals alles für Modell gab: „Schwerer Steinbruch-Kipper“, „Milch-Lieferwagen“, „Überlandbus“, „Eisladen auf Rädern“, „Ford Cosair mit Boot“, „Flugplatz Katastrophenwagen“, „Fernsehkundendienstwagen“, „Ferntransporter mit Anhänger“ … um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen.

Hach …

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