Musikzug des Sportverein Lurup – Im Rhythmus der Freude (1974)

FrontCover1Macht mir ja immer wieder Freude und Spaß, historische Musikaufnahmen von Amateur-Kapellen hier präsentieren zu können.

Hier haben wir esmit dem Musikzug des Sportverein Lurup zu tun.

Lurup ist ein Stadtteil am nordwestlichen Rand Hamburgs im Bezirk Altona.

Der Name „Lurup“ findet seine erste Erwähnung im Jahr 1752 im Nienstedtener Kirchbuch. Damals sollen Fuhrleute nach einer langen Fahrt durch die Lüneburger Heide dem Ort seinen Namen gegeben haben: „Dor luert wi op!“ (Sinngemäß: Da sind wir aber mal gespannt, was das werden soll …) Die Satzbestandteile luert und op bildeten somit später den Namen Lurup.

In dieser Gegend soll sich der Überlieferung zufolge auch ein Wirtshaus namens „Luur Up“ (niederdeutsch für auflauern, warten) befunden haben. Daneben gibt es die Vermutung, der Ortsname beschreibe den natürlichen Verlauf der Landstraße, die von Bahrenfeld aus leicht ansteigt (niederdeutsch lau rup). In der Karte der Herrschaft Pinneberg von 1789 ist jedenfalls bereits das im Kirchspiel Nienstedten belegene Dorf „Luhrup“ eingezeichnet.

LurupAn Lurup grenzen im Nordwesten die schleswig-holsteinischen Gemeinden Schenefeld (Kreis Pinneberg) und Halstenbek, außerdem die Hamburger Stadtteile Eidelstedt im Nordosten, Bahrenfeld im Südosten und Osdorf im Südwesten. (Quelle: wikipedia)

Und natürlich hat auch dieser Ortsteil einen Sportverein:

Zwischen dem Volksparkstadion und dem schleswig-holsteinischen Schenefeld, tief im Westen Hamburgs, ist er zu Hause – der SV Lurup Hamburg von 1923. Der Stadtteil Lurup existiert seit rund 250 Jahren; er gehört seit 1937 zu Hamburg und hat heute über 32.000 Einwohner. Im Mai 2003 feierte der SV Lurup sein 80. Vereinsjubiläum. Hervorgegangen ist der SV Lurup aus dem Arbeiter-TSV Lurup-Schenefeld. Die Zeiten, in denen sich Luruper und Schenefelder regelmäßig sonntags auf die Nasen hauten, waren damit vorbei; jetzt wurde gemeinsam Fußball gespielt. Neben dem heutigen Parkplatz „grün“ (gegenüber dem „Stadion-Eck“) wurden die Heimspiele ausgetragen.

Augenzeuge
1930 stellten sich die Schenefelder auf eigene Beine. Nach der Machtübernahme der NSDAP wurden alle Arbeitersportvereine aufgelöst.Von 1933 bis 1945 herrschte in Lurup ein sportliches Vakuum. Nach dem Krieg wurde eine Weide als Sportplatz hergerichtet, die während des Krieges als Kartoffelfeld diente. Das Vereinshaus war, wie vor dem Krieg, der benachbarte Lindenhof in der Luruper Hauptstrasse, wo heute ein Billard-Salon steht. Durch Beziehungen konnten blaue Trikots aus Düsseldorf beschafft werden; die Vereinsfarben waren nun notgedrungen blau und weiß. 1949 beschloss die Mitgliederversammlung, dem Verein den Namen „SV Lurup Hamburg von 1923“ und die Farben rot-weiß zu geben. Mit einem Darlehen vom Hamburger Fußball-Verband wurde der Sportplatz eingezäunt. In den Nachkriegsjahren verfolgten regelmäßig 500 Zuschauer die Heimspiele in der 4. und 5. Liga. Auftrieb bekam der Verein 1952 durch die neue Sportanlage an der Flurstraße, die durch Bürgermeister Nevermann eingeweiht wurde. 1963 gelingt dem SVL der Aufstieg in die Verbandsliga. Da im selben Jahr die Bundesliga eingeführt wird, kann sich der Verein aber nicht um eine Klasse verbessern. (Jan Kröger)

Aber zumindest konnte der Verein2 Jahre päter eine  Spielmannszug gründen … und gnau diee stan dann 1974 zum dritten Mal im Studios, wie stolz auf der Rückseite der Hülle berichtet wird:

Hüllentext

Wie man es sich denkenkann, erwartet einen, wenn man einen Spielmannszug zu hören bekommt, schneidige Straßen-und Marschmusik … wie sie übrigens auch in New Orleans zelebriert wird (siehe „When The Saints“),‘

Die Studioaufnahmen wurden scheinbar auch durch Werbung lokaler Geschäfte produziert, denn die Rückseite der Hülle dient quasi als Litfaßsäule:

Werbung

Die Musik muss man ja nicht mögen … aber Herzblut haben sie da wohl alle reingesteckt (freilich schreibt man „Buab´m“ ja eigentlich „Buam“)… und ich finde, das verdient Anerkennung.

Und auch das verdient Anerkennung:

Übrigens: der ist heute lebendiger denn ja … und schaut man sich auf deren Homepage um, so entdeckt man ein mustergültig zu nennendes Konzept gegen den sexuellen Mißbrauch von Kindern … Es ist ja leider so, dass auch und gerade in Sportvereien dieses Thema tabuisiert wird …

Der SV Lurup-Hamburg von 1923 e.V. geht da einen anderen Weg. Bravo und Respekt !

Kinderschutz

Besetzung:
Musikzug des Sportverein Lurup

Musikalische Leitung: Klaus Stöckel und Renatus Otte

BackCover1

Titel:
01. Military Escot (Bennet/Molenaar) 2.06
02. Stettiner Kreuzpolka (Schlichting/Ehmcke) 2.09
03. Mars(ch) der Medici (Wichers/Mollenaar/Wormerveer) 4.16
04. La Paloma (Kolditz/Halter) 3.32
05. Fliegermarsch (Dostal/Ehmcke/Boblinger) 2.29
06. Revue Marsch (Reckling/Birnbach) 1.32
07. When The Saints (Traditional) 2.24
08. Tiroler Holzhacker Buab´m (Wagner/Ehmcke) 2.40
09. Matrosen bitten zum Tanz (Traditional) 2.39
10. Kleine Garde (Brussig/Halter) 2.26
11. El Bimbo (Morgan/Ehmcke) 2.26
12. Kronprinz-Marsch (Brussig/Halter)  2.22
13. Telefunken-Marsch (Ewert/Sirkoski) 3.27
14. Trompeten-Echo (Avsenik/Pollak) 2.42

LabelB1

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Musikzug03