Verschiedene Interpreten – Tuttifrutti IV (1958)

FrontCover1Jetzt mal beschwingte Musik aus dem Hause von Heliodor Schallplatten:

Heliodor (LC 00765) war ein deutsches Plattenlabel, das zur Deutschen Grammophon Gesellschaft gehörte.

Die Deutsche Grammophon Gesellschaft mit Sitz in Hannover ließ sich die Rechte für den Namen Heliodor bereits am 29. Juli 1914 sichern. Um 1953/1954 wurde das Label neu gegründet. Es diente zunächst vor allem dazu, um Titel von unbekannteren Nachwuchskünstlern zu einem günstigeren Verkaufspreis als beim Schwesterlabel Polydor auf dem Markt zu bringen. Die Aufnahmen entsprachen technisch denen der Polydor und zahlreiche Interpreten konnten später dort oder bei anderen Schallplattenfirmen Karriere machen. So standen unter anderem Ernie Bieler (als Kitty Sisters), Udo Jürgens, Lolita (als Ditta Zusa), Jimmy Makulis, Danny Marino und das Hazy-Osterwald-Sextett bei Heliodor unter Vertrag. Die Orchesterbegleitung stammte von namhaften Musikern wie Johannes Fehring, Bert Kaempfert (als Bob Parker) oder Hugo Strasser, die zur gleichen Zeit oder später ebenfalls für Polydor arbeiteten. Auf sogenannten EPs von Heliodor erschienen außerdem kabarettistische Lieder von Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller aus den Filmen Das Wirtshaus im Spessart und Wir Wunderkinder (beide 1958).

Im gleichen Jahr gelang es der Deutschen Grammophon die deutschen Vertriebsrechte einiger US-amerikanischer Labels zu erwerben. Unter den Künstlern befanden sich einige Rock ’n’ Roll- und Popmusiker, deren Singles in Deutschland bis dahin teilweise auf dem Label London der Teldec erschienen waren. Seit Ende 1953 besaß die Deutsche Grammophon Lizenzen der US-amerikanischen Labels Brunswick und Coral. Da eine Veröffentlichung des neuen Materials auf diesen Labels aus rechtlichen Gründen nicht möglich war, erschienen die Aufnahmen ab Juni mit eigener Seriennummer unter der Bezeichnung USA Production auf Heliodor.

Dank namhafter Rock ’n’ Roll- und Popmusik-Interpreten wie Frankie Avalon, The Chordettes, The Everly Brothers, Fabian, Johnny & The Hurricanes, Ray Peterson, Del Shannon oder Johnny Tillotson entwickelte sich Heliodor insbesondere bei Teenagern und sogenannten Halbstarken zu einer beliebten Marke. Für das Ausland besaß die Deutsche Grammophon teilweise zusätzliche Lizenzen, die dort ebenfalls auf dem Heliodor-Label herausgebracht wurden. Darunter befanden sich Aufnahmen von Fats Domino, Ricky Nelson und April Stevens. Gleichzeitig stellte man die Veröffentlichung deutscher Titel auf Heliodor weitgehend ein. Die entsprechenden Künstler wurden größtenteils von Polydor übernommen.

Weil der Markt für englischsprachige Musik in Deutschland Ende der 1950er Jahre noch klein war, wurden die Singles bei Heliodor in wesentlich geringeren Stückzahlen produziert als die des Schwesterlabels Polydor. Zahlreiche US-amerikanische Titel, die in Deutschland auf Heliodor erschienen, entwickelten sich erst durch deutschsprachige Coverversionen von Polydor-Stars wie Ted Herold, den Honey Twins oder Peter Kraus zu Verkaufserfolgen. Die wenigen englischsprachigen Titel, die eine Platzierung in den Hitparaden versprachen, erschienen weiterhin bei Polydor. Dementsprechend selten gelangten Schallplatten des kleineren Schwesterlabels in die Verkaufscharts.

Zum ersten Hit entwickelte sich der Instrumentaltitel Chi Chi der Studio-Band John Buck & His Blazers. Das Stück gelangte am 30. Januar 1960 für insgesamt neun Wochen in die Top Ten und erreichte den siebten Platz. Die deutschsprachige Version Tränen in deinen Augen von Ralf Paulsen wurde nicht weniger erfolgreich auf Polydor veröffentlicht. Johnny & The Hurricanes erreichten mit Down Under Platz 32. Im Februar 1961 kletterte Ray Peterson mit dem Titel Corinna, Corinna auf den sechsten Platz, der besten Chartposition einer Heliodor-Single. Wenig später erreichte Johnny Tillotson mit Poetry in Motion Rang 38 in Deutschland.

Während die Singles der Heliodor ausschließlich der Veröffentlichung von Popmusik dienten, vertrieb die Deutsche Grammophon auf Musikalben unter diesem Namen, jedoch mit anderem Logo, vorwiegend LPs mit klassischer Musik. Bis in die zweite Hälfte der 1970er Jahre brachte Heliodor vorwiegend ältere Aufnahmen der Deutschen Grammophon auf den Markt. Anfangs bestand das Angebot auch aus Produktionen osteuropäischer Plattenfirmen. Später erschienen Aufnahmen der amerikanischen Plattenfirma Westminster auf Heliodor in einer eigenen Serie mit eigenen Bestellnummern.

Mit dem Einzug britischer Beatmusik in die deutschen Charts, stellte die Deutsche Grammophon 1963/1964 die Produktion von Singles bei Heliodor gänzlich ein. Englischsprachige Popmusik aus Lizenzverträgen erschien ab 1965 vorwiegend auf dem Polydor-Label. (Quelle: wikipedia)

SpanischeAusgabe

Von diesem Album gab es sogar eine spezielle spanische Ausgabe !

Hier mal ein wohl typischer Sampler dieser Zeit. Man nehme eine handvoll unterschiedlicher Ensembles, lasse diese jeweils 3 Klassiker in Kurzfassung als eine Art Potpourri eingespielen und fertig ist so eine 10″ LP.

Am bekanntesten sind wohl die Musiker um Hazy Osterwald, der wirklich ein Hans Dampf in allen Gassen war.

Ansonsten ist zu berichten, dass diese Aufnahmen – sofern man dieser Art von Unterhaltungsmusik etwas abgewinnen kann – wirklich sehr ansprechend sind. Ganz im Gegenteil zum Cover, das könnte locker in die Top ten der hässlichstgen Plattencover aufsteigen, quasi von Null auf 100 ! Unglaublich was man sich damals bei diesem Cover wohl gedacht hat !

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Titel:

Tanzorchester Delle Haensch:
01.a, Mexicano (Scharfenberger)
01.b. When (Reardon/Evans)
01.c . Raunchy (Justis/Manker) 2.49

Hazy Osterwald Sextett:
02.a. Bambina (Modugno)
02.b, Lazarella (Modugno)
02.c. Oh, Josefin, die Nacht in Napolin (Gietz) 2.52

Die Akkordeon – Melodiker:
03.a. Diana (Anka)
03.b. Mitternachtsblues (Grothe) 3.12

Das Tanzorchester Delle Haensch:
04.a.  Spiel noch einmal für mich, Habanero (Gietz)
04.b.  Das ist alles längst vorbei (Gietz)
04.c. Buona Sera (DeRose) 2.50

Die Akkordeon-Melodiker:
05.a.  Lollipop (Rose/Dixon)
05.b. I Love You Baby (Anka)
05.c. Küss mich einmal, küss mich zweimal (Davie/Moore) 2.37

Hazy Osterwald Sextett:
06.a. So ein Casanova (Gaze)
06.b. Pom-Pa-Lom (Wood)
06.c. Roter Wein und Musik in Toskanien (Gietz) 2.21

Das Tanzorchester Delle Haensch:
07.a. In deine Hand (Jordan,/Schielow/Bradtke)
07.b. All I Have To Do Is Dream (Bryant(
07.c. Ein Lied erklingt (Lombardo/Di Minno) 2.37

Werner Böhm und seine lustige Dorfmusik:
08.a. Rosamunde (Vejvoda)
08.b. Liechtensteiner Polka (Kötscher/Lindt)
08.c. Schützenliesel (Bern) 2.31

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LabelSpanien

Das spanische Label

Verschiedene Interpreten – Die Spitzenreiter 1959 (1960)

FrontCover1Jetzt steht mal wieder so ne heiter-vergnügliche Runde Nostalgie ins Haus. Die Hits des Jahres 1959 aus dem Hause Polydor kamen 1960 auf einem Sampler (sagte man damals noch nicht, der Ausdruck war wohl „Querschnitt“ oder so).

Nun, es ist eine interessante Zeitreise mit vielen unterschiedlichen Aspekten.

Da ist zum einen die Tatsache, dass sich etliche der damaligen Hits in das kollektive Bewußtsein jener Generation (und darüberhinaus !) eingebrannt hat. Damit meine ich z.B. Lieder wie „Mandolinen und Mondschein“, „Morgen“, „Die Gitarre und das Meer“,“Sugar Baby“ und allen voran natürlich der unverwüstliche „Kriminal-Tango“ von Hazy Osterwald.

Aber auch Bill Ramsey´s „Souvenirs“ macht bis heute einfach nur gute Laune.

Und dann lässt sich festellen, dass so etliche der damaligen Stars bis heute einen klangvollen Namen habe. So ist z.B. Peter Kraus bis heute noch aktiv. Apropos Peter Kreuz: ihn hört man auch bei dem Lied „Cowboy-Billy“ gemeinsam mit Jörg Maria Berg hatte er kurzfristig das Duo „James Brothers“ gegründet.

Und da gibt es auch noch ne Handvoll von Sängern, die den großen Sprung über all die Jahrzehnte nicht geschafft haben, wie z.B. das Duo „Tom und Tommy“ die hier den skurillen Song „Eine handvoll Heimaterde“ zum besten geben.

Die Gesangspartnerin von Louis Armstrong, Gabriele Clonisch beendete dann ihre kurze Karriere als Kinderstar im Jahr 1963.

Und auf einen Song will ich dann noch ganz besonders hinweisen: „Charly Brown“ von den „Honey Twins“ (dahinter verstecken sich die Sängerinnen Andrea Horn und Trixie Kühn); begleitet werden sie nämlich vom Max Greger Orchester und der ließ es sich nehmen am Ende des Liedes ein wirklich ganz schön heißes Saxophon-Solo zum besten zu geben … Respekt !

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Und das schreibt die ‚WDR4/Schallplattenbar“ über dieses Album:
Im Herbst 1960 startet die Plattenfirma Polydor mit der Langspielplatten-Serie „Die Spitzenreiter“ ein Großprojekt. Auf einen Schlag werden 11 LP’s mit den größten Hits der Jahre 1949 – 1959 veröffentlicht. Die Titelauswahl für ein abgelaufenes Schlagerjahr erfolgt zwar zwangsläufig aus der Retrospektive, aber in diesem Fall war der zeitliche Abstand teilweise doch schon erheblich. Die „Spitzenreiter 1959“, um die es hier geht, lagen allerdings noch nicht so weit zurück, was bei der Zusammenstellung sicher hilfreich war. Die folgenden Langspielplatten dieser Reihe erscheinen dann im jährlichen Turnus.

Für die Firma Polydor verlief das Jahr 1959 kommerziell gesehen äußerst erfolgreich und die Auswahl an Spitzenhits ist dementsprechend groß. Unter den umsatzstärksten Interpreten des Plattenkonzerns findet man wieder einmal Freddy, der dafür sorgte, dass auch diesmal die Seemannsromantik nicht zu kurz kam. Mit „Die Gitarre und das Meer“ und „Unter fremden Sternen“ bereichert er diese Kollektion als einziger Solist gleich mit zwei Aufnahmen. Dabei handelt es sich um die Titelmelodien der ersten beiden großen Freddy-Filme, die 1959 ihre Kino-Premiere erlebten. Natürlich ist auch Peter Alexander, ein weiterer Erfolgsgarant der Firma, wieder mit von der Partie. Dafür fehlt allerdings Caterina Valente, denn sie wechselte inzwischen zu Decca, in der Hoffnung, ihre Karriere auch international voranzutreiben.

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Dass mittlerweile auch die Teenager einen Großteil der Plattenkäufer ausmachen, sieht man daran, dass mehrere Titel dabei sind, die speziell für das junge Schlagerpublikum produziert wurden. Neue Namen wie Tommy Kent oder die Honey Twins sorgen für frischen Wind, während Peter Kraus und die James Brothers (Peter Kraus & Jörg Maria Berg) bereits unter den Spitzenreitern des Vorjahres zu finden waren. Dass dem Heimatschlager nicht ganz die Puste ausging, ist dem Duo Tom & Tommy zu verdanken. „Eine Handvoll Heimaterde“ blieb jedoch ihr einziger großer Hitparadenerfolg. Es fällt auf, dass diesmal nur noch die Hälfte der Titel von heimischen Autoren stammt. Coverversionen internationaler Hits sind deutlich auf dem Vormarsch.
Zu den Schlagerfavoriten 1959 gehört „Am Tag als der Regen kam“, gesungen von Dalida. Diese Aufnahme erschien allerdings bei der Firma Ariola. Die Polydor hatte den Titel mit einer gewissen Renée Ray nachproduziert. Hinter diesem international klingenden Pseudonym verbarg sich die Sängerin Renée Franke, die ihre große Zeit in den frühen 50er Jahren hatte. Von den Konsumenten wurde ihre Version zwar kaum beachtet, doch bei der Titelauswahl der vorliegenden LP griff man gern darauf zurück. Immerhin konnte man so auch einen Hit der Konkurrenz präsentieren. Diese Möglichkeit hätte man auch beim Nr.-1-Hit „Tom Dooley“ gehabt, der bei der Electrola vom Kingston-Trio in englisch und von den Nilsen Brothers in deutsch gesungen wurde. Die Polydor ließ diesen Schlager vom „Tom Dooley-Trio“ einsingen, zu dem u.a. Ralf Paulsen gehörte. Doch offenbar wurde das bei der Zusammenstellung dieser Schlagerauslese übersehen.

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Die Plattenhülle der LP zeigt – wie bei der kompletten Reihe üblich – ein Reitsportmotiv. Um das auf Anhieb zu erkennen, muß man in diesem Fall aber schon etwas genauer hinschauen. Auf der Rückseite sind alle Interpreten abgebildet. Wobei Peter Kraus gleich zweimal zu sehen ist: Zum einen als Solist, zum anderen als Mitglied der James Brothers. Fans von Kopplungen, die die großen Hits eines Jahrgangs zusammenfassen, dürfte diese Langspielplatte mit Sicherheit zufrieden stellen. Sogar für Raritätensammler ist etwas dabei, denn die Aufnahme mit Renée Ray ist bislang auf keiner CD zu finden.

Ob nun ein weißes Schiff nach Hongkong fährt oder ob Jacky Brown & Baby Miller in einer obskuren Taverne einen Tango tanzen – die „Spitzenreiter 1959“ bieten ein tolles und abwechslungsreiches Schlagerprogramm.

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Titel:
01. Freddy (Orchester Bert Kämpfert): Die Gitarre und das Meer (Olias/Pinelli) 2.28
02. Ivo Robić und die Song-Masters: Morgen (One More Sunrise) (Mösser) 2.34
03. Bill Ramsey (Orchester Werner Twardy): Souvenirs (Bartels/Coben) 1.53
04. Tom und Tommy (Horst Wende-Tanzsolisten): Eine handvoll Heimaterde (Peka/Zalatnay) 2.14
05. Peter Alexander (Orchester Erich Werner): Mandolinen und Mondschein (Mandolins In The Moonlight) (Bartels/Schroeder/Weiss) 2.35
06. Die James Brothers (Orchester Werner Scharfenberger): Cowboy-Billy (Busch/Scharfenberger/Pinelli) 2.38
07. Louis Armstrong und Gabriele (Orchester Erwin Halletz): Onkel Satchmo’s Lullaby (Bradtke/Halletz) 2.25
08. Freddy (Orchester Bert Kämpfert): Unter fremden Sternen (Fährt ein weisses Schiff nach Hongkong) (Olias/Pinelli) 2.49
09. Melitta Berg (Horst Wende-Tanzsolisten): Nur du, du, du allein (To Know Him Is To Love Him) (Relin/Spector) 2.26
10. Peter Kraus (Orchester Werner Scharfenberger): Sugar-Baby (Busch/Scharfenberger/Pinelli) 2.31
11. Hazy Osterwald-Sextett: Kriminal-Tango (Feltz/Trombetta) 3.32
12. Tommy Kent (Horst Wende-Tanzsolisten): Susie Darlin‘ (Luke/Mösser) 2.40
13.  Honey Twins (Orchester Max Greger): Charly Brown (Blecher/Leiber/Stoller) 2.10
14. Renée Ray (Orchester Glen Marshall): Am Tag als der Regen kam (The Day When The Rain Came) (Bader/Bécaud/Dalanoe) 2.47

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