Prof. Wolfff – Prof. Wolfff (1972)

FrontCover1Profff. Wolf hatten damals wohl viel Eindruck hinterlassen, demnn nochheute findet man zahlreiche Informationen über diese Krautrockband der frühen Tage:

“…Prof. Wolfff aus Ulm gründeten sich 1971 und spielten eine Mischung aus Progressive-Rock, Blues, Jazz und Klassik also genau die Verquickung von Stilarten, die als Krautrock bezeichnet wurde. Treibende Kraft der Band war Sänger, Gitarrist und Pianist Klaus Peter Schweizer, welcher für den Grossteil der Kompositionen und der durchweg deutschen Texte zuständig war. Die textliche Hinwendung zu Alltagsproblemen und deren ‚kritische‘ Betrachtung brachten Prof. Wolfff, die 1972 ihren ersten und einzigen Tonträger veröffentlichten bald den Ruf ein, eine politische Rockband zu sein, was aber keineswegs oder nur bedingt zutraf… Songs wie Hetzjagd und Das Zimmer besitzen… noch heute Aktualität…” (Carsten Agthe/German Rock-Lexikon)

Prof.Wolfff lebte kurz und intensiv – mit reichlich Gigs und einem Fernsehauftritt beim ARD Talentschuppen – hat sich aber recht schnell im März 1972 aufgelöst, kurz nach der LP Produktion. Das Album mit dem Titel Prof.Wolfff wurde im Mai 1972 von Metronome veröffentlicht. Prof.Wolfff war nach Ihre Kinder und Ton Steine Scherben eine der progressiven Rockgruppen der ersten Stunde, die ausschliesslich engagierte deutsche Texte gesungen hat, noch bevor Udo Lindenberg sein erstes Album mit deutschen Texten herausbrachte, was sich folglich auf die Entwicklung von Rocksongs in deutsch auswirkte – Achim Reichel folgte, und noch viele andere bis heute.

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Prof. Wolfff Ensemble tourte dann mit Romi Schickle (dem bisherigen Organisten), Peter Bochtler (einem damals sehr talentierten jungen Drummer), und mit Fritz Herrmann am Bass und verschiedenen Gastmusikern zwischen 1973 und 1974 durch die Lande, allerdings nicht mehr mit deutschen Texten, hauptsächlich mit instrumentaler Musik, beeinflusst von Jazz und von der Fusion Music der 70er Jahre. (Selbstdarstellung)

Metronome Werbetext

Musikalisch erwartet uns einiges:

Das erste und einzige Album von Prof. Wolfff wurde 1972 auf dem Metronome-Label veröffentlicht. Sie waren so etwas wie die progressive Ausgabe von Ihre Kinder: anspruchsvolle Texte in deutscher Sprache, verpackt in einer exzellenten progressiven Instrumentierung.
Das Album wurde übrigens von Jonas Porst (dem Sohn von Foto-Porst) produziert, der auch Manager und Produzent von Ihre Kinder und dadurch ein geeigneter Mann für eine deutschsprachige Rockproduktion war. (Rudi Vogel/green-brain)

Verkaufsanzeige

Warum eigentlich „ein – gottseidank – relativ diszipliniertes Saxophon“ ?

In der Tat, die stark orgellastige Musik weiss auch heute noch zu überzeugen und all die Texte der Kategorie „sozialkritisch“ aren weniger platt als die Texte von so manchen Politrockern jener Zeit und erschreckend ist, dass einige an Aktualität nichts verloren haben.

Aber dann, das leidige Thema: Der Gesang ! Ich weiß nicht warum … aber auch hier ist der Gesang ein Stimmungskiller … und das ist umso bedauerlicher, wenn die Musik … siehe oben … sehr schade!

Aber nachdem hier doch überwiegend die Musik und nichts als die Musik zu hören ist … kann man augenzwinkernd über diesen Makel hinwegsehen.

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Na klar, ein wenig Provokation gehörte schon dazu

Besetzung
Fritz Herrmann (guitar, vocals, harmonica)
Michael Sametinger (drums)
Romi Schickle (organ)
Klaus Peter Schweitzer (guitar, piano, vocals)
Mondo Zech (bass, vocals)

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Titel:
01. Hetzjagd (Schweitzer/Zech) 9.59
02. Hans Im Glück (Schweitzer) 7.47
03. Mißverständnis (Schweitzer) 4.06
04. Das Zimmer (Schweitzer) 4.53
05 Weh‘ uns (Schweitzer/Borchert) 9.49
+
06 Hetzjagd (Radio Mix) (Schweitzer/Zech) 3.18

LabelB

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Und hier findet sich eine interessante Diskussion über dies Band, an der sich auch der damalige Gitarrist Fritz Herrmann beteiligt war und zwar hier

Na ja, und dann gibt noch eine lohnenswerte Seite im Internet … einfach mal googeln !