Musik-Szene (Musikzeitschrift) – Januar 1987

MusikSzeneJanuar1987_01AUnd wieder einmal so eine Musikzeitschrift aus deutschen Landen, die vielleicht auch den Anspruch hatte, die alte „Sounds“ – Zeitschrift zu ersetzen.

Herausgeber des Heftes war die „Rockteam Musikproduktions GmbH“ (Geschäftsführer: Jürgen Wigginhaus). Der geschäftsführende Chefredakteuer war dann H. Elias Fröhlich.

Der Jürgen Wigginshaus war ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen, zumindest was die deutsche Musikszene betrifft. Seit den 70er Jahren ist er im Musikgeschäft tätig und man darf ihn scheinbar auch als „berüchtigt“ bezeichnen.

Dies hat vorrangig was mit seiner Tätigkeit als Konzertveranstalter in den 70er Jahren zu tun. Da kann man dann folgendes in einem Artikel über die Geschichte der Rockfestivals lesen:

„Auf dem Eichenring in Scheeßel gab es 1977 den ersten großen Skandal. In dem Speedway-Stadion wurde 1973 unter dem Titel „Es rockt die Heide“ das erste große Freiluftkonzert in der norddeutschen Tiefebene veranstaltet. Chicago, Chuck Berry und Golden Earring sorgten für einen großen Erfolg. Vier Jahre später provozierte allerdings der berüchtigte Promoter Jürgen Wigginghaus mit seiner Neuauflage des Open Airs einen Eklat. Er hatte Auftritte von den Byrds, Quicksilver Messenger Service und Steppenwolf angekündigt – und massig Tickets im Vorverkauf abgesetzt. „Nachdem fünf völlig unbekannte Bands gespielt hatten, ging die Randale los.

Jürgen Wigginhaus

Jürgen Wigginhaus

Die Leute merkten, dass sie verarscht wurden, und fingen an, die Anlage auseinanderzunehmen. Hinter der Bühne explodierten die Wohnwagen“, erinnert sich Glitterhouse-Labelchef Reinhard Holstein, der als Zuschauer dabei war. Wigginghaus war mit der Kohle über alle Berge. Die Bands hatte er nie engagiert.“ (Quelle: festivalguide.de)

Er nahm dann übrigens auch noch die Krautrock-Band „Tibet“ als Promoter unter seine Fittiche. Auf der website von „Tibet“ kann mann dann folgendes über ihn lesen:

„Jürgen Wigginghaus – nachdem Tibet sich aufgelöst hatte, gründete er das Magazin Metal Hammer und veranstaltete größere Konzerte in ganz Deutschland mit METALLICA, IRON MAIDEN u.a… (Westfalenhalle Dortmund, Loreley etc.). Er ging durch sämtliche Höhen und Tiefen des Musikbusiness und musste das Magazin schließlich an die Marquart-Gruppe verkaufen.

Heute ist er Herausgeber des Szenemagazins Nachtflug in Lüdenscheid.“

Neben dem „Metal Hammer“ gründete er dann aber auch diese Zeitschrift und zwar im Jahre 1982. Wirtschaftlich hat er sich dann wohl etwas spekuliert, denn nicht nur die „Musik-Szene“ wurde eingestellt (ich weiss noch nicht, wann das war) und auch vom „Metal Hammer“ musste er sich zurückziehen.

Jürgen Wigginhaus erinnert sich:

„Vor der Gründung von METAL HAMMER besaß ich ein Magazin namens „Musikszene“. Wir stellten Anfang der Achtziger fest, dass die Anzahl der verkauften Hefte immer anstieg, wenn wir Metal-Bands auf der Titelseite des Hefts hatten.

Mein größter Fehler war, dass ich damals nicht „Musikszene“ eingestellt und mich ausschließlich auf den METAL HAMMER konzentriert habe.“ (metal-hammer.de)

Elias Fröhlich (2012)

Elias Fröhlich (2012)

Chefredakteur Elias Fröhlich kam aus der Schweiz,, hatte dort bei der Zeitschrift Pop gearbeitet und zählt ganz sicher zu den beständigsten deutschsprachigen Musikjournalisten (ein Portrait von ihm liegt dieser Präsentation bei).

Und nun können wir uns diesen „größten Fehler“ des Jürgen Wigginhaus einfach mal ein wenig anschauen:

Es ist ein pralles Heft mit einem auch heute noch ansprechendem Layout und es bietet geradezu haufenweise Informationen und es freut einen, dass die deutsche Szene durchaus zu Wort kommt.

Im einzelnen weise ich mal auf folgende Bwiträge hin:

Erstmal natürlich die Titelstory über die „Doors“, dann aber auch noch Artikel über

  • Huey Lewis
  • Rückblick auf das Jahr 1996
  • Udo Lindenberg
  • The Kinks
  • Wolfgang Niedecken … und, und und …

Die übliche Rubriken (Besprechungen über Alben, Filme, Bücher, Konzerte) fehlen natürlich auch nicht.

Der Wigginhaus mag ja durch „berüchtigt“ gewesen sein, mit dieser Zeitschrift hatte er zumindest inhaltlich schon ein ganz gutes Händchen.

Wer mag, kann sich jetzt davon überzeugen.

Beispiel1

Damals noch üblich: Zigarettenwerbung

Damals noch üblich: Zigarettenwerbung

Damals wohl sehr angesagt: Peter Gabriel, Madonna + Paul Simon

Die Titelstory über die "Doors"

Im Gespräch u.a. mit Carlos Santana + Pete Haycock:

Im Gespräch u.a. mit Carlos Santana + Pete Haycock

Ausgewählte Leser der Zeitschrift durften die aktuellen Neuerscheinungen bewerten:

Ausgewählte Leser der Zeitschrift durften die aktuellen Neuerscheinungen bewerten

Weitere Werbeangebote

Beispiel7Beispiel8Beispiel9Beispiel10

Kleinanzeigen … immer wieder interessant … :

 

Charts ohne Ende …Kleinanzeigen ... immer wieder interessant ...

Charts ohne Ende …:

Charts ohne Ende ...

CD + LP Besprechungen ebenfalls ohne Ende … :

CD + LP Besprechungen ebenfalls ohne Ende ...

Beispiel14

*
**

Jürgen Wigginhaus im Jahr 2015

Jürgen Wigginhaus im Jahr 2015