Die Ärzte – Jazz ist anders (2007)

FrontCover1Mit diesem Album wollten es Die Ärzte wohl wieder mal wissen. Auf jeden Fall war der Promotionsaufwand für diese Scheibe ganz schön enorm.

Zur Promotion wurde das Album vor der Veröffentlichung mit „Jazz isst anders“ betitelt, was einige Fans über ein zweites Konzeptalbum nach Le Frisur, diesmal übers Kochen und Essen, spekulieren ließ. Nicht nur, dass die einzelnen Titel des Albums umbenannt wurden (z. B. Küchenjunge, statt Junge oder Schimmelblau statt Himmelblau), auch die komplette Diskographie wurde passend zum Thema Kochen geändert, ähnlich dem Löschen von Bela aus der Bandbiographie zur Veröffentlichung von der Single „Dinge von denen“ aus dem Album Geräusch.

Die Verpackung der CD-Version ähnelt einem Pizzakarton und hat ca. die Maße 130 x 130 x 20 mm. Der ebenfalls in einem Pizzakarton erhältlichen Vinyl-Version liegt ein Internetgutschein bei, mit dem der Käufer sich die Lieder kostenlos im MP3-Format (256 kbps) herunterladen kann. Die Schallplatte selbst ist eine Picture-LP, wobei die A-Seite einen Pizzabelag darstellt und die B-Seite einen Pizzaboden. Die 7″-Bonus-EP stellt eine Tomatenscheibe dar.

Die Bonus-EP verfügt zusätzlich über den Hidden Track „Nimm es wie ein Mann (a.k.a Kurt Cobain)“, welcher sich auf der CD vor dem eigentlich ersten Stück befindet bzw. beim MP3-Download als vierter Song der EP erscheint. Auf der Vinyl-Version befindet sich der Hidden Track auf der B-Seite nach dem dritten Titel. Quelle: wikipedia)

PizzapackungAAber damit noch nicht genug:

Zur Tournee „Es wird eng“ und „jazzfäst“ verkauften die Ärzte exklusiv für 7,00 € eine CD, welche eine alternative Version des Albums ist, die den Titel „Jazz ist anders Economy“ trägt. Hierbei handelt es sich um eine Version des Albums, die die Ärzte unter Live-Bedingungen im Proberaum einspielten und dabei sowohl Melodien als auch Texte massiv veränderten.[8] Neben den – wie auch auf dem originalen Album enthaltenen – 16 Titeln findet sich ein kurzer Hidden Track auf dem Album, bei dem es sich um eine Kurzfassung des Liedes „Was hat der Junge doch für Nerven“ handelt. (Quelle: wikipedia)

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Jetzt aber endlich zur Musik:

„Es war derart viel von einer Krise der Ärzte zu lesen, dass mancher gleich den Marburger Bund einschalten wollte. Verschwörungstheoretiker wähnten „Jazz ist anders“ nach langer Pause und diversen Nebenjobs bereits als Schwanengesang. Ein Kollege vom Musikexpress fühlte sich sogar dazu hingerissen, den Beatles-Vergleich zu zücken: Das elfte Album der Ärzte sei ihr „Let it be“, mit Songs so hingebungsvoll romantisch und sowieso voller Anspielungen auf das baldige Ende. „Vorbei ist vorbei.“ Und dann steckt auf der Bonus-Tomate im Pizzakarton von „Jazz ist anders“ auch noch ein Lied titels „Wir waren die Besten“. Das Präteritum als Abschied.

Doch, Moment! Bonus-Tomate? Pizzakarton? Genau, schon das Artwork des elften Albums von Die Ärzte albert herum, als hätte es seit „Geräusch“ keine vier Jahre gut gefüllter Pause gegeben. Da muß niemand erst warm laufen, das zündet direkt. Der gestandene Ärzte-Hörer wird es sogar verkraften, dass die Berliner es vom Start weg überraschend ernst meinen. Ob es die hoffnungsfrohe Melancholie von „Himmelblau“ ist oder das selbstbewusste „Lied vom Scheitern“ – Ironie ist anders. Moll sind die Akkorde, und die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber natürlich mogeln sich die Debilitäten dann doch wieder hinterrücks in die Texte: „Ich bin immer dann am besten / Wenn mir keiner ins Regal pisst.“

Die Zielgruppenbefriedigung auf „Jazz ist anders“ geht eben so: Rod gibt sich „Breit“, Bela sieht zu „Hämoglobin, Weib und Gesang“ ein „Licht am Ende des Sarges“, und Farin hüpft Ballermann-kompatibel durch „Lasse redn“. Denn dort lauert zwischen Elektronikzwitschern und den abstrusen Verleumdungen der lieben Nachbarn eine ewige Wahrheit: „Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild / Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht / Aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht.“

Die neue Ernsthaftigkeit, die sich schon im wunderbaren „Junge“ Gedanken über die Zukunft macht, war schon auf „Geräusch“ keineswegs ein schicker Ersatz fürs Erwachsenwerden. Die eingebauten Hintertürchen zeigen einen dritten Weg jenseits von Ha-Ha-Lustigkeit und Düsseldorfer Betroffenheit. Da ist eben eine mörderische Tragödie wie „Nur einen Kuss“ ebenso möglich wie die bittere Beziehungsabrechnung „Heulerei“ oder das selbstmitleidige „Living hell“. Und weil aus dem Nebenher wieder ein Miteinander geworden ist, passen die Songs zueinander wie Arsch auf Eimer.

Die Lust steckt nämlich in den Details. Im Zappelfunk von „Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)“ mit seinem herrlichen „Pflegeleicht“-Refrain, im Schallala-Kitsch von „Niedliches Liebeslied“ oder im tollwütigen Kreischen der herrlichen Raubkopiererbestrafungsphantasie „Tu das nicht“: „Und es läuft keine Musik auf Deiner Beerdigung / So.“ Aber „Jazz ist anders“ ist ohnehin viel zu lebendig für den Friedhof. „Dracula wohnt nicht mehr hier / Hier gibt’s nur noch den lustigen Vampir.“ Jetzt muss sich nur noch die Schinkenformscheibe aus dem neuen Die-Türen-Album mit der Tomate von „Jazz ist anders“ vermählen. Alles wird guten Appetit.“ (Oliver Ding)

Nicht verschwiegen werden soll allerdings auch, dass die webnsie laut.de zu einem ganz anderem Urteil kommt.

Mir ist das eher wurscht, denn ich gehöre eh nicht zur Zielgruppe dieser Band. Aber dennoch: Die Ärzte bleiben eine ganz schön schwergewichtige Formation unter dem deutschen Himmel.

Aber jetzt beschäftige ich mich dann doch lieber mit der 4. Folge der Edition „Swing tanzen verboten“.

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Besetzung:
Bela B. (Dirk Felsenheimer) (drums, vocals, guitar)
Rodrigo González (bass, vocals, guitar, piano)
Farin Urlaub (Jan Vetter) (vocals, guitar, bass)

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Titel:
01. Himmelblau (Urlaub) 3.16
02. Lied vom Scheitern (Felsenheimer) 3.29
03. Breit (Urlaub/González) 3.14
04. Lasse redn (Urlaub) 2.49
05. Die ewige Maitresse (González/Felsenheimer) 2.24
06. Junge (Urlaub) 3.07
07. Nur einen Kuss (Urlaub) 4.25
08. Perfekt (Felsenheimer) 2.35
09 . Heulerei (Urlaub) 2.13
10. Licht am Ende des Sarges (Felsenheimer) 2.47
11, Niedliches Liebeslied (González/Felsenheimer) 3.40
12. Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend) (Urlaub) 2.13
13. Allein (Urlaub) 3.50
14. Tu das nicht (Felsenheimer) 3.52
15. Living Hell (Urlaub) 3.41
16. Vorbei ist vorbei (Urlaub) 3.04
17.  Nimm es wie ein Mann (a.k.a. Kurt Cobain) (Felsenheimer/González) 1.54

+ die EP:

18. Wir sind die Besten (Urlaub) 2.29
19. Wir waren die Besten (Felsenheimer) 4.14
20. Wir sind die Lustigsten (González) 4.35

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Vogelfrei – Stiefeljungs – Lieder 1984 – 1989 (1999)

FrontCover1Jetzt gibt´s was auf die Ohren … Anfangs dachte ich ja, hier handelt es sich um eine Art „rechte Rockmusik“ … und die hätte dann den Weg in diesen blog definitiv nicht gefunden. Aber nein, „Vogelfrei“ kommen aus einer anderen Ecke:

Wenn man den Namen Vogelfrei hört, denkt manch einer spontan an Mittelalterrock, wie ihn Subway To Sally und In Extremo früher fabrizierten. Dabei haben Sänger und Gitarrist Ricky Alex und Drummer Steve Rabe im Frühjahr 1992 ganz anderes in Sinn, als sie die Band in Torgau gründen: Punkrock.Wenn man den Namen Vogelfrei hört, denkt manch einer spontan an Mittelalterrock, wie ihn Subway To Sally und In Extremo früher fabrizierten. Dabei haben Sänger und Gitarrist Ricky Alex und Drummer Steve Rabe im Frühjahr 1992 ganz anderes in Sinn, als sie die Band in Torgau gründen: Punkrock.
Zu der Zeit heißt die Band allerdings noch Parole Lärm und da sich keine feste Bandbesetzung finden lässt, bleiben Konzerte vorerst nur ein Traum. Als sich bis 1998 immer noch nichts an diesem Zustand ändert, gehen beide eben allein ins Studio, um dort die in der Zeit zwischen 1994 und 1998 entstandenen Lieder aufzunehmen.
Im Sommer 1999 stößt mit Krystian Furmanek endlich ein passender Bassist dazu und im selben Jahr erscheint das Debüt „Stiefeljungs Lieder 1994-1998“ über Asphalt Records. Aufgrund des Titels, der deutschen Texte und eines Druckfehlers auf der LP (dort steht „Lieder 1984-1998“) finden sich Vogelfrei schnell in einer letztendlich haltlosen Diskussion um rechtsradikale Hintergründe wieder, da sie ebenfalls dem Oi-Punk entstammen.

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Mit Thomas Richter holen sie sich einen zweiten Gitarristen in die Band und trauen sich endlich auch live auf die Bretter. Gleichzeitig arbeiten sie am zweiten Album „Mutmacher“, das Anfang 2002 erscheint und dem eine ganze Reihe an Konzerten folgt. Zwar verlassen Krystian und Thomas Vogelfrei bald wieder, doch Ricky und Steve arbeiten konsequent weiter.

Auf der EP „Irgendwohin“ ist Gitarrist Daniel Reinhardt mit dabei und nachdem Basser Dirk Sickert das Line-Up aufgestockt hat, legen sie 2004 „Zwischen Sehnsucht Und Rebellion“ in die Regale. Kurz nach der Veröffentlichung ist jedoch Schluss mit Vogelfrei, da Ricky mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat und auch die vielen Besetzungswechsel wenig Spaß machen.

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Über drei Jahre liegt die Band auf Eis, doch im Frühjahr 2008 steht Ricky mit Drummer Carsten Müller zum ersten Mal im Proberaum. Wie nicht anders zu erwarten, klingen die Songs von Ricky immer noch zu 100 Prozent nach Vogelfrei. „Der Dämmerung Entgegen“ erscheint Mitte Mai 2011 über Street Justice Records und knüpft nahtlos an die Vorgänger-Scheiben an. (Quelle: laut.de)

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Hier also ihr Debütalbum mit den falschen Jahreszahlen … vielleicht typisch für so eine Punkproduktion.

Stilistisch bewegt sich die Band zwischen Punk und Oi (was das genau ist, habe ich noch nicht kapiert, ist mir aber auch nicht so wichtig).

Es ist Musik von zornigen jungen Männern … die mit vielem, wenn nicht gar mit allem unzufrieden sind:

Alles was ich nicht machen will
ist verschenkte Zeit für mich
Für die Freiheit braucht man Geld
Und das habe ich nicht

Nun ja, über diese Aussage könnte man trefflich streiten.
Diese Punk-Attitüden sind mir eher fremd (na ja, man wird halt älter) … aber seien wir mal ehrlich. Frühere Bands wie die MC5 oder Stooges traten schon auch mit ähnlichen Inhalten auf … wenngleich mir bei etlichen Texten die latent gewaltbereite Stimmung auf den Sack geht.

Und  … Ich frag mich grad mal wieder, was aus den Jungs gewworden ist … denn ihr Revival aus dem Jahr 2013 war nur von kurzer Dauer … leben sie nun auch angepasst oder was ?

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Besetzung:
Ricky Alex (guitar, vocals)
Alfons Horvinek (bass)
Stev Rabe (drums)

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Titel:
01. Intro 0.32
02. Parole Spass 2.05
03. Er hat gelernt zu kämpfen 2.58
04. Verschenkte Zeit 2.36
05. Bullenflut 3.08
06. Stiefeljungs 3.04
07. Partylied 2.35
08. Entäuschung 2.21
09. Dieses Leben 2.37
10. Immer zu dir stehen 2.33
11. Unrecht 2.59
12. Widerstand 2.54
13. Ich stehe auf 2.50

Musik und Texte: Ricky Alex

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Die Toten Hosen – Nur zu Besuch – Unplugged im Wiener Burgtheater (2005)

FrontCover1Also … Punkrock und unplugged .. das ist schon ne ganz besondere Kombination … Und nachdem Die Toten Hosen eh nichts auslassen … gab es dann dieses prachtvolle Konzert:

Die Toten Hosen können´s auch ruhig: Nur zu Besuch präsentiert die Düsseldorfer Punkrocker sehr überzeugend im Unplugged-Gewand.

Im edlen Ambiente des Wiener Burgtheaters gingen Campino & Co. am 17. November 2005 ohne massive Verstärkerwände und elektrische Gitarren auf die Bühne, um für ihre Fans und die Kameras von MTV einen bunten Strauß erstklassiger Songs in ungewöhnlichen Versionen zu spielen. Adrenalin-Kicks und wilde Mosh-Pits sucht man hier vergeblich, die Stimmung ist aber dennoch bombastisch, und die Akustik-Arrangements lassen bewährte Hosen-Hits wie „Opel-Gang“, „Hier kommt Alex“, „Wünsch dir was“, „Eisgekühlter Bommerlunder“ oder „Schönen Gruß, auf Wiedersehn“ in gänzlich neuem Licht erstrahlen. Insbesondere die Piano- und Streicher-Parts verleihen den Klassiker-Tracks eine klangliche Vielfalt, die deutlich über die Songstrukturen der Originalversionen hinausgeht. Und als zusätzliche Kaufanreize erwarten den Hörer noch Raritäten wie „The Guns Of Brixton“ oder „Weltmeister“, die sich problemlos zwischen den Gassenhauern behaupten können. (Michael Rensen)

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Die Hosen ohne Strom, anders gut … Als Hosenfan der erste Stunde habe ich mich riesig auf dieses Album gefreut. Hatte mich damals beworben auf ihrer HP für dieses Konzert, leider kein Losglück gehabt. Nun zum Album, es ist ein cooles Feeling die Hosen mal ohne Strom zu hören. Schon der 1. Song Blitzkrieg Bop, lässt keine Zweifel aufkommen die Hosen unplugged, ja es funktioniert. Weitere Highlights sind Opelgang (wunderschöne Umsetzung), Hier kommt Alex (Gänsehaut pur), The Guns Of Brixton, Böser Wolf und Eisgekühlter Bommerlunder (wo Campino den Sinatra macht). Sicherlich fehlen einige Klassiker, aber es durften ja wir Fans abstimmen auf der HP was gespielt wird. Überraschend ist Hand in Hand (von den Beatsteaks) mit denen sie in Argentinien auf Tour waren, also das der Titel dabei ist. Weltmeister ist wieder ein typischer Hosen Song zur Lage der Nation. Gesanglich geht Campino ganz schön ab für ein Unplugged Konzert, war sicher nicht so einfach für ihn, das die Gitarren nicht so krachen. Für Hosenfans hat dieses Album einen Ehrenplatz im Schrank sicher, alle anderen sollten ruhig mal reinhören, es lohnt sich. (T. Nowakam)

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Ergänzend darf ich vermelden:
Punkrock und unplugged .. das ist schon ne ganz besondere Kombination …  ja … und das klappt auch noch. Die Toten Hosen können auch akustisch Druck ohne Ende machen … und hier hat man auch mal die Möglichkeit, sich ein wenig mehr auf die Texte zu konzentrieren … Was viel besseres konnte uns nicht passieren … als dass sich damals im Jahre 1983 damals auf ihren ganz speziellen Weg gemacht haben …

Ach ja: Die neuen Arrangements für Die Toten Hosen schrieb Hans Steingen, mit dem die Band seit 1996 und dem Album Opium fürs Volk zusammenarbeitet.

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Andreas Meurer + Andreas von Holst

Besetzung:
Michael Breitkopf (guitar)
Andreas Frege (vocals, kazoo)
Andreas von Holst (guitar, banjo)
Andreas Meurer (bass)
Stephen George Ritchie (drums)
+
Esther Kim )pino, accordeon)
Raphael Zweifel (cello)

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Titel:
01. Blitzkrieg Bop (R.Ramone/D.Ramone) 2,23
02. Opel-Gang (Frege/v.Holst/Meurer/Trimpop/Breitkopf) 2.34
03. Auswärtsspiel (Frege) 3.14
04. Popmusik (Frege/van Dannen) 2.30
05. Nichts bleibt für die Ewigkeit (Frege/v.Holst/Müller) 3.24
06. Hier kommt Alex (Meurer/Frege) 4.19
07. The Guns Of Brixton (Simonon) 2.38
08. Das Mädchen aus Rottweil (Frege/v.Holst) 3.34
09. Der letzte Kuss − 2:44 (Breitkopf/Meurer / Campino) 2.44
10. Wünsch Dir was (Meurer/Frege) 3.46
11. Der Bofrost Mann (van Dannen/Frege) 2.42
12. Böser Wolf (Meurer/Frege) 3.10
13. Pushed Again (Breitkopf/Frege) 4.07
14. Weltmeister  (v.Holst/van Dannen/Frege) 2.58
15. Alles aus Liebe (Frege) 4.22
16. Freunde (Frege/v.Holst) 4.25
17. Nur zu Besuch (Frege/v.Holst) 4.36
18. Hand in Hand (Baumann/Götz/Kurtzke/Scholz/Teutoburg-Weiss) 3.48
19. Eisgekühlter Bommerlunder (Molinare/Trimpop) 4.22
20. Schönen Gruß, auf Wiederseh’n (Rohde/Frege) 3.29

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Die toten Hosen – Opel Gang (1983)

fcthMan kann getrost sagen, dass die „Toten Hosen“ ein Phänomen sind. Angefangen haben sie als knackige Punkkapelle … eine von vielen der damaligen Zeit. Ich glaube, dass insbesondere die starke Persönlichkeit von Campino der Band geholfen haben, all die Jahre/Jahrzehnte mittlerweile nicht nur zu überleben, sondern auch musikalisch stets überzeugend und glaubwürdig zu bleiben. Und so feiern sie heuer mit einer großen Tournee ihr 30jähriges Jubiläum und geblieben ist dabei nicht nur die Power, sondern auch – und das beeindruckt mich insbesondere – ihre klaren gesellschaftspolitischen Positionen.

Die Band „Die Toten Hosen“ wurde 1982 von Campino, Andreas von Holst, Andreas Meurer, Michael Breitkopf, Trini Trimpop und Walter November als Nachfolger von ZK im Ratinger Hof in Düsseldorf gegründet. Für das erste Konzert Ostern 1982 im Bremer Schlachthof wurde die Gruppe vom Veranstalter versehentlich als „Die Toten Hasen“ angekündigt. Im selben Jahr erschien die Debütsingle Wir sind bereit und danach Reisefieber. Gitarrist Walter November verließ die Band aufgrund eines Drogenproblems 1983 überraschend. Die dritte Single mit dem Partylied Eisgekühlter Bommerlunder gilt als erster Achtungserfolg, da sie gelegentlich im Radio gespielt wurde. Als erstes Album erschien 1983 Opel-Gang unter dem bandeigenen Independent-Label.

Die Aufnahmen zur Debütplatte „Opel Gang“ gerieten zu einem Endlosmarathon – aufgrund der desolaten Finanzlage innerhalb der Band: „Hatten wir eine Mark gespart, ging es ins Studio, war das Geld durch, hieß es Plakate kleben und jobben.“  (O-Ton Tote Hosen).

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Besetzung:
Michael Breitkopf (guitar)
Andreas „Campino“ Frage (vocals)
Andreas von Holst (guitar)
Andreas Meurer (bass)
Trini Trimpop (drums)

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Titel:
01. Tote Hose (Von Holst) 1.24
02. Allein vor deinem Haus o. dein Vater der Boxer (Frege/Meurer/Trimpop/Von Holst) 2.18
03. Modestadt Düsseldorf (FregeVon Holst/Breitkopf/Trimpop) 2.16
04. Reisefieber (Frege/Meurer/Von Holst/Breitkopf/Trimpop) 3.46
05. Kontakthof (Frege/Von Holst) 2.38
06. Opel-Gang (Frege/Meurer/Von Holst/Breitkopf/Trimpop) 1.47
07. Willi muß ins Heim (Frege/Meurer/Trimpop/Von. Holst) 2.17
08. Wehende Fahnen (Frege/Trimpop/Von Holst) 3.08
09. Schwarzer Mann (Frege/Meurer/Von Holst/Breitkopf/Trimpop) 1.10
10. Geld (Frege/Meurer/Trimpop/Von Holst) 2.13
11. Ülüsü (Frege/Meurer/Von Holst) 2.33
12. Es Ist nichts gewesen (Frege/Von Holst) 2.38
13. Sommernachtstraum (Frege/Meurer/Trimpop/Von Holst) 1.37
14. Hofgarten (Von Holst/Meurer/Breitkopf) 3.07
15. Bis zum bitteren Ende (Frege) 2.19

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Die Roten Rosen – Wir warten auf´s Christkind (1998)

frontcover1Für mich definitiv ein Klassiker der Weihnachtsmusik:

Wir warten auf’s Christkind ist ein Album der Musikgruppe Die Toten Hosen, das die Band unter dem Pseudonym „Die Roten Rosen“ zusammen mit Jon Caffery produzierte und zu Weihnachten 1998 beim bandeigenen Label JKP erstmals veröffentlichte.

Das Album enthält, neben einer Reihe „verrockter“ Coverversionen deutsch- und englischsprachiger weihnachtlicher Volkslieder und Popsongs, eine Neueinspielung ihres satirischen Stückes Frohes Fest aus dem Jahr 1987. Die tragikomischen Lieder Weihnachtsmann vom Dach und Weihnachten bei den Brandts sind neue Stücke.

Der Name des Albums ist an das Motto der Sendung Wir warten aufs Christkind angelehnt, die seit den 1960er Jahren über mehrere Jahrzehnte im Kinderprogramm der ARD regelmäßig am 24. Dezember ausgestrahlt wurde. Bei der musikalischen Gestaltung des Albums wurde die Band von der britischen Punkband The Boys beeinflusst, die 1980 unter dem Bandnamen „The Yobs“ The Yobs Christmas Album veröffentlicht hatten.

Die Aufnahmen fanden im Sommer statt. Die Band berichtet, damals Unmengen an Weihnachtsgebäck gegessen und viel Glühwein getrunken zu haben, um in die richtige weihnachtliche Stimmung zu kommen. Für das Projekt erfanden die Musiker neue Künstlernamen: Campino nannte sich „Judas Inocenti“, Andreas von Holst war „Johannes der Säufer“, Michael Breitkopf war „King Scratch Salomon“, Andreas Meurer „Cardinal Mendoza“ und Wolfgang Rohde trommelte als „Herr Rohdes“. Auch Vom Ritchie, der schon damals wegen Rohdes Wirbelsäulenproblemen öfters am Schlagzeug einsprang, ist auf dieser Platte vertreten und nannte sich „Vom, The Baptist“.

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Als Gastmusiker wirkten Monique Maasen von Asmodi Bizarr, Matt Dangerfield und Honest John Plain von The Boys und Arturo Bassick von The Lurkers mit.
Andreas von Holst singt Still, still, still während eines Konzerts in Freiburg im Breisgau (2008)

Die Toten Hosen stellen die „Roten Rosen“ meist scherzhaft als eine andere Band dar. So empfehlen „Die Roten Rosen“ in ihrem Booklet einen „Die Toten Hosen Kalender“ als Produkt von „guten Kollegen“ und in der Online-Biographie der „Toten Hosen“ ist zu lesen: „Zurück in Düsseldorf musste die Band feststellen, dass sich bereits die Roten Rosen bei ihnen im Proberaum breit gemacht hatten. Man wurde genötigt, mit ihnen am Weihnachtsalbum „Wir warten auf’s Christkind“ zu arbeiten.“

Das Album enthält überwiegend Coverversionen bekannter Weihnachtslieder, in denen man das klassische Arrangement durch harte Gitarrenklänge ersetzte. Auch textlich weichen viele Lieder vom Original ab. So heißt es zum Beispiel in Ihr Kinderlein kommet:

„Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all, zum Kiffen herkommet in Bethlehems Stall und seht, was in dieser hochheiligen Nacht, das Gras aus Jamaika für Freude uns macht.“

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Beim Lied Frohes Fest handelt es sich um eine Neueinspielung eines Titels von der B-Seite der Single Sascha … ein aufrechter Deutscher aus dem Jahr 1992. Das Stück war zuvor bereits 1987 auf dem Sampler How Much More Black can it Be erschienen – hier allerdings noch mit anderem Text. Alle Jahre wieder und Leise rieselt der Schnee waren ebenfalls für die Sascha-Single eingespielt worden, jedoch noch in völlig anderer Version.

Der Song Still, still, still wurde später von Jamba zur Untermalung der Mobiltelefon-Applikation Der besoffene Elch benutzt. (Quelle: wikipedia)

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Und die Toten Hosen wären nicht die Toten Hosen … wenn ihnen bei diesem Thema so gar nichts heilig ist … Ein Weihnachtskracher nach dem anderen, bitterböse, auch zynisch aber immer sowas von auf den Punkt gebracht.

„Wer hätte das gedacht? Nach elf Jahren Funkstille meldeten sich Ende ‘98 urplötzlich Die Roten Rosen zurück aus der Versenkung. Auf ein einziges Album hatten es die alter egos der Toten Hosen bislang gebracht: Never Mind the Hosen — Here’s die Roten Rosen, eine Schlager-Parade mit Knalleffekt, war dafür aber ein echter Volltreffer. Nun also der zweite Hammer? Naja. „Ein Album für alle, die nach der Bescherung noch durchdrehen wollen“ sollte es laut Sänger Judas Inocenti aka Campino werden — und das fiel bei Punk-Versionen von „Oh Tannenbaum“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ oder „Ihr Kinderlein kommet“ auch alles andere als schwer. Ebenso punkig der Rest des besinnlichen Programms: Ein paar internationale X-Mas-Traditionals und Evergreens, ein Medley sowie zwei neue Songs zum selben Thema. So die Single „Weihnachtsmann vom Dach“, ein Hosen-typischer, bitterböser Abgesang auf den vom weihnachtlichen Rummel frustrierten Geschenkelieferanten, der es zwar in die Charts schaffte, sich aber schon nach kurzer Zeit wieder verabschiedete. Wen wundert’s? Während Jägermeister, Altbier und Bommerlunder auch außerhalb der Faschingszeit schmecken, liegen weihnachtliche Leckereien eben schon kurz nach den Feiertagen wieder wie Blei in den (CD-) Regalen. Soll heißen: Rein musikalisch ist Wir warten aufs Christkind zweifellos ein nettes, unverkennbares, aber leider auch recht belangloses Hosen-, pardon, Rosen-Album. Aufgrund der thematischen Einseitigkeit dürfte sich der Appetit nämlich selbst bei hungrigen Fans auf die Adventszeit beschränken.“(Stefan Kirmair)

Und mit „Weihnachtsmann vom Dach“ haben sie dann ebengleich einen eigenen Weihnachtsklassiker geschaffen … ebenfalls keine leichte Kost … aber bitter nötig … um mal einen anderen Aspekt in sonstigen Weihnachtssentimentalität zu bringen.

Dazu passend, das Video … siehe unten

Alles in allem … ein unverzichtbarer Beitrag zum Thema „Weihnachten in Deutschland“ !

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Besetzung:
Michael Breitkopf (guitar)
Andreas „Campino“ Frege (vocals)
Andreas von Holst (guitar)
Andreas Meurer (bass)
Wolfgang Rohde (drums)
+
Michael Durrie (vocals bei 12.)
Ritchie (drums)
Ariane Raphael (vocals bei 01.)
Leonie Spiekermann (vocals bei 12.)

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Titel:
01. Ave Maria (Traditional) 1.56
02. Stille Nacht, heilige Nacht (Mohr/Gruber) 1.50
03. Ihr Kinderlein kommet (Traditional) 1.40
04. Oh Tannenbaum (Traditional) 1.20
05. Merry X-Mas Everybody (Lea/Holder) 3.19
06. Weihnachtsmann vom Dach (Frege/v. Holst) 4.02
07. Auld Lang Syne (Traditional) 2.32
08. The Little Drummer Boy (Simeone/Onorati/Davis) 3.49
09. Leise rieselt der Schnee (Traditional) 2.55
10. Alle Jahre wieder (Traditional) 1.28
11. Frohes Fest (Frege/v. Holst) 3.41
12. White Christmas (Berlin) 3.49
13. Weihnachten bei den Brandts (Frege/Breitkopf) 3.42
14. Hark! The Herald Angels Sing (Traditional) 2.20
15. We Wish You A Merry Christmas (Traditional) 3.07
16. Medley: 5.29
16.1. In Dulci Jubilo
16.2. Oh du fröhliche
16.3. Vom Himmel hoch
17. Happy X-Mas (War Is Over) (Lennon/Ono) 2.38
18. Jingle Bells (Traditional) 3.09
19. I Wish It Could Be Christmas Every Day (Wood) 3.52
20. Still, still, still (Traditional) 1.28

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