Uwe Paap & Viola Vierk (Hrsg.) – Die Route der Gewürze (2008)

TitelAlso, da gibt es in Hamburg ein famoses Gewürz-museum, dass sich „Spicy“ nennt …

Spicy’s Gewürzmuseum ist ein 1991 gegründetes, privates Museum in Hamburg. Mit 152.000 Besuchern im Jahr 2007 ist es eines der beliebtesten Museen der Stadt.
Beschreibung

Das Gewürzmuseum befindet sich seit 1993 in der historischen Speicherstadt auf einem alten Lagerboden im Speicher Block L. Zunächst Am Sandtorkai 32 über dem ehemaligen Afghanischen Museum und seit dem Umzug 2012 Am Sandtorkai 34. Die Straße „Am Sandtorkai“ ist die Trennlinie zwischen der historischen Speicherstadt mit den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden auf der einen und den Neubauten der HafenCity auf der anderen Straßenseite.

In der 350 m² großen Ausstellung wird das Thema Gewürze von vielen Seiten dargestellt. Die Besucher können über 50 Gewürze anfassen, riechen und probieren. Wirkungen und

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Pfeffermühle, 1938

Anwendungen von Gewürzen werden dargestellt und gezeigt, aus welchen Ländern die jeweiligen Gewürze stammen. Über 900 Ausstellungsstücke aus den letzten fünf Jahrhunderten geben einen Eindruck, wie Gewürze angebaut, geerntet, weiterverarbeitet und transportiert werden.

Wichtiger Teil der Ausstellung ist die Rolle der Gewürze in der Geschichte, die eng mit der Geschichte Hamburgs, der Speicherstadt und der Seefahrt verbunden ist. Zusätzlich werden zahlreiche Sonderveranstaltungen angeboten, etwa Vorträge, Kochvorführungen und literarische Lesungen. (Quelle: wikipedia)

Und noch ein bisschen ausführlicher:

Viola Vierk und Uwe Paap waren beide lange Zeit im internationalen Gewürzhandel tätig und haben viele Ursprungsländer bereist. Auf diesen Reisen wurden die ersten Stücke für das Museum gesammelt. In den meisten Ländern wurde noch sehr primitiv, überwiegend mit der Hand und mit einfachen Geräten, gearbeitet. Klar war aber schon damals, dass es sich sehr bald ändern würde, denn der Gewürzhandel ist heute genauso kommerziell wie viele andere Handelssparten. Den klassischen Handel, wie man ihn früher kannte, gibt es heute nicht mehr. Heute kommt die Ware in ganzen Containerladungen in den großen Häfen der Welt an und wird meistens gleich zu der weiterverarbeitenden Industrie gebracht.

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Hier wird sie dann wenn nötig nochmals gereinigt, gesiebt oder gemischt und in die handelsüblichen Verpackungen abgepackt, die Sie persönlich aus dem Supermarkt kennen. Um zu verhindern, dass die alten Handels- und Aufbereitungsformen in Vergessenheit geraten, eröffnete Uwe Paap, zunächst allein, 1991 ein kleines, noch sehr primitives Gewürzmuseum in einem alten Firmengebäude in der Richardstraße in Hamburg. Nach vielen Bemühungen gelang es dann gemeinsam mit Viola Vierk 1993 in die Speicherstadt umzusiedeln. Hier ist der optimale Standort um Gewürzgeschichte zu erzählen!

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Was hat das Gewürzmuseum mit dem Hamburger Hafen zu tun?

Um 1880 war die Speicherstadt noch ein dicht besiedeltes Viertel mit beliebten Wohn- und Kaufmannsquartieren. 1888 wurde dann die Speicherstadt durch den Zollanschluss zum Freihafen und über 25.000 Menschen wurden vertrieben beziehungsweise mussten umgesiedelt werden. Während des zweiten Weltkrieges wurde ein Teil der alten Speicherstadt vollständig zerstört und mit den Jahren veränderte sich so ebenfalls das äußere Erscheinungsbild der Speicherstadt. Früher wurden die Gewürze entweder mit Schuten vom hinteren Teil der Speicher über das Fleet angeliefert und dann über die Außenwinde nach oben gezogen oder aber von der Vorderseite (Straßenseite) angeliefert und mit der Außenwinde raufgeholt. Die Ware wurde innerhalb der Speicher mit Sackkarren transportiert, die Sie sich auch heute hier bei uns anschauen können. Die Speicher sind damals so konzipiert und gebaut worden, dass wenn alle Türen und Fenster geschlossen sind, es im Winter hier nicht kälter wird als 18°C.

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Im Jahr 2000 schied Uwe Paap aus persönlichen Gründen als Mitinhaber aus und das Spicy’s wird seitdem von Viola Vierk geführt. Viola Vierk (geboren 1962) ist seither Inhaberin und Geschäftsführerin des Spicy´s Gewürzmuseum. Sie war etwa 14 Jahre im internationalen Gewürzhandel in leitender Position tätig und hat in dieser Zeit viele Herkunftsländer bereisen können. Mit dem Unternehmen Spicy´s Gewürzmuseum hat sie sich ein Tätigkeitsfeld geschaffen, mit dem sie dem Gewürzgeschäft neue Wege öffnen und Impulse geben möchte. Für dieses Vorhaben ist Hamburg als drittgrößter Gewürzumschlagplatz der Welt mit seiner traditionellen Speicherstadt auf jeden Fall der geeignete Ort und bietet eine Menge Potenzial! (Selbstdarstellung)

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Na ja … auf jeden Fall hatte dann das rührige Päärchen irgendwann man die Idee … eine Ausstellung zum Thema „Schiffe übernehmen die beschwerlichen Handelswege der Karawannen“.

Und dazu fand man dann eine mehr als geeignete „location“ … das Museumsschiff „Rickmer Richmers“, natürlich auch in Hamburg:

Die Rickmer Rickmers ist ein dreimastiges stählernes Frachtsegelschiff, das heute als Museums- und Denkmalschiff im Hamburger Hafen bei den St. Pauli-Landungsbrücken liegt.

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Besatzung der Rickmer Rickmers 1908

Auf der Werft der Bremerhavener Reederei Rickmer Clasen Rickmers lief die Rickmer Rickmers als Vollschiff im August 1896 vom Stapel. Es wurde nach dem Enkel des Reeders, Rickmer Rickmers (1893–1974), benannt. Die erste Reise führte das Schiff nach Hongkong, wo es Reis und Bambus lud, und nach Deutschland brachte. Geführt wurde das Schiff und die 21-köpfige Besatzung anfänglich von Kapitän Hermann Hinrich Ahlers. Es unternahm insgesamt zwölf Rundreisen, zumeist über die Vereinigten Staaten oder über Fernost. In einem Orkan im Indischen Ozean verlor das Schiff 1904 seinen Kreuzmast und konnte von der Besatzung noch in den Hafen Kapstadts gerettet werden. Dort wurde es aus Kostengründen zur Bark umgetakelt.

Die Hamburger Reederei Carl Christian Krabbenhöft erwarb das Schiff 1912 und taufte es auf Max um. Es wurde die darauffolgenden beiden Jahre für den Kohletransport von Wales nach Chile und für den Salpetertransport von Chile nach Europa genutzt. Das Schiff ging 1914, nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, vor den neutralen Azoren in Horta vor Anker.

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Am 23. Februar 1916 wurde das Schiff von Portugal konfisziert. Unter dem Namen Flores transportierte es dann Kriegsgüter für Großbritannien.

Nach einem Umbau diente das Schiff ab 1924 unter dem Namen Sagres der portugiesischen Marine als Segelschulschiff. Unter dieser Verwendung erhielt es 1930 zwei Diesel-Hilfsmotoren. 1958 gewann sie die Tall Ships’ Races Regatta. Die Zeit als Segelschulschiff endete 1962 mit der Indienststellung der jetzigen Sagres. Danach lag es unter dem Namen Santo André als Depotschiff im Marinehafen Alfeite bei Lissabon.
Museumsschiff und Stiftung

1974 gründete der Vorsitzende des Hamburger Hafen-Vereins Fiete Schmidt den Verein Windjammer für Hamburg mit dem Ziel, „Hamburgs Vergangenheit als Kauffahrtei- und Schifffahrtstadt in lebendiger Erinnerung zu halten.“ Der Verein wurde 1978 auf die Beispiel28frühere Rickmer Rickmers aufmerksam und tauschte sie 1983 in heruntergekommenem Zustand gegen die Yacht Anne Linde (jetzt Polar). Nach einer mehrjährigen Restaurierung dient sie seither unter ihrem ersten Namen als Museumsschiff an den Hamburger Landungsbrücken.

Die Betreiberin, die Stiftung Rickmer Rickmers, verleiht nahezu jährlich die Auszeichnung Ehrenkapitän wegen besonderer Verdienste an aus ihrer Sicht würdige Träger. Bisher sind 17 Personen bzw. Organisationen als Ehrenkapitän ausgezeichnet worden: Herbert von Nitzsch, Kyril Tulin, Arved Fuchs, Hans-Joachim Mann, Hans-Otto Schümann, Heiner Sumfleth, Peter Tamm, Eberhard Möbius, Enrique Alfonso da Silva Horta, Heinrich P. Mühlhan, Heinrich Martin Gehrkens, Nikolaus W. Schües, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, Helge Adolphsen, Norbert Schmelzle, Uwe Seeler,[2] Wilhelm Klüver[3] und zuletzt 2015 Johannes Kahrs und Rüdiger Kruse (Quelle: wikipedia)

Und dort fand dann 2008 diese Ausstellung statt … und dann als ich im Jahr 2010 wieder mal in Hamburg war … und natürlich dieses Gewürzmuseum besuchen musste, entdeckte ich im Museumsshop ein kleines Büchlein, das anläßlich der o.g. Ausstellung

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Treppenaufgang zum Gewürzmuseum

im Jahr 2008 veröffentlicht wurde.

Und nachdem es mir über die Weihnachtstage gelungen ist, ein wenig mehr Strukur in meine Arbeitzimmer zu bekommen, fiel mir dieses Büchlein (58 SEiten) wieder in die Hände …

Und ich präsentiere ich es hier nun mit dem größten Vergnügen, denn: nicht nur Gewürze an sich faszinieren mich, sondern die Geschichte des Gewürzhandels eben auch … Gewürze waren ja eine der zentralen Multi-Kulti Begegnungen der Menschheit … freilich von viel Gewalt und Machtexzessen begleitet.

In diese Begleitband (siehe Inhaltsverzeichnis) werden unterschiedliche Aspekte des Themas behandelt und dabei verwendete man dann entsprechende Passagen anderer Bücher zu diesem Thema.

Nicht verschwiegen werdensoll, dass die Gewürzfirma „Fuchs“ sich daran beteiligte (aber irgendwoher muss ja auch das Geld kommen … )

Und eins ist gewiss: Bei meinem nächsten Aufenthalt in Hamburg werde ich wieder diese Treppen zum Spicey´s gehen .. und das Museumsschiff „Rickmer Rickmers“ steht dann auch auf meiner Liste …

Denn hier kann sich auch der kleine Junge in mir die Augen reiben, staunen und träumen …

Hier ein paar Beispiele aus dem Büchlein … und am Ende geht´s dann wieder zur Präsentation (wie es hier so üblich ist):

Beispiel01

Beispiel02

Inhaltsverzeichnis

Beispiel19

Beispiel03

Beispiel13

Beispiel04

Beispiel05

Beispiel07

Beispiel06

Beispiel08

Beispiel09

Beispiel12

Beispiel14

Beispiel15

Beispiel11

Beispiel10

Beispiel18

Das klingt ja lecker …

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Beispiel17

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Die Fotos aus dem Museum entstanden bei meinen Hamburg Visiten der Jahre 2010 und 2013.

Beispiel30

Viola Vierk

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