Michael Jary – Für die Hausbar (ca. 1963)

FrontCover1.JPGUnd wieder mal so ein Altmeister der gepflegten deutschen Unterhaltungsmusik:

Michael Jary (* 24. September 1906 in Laurahütte bei Kattowitz; † 12. Juli 1988 in München; eigentlich Maximilian Michael Andreas Jarczyk) war ein deutscher Komponist.

Jarys Vater war Werkmeister in der Königshütte, seine Mutter Schneiderin. Sein Bruder Herbert Jarczyk wurde als Film- und Fernsehkomponist bekannt. Als Kind wollte Maximilian Missionar werden, seine Schulzeit verbrachte er deshalb im Kloster der Steyler Missionare bei Neiße. Er entdeckte dort seine Liebe zur Musik. Mit 18 Jahren verließ Jary das Kloster und besuchte das Konservatorium in Beuthen. Er leitete einen Kirchen- und Arbeiterchor und schrieb erste Kammermusikwerke, die der Sender Gleiwitz ausstrahlte. Das Stadttheater von Neiße und Plauen engagierte ihn schließlich als zweiten Kapellmeister.

1929 wurde Jary in die Staatliche Musikhochschule Berlin aufgenommen; er studierte bei Franz Schreker, Paul Hindemith, Arnold Schönberg und Igor Strawinsky. Nebenbei arbeitete er als Pianist in Cafés und Kinos. 1931 wurde ihm der Beethoven-Preis der Stadt Berlin verliehen. Beim Hochschul-Abschlusskonzert am 8. Februar 1933 dirigierte er sein Konzert für zwei Klaviere, Trompete und Posaune und wurde von Mitgliedern des Kampfbundes für deutsche Kultur ausgebuht. Paul Graener, der neue Direktor des Stern’schen Konservatoriums, diffamierte das Werk als „kulturbolschewistisches Musikgestammel eines polnischen Juden“.

Jary03Jarczyk musste untertauchen, bis Gras über die Sache gewachsen war. Er schrieb unter den Pseudonymen Jackie Leeds Arrangements und unter Max Jantzen Chansons. Bei der Unterschrift zu seinem ersten Filmvertrag wurde er daran erinnert, dass er mit einem polnisch klingenden Namen keine Karriere machen könne. Ein Freund strich daraufhin drei Konsonanten aus dem Nachnamen und wählte seinen zweiten Vornamen: Geboren wurde Michael Jary. Sinfonische Untermalungsmusik war seine Domäne; 1936 komponierte er für den nach einer Romanvorlage Honoré de Balzacs 1936 gedrehten Film Die große und die kleine Welt seine erste Filmmusik.

Auch Swing-Arrangements und Jazz gehörten trotz des staatlichen Diktats zu seinem Repertoire. Er gründete das Kammertanzorchester Michael Jary, ein reines Studioorchester, das niemals öffentlich aufgetreten ist, sich aber einen großen Namen machen konnte. Unter anderem entstand ein Zyklus von Tierkreiszeichenvertonungen in diesem Stil. Als Zugehöriger der Jazz- und Swingszene im Deutschland der 1930er Jahre ein ausgewiesener Kenner dieser Epoche, erklärte Jary in den 60er Jahren für die Schallplatte Papas Tanztee ist nicht tot! anhand zahlreicher Musikbeispiele ihre wichtigsten Rhythmen, Melodien und Vertreter.

Jarys Durchbruch als Schlagerkomponist kam 1938 mit Roter Mohn. Zuvor hätte er der Unterhaltungsmusik beinahe den Rücken gekehrt. Als Dirigent des Szymanowski-Gedächtniskonzertes in Berlin erhielt er eine Einladung von Ernest Ansermet nach Genf. Doch die deutschen Behörden verweigerten Jary die Ausreise. So komponierte er, meist zusammen mit dem Textdichter Bruno Balz, für die Ufa Filmhits, die heute Evergreens sind: Von Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern (aus dem Film Paradies der Junggesellen mit Heinz Rühmann, Josef Sieber und Hans Brausewetter, 1939) über Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n und Davon geht die Welt nicht unter (aus dem Film Die große Liebe mit Zarah Leander, 1942) bis zu Karussell.

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Das Kammertanzorchester Michael Jary (ca. 1942)

Kurz vor Kriegsende gründete Jary eine neue Kapelle. Mit diesem Grundstock (und verstärkt durch Musiker anderer Orchester, etwa aus Charlie and His Orchestra) im Auftrag der sowjetischen Kontrolloffiziere mit dem 48 Mann starken Radio Berlin Tanzorchester (RBT-Orchester) konnte er bereits neunzehn Tage nach der Kapitulation (8. Mai 1945) auftreten. Als Solisten für die Rundfunksendungen engagierte er unter anderem Ilse Werner und Bully Buhlan.[2] Im Jahr darauf gründete Jary das Rundfunkorchester von Radio Saarbrücken.

1948 gründete er seinen eigenen Verlag, die Michael Jary-Produktion, die in den 1950er Jahren sogar ein Büro in New York unterhielt. 1949 ging „Mäcki“, wie ihn seine Freunde nannten, nach Hamburg. Es folgen weitere erfolgreiche Filme und Schlager. Lieder wie Leise rauscht es am Missouri, Das machen nur die Beine von Dolores, Mäcki-Boogie, Heut’ liegt was in der Luft und viele andere gehören heute zu den Standardwerken der Unterhaltungsmusik. Interpreten wie Zarah Leander, Rosita Serrano, Evelyn Künneke, Lale Andersen, Gerhard Wendland, Heinz Rühmann, Hans Albers sangen Michael Jarys Lieder.

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Michael Jary mit Hazy Osterwald, 1974

Für die deutsche Vorentscheidung zum Grand Prix 1960 komponiert Jary für Heidi Brühl Wir wollen niemals auseinandergehn. Bei der Festivaljury belegte das Lied nur den zweiten Platz; es gilt aber bis heute als einer der größten Erfolge der deutschen Schlagergeschichte.

Nach diesem Erfolg fand Jary zu seinen Wurzeln zurück. Er schrieb das Musical Nicole, das 1963 in Nürnberg uraufgeführt wurde und später auch in Polen aufgeführt wurde. In seiner Schweizer Wahlheimat oberhalb des Luganersees schrieb er sinfonische Werke. 1973 erlitt er drei Herzinfarkte.

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Man gönnt sich ja sonst nichts … 

Michael Jary war in zweiter Ehe mit dem Mannequin Christiana verheiratet und ist der Vater der Schriftstellerin Micaela Jary.
Er starb am 12. Juli 1988 in München. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg am Familiengrab Jarczyk, Planquadrat M 17 (südlich Cordesallee östlich Ringstraße). (Quelle: wikipedia)

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Das Grab von  Michal Jary im Friedhof Ohlsdorf, Hamburg

Und wir hören hier Musik ausschließlich aus der Feder des Michael Jary, deshalb kann man ja auch auf der Hülle lesen „Michael Jary spielt Michael Jary“. Zweitverwertung nennt man da wohl.

Wie auch immer: gefällige Unterhaltungsmusik (böse Zungen können auch behaupten „schleimige Unterhaltungsmusik“) bei seinen „Solisten“ fällt eigentlich nur der Gitarrist auf, der gelegentlich dezente Solos zum Besten gibt (mit jenem Hauch Jazz jener Zeit).

Gedenktafel

Berliner Gedenktafel für Jary an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Fasanenstraße

Besetzung:
Michael Jary mit seinen Solisten

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Titel:

01. Medium-Medley 6.05
01.1. Winke, winke (Jary/Balz)
01.2. Qui Madame (Jary/Balz)
01.3. Meine Mutti (Jary/Balz)
01.4. Heute liegt was in der Luft (Jary/Balz)
01.5. Zwei Herzen im Mai (Jary/Balz)
01.6. Der Onkel Jonathan (Jary/Balz)

02. Valse-Medley 6.15
02.1. Liebe ist ja nur ein Märchen (Jary/Balz)
02.2. Unter den tausend Laternen (Jary/Heckfeld)
02.3. Lebe wohl, du schwarze Rose (Jary/Balz)
02.4. Der kleine Liebesvogel (Jary/Balz)
02.5. Leise rauscht es am Missouri (Jary/Balz)
02.6. Wir wollen niemals auseinandergehn (Jary/Balz(de Voss)

03. Fast-Medley 5.05
03.1. Ich möcht‘ auf deiner Hochzeit tanzen (Jary/Balz)
03.2. Wenn ich will, stiehlt der Bill für mich Pferde (Jary/Balz)
03.3. Er heißt Waldemar (Jary/Balz)
03.4. Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern (Jary/Balz)
03.5. Das Karussell (Jary/Beckmann)
03.6. Robinson (Jary/Balz)

04. Slow-Beguin-Medley 5.53
04.1. Greif nicht nach den Sternen (Jary/Balz)
04.2. Durch dich wird die Welt erst schön (Jary/Pinelli)
04.3. Sing, Nachtigall, sing (Jary/Balz)
04.4. Das machen nur die Beine von Dolores (Jary/Balz)
04.5. Roter Mohn (Jary/Balz)

05. Blues-Walzer-Medley 5.40
05.1. Virginia-Blues (Jary/Balz)
05.2. Wenn der Herrgott will (Jary/Schwabach)
05.3. Valse Musette (Jary)
05.4. Das letzte Hemd (Jary/Stani)
05.5. Davon geht die Welt nicht unter (Jary/Balz)

06. Swing-Medley 5.56
06.1. Mäckie-Boogie (Jary/Balz)
06.2. Haben sie schon mal im Dunkeln geküßt? (Jary/Beckmann)
06.3. Optimisten-Boogie (Jary/Balz)
06.4. Allerdings, sprach die Sphinx (Jary/Schwabach)
06.5. Ausgerechnet du (Jary/Scheu)
06.6. Rio Mambo (Jary/Balz)

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Wer damals sich wohl einbildete, ein guter Gastgeber für ne Hausparty zu sein, der servierten seinen Gästen natürlich einen Cocktail

Hans Albers – Der Wind und das Meer (1964)

FrontCover1.JPGWas für etliche meiner Generation der Achim Reichel moit seinen Shynties und Seeräuberliedern war und ist, war für die Generationen vor uns irgendwie whl auch der Hans Albers … Von daher: höchste Zeit, ihm hier Platz einzuräumen:

Hans Philipp August Albers (* 22. September 1891 in Hamburg; † 24. Juli 1960 in Berg, Bayern) war ein deutscher Schauspieler und Sänger, der als „blonder Hans“ zum Volksidol wurde.

Hans Albers wurde als Sohn des Schlachtermeisters Philipp Albers (genannt „Schöner Wilhelm“) und dessen Frau Johanna Dorothea, geborene Rathjen, in der Langen Reihe 71[2] in Hamburg-St. Georg als jüngstes von sechs Kindern geboren. Er besuchte die Uhlenhorster Oberrealschule, wurde allerdings nach einem tätlichen Konflikt mit einem prügelnden Lehrer als Quartaner der Schule verwiesen. Ähnliches erlebte er in der St. Georgs-Realschule. Mehr Anerkennung fand Albers als begeisterter Jungsportler im Schwimmklub Alster. Er begann in der Folge eine Kaufmannslehre und war in einer Seidenfirma in Frankfurt am Main tätig.

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Hans Albers, 1922

Seine Theaterkarriere begann er am dortigen Neuen Theater, anfangs mit mäßigem Erfolg. Er hatte ohne Wissen seines Vaters mit heimlicher finanzieller Unterstützung seiner Mutter privaten Schauspielunterricht genommen. In der Spielzeit 1912/13 debütierte er am Stadttheater Güstrow, meist in der Rolle des jugendlichen Liebhabers. Seine Gage betrug zwischen 60 und 120 Mark im Monat und er musste dafür zusätzlich bei Bühnenarbeiten mithelfen.

Nachdem er 1915 zur Armee eingezogen worden war, wurde Hans Albers im Ersten Weltkrieg an der Westfront als Soldat des Reserveinfanterieregiments 31 schwer verwundet. Er kam in ein Wiesbadener Krankenhaus, wo es gelang, sein zerschossenes Bein wiederherzustellen. Gegen eine drohende Amputation hatte er sich – laut eigenen Worten – vehement gewehrt. Nach seiner Entlassung trat er am dortigen Residenztheater in Possen, Lustspielen und Operetten auf.

Hans Albers02

Hans Albers, 1924 (schaut ja fast wie „Berlin Babylon“ aus

Nach dem Ersten Weltkrieg spielte Albers an verschiedenen Berliner Theatern und an der Komischen Oper vor allem komische Rollen. Sein erster großer Erfolg war die Rolle des Kellners Gustav Tunichtgut im Stück Die Verbrecher von Ferdinand Bruckner. Sein Lehrer und Förderer war der jüdische Schauspieler Eugen Burg.

Nach über hundert Stummfilmrollen spielte er 1929 in einem der ersten deutschen Tonfilme, Die Nacht gehört uns und kurz darauf an der Seite von Marlene Dietrich in Der blaue Engel. Die Rolle des Artisten Mazeppa in diesem Film war seine einzige Nebenrolle nach Einführung des Tonfilms. Sein Schauspielerkollege und damaliger Vorsitzender des Aufsichtsrats des Tobis-Tonbild-Syndikats Emil Jannings hatte dafür gesorgt, dass entscheidende Szenen mit Albers aus der fertigen Fassung herausgeschnitten wurden.

1930 drehte er unter der Regie des späteren Präsidenten der Reichsfilmkammer Carl Froelich die Komödie Hans in allen Gassen. In den letzten Jahren der Weimarer Republik war Hans Albers neben sehr erfolgreichen Filmen wie Bomben auf Monte Carlo (1931) oder F.P.1 antwortet nicht (1932) erneut in großen Theaterrollen zu sehen, wie z. B. zusammen mit Fritz Kortner in Rivalen oder in Ferenc Molnárs Liliom. Letzteres wurde zu seiner Paraderolle, die er bis zur Absetzung des Stücks durch die NSDAP (da Molnár Jude war) und dann wieder nach dem Zweiten Weltkrieg spielte; hier singt er das Rummelplatz-Ausruferlied Komm auf die Schaukel, Luise.

Single1Nach der Machtübernahme durch die NSDAP drängte man ihn zur Trennung von seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Hansi Burg, die Tochter seines jüdischen Mentors Eugen Burg. Nach einiger Zeit gab Albers nach und trennte sich offiziell von ihr, lebte jedoch weiter mit ihr am Starnberger See. Dort besaß er seit 1933 in Garatshausen bei Tutzing eine Villa mit einem 27.000 m² großen Grundstück.

Albers drehte weiterhin erfolgreich Filme, wenngleich er bis 1945 nicht mehr ans Theater ging, um sich dem Einfluss der Nationalsozialisten zu entziehen. Für Hansi Burg wurde Deutschland indes zu gefährlich. Albers wollte seine Lebensgefährtin in Sicherheit wissen und sorgte dafür, dass sie 1939 über die Schweiz nach England emigrierte. Sie kehrte 1946 nach Garatshausen zurück. Albers trennte sich von seiner zwischenzeitlichen Freundin und lebte bis zu seinem Tod 1960 mit Hansi Burg in Garatshausen. Albers blieb zeit seines Lebens unverheiratet.

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Da schmachten die Frauen natürlich …

Aus dem Jahr 1937 stammte die UFA-Kriminalkomödie Der Mann, der Sherlock Holmes war, bei dem Albers gemeinsam mit Heinz Rühmann die Hauptrolle spielte. Das Duett der beiden mit dem Titel Jawoll, meine Herr’n … wurde zum Kassenschlager. Im Jahr des Kriegsbeginns 1939 wurde das Projekt Wasser für Canitoga fertiggestellt, ein immens teurer Abenteuerfilm, dem mit dem Lied Goodbye Johnny wiederum ein echter Gassenhauer entsprang. 1943 hatte der zum 25-jährigen Jubiläum der UFA mit großem Aufwand produzierte Farbfilm Münchhausen einen außergewöhnlichen Publikumserfolg.

Zu den Nationalsozialisten hatte Hans Albers einerseits ein sehr distanziertes Verhältnis: Er zeigte sich nie an der Seite hochrangiger NSDAP-Funktionäre und verzichtete auf die Entgegennahme eines Schauspielpreises aus der Hand von Joseph Goebbels. Dennoch Hans Albers06war er bei Goebbels als Publikumsmagnet sehr geschätzt und konnte daher sehr hohe Gagen fordern und erhalten und wurde auf dessen Gottbegnadeten-Liste geführt.

Propagandafilme unter Mitwirkung von Hans Albers waren Flüchtlinge (1933) und Henker, Frauen und Soldaten (1935) sowie der von ihm mit produzierte Propagandafilm Carl Peters über den gleichnamigen Afrikakolonialisten von 1941. 1943 drehte er gemeinsam mit Ilse Werner unter der Regie Helmut Käutners den Farbfilm Große Freiheit Nr. 7. Die Dreharbeiten mussten wegen der Bombenangriffe auf Potsdam (Babelsberg) und Berlin, wo die Dreharbeiten begonnen hatten, in Prag fortgesetzt werden. Der Film wurde jedoch wegen seiner düsteren Stimmung – abgesehen von seiner Ur- und weiteren Aufführungen in Prag – erst nach Kriegsende öffentlich vorgeführt. Die deutsche Uraufführung im September 1945 in Berlin war die erste Filmpremiere nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kurz vor Kriegsende begannen die Dreharbeiten zu Shiva und die Galgenblume, einem Kriminalfilm in Farbe, der nicht mehr fertiggestellt werden konnte. Unter der Regie Hans Steinhoffs wurde in Prag gedreht. Aufstände und das Heranrücken der Roten Armee führten zum Abbruch der Dreharbeiten und zur Flucht von Stab und Schauspielern in Richtung Westen.

Albers’ erste Produktion nach Kriegsende war der 1947 gedrehte und in Berlin spielende Film … und über uns der Himmel, der ihn als Kriegsheimkehrer zeigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Albers seine Filmkarriere fortsetzen, unter anderem in dem sehr erfolgreichen Streifen Auf der Reeperbahn nachts um halb eins mit Heinz Rühmann. Ein

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Blechschild

Höhepunkt seines Filmschaffens in den 1950er Jahren war die 1956 gedrehte Literaturverfilmung Vor Sonnenuntergang nach Gerhart Hauptmann mit Annemarie Düringer und Claus Biederstaedt an seiner Seite. Es folgten Filme wie Der tolle Bomberg oder Das Herz von St. Pauli.

Auch mit seinen Liedern hatte er großen Erfolg. In ihnen stellte er sich schon seit 1932 als Haudegen (Flieger, grüß mir die Sonne), als Seemann (Der Wind und das Meer) und als Kavalier (Komm auf die Schaukel, Luise) dar. Ein großes Problem in den 1950er Jahren war seine Alkoholkrankheit, die er stets zu verschleiern wusste.

1957 spielte er im Staatstheater am Gärtnerplatz in München den alten Karl Knie in der Musicalversion des Seiltänzerstücks Katharina Knie von Carl Zuckmayer. Mit dieser Rolle verabschiedete er sich auch 1960 von der Bühne. 1958, zwei Jahre vor seinem Tod, war Hans Albers noch in drei Filmen zu sehen: Der Greifer (ein Kriminalfilm), Der Mann im Strom (eine Literaturverfilmung nach Siegfried Lenz) und 13 kleine Esel und der Sonnenhof. Sein letzter Film Kein Engel ist so rein kam 1960 in die Kinos. Er schließt mit dem von Hans Albers gesprochenen Satz: „Das ist das Ende“.

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Hans Albers mit seinem Cadillac

Im Alter von 68 Jahren brach Hans Albers während einer Theateraufführung mit schweren inneren Blutungen zusammen und starb drei Monate später am 24. Juli 1960 in einem Sanatorium im Ortsteil Kempfenhausen der Gemeinde Berg am Starnberger See. Er wurde eingeäschert und die Urne auf dem Friedhof Ohlsdorf in seiner Geburtsstadt Hamburg beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

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Das Hans Albers Haus am Starnberger See und es gibt weiterhin ein Gerangel um den Erhalt dieses Hauses… eine bayerische Provinzposse spielte sich da in den letzten Jahren ab

Hier nun ein Querschnitt seiner Lieder, überwiegend aus den 50er Jahren …

Und wir hören kernig-schmachtende Lieder, frei nach dem Motto „Harter Kern, weiche Schale“ … jede Menge Seemannsgarn wird da gesponnen …

Interessant die dezent kritischen Töne bei „Das Lied vom Nigger Jim“

Das ist das Lied vom Nigger Jim
Und wenn du es hören willst, vernimm.
Er konnt auf Erden nicht glücklich werden
Und erst im Himmel lacht Jim.

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Ist der Nigger Jim.
Doch die beste weiße Weste,
Trägt der Nigger Jim.

Jazz Band Lieder singt er so gut,
Denn er hat viel Rythmus im Blut.
Doch seit dem er die Heimat verlor,
Singt er sich selbst of vor.

Das ist das Lied vom Nigger Jim,
Dem ging es oft im Leben schlimm.
Denn auf dem Brodway, tat ihm das Herz weh,
Denn alle Kinder riefen: „Mutti, Mutti, schau ein schwarzer Mann“.

Das ist das Lied vom Nigger Jim,
Den packte oft ein wilder Grimm.
Denn seine Färbung, war ja Vererbung.
Und keine hörte seine Klagelieder an.

Herr Gott, mach mich weiß!
Herr ich bitt dich heiß!
Tröste mich und verheiße,
Mir das weiße Paradise.

Das ist das Lied vom Nigger Jim
Und wenn du es hören willst, vernimm.
Er konnt auf Erden nicht glücklich werden
Und erst im Himmel lacht Jim.

Schwarzer Rabe, wie als Knabe,
Lebst du noch als Greis.
Weiße Betten in Manhatten
Machen dich nicht weiß.

Tausend Teufel necken dich laut:
„Fahr aus der Haut! fahr aus der Haut!
Erst must du ein Engelein sein,
Dann bist du blüten rein.“

Das ist das Lied vom Nigger Jim,
Dem ging es oft im Leben schlimm.
Denn auf dem Brodway, tat ihm das Herz weh,
Denn alle Kinder riefen: „Mutti, Mutti, schau ein schwarzer Mann“.

Das ist das Lied vom Nigger Jim,
Den packte oft ein wilder Grimm.
Denn seine Färbung, war ja Vererbung.
Und keine hörte seine Klagelieder an.

Herr Gott, mach mich weiß!
Herr ich bitt dich heiß!
Tröste mich und verheiße,
Mir das weiße Paradise.

Das ist das Lied vom Nigger Jim
Und wenn du es hören willst, vernimm.
Er konnt auf Erden nicht glücklich werden
Und erst im Himmel lacht Jim.

Herr Gott, mach mich weiß!
Herr ich bitt dich heiß.
Tröste mich und verheiße,
Mir das weiße Paradise.

Herr Gott, mach mich weiß!
Herr ich bitt dich heiß!
Tröste mich und verheiße,
Mir das weiße Paradise.

Das ist das Lied vom Nigger Jim
Und wenn du es hören willst, vernimm.
Er konnt auf Erden nicht glücklich werden
Und erst im Himmel lacht Jim.

Ansonsten kann man mehr als einmal schmunzeln, ähnlich wie meine Töchter es tun, wenn ich ihnen von Jimi Hendrix berichte … War halt ne andere Zeit …

Nachhören schadet jedoch nicht … dann kann man auch ein wenig ein Gespür kriegen, mit welchen (Fernweh-Sehnsüchten so unsere Eltern ihr Leben versüßten.

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Besetzung:
Hans Albers (vocals)
+
Die Coronels (bei 10.)
Die Geschwister Burgstaller (bei 03.)
Evelyn Künneke (vocals bei 05.)
Rudolf Lamy-Chor (bei 11.)
Trio Fitzett (bei 06.)
Die Sunnies (bei 10.)
+
Orchester Walter Baumgartner
Orchester Paul Burkhard
Orchester Martin Böttcher
Orchester Michael Jary
Orchester Carl Michalski
Orchester Béla Sanders
Orchester Walter Schacht
Orchester Herbert Trantow

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Titel:
01. Seemanns-Chor (1932) (Berger-Engel/Mehring) 3.24
02. Der Wind und das Meer (1950) (Trenet) 3.07
03. Kleine Nordseeschwalbe (1951) (Beul) 3.03
04. Einmal noch nach Bombay (1954) (John/Leip) 3.19
05. Das gibt es nur in Texas (Deep In The Heart Of Texas) (1950) (Balz) 3.06
06. Fünf kleine Affen (1950) (Beul) 3.03
07. Mein Onkel hat Plantagen (1950) (Beul) 2.35
08. Good Bye, Jonny (1939)  (Beckmann/Kreuder) 3.25
09. Es ist egal (1959) (Stani/Albers/Böttcher) 2.41
10. Trippel-Trippel-Trapp (1959) (Gilbert/Spoliansky) 2.57
11. Der Mensch muß eine Heimat haben (1957) (Gilbert/Spoliansky) 3.27
12. Wenn du mein Schatz wärst (1950) (Burkhard/Schanzer/Welisch) 3.45
13. Ich frag‘ nich, ob du Geld hast (1950) (Burkhard/Gilbert/Robinson) 3.24
14. Das Lied vom Nigger Jim (1950) (Burkhard/Gilbert/Robinson) 4.08
15. Das Lied von Kolumbus (1950) (Burkhard/Gilbert/Robinson) 2.03
16. Kleine Möve, flieg nach Helgoland (1952) (Balz/Cowler) 1.06

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Hans Albers09

Hans Albers (* 22. September 1891; † 24. Juli 1960)

Verschiedene Interpreten – Swing tanzen verboten (Teil 1) (2004)

FrontCover1Das mit dem Jazz im III. Reich ist schon eine recht vertrackte Geschichte, die man schon sehr differenziert betrachten muss, um dem Thema gerecht zu werden.

So beschreibt man es im üppigen Begleitheft diese 4 CD Edition:

„Nachdem die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gekommen waren, widmeten sie sich sehr schnell der „Säuberung“ der Kulturszene von sogenannten „artfremden“ Einflüssen. Neben der Malerei, dem Film und Theater begannen die braunen Machthaber, auch alle
Bereiche der Musik und Unterhaltung in ihrem Sinne zu steuern.
Im Würgegriff der nationalsozialistischen Machthaber haben sich inige der großen Musiker, die auf diesen CDs vertreten sind, nicht gebeugt und aus Überzeugung die Musik gespielt, die ihnen und einem aufgeklärten Publikum Spaß machte. Viele dieser standhaften Musikschaffenden haben dafür teuer bezahlen müssen: Emigration
– Folter – Flucht – Tod waren die Folge von unliebsamer politischer Gesinnung, von „falscher“ Religion, Hautfarbe oder Homosexualität.“

Keine Frage, Jazzmusik war grundsätzlich „unerwünschte Musik“, doch dies reichsweit durchzusetzen, war alles andere als leicht. In den großen Metropolen gab es durchaus noch Swing-Tanz-Abende, im ländlichen Raum konnten man die Menschen mit Verboten schon leichter schikanieren.

Das bringt mich zu dem bekanntem Schild „Swing tanzen verboten – Reichskulturkammer“:

DasBlechschild.jpg

Ein solches Verbotsschild gab es im III. Reich nicht … die Historie, wie sich dieses Schild dennoch als „authentisches“ Schild seinen Namen machte, kann man in dem hochinteressanten Artikel von Bodo Mrozek nachlesen (liegt als pdf Datei bei; Quelle: pophistory.hypotheses.org).

Ich werde diesem Thema in der nächsten Zeit immer wieder mal ansprechen … denn im Laufe der nächsten Zeit sollen hier alle Titel diese 4 CD´s vorgestellt werden. Weiteres Begleitmaterial wird dann jeweils dazugepackt.

Und ja; mich friert es, insbesondere bei jenen Aufnahmen aus dem II. Weltkrieg, als Europa bereits in Schutt und Asche lag … und dann diese Musik … das gleiche gilt allerdings auch für den köstlichen Heinz Rühmann Film „Die Feuerzangenbowle“, der ja 1944 entstand … es gruselt mich …

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Efim Schachtmeister mit seinem Jazz Symphonie Orchester

Titel:
01. Ben Berlin & sein Orchester: Fliegerlied (Zamecnik) (1928) 2.43
02. Paul Godwin & das Künstlerensemble: Das Lied vom Angeln (Kollo) (1926) 3.16
03. Haller Revue Orchester: Komm ins Grüne, Karoline (Kollo/Haller) (1927) 4.44
04. Ludwig Rüth & seine Band: Lassen Sie mal sehn (Shay/Tobias) (1928)   3.02
05. Efim Schachmeister & sein Tanzorchester: Ausgerechnet Bananen (Youmans) (1923) 3.20
06. Emanuel Rambour: Ich bring dich um die Ecke, zum Autobus (Igelhoff/Dehmel) (1938)  2:23
07. Dreigroschenband: Der tanzende Tambourin (Pollo/Ponce) (1928) 3.20
08. Ludwig Rüth & seine Band: Der Duft, der eine schöne Frau begleitet (May) (1928) 3.17
09. Julian Fuhs & sein Orchester: Kannst du Charleston, tanzt du Charleston (Myers) (1926) 2.37
10. Adalbert Lutter & sein Orchester: Fifi (Garcia) (1935)  3.18
11. Kurt Widmann & sein Orchester: Schönes Wetter (Funk/Niepel) (1941) 2.28
12. Dreigroschenband: Der Song von Mandelay (Weill/Brecht) (1929) 3.05
13. Ludwig Rüth & sein Orchester: Czardas, Czardas (Plessow/Halton/Schwenn) (1938) 2.03
14. Adalbert Lutter & sein Orchester: Poor Dinah (Morrow) (1937) 3.22
15. Michael Jary & sein Orchester: Karo-Sieben (Munsonius) (1943) 2.49
16. Willy Berking & sein Orchester: Hexentanz (Winkler/Balz) (1940) 2.29
17. Franz Thon & seine Tanzrhythmiker: Golfstrom (Wernicke) (1941) 2.34
18. Dreigroschenband: Im Radio gibt es heute Tanzmusik (Profes/Beckmann) (1937) 2.54
19. Tanzorchester Oskar Joost: Tanz noch einmal (Radtke) (1939) 2.42
20. Michael Jary & sein Orchester: Fenstergucker (Munsonius) (1940) 2.40
21. Willy Berking & sein Tanzorchester: Ein Stern ist vom Himmel gefallen (Kreuder) (1943)  2.28
22. Willi Stech & sein Orchester: Wir machen Musik (Igelhoff/Steimel) (1944) 2.38
23. Orchester Stan Brenders: Ja und nein (Grothe) (1940) 2.55
24. Orchester Fud Candrix: Mit einer kleinen Melodie (Heinz/Weiss/Pfrötschner) (1940) 2.57
25. Willy Berking & seine Solisten: Legato (Berking) (1944) 2.57

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