Symphonieorchester des Westdeutschen Rundfunks – (Berühmte Tänze aus der) Nußknacker Suite (Peter Tschaikowski) (1959)

FrontCover1Erst dachte ich mir, „na gut, nun mal wieder ne Single vom „Bertelsmann Schallplattenclub“ und dann entwickelte sich diese Präsentation „aufwendiger“ und zugleich befriedigender als gedacht. Aber der Reihe nach:

Hier also berühmte Tänze aus der der Nußknacker Suite von Peter Tschaikowski. Ursprünglich waren diese Kompositonen für ein Ballett mit 2 Akten konzipiert. Wohl aufgrund des großen Erfolges der Melodien entwickelte dann Tschaikowski auf Basis dieser Kompositionen die „Nußknacker Suite“. Und aus dieser Suite offerierte der Schallplattenclub eben 4 „berühmte Tänze“, eingespielt von dem Symphonieorchester des Westdeutschen Rundfunks unter der Leitung von Dean Dixon.

Und mindestens so spannend wie diese berauschende Musik ist die Person Dean Dixon:

Dean Dixon (* 10. Januar 1915 in New York City; † 4. November 1976 in Zug / Schweiz) war ein US-amerikanischer Dirigent. Er gilt als der erste Afroamerikaner, der große amerikanische Symphonieorchester dirigierte, und als einer der ersten Amerikaner, die bei europäischen Orchestern einen Dirigentenposten innehatten.

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Dean Dixon

Dean Dixon leitete die meisten großen Symphonieorchester in Europa, Israel, Japan und Lateinamerika. Er machte das europäische Publikum mit vielen amerikanischen Komponisten, wie beispielsweise William Grant Still, bekannt. Die American Society of Composers, Authors, and Publishers ehrte ihn für seine Bemühungen, die amerikanische Jugend für die Musik zu gewinnen, mit dem Award of Merit. Dean Dixon war in erster Ehe mit der amerikanischen Pianistin Vivian Rivkin verheiratet, mit der er auch einige Schallplattenaufnahmen konzertanter Werke machte. 

Dixon studierte das Dirigieren bei Albert Stoessel an der Juilliard School und machte seinen Hochschulabschluss an der Columbia University. 1931 gründete er im Alter von 16 Jahren ein eigenes Orchester und einen Chor. 1941 leitete er als Gastdirigent das NBC Symphony Orchestra, dann das New York Philharmonic Orchestra. In den folgenden Jahren war er auch Gastdirigent beim Philadelphia Orchestra und beim Boston Symphony Orchestra. Wegen seiner Hautfarbe hatte es Dixon jedoch als Dirigent schwer in den Vereinigten Staaten und ging 1949 nach Europa, wo er zunächst in Paris das Orchester von Radio France leitete. Von 1950 bis 1951 leitete er das Israel Philharmonic Orchestra, von 1953 bis 1960 die Göteborger Symphoniker, von 1964 bis 1967 das Sydney Symphony Orchestra und von 1961 bis 1974 das Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt. Im Jahr 1970 kehrte er im Triumph nach Amerika zurück. Er wurde eingeladen, vor 75.000 Zuhörern im Central Park zu dirigieren und durfte – zum Ehrenbürger von New York ernannt – den goldenen Schlüssel aus den Händen des Bürgermeisters John Lindsay entgegennehmen. (Quelle: wikipedia).

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Mit diesen Informationen versorgt, machte ich mich daran, die Single zu digitalisieren und dabei mit großen Ohren zu lauschen, ob der wirklich ansprechenden Interpretation. Nicht dass ich Ballett sonderlich mögen täte, aber die Musik ohne „Gehopse“ hat schon was …

Und dann kam eine glückliche Fügung hinzu: Ich erhielt von dieser Aufnahme die gesamte Nußknacker Suite, die damals auch von den Bertlesmännern als komplette LP veröffentlicht wurde (die liegt mir aber nicht vor; von daher mein Dank an René Gagnaux); Ein Amazon-Verkäufer datiert die Aufnahme auf das Jahr 1955; aber vermutlich ist das falsch: mehrere und seriöse Quellen geben das Jahr 1959 an …

Und daher habe ich diese „Single“ Veröffentlichung einfach erweiterte und stelle den kompletten Mitschnitt des Konzertes zur Verfügung (die auf der Single enthaltenen Stücke habe ich mit einem (*) versehen). Und bei der Nr. 2 darf man durchaus lächeln: habe ich sie doch bewusst erstmal in der Fassung von „Emerson, Lake & Palmer“ („Nutrocker“) kennengelernt.

Vorder-RückseiteLP

Vorder- und Rückseite der LP

Besetzung:
Symphonieorchester des Westdeutschen Rundfunks unter der Leitung von Dean Dixon

 

BackCover1Titel:
01. Ouverture miniature: Allegro giusto, 2/4 Takt, B-Dur 3.11

Danses caractéristiques:
02. Marche: Tempo di marcia viva, 4/4 Takt, G-Dur 2.47
03. Danse de la Fée Dragée (Tanz der Zuckerfee): Andante non troppo, 2/4 Takt, e-moll 1.56
04. Danse russe Trepak (Russischer Tanz): Tempo di Trepak, molto vivace, 2/4 Takt, G-Dur 1.12
05. Danse arabe (Arabischer Tanz): Allegretto, 3/8 Takt, g-moll 3.37 (*)
06. Danse chinoise (Chinesischer Tanz): Allegro moderato, 4/4 Takt, B-Dur 1.08 (*)
07. Danse des mirlitons (Tanz der Rohrflöten): Moderato assai, 2/4 Takt, D-Dur 2.25 (*)
08. Valse des fleurs (Blumenwalzer): Tempo di Valse, 3/4 Takt, D-Dur 6.48 (*)

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