Notenheft – Schlager für die Jugend – Erleichterte Ausgabe für Klavier und Gesang (1965)

SchlagerFürDieJugend01ASo sah das damals halt aus, wenn Musikverlage Schlagernoten für die Jugend veröffentlichten …

Und natürlich bot man eine „erleichterte Ausgabe für Klavier und Gesang“ an … um das musizierende Jungvolk nicht vor unlösbare Aufgaben zu stellen.

Dieses Heft stammt aus dem Nachlass meines Bruders … erst viel später als 1965 habe ich angefangen es zu studieren und ich habe mich damals fürchterlich geärgert, dass die Gitarren-Akkorde nicht mit integeriert wurden.

Meinem Bruder war das egal, er war Pianist (und später ein durchaus furioser Organist wurde, der sich nicht scheute, den komplexen Orgelimprovisation eines Keith Emerson, Rick Wakeman oder Eddie Hardin zu widmen … und ja, der Buxtehude war auch sein Thema).

Die handschriftlichen Vermerke, wer diesen oder jenes Lied interpretiert haben, stammen aus seiner Feder.

Auch dieser Band (es handelt sich um Band 30) dieser Serie enthält die Noten von den damals angesagten Hits der Schlagerszene zu denen z.B. „Il Silenzio“, „Mit 17 hat man noch Träume“, „Fräulein Wunderbar“ oder „Das 5. Rad am Wagen“ zählten.

Wenn man bedenkt, wie harmlos die Zeichnung auf der Vorderseite dieses Notenheftes (28 Seiten) ist, und wenn man bedenkt, wie ruppig und rüde es zur gleihen Zeit schon in London zuging (erinnert sei an die finsteren Burschen der „Pretty Things“) … dann kann man schon ein wenig schmunzeln.

Und jetzt juckt es mich höllisch in den Fingern, in einem speziell für diesen blog zusammengestellten Sampler all die Hits in diesem Notenheft auch zu präsentieren … demnächst in diesem Theater …

Und hier ein paar Eindrücke von diesem Notenheft, bevor es dann zur Präsentation geht:

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Friedrich Stoppa – Gitarren zum Tanz – Schlager der Hitparaden (Heft Nr. 56) (1970)

TitelJetzt stellen wir uns mal vor, dieser blog ist so ne Art Trödel- und Ramschladen, in dem es auch ne kleine
Ecke mit Musikalien aller Art gibt.

Hier ein kleines Notenheft mit Schlagern der Hitparaden (dazu zählte dann auch „Cecilia“ von Simon & Garfunkel).

Verantwortlich dafür war der damals schon fast legendäre Friedrich Stoppa.

Und ein Sohn von ihm erinnert sich:

In einer wunderschönen Gegend der Mark Brandenburg im Spreewald wurde Friedrich Stoppa am 26. August 1923 als 3. Kind geboren.

Es kann als Vorzeichen eines musikalischen Talents gedeutet werden, wenn der sechsjährige Friedrich Stoppa aus einer Zigarrenschachtel eine Geige bastelte und darauf spielen konnte. Geld für ein richtiges Instrument war damals nicht vorhanden.

Immer stärker drückte sich der Hang zur Musik aus. Nach der Schule begann das Musikstudium im Cottbuser Konservatorium. Seine musikalische Ausbildung mit den Hauptinstrumenten Geige und Trompete entwickelte sich bei Friedrich Stoppa schneller als bei anderen Mitstudenten. Deshalb durfte der Student früh Leitungspositionen in Orchestern übernehmen. Es entstanden mit 16 Jahren seine ersten Kompositionen.

Nach dem Krieg 1945 begann Friedrich Stoppa auch das Orgel- und Gitarrestudium.

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Friedrich Stoppa

Weil Friedrich Stoppa das Musizieren keine große Mühe machte, vertiefte er sich immer mehr in das Komponieren und Arrangieren. So entwickelte sich in freier Mitarbeit eine Tätigkeit bei dem internationalen Musikverlag Dr. Hans Sikorski in Hamburg. Friedrich Stoppa freute sich, dass hier Notengrafiker, Arrangeure, Komponisten und Autoren gesucht wurden. Ab 1953 begann zwischen Friedrich Stoppa und dem internationalen Musikverlag Dr. Hans Sikorski eine lange Zeit fruchtbarer Zusammenarbeit.
Da es in der Nachkriegszeit kaum brauchbare Grifftabellen und Lehrbücher für moderne Gitarre gab, waren die Bücher von Friedrich Stoppa sehr begehrt. Etliche Neuauflagen und weitere Werke sowie zahlreiche Gitarrebearbeitungen aus Pop und Rock folgten. Die damals vorherrschenden Arbeitsmethoden des Autoren, von Hand mit Feder und Tinte zu schreiben, waren für schnelles Vorankommen hinderlich. Jedoch auch neuen Arbeitmethoden verschloss sich Friedrich Stoppa nicht. Der Umstieg Ende der 80er Jahre auf moderne Computer und MIDI-Technologie ermöglichte dann mehr als bisher, neue musikalische Arbeiten umzusetzen als mit Tinte und Feder, beispielsweise zahlreiche Bearbeitungen für Hanne Darboven.

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Bis zum 78. Lebensjahr am 17. März 2002 war Friedrich Stoppa als selbständiger Arrangeur, Notengrafiker, Komponist und Autor tätig.

Wir ( Die Familie u.a. die 3 Kinder des Autoren) ehren das Andenken als eine große Persönlichkeit – und seine geschaffenen Werke. (Manfred Stoppa)

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Dieses Heft erwarb ich wohl im Alter von ca. 16 Jahren … ich hatte eine steile Karriere als Bassist vor den Augen.

Und so arbeitete ich mich auch durch dieses Heft: mich interessierten damals mehr die Akkordstrukturen, da ich um diese dann meine eigenen Basslinien entwickeln wollte.

Zudem konnte ich ein paar Texte besser verstehen … so war das halt damals.

Also, aus der steilen Karriere als Bassist wurde nichts, ein Helmut Hattler steckte halt doch nicht in mir … dafür konnte aber dieses Heft auch nichts dafür.

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Die Rückseite des Heftes

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Weihnachten 2018 (04): Die schönsten Advents- und Weihnachtslieder (1985)

TitelUnd jetzt mal wieder ein Stück aus meinem Kellerarchiv … passend zur Jahreszeit ein kleines Liederheftchen, spendiert von der Bayerischen Vereinsbank mit – wie der Titel schon sagt – den „schönsten“ Advents- und Weihnachtsliedern.

Dieses Büchlein war in jenen Jahren, als meine Töchter noch so richtig begeisterungsfähig für Weihnachten waren (heute sind es sicherlich auch noch … aber natürlich auf einer anderen Ebene), stark im Gebrauch. Die Rückseite ist z.B. bis heute mit Wachsresten verziert.

Angenehm fand ich es damals, dass bei den Liedern die Gitarrenakkorde vermerkt waren, so konnten wir damals ein wenig Hausmusik betreiben mit dem Papa an der Gitarre.

Damals wie heute empfand ich dieses Büchlein recht liebevoll gestaltet; das liegt hauptsächlich daran, dass die Illustration von Wenzel Fieger wirklich ansprechend sind.

Er hat sie im Jahre 1891 für eine Papierkrippe gemalt. Die Krippe steht heute im Bayerischen Nationalmuseum in München.

Hier ein paar Beispiele aus diesem Büchlein:

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Lutz Wolf (Hrsg.) – Puppchen du bist mein Augenstern – Deutsche Schlager aus vier Jahrzehnten (1981)

TitelIn diesem blog tummeln sich ja immer wieder auch Schlager … oftmals auch Schlager längst vergangener Dekaden … und von daher macht es ja auch Sinn, mal ein Büchlein zu präsenteiren, das sich mit Schlagertexten aus vier Jahrzehnten beschäftigt … und damit sind in diesem Fall Schlagertexte der Jahre 1900 – 1940 gemeint

Wir kennen sie alle – die Schlager von gestern. Was Komponisten und Texter wie Walter Kollo, Robert Gilbert, Ralph Benatzky, Robert Stolz und Peter Kreuder, was Idole wie Marlene Dietrich, Marika Rökk oder Zarah Leander, Hans Albers oder Heinz Rühmann auf die Bühne und auf die Leinwand gebracht haben, erfüllt noch heute den Äther. Texte und Melodien, vor allem aber das „Feeling“ der Lieder haben sich tief in die deutsche Seele gegraben und prägen das Kollektive Unbewusste bis auf den heutigen Tag. Natürlich ist diese Sammlung erfolgreicher Lieder all jenen gewidmet, die sich gern an die fröhlichen oder bitteren Stunden erinnern, die sich untrennbar mit ihnen verbinden. (Klappentext)

Oder aber auch:
Beispiel05„Musik im besten Sinne bedarf weniger der Neuheit, ja vielmehr, je älter sie ist, je gewohnter man sie ist, desto mehr wirkt sie.“ (Johan Wolfgang von Goethe)

Aber dieses Taschenbuch (208 Seiten) begnügt sich nicht mit dem Abdrucken all jener Hits von – wie bereits geschrieben – längst vergangener Dekaden – nein, sie stellt diese Texte in ihren kulturhostorischen Zusammenhang und zwar in einer gerade vorbildlichen Weise … verantwortlich für diese kulturhistorischen Betrachtrungen war ein gewisser Maurus Pacher, dem man unterstellt hat, ein „Boulevard-Feuilletonist“ zu sein.

Aber damit wird man dem Boulevard-Feuilletonist wahrlich nicht gerecht … leider konnte ich bis jetzt keine weiteren Informationen über ihn finden, aber seine ergänzenden Informationen sind nicht nur kenntnisreich, sondern auch gut zu lesen … diesen Namen merke ich mir einfach mal.

Beeindruckend auch das rare Bildmaterial und deshalb bekommt dieses Buch aus dem Jahr 1981 von mir auch das Prädikat „vorbildlich“.

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Klingende Illustrierte – Heft 2 (1943)

TitelViel konnte ich über diese „Klingende Illustrierte“ herausbringen. Erstmalig (also Heft 1) erschien sie 1943.

Und sie überlebte wohl auch den II. Weltkrieg, denn Heft Nr. 5 erschien dann im Jahr 1948.

Die „Klingende Illustrierte“ enthielt Schlagerpartituren der jeweiligen Gassenhauer je ner Zeit.

Und blättert man dann durch dieses Heft, so wird es zumindest mir ein wenig gruselig zumuten … angesichts des II. Weltkrieges der in Europa tobte.

Und hier wird mein gelegentlich verwendeter Begriff der Illussionsmusik am deutlichsten spür- und nachvollziehbar.

Aber das Leben an der Heimatfront ging halt weiter … und ein wenig musikalische Zerstreuung … war wohl auch gewünscht … Das gleiche gilt auch für all jener Filme … stellvertretende dafür die Feuerzangenbowle mit Herinz Rühmann.

Vielleich tmag dem einen oder anderen die eine oder andere Melodie bekannt sein … Ganz sicher kennt man den Illustrator diese Heftes, den Kurt Hilscher, denn der hat auch noch in den Jahrzehnten der Nachkriegszeit als Gebrauchsgraphiker unseren ästethischen Alltag geprägt … davon aber später etwas mehr …

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Das nationalsozialistische“ Märchen war erst zwei Jahre später vorbei.

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Letztlich arg zynisch — amngesichts des Jahres 1943

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Und bei 2 Liedern gab man sich graphisch richtig Mühe:

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Ja, ja … bla bla ….

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Die Rückseite des Heftes mit Graphiken von Kurt Hilscher