Manfred Preis + Jonathan Alder – Saxophil (1994)

FrontCover1Ein Schmankerl von besonderer Güte !

„Die große erhoffte Verbreitung in der klassischen Musik fand das 1842 von Adolphe Sax erfundene Saxophon nicht. Es ist doch eher als Instrument der unterhaltenden und Tanzmusik und natürlich des Jazz populär. Deshalb sind das Instrument und sein Spieler im klassischen Konzertleben eigentlich Fremdkörper. Saxophonisten fallen im herkömmlichen Orchester auch weniger durch ihr Aussehen auf, als dadurch, daß sie gewöhnlich eigens verpflichtet werden und stilistisch anders spielen als ihre Kollegen.

Die Berliner Philharmoniker sind in der glücklichen Lage, jeden Saxophonpart mit Manfred Preis besetzen zu können, der sonst Klarinette und Baßklarinette spielt. Weil aber der Saxophonist auch unterbewertet ist, jedenfalls trifft das für den philharmonischen Alltag zu, nimmt es nicht wunder, wenn der sich dann auch außerhalb des Orchesters sein Betätigungsfeld sucht – mit originaler, für sein Instrument komponierter Musik (da gibt es freilich nicht viel) und solcher, die arrangiert worden ist. Dabei handelt es sich um klassische, unterhaltende und auch populäre Musik, wie die vorliegende Auswahl zeigt.

Manfred Preis´ Idee war, die Faszination – oder sollte man besser sagen: das Charisma – des Saxophons einzufangen und zu vermitteln: Sinnlichkeit, Melancholie, Schwärmerei, Leichtigkeit und Schwere, Heiterkeit und Wehmut – also gerade Ausdrucksmomente, die die meisten Menschen an diesem Instrument faszinieren.

Die Auswahl der Stücke wurde bewußt so getroffen, daß die Hörer nicht herausgefordert werden sollen. Die Werkem sollen sanft berühren und die Gefühle und Stimmungen zum Schwingen bringen. Unter den vielen Kompositionen, die infrage kommen könnten, fand der Saxophonist die hier gespielten als die geeignetsten. Für ihn bietet diese Auswahl die Farbigkeit und die reiche Ausdrucksvielfalt des Instrumentes am besten.“ (Helge Grünewald; aus dem Begleitheft)

Jonathan Alder hat sich einen Namen gemacht als Klavierpartner von solche Weltberühmte Künstler wie Christa Ludwig, Dame Gywneth Jones, Lucia Popp,Cheryl Studer, Francisco Araiza, Placido Domingo, Hans Sotin und Barry MacDaniel. Auch Kammermusikauftritte mit u. a. den Cellisten Pierre Fournier oder derRussische Geige, Viktor Tretjakow, führten ihm um den Globus.

Seit 1989 hat Jonathan Alder eng mit den Berliner Philharmoniker zusammen gearbeitet, zunächst unter Claudio Abbado und danach Sir Simon Rattle.

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Jonathan Alder

Zahlreiche Aufnahmen, z. B. mit den Philharmonische Geigem Berlin (10 Violinists vom Berliner Philharmoniker ) Christa Ludwig, Cheryl Studer und Barry MacDaniel beweisen die Qualitäten von diesem Jonathan Alder folgte 1989 ein Ruf als Professor für Lied und Oratorium am Salzburger Mozarteum, aber 1993 war er wieder in seinem, inzwischen wahl- heimat Stadt, Berlin, als Professor an der Hochschule der Künste, jetzt Universität der Künste geholt.

Er wurde in Cambridge, Großbritannien geboren und studierte an der dortigen Universität, Komposition, Musikwissenschaft, Klavier, Horn und Gesang.

Seiner musikalische Laufbahn begann als Knaben-Sopran an der King´s College Choir School, Cambridge gefolgt von 5 Jahre am Londoner Westminster Abbey; wo nach er ein Musik Stipendium an der King´s School Canterbury, gewann. Es folgten zwei weitere Auszeichnungen Ein “ Musik Exhibition“ an der Trinity College Cambridge. Seiner formelle musikalische Ausbildung wurde mit den 1 Jährigen “ Corporation of London Scholarship for Piano Accompaniment “ an der Guildhall School of Music & Drama abgerundet.

Es folgte fünf Jahre freischaffendes musizieren in London. Während diese Zeit hielt Jonathan ein Stelle als Countertenor am St. Pauls Cathedral inne. Er teilt seine Zeit zwischen Gesang, u. a. Montiverdi Choir unter Sir John Elliot Gardiner und Klavier Begleitung. Sein Ruf als Klavierbegleiter und Coach wuchs schnell.

Pianistisch wurde er ausgebildet vom Ronald Smith (Canterbury) James Gibb (London)  Paul Hamburger (London) Erik Werba (Wien).

Während seine Londoner Zeit, zwischen 1972 und 1976, hat er das große Glück als Klavierbegleiter für den von Pierre Bernac gestalltete alljährlich, sowohl in London als auch in Frankreich, stattfindende Meisterkurse in französischer Lied Literatur eingeladen zu werden.

Dadurch lernte er seine Frau, die Christa Ludwig und Janet Baker Schülerin war, die Mezzo Sopran, Janice Alford kennen. Zusammen als Duo, wurden sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. in Paris und in Wien. Sie veranstalten seitdem auch Konzerte und Meisterkurse.

Jonathan Alder lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berlin. (Quelle: vdl.udk-berlin.de)

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Manfred Preis

Nie im Leben hatte er daran gedacht, Bassklarinette zu spielen. Doch dann war bei den Berliner Philharmonikern eine Stelle als Bassklarinettist ausgeschrieben. Manfred Preis, Absolvent der Münchner Musikhochschule und der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker sowie Klarinettist des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin, bewarb sich darauf – und wurde angenommen. Seither liebt er das tiefe Holzblasinstrument. Manfred Preis engagiert sich jedoch nicht nur im Orchester sondern auch kammermusikalisch, beispielsweise als Karinettist im Trio Berlin, bei den Bläsern der Berliner Philharmoniker und in diversen Kammermusikgruppen. Außerdem ist er seit Jahren ein gefragter Saxophonist. Als Pädagoge arbeitet er unter anderem an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg und mit internationalen Jugendorchestern. (Quelle: bolero-berlin.de)

Und hier hören wir ein buntes Potpourri von musikalischen Kleinoden und es überrascht erstmal, dass so etliche Kompositionen von Fritz Kreisler zu hören sind. Aber dafür gibt es auch eine Erklärung:

„Fritz Kreisler … war ja selbst ein Grenzgänger, ein großer klassischer Geiger, der unter fremden oder Fantasienamen komponierte, also gerne in die Rolle eines anderen schlüpfte“ (Helge Grünewald).

Claude Debussy ist ein weiterer (klassischer) Komponist, der sich nicht zu schade war, auch leichtere Musik zu komponieren …

Man höre, staune, genieße …

Prädikat: superb !

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Und noch heute musizieren die beiden zusammen …

Besetzung:
Jonathan Alder (piano)
Manfred Preis (saxophone)

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Titel:
01. Arabesque (Debussy) 4.21
02. Salut d’Amour op.12 (Elgar) 3.10
03. Schön Rosmarien (Kreisler) 1.51
04. La fille aux cheveux de lin (Debussy) 2.17
05. Piece en forme de habenera (Ravel) 3.10
06. Melodie (Rubinstein) 3.13
07. Rondino (Kreisler/Beethoven) 2.35
08. Liebesleid (Kreisler) 3.39
09. Le petit negre (Debussy) 1.39
10. Romance célebre „Plaisir d´amour“ (Martini) 2.52
11. Vocalise op.43 Nr.14 (Rachmaninoff) 5.39
12. Narcissus (Nevin) 1.54
13. Old Refrain (Kreisler) 4.27
14. Pan – Valse phantastique (Velebil) 7.49
15. Sonnet (Westbrook) 3.57
16. Petite piece (Debussy) 1.22
17. Romanze (Both) 2.49
18. In A Sentimental Mood (Ellington) 2.09
19. Liebesfreud (Kreisler) 3.15

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Billiger

Das geht auch a bisserl günstiger …