Siegfried Niedergesäss – Kraut-Rock – Die deutschen Supergruppen (1976)

Kraut-Rock01AVermutlich kann man es an einer Hand abzählen, dass ich in meinem Leben ein Produkt des Magazins „Bravo“ gekauft habe.

Hier haben wir so ein – bemerkenswertes und verblüffendes  – Produkt aus dem Hause „Bravo“:

„Kraut-Rock – Die deutschen Supergruppe“ lautet der Titel des schmalen Büchleins (124 Seiten). Und, dass ein solches Thema von der „Bravo“ damals thematisiert wurde, zeigt nur eins. Der Deutsch-Rock war wohl in einer sehr erfolgreichen Phase (zeit sich z.B. auch daran, dass Gruppe wie Atlantis oder Randy Pie Tournee durch den englischpsrachigen Raum unternehmen konnten).

Verblüffend ist desweiteren, dass man nicht annehmen sollte, es handelte sich hier um ein oberflächliches, ohne Substanz erstellte Büchlein. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Die hier vorgestellten Bands (Amon Düll II – Atlantis – Can – Randy Pie) werden mit großer Sachkenntnis vorgestellt, und behaupte mal, jeder, der sich für eine dieser 4 Bands intensiver interessiert, wird hier Neuigkeiten und Informationen finden, die ihm vorhin nocht nicht bekannt waren.

Bemerkenswert mit welche Akribie der Autor hier zu Werke gegangen ist und so entstehen dichte Portrait, bei denen auch all die menschlichen Konflikte innerhalb von Bands thematisiert werden; genauso wie das geschachere um Geld und Rechteverwertung etc.)

Tja, der Autor: viel konnte ich nicht über ihn in Erfahrung, aber zumindest dieses:

„Siegfried Niedergesäß

Geboren am 5. Mai 1945 in Detmold. Verwaltungslehre bei einer Krankenkasse in Detmold. Bundeswehrzeit. Volontariat bei der Lippischen Rundschau/Westfalenblatt. Redakteur beim Westfalenblatt, Bielefeld. Später bei Bravo in München. Seit 1970 freier Journalist. Er lebt in Eichenried.

Pseudonyme: K.E. Siegfried, Henry S. Eve, Jo Burger.

Selbständige Veröffentlichungen: i.c.h. Gedichte. Starnberg: Raith 1970 – Die Beatles. Biogr. Hamburg: Dressler 1976; 6. Aufl. 1981; Ravensburg: Maier 1987, [1988], [1990], [1992], [1994] – Krautrock. Biogr. o.O. 1976 – Rolling Stones. o.O. 1982 – Stars aus Film und TV. o.O. 1982 – Louis de Funès. König der Spaßmacher. 1983 – Sinéad O’Connor. Nothing compares 2 U. Hamburg: Edel Company 1990 – Bon Jovi. Ebd. 1991 – Erasure. Andy Bell & Vince Clarke. Ebd. 1992 – James Dean. München: Compact 1992 – Sandra. Stationen einer Karriere. Hamburg: Edel Company 1992 – Dieter Bohlen. Der Macher. Ebd. 1993 – Marilyn Monroe. München: Compact 1993 – Hanson. Hamburg: Ideal 1997.

Unselbständige Veröffentlichungen in: A. Schmid (Hg.): Primanerlyrik, Primanerprosa. Reinbek 1965 – W. Neumann (Hg.): Im Bunker. Recklinghauen 1974 – K. Kusenberg: Mal was anderes. Reinbek 1974 – Eastside. Prosa 75 – Star-Alphabet. Wiesbaden 1976ff. – Pop-Musik. Hamburg 1981.

Redaktion: 20 Jahre The Beatles. Das größte musikalische Phänomen des Jhs. München-Grünwald: AC [1983] – Nastassja Kinski. Unser rätselhafter Weltstar. Karriere, Probleme, Filme, Liebe, Enttäuschung, Zukunft. Ebd. [1983].

Nachschlagewerke: Kürschner: Dt. Lit.-Kalender 1978-1984 – Who’s Who in Literature? Bd. 1, 1978/79 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 11, 1988 – Lipp. Autorenlex., Bd. 1, 1985 – Dt. Bibliothek.“ (Quelle: Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren – 1759 – 1959; siehe: hier)

Besonders viel Freude machen natürlich die wenigen Seiten mit Farbphotographie über die Bands (die man auch nicht alle Tage sieht. Und dann abschließend eine Bemerkung zur scan-Qualität: Die ist manchmal arg schräg, aber bei Heftchen dieser Art lässt es sich vermeiden, dass sich die Doppelseiten irgenwie verschieben: Aber besser so als, gar nicht, denke ich mir mal.

Vorab ein paar Eindrücke von dem Büchlein und dann geht´s ab zur Präsentation:

Kraut-Rock02A

Kraut-Rock03A

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Kraut-Rock36A
Kraut-Rock38A

Ganz schön schräg ...

Ganz schön schräg …

 

Werbung: nicht unbedingt zielgruppenorientiert

Werbung: nicht unbedingt zielgruppenorientiert

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VEB Lied der Zeit – Schlager Magazin (1976)

TitelUnd jetzt darf ich ein musikgeschichtlich sehr interessantes Puzzel -Teilchen präsentieren:

Der VEB Lied der Zeit Musikverlag ist ein ehemaliger Staatsverlag der DDR für Musikliteratur (VEB = Volkseigener Betrieb). Der Verlag ist aus der Lied der Zeit Schallplatten-Gesellschaft mbH hervorgegangen, die aus einem Produktionsbetrieb für Schallplatten und einem Musikverlag bestand. Mit der Verstaatlichung 1953 wurde die Schallplattenproduktion als VEB Deutsche Schallplatten und der Musikverlag unter dem bisherigen Namen als eigenständiger Betrieb weitergeführt.

Nach der Wende wurde das Unternehmen durch den Roba Music Verlag als Lied der Zeit GmbH weitergeführt.
Verlagschronik

Am 12. August 1946 erteilte die Sowjetische Militäradministration in Deutschland Ernst Busch die Lizenz zur Gründung der Schallplattenfirma Lied der Zeit. Mit der notariellen Beglaubigung am 3. Februar 1947 erfolgte die Eintragung in das Handelsregister am 18. März 1947 als Lied der Zeit Schallplatten-Gesellschaft mbH.

Bis Ende 1947 wurden 250.000 Schallplatten fertiggestellt. Ediert wurden zeitgenössisches Liedgut (Lied der Zeit) und klassische Musik (Eterna) sowie Tanzmusik (Amiga). Ab 1950 edierte Lied der Zeit Schallplatten und Noten.

Ernst Busch gab von 1946 bis 1953 die Noten- und Textsammlung Internationale Arbeiterlieder (1. Auflage 32 Seiten, 23. Auflage 260 Seiten) heraus. Diese Sammlung hatte Busch bereits 1937 in Spanien als Canciones de guerra de las Brigadas Internacionales ediert. Schon kurze Zeit später wurde die Serie Spanien 1936–39 verboten und die Restproduktion eingestampft; die darin enthaltene Aussage war aus stalinistischer Sichtweise zu „freiheitlich“.

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„Lied der Zeit“ Single aus dem Jahr 1950

1953 wurde die Lied der Zeit Schallplatten-Gesellschaft mbH in Volkseigentum umgewandelt und ging damit faktisch in Staatsbesitz über. Noch im selben Jahr trennte sich die Schallplattenproduktion von der Notenabteilung: Aus den beiden Abteilungen gingen die selbstständigen Betriebe VEB Deutsche Schallplatten und der Musikverlag VEB Lied der Zeit hervor, der sich am 1. April 1954 mit Sitz in Ost-Berlin am Thälmannplatz ausgründete.

1954 erschienen die ersten Notenalben; 1956 wurden Tanzmusiknoten im Abonnement (Teddy-Serie) an Kapellenleiter und Musiker herausgegeben. Dem Verlag wurde 1957 ein eigener Bühnenbetrieb für den Bereich des „heiteren“ Musiktheaters angeschlossen. 1958 erschien das erste Buch. Während der Leipziger Messe wurde das fünfjährige Bestehen des Verlags öffentlich gewürdigt. Von 1959 bis 1960 war Lied der Zeit maßgeblich an nationalen Tanzmusikwettbewerben beteiligt und publizierte die neuen Titel. Erste Komponistenporträts in Albenform erschienen von 1960 bis 1961 für Gerd Natschinski, Gerhard Honig, Wolfgang Kähne, Siegfried Mai, Alo Koll und Helmut Nier.

1962 wurden neue Verlagsräume in der Rosa-Luxemburg Straße in Berlin bezogen. Ein weiterer Produktionszweig wurde 1963 eröffnet; es erfolgte die Herausgabe der ersten farbigen Interpretenfotos.

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Der Verlag auf der Leipziger Herbstmesse, 1949

Mit dem Titel Guten Abend, lieber Sandmann, der in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fernsehfunk entstanden ist, begann der Verlag 1964 die Herausgabe von Kinderbüchern mit zeitgenössischem Liedgut. Später folgten Herr Fuchs und Frau Elster, Pittiplatsch geht durch die Stadt, Schnatterinchens Puppenecke, Märchen im Lied Teil 1 und 2 und andere.

Zum 15. Jahrestag der DDR hatte das Musical Mein Freund Bunbury von Bez/Degenhardt/Natschinski, das bei Lied der Zeit verlegt wurde, Premiere im Metropol-Theater, Ost-Berlin. Das DDR-Musical wurde bisher in vielen Inszenierungen mit über 1.000 Aufführungen an Theatern der DDR, der Sowjetunion, der VR Bulgarien, der ungarischen VR, der SR Rumänien, der Bundesrepublik Deutschland sowie Österreich aufgeführt. Die Verlagsausgaben der Schlagertexthefte Schlager für Dich wurden 1965 mehr als sechs Millionen Mal verkauft. 1966 wird das Arrangierbuch, eine handliche Anleitung für Berufsmusiker und Amateure und das Buch Jazz Analyse und Aspekte erstmals verlegt.

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In einem DDR Musikstudio

 

Anlässlich des 50. Jahrestages der Oktoberrevolution erscheint das Notenalbum Abends In Moskau. Es folgten Alben mit bekannten Melodien anderer Weltstädte.

Als Beitrag zu den 10. Arbeiterfestspielen wurde in Halle das bei Lied der Zeit verlegte Musical Conny und der Löwe von Eidam/Zimmermann aufgeführt.

1969 erschienen anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der DDR die Notenalben Nun sieh mal an, was aus uns geworden ist und Brüder, zur Sonne, zur Freiheit. Ab 1970 wurden fortan in regelmäßiger Folge attraktive Spielstücke unterschiedlicher Genres für diverse Instrumente herausgegeben.

Für das beliebte Kinderinstrument Triola begann der Verlag 1971 unter dem Titel Wir musizieren auf der Triola mit der Publikation von Spielliteratur.

Mit dem Album Gisela May – Ein Porträt in Noten begann Lied der Zeit, Notenporträts bekannter Interpreten zu publizieren. Es folgten Wir. Monika Hauf/Klaus-Dieter Henkler, Karel Gott, Andreas Holm-exclusiv, Puhdys-Beat und Rock und vieles mehr. 1972 wurde mit Nicht schummeln, Liebling, die Musik zum gleichnamigen erfolgreichen DEFA-Film, verlegt.

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Diverse Notenhefte

Aus Anlass der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1973 kamen die Porträtbücher Angela Davis, Schlagerstars sozialistischer Länder sowie Fotokassetten mit Porträtfotos beliebter Interpreten, die an den Festspielen teilnahmen, neu ins Angebot. 1973 wurde Wie ein Stern von Frank Schöbel, bei Lied der Zeit verlegt. Mit der zweiten Auflage vom Märchen im Lied wurden mehr als eine Million Kinderbücher mit zeitgenössischem Liedgut produziert und vertrieben.

Schlagertreff 1973 – ein Kalender mit großen farbigen Interpretenfotos für die Jugend – wurde ein verlegerischer Erfolg und ab 1984 neu gestaltet unter dem Titel Show ’84.

Mit Johann Strauß und die Stadt an der schönen blauen Donau verlegt Otto Schneidereit seine erste Komponistenbiographie bei Lied der Zeit. Es folgen Richard Tauber, Franz von Suppé und Franz Lehár (1984). 1974 knüpften Bez/Degenhardt/Natschinski mit dem Musical Terzett, das wieder bei Lied der Zeit verlegt wurde, an ihren Bunbury-Erfolg an.

Venceremos – ein Notenalbum mit Liedern aus Chile – erscheint 1975 als Beitrag des Verlages zur großen Solidaritätsaktion mit dem chilenischen Volk. Der erste Bildband, Fascination Jazz (Drechsel/Rosenhain) und die erste Liedsammlung Das lachende Deck erschienen.

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Diverse DDR Schlagerstars, 1973 (ok, die Mathieu gehört nicht dazu)

1976 wurde das Liederbuch DDR-konkret 1 herausgegeben. Der Verlag begann seine Edition politischen Liedguts. Am Metropol–Theater Berlin wurden 1976 das bei Lied der Zeit verlegte Musical Casanova von Bez/Degenhardt/Natschinski und 1977 das Musical Geld wie Heu von Eidam/Werion uraufgeführt.

Die verlegerische Betreuung der Puhdys begann 1977. Die Otto-Reutter-Biographie Ick wundere mir über jarnischt mehr von Helga Bergmann erschien 1978. Anlässlich des Nationalen Jugendfestivals wurde 1979 das Liederbuch Lieder der FDJ herausgegeben. Zum 30. Jahrestag der Gründung der DDR erschienen die Alben Chansons – Songs – Lieder von Interpreten der DDR und Wie ein Stern – 30 Komponisten – 30 Schlagererfolge. Das Porträt Lebenszeit von Monica Fehlberg über die Puhdys erschien. Die aktualisierte Nachauflage erfolgte 1982.

Der Soldat und das Feuerzeug – ein Pop-Musical für Kinder von Benecke/Bürkholz – wurde verlegt. Weitere Kinder- und Jugendmusicals folgten. Der Verlag veröffentlichte 1980 das Nachschlagewerk Musical-Geschichte und Werke (Bez/Degenhardt/Hofmann). Die Verlagsrechte der Filmmusik Solo Sunny von Günther Fischer wurden erworben und international vergeben.

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Diverse Ausgaben des Jahrbuches „Schlager Magazin“

Rosa Laub – die Rockoper von Waldtraut Lewin und Horst Krüger wurde verlegt. Die Titel Wer beginnt und Bunte Wagen in der Interpretation von Dagmar Frederic, die Siegermelodien beim Internationalen Festival Goldener Orpheus 1981, wurden 1981 herausgegeben. Die Bücher Von der Edisonwalze zur Stereoplatte (Günter Große) und Berliner Musenkinder-Memorien (Helga Bemmann) erschienen 1981 und die Claire-Waldoff-Biographie Wer schmeißt denn da mit Lehm? (ebenfalls von Helga Bemmann) 1982.

Die Rechte für den Tanzmusiktitel Berührung (Thomas Natschinski/Branoner) wurden erworben und international vergeben. 1983 erschienen Die Puhdys – Ein repräsentativer Bildband von Volker Ettelt mit einem Text von Wolfgang Tilgner und ein vom Verlag initiierte Gisela-Steineckert-Porträt von Detlef Plog. Die Rechte für den Titel Um die Erde zu behalten (Krüger/Steineckert) wurden erworben. Die Robert-Stolz-Operette Der Tanz ins Glück wurde in einer Neufassung verlegt und in Leipzig erstaufgeführt. Neben der Notenproduktion, mit der der Verlag einst begonnen hatte, gab es nun auch eine umfangreiche Bücher- und Broschürenproduktion, eine Foto-, Poster- und Kalenderproduktion sowie einen Bühnenvertrieb. Ldz wurde zu einem bekannten Markenzeichen im Inland wie im Ausland.

Nach der Wende erfolgte die Übernahme durch den Roba Music Verlag in Hamburg und die Fortführung des Verlagsgeschäftes aus Hamburg (Administration) und Berlin (Rundfunk-TV-Sender und Urheberbetreuung). (Quelle: wikipedia)

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Das Logo

Und im Rahmen der Verlagsarbeit erschien jährlich das sog. „Schlager Magazin“, der wohl das gesamte Spektrum der „Unterhaltungsmusik“ der DDR präsentieren wollte. Und deshalb ist der Titel „Schlager Magazin“ schon ein wenig irreführend, denn in diesem Band (94 Seiten) z.B. werden auch Musiker wie Klaus Lenz, Uschi Brühning und Veronika Fischer erwähnt und vorgestellt. Namen bei denen man heute noch mit der Zunge schnalzt !

Die Puhdys sind zwar auf der Hülle … mehr aber auch nicht *seufz*

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Inhaltsverzeichnis

Etliche „echte“ Schlagerstars sind mir nicht oder kaum geläufig und interessant sind natürlich insbesondere all die ideologische Ausführungen zum Thema Schlager im deutschen Arbeiter- und Bauern Staat.

Summa summarum also eine wirklich interessante Zeitreise. Und weitere Zeitreisen dieser Art werden folgend, denn:

Dieser Beitrag wurde nur möglich durch eine großzügige Leihgabe eines Lesers dieses blog, der ungenannt bleiben möchte. Und damit nicht genug: Er hat mir noch diverse weitere Druckerzeugnisse aus der DDR zur Verfügung gestellt … die schlummern momentan noch in meinem digitalem Archiv… aber nicht mehr lange …

Ein herzliches Dankeschön an den Spender !

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Mahnende Worte der Schriftstellerin und Textdichterin Gisela Steineckert

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Ein satirischer Beitrag

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!!!

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Uschi Brüning

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Miriam Makeba

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Ein Bericht über das Musikinstrumentenmuseum in Markneukirchen (oberes Vogtland)

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Dean Reed

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Die Rückseite des Buches

Steve Peinemann – Udo Lindenberg – Hinter all den Postern (1979)

TitelDeutschsprachige Literatur über Rockmusik war in meiner Jugend noch ne ziemliche Mangelware; das ändert sich dann so in der Mitte der 70er Jahre … und hier mag ich nun ein Buch präsentieren, das aus meiner Sicht geradezu vorbildlich ist … denn es zeigt den Lebensweg des Udo Lindenberg … und zwar nicht als Heldenepos, sondern vor jenem zeitgeschichtlichen  Hintergrund, der aus meiner Sicht nun auch notwendig ist, um Musik zu verstehen.

„Das erste Buch von und mit Udo Lindenberg. Die Geschichte und der Alltag eines Rockstars, dem der Erfolg noch nicht zu Kopf gestiegen ist. Udo erzählt von seiner Kindheit im Kleinstadtmief von Gronau, seiner abgebrochenen Kellnerlehre, seinem Drummer-Job in Tripolis, seinen großen Lieben, seinem Musikstudium, seinen Free-Lancer Jobs. Man erfährt von der Geburtsstunde der „Hamburger Szene“ im „Onkel Pö“ und vom „Panikorchester“.

Steve Peinemann läßt nicht locker; er fragt ihn aus. Auch nach seinen Träumen, Plänen Utopien“ (Klappentext)

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Und in der Tat: dieses Buch ist vorbildlich … eine Künstlerbiographie, wie man sie nicht allzu oft findet … Udo Lindenberg gibt viel persönliches von sich preis … auch seine Exzessen kommen zur Sprache und auch seine Unfähigkeit, längerfristige Bindungen mit Frauen einzugehen … und klar: Seine Sprache, schnoddrig wie eh und je … dahinter kann man sich auch ganz gut verstecken.

Und ich bin mir irgendwie ganz sicher: Udo´s Biographie ist auch – in Teilbereichen – unsere Biographie ….

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Steve Peinemann erzählt auf eine sehr persönliche Weise die Entstehung dieses Interview-Buches

 

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Hans de Haem + Hans Herder – I Like Jazz – Mit keinem Vorwort von J.E.Berendt (1960)

titelOhne den Bärmeier & Nikel Verlag, Frankfurt wäre mein Leben bedeutend ärmer gewesen.

Und wenn es auch 2 Verleger waren, mir scheint der „Nikel“ eine ganz besonders treibende Kraft in diesem Verlag gewesen zu sein:

Hans A. Nikel (eigentlich Johannes Nikel; * 23. Februar 1930 in Bielitz) ist ein deutscher Verleger, Herausgeber und Künstler. Bekannt ist er als Gründer der literarisch-satirischen Zeitschrift pardon.

Geboren 1930 in Bielitz (abwechselnd zu Polen oder Deutschland gehörend) war Nikel schon mit 13 Jahren als Zeitschriftengründer tätig. Er gab die einzige nicht-lizenzierte Schülerzeitung, welche den Namen Edelweiß trug, im Dritten Reich heraus, indem er sie über den Postversand verbreitete, den die Schulleitung nicht kontrollierte. Zeichnerische und satirische Elemente bestimmen das Blatt. Nebenbei schrieb Nikel zahlreiche Reportagen für die Oberschlesische Zeitung.

Mit noch nicht 15 Jahren, in der Endphase des Krieges, wurde er zum Einsatz bei den Nachrichtentruppen in die Slowakei (Polhora) abkommandiert. Traumatische Erfahrungen im Partisanengebiet und auf der Flucht durch das brennende Dresden mit seinen nachgeborenen Brüdern (einhalb und zweieinhalb Jahre) führten Nikel zu dem Entschluss, in Zukunft alles, was in seiner Macht stand, gegen Kriegstreiberei zu unternehmen. Nach einer journalistischen Ausbildung bei der Süddeutschen Zeitung war er ab 1949 Redakteur für Politik bzw. Kultur bei der Frankfurter Rundschau. Früh-, Spät- und Nachtarbeit als Redakteur ermöglichten es ihm, Volkswirtschaft und insgesamt neun Semester bei Horkheimer und Adorno Soziologie und Philosophie zu studieren, an deren Institut für Sozialforschung er Assistent war. Außerdem war er freier Mitarbeiter bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem Hessischen Rundfunk.

Hans A. Nikel

Johannes Nikel 1954 im Alter von 24 in der Wohnung seiner damaligen Freundin. Gerade hatte der junge Mann zusammen mit seinem Journalisten-Kollegen Erich Bärmeier den Verlag Bärmeier & Nikel gegründet. Mit 600 Mark und zwei Schreibmaschinen fingen die beiden an, später setzten sie Millionen um. (Zitat: Der Spiegel)

„Nikel promovierte über den […] Mystiker Meister Eckhardt. Viele seiner Werke nehmen mystisch anmutende, spirituelle und religiöse Themen auf.“
Hans A. Nikel lebt heute – zusammen mit seiner ebenfalls künstlerisch tätigen Frau – in Bad Homburg vor der Höhe.
1951 gründete Nikel, unterstützt von seiner Volkswirtschaftprofessorin Charlotte von Reichenau und von seinem SZ-Kollegen Erich Bärmeier, die Deutsche Verbrauchervereinigung. In direkter Folge dieser Initiative entstanden die ersten deutschen Verbraucherzentralen. Mit viel Idealismus und wenig Geld gründeten Bärmeier und Nikel den 14-täglich erscheinenden Preisbeobachter. Sie recherchierten und schrieben ihn fast vollständig selbst, verbreiteten und verkauften ihn eigenhändig im Frankfurter Stadtgebiet. 1966 übernahmen Nikel und Bärmeier die in Konkurs gegangene Verbraucherzeitschrift DM und das zugehörige Testinstitut.

1954 gründeten beide den Verlag Bärmeier & Nikel (B&N) mit einem Startkapital von 600.- DM. Auf einem geliehenen Rotaprint-Vervielfältiger druckten sie die ersten Bücher. Nikel reiste – wegen Geldmangels per Anhalter – durch die Lande, um Redaktionen zu überzeugen, die Bücher zu rezensieren. Er gewann prominente Autoren wie Erich Kästner, Alexander Mitscherlich oder Gerhard Zwerenz, die Vorworte für die vorzugsweise grafischen und satirischen Bücher schrieben.

Als erstes Buch erschien eines mit Kurt Halbritters Zeichnungen zu dem vieldiskutierten Text von Werner Finck Disziplin ist alles, eine Stellungnahme gegen die Wiederaufrüstung in der Bundesrepublik. Dem folgte ein Kritischer Kalender von A. Paul Weber.
beispiel261955 erfand Nikel die Kleinen Schmunzelbücher (sechs mal sieben Zentimeter), die mit wenig Kapitaleinsatz und auf der Rotaprint realisiert werden konnten. Sie wurden zu Hunderttausenden verkauft. Loriot war einer der Autoren.
Es folgten Werke noch kaum bekannter Autoren wie Robert Gernhardt, Walter Hanel, Otto Köhler, Chlodwig Poth, Felix Rexhausen, Hans Traxler, F. K. Waechter sowie eine 33-bändige Jules-Verne-Ausgabe mit Neuübersetzungen durch bedeutende Jungautoren wie Wolf Wondratschek. Harry Rowohlt begann bei Bärmeier & Nikel seine Übersetzerkarriere. Der Verlag bestand bis 1971.
1955 war Nikel Mitinitiator der Organisation der Kriegsdienstverweigerung in der Bundesrepublik Deutschland. Er aktivierte Prominente, so den Kirchenpräsidenten Martin Niemöller, mit ihm zusammen auf Frankfurts Hauptwache als Redner aufzutreten. Hans-Jürgen Wischnewski (der spätere Mogadischu-Befreier) war bei seinem Verband dabei, ebenso Johannes Rau, Nikels Freunde Albert und Emil Mangelsdorff und der junge Musikmanager Fritz Rau.
1956 wurde auf der ersten eigenen Druckmaschine die Zeitschrift ZIVIL gedruckt, betreut von Willy Fleckhaus, dem Gestalter der Suhrkamp-Bücher. Beratungsstellen wurden eingerichtet. Schwierige, aber erfolgreiche Bemühungen folgen, den Zivildienst in eine absolut gleichberechtigte Position zum Wehrdienst zu bringen. Bertrand Russell und Jean Sibelius wurden Förderer.
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Die Erstausgabe von „pardon“

Seit seiner Zeit bei der Süddeutschen hat Nikel am Konzept einer literarisch-satirischen Zeitschrift gearbeitet. Weil zu der Zeit noch niemand an einen Erfolg glaubte, mussten Bärmeier und Nikel einen hohen – persönlich verbürgten – Kredit aufnehmen, damit im September 1962 das erste Heft von pardon erscheinen konnte, unterstützt von Erich Kästner, Loriot, Werner Finck, Hans Magnus Enzensberger u.a. Im September 1970 schied Bärmeier, der sich um die kaufmännischen Angelegenheiten gekümmert hatte, als Mitherausgeber aus und übernahm die Zeitschrift DM. Bis 1980 war Nikel Verleger, Herausgeber und Chefredakteur. pardon entwickelte sich zu einem Kultblatt der jüngeren Intelligenz in Deutschland, Österreich und der Schweiz und erreichte eine Auflage von 320.000 Exemplaren mit 1,5 Millionen regelmäßigen Lesern. Nikel initiierte berühmt gewordene pardon-Aktionen, holte Alice Schwarzer, Günter Wallraff, Gerhard Kromschröder, Robert Jungk ins Blatt.

1972 bekam er die Goldmedaille des Art Directors Club und wurde Jury-Mitglied und Präsident verschiedener Grafik- und Cartoon-Biennalen bzw. Ausstellungen.
Philosophisch-künstlerische Tätigkeit
Nikel hat pardon bis Herbst 1980 als Herausgeber geleitet, dann verkauft und sein erstes Studium wieder aufgenommen. Er promovierte 1983 in Philosophie mit einer Arbeit über Meister Eckhart.
Nach der Promotion wurde Nikel als Künstler und Bildhauer tätig. Es entstanden über 120 Bronzeskulpturen und -plastiken. 1998 wurden seine Werke in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Die Schirmherrschaft übernahm Hans Eichel, die Laudatio hielt der hessische Kultusminister, zahlreiche prominente Schriftsteller, Dichter, Philosophen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens fanden sich ein.
2001 begründete Nikel den Ehrenpreis der Fairness-Stiftung, zu dessen Gründungskuratoren er zusammen mit Prof. Rupert Lay SJ gehört. Bei dieser Stiftung setzt er sich – „in Zeiten zunehmenden persönlichen und gesellschaftlichen Mobbings“ – engagiert für humanen Umgang im Privaten und in der Arbeitswelt ein. (Quelle: wikipedia)
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Hans A. Nikel , 2009

Hier ein Beispiel aus den Anfangsjahren des Verlages, und zwar ein Büchlein aus der Reihe „Ein Schmunzel Buch“ und natürlich hat mich n diesemBüchlein gereizt, dass es sich um Jazz dreht und zwar aus der Sicht des Graphikers Hans de Haem:
Anlässlich der Schenkung seines Nachlasses würdigt das Cartoonmuseum Basel zudem den Künstler Haëm alias Hans Meury (1929–2007) mit einer Kabinettausstellung seiner humoristischen Tuschezeichnungen von Jazzmusikern der 1950er Jahre. Mit lockerem, ausdrucksvollem Strich skizziert Haëm die virtuosen Interpreten einer neuen, dynamischen, Aufbruch und Erneuerung verheißenden Musik, schreibt das Museum. Schon in Meurys Künstlernamen Haëm, der die Initialen seines Namens zu einem klangvollen Kunstwort verbindet, schwingt seine Liebe zum Tonalen mit. Der in Basel geborene Karikaturist, Zeichner und Weltenbummler ist seit seiner Jugend vom Jazz fasziniert. Seine skizzenhaften, mit suchendem Strich gezeichneten Porträts von Jazzmusikern nehmen die Töne mit ins Bild und zeigen ihn als glühenden Bewunderer einer in seinem Heimatland noch unvertrauten, auf Improvisation bauenden Musik, einer Tonspur für seine stete Sehnsucht nach dem Neuen. Die in dieser Kabinettausstellung präsentierten Zeichnungen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus Haëms vielfältigem und reichem Œuvre, aus dem das Cartoonmuseum den gesamten Nachlass von über 3000 Zeichnungen inventarisiert und in seine Sammlung integriert hat. Auf Drängen seiner Eltern, die das zeichnerische, gestaltende Talent des Jungen in sichere Bahnen lenken wollten, absolvierte Meury eine Goldschmiedelehre in Basel. Doch das Zeichnen gewann die Oberhand, und schon ab den 1960er-Jahren waren regelmäßig Zeichnungen von ihm in Schweizer Wochenzeitungen und der Satirezeitschrift „Nebelspalter“ zu sehen. Er lebte in Rom, London, Paris und Melbourne und arbeitete unter anderem als Trickfilmer und Möbeldesigner. Seine inzwischen in „Zeit“, „The New Yorker“, „Harper’s“, „Pardon“, „Oberserver“ und „Punch“ veröffentlichten Cartoons fanden international große Beachtung. Besonders faszinierte ihn der britische Humor. Seine Offenheit, seine Freiheitsliebe und seine Experimentierlust äußerten sich in einer Vielfalt an Stilen und Ausdrucksmöglichkeiten; er blieb bis zum Ende seiner Künstlerkarriere ein Suchender, so die Mitteilung. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wohnte er im Tessin und widmete sich ab den 1980er-Jahren vor allem dem Aquarellieren und der Malerei. (Quelle: verlagshaus-jaumann.de)

Leider habe ich über den Texter dieses Breviers über Jazzmusik, Hans Herder auf die Schnelle so gar nichts gefunden … sehr schade.

 Aber zumindest wird er hier, wie auch Hans de Haem, entsprechend gewürdigt.
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Was ist Jazz, hier einige Antworten:
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Das nenn´ ich einen gewagten Pinselstrich !

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Und auch der legendäre Sigi Sommer hatte was zum Jazz zu sagen

Aber jetzt hör´ ich mit den Vorschaubildern auf … sonst wird es uferlos … na ja …  a bisserl Werbung für diesen famosen Verlag darf schon noch sein:

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Alfons Michael Dauer – Blues aus 100 Jahren (1983)

titelEs gab mal ne Zeit, da wurde Literatur über die sog. „populäre Musik“ von führenden Taschenbuchverlagen auf den Markt geworfen und zwar so, dass man kaum nachkam, diese auch käuflch zu erwerben.

Hier ein ganz besoders interessantes Beispiel, einfach deshalb, weil mir der Blues ja sowas ans Herz gewachsen ist.

Diese Fleißarbeit wurde von Alfons Michael Dauer verfasst:

Alfons Michael Dauer (* 16. April 1921 in Bamberg; † 27. Oktober 2010 in Graz) war ein deutscher Musikwissenschaftler und Ethnologe.

Dauer studierte ab 1941 in Erlangen, Köln und Mainz Musikwissenschaft, Anglistik und Ethnologie (Afrikanistik). 1960 wurde er in Mainz promoviert (Ethnogenese der Mangbetu). Er unternahm Forschungsreisen nach Ghana, Simbabwe und dem Senegal. Von 1965 bis 1976 war er Leiter der Sektion Ethnologie am Institut für den wissenschaftlichen Film in Göttingen tätig, wo er über 400 musikethnologische Filme redaktionell betreute. 1976 bis 1991 hatte er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Graz die Professur für Afro-Amerikanistik inne.

Dauer ist insbesondere für die Untersuchung der afrikanischen Wurzeln von afroamerikanischer Musik (wie Jazz, Blues) bekannt, dargelegt in seinem Buch Der Jazz – seine Ursprünge und seine Entwicklung, das zuerst 1956 erschien. Er war Mitherausgeber von Knaurs Jazz Lexikon (1957). 1969 war er an der Gründung der Internationalen Gesellschaft für Jazzforschung in Graz beteiligt. (Quelle: wikipedia)

Und der Akademie der Künste fühlte er sich wohl besonders verbunden, denn:

„Akademie der Künste erhält Nachlass des Musikethnologen Alfons M. Dauer:

Wie seine Familie erst jetzt bekanntgab, ist am 27. Oktober 2010 der deutsch-österreichische Musikethnologe Alfons M. Dauer im 90. Lebensjahr in Graz gestorben. Sein wissenschaftlicher Nachlass, zu dem seine gesamten Forschungsunterlagen, Tonaufnahmen, Korrespondenzen und zum Teil unpublizierte Arbeiten gehören, wird vom Archiv der Akademie der Künste, Berlin, übernommen.

Alfons M. Dauer, 1921 in Bamberg geboren, gilt als der Nestor der internationalen Jazzforschung. Seine Bücher „Der Jazz. Seine Ursprünge und seine Entwicklung“ (1958) sowie „Jazz – die magische Musik“ (1961) setzten durch ihren hohen akademischen Anspruch und die exakten Transkriptionen und Analysen schriftloser Musiktraditionen neue Standards in der Erforschung der afro-amerikanischen und afrikanischen Musik.

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Weitere Bücher an denen Alfons Michael Dauer mitgewirkt hat.

Dauer studierte Musik, Anglistik und Ethnologie (mit Schwerpunkt auf Afrika) unter anderem in Mainz, wo er 1960 mit einer Arbeit über die Ethnogenese der Mangbetu promovierte. Von 1965 bis 1976 war er Leiter der ethnologischen Abteilung am Institut für den wissenschaftlichen Film in Göttingen, für das er die Produktion von über 400 ethnographischen Filmen betreute und selbst mehrere Forschungsreisen nach Afrika unternahm.

Von 1976 bis 1991 hatte er den ersten Lehrstuhl für Afro-Amerikanistik in Europa an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz inne. In dieser Zeit veröffentlichte er unter anderem Studien über die Typologie vokaler Bluesformen, die Tradition afrikanischer Blasorchester und die systematische Klassifikation von Rhythmen. Seither widmete sich Dauer vermehrt historischen Fragestellungen, etwa der Vorgeschichte von Jazzformen, die er keineswegs mehr nur in Afrika vermutete, oder der „Linearen Mehrstimmigkeit“, die er mit dem Ohr des Ethnologen als ein weit über den europäischen Kulturkreis hinaus verbreitetes Phänomen erforschte.

Alfons M. Dauer betreute über Jahrzehnte hindurch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zu musikethnologischen und jazzspezifischen Themen an deutschen und österreichischen Universitäten.“ (Quelle: adk.de)

Hier eines seiner wirklich bmerkenswerten Bücher … das eben nicht nur „Bluestexte2 zum Inhalt hat, sondern auch den jeweiligen historischen Kontext ausleuchtet, von daher alles andere als „nur“ ein Songbook, sondern eine fein formulierte Anthologie des Blues ist.

Und dabei erlaubte er sich den Spaß auch Rock N Roll (getreu dem Motto „The Blues got a baby and they named it Rock N Roll“) und Jazz („Watermelon Man“) einließen zu lassen.

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Da gab´s doch glatt mal so ne Gruppe, die nannte sich nach diesem Bluestitel.

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Den Song habe ich über die „Spencer Davis Group“ kennengelernt.

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Joseph von Westphalen – Wie man mit Jazz die Herzen der Frauen gewinnt (Begleitbuch, 1999)

frontcover1Und nun zum bereits angekündigtem Begleitbuch zu der famosen Edition des Jospeph von Westphalen „Wie man mit Jazz die Herzen der Frauen gewinnt“.

Aus dem Vorwort:

„Dieses Begleitbuch gibt nähere Auskunft über die Musik,  die auf den 3 CDs zu hören ist und die im Leben des Jarry von Duckwitz eine wichtige Rolle spielt.

Der Autor erklärt auf den folgenden 192 Seiten lang und breit, esklusiv und definitiv, enthuaisimiert und autorisiert, warum sein Romanheld Harry von Duckwitz sich häufig mit Jazz übers Wasser hält und wie er gewisse Jazzstücke in seinem Liebesleben einzusetzen versucht“

Nun denn, man kommt ja auch dem Staunen nicht raus, blättert man sich durch diese Ausgabe ob der Detailfülle und ob des nun wirklich vertieften Wissens des Autors.

Da fragt man sich unwillkürlich, wann der Autor überhaupt noch Zeit gehabt hat, sich der holden Weiblichkeit zu nähern …

Sei´s drum … eine prachvolle Ergänzung zu dieder Edition.

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Der Herr der Platten …

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Aha, so ist das also …

 

Caroline Gerlach – Pop Musik (1984)

titelSchade, dass man so gar nichts über die Autorin Caroline Gerlach erfahren kann, denn sie hat sich mit diesem Band über die Geschiche der „Popmusik“ wirklich viel Mühe gegeben. Erschienen ist das Buch (164 Seiten) im  „VEB Lied der Zeit, Musikverlag Berlin“.

„Wollte man versuchen, all die verschiedenen Arten von Musik aufzuzählen, die man sich unter dem Begriff Popmusik vorstellen kann, es würde kein Ende nehmen: Von Rock, Schlager, Beat, Blues und so weiter müßte die Rede sein, aber das Schlimmste ist, daß jeder etwas anderes damit meint und logischer Weise die Streiterei groß wäre. Also muß man sich an das Gemeinsame halten, mit dem man sich über moderne populäre Musik, kurz Popmusik, verständigen kann.

Woher kommt es nun, daß Popmusik so ganz anders klingt, als beispielsweise Musik, die man im Konzert oder in der Oper hört ? Sie ist auf ganz andere Weise entstanden, und sie hat andere Vorfahren als die europäische Kunstmusik. Ihre wichtigste Quelle ist die Musik der farbigen Amerikaner, die afro-amerikanische Musik. (aus dem Vorwort).

Und dann folgte die Präsentation der wichtigesten Musikstilem, die man eben der Popmusik zuordnen kann, als da wären:

Blues – Jazz – Rock n Roll – Beatmusik – Folksong – Diskomusik – Punk und New Wave –

Und natürlich wird der Musikentwicklung in der DDR viel Raum eingeräumt … Ich bin auf diesem Gebiet nicht sonderlich versiert, aber möglicherweise gab es damals nicht so viele zusammenhängende Darstellungen dieser Art.

Von daher darf man getrost von einer Fleißarbeit sprechen, die die Autorin mit viel Herzblut und Akribie geleistet hat.

Natürlich gibt es diverse Hinweise zu sozialistischen Sichtweisen … und wenn ich da mal eherlich sein darf: So ganz verkehrt ist das ja auch nicht … denn natürlich kann man die Geschichte auch als die Geschichte der Klassenkämpfe sehen (vermutlich muss man sogar Geschichte so sehen) und natürlich hatte Musik auch immer wieder politisches Potential (ok, gilt jetzt nicht für Abba oder so *ggg*) oder war Ausdruck revolutionärer Bestrebungen.

Interessant: Dass der Jazz in seinen Anfängen auch die klassische Musik in den Bordells war, findet keine Erwähnung.

Nicht überraschend: Dass die Geschichte der DDR Beat/Rockmusik geschönt wird …

Ärgerlich: Die Titelgestaltung …  zum Thema Popmusik hätte man wahrlich ein besseres Motiv für die Vorder- und Rückseite des Buches finden können …

Dennoch: Ein für mich sehr interessantes Fundstück, dass ich hier präsentieren kann.

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Die jahrelange Verbannung der Beatmusik wird in dem Buch natürgemäß nicht thematisiert

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Als selbsternannter Archivar liebe ich natürlich solche Quellennachweise …

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Die Rückseite des Buches … das darf man getrost sexistisch nennen … oder ?