Orchester Erwin Halletz – Kriminal-Magazin (1966)

FrontCover1Das Krimi-Fieber in der alten BRD war in den 60er Jahren ungemein hoch … ich erinnere nur an die Erfolge von Jerry Cotton und Edgar Wallace und dann kamen noch diverse TV-Serien wie „Stahlnetz“ dazu … und dazu brauchte man dann auch die passende Musik. Und diese Musik war dann meist sehr dramatisch mit starken Rhythmen – passend zum Genre.

Die Polydor hat einen der großen Orchesterleiter jener Tage beaufragt ein musikalisches „Kriminal Magazin“ zu produzieren und so kommen wir zu Erwin Halletz:

Erwin Halletz (* 12. Juli 1923 in Wien; † 27. Oktober 2008 ebendort; Pseudonym: René Roulette) war ein österreichischer Komponist, Arrangeur und Dirigent, der sowohl bekannte Schlager als auch zahlreiche Filmmusiken komponierte.

Erwin Halletz erhielt bereits ab seinem 6. Lebensjahr Violinunterricht, seinen ersten Auftritt absolvierte er mit 12 Jahren. Ab 1937 besuchte er die Wiener Musikakademie, wo er unter anderem bei Leopold Wlach das Fach Klarinette studierte. Nach ersten Auftritten in Bars versah er drei Jahre Militärdienst in einem Musikkorps und spielte bei Peter Kreuder sowie im großen Tanzorchester unter Kurt Graunke, das bis kurz vor Kriegsende als Unterhaltungsensemble der Wehrmacht tätig war.

ErwinHalletz01Im April 1945 wurde Halletz von der sowjetischen Kommandantur in ein Orchester zur musikalischen Truppenbetreuung verpflichtet, 1946 wurde er Erster Geiger im Wiener Tanzorchester (WTO) von Horst Winter, für das er auch als Arrangeur arbeitete und seine ersten Kompositionen verfasste. Daneben war er auch Saxophonist und Sänger. Ab 1950 übernahm er die Leitung des Wiener Tanzorchesters, mit welchem er ausgedehnte Auslands-Tourneen unternahm und für Elite Spezial Schallplatten aufnahm. Die erste Filmmusik komponierte Halletz 1953 für den Film „Ein tolles Früchtchen“ (Regie: Franz Antel), insgesamt schuf er für rund 120 Filme die Musik. Mit seinem eigenen Orchester spielte er zahlreiche Aufnahmen für Austroton und Polydor ein.

1961 ging Halletz für ein Gastspiel nach Monaco. Dort wurde er Arrangeur und Dirigent des Monte Carlo Light Symphony Orchestra. Dieses „Gastspiel“ sollte schließlich 41 Jahre andauern. Ab 1979 war Halletz als Musikchef beim Eistheater Berlin und schrieb auch die Arrangements.

Halletz arbeitete mit unzähligen Größen der Film- und Musikbranche zusammen, wie Peter Alexander, Udo Jürgens, Zarah Leander, Marika Rökk, Johannes Heesters, Ted Herold oder Connie Francis.

1950 lernte er die Sängerin Nina Konsta (1918-2003) kennen, welche er 1956 heiratete.

Seit 2002 lebte Erwin Halletz wieder in Wien. Seine letzte Ruhestätte und die seiner Gattin befindet sich am Grinzinger Friedhof in Wien Gr.32/Reihe5/Nr.27. (Quelle: wikipedia)

Und Erwin Halletz kann sich auf dieser LP so richtig schön austoben und dank seiner jahrzehntelangen Erfahrungen gelingt ihm dies geradezu famos. Ein wunderbares Wiederhören mit all diesen klassichen Melodien (von denen so etliche aus seiner eigenen Feder stammten), die oftmals einen derartig hohen Wiedererkennungswert haben, dass man nur staunt. Und er bediente sich durchaus auch der hitzigen Sounds der Beat-Ära … und auch jazziges ist ihm nicht fremd.

Kurz und bündig: Ein Leckerbissen auf den ich durch Mister Schnicksschnack gestoßen bin.

Stahlnetz

Besetzung:
Orchester Erwin Halletz

BackCover

Titel:
01. Stahlnetz (Dragnet) (Schumann) 2.45
02. Rififi (Philippe-Gérard) 2.58
03. Goldfinger (Barry) 2.31
04. Arsen und Spitzenhäubchen (Halletz) 2.21
05. Interpol Paris (Halletz) 3.04
06. Schwere Jungs, leichte Mädchen (Halletz) 3.00
07. Rio-Affaire (Halletz) 2.44
08. Die 5. Kolonne (Halletz) 2.39
09. Kommissar-Maigret-Theme (Quelle) 2.32
10. Die Spinne von Soho (Halletz)  2.32
11. Harry-Lime-Theme (Karas) 2.49
12. John-Kling-Twist (Narholz) 2.32
13. Melissa (Thomas) 2.54
14. In Frankfurt sind die Nächte heiß (Halletz) 3.03

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