Die Puhdys 1969 – 1999 (Zwanzig Hits aus dreissig Jahren) (1999)

FrontCover1.jpgMan muss die Puhdys ja nicht mögen, aber an der Tatsache, dass sie wohl einer der erfolgreichsten DDR-Bands waren, an der Tatsache kommt man natürlich nicht vorbei.

Und auch nach der Wende gabs dann nicht nur ein Comeback, sondern auch noch ein ziemlich erfolgreiches Comeback.

Erst 2016 gab es dann das schon fast legendäre „letzte Konzert“.

Wie erfolgreich sie auch im vereinigten Deutschland waren, zeigt z.B.  dieser Sampler:

1969 – 1999 (auch: Zwanzig Hits aus Dreissig Jahren) ist ein Best-of-Album der deutschen Rockband Puhdys. Es erschien am 8. März 1999 über das Label BMG.

Die auf dem Album enthaltenen Lieder stammen überwiegend von den vorher veröffentlichten Studioalben der Puhdys. So sind drei Songs von dem Debütalbum Die Puhdys von 1974 enthalten. Ebenfalls drei Tracks wurden zuvor auf Das Buch (1984) veröffentlicht. Je zwei Titel erschienen auf den Alben Heiß wie Schnee und Schattenreiter. Die Tonträger Sturmvogel, Perlenfischer, Die großen Erfolge, 10 wilde Jahre, Neue Helden, Wie ein Engel und Frei wie die Geier sind mit je einem Lied vertreten. Außerdem stammt der Song Hey, wir woll’n die Eisbärn sehn von der Single Bye, bye … H’arryvederci. Mit Königin und Süden sind auch zwei zuvor unveröffentlichte Stücke auf dem Album enthalten.

Singles

An der Produktion der für die Kompilation ausgewählten Lieder waren verschiedene Musikproduzenten beteiligt. So wurden sieben der zwanzig Songs von Bernd Wendlandt in Zusammenarbeit mit Ingo Politz produziert. Ebenfalls sieben Titel produzierten Helmar Federowski und Karl-Heinz Ocasek (drei davon mit Volkmar Andrä). Zwei Produktionen stammen von André Kuntze, während Helmuth Rüssmann, Rainer Oleak sowie Thomas Brück für je ein Stück verantwortlich zeichnen. Das Lied Kleiner Planet wurde von den Puhdys-Mitgliedern Dieter Birr und Peter Meyer selbst produziert.

Auf dem Albumcover ist zu lesen, dass neben den bisher unveröffentlichten Liedern („zwei brandneue Songs“) auch „acht Hits neu produziert“ wurden. Das betrifft alle von Bernd Wendlandt/Ingo Politz und Rainer Oleak produzierten Lieder sowie das von André Kuntze produzierte Lebenszeit – die Produzenten waren zur Zeit der Erstveröffentlichung dieser Lieder zu jung, zum Teil noch Schüler, und begannen erst Ende der 1980er beziehungsweise Beginn der 1990er Jahre selbst zu produzieren – und ebenfalls das von Helmuth Rüssmann produzierte und als Single ausgekoppelte Alt wie ein Baum ’99.

Puhdys01

Das Albumcover zeigt die Bandmitglieder, die schwarze Anzüge und Hüte tragen und die Buchstaben des Wortes Puhdys durch verschiedene Körperhaltungen formen. Im oberen Teil des Covers stehen der Titel 1969 – 1999 in Dunkelgrau sowie der Schriftzug Puhdys in großen roten Buchstaben. Rechts unten im Bild befinden sich verschiedene Anmerkungen zum Inhalt des Albums in Grau. Der Hintergrund ist komplett weiß gehalten.

Das Album stieg am 22. März 1999 auf Platz 36 in die deutschen Charts ein und belegte in den folgenden Wochen die Ränge 50 und 47. Insgesamt konnte sich der Tonträger acht Wochen in den Top 100 halten. In Österreich und der Schweiz erreichte das Album die Charts nicht.

Als Singles wurden die Lieder Alt wie ein Baum ’99 und Wenn ein Mensch lebt / Geh zu ihr ausgekoppelt, die sich allerdings nicht in den Charts platzieren konnten. (Quelle: wikipedia)

Diskographie

Als eingefleischter Puhdys Fan habe ich mich natürlich auf dieses Album gefreut, aber meine Begeisterung hielt sich dann doch überwiegend in Grenzen, denn insbesondere die Neufassung „alter Hits“ können einfach nicht an die Originale heranreichen.

Besonders bedauerlich: Da wird „Wenn ein Mensch lebt“ so deutlich unter Wert interpretiert, dass es einem schön fast weh tun könnte, nicht viel besser ist dann auch der zweite Plenzdorf Titel „Geh zu ihr“.

Man muss die Puhdys ja nicht mögen, aber wenn man auf dem eingeblendetem Video sieht, mit welcher Ergriffenheit und all den den TRänen in den Augen, die Fans das bereits o.g. „letzte Konzert“ verfolgen, dann wird einem wieder mal klar, welche Bedeutung diese Band für ganz viele Menschen hatte …

Und das noch: es gibt da so ein Lied von den Puhdys das hat mich in meinem Leben (mit all den Abzweigungen und Umwegen) beständig begleitet, ist wohl so ne Art Motto meines Lebens geworden … den Text kann man dann unten nachlesen.

BackCover1.jpg

Besetzung:
Dieter „Maschine“ Birr (vocals, guitar)
Dieter Hertrampf (vocals, guitar)
Peter Meyer (keyboards
Peter Rasym (bass)
Klaus Scharfschwerdt (drums)

Booklet01A.jpg
Titelliste
01. Geh zu ihr (Gotthard/Plenzdorf) 2.41
02. Lebenszeit (Birr/Hertrampf/Jeske/Meyer/Wosylus/Tilgner) 3.29
03. Königin (unveröffentlicht) (Birr/Meyer) 3.47
04. Wenn Träume sterben (Birr/Hertrampf/Jeske/Meyer/Wosylus/Tilgner) 4.07
05. Was bleibt (Birr/Meyer/Pannach) 4.14
06. Wenn ein Mensch lebt (Gotthard/Plenzdorf) 3.21
07. Hey, John (Birr/Meyer/Lasch) 3.50
08. Ich will nicht vergessen (Birr/Meyer/Lasch) 3.59
09. Doch die Gitter schweigen (Birr/Hertrampf/Jeske/Meyer/Wosylus/Lasch) 3.51
10 Türen öffnen sich zur Stadt (Birr/Tilgner) 4.35
11. Melanie (Birr/Hertrampf/Jeske/Meyer/Wosylus/Lasch) 3.59
12. Bis ans Ende der Welt (Birr/Hertrampf/Jeske/Meyer/Wosylus/Lasch) 5.29
13. An den Ufern der Nacht (Birr/Meyer/Lasch) 3.50
14. Kleiner Planet (Birr/Hertrampf/Jeske/Meyer/Scharfschwerdt/Kowarski) 4.27
15. Alt wie ein Baum ’99 (Birr/Hertrampf/Jeske/Meyer/Wosylus/Lasch) 3.11
16. Rockerrente (Birr/Meyer) 4.00
17. Hey, wir woll’n die Eisbärn sehn (Birr/Meyer) 3.54
18. Süden (unveröffentlicht) (Scharfschwerdt/Rasym/Birr) 2.47
19. Steh auf und lauf (Rudnik/Brozat) 3.32
20. Das Buch (Birr/Meyer) 5.14

CD1

*
**

Ich war ein Mensch mit 100 000 Plänen
sie einzulösen fehlte mir der Mut.
Von den Träumen blieb mir nur die Sehnsucht.
Und schon lag die Asche auf der Glut.
Da traf ich einen, der war junggeblieben.
Der sagte mir: Paß auf, eh es zu spät.
Schnell ist man von Fluß der Zeit verrieben.
Versuche alles, sonst ist es zu spät.

Wenn Träume sterben, dann wirst Du alt.
Du bist Dein eigner Schatten nur und holst Dich nicht mehr ein.
Wenn Träume sterben, dann wird es kalt.
Du bist ein Mensch zwischen toten Dingen und bist allein.

Viele sah ich, die warn erst 30 Jahre.
Sie schienen jung und waren doch schon alt.
Da beschloß ich: Wenn ich was bereue,
bereu ich nur, was ich noch nicht getan.

Wenn Träume sterben, dann wirst Du alt.
Du bist Dein eigner Schatten nur und holst Dich nicht mehr ein.
Wenn Träume sterben, dann wird es kalt.
Du bist ein Mensch zwischen toten Dingen und bist allein.

Puhdys – Rock ’n’ Roll Music (1976)

FrontCover1Also mit diesem 1976 erschienem Album begann für die DDR-Rockmusik wohl eine neue Zeitrechnung. Wenn ich mich recht enstsinne war es mit diesem Album einer DDR-Band erstmals erlaubt, englischsprachigen Rock N Roll Songs ne ganze LP zu widmen.

Und diese Möglicheit nutzten die Puhdys bravorös. Was hier musikalisch passierte,  hat für mich was ziemlich einmaliges: Als wäre sie wie losgelassen, zelebrieren die Puhdys hier all die Klassiker des Rock N Rolls, als wäre es das letzte, was sie musikalisch machen könnten/dürften.

Mit einer schier unglaublichen Ungestümtheit stürzen sie sich in all jene Songs, die von Liebe, Trauer, Lebensfreude und noch viel mehr handeln und interpretieren sie mit dem Sound des 70er Jahre, dass es eine wahre Freude ist.

Das geht schon los bei Krachern wie „Long Tall Sally“ und Rock N Roll Music“ … let´s fetz ist hier das Motto !

Rock'n'Roll Music (front)1

Amiga Frontcover

Und bei „Do You Wanna Dance“ würde sogar ich als staatliche anerkenntter Tanzmuffel auf die Tanzfläche stürmen und wenn sie dann für die holde Weiblichkeit Schnulen wie „Donna“ oder „Bay By Love“ präsentieren, wird sogar mir ganz warm ums Herz und meine Knie werden weich … Und wenn sie dann singen „Sheila said she loves, she said she never leaves, me, true love will never die … “ dann glaub ich das (fast).

Und ihre Fassung von „Brown Eyed Handsome Man“ (Chuck Berry) ist schlicht und ergreifend genial …

Aber dann dröhnt schon wieder „Godd Golly Miss Moly“ aus den Boxen und es stehen einem die Haare zu Berge … vor fassungsloser Begeisterung …

Die Puhdys lassen hier schlicht und ergreifend die Sau raus … und das auf höchstem Niveau.

Und für die Chronisten jener Zeit: Dies war das 2. Puhdys, das auch in der BRD (auf Hansa Records) veröffentlicht wurde … Ich erinnere mich noch an ein paar Konzerte mit den Puhdys hier in München … da hatten sie immer ein Rock N Roll Medley mit im Gepäck und der Saal tobte (oder: and the crowd went crazy …)

Und wenn jetzt jemend den Eindruck hat, mir sind bei diesen Zeilen die Gäule durchgegangen, so kann ich nur sagen: Jawohl … selten hat mich eine LP so begeistert wir diese !

Oh yes: Rock N Roll is here to stay !

Live1976.jpg

Die Puhdys in der Hamburger Fabrik. Ihr erster Auftritt in West-Deutschland (9.November 1976)

Besetzung:
Dieter Birr (guitar, vocals)
Dieter Hertrampf (guitar, vocals)
Harry Jeske (bass)
Peter Meyer (keyboards)
Gunther Wosylus (drums)

OstWestBackCovers

Ost – West Vergleich (1): Die BackCovers

Titel:
01. Long Tall Sally/Party/Rock And Roll Music (Penniman/Blackwell/Blackwell/Robinson/Enotris/Berry) 4.43
02. High School Confidental (Lewis/Hargrave) 2.20
03. Tallahassee Lassie (Crewe/Slay/Picariello) 2.37
04. I Need Your Love Tonight (Reichner/Wayne) 1.50
05. Brown Eyed Handsome Man (Berry) 2.00
06. Donna (Valens) 2.55
07. I’m Gonna Love You Too (Mauldin/Sullivan/Petty) „:“=
08. Good Golly Miss Molly (Calhoun) 1.58
09. Do You Want To Dance (Freeman) 2.10
10. Hound Dog (Leiber/Stoller) 2.05
11. Sheila (Roe) 2.00
12. Tutti Frutti (Labostrie/Lubin/Penniman) 1.45
13. Mean Woman Blues (de Metruis) 2.05
14. Bye Bye Love (B.Bryant/F.Bryant) 2.22

OstWestLabels

Ost-West-Vergleich (2): Die Labels

*
**

Puhdys

Verschiedene Interpreten – Beat-Party (1977)

FrontCover1Ich vermute mal, dass auch in der DDR Sampler sehr willkommen waren, boten sie denn, wie auch in der alten Bundesrepublik die Möglichkeit, sich über unterschiedliche Interpreten einen ersten Eindruck zu verschaffen, um dann – bei Bearf- sich mit bestimmten Interpreten näher zu beschäftigen.

Hier ist so ein Sampler aus dem Jahr 1977, bei dem mich erstmal der Titel ein wenig irritierte, da der Begriff „Beat-Musik“ hier im Westen damals schon längst ein Auslaufmodell war, denn … der Punk stand ja schon heftig kopfend vor der Tür.

Sei´s drum … geboten wir ein aktueller Querschnitt von den damaligen DDR-Bands, von denen so etliche bis heute einen klangvollen Namen haben (Karat, Puhdys, Lift).

Und dann gibt es noch etliche Combos, die zumindest mir eher weniger bis gar nichts sagen: Die Band Skalden stammte ja eigentlich aus Polen, aber sie hatten auch diverse Aufnahmen in deutsch produziert. Oder “ Ingrid Pollow & Gruppe Toast“ und „Gruppe Fonograf“ (die stammte wiederum aus Ungarn) – Der Song „Mädchen in der ersten Reihe“ ist ganz schön pfiffig mit passenden Puszta-Klängen.

Skalden.jpg

Skalden

Es gibt also so einiges zu entdecken und dabei ist auch ein gewisses schmunzeln ob der z.T. trolligen Lieder („Kein Schlaflied). „Ticke Tom“ klingt ein wenig wie Simon & Garfunkel

Aber natürlich bleibt meine Favorit bei diesem Album der Song „Alt wie ein Baum“, eine weitere Puhdys-Hymne, die längst den Test der Zeit bravorös bestanden hat. Ein Hauch von französischem Chansons erklingt dann bei „Ein guter Tag“.

Also … ein weites Feld, das sich hier auftut …

 

BackCover1

Titel:
01. Skalden: Frühling (Wszysto Kwitnie Wkolo) (Zielinski/Bobrowski/Branoner) 2.55
02. Gruppe Wir: Gartenparty (Ziegler/Brandenstein) 3.00
03. Gruppe Kreis: Du machst mich müd‘ (Fritzsch/Gertz) 3.45
04. Gruppe Hungaria: Der Platz neben mir (Az Utolto Sorban) (Fenyö) 2.55
05. Veronika Fischer & Band:  Nein, Doktor, nein     3:27
06. Puhdys: Alt wie ein Baum (Puhdys/Lasch) 2.45
07. Gruppe Fonograf: Mädchen in der ersten Reihe (Az Elsö Sorban Ült) (Mòricz/Bròdy/Branoner) 2.30
08. Maryla Rodowicz: Kein Schlaflied (Piosenkaprzeciw Zapsypiami)     2:45
09. Gjon Delhusa: Ticke Tom (Delhusa/Gertz) 3.20
10. Angelika Mann & Reinhard Lakomy-Ensemble: Sieben Zwerge (Delhusa/Gertz) 2.45
11. Rote Gitarren: Ein guter Tag (Mam Dobry Dzien) (Krajewski/Patuszynski/Branoner) 2.50
12. Gruppe Elefant: Drei Mädchen und eine Band     2:55
13. Gruppe Lift: Wasser und Wein (Heubach/Demmler) 3.40
14. Gruppe Expreß:  Wenn Musikanten heimwärts fahren (Lemke/Görke/Demmler) 3.00
15. Karat: So ’ne Kleine (Swillms/Branoner) 3.10
16. Ingrid Pollow & Gruppe „Toast“: Nobody Knows (Traditional) 3.17

labelb1

*
**

GruppeExpress.jpg

Gruppe Expreß

Puhdys – 20 Jahre Puhdys (Jubiläumsalbum) (1989)

FrontCover1Vielleicht kam es bisher noch gar nicht so zum Ausdruck: Die Puhdys sind für mich eine der wichtigsten DDR-Bands, und das hat viele Gründe (die ich vielleicht später mal ausführlicher beleuchten werde).

Jedenfalls feierten sie just im Jahre 1989 ihr 20jähriges Jubiläum und zu diesem Anlass erschien dieses Doppelalbum, das es wirklich in sich hat, denn: Dieses Doppel-Album beinhaltet zum einen die Coverversionen mit denen die Puhdys ihre Karriere begannen (z.B. „Born To Be Wild“, „Lady In Black“ u.a.) und zum anderen Titel der Puhdys von anderen Künstlern gecovert (u.a. IC, Berluc, Amor & Die Kids, Helga Hahnemann) und seltene Single-Versionen, die auf LPs nie erschienen waren …

Fangen wir mal mit all diesen Cover-Versionen an …Irgendwie unglaublich mit welcher Souveränität sich die Puhdys an die ganz großen Klassiker der Rockmusik herangewagt haben … Und ihre Versionen sind wirklich fulminant (okay, beim „Summertime Blues“ hat man die Who im Ohr und da schneiden sie erkennbar schlechter ab).

Man könnte fast meinen, sie hätte meine Playlist der Klassiker geklaut … Nummer für Nummer musizieren sie, zelebrieren sie jene Musik jener Tage, als genau diese Musik in der DDR eher verpönt war (zumindest von offizieller Seite). Aber wir schrieben das Jahr 1989 und die Aufnahmen sind zwischen dem Januar und Mai 1989 entstanden und fast könnte man den Eindruck haben … dass genau diese Aufnahmen den Herrschenden zeigen sollten, dass ihre Zeit bald vorbei sein wird …

LPBooklet.jpg

Im Booklet unterlief den Machern allerdings ein kleiner, aber feiner Fehler. Der Song „Poor Boy“ wird als Elvis Presley Song ausgewiesen, was totaler Quatsch ist. „Poor Boy“ ist die Heavy-Fassung des Lords-Klassikers aus den 60er Jahren … ein musikalischer Handschlag zur BRD … Ich habe es mir erlaubt, diesen Fehler in der Titelliste zu korrigieren.

Dass die Jungs ganz großartige Cover-Versionen produzieren können, hatten sie ja bereits bei ihrm „Rock & Roll“ bewiesen … hier legen sie noch ne Schippe rauf … Den ersten beiden Seiten der Doppel-LP verleihe ich das Prädikat „Killer-Aufnahmen“.

Auf der zweiten CD dann Puhdys -Songs in neuer Form:  Für Puhdys Hardcore-Fans ganz sicher mehr als spannend, aber hier zeigt sich, dass ihre Original-Aufnahmen doch deutlich stärker sind; diese Diskrepanz ist bei ihren Cover-Versionen der Rock-Klassiker deutlich geringer … irgendwie witzig.

LPBackCover.jpg

Und dies war dann auch ihre letzte offizielle „Ost“ – Platte, denn dann kam der November 1989 … und in diesem Jahr lösten sie sich auf (vorübergehend auf) … und im Jahre 2014 gehen sie unter dem Motto „Es war schön“ auf ihre Abschiedstournee 2014/2015:

Am 31. Oktober 2014 feiern sie in der O2 World in Berlin ihr 45-jähriges Bühnenjubiläum und den offiziellen Auftakt ihrer großen Abschiedstournee 2014/2015. Am 19. November 1969 gaben sie ihr erstes Konzert, der Beginn einer beispiellosen Karriere …

Live

Besetzung:
Dieter Birr (guitar, vocals)
Dieter Hertrampf (guitar, vocals)
Peter Meyer (keyboards, vocals)
Harry Jeske (bass)
Klaus Scharfschwerdt (drums, vocals)

BookletA

Titel:

CD 1:
01. Born To Be Wild (Bonfire) 3.58
02. Light My Fire (Densmore/Krieger/Manzarek/Morrison) 3:11
03. The Lady In Black (Hensley) 3.46
04. Sunshine Of Your Love (Bruce/Brown/Clapton) 4.05
05. Death Of A Clown (Davies) 3.20
06. Poor Boy (Lietz/Gietz) 2.53
07. Rock’N’Roll (Page/Plant/Jones/Bonham) 3.56
08 . Who’ll Stop The Rain (Fogerty) 2.22
09. Summertime Blues (Cochran/Capehart) 2.03
10. Teenage Wasteland (Townshend) 3.23
11. A Wither Shade Of Pale (Brooker/Reid) 4.27
12. Black Night (Blackmore/Gillan/Glover/Lord/Paice) 3.05
13. Paint It Black (Jagger/Richards) 3.16

CD 2:
01. Puhdys mit Helga Hahnemann: Rockerrente (Birr/Meyer) 2.35
02. Puhdys:  Der Außenseiter (Birr/Meyer/Tilgner) 4.30
03. Rosalili: Wenn Träume sterben (Birr/Meyer/Tilgner/Jeske/Hertrampf/Wosylus) 4.32
04. Puhdys: Die Wärme der Nacht (Tilgner/Hertrampf) 3.55
05. Amor & die Kids: Geh zu ihr (Gotthardt/Plenzdorf) 2.42
06. Puhdys: Die Boote der Jugend (Birr/Myer) 2.53
07.  Die Lords: 1992 (Birr/Hertrampf/Meyer/Jeske/Scharfschwerdt(Günther) 3.22
08. Puhdys:  Ich will nicht vergessen (Birr/Meyer/Lasch)  4.14
09. IC und Studioband: He, John (Lasch/Schmidt) 4.25
10. Puhdys: TV-Show (Birr/Meyer)  3.07
11. Berluc: An den Ufern der Nacht (Dirr/Meyer/Lasch/Berluc) 4.25
12. Puhdys: Das Buch (Birr/Meyer) 5.16

LabelA1.jpg

 

*
**

Konzertkarte1989

Verschiedene Interpreten – Hallo Nr.1 (1972)

FrontCover1.jpgAlso, da haben sich die Macher von Amiga Records wirklich was nettes einfallen lassen:

Da verpackte man einen Sampler in wunderbar bunten Farben … ein Hauch von Flower Power macht sich dabei breit …

Aber viel wichtiger: hier hören wir Songs von Gruppen, die in der damaligen DDR nun wirklich im Bereich des „ProgRock“ was zu bieten hatten.

Und damit meine ich nicht nur die Puhdys (deren „Geh dem Wind nicht aus dem Wege“ ein unbestreitbarer Höhepunkt dieser LP ist … nein da gibt es noch viel mehr zu entdecken:

Da gibt es z.B. die „Roten Gitarren“ (die ja eigentlich „Czerwone Gitary“ hießen), aus Polen stammten, aber in der DDR ebenfalls für Furore sorgten … und ich sag mal: zu Recht ! Und deren „Anfang“ kommt ziemlich „heavy“ daher. ..

Oder eine Combo namens „Die Nautiks“ die mit ihrem nachdenklichen „Ich steh‘ allein in dieser Stadt“ aufmerksam machen.

Panta Rhei

Panta Rhei

„Panta Rhei“ überzeugen vor allem mit ihrem „Blues für John Henry“ … da kann man nur den imginären Hut ziehen … so klingt Musik mit ganz viel Substanz ! Ihr „Aus und vorbei“ kann dann nicht wirklich überzeugen … aber dennoch: diesen Namen sollte man sich merken !

Ein Hauch von Jethro Tull dann von der Gruppe Bayon … noch so ein Name, der mir erstmalig über den Weg gelaufen ist … mit diesem Album.

DieInlets

Die Innenhüllen der LP

Wie gesagt: Hier hören wir einen Querschnitt von Bands aus der DDR, die abseits des Mainstreams versucht haben, eigene Wege zu geben, und das „nötigt“ mir jede Menge Respekt ab.

Von daher kan ich nur die Empfehlung abgeben, sich dieses Teiol man reinzuziehen … denn da gibt es viel zu entdecken … wenn man dann will.

Und auch all die Texte … da waren meist sehr reflektierte Texter am Werk … aber da ich im momentan grad ein wenig albern bin, beendete ich diesen Eintrag mit einem Zitat aus  dem Lied „Es brennen die Berge und Wälder“

Es brennt der Wald im Abendrot  … lalala …

BackCover1.jpg

Titel:
01. Rote Gitarren: Es brennen die Berge und Wälder (Krajewski/Branoner) 3.48
02. Die Nautiks: Ich steh‘ allein in dieser Stadt (Gottschalk) 2.43
03. Die Puhdys: Geh dem Wind nicht aus dem Wege (Birr/Tilgner) 6.42
04. Panta Rhei: Blues für John Henry (Protzmann) 5.29
05. Norbert Schmidt & Joco – Dev – Sextett: Wir lagen im Grase (Lüpke/Schmidt/Maywald) 4.37
06. Scirocco – Combo: Wege mit gutem Namen (Wendt/Maywald) 2.34
07. Gruppe Bayon: Stell dich mitten in den Regen (Theusner/Borchert) 5.09
08. Rote Gitarren: Anfang (Krajewski) 2.11
09. Panta Rhei: Aus und vorbei (Protzmann/Gerlach/Dreilich) 4.39

LabelB

*
**

Rätselhaft.jpg

Etwas rästelhaft … dieser Text auf einer der Innenhüllen … 

Puhdys – Die Puhdys (1974)

FrontCover1.jpgJetzt schlägt´s aber wirklich 13 ! Da sind die Puhdys meine Lieblingsband aus der DDR … davon kann man hier aer nichts mitbekommen … dass ändert sich nun mit dem heutigen Tage:

Die Puhdys waren eine deutsche Rockband. Als Gründungsjahr gibt die Band 1969 an. Bereits zuvor gab es die Puhdys in ähnlicher Besetzung, die sogenannten „Ur-Puhdys“. Die Puhdys zählen zu den bekanntesten Rockbands der DDR. Nach der Bekanntgabe ihrer Auflösung im Februar 2014 gab die Band Anfang 2016 in Berlin ihr letztes Konzert.

Vorläufer der Gruppe war die 1965 gegründete Udo-Wendel-Combo, der neben dem Sänger und Gitarristen Udo Wendel Peter Meyer (Keyboard), Harry Jeske (E-Bass) und Udo Jacob (Schlagzeug) angehörten. Nach Wendels Weggang im selben Jahr vervollständigte Dieter Hertrampf (Gitarre, Gesang) die Band, die sich fortan nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen – P, U, H und D – Puhdy-Quartett[1] bzw. ab 1966 Puhdys nannte. Anfangs spielte die Band Tanzmusik.[2] Hertrampf begann 1966 eine Musikerausbildung und schloss sich später dem Teisco-Quartett – wo er auf den Schlagzeuger Gunther Wosylus traf – und anderen Bands an. Meyer leistete von 1966 bis 1968 seinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee ab und spielte währenddessen im Musikkorps Eggesin. Die Besetzung der Puhdys wechselte häufig; so gehörten kurzzeitig auch Herbert Dreilich und – als Vertretung für Meyer – Reinhard Lakomy[4] zur Band, die rückwirkend häufig als „Ur-Puhdys“ bezeichnet wird. Udo Jacob verließ die Band im Mai 1969 und schloss sich später Panta Rhei an. Nach Jacobs Weggang traten Meyer und Jeske zusammen mit Dreilich sowie Henry und Jutta Kotowski als Mitglieder des Henry Kotowski Quintetts auf, das aus dem Henry Kotowski Sextett hervorgegangen war.

Puhdys1972.jpg

Die Puhdys, 1973

1969 kehrten Peter Meyer und Dieter Hertrampf zur Band zurück, Dieter Birr (Gesang, Gitarre) und Gunther Wosylus als Schlagzeuger kamen ebenfalls hinzu. Den Bandnamen behielten die Puhdys bei. Den ersten Auftritt in der neuen Besetzung hatte die Band am 19. November 1969 im Tivoli in Freiberg. Dieser Tag wurde später als Gründungstag der Puhdys bezeichnet. In diesem Konzert spielten sie ausschließlich englischsprachige Coversongs.

1970 erhielt die Band ein Auftrittsverbot im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Zwei dortige Kulturbeauftragte hatten bemängelt, dass alle Texte auf Englisch gesungen worden seien und die Leistung der Musikanlage mit 200 Watt mehr als die üblichen 70 bis 80 Watt betragen hätte. Auch habe es „die Kapelle“ nicht verstanden, den Ablauf so zu gestalten, dass „jedwede Hektik unter den jugendlichen Tänzern hätte vermieden werden können“. In der Folge kam es zu einer Aussprache der Band mit den Behörden. In der Folge schrieben die Puhdys eigene Lieder in deutscher Sprache, das Verbot wurde aufgehoben.

DiePuhdys01.jpg

Stilistisch lehnte man sich zunächst an Hard-Rock-Vorbilder wie Deep Purple, Uriah Heep oder Led Zeppelin an. Mit Eigenkompositionen und Texten von Wolfgang Tilgner und Burkhard R. Lasch entwickelten sich die Puhdys zur erfolgreichsten DDR-Rockgruppe der 1970er Jahre. Erste größere Bekanntheit erlangten die Puhdys 1971 durch die Sendungen Basar und Die Notenbank im Fernsehen der DDR. Initiiert durch einen Aufruf von 150 Schülern einer Berufsschule in Gardelegen wurde dort der spätere Hit Türen öffnen sich zur Stadt gezeigt. Schon im Jahr darauf wurde Geh dem Wind nicht aus dem Wege der „Schlager des Jahres“.

Im Jahr 1973 spielten die Puhdys die von Peter Gotthardt und Ulrich Plenzdorf geschriebenen Titel Wenn ein Mensch lebt und Geh zu ihr als Filmmusik zum Film Die Legende von Paul und Paula (unter Regie von Heiner Carow) ein. Dabei wurden die ursprünglich angedachten Titel Spicks and Specks von den Bee Gees und Look Wot You Dun von Slade aufgrund Devisenmangels gestrichen und stattdessen Eigenproduktionen genommen, denen die starke Ähnlichkeit zum Original anzuhören ist. Im gleichen Jahr waren sie im Film Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow mit drei Titeln zu hören und zu sehen.

Ebenfalls 1973 hatten sie auf den X. (10.) Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Ost-Berlin ihren ersten Großauftritt. (Quelle: wikipedia)

Singles

Die ersten Singles der Puhdys

Und 1974 war es dann endlich soweit: Die Puhdys produzierten ihr Debütalbum und hier kann man es hören …

Und es konnte sich nun wirklich hören lassen … klar, die großen Vorbilder – wie oben bereits erwähnt – gucken ganz gewaltig um die Ecke… aber es waren ja auch nicht die schlechtesten Vorbilder … sagen wir es mal so … mit diesem Album haben sie souverän ihr Gesellenstück abgegeben … Die internationale Sprache der damaligen Rockmusik waren die Musikern sowas von gut bekannt.

Aber auch textlich haben sie ihre Duftmarke gesetzt und das haben sie natürlich dem Wolfgang Tilgner zu verdanken, der Texte zwischen Realität und Mystik („Vineta“, „Ikarus“) verfasste.

Nachdem ich viele seiner Texte damals sehr geschätzt habe, war ich umso enttäuschter, als sich später herausstellte, dass er als IM für die Stasi gearbeitet hat.

Na ja, und dann noch er Hinweis auf den Ulrich Plenzdorf Film „Die Legende von Paul und Paula“. In diesem Film erklang auch ein weiterer Puhdys Klassiker der frühen Jahre „Geh zu ihr“.

Summa sumarum: ein prachtvolles Debütalbum … weitere Kracher sollten folgen !

AmigaWiederveröffentlichung (1980)

Amiga Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1980

Besetzung:
Dieter Birr (vocals, guitar)
Dieter Hertrampf (guitar, background vocals)
Harry Jeske (bass)
Peter Meyer (keyboards)
Gunther Wosylus (drums)

BackCover1.jpg

Titel:
01. Vorn ist das Licht (Meyer/Tilgner) 3.30
02. Von der Liebe ein Lied (Gotthardt/Tilgner) 4.02
03. Mann im Mond (Birr/ Tilgner) 2.51
04. Vineta (Meyer/Tilgner) 5.43
05. Türen öffnen sich zur Stadt (Meyer/Tilgner) 5.18
06. Sommernacht (Birr/Hertrampf/Tilgner) 3.24
07. Ikarus (Birr/Tilgner) 4.44
08. Geh zu ihr (Gotthardt/Plenzdorf) 2.42
09. Wenn ein Mensch lebt (Gotthardt/Plenzdorf) 3.16
10. Zeiten und Weiten (Wosylus/Tilgner)  3.57

LabelB1

*
**

 

Verschiedene Interpreten – Pop Gymnastik (1983)

FrontCover1Es war wohl die Jane Fonda, die uns Europäern den „Aerobic“  Wahnsinn bescherte. Dazu  kann man dann in Wikipedia folgendes lesen:

Fonda gehört seit Ende der 1970er Jahre zu den Protagonistinnen einer Fitness-Welle. Mit Aerobic-Videos und später auch Stretch- und Yoga-Videos schuf Fonda ein Fitness-Imperium, dessen Wert auf über 600 Millionen Dollar geschätzt wurde. Nach einigen Todesfällen von Freizeitsportlern vertrat die ursprünglich höchst radikale Anforderungen an den Körper propagierende Fonda („Hintern bewegen!“) schließlich eine gemäßigtere Linie. Im Alter gestand sie sogar ein, mehr als dreißig Jahre an Bulimie gelitten zu haben. (Quelle: wikipedia)

Tja, und was wir „Westler“ da so an Gehopste veranstalteten … da wollte die DDR wohl nicht hinten anstehen … denn modern wollte man ja auch sein …

Und so entstand diese unsägliche LP, vollgestopft mit internationalen und einheimischen Hitr. Da mussten die Beatles und Steve Miller herhalten und auch die Puhdys und Karat hatten ihr Schärflein abzuliefern …

Alles natürlich in jenem unerträglichem Disco-Gemansche … und den Anleitung für das Gehopse gab´s dann im „Innenbeutel“ …

Selten habe ich mich so gerne von einer LP getrennt, wie von dieser.

Inlet02A

Besetzung:
Studioband – Studiochor – Studio-Orchester – Marion Pagels & Miro Fabian   – Exzentra – Familie Silly  – Maja Catrin Fritsche – Karat – Puhdys – Orchester Martin Hoffmann – Cantus Chor – u.v.a.

BackCover1
Titel:

Pop Gymnastik (Teil 1): (20.14)
eart Of Glass (Stein/Harry) 2.43
01.02. Get Back (Lennon/McCartney) 2. 05
01.03. Felicita (Minellono/Farina/De Stefani) 2.35
01.04. Laß dieses „He“ (Schlecht) 2.20
01.05. Bette Davis Eye (Weiss/e Shannon) 3.00
01.06.Hands Up (Vangarde/Kluger) 2,25
01.07. Der blaue Planet (Swillms) 2.35
01.08. Jahreszeiten (Birr/Meyer) 2.30

Pop Gymnastik (Teil 2): (21.11)
02.01. TV-Show (Birr/Meyer) 2.43
02.02.A Walk In The Park (Bailey) 2.45
02.03. Tanz mit der Sphinx (Swillms) 3.00
02.04. Abracadabra (Miller) 2.30
02.05. Ciborea (Silly) 2.25
02.06. Gimme, Gimme, Gimme … (A Man After Midnight) (Andersson/Ulvaeus) 3.05
02.07. Looking For Freedom (White/Cowtan) 2.15
02.08. Upside Down (Edwards/Rodgers) 2.25

LabelA1
*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

Anleitung

Immerhin: warm machen durfte man sich noch … aber dann: zacki, zacki  !!!