Birnauer Kantorei & Kammerorchester – Krönungsmesse + Litaniae Lauretanae (Mozart) (1970)

FrontCover1.JPGFreunde der gepflegten Jazzmusik kommen aus meiner Sicht ja überhaupt nicht an dem legendären MPS Label aus dem Schwarzwald vorbei.

Aber dieses Label hatte auch im Bereich der klassischen Musik so einiges zu bieten … auch wenn sie natürlich mit großen Labels wie der Deutschen Grammophon nicht konkurrieren konnten.

Aber diese Aufnahmen sind ein feines Beispiel für meine Behauptung.

Aufgeführt werden hier die zwei Mozartwerke von der Birnauer Kantorei:

Die Birnauer Kantorei e.V.  wurde im Jahre 1966 von der Konzertsängerin Cilla Mayer

Klaus Reiners

Klaus Reiners

und dem Dirigenten und Kirchenmusiker Klaus Reiners als Konzertchor gegründet. Klaus Reiners leitete die Kantorei 48 Jahre lang. Der Zweck des Vereins besteht in der Förderung konzertanter Kirchenmusik im Bodenseeraum. Die Kantorei besteht heute aus einem Chor mit etwa 75 Sängerinnen und Sängern aus dem weiteren Bodenseeraum. (Selbstdarstellung).

Wir hören zum einen die legendäre „Krönungsmesse“:

Der Name Krönungsmesse ist erstmals 1862 in der Erstauflage des Köchelverzeichnis schriftlich nachgewiesen. Sehr wahrscheinlich wurde die Messe für den Ostergottesdienst 1779 am Salzburger Dom, der auf den 4. April fiel, komponiert. Mozart datierte die Partitur auf den 23. März 1779, womit er vermutlich die Fertigstellung der Komposition kennzeichnete. Unmittelbar nach Mozarts Tod wurde die Messe KV 317 zur bevorzugten Komposition für Gottesdienste bei Kaiser- und Königskrönungen sowie bei Dankgottesdiensten. Zum ersten Mal dürfte sie im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten für Kaiser Franz II. verwendet worden sein.

Charakteristisch für diese Messe sind die sinfonischen Elemente. Solostimmen und Chor werden sehr deutlich voneinander getrennt. Die wahrscheinlich ursprünglich kapellinterne Bezeichnung Krönungsmesse ist, von der Wiener Hofmusikkapelle ausgehend, bald Allgemeingut geworden. Der Umstand, dass die Mozarts der Wallfahrtskirche Maria Plain in tiefer Frömmigkeit verbunden waren, veranlasste 1907 den Mozart-Enthusiasten Johann Evangelist Engl zu der unbeweisbaren Feststellung, die Krönungsmesse wäre für das alljährliche Maria-Plainer-Krönungsfest, das im Jahre 1779 am 27. Juni begann, komponiert worden – eine sich hartnäckig haltende Legende. (Quelle: wikipedia)

Basilika Birnau

Die Basilika in Birnau (hier entstanden die Aufnahmen)

Und dann noch das mir bisher unbekannte Litanie Lauretanae De Beata Maria Virgine:

Dieses Werk steht in der Tradition der sog. „Lauretanische Litanei“:

Die Lauretanische Litanei – lat. Litania de Beata (Maria Virgine), „Litanei von der Seligen (Jungfrau Maria)“ – ist eine in der katholischen Kirche verwendete Litanei, deren Anrufungen sich an die Gottesmutter richten. Sie geht auf mittelalterliche Wurzeln zurück und wurde mehrfach erweitert und verändert. In der überlieferten Form ist sie im Wesentlichen erstmals 1531 im italienischen Wallfahrtsort Loreto belegt, nach dessen latinisiertem Namen sie benannt ist. (‚Quelle: wikipedia)

Und auch wenn mir der religiöse Hintergrund dieser Musik sonst wo vorbei geht … kompositorisches ein weiteres Beispiel von der musikalischen Kraft, die von Mozart ausging.

Wer sich auch mal für Klänge dieser Art informieren möchte, sollte hier beherzt zugreifen … denn die Macher von MPS … die stehen einfach für Qualität.

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Und hier liegt der Ort Birnau … und zwar am Bodensee

Besetzung:
Hans-Martin Hackbarth (Bass)
Willi Manz (Tenor)
Cilla Mayer (Sopran)
Andrea von Ramm (Alt)
+
Birnauer Kantorei & Kammerorchester unter der Leitung von Klaus Reiners
+
Knrad Philipp Schuba (organ)

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Titel:

Krönungsmesse Missa Nr. 14 C-Dur KV 317 (Teil 1)
01. Krönungsmesse Missa Nr. 14 C-Dur KV 317 (Teil 1) 20.39
01.1. 
Kyrie
01.2. Gloria
01.3. Credo
01.4. Sanctus
01.5. Benedictus
01.6. Agnus Dei

Litanie Lauretanae De Beata Maria Virgine KV 109:
02. Litanie Lauretanae De Beata Maria Virgine KV109 14.09
02.1. Kyrie
02.2.Sancta Maria
02.3.Salus Infirmaorum
02.4.Regina Angelorum
02.5. Agnus Dei

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart

LabelB1

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Kammerharmonie der Tschechischen Philharmonie – Mozart – Bläser-Serenade (1971)

FrontCover1.JPGHier eine eher unbekannte kleine Perle aus dem Schaffen des Wolfgang Amadeus Mozart:

Gran Partita ist die populäre Bezeichnung für die 1781 komponierte Serenade Nr. 10 in B-Dur KV 361 für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Bassetthörner, vier Waldhörner, zwei Fagotte und Kontrabass von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Kontrabassstimme wird heute teilweise auf einem Kontrafagott gespielt. Die Aufführungsdauer beträgt etwa 50 Minuten. Das Stück besteht aus sieben Sätzen.

Der britische Dramatiker Peter Shaffer lässt Mozarts vorgeblichen Widersacher Antonio Salieri in seinem Theaterstück Amadeus wie auch in der filmischen Adaption das Adagio der Serenade so charakterisieren.

„Die Partitur sah nach nichts aus. Der Anfang, so simpel, fast lächerlich. Nur ein Pulsieren, Fagotte, Bassetthörner – wie eine rostige Quetschkommode. Doch da, plötzlich, hoch darüber, eine einsame Oboe, ein einzelner Ton, unerschütterlich über allem, bis eine Klarinette ihn aufnimmt, in einer Phrase von solch himmlischer Süße! Das war keine Komposition eines Zirkusaffen! So eine Musik hatte ich noch nie vernommen. Voll tiefster Sehnsucht; einer so unstillbaren Sehnsucht, dass ich erbebte und es mir schien, als hörte ich die Stimme Gottes.“

Na … wenn das keine Verheißung ist …!

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Dargeboten wird dieses Kleinod von der sog. Kammerharmonie der Tschechischen Philharmonie Prag:

Die Tschechische Philharmonie ist ein international anerkanntes Orchester Tschechiens. Bei einer für die Oktoberausgabe 2006 von der französischen Musikzeitschrift Le Monde de la Musique durchgeführten Umfrage unter Musikkritikern wurde die Tschechische Philharmonie unter die zehn besten Orchester Europas gewählt, 2008 in der Dezemberausgabe der britischen Zeitschrift „Gramophone“ unter die 20 besten Orchester weltweit.

Als typisches Charakteristikum des Orchesters gilt sein „weicher Klang“, nahezu sämtliche Referenzaufnahmen mit Musik tschechischer Komponisten entstanden mit der Tschechischen Philharmonie. (Quelle: wikipedia)

Aber eben nicht nur bei den tschechischen Komponisten wusste dieses Orchester (bzw. die Bläser jenes Orchesters) zu überzeugen.

Und das tschechische Label Supraphon produzierte dann auch für den deutschen Markt (ein weiterer Hinweise auf die hohe Qualität der Supraphon Aufnahmen). Den Vertrieb in der BRD übernahm die Ariola, in der DDR kamen solche Mitschnitte wohl bei Eterna heraus.

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Besetzung:
Kammerharmonie der Tschechischen Philharmonie Prag unter der Leitung voLibor Pesek

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Titel:

Serenade Nr. 10 KV 361:
01. Largo – Molto Allegro 9.43
02. Menuetto 6.05
03. Adagio 5.14
04. Allegretto 5.44
05. Romance – Adagio – Allegretto 5.14
06. (Thema Mit 6 Variationen) (Andante) 10.07
07. Finale (Rondo) – Molto Allegro 3.31

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Herbert von Karajan – Meditation – Musik zum Träumen (Siemens Aktiengesellschaft) (1984)

FrontCover1Schallplatten als Werbepräsente waren ja immer wieder mal sehr beliebt.

Hier ein Beispiel aus dem Jahr 1984. Gestiftet wurde die LP von der „Siemens Aktiengesellschaft (Zweigniederlassung Stuttgart)“.

Und wenn man dann Herbert von Karajan präsentiert, kann man nicht viel falsch machen.

Man bediente sich dabei aus dem Katalog der „Deutschen Grammophon“ und diese wiederum zauberten aus ihrem Archiv Aufnahmen von Karajan aus den Jahren 1961 – 1968; man könnte meinen „olle Kamellen“, aber das ist natürlich bei klassischen Aufnahmen Quatsch. Denn die Werke von Bach, Mozart & Co. sind einfach zeitlos. Und die Komponisten Léo Delibes und Jules Massenet waren mir bis dato noch gar nicht bekannt.

Mit diesem „musikalischem Gruß“ bedankte man sich „für die gute Zusammenarbeit“ … aber irgendwie scheint mir das alles mit einer arg heißen Nadel gestrickt, denn auf der Rückseite hätte man ohne weiteres noch ein wenig Platz gehabt, für ein paar persönliche Worte …

Nun denn: hier klassische Aufnahmen von Karajan und auch ich bedanke mich artig bei der treuen Leserschaft !

PromoFoto60erJahre

Promo – Foto aus den 60er Jahren

Besetzung:
Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan
+
Michel Schwalbé (violin bei 04.)
Gerhard Stempnik english horn bei 07.)
Karlheinz Zöller (flute bei 08.)

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Titel:

Johann Sebastian Bach:
01. Suite Nr. 3 D-dur BMV 1068 – Air 6.34
02. Suite Nr. 2 h-moll BWV 1967 – Rondeau 1.44

Wolfgang Amadeus Mozart:
03. Eine kleine Nachtmusik G-dur KV 525 / 5.29

Léo Delibes:
04. Coppélia-Ballettsuite – Ballade 2.52

Jules Massenet:
05. Thais – Meditationen 6.06

Fréderic Chopin – Roy Douglas:
06. Les Sylphides – Prelude – Noctune 7.21

Jean Sibelius:
07. Der Schwan von Tuonela op 22 Nr 3 / 7.41

Claude Debussy:
08. Prélude à L´aprèsmidi d´un faune 9.55

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Verschiedene Interpreten – Erkennen Sie die Melodie (60 Minuten Car-Sette) (1984)

FrontCover1.jpgJetzt wird es ein wenig arg profan:

Hier ne sog. Kauf-MC aus den 80er Jahren, deren Titel schon ein wenig dümmlich ist … „Erkennen Sie die Melodie“ …

Kann man vermutlich nur verstehen, wenn man weiß, dass es damals eine gleichnamige TV-Show im ZDF mit dem Moderator Günther Schramm gab.

Diese MC hat mit dieser Show allerdings überhaupt nichts zutun.

Vielmehr hören wir hier „Hits“ der klassischen Musik im Weichspüler-Sound „moderner“ Interpreten wie Franz Lambert, Klaus Wunderlich, Günter Noris oder Richard Clayderman.

Für die eher seichten Interpretationen können übrigens die Komponisten nix dafür.

Und man ließ sich dieses „Werk“ dann auch noch sponsern, denn auf der Hülle ist zu lesen:

„Von Autoradioherstellern empfohlen: Panasonic, Fisher, Gelhard“.

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Und damit ist auch der Zweck dieser MC hinreichend geklärt. Die Musik sollte dem Autofahrer die Fahrzeit versüßen …

Nun gut, damals habe ich mir für diesen Zweck dann doch lieber selber eigene MC´s produziert, mit denen der gleiche Zweck weitaus besser erfüllt wurde, frei nach dem Motto „Take The Highway“ …

Und der MC-Player im Auto ist ja mittlerweile gänzlich verschwunden …

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Titel:
01. Richard Clayderman: Liebestraum (Liszt) 3.08
02. Georges Schmitt-Randall: Humoreske (Dvorak) 3.22
03. Franz Lambert: Solvejgs Lied (Peer Gynt Suite II) (Grieg) 3.45
04. Nicolas de Angelis: Prälidium in d-moll (Bach) 2.02
05. Günter Noris: Träumerei (Schuhmann) 4.08
06. Jean-Michel de France: Nocturne (op. 55 No. 2) (Chopin) 3.13
07. Georges Schmitt-Randall: Badinerie (Bach) 2.10
08. Richard Clayderman: Ode To Joy (Beethoven) 3.10
09. Franz Lambert: Andante Klavierkonzert Nr. 21 (Mozart) 3.22
10. Nicolas de Angelis: Etüde (Sor) 2.53
11. Franz Lambert: Thema aus Die Moldau (Smetana) 3.13
12. Richard Clayderman: Mondscheinsonate (Beethoven) 3.13
13. Georges Schmitt-Randall: Menuett (Boccherini) 2.36
14. Nicolas de Angelis: Concerto d´Aranjuez (Rodrigo) 5.54
15. Günter Noris: Etüde in E-Dur (In mir erklingt ein Lied) (Chopin) 2.56
16. Jean-Michel de France: Romanze (Beethoven) 3.00
17. Franz Lambert: Air (Suite Nr. 3 D-dur) (Bach) 3.01
18. Günter Noris: Ungarischer Tanz Nr. 5 (Brahms) 3.30
19. Klaus Wunderlich: Leise flehen meine Lieder (Schubert) 3.12

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Leonard Bernstein & Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks – Requiem (Mozart KV 626) (1989)

FrontCover1Dieses blog hier lebt ja auch gelegentlich von tagesaktuellen Ereignissen. Und heute war so ein Tag, der mich drängt, dieses Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart zu präsentieren.

Heute Vormittag ist meine Schwiegermutter im Alter von 93 Jahren verstorben …

Ihr Tod hatte sich ja schon angekündigt und wenn er dann doch plötzlich da ist … kann sich eine bleierne Schwere breitmachen. Aber sie wollte wohl nicht länger als gerade eine Nacht in einer palliativmedizinischen Abteilung eines Krankenhauses in der Nähe von Freising verweilen … Gestern eingeliefert (es ging nicht mehr anders), heute früh verstorben …

Und die Beerdigung findet dann ausgerechnet am Rosenmontag statt …

Und dieses Requiem hat eine ganz besondere Entstehungsgeschichte:

Das Requiem in d-Moll (KV 626) aus dem Jahr 1791 ist Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Komposition. Obwohl es nur zu etwa zwei Dritteln tatsächlich von Mozart stammt, ist es eines seiner beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werke. Mozart starb während der Komposition. Da es sich um ein Auftragswerk handelte, vervollständigten Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, ein Schüler von Mozart, das Requiem im Auftrag von Constanze Mozart, der Witwe des Komponisten. Die Entstehungsgeschichte und Qualität der nachträglichen Ergänzungen werden seit langem heftig diskutiert. Die ungewöhnlichen Umstände des Kompositionsauftrags und der zeitliche Zusammenhang dieser Seelenmesse mit Mozarts frühem Tod haben zudem eine üppige Mythenbildung angeregt. (Quelle: wikipedia).

Label

Die Aufnahme gab´s damals auch noch als Vinyl-Edition

Weitere Informationen zu dieser Entstehungsgeschichte spare ich mir heute … meine Gedanken sind ganz woanders … und es gibt da schon ein paar „nette“ Geschichten zu meiner Schwiegermutter … die ihre Prägungen durch den „Bund deutscher Mädel“ nie loswerden konnte … davon aber vielleicht später mehr.

Aufgenommen wurde dieses Meisterwerk in der Klosterpfarrkirche in Diessen am Ammersee/Oberbayern im Juli 1988.

Für mich kann es heute nur diese Musik geben … sie soll auch meine Frau neben all den Umarmungen meinerseits ein wenig begleiten …

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Besetzung:
Chor und Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Leonard Bernstein
+
Maria Ewing (Sopran)
Jerry Hadley (Tenor)
Cornelius Hauptmann (Bass)
Marie McLaughlin (Sopran)
+
Friedemann Winklhofer (organ)

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Titel:

Introitus:
01. Requiem 6.39

Kyrie:
02 Kyrie 2.45

Sequentia:
03. Dies Irae 1.43
04. Tuba Mirum 4.28
05. Rex Tremendae 2.42
06. Recordare 5.42
07. Confutatis 2.21
08. Lacrimosa 5.36

Offertorium:
09. Domine Jesu 3.28
10. Hostias 3.59

Sanctus:
11. Sanctus 1.48

Benedictus:
12. Benedictus 5.14

Agnus Dei:
13. Agnus Dei 4.53

Communio:
14. Lux Aeterna 6.44

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart mit Ergänzungen von Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr

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Und hier das Konzert als Videomitschnitt (Leonard Bernstein erläutert zu Beginn auf deutsch die Hintergründe des Requiems):

Franz Konwitschny – Grosse Dirigenten der Vergangenheit (Werke von Brahms, Mozart und Beethoven) (1994)

FrontCover1Seine politischen Ansichten waren mehr als dubios (er trat bereits 1923 der NSDAP bei, da war er gerade mal 22 Jahre alt), sein Status als Stardirigent in der DDR der 50er Jahren war dennoch unumstritten.

Franz Konwitschny (* 14. August 1901 in Fulnek, Nordmähren; † 28. Juli 1962 in Belgrad) war ein deutscher Dirigent.

Konwitschny entstammte einer mährischen Musikerfamilie. Von 1920 bis 1923 nahm er zunächst Geigenunterricht an der Akademie des Musikvereins in Brünn, bevor er von April 1923 bis 1925 Schüler von Hans Bassermann (* 1888) am Konservatorium der Musik in Leipzig wurde. Während dieser Zeit war er aushilfsweise als Geiger und Bratscher im Gewandhausorchester beschäftigt. 1925 wurde Konwitschny als Bratscher Mitglied des 1894 gegründeten Fitzner-Quartetts in Wien;[1] 1927 ging er nach Stuttgart, zunächst als Korrepetitor, ab 1930 als Erster Kapellmeister am Staatstheater. Mit Beginn der Spielzeit 1933/34 wurde er musikalischer Oberleiter des Philharmonischen Orchesters Freiburg in Freiburg im Breisgau, wo er 1934 zum Generalmusikdirektor ernannt wurde. 1938 übernahm er die Position Musikdirektor und musikalischer Leiter der Oper in Frankfurt am Main.

Konwitschny trat am 1. Juli 1923 in Fulnek, Kreis Mährisch-Ostrau erstmals der NSDAP bei (Mitglieds-Nummer 2.756). Seine damalige politische Überzeugung kam auch in einer Freiburger Fidelio-Aufführung vom 1934 zum Ausdruck, wo er anlässlich von Hitlers Geburtstag SA-Männer und SA-Fahnen auf die Bühne bringen wollte, was aber von der Intendanz untersagt wurde. Andererseits dirigierte er im November desselben Jahres in einem Abonnementskonzert die Sinfonie Mathis der Maler des verfemten Komponisten Paul Hindemith. Zum 1. August 1937 trat Konwitschny erneut in die NSDAP ein (Nr. 5 508.995). Am 16. Oktober 1937 dirigierte Konwitschny bei der Schlusskundgebung der unter dem Motto „Rasse und Kultur“ stehenden 2. Badischen Gaukulturwoche vor der Rede Alfred Rosenbergs den Germanenzug von Bruckner. Im Dezember 1942 war Konwitschny Gastdirigent in der Ghetto-Stadt Łódź, wobei nach der Litzmannstädter Zeitung vom 17. Dezember 1942 der „von stärkster Vitalität getragene Musizierstil“ faszinierte.

Er wirkte auch an der Staatsoper in Hamburg und war in den Kriegsjahren 1943/44 Chefdirigent des Orchesters in Ludwigshafen, der heutigen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

Franz Konwitschny und Margarete Klose 1955.jpg

Franz Konwitschny und Sängerin Margarete Klose bei einem Gastspiel in Moskau (Dezember 1955)

Franz Konwitschny verstarb während einer Konzertreise am 28. Juli 1962 in Belgrad. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.

Original Cover

Besonders bekannt wurde Konwitschny als Dirigent der Opern von Richard Wagner und von Konzerten mit Werken von Ludwig van Beethoven, Richard Strauss, Max Reger und Anton Bruckner.

Sein Sohn Peter Konwitschny (* 1945) ist ein bekannter Opernregisseur. (Quelle: wikipedia)

Fest steht wohl, dass sein Tod in der Stadt Leipzig große Erschütterung ausgelöst hat …

Auf dieser CD sind seine letzten Einspielung zusammengefasst, sie entstanden 1 Monat vor seinem Tod und in der Originalveröffentlichung heißt diese CD dann auch „Die letzte Aufnahme des großen Dirigenten“

Nicht dass ich mich jetzt als wirklich guten Kenner dieser Musik ausweisen könnte: Dennoch eine für meine Ohren absolut überzeugende Aufnahmen, mit einer bestechenden Dynamik und einem z.T. atemberaubenden Klangvolumen. Kurzum: in Genuss, denn auch die Klanqualität ist beeindruckend (die Burschen von Eterna verstanden ihr Handwerk !)

Eine kleine Anekdote noch am Rande:

„Franz Konwitschny, 59, Generalmusikdirektor, Professor, Ehrendoktor, Chefdirigent der Ostberliner Staatsoper Unter den Linden und des Leipziger Gewandhaus – Orchesters, wurde in der Berliner Ausgabe der „Bild“-Zeitung durch ein wohlwollendes Konwitschny-Feuilleton („Er liebt die Musik und eine gute Küche“ – „Wunderknabe Franzl“ – „Papa Konwitschny“) nebst zweispaltigem Konwitschny-Photo geehrt, nachdem der Dirigent in Hamburg gegen „Bild“ Strafanzeige erstattete. „Bild“, das sich einige Wochen vorher mit Konwitschnys Trinkfreudigkeit beschäftigt hatte, ging einem lästigen Prozeß aus dem Wege und brachte nach einer Absprache der Rechtsanwälte die positive Konwitschny -Würdigung.“ (Spiegel 38/1960)

Ach ja, das Brahms Konzert wurde bereits 1962 (vermutlich kurz nach seinem Tode) in der DDR auf Eterna Schallplatten veröffentlicht (siehe unten).

 

FranzKonwitschny

Besetzung:
Gewandhaus-Orchester Leipzig unter der Leitung von Franz Konwitschny

Booklet1

Titel:

Johannes Brahms –  Symphonie No. 1 c-moll:
01. Un poco sostenuto – Allegro  14.00
02. Andante sostenuto 10.37
03. Un poco Allegretto e grazioso 5.12
04. Adagio – Allegro non troppo, ma con brio 18.30

Wolfgang Amadeus Mozart:
05. Adagio und Fuge c-moll KV 546 9.50

Ludwig van Beethoven:
06. Große Fuge B-Dur op. 133 17.34

CD1

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BrahmsEterna1962.jpg

Das Brahms Konzert „Symphonie No. 1 c-moll“ auf Eterna Schallplatten, 1962

Isabel + Jürg von Vintschger – Die Werke für Klavier zu vier Händen (Mozart) (1989)

FrontCover1Leider ist nur wenig über Isabel + Jürg von Vintschger bekannt, eigentlich schade, denn diese Aufnahme mit vierhändigen Klaviersonaten aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart sind einfach nur superb.

Der Schweizer Pianist Jürg von Vintschger (23.5.1939 in St. Gallen) gab Gastspiele in Europa, den Vereinigten Staaten und Südamerika. Er debütierte 1963 in der Carnegie Hall in New York, ist auch als Interpret zeitgenössischer Musik bekannt. Konzerttätigkeit mit seiner Frau Isabel als Klavierduo. 1971 wurde er Leiter der Konzertausbildungsklasse an der Musikhochschule Zürich und 1986 als Gastprofessor und 1990 als ordentlicher Professor und Leiter einer Klasse künstlerischer Ausbildung an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien berufen. Auszeichnung u. a.: Josef-Pembaur-Preis. (whoswho.de)

Über Isabel von Vintschger hab ich gleich gar nichts gefunden (wundert einen das ?).

Isabel+Jürg

Isabel + Jürg von Vintschger

Hinter dem Label Jecklin-Disco steckt eigentlich das Musikhaus Jecklin in Zürich. Und es ist ein alt-ehrwürdiges Musikhaus (Gründungsjahr: 1895), das sich vornehmlich auf den Verkauf von Tasteninstrumenten konzentriert. Mir scheint bei der Durchsicht der mir vorliegenden Materialien, dass sich Jecklin-Disco auf hochwertige Klassikaufnahmen konzentriert hat.

Die hier vorliegende CD beinhaltet eigentlich Aufnahmen aus dem Jahre 1969 und damals wurden diese Aufnahmen natürlich noch als eine Langspielplatte verkauft.

Wie gesagt: eine supbere Aufnahme und auch wenn ich nun wahrlich kein Mozart-Experte sind kann ich nur empfehlen, sich mal dieses perlende Klavierspiel der beiden zu gönnen.

Diese Musik ist irgendwie Balsam für die Ohren und ich muss dabei schmunzeln, dass ich auf meine alten Tage doch tatsächlich der Klassik weitaus mehr abgewinnen als ich noch als Jungspund durchs Leben getobt bin.

Original Front + Back Cover

Besetzung:
Isabel von Vintschger (piano)
Jürg von Vintschger (piano)

Booklet1

Titel:

Sonate in B-Dur KV 358:
01. Allegro 4.01
02. Adagio 4.26
03. Molto presto 3.06

Sonate in D-Dur KV 381:
04. Allegro 3.14
05. Andante 4.49
06. Allegro molto 2.58

Sonate in F-Dur KV 497:
07. Adagio – Allegro di molto 7.30
08. Andante 7.44
09. Allegro 7.35

10. Andante mit Variationen in G-Dur KV 501 7.53

Sonate in C-Dur KV 521:
11. Allegro 6.22
12. Andante 7.15
13. Allegretto 7.30

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart

CD1.jpg

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