Verschiedene Interpreten – Otis Schlachthof – Das Beste aus Otis Schlachthof (1997)

FrontCover1Ich vermute mal „Otis Schlachthof“ war über die bayerischen Landesgrenzen hinaus, bekannt. Wenn nicht, hier ein paar Hintergrundinformationen:

Ottis Schlachthof war eine Kabarett-Reihe des Bayerischen Rundfunks. Moderator der Sendung und Namensgeber war Ottfried Fischer. Die Sendung wurde von 1995 bis 2012 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.

Gastgeber Fischer lud sowohl etablierte Kabarett-Kollegen als auch Nachwuchskünstler und neu entdeckte Talente ein. Die Gäste boten kurze Auftritte auf der Bühne, bevor sie am Stammtisch über aktuelle, zuvor festgelegte Themen diskutierten. Oft gaben Musiker aus der Kleinkunstszene Einlagen.

Zehnmal im Jahr, jeweils (in der Regel) am letzten Freitag im Monat, begrüßte Ottfried Fischer seine „Stammtischbrüder und -schwestern“. Die Sendungen wurden am Abend aufgezeichnet und um 22:30 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. Seit 1995 wurden über 170 Sendungen mit je 60 Minuten Länge produziert. Von Mai 2012 bis zur letzten Sendung am 23. November 2012 war der Kabarettist Michael Altinger als fester Stammgast und Gesprächspartner in jeder Sendung dabei.

Die Sendungen wurden im Wirtshaus im Schlachthof in München aufgezeichnet. Hier war 1986 auch die Fernsehserie Zur Freiheit von Franz Xaver Bogner gedreht worden; inzwischen ist die Gaststätte ein beliebter Kulturtreffpunkt.

Fischer01
Unter anderem waren auch Helge Schneider, Harald Schmidt und Hagen Rether Gäste in Fischers Sendung.

Ende Juli 2012 kündigte Ottfried Fischer die Einstellung der Sendung zum Ende des Jahres 2012 aufgrund seiner fortschreitenden Parkinsonerkrankung an. Die letzte Sendung wurde am 23. November 2012 ausgestrahlt. Seit März 2013 wird vom Bayerischen Rundfunk eine Nachfolgesendung mit dem Namen schlachthof produziert.

Seit dem 15. November 2014 moderiert Fischer Ottis Aquarium, eine neue, 30-minütige Kabarettsendung im Pay-TV-Sender Heimatkanal, die ebenfalls im Wirtshaus im Schlachthof aufgezeichnet wird. (Quelle: wikipedia)

Hundsbuam Miserablige

Hundsbuam Miserablige

Und immer, wenn ich mit Ottfried Fischer beschäftige, werde ich ein wenig wehmütig, denn: Ich habe ihn bereits erlebt, als er noch völlig unbekannt war, das war so ca. 1978, wo er in einem der damaligen Kleinkunst-Bühnen Münchens brillitantes Kabarett bot und dann, ein wenig später in der mittlerweile zur Kultserie mutierten Serie „Irgendwo und sowieso“, einer der Hauptakteuere dieser definitiven 68er Jahre in Bayern-Serie agierte. Aber das ist alles lange her …

Später war er dann als „Bulle von Tölz“ bundesweit bekannt … er wurde immer seichter, dann kamen noch Sexskandale dazu und dann, na ja … und das wünscht man keinem … jene Parkinson-Erkrankung, die seine weitere Schaffenskraft zum erlahmen brachte …

Ach, über die Entwicklung des Ottfried Fischers gäbe es noch viel zu berichten, aber dafür werd´ich mir mal später ein wenig mehr Zeit nehmen.

Peter Horton + Slava Kantscheff

Peter Horton + Slava Kantscheff

Wenden wir uns daher nun dieser seltenen Scheibe zu, die vom Bayerischen Runfunk in seinem Shop veröffentlicht wurde. Anders als der Titel der CD vermuten lässt, handelt es sich bei dem überwiegendem Teil der Titel um Studioaufnahmen der jeweiligen Künstler von ihren damaligen Alben, die sie aber wohl mal in der Sendung von Fischer präsentiert haben.

Eigentlich schade, denn Liveaufnahmen haben mir für mich schon einen ganz speziellen Reiz.

ZitherManä

Zither Manä

Dennoch erhält man hier einen ganz hervorragenden Überblick, über die damalige bayerische Musikszene, die sich als Alternative zur traditonellen Volksmusik verstand (und man sieht: es gab halt nicht nur die Biermösl Blosn !).

Und so kann man etliche jener schrägen Vögel hören, die damals landauf landab auf den Kleinstbühnen des Freistaates ihr Unwesen trieben.

Und die nennen sich dann z.B. Hundsbuam Miserablige, Bairisch Diatonischer Jodel-Wahnsinn, Bluatschink oder auch Gerhard Egger & Die Mostrocker.

Mit Peter Horton und der Jazz Gitti waren auch österreichische Musiker mit am Start und bis heute mag ich die Zydeco Klänge des Ludwig Seuss (der sich ansonsten bei der Spider Murphy Gang als keyboarder betätigt) und die bluesigen Hackbrettklänge des Zither Manä.

Hier also wieder mal ein Angebot das „andere Bayern“ mit seinen vielfältigen, zuweilen auch arg schrägen musikalischen Angeboten zu entdecken.

Und aufgrund meiner Herkunft als „original Münchner Kindl“ wird das hier ganz sicher nicht das letzten Angebot dieser Art bleiben.

Also: hinein in das Vergnügen !

Und natürlich ist der kabarettistische Beitrag eines Christian Udes „Michael Jackson im Rathaus“ ein ganz besonders Schmankerl … Wer´s nicht mehr weiss: Christian Ude war lange, lange Zeit Oberbürgermeister von München und betätigte sich auch in dieser Zeit als Freizeitkabarettist und mir sind so etliche Abende mit ihm in gar köstlicher Erinnerung.

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Titel:

01. Ottfried Fischer: Im Wartezimmer (Fischer) 0.56
02. Hundsbuam Miserablige: Holzhakka Pogo  (Traditional) 2.56
03. Bairisch Diatonischer Jodel-Wahnsinn: Vater unser (Brustmann) 4.47
04. Bluatschink: Funka Fliaga (Knittel/Kaufmann/Peter/Penzias) 3.56
05. Ludwig Seuss: Zydeco Boogie (Seuss) 2.58
06. Zither Manä: Hasenmord (Zick) 3.22
07. Broadlahn: Telegraphenpostamt (Huber/Manus) 2.02
08. Unterbiberger Hofmusik: Maxglaner Polka (Traditional) 4.42
09. Knister Sister: Time After Time (Hahn-Stadler) 4.20
10. Zauberberg: Short People (Newman) 3.42
11. Peter Horton & Slava Kantscheff: Concerto Korsakoff (Horton) 3.56
12. Gerhard Egger & Die Mostrocker: Für nix und wieder nix (Egger) 3.26
13. Jazz Gitti & Her Disco Killers: Der Bastler (Danzer) 3.25
14. Sepp Raith: Mertlmischer Ferdl (Riepl/Raith) 3.56
15. Krauthobel: Sayonara Tante Klara (Krauthobel) 3.25
16. Rudi Zapf (Zapf’nstreich): Zapf’nstreich 2000 (Zapf) 2.38
17. Barcarole: Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen (Brühne) 3.06
18. Christian Ude: Michael Jackson im Rathaus (Ude) 2.55

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Diese Vermarktungs-Angebote gehen mir bis heute ganz schön auf den Keks

Armin Fischer – Live (1997)

FrontCover1So ein Programm bekommt man auch nicht alle Tage zu hören. Die Rede ist von dem Musikkabarettisten Armin Fischer:

Hier seine Vita, wie er sie selbst schrieb:

SECHZIGER UND SIEBZIGER
Armin Fischer wächst auf im westfälischen Lippstadt-Lipperbruch. Mit sieben Jahren bekommt er Klavierunterricht. Später während der Gymnasialzeit erhält er Unterricht bei Prof. Weichert in Soest, gewinnt erste Preise bei „Jugend musiziert“ und studiert nach Abitur und Zivildienst Klavier in Hamburg in der Meisterklasse von Prof. Volker Banfield.

ACHTZIGER
Bereits als Student schreibt er satirische Lieder und ein erstes literarisches Kabarettprogramm. Es folgt ein Chanson-Meisterkurs bei der Politkabarett-Ikone vom Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“ Prof. Lore Lorentz an der Folkwangschule in Essen. Fischer ist Absolvent des ersten Studienganges „Popularmusik“an der Hamburger Hochschule für Musik und lernt u.a. bei Peter Horton. Parallel spielt er in Hamburger Theaterproduktionen kleine Rollen (z. B. in Gerda Gmelins „Theater im Zimmer“ oder bei Eberhard Möbius im „Schiff“), meistens am Piano. Monatsengagement mit eigenem Programm im Piccolo-Theater Hamburg. Eine breitere Öffentlichkeit erlebt er als musikalischer Rahmen zur Schallplattenpreisverleihung der Deutschen Grammophon, übertragen vom ZDF-Sonntagskonzert. Für seine Liszt-Parodie gibt es einen überschwänglichen Kuß vom Cello-Weltstar Mstislaw Rostropowitsch. Die BILD Hamburg erwähnt Fischer als „genial begabt“. Er veröffentlicht eine Langspielplatte mit eigenen Liedern bei teldec „Spiegelbilder“ mit der Diseuse Heide Uebler. Begegnung mit Harry Owens vom „Traumtheater Salome“ und mehrjährige Teilnahme am Kult-Event „Gauklerfest der Fantasie“ in Berlin.

ArminFischer01Ehemann, Familienvater, Häuslebauer und mit der Agentur „Rudi Renner“ Senkrechtstarter der Kleinkunstszene. Das Reiseleben beginnt. Auftritte in TV-Sendungen ( ARD, hr, mdr, swf, sdr ), Eröffnungskonzert der Freiburger Kulturbörse und ein einstündiges Portrait der hr-Serie „Traumtänzer“ von Bernd Meyerholz in Kassel. Auftritte in der Schweiz, u.a. beim Humor-Festival in Arosa oder bei den Oltner Kabaretttagen. Kreuz und quer durch Deutschland für Soloabende in Theatern, Varietémoderation im „Starclub“ Fulda und Kassel, im GOP Hannover, über Jahre Gast des Mosel-Musikfestivals unter der Intendanz Hermann Lewens, Mimuse Langenhagen unter Udo Püschel, Ensemblemitglied der Varietéproduktion „Bilder einer Ausstellung“ von Karl-Heinz Helmschroth. Abendkünstler auf Pharmakongressen oder für den Burda-Konzern.cd_arminfischerlive

ZWEITAUSENDER
Ex-Ehemann… Preisträger der St.Ingberter Pfanne, zusammen mit Malediva und Friedhelm Kändler. Preisträger Böblinger Mechthild. Zusammenarbeit mit der Künstleragentur Gerhard Gamp. Es entstehen die Programme „Mozarts Liebeskugeln“, „Einmal Klassik und zurück“ und „Lisztig vergriffen: Wow!“ Durch das Mozart-Programm Einladungen nach Salzburg und Wien: Höhepunkt ist ein Live-Konzert im Radiohaus des ORF.cd_arminfischerwienkonzert

ArminFischer02Während des zac-Sommervarietés in der Marburger Wagonhalle unter Leitung des Moderators und Zauberers Juno ist Armin Fischer von 2008 bis 2011 Stammgast mit einem Soloabend. Er wird zum Kult. 2009 gewinnt er den Schweizer Kleinkunstpreis „Die Krönung“ in beiden Austragungsorten Zürich und Burgdorf und wird zum ersten ( und einzigen ) Schweizer Doppelkönig gekrönt.

Höhepunkt des Jahres 2012 ( jedenfalls finanziell ): eine 40-Orte-Tournee mit der Volksbank Mittelhessen. Zu den Auftritten in Theatern, Sälen, Schlössern und Stadthallen gesellen sich Engagements für Kreuzfahrtschiffe ( Sea Cloud, MS Arkona, AIDAblu ). Wiederholte Gastspiele auf der MS Amadea und der MS Artania für Phönixreisen führen ihn um die halbe Welt. Die andere Hälfte ist in Vorbereitung.

Seit 2013 spielt Armin Fischer sein ( best of ) Programm „Das verkan[n]tete Genie“.
Er ist so gut wie nie zuvor. Der Rest ist Geschichte. (Armin Fischer)

Und hier sein vermutlich 2. Album (das erste hieß „Spiegelbilder“ und wurde mit der Diseuse Heide Uebler eingespielt; auch so ein rares Teil).

Und auch hier gilt aml wieder: Wer es mag, dass klassiche Musik auch mal so ordentliche durch den Kakao gezogen wird, wer es mag, dass „Alle meine Entchen“ mit der Moldau von Smetana gekreuzt wird, wer „Für Elise“ mal als Sirtaki hören will und, und, und … ist hier mehr als gut bedient !.

Und das schönste ist: Armin Fischer treibt bis heute seinen musikalischen Schabernack und dass nicht nur auf Kreuzfahrten !

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Besetzung:
Amrin Fischer (piano, vocals)

ArminFischer
Titel:
01. Das Vorspiel (Bach) 3.38
02. Die Widmung (Tchaikovsky) 1.35
03. Haifisch im Bach (Bach/Weill) 1.41
04. Das Double (Bach/Senneville) 1.54
05. Zwischenspiel in Wien (Hupfeld) 1.17
06. Fürelise (Beethoven/Theodorakis/Desmond/Morricone) 4.42
07. Das Notenblatt (Mozart) 2.09
08. Zwischenspiel in New York (Hupfeld) 0.47
09. Wanda´s Rhapsody (Gershwin) 3.23
10. Biografischers (Hupfeld/Fischer) 3.34
11. Fischers Special Intro 1.48
12. My Way To Liszt (Revaux/Liszt) 1.09
13. Stückesammlung I 4.18
14. Fischer´s Special I (Kander/Revaux/Dumont/Chopin) 3.35
15. Illusinat Nuuki ((Liszt) 6.58
16. Die Moldau-Entchen (Smetana) 3.18
17. Stückesammlung II 3.12
18. Forelle bleu (Schubert) 2.52
19. Stückesammlung III 1.26
20. Fischer´s Special II (Schubert/Rimsky-Korsakoff/Kander/Posegger)
21. Pianistentreffen (Joplin) 2.32

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