Wizo – Herrenhandtasche (1995)

FrontCover1Nicht nur auf dem Tennisplatz machen die Jungs von Wizo eine wahrlich gute Figur. Oder anders ausgedrückt: Jetzt gibt´s wieder mal was so richtig auf die Ohren !

WIZO [ˈviːzo] ist eine Punk-Band aus Sindelfingen. Sie wurde 1986 gegründet und veröffentlichte sechs Studioalben, bevor sie sich 2005 auflöste. Seit 2009 ist die Gruppe wieder aktiv.

Bassist Jörn Genserowski, Gitarrist Axel Kurth und Sänger Jochen Bix gründeten die Gruppe unter dem Namen Wiso 1986. Bis Schlagzeuger Ratz einstieg, probte man mit einem Drumcomputer. Noch im selben Jahr änderten sie ihren bisherigen Namen von „Wiso“ in „WIZO“ und traten 1987 zum ersten Mal öffentlich auf.

Auf den ersten Auftritt von WIZO folgten Auftritte in Sindelfingen und Umgebung. 1988 nahmen sie im Nebringer Hammer-Sound-Studio das Demotape Keiner ist kleiner auf. Drummer Ratz wurde später durch Charly ersetzt. Jochen verließ die Band und zog nach Berlin-Friedrichshain. Axel übernahm den Gesang.

WIZO gründete zusammen mit Fratz A. Thum ein eigenes Label namens „Hulk Räckorz“. Ihre erste EP spielten sie 1989 in einem Stuttgarter Kellerstudio ein. Die erste Platte Für’n Arsch wurde 1991 im Stuttgarter Studio eines Freundes von Wizo aufgenommen. Im gleichen Jahr erlangte die Band über einen illegalen Liveauftritt bei einer Gerichtsverhandlung gegen den Schauspieler Manfred Krug Aufmerksamkeit. Die Band spielte während laufender Verhandlung auf einem Lieferwagen vor dem Gerichtsgebäude.

WIZO coverte 1993 den Popsong All that she wants der schwedischen Gruppe Ace of Base und wurden mit dem selbstproduzierten Video zu dem Song sogar bei MTV gespielt. Die Single zum Lied machte die Gruppe schließlich auch bundesweit bekannt. 1992 erschien eine Art Tribute an den Schlagersänger und Schauspieler Roy Black. Die Single mit dem Titel Roy Black ist tot wurde von der Bild zur „schlechtesten Single des Jahres 1992“ gekürt.

Eine ehemalige Besetzung: Jörn Genserowski – Thomas Guhl – Axel Kurth,

Eine ehemalige Besetzung: Jörn Genserowski – Thomas Guhl – Axel Kurth,

Nach dem Album „Bleib tapfer“ (1992) folgte 1994 UUAARRGH!. Dieses Album verkaufte sich innerhalb kürzester Zeit weit über 100.000 Mal. Des Weiteren spielten WIZO bei den Chaostagen in Hannover ein Konzert und gelangten erneut in die Schlagzeilen, unter anderem in die Tagesschau.

1995, im Jahr des Minialbums Herrénhandtasche, erregte die Band erneut Aufsehen: Wegen des Liedes Kein Gerede vom Debütalbum wurde die Gruppe von der Staatsanwaltschaft wegen „Aufforderung zu Straftaten“ angeklagt. Das Lied wurde daraufhin indiziert. Für’n Arsch und das Rerelease Bleib tapfer/Für’n Arsch wurden vom Markt genommen und mit einer Karaoke-Version des umstrittenen Lieds erneut veröffentlicht.

Darüber hinaus war WIZO im Sommer 1995 auf der Vans Warped Tour in den USA. Unter anderem moderierte sie dort die VIVA-Sendung „Wah Wah“. Nach der Tour ging es im Herbst als Vorband der Punkrockband Die Ärzte auf deren „Eine Frage der Ehre“-Tour.

1996 gab WIZO ein Konzert im Rahmen des Bizarre-Festivals in Köln vor ca. 35.000 Menschen, das von MTV und dem WDR mitgeschnitten wurde. Als die Band die Kameraleute aufforderte, den Zuschauern nicht die Sicht zu nehmen, wurden die Aufnahmen gestoppt. Sänger Kurth und Bassist Genserowski beschädigten anschließend einige der Kameras.

Ende 1998 wurde Thomas Guhl Schlagzeuger bei WIZO.

1998 reichte ein bayerischer Generalvikar Klage gegen die Abbildung eines am Kreuz hängenden Schweins im Booklet von UUAARRGH! ein. WIZO willigte ein, den Verkauf des T-Shirts einzustellen, wenn die Kirche bereit sei, die Judensau am Regensburger Dom mit einer Hinweistafel auf ihre Hintergründe zu versehen. Im Jahr 2005 wurde (allerdings ohne Zutun von WIZO) tatsächlich eine Hinweistafel aufgestellt. Die Schwein-Abbildung im Booklet ist bei neueren Pressungen des Albums zensiert, mit dem Verweis auf einen Beschluss des Regensburger Amtsgerichts vom 2. Juni 1999, dass es den Tatbestand der „Beschimpfung von religiösen Bekenntnissen“ erfülle und daher zensiert werden musste.

Judensau

Die „Judensau“ am Regensburger Dom

2004, nach acht Jahren ohne Albenveröffentlichung, kam das Album Anderster auf den Markt. Die Platte wurde hauptsächlich von Axel Kurth aus älteren Stücken zusammengeschnitten. Es verkaufte sich innerhalb weniger Tage über 20.000 Mal, obwohl die Band auf Werbung verzichtete. Der einzige Hinweis war eine Anmerkung im Newsletter der Band. Im gleichen Jahr veröffentlichte WIZO eine „Stick-EP“ als Werbegag. Die Musikstücke wurden auf einem USB-Stick mit 64 MB im MP3-Format gespeichert. Zusätzlich wurde noch etwas Bonusmaterial beigefügt.

2005 trennte sich die Band. Ihre Abschiedstour umfasste 38 Konzerte und brachte WIZO durch ganz Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien und Ungarn.

Sänger Axel Kurth veröffentlichte nach Wizo unter seinem Pseudonym XLQ noch mehrere Solostücke, u. a. einen Song zur Deutschen Meisterschaft des VfB Stuttgart mit der Melodie des WIZO-Songs Kadett B, sowie Coverversionen von Als ich fortging von Dirk Michaelis und Pour Un Flirt von Michel Delpech. Zuletzt (seit Ende 2008) widmete sich XLQ wieder gänzlich der Musik für andere Interpreten und spielte unter anderem die Gitarrenparts für eine deutsche Boyband ein, war mit einem Stück im Making-of des Films Die Welle zu hören, war mehrfach als Ghostsinger zu hören und auch an Schnuffel beteiligt. Für 2009 kündigte XLQ diverse eigene Projekte sowie die Unterstützung auf dem kommenden Album der Punkband Chefdenker an.

Wizo2
Ende 2009 gab die Band auf ihrer Homepage ihre Rückkehr bekannt. In der neuen Besetzung wurde der bisherige Bassist Jörn Genserowski durch Thorsten Schwämmle ersetzt. Pfingstsonntag 2010 trat die Band das erste Mal in neuer Besetzung als einer der beiden Headliner auf dem Punkfestival Ruhrpott Rodeo bei Hünxe auf. Des Weiteren sind sie im August 2010 mit Ralf Dietel von Krashkarma als Gastgitarrist auf sieben weiteren Festivals aufgetreten, darunter dem Rock am See 2010 bei Konstanz. Am 18. Oktober 2010 lief im WDR3-Fernsehen im Rockpalast ein Mitschnitt vom AREA4-Festival vom 21. August 2010 in Lüdinghausen, dabei wurde auch der indizierte Titel „Kein Gerede“ unzensiert ausgestrahlt.

Am 13. Dezember 2013 gab Bassist Thorsten „Karachoo“ Schwämmle auf seiner Facebook-Seite bekannt, dass er nicht mehr als Bassist bei WIZO tätig sei.

Am 13. Juni 2014 veröffentlichte die Band ein neues Album mit dem Titel „Punk gibt’s nicht umsonst! (Teil III)“ und kündigte für Herbst eine umfangreiche Tour an. Als neuer Bassist stieß Ralf Dietel dazu. Obwohl Dietel im Booklet des Albums bereits als Bandmitglied aufgeführt wird, stammen alle Bassspuren des Albums entweder von Axel Kurth (der einige Songs komplett allein einspielte) oder noch von Thorsten Schwämmle. Ein Song des Albums, „Unpoliddisch“, gesungen von Axel Kurth in stark verstellter Stimme und einem an Sächsisch angelehnten Dialekt, wurde bereits 2012 unter dem falschen Namen „Total Verboilt“ veröffentlicht. (Quelle: wikipedia)

Die Labels der Vinyl-Edition (2004)

Und auch auf diesem Album kommen sie einfach nur rotzfrech, halbstark und dynamisch daher … Eigentlih müsste man ja meinem einem Typen wie mir, der kurz vor dem 60. Lebensjahr steht, sollte zu alt für so eine Musik sein … Weit gefehlt, genau das Gegenteil ist der Fall: Die Jungs sind ne wie eine Frischzellenkur … Großartig … a passt einfach alles … und dass sie auch ganz aktiv in der Bewegung „Punks gegen Nazis“ sind … wundert einen dann aucht nicht mehr.

Booklet01ABesetzung:
Jörni Genserowski (bass)
Axel Kurth (guitar, vocals)
Karlheinz „Charly“ Zaske (drums)

Booklet02ATitel:
01. Untitled (Kurth)     0:18
02. 9247 (Kurth)    3:15
03. Poupée De Cire (Gainsbourg) 2.25
04. Quadrat im Kreis (Kurth)    3:25
05. Cruising (Kurth) 2.15
06. Untitled (Kurth) 0.26
07. Herrénhandtasche (Kurth) 4.34
08. Closet (Kurth) 2.40
09. Brief/Telefon/Tür (Kurth) 4.04
10. Do You Remember Me? (Kurth) 2.20

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T-Shirt

Cotzbrocken – Jedem das Seine (1981)

FrontCover1Die deutsche Punkmusik führt in diesem blog ja eher ein Schattendasein. Das will ich jetzt mal ein wenig ändern.

Und so habe ich ne LP der Band „Cotzbrocken“ im Angebot.

Cotzbrocken waren eine deutsche Punkband aus Köln, die von 1979 bis 1982 existierte.

Die Band veröffentlichte 1981 bei Rock-O-Rama ihre einzige LP Jedem das Seine …, die 2002 als Counterfeit wieder erschien. Musikalisch fiel diese in der deutschen Punkszene sehr bekannte, jedoch oftmals belächelte Platte sehr langsam und monoton aus; die Selbstwidersprüche in ihren Texten ließen kaum Ironie erkennen. Die LP wurde von der BPjS indiziert, was, so das Moloko Plus, „beweist, das die Damen und Herren bei der Bundesprüfstelle den Schwachsinn ernst genommen haben“

1982 erschien die Band zusammen mit Der Fluch, OHL, Fasaga und Stosstrupp auf dem Köln-/Leverkusen-Sampler Die Deutschen kommen. Stilistisch ähneln die Samplerbeiträge den Stücken der ebenfalls auf Rock-O-Rama erschienenen und indizierten LP.

Cotzbrocken01

Die Cotzbrocken erschienen 1981 auch in der ARD-Dokumentation Randale und Liebe über Subkulturen in Köln, in der Rocker, Popper, Teds und Punks gefilmt und interviewt wurden. In dieser Videodokumentation werden Cotzbrocken im Proberaum bei der ausschnittsweisen Darbietung der Stücke „Kriegsdienstverweigerer“ und „KZ“ des Debüts gefilmt, darüber hinaus läuft ein nie auf einem offiziellen Tonträger veröffentlichtes Stück, welches bei dem Hamburger Tocotronic-/Gary-Nebenprojekt Das Bierbeben sowie der Siegener Punkband Mahlzeit soviel Eindruck hinterließ, dass beide Coverversionen dieses ebenfalls nur auszugsweise zu hörenden Songs einspielten.

Zwei Mitglieder von Cotzbrocken singen im Hintergrundchor beim Stück „Alkohol“ der Kölner Punkband Torpedo auf deren einziger LP Schöne Neue Welt mit.

Wann und aus welchen Motiven sich die Band auflöste, ist ebenso unklar wie der Werdegang der Bandmitglieder.

Cotzbrocken02

Wenngleich die Cotzbrocken aufgrund ihrer einfachen Musik und Texte als – auch für ihre Zeit – peinlich gewertet werden – das „Moloko Plus“ etwa beschrieb ihre LP als „zweifellos eine der schlechtesten Platten, die jemals eine Punkband verbrochen hat […] Hier stimmt wirklich nichts: die Band kann nicht spielen, der Sänger ist völlig unfähig, die Texte saudoof, die Produktion eine Katastrophe“ –, werden sie als eine der bedeutendsten deutschen Punkbands und ihre Stücke als Klassiker angesehen. So äußerte Altpunk Karl-Heinz Stille, „die Kölner waren für die meisten mehr eine Aufmunterung, selber Musik zu machen, als Helden und Vorbilder. SO gut war man selbst nach den ersten drei Proben auch schon, und die hatten schon eine Scheibe draussen. Aber gerade das gab der Band etwas total reales, authentisches und ehrliches […] Punk Rock in der Ursprungsform, auch wenn es mit dem zweiten Akkord nicht immer ganz so hingehauen hat“.

Cotzbrocken04

Darüber hinaus wurde ihr Song „Das wahre Leben“ bei vielen Live-Auftritten der Band Vorkriegsjugend gecovert. Eine Aufnahme findet sich auf der CD-Bootleg-Version des Cotzbrocken-Albums „Jedem das Seine…“ (Quelle: wikipedia)

Wie gesagt … man könnte meinen, Dilletanten toben und kotzen sich hier aus … aber das gehört dann auch mal – zumindest hin und wieder – in diesen blog.Eigentlich überflüssig die Erwähnung, dass ich mit dieser Hut nichts, aber auch gar nichts am Hut hab.

Und dennoch stellt sich mir mal wieder die Frage:

Jungs, wo treibt ihr euch heute herum ?

BackCover

Besetzung:
Axel (guitar)
Carsten (drums)
Igor (bass)
Peter (vocals)
+
background vocals:
Charlie – Lutz

Texte

Titel:
01. Bullenlied 2.03
02. KZ 1.17
03. Massaker 8.06
04. Hey Punk!! 3.03
05. Wir wollen keine Penner sein 2,41
06. R.A.F. 3.01
07. Kriegsdienstverweigerer 3.24
08. Atatürk 1.49
09. Wie sieht der denn aus? 2.45
10. Popper 1:38
11. Hurra… 1:30
12. Das wahre Leben 2:25
13. Südkurvenpogo 4:10

Musik und Texte:
Axel – Carsten – Igor – Peter

Labels

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Cotzbrocken03

Nina Hagen Band – Unbehagen (1979)

FrontCover1Nun gut … die Nina Hagen war noch nie mein Fall …

… aber natürlich war sie damals ziemlich angesagt (warum auch immer, wenn man mich fragt).

Bereits nach dem Erfolg des Debüts wurde das Klima innerhalb der Band wortwörtlich immer unbehaglicher. Nachdem Nina die gemeinsame Abfahrt der Band von Berlin ins Studio nach Frankfurt/Main zwecks der Aufnahmen fürs zweite Album einfach boykottierte, fuhren die zukünftigen SPLIFF alleine ins Studio und nahmen in Hagens Abwesenheit ihren Teil fürs Album auf.
„unbehagen“ wurde daher 1979 aus reinen Vertragsgründen mit der CBS erst von den vier Musikern ihrer damit schon Ex-Band im Studio eingespielt und der Hagen-Gesang dann ohne das Zutun von den späteren SPLIFF nachträglich eingefügt. Der Albumtitel war also trotz der lustigen Wortspielerei mit dem Nachnamen der Sängerin so längst absolutes Programm geworden!
Zugleich war damit auch das Ende der NINA HAGEN BAND besiegelt.

Trotzdem hat auch das zweite und zugleich letzte Album der NINA HAGEN BAND noch echtes Potenzial, wobei besonders das radikale, an LED ZEPPELIN erinnernde „Herrmann hieß er“, das sich um den drogenabhängigen Hermann dreht, hervorsticht: „Hermann scheißt aufs Leben!“, ist dabei der Schlüsselsatz.
Entstanden war das Material für dieses Album bereits auf der 79er-Promo-Tour fürs erste Album.
Nach der Tour waren Band und Nina komplett zerstritten.

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Front + Back Cover der neuseeländischen Pressung

So nahm „unbehagen“ seinen unbehaglichen Lauf – der musikalisch trotzdem eine kleine Kür wurde, auch wenn er einige Füllsel besitzt, wie die Live-Aufnahme von „Wenn ich ein Junge wär“, die mitten auf die A-Seite geschustert wurde, oder das „No Way“-Instrumental, welches die LP abschließt. Wie‘s schien, war nicht genug an Material vorhanden, um das Album zu einem schlüssigen, friedlichen Ende zu führen. (Thoralf Koß)

Es befinden sich zwei Coverversionen auf der Platte, zum einen eine deutschsprachige Version von Lucky Number, einem Lied von Lene Lovich, das sie 1979 zusammen mit dem Gitarristen Les Chapell als B-Seite komponiert hatte, und zu dieser Zeit ein bekannter New-Wave-Disco-Hit war. Nina Hagen lernte Lene Lovich bei den Dreharbeiten zum Film Cha Cha kennen.

MC

Zum anderen enthält das Album das Lied Wenn ich ein Junge wär, das Heinz Buchholz und Günter Loose 1963 für die italienische Schlagersängerin Rita Pavone geschrieben haben.[8] Die Live-Version wurde bei einem Auftritt am 6. April 1979 in der Kongresshalle Saarbrücken mitgeschnitten.[6] Textlich unterscheidet sich die Version der Nina Hagen Band an zwei Stellen vom Original. So singt Nina Hagen „Und käm’ ich spät nach Haus, macht’ mir kein Schwanz ein Drama daraus“ (im Original: „macht’ Daddy nicht ein Drama daraus.“) und „Ich würde in die Schwulen-Scene gehn und sexy Boys den Kopf verdrehn. Ich hätt genug Verkehr, wenn ich ein Junge wär“ (im Original: „Es gäbe keine mehr nebenbei, wär’ nur der einen immerzu treu. Es wäre halb so schwer, wenn ich ein Junge wär’!“). Der Soziologe Karl Lenz wählte die Pavone-Coverversion, um dadurch einen Wertewandel im Geschlechterverhältnis zu illustrieren. Nina Hagens Neufassung der Textzeilen zeigen deutlich „ein Anleihen an feministische Positionen“ und sind mit dem Hinweis auf Homosexualität Ausdruck eines Wertewandels in der Gesellschaft.

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Das Album konnte sich in den österreichischen Charts auf Platz 9 platzieren und war in der Bundesrepublik Deutschland mit Platz 2 am 25. Februar 1980 das bislang erfolgreichste Album von Nina Hagen. Es wurde 1981 mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Auch in Frankreich verkaufte sich das Album gut, so dass Nina Hagen solo zwei ausverkaufte Konzerte im Pariser Olympia geben konnte. Im Anschluss wurde ihr von Eric Brucker (CBS France) eine Goldene Schallplatte für 150.000 verkaufte Einheiten verliehen. Auch in Schweden und Norwegen kam das Album in die Top 10.

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Das Album ist sehr avantgardistisch gehalten und enthält Elemente aus Reggae, Dub, Punk und Rock. Der Gesang von Nina Hagen war für diese Zeit, wie bereits auf dem Debütalbum, außergewöhnlich und wechselte die Nuancen während der Lieder. Sie benutzte ein Spektrum zwischen Krähen, Kreischen, Keifen und Jodeln und verwendete Stilelemente der Parodie und der Persiflage. Die Texte des Albums besingen vor allem Schönheit und Hässlichkeit und sind von vielen Kraftausdrücken geprägt.

NinaHagenBand

Das letzte Album der Nina Hagen Band war, wie bereits der Vorgänger, ein maßgebliches Werk der frühen Punkmusik in Deutschland und markierte auch den Beginn der New Wave. Nach der Veröffentlichung war Hagen keineswegs zufrieden mit dem Werk und warf ihrer Begleitband vor, „die eigenen Solos in den Vordergrund geschoben zu haben“, ihre „Gags weggemischt“ zu haben und sie nicht zuletzt „total kastriert“ zu haben. Tatsächlich aber merkte man dem Album die Trennung kaum an. (Quelle: wikipedia)

Nun gut … die Nina Hagen war noch nie mein Fall … und daran ändert auch dieses Album nichts.

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Besetzung:
Nina Hagen (vocals)
Reinhold Heil (keyboards)
Herwig Mitteregger (drums)
Bernhard Potschka (guitar)
Manfred Praeker (bass)

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Titel:
01. African Reggae (Potschka/Heil/Hagen) 6.15
02. Alptraum (Mitteregger/Hagen) 6.14
03. Wir leben immer … noch (Lucky Number) (Lovich/Chappell/Hageb) 3.56
04. Wenn ich ein Junge wär (Live-Version) (Buchholz/Loose/Hagen) 2.10
05. Herrmann hiess er (Praeker/Hagen) 6.35
06. Auf’m Rummel (Potschka/Hagen) 4.34
07. Wau Wau (Potschka/Mitteregger/Praeker/Heil/Hagen) 2.09
08. Fall in Love mit mir (Potschka/Mitteregger/Praeker/Heil/Hagen) 3.48
No Way (instrumental) (Potschka, Mitteregger) – 1:05

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Warnung

Verschiedene Interpreten – Projekt Zuflucht – Soli Sampler für Flüchtlinge (1995)

FrontCover1.jpgUnd jetzt mal so ein Sampler aus der sog. „Antifa“ Szene (hier aus der Stadt Bietigheim, übrigens auch die Heimat von Pur) und zwar aus dem Jahr 1995:

Als Antifa (Akronym für Antifaschistische Aktion) werden seit etwa 1980 linksradikale und autonome Gruppen und Organisationen bezeichnet, die nach eigenem Selbstverständnis Neonazismus, Antisemitismus, Rassismus, völkischen Nationalismus und rechtsgerichteten Geschichtsrevisionismus aktiv bekämpfen. Sie stellen sich damit in die Tradition des historischen Antifaschismus seit den 1920er Jahren.

In den 1970er Jahren griffen Antifagruppen das Signet der „Antifaschistischen Aktion“ von 1932 auf. Beide Fahnen und der Rettungsring waren damals rot und standen für Sozialismus und Kommunismus. In den 1980er Jahren wurde die kleinere Fahne als Zeichen für den autonomen Anarchismus schwarz; seit 1989 zeigen die Fahnenstangen immer nach rechts. Gruppen, die dieses Symbol verwenden, verstehen Faschismus im Anschluss an die marxistische Kritische Theorie als besondere Form des Kapitalismus und Antifaschismus daher als Teil eines revolutionären Kampfes zur Überwindung jeder Klassengesellschaft. Um sich von „bürgerlichen“ oder „staatskonformen“ Antifaschisten abzugrenzen, bezeichnen sie sich als „autonome“, „militante“ oder „unabhängige Antifaschisten“. Gleichwohl können sie situativ auch Bündnisse mit anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen anstreben.

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Der Verfassungsschutz mancher Staaten, darunter Deutschland, ordnet autonome Antifagruppen dem Linksextremismus zu und beobachtet einige davon. Besonders umstritten ist deren Akzeptanz und Anwendung von Gewalt. (Quelle: wikipedia)

Besonders sympathisch ist mir diese Gruppierung nun wahrlich nicht … Anwendung von Gewalt lehne ich grundsätzlich ab und auch erkenne ich nicht, dass all diese Antifa -Gruppen tatsächlich konstruktive Ansätze haben, um all die anstehenden Probleme unserer Gesellschaft zu lösen …

Kurz und bündig: Mir ist deren Konzept zu destruktiv …

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Und dementsprechend klingt dann auch die Musik … da bin ich nun wahrlich zu alt dafür …  und es treten so skurrile Bands mit Namen wie „Flucht“, „Der Rock ‚N‘ Roll Diktator“, „My Deepest Inner“ oder aber auch „Interrupted Ceasefire“ und „Elektrolochmann“.

Aber ein paar Sympathie – Punkte gibt es dennoch, denn das Anliegen … „Flüchtlinge“ und ein humaner Umgang mit diesen Menschen sollte auch Teile unseres (christlichen) Wertekanons sein.

Und schon wieder stell´ ich mir die Frage … was ist aus all diesen Menschen geworden …

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Besetzung:

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Titel:
01. Flucht: Seemann 2.43
02. Talks Under Water: Welcome To The Game 3.26
03. Schöne Heile Welt: Sterne 3.45
04. No Values: Konsumschrott 2.50
05. Interrupted Ceasefire: Rude Awakening 2.59
06. The Lodgers: Take A Look 4.07
07. Sour Mash: Der Himmel brennt 4.01
08. Derk Asfal: Brainstorm 4.00
09. Elektrolochmann: Ork 3.15
10. Interrupted Ceasefire: Fractura Visceralis 1.28
11. Bomber Harris: Nehmen Sie ein Bad in der Phantasie 3.35
12. No Values: Glass Palaces 1.28
13. Der Rock ‚N‘ Roll Diktator: Bietigheim 4.03
14. Changin‘ Attitude: Like This 4.11
15. My Deepest Inner: In Your Deepest Dreams 5.41
16. Shenanigan: Black Magic Overdose 4.48
17. Michelle Charleston: Sonntag 1.38

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Die Toten Hosen – Ein kleines bisschen Horrorschau (1988)

FrontCover1So, und jetzt gibt´s wieder mal was auf die Ohren:

Ein kleines bisschen Horrorschau (Untertitel: Die Lieder aus Clockwork Orange und andere schmutzige Melodien) ist das fünfte Studioalbum der Toten Hosen und enthält zur Hälfte die Bühnenmusik, welche die Band für Bernd Schadewalds Inszenierung von A Clockwork Orange an den Kammerspielen Bad Godesberg schrieb.

Das Stück orientiert sich an Anthony Burgess‘ Roman Uhrwerk Orange sowie Stanley Kubricks Verfilmung. Zusammen mit Ralf Richter, der die Hauptrolle spielte, Uwe Fellensiek, Ingolf Lück, Oliver Stritzel und vielen anderen stand die Band von Juni bis Oktober 1988 an den Kammerspielen Bad Godesberg in Bonn auf der Bühne. Sie übernahmen Statistenrollen und führten die Musikstücke als Überleitungen vor den jeweiligen Akten live auf.

Das Album wurde um sechs weitere Musikstücke ergänzt, die nicht zur Bonner Inszenierung gehörten, jedoch thematisch zur Handlung passten, soSingle1dass ein Konzeptalbum entstand. Sequenzen aus Beethovens 9. Sinfonie, gespielt von einem Sinfonieorchester, ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album und verbinden die einzelnen Songs miteinander. Der Titel spielt auf den vom russischen „charascho“ („хорошо“) abgeleiteten Begriff „horror show“ und dem von Alex und seinen Freunden („Droogs“) benutzten Slang Nadsat an.

Das Cover ähnelt dieser Darstellung Beethovens von Joseph Karl Stieler.

Im Vordergrund steht die Lebensgeschichte der von Burgess erfundenen Figur „Alex“ und greift die sozialkritischen Aspekte, welche der Roman verbirgt, erneut auf. Der Eingangstitel Hier kommt Alex beschreibt, mit welcher Gewalt der Protagonist und seine Gang vorgehen, Ein Schritt zuviel handelt von Alex‘ Festnahme und Die Farbe Grau vom tristen Alltag im Gefängnis. In Zahltag, Musterbeispiel und Bye, bye Alex geht es um die gewaltsame Resozialisierung durch den Staat, bei der Alex durch Gehirnwäsche seine Persönlichkeit verliert.

Die weiteren Songs sind in die Handlung des Konzeptalbums eingefügt, beziehen sich jedoch nicht direkt auf Alex, sondern stellen eine Verbindung der fiktiven Handlung des Romans zur Realität her. Im Booklet des Albums wird dies mit einem in Nadsat verfassten Text wie folgt erklärt:

„Es ist aber nicht nur die Geschichte unseres ehrenwerten Droog Alex, sondern auch die einer ganzen Menge anderer Malitchicks, die hier und heute in unserem gromkigen Land leben. Denn der Haufen von holschigen Vecks, der sich Gesellschaft schimpft, ist heute mindestens so bezumnie wie damals…“

Das Lied 1000 gute Gründe setzt sich mit dem Thema Nationalstolz auseinander. In Ein Schritt zuviel wird beschrieben, wie schnell man mit dem Gesetz in Konflikt geraten kann, und bei 180 Grad geht es um Anpassung und Kontrolle in einer überkonformen Gesellschaft.

Single2Mehr davon beschreibt die Gier nach „mehr Macht, mehr Geld, mehr Ruhm, mehr Speed, mehr Hass oder mehr Sex“, bis zum Verlust des Charakters, aus der Sicht des Süchtigen. 35 Jahre bezieht sich auf den Zeitraum, den der Mann, von dem in diesem Lied die Rede ist, am Fließband stand und Haken für Duschvorhänge sortierte. Alleinstehend und seit einem Jahr im Ruhestand, weiß er nichts mehr mit seinem Leben anzufangen. Im Song Testbild beschreibt eine Person, dass sie sich jeden Abend vornimmt, alles hinter sich zu lassen, um an einem anderen Ort ein neues Leben zu beginnen. Ihr Weg endet jedoch allabendlich in der Kneipe, und es bleibt ihr zum Schluss nur die Resignation.

Die Musikstücke, welche die Band bereits für die Inszenierung von „A Clockwork Orange“ geprobt hatte, wurden nach der offiziellen Vorstellung im Theaterhaus von Jon Caffery mittels eines 24-Spur-Aufnahmegerätes aufgenommen. Er schloss das Gerät direkt an die im Theater vorhandene Stagebox an. Das Produzententeam und die Band hatten während der Produktion im Theater keine Möglichkeit sich die fertigen Aufnahmen anzuhören. Die Musikproduktion unter „realen Bedingungen“ auf der Theaterbühne sollte die Musik auf dem Album weniger steif und steril wirken lassen. Die restlichen Titel wurden im Preußenton in Berlin und im Maskot-Studio in Köln aufgenommen.

Der Musiktitel Mehr davon stand auch zwei Jahrzehnte nach Erstveröffentlichung häufig in den Setlisten der Livekonzerte, meistens im Zusammenhang mit Campinos Kletteraktionen über die Verstärkertürme zum Bühnendach. (Quelle: wikipedia)

DieTotenHosen
Wohl das einzige „Konzept“-Album der Hosen. Hier wird „Clockwork Orange“ vertont. Logische Folge: Da gibt’s nix zu lachen.
Sicher, man kann dem Album einiges vorwerfen: „Hier kommt Alex“ ist sicherlich nicht anspruchsvoll oder komplex und wird im Schlußtrack praktisch nochmal gecovert. Mit der herrschenden Vorstellung vom 1977er-Punk hat die Scheibe nur noch wenig zu tun. Und Freunde von Rockballaden lassen schnell den Kopf aufgrund der vorherrschenden Härte hängen. Schlageräquivalente Trinklieder sucht man hier glücklicherweise vergebens.
Wer aber aus der Metal-Ecke kommt, wird die aggressive Scheibe zu schätzen wissen. Das Vorspiel zum „Musterbeispiel“ ist herrlich, der brüllende Titeltrack sollte nicht nur Fortuna-Fans zu Ristics Zeiten bekannt sein, und mit „Mehr davon“ ist noch ein Überlied drauf, was völlig zu recht im Laufe der Jahre in mehreren Versionen vorliegt (live, englisch, Reggae-Mix). Völlig unterschätzt zudem das „Testbild“.
Die „Alles aus Liebe“/“Bayern“-Fraktion sollte aber eher die Finger davon lassen. Die Hits aus diesem Album gibt es schließlich auch auf der „Im Auftrag des Herrn“ und „Reich&Sexy“.
Maximale Wertung wegen fehlendem Tiefpunkt, ordentlicher Härte und den Beethoven-Überleitungen. Nie waren die Hosen im Studio besser als hier. (Odysseus)

Oder: Roll over Beethoven … and tell Tchaikovsky the news …

Die toten Hosen sind schlicht und ergreifend ein Glücksfall für die deutsche Rockmusik !

Booklet01A

Besetzung:
Michael Breitkopf (guitar)
Campino (vocals)
Andreas von Holst (guitar)
Andreas Meurer (bass)
Wolfgang Rohde (drums)

Booklet03A

Titel:
01. Hier kommt Alex (Meurer/Campino) 3.53*
02. 1000 gute Gründe (Breitkopf/Campino) 3.33
03. Ein Schritt zuviel (von Holst/Campino) 2.22
04. Keine Ahnung (Campino) 2.08*
05. Die Farbe Grau (Campino) 3.52*
06. 180 Grad (Meurer/Campino) 4.33
07. Mehr davon (von Holst/Campino) 5.10
08. Zahltag (Breitkopf/Campino) 2.42*
09. 35 Jahre (Rohde/Campino/von Holst) 2.15
10. Musterbeispiel (Campino/von Holst) 3.55*
11. Testbild (Campino) 3.17
12. Bye, bye, Alex (Rohde/Campino) 2.59*

Mit * gekennzeichnete Titel wurden im Schauspielhaus Bonn aufgenommen.

CD1

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Verschiedene Interpreten – Cross Over Ball – Kicks `n Tracks (2010)

FrontCover1Selten fand´ ich ne CD, die mich eigentlich musikalisch so gut wie gar nicht anspricht, derart sympathish wie eben diese.

Und um was geht´s hier denn eigentlich:

„Nach dem großem Erfolg der „Soundwahl“ CD (Musik für Demokratie) startete die Kreuzberger Musikalische Aktion e.V. in der Region Berlin-Brandenburg das neue Musikprojekt – den „Cross Over Ball“ – und produziert mit finanzieller Unterstützung des Landespräventionsrats Sicherheitsoffensive Brandenburg (vom Ministerium des Inneren, Potsdam) den Crossover CD-Sampler Kicks ´n Tracks. Die WM 2010 in Südafrika und die Frauen WW 2011 in Deutschland sind dafür ein guter Anlass.

Durch die Verbindung des Sports mit der Musikszene stellt „Cross Over Ball“ eine ideale Plattform dar, um den „Spirit“ des Fußballs von Fairness und Toleranz zu transportieren und zum Abbau von Vorurteilen beizutragen. So bunt wie unsere Fußballnationalmannschaft ist auch unser Land: „Wir alle sind Deutschland !“

Werbeplakat

Werbeplakat

Und so erfolgte dann der Aufruf zu diesem Contest im Internet:
„Frei nach diesem Motto steht das CrossOverBall Projekt 2010 in den Startlöchern. Die Verbindung zwischen Streetsoccer und diversen Funsportevents mit einem Nachwuchsbandcontest – DAS IST CROSSOVERBALL

 Wir rufen junge Brandenburger und Berliner auf, einen Song zum Thema Fussball, Fairness und Toleranz zu schreiben und sich online zu bewerben.

 Aus den besten Musikstücken werden wir die Kicks’nTracks Compilation auskoppeln und Eure Stücke in einem professionellen Tonstudio gemeinsam aufnehmen. Der Sampler wird dann kostenlos an Schulen und Jugendclubs verteilt und im Internet zum download bereitstehen.“

Moorscheune

Die Moorscheune in Boberow

Und es wurde wohl gespielt, was das Zeug hält … und der Contest wurde dann auch standesgemäß abgeschlossen und die angekündigte CD entsprechend gewürdigt:Und die so angekündigte Veranstaltung fand dann am 10.09.2010 in der Moorscheune in Boberow 10.09.2010 statt. Der dortige Kreisjugendring war organisatorisch ebenfalls sehr aktiv.

Jetzt ist das Ergebniss also offiziell, die Gewinner des CrossOverBall BandContests stehen fest. Am 27. Januar 2011 haben wir in der fabrik in Potsdam unsere Record Release Party gefeiert. 5000 Sampler wurden gepresst und werden nun kostenlos verteilt. Im Internet wird ab sofort das Album zum kostenlosen Download angeboten.

Das Album bietet mit seinen 13 Tracks einen guten Mix mit engagierten Texten zu Rocksounds, Hiphop Beats, Jazz und Skatepunk.

Erst die zahlreich beteiligten Künstler und Bands haben mit ihrem beigesteuerten Song diese gelungene Mischung ermöglicht.

Konzertplakat1Die von der Geschäftsleitung der Kreuzberger Musikalischen Aktion e.V. ausgelobten Sonderpreise wurden am Abend der Record Release Party auf der Bühne verliehen. Die vielfältigen und unterschiedlichen Beiträge erschwerten uns die Auswahl, sodass auch nur ein Punkt entscheiden konnte.

1. Platz Jazzica Nabis

2. Platz Die Monstaaa

3. Platz BeckMaaKon

4. Platz Nero

Herzlichen Glückwunsch!

Abschließend bedanken wir uns an dieser Stelle bei allen beteiligten Bands, Musikern und unserem gesamten Team für die vielen positiven und erinnerungswerten Konzert-Abende und für das Engagement für Fairness und Toleranz.

Ohne Euch kein Sampler  – und kein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Gewalt!

DANKE!“

Und hier kann man nun das Ereignis nochmals nachhören …

Wie gesagt: als „Oldtimer“ fehlt mir der Zugang zu dieser Musik (jedenfalls überwiegend), aber würdigen wollte ich dieses engagierte Projekt hier schon mal … davon brauchen wir ganz sicher mehr in unserem Land, wo die braune Brut immer dreister wird …

Und weitere Infos gibt´s dann auf der website dieser Initiative.

Booklet02A

Titel:
01. Cross Beatbox ft. Felix Gebauer: Intro 1.04
02. M!B Crew: Liebe zur Musik 2.39
03. White Prinzess & Famee: Reicht uns eure Hand 4.08
04. Im:puls: Ich weiß wie, aber warum ? 4.27
05. Lukas Volkmann: Erinner dich ! 3.08
06. BeckMaakon: Einer von ihnen 3.23
07. Die Monstaaa: Gemeinsam rockt ! 4.52
08. Special Gäst: Ein Ball 3.31
09. Show Off Freaks: Wie das Leben spielt 3.03
10. [pi!]: Sag mir wie 4.02
11. Jazzica Nabis: Stell dir vor 2.55
12. BlutgruppeZwölf20: Lass uns darüber reden 5.37
13. Nero [DAB Crew]: Was !? 2.49
14. Cross Beatbox ft. Johnny Strange: Hier brennt die Luft 3.15

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Die Ärzte – Live in München ’94 (1994)

FrontCover1Keine Frage: die deutsche (Punk-) Rockmusik wäre ohne „Die Ärzte“ deutlich ärmer. Es gibt sie bis heute, allerdings hatten sie sich 1988 schon mal getrennt, aber …

1993 beschlossen Bela B. und Farin Urlaub zusammen mit dem Depp-Jones-Gitarristen Rodrigo González am Bass die Neugründung der Band. Ihre neue Plattenfirma suchten sie mit einer ganzseitigen Anzeige („Beste Band der Welt sucht Plattenfirma“) in der Zeitschrift Musik Markt. Somit konkurrierten einige Plattenfirmen um das beste Angebot, die Ärzte entschieden sich für Metronome. Außerdem erwarb Bela bei der Beckenfirma Paiste einen Endorsement-Vertrag, der ihm das Produkt für Konzerte, Proben und Aufnahmen zusicherte. Durch Rodrigo lernte Farin den Gitarrenbauer Thomas Harm kennen, der für ihn Gitarren als Unikate nach seinen Vorstellungen anfertigte. Es wurde das Album Die Bestie in Menschengestalt aufgenommen, mit dem die Rückkehr der Ärzte gelang. Die erste Singleauskopplung Schrei nach Liebe griff den aufkeimenden Rechtsextremismus im vereinten Deutschland auf. Zwischen Oktober 1993 und August 1994 spielten sie zunächst auf der Plugged-Tour und anschließend auf der namentlich an den Sat.1-Film-Film angelehnten Tour Tour insgesamt 155 Konzerte.

TicketUnd eins dieser Konzerte führten sie nach München, wo sie in der damals sehr beliebten TV-Sendung „Live aus dem Alabama“ auftraten. Und natürlich wurde dieser Mitschnitt überall mitgeschnitten und so kam es, wie es kommen sollte: Ein Bootleg von diesem Auftritt erschien.

Dazu muss man aber wissen, dass die Ärzte zu bootlegs ein ziemlich entspanntes Verhältnis haben. Es gibt da sogar eine Seite im Internet (kill-them-all), wo man sich tonnenweise mit Bootlegs von dieser Band versorgen können. Die Philosopie der Macher dieser Seite:

„Kill-Them-All wird von den die Ärzte unterstützt, um Bootleggern das Handwerk zu legen bzw. deren Geschäft zu vermiesen. Kill-Them-All soll Euch nicht als Anreiz dienen Konzerte mitzuschneiden. Mitschneiden ist und bleibt auch auf die Ärzte-Konzerten verboten. Wer ein Konzert mitschneidet, macht das immer auf eigene Gefahr und muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Genauso sind Anfragen bei HAR bzw. Medienanstalten nach Aufnahme-Erlaubnissen o.Ä. zwecklos und ohne Erfolgsaussicht.“

Die Macher der eben Seite schreiben über diese Aufnahme:

„Enthält einen TV-Mitschnitt des Konzertes in der Alabamahalle, München am 07.03.1994, der im Rahmen der Show „Live aus dem Alabama“ übertragen wurde. „Schrei nach Liebe“ stammt nicht von der TV-Übertragung, sondern von einem Publikumsmitschnitt.“ (Schade, denn „Schrei nach Liebe“ ist für wohl einer der bedeutendsten Ärzte-Songs !)

Und wir bekommen, was wir verdienen, wenn wir uns die Ärzte anhören: Überdrehter Brachial-Rock vom Feinsten !

Und dass diese CD auf dem „Destroy Racism Records“ Label erschien, ist dann noch das geniale Sahnehäubchen zu diesem Album !

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03.1994 – Bravo, „Bei den Ärzten tobt der Wahnsinn!“, Konzertbericht

Besetzung:
Bela B. (drums, vocals)
Rodrigo González (bass, vocals)
Farin Urlaub (guitar, vocals)

BookletBackCover1

Titel:
01. Radio brennt (Urlaub/Bela B) 3.09
02. Außerirdische (mit My Generation) (Urlaub/Townshend) 2.38
03. Deutschrockgirl (Urlaub/Bela B) 2.26
04. Du willst mich küssen (Urlaub) 5.34
05. Schopenhauer (Urlaub) 1.12
06. 2000 Mädchen (Urlaub/Bela B) 4.04
07. Mach die Augen zu (Urlaub) 4.21
08. Hey Huh (in Scheiben) (Urlaub/Bela B) 2.14
09. Ohne dich (Urlaub) 2.21
10. Ansage 0.42
11. Sweet Sweet Gwendoline (Urlaub) 2.33
12. Omaboy (Bela B)
13. Quark (Urlaub) 4.22
14. Alleine in der Nacht (Bela B) 3.09
15. Elke (Urlaub) 2.40
16. Schrei nach Liebe (Urlaub/Bela B) 3.12

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