Die 68er und die Folgen (16): Günter Grass – Zu Studentenbewegung und Prager Frühling (Süddeutscher Rundfunk 1968)

FrontCover1Natürlich habe ich dieses Thema nicht vergessen, wie könnte ich das auch. Aber nach einer gewissen Pause wird es nun höchste Zeit, dieses Thema wieder einmal aufzugreifen. Wir hören eine Sendung des Süddeutschen Rundfunks vom 9. April 1968.

Günter Grass äußert sich dabei zur Lage der Nation, genauer: zur Studentenbewegung.

Der Vortrag wurde im Süddeutschen Rundfunk zwei Tage vor dem Attentat auf Rudi Dutschke ausgestrahlt. Günter Grass geht dabei auch auf die Ereignisse in der Tschechoslowakei ein.

Bemerkenswert: Bevor Grass spricht, verteidigt der Intendant des Süddeutschen Rundfunks, Hans Bausch, höchstpersönlich die Sendung. Und ebenso erlaubt er sich am Ende ein kommentierendes Nachwort.

Hans Bausch

Hans Bausch

Günter Grass äußert hier sehr viel Verständnis für die 68er Bewegung, outet sich dabei aber auch als klarer Reformer und nicht als Revoluzzer.

In seiner Replik bemängelt der Intendant des des Süddeutschen Rundfunks, Hans Bausch u. a. dass Grass die Politiker Lübke wie Kissinger als Ex-Nazi bezeichnet.

Der Vortrag wurde im Süddeutschen Rundfunk zwei Tage vor dem Attentat auf Rudi Dutschke ausgestrahlt.

Prädikat: hörenswert !

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Besetzung:
Hans Bausch (Sprecher)
Günter Grass (Sprecher)

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Titel:
01. Zu Studentenbewegung und Prager Frühling 24.58

Prager Frühling

August 1968: Das Ende des Prager Frühlings

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Mehr 68er Kram:

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Konstantin Wecker – Ich werde immer radikaler – Ein Radio – Gespräch mit Konstantin Wecker (2014)

FrontCover1Der Konstantin Wecker begleitet mich ja eigentlich schon seit den 70er Jahren und lange Zeit war das auch eine sehr kritische Haltung, mit der ich seinen Werdegang beobachtet habe. Das hat sicherlich auch etwas mit seinem privatem Treiben zu tun, das z.T. jedoch ziemlich im Gegensatz zu seinen oftmals wirklich poetischen Texten stand.

Aber unabhängig davon: in den letzten Jahren hat er sich zu einem profilierten Analytiker von gesellschaftlichen Entwicklung entwickelt.

Und als 2018 die große Anti-Pediga Demonstration in München stattfand, war er natürlich auch dabei

Seine Sicht der Dinge stellt er in diesem Radio-Interview (für das „freie“ Radio Lora) vom 24. September 2014 ausführlich dar … und natürlich setzt er seine Sicht auch stets in Beziehung zu seiner Biographie. Von daher anhörenswert … wobei dann schon auch auffällt, dass die Moderatorinnen (Tyna Badinski und Sabine Heckmann) der Sendung in all ihrer Bewunderung für Wecker die für mich schon weiterhin notwendige kritische Distanz fast gänzlich aufgeben … mir wäre es lieber gewesen, sie hätten den Wecker weniger angehimmelt … statt dessen hätten sie doch lieber auch mal die eine oder andere Position von Wecker kritisch hinterfragen können … aber so wurde diese Gelegenheit verpasst. Das mag jetzt hart klingen: fast speichelleckend beklatschen die beiden Damen verbal die Ansichten des Konstantin Wecker:

„Vielen Dank Konstantin, es war wirklich wahnsinnig schön, dass Du da warst und wir haben uns gut mit Dir unterhalten und Du hoffentlich mit uns auch“

„Hilf uns auch mit Deinem Mut und Deinen Aktionen“ … … na ja …

Bunt

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Die Quelle:

Quelle

Peter Kaiser – Das große Sterben für die Freiheit (Deutschlandradio) (2019)

TitelEin wahrlich bedeutsames Datum, der 05.06.1944 … Der sog. „D-Day“:

In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 begann im Zweiten Weltkrieg die Landung der Alliierten in der Normandie: Um den sogenannten „Atlantikwall“ des Deutschen Reiches zu erstürmen. Keine 24 Stunden hielt das Bollwerk dem Angriff stand.

Ziel dieser noch heute in der Weltgeschichte größten Streitmacht war der sogenannte Atlantikwall der deutschen Wehrmacht. Über eine Länge von 2685 Kilometern sollte dieser „Gürtel aus Bollwerken“ (Adolf Hitler), bestehend aus insgesamt 8119 Bunkern, das Deutsche Reich an der Atlantikküste vor Angreifern schützen. Mehr als 1000 Kriegsschiffe, 3100 Landungsboote, unterstützt von 7500 Flugzeugen, mit insgesamt mehr als 150.000 US-amerikanischen, britischen und kanadischen Soldaten setzten vom Ärmelkanal zur Küste der Normandie über.

Die Nazi-Bollwerke hielten dem Angriff der alliierten Streitkräfte keine 24 Stunden stand.

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Britische Truppen landen während der Invasion in Nordfrankreich mit ihren Pontons an der französischen Küste.

Mit einem blutigen Preis. Auf beiden Seiten fielen an diesem Tag mehr als 20.000 Männer, manche noch fast Kinder. Der D-Day, wie der Tag in den Geschichtsbüchern später bezeichnet werden sollte, eröffnete zur Ostfront eine zweite Front, die Westfront. Das Ende des Nazireiches zwischen diesen zwei Fronten hatte am 6. Juni 1944 begonnen.

Heute wird dieser gewaltigen Schlacht an der normannischen Küste in den Museen an den Landungsstränden wie etwa Utah Beach, Omaha Beach oder Juno Beach unterschiedlich gedacht. Stehen im Landungsmuseum der Juno Beach die Frauen inmitten der Kampfhandlungen, im sogenannten Frauen-D-Day, im Mittelpunkt einer Ausstellung, so sind andere Museen etwa um die Wehrmachtsbunker gebaut worden, zum Teil noch mit den originalen Geschützen. Und es gibt überall geführte Battlefield-Touren, Schlachtfeldtouren an der HKL, der Hauptkampflinie.

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Foto von der Landung aliierter Soldaten in der Normandie

Dazu kommen noch das Merchandising mit T-Shirts, Sweatshirts, Baseballcaps, Tassen, Tellern, Regenschirmen und vielem mehr. Es scheint, als sei das große Sterben für die Freiheit Europas vor 75 Jahren eher ein Geschäft geworden.

Anlässlich des 75. Jahrestag des D-Day hat das Deutschlandradio am 1.Juni im Rahmen einer „langen Nacht“ ein imponierendes Radio-Feature ausgestrahlt (knapp 3 Stunden !) ausgestrahlt.

Neben historischen Aufnahmen hören wir eine umfassende Dokumentation der damaligen Ereignisse einschließlich aktueller Beiträge zum Thema „Geschichtsvermittlung“.

Eine großartige Leistung des Autors Peter Kaiser:

Peter Kaiser

Peter Kaiser

Peter Kaiser, geboren 1957 in Berlin, Abendstudium Industriefachwirt, war in der Industrie tätig, bis er anfing, für den Rundfunk zu arbeiten. Seitdem Feature, Reportagen, Kritiken, Beiträge und Reiseberichte in allen ARD-Sendern, sowie im SPIEGEL. Verschiedene Texte haben inzwischen Eingang in Abitur-Schulbücher gefunden. Dazu kommen etliche Buchpublikationen, zuletzt: „Element 17“ und „Tief unten. Tief im Flughafen. Tief im BER“.

Was er da in Szene gesetzt hat, ist starker Tobak (nicht nur wegen der Länge) … es ist wieder ein Rückblick in die deutsche Geschichte … die einen wie mich gruseln lässt, schaudern lässt.

Übrigens: Mein Vater, ganz sicher kein überzeugter Nationalsozialist (er war eher eine strammer Anhänger der damaligen Zentrumspartei) brachte es Zeit seines Lebens nicht über sich, diesen Tag als Beginn der Befreiung zu definieren. Für ihn blieb es der Beginn der Niederlage Deutschlands.

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Denkmal am Omaha Beach zur Erinnerung an den D-Day.

Besetzung:
Frank Arnold (Sprecher)
Gilles Chevalier (Voice Over männlich)
Christiane Guth (Voice Over weiblich)
Birgit Paul (Zitatorin)
Jan Uplegger (Zitator)

Autor: Peter Kaiser
Redaktion: Dr. Monika Künzel
Regie: Beate Ziegs:

Sendetermin: 1. Juni 2019 DeutschlandfunkKultur (1./2. Juni 2019) Deutschlandfunk

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Tischset mit Motiven der Landung der Allierten in der Normandie

Titel:
01. Das große Sterben für die Freiheit 2.50.39

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Vier Veteranen des D-Day im Jahr 2019

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Neben der eigentlichen Radiosendung habe ich noch das dazu passende Manuskript wie weitere Informationen zum D-Day beigelegt,.

 

Carl Philipp Emanuel Bach – Auferstehung und Himmelfahrt Jesu (Radiomitschnitt) (2015)

FrontCoverPassend zum Tag:

Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu ist ein Oratorium von Carl Philipp Emanuel Bach, in dem die Auferstehung und Himmelfahrt Christi besungen werden. Die erste nachgewiesene Aufführung des Werks fand am 2. April 1774 statt. Neben Die Israeliten in der Wüste und Die letzten Leiden des Erlösers ist Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu eines der drei großen Oratorien Carl Philipp Emanuel Bachs.

Die vokale Besetzung des Oratoriums besteht aus drei Solostimmen (Sopran, Tenor, Bass) und einem vierstimmigen gemischten Chor. Das Orchester besteht aus Streichern, zwei Flöten, zwei Oboen, Fagott, zwei Hörnern, drei Trompeten, Pauken und Basso continuo (Cembalo).

Bereits 1760 entstand das Libretto, das von Karl Wilhelm Ramler als Abschluss einer Trilogie von Oratorienlibretti (nach Der Tod Jesu und Die Hirten bei der Krippe zu Bethlehem) verfasst wurde. Georg Philipp Telemann vertonte dieses im Empfindsamen Stil geschriebene Libretto bereits 1760. Die Uraufführung von Bachs Komposition fand im privaten Rahmen am Ostersonntag 1774 in Hamburg statt. Vermutlich hatte Bach das Werk in den Monaten zuvor komponiert. Zur ersten öffentlichen Aufführung kam es erst am 18. März 1778 im Concertsaal auf dem Kamp in Hamburg. Zwischen diesen beiden Aufführungen hatte Bach sein Oratorium überarbeitet. Mit der Überarbeitung des Werks, in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Ramler, fuhr er bis 1784 fort. Die ersten Aufführungsorte legen nahe, dass Bach das Oratorium von vornherein für Aufführungen im Konzertsaal und nicht für Aufführungen in der Kirche vorgesehen hatte. Zudem enthält das Werk keinen Choral, was für die Kirchenmusik der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich gewesen wäre.

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Carl Philipp Emanuel Bach

Das Oratorium besteht aus 22 Nummern, die auf zwei etwa gleich lange Teile aufgeteilt sind. Der erste Teil handelt von der Auferstehung Jesu, der zweite Teil von Christi Himmelfahrt. Dabei sind den Sängern keine konkreten literarischen Rollen zugeordnet, und es wird durch Musik und Text auch keine dramatische Handlung beschrieben. Stattdessen werden in den Arien und Chören Empfindungen, Gedanken und Gefühle dargestellt, die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu reflektieren. In der Regel beziehen sich diese auf das jeweils vorausgegangene Rezitativ. Die Rezitative nehmen Bezug auf die biblische Handlung und enthalten auch einige Dialoge, die allerdings nicht in verteilten Rollen gesprochen werden. Ramlers Librettotext beruht zwar teils auf biblischen Texten, besteht jedoch vorwiegend aus originärer Dichtung; gelegentlich sind Bibelzitate eingestreut (zum Beispiel: „Tod! Wo ist dein Stachel?“, 1 Kor 15,55 EU).

Beide Oratorienteile beginnen mit einer nur von den Streichern gespielten Einleitung und enden mit einer Chorfuge. Ein mehrfach wiederkehrendes Motiv (zuerst in Nr. 5) ist ein mit dem Wort „Triumph“ einsetzender, durch die Verwendung von Pauken und Trompeten besonders prächtig wirkender Chorabschnitt. Die Rezitative im ersten Teil beschreiben unter Einbezug eines Verses aus Psalm 114 die Naturphänomene, die mit Jesu Auferstehung einhergehen, die Ankunft von Erzengel Michael (beides in Nr. 3), das Betreten des offenen Grabs durch einige Frauen aus Jerusalem (Nr. 6) und die Begegnungen von Jesus mit Maria Magdalena (Nr. 8) und den übrigen Frauen (Nr. 10). Das erste Rezitativ (Nr. 14) im zweiten Teil ist mit 43 Textzeilen ungewöhnlich lang und handelt von der Begegnung Jesu mit den Emmausjüngern.

OriginalPartitur

Original – Partitur

Der Inhalt der anderen beiden Rezitative ist das Erscheinen Jesu vor elf ausgewählten Jüngern, die Belehrung des ungläubigen Thomas (beides in Nr. 17) und die Himmelfahrt im Kreise seiner Gefährten (Nr. 20). Die längste Nummer des Oratoriums ist der Jubel und Lobpreisungen enthaltende Schlusschor (Nr. 22). Er besteht aus zwei Teilen: Auf einen längeren größtenteils homophonen Chorabschnitt folgt eine Chorfuge über die Worte „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja!“ aus dem Psalm 150.

Die Aufführungsdauer beträgt ungefähr 70 bis 75 Minuten. (Quelle: wikipedia)

Hier ein lupenreiner Radiomitschnitt des Hessischen Rundfunks aus dem Jahr 2015. Es handelt sich dabei um einen Livemitschnitt aus dem Auditorio Stelio Molo, Lugano/Schweiz.

Kann man übrigens auch nocham Ostermontag hören … da ja dieses Oratorium auf die Auferstehung von Jesus verweist, den die Christen ja an Pfingsten feiern … also ein musikalische Brücke zu den nächsten Wochen schlägt …

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Auditorio Stelio Molo, Lugano/Schweiz

Besetzung:
Tehila Nini Goldstein (Sopran)
Christoph Strehl (Tenor)
Johannes Weisser (Bariton)
+
Coro della Radiotelevisione Svizzera
I Barocchisti
unter der Leitung von Diego Fasolis

Diego Fasolis

Diego Fasolis

Titel:

01. Auferstehung und Himmelfahrt Jesu (Teil 1) (35.09)
01.1 Einleitung (orchestral)
01.02. Chor („Gott! Du wirst seine Seele“)
01.03. Rezitativ („Judäa zittert“)
01.04. Arie („Mein Geist voll Furcht und Freuden“)
01.05. Chor („Triumph! Triumph!“)
01.06. Rezitativ („Die frommen Töchter“)
01.07. Arie („Wie bang hat dich mein Lied beweint“)
01.08. Rezitativ („Wer ist die Sionitin“)
01.09. Duett („Vater deiner schwachen Kinder“)
01.10. Rezitativ („Freundinnen Jesu“)
01.11. Arie („Ich folge dir“)
01.12. Chor („Tod! Wo ist dein Stachel?“)

02. Auferstehung und Himmelfahrt Jesu (Teil 2) (39.28)
02.01. Einleitung (orchestral)
02.02. Rezitativ („Dort seh’ ich aus den Toren Jerusalems“)
02.03. Arie („Willkommen, Heiland“)
02.04. Chor („Triumph! Triumph!“)
01.06. Rezitativ („Elf auserwählte Jünger“)
01.07. Arie („Mein Herr, mein Gott“)
01.08. Chor („Triumph! Triumph!“)
01.09. Rezitativ („Auf einem Hügel“)
01.10. Arie („Ihr Tore Gottes“)
01.11. Chor („Gott fähret auf mit Jauchzen“)

I Barocchisti

I Barocchisti

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Verschiedene Interpreten (Klaus Kuhnke, Manfred Miller und Peter Schulze) – Geschichte der Popmusik (CD 1: Die Geburt des Rock’n’Roll (Radio Bremen) (1998)

Geschichte Der Pop Musik CD 01FrontCover1Ich glaub´ da hab´ ich mir was aufgehalst …

Eine solche Dokumentation (ich rede hier von 52 CDs !!!) gab´s wohl noch nie in deutschen Landen:
Die Geschichte der Popmusik als Box Set (LP-Format) mit 52-CDs, 324-seitigem gebundenem Buch, 1099 Einzeltitel und einer Spieldauer von 50 Stunden 51 Minuten.

Zur Story der Pop-Musik gibt es zahllose Bücher und haufenweise CD-Serien. Das Angebot reicht vom Billig-Kram der Kaufhäuser über Schnellschüsse der Industrie bis zum Yuppie-Mailorder für Esoteriker. Mist für schnelles Geld. Die Geschichte des Pop ist auch die von Payola. Journalisten haben sich stets schmieren lassen, wenn das Ticket nach London oder gar L.A. winkte. ,

,Positive Berichterstattung war und ist garantiert, wenn der freie Journalist sich seinen Idolen widmete. Das ist auch heute so, im Radio, Kabelkanal und in den Printmedien. Was geschrieben und gesendet wird, gehorcht dem Timing der Industrie, und das wird immer schneller. Muzak statt Music. Der Pop-Journalist von heute ist fast noch ärmer dran als vor 30 Jahren. Er schreibt ab aus schlechten Presse-Infos, verdient sein Geld mit Hofberichterstattung für die Industrie und liefert seine Werbekampagne dann auch gleich im Radio, TV und Magazin ab.

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Und nun kommen 52 CDs daher, die ein Archiv und das Gegenteil zum Poppertum bieten. Kuhnke/Miller/Schulze haben die eigentliche Geschichte der Pop-Musik geschrieben (an der sich der Brockhaus messen darf – er verliert), festgehalten damals in den 80ern. Sie haben im Radio mehr als 100 Sendungen zum Thema unter dem Titel ‚Roll Over Beethoven‘ gemacht, dabei sogar vulgärmarxistische Theorien verbraten, mit ihren musikalischen Empfehlungen gestritten statt geschmust.

Archiv für Populäre MusikBremen

Und so schaut´s in dem Archiv für populäre Musik aus … sabber

,Natürlich haben die drei Journalisten ihre Brötchen verdient mit den Sendungen, aber statt Payola stand bei ihren Sendungen das Urteil im Vordergrund, und das unbestechlich. Die 52 CDs bieten den Originalton ihrer Sendungen, mit allen klugen Kommentaren und der Musik dazu (sofern die Rechte erhältlich waren. Die Anwälte der Beatles beispielsweise genehmigten deren Sounds zu den unbestechlichen Kommentaren von Kuhnke/Miller/Schulze nicht für diese CD-Veröffentlichung. Womit man also mal wieder beim Thema ist…).

Es gab damals sogar Fans, die Tapes ihrer Sendungen tauschten: “Suche Sendung vom soundsovielten, biete…“ Und als das erste Buch des Trios vor über zwanzig Jahren zur Geschichte der Popmusik erschien, zuerst als Loseblattsammlung, später als Buch, löste es gar heftige Diskussionen aus, deren Nachwehen in den Rororo-‚Rocksession‘-Bänden stattfanden. ,

Das Buch

Das Buch zur Sendung

,Da stellte doch noch 1981 ein Journalist 13 Gebote auf für Rockjournalisten. ‚Sounds‘ war weg vom Fenster, aufgesogen vom ‚Musik Expreß‘, ‚Spex‘ lugte aus den Windeln hervor und die Feuilletons der klugen Tageszeitungen wußten auch nicht mehr so recht. Und der ‚Rolling Stone‘ kam nur als US-Ausgabe in die Bahnhofsläden. ,

,Konkret: Die Box mit 52 Scheiben/52 Sendungen kümmert sich um die Geschichte des Pop. John Lee Hooker wird in die Pfanne gehauen, Chuck Berry kommt mit Oscar Hammerstein in zarte Berührung, der deutsche Schlager kriegt wissenschaftlichen (!) Respekt verpaßt, Sinatra wird gefeiert und zugleich auf dem ökonomischen Hintergrund sortiert, den der Crooner brauchte und förderte. Schlichtweg alles Bemerkenswerte kommt nicht nur vor. Nein, alles, was ‚in‘ war, wird schnöde beurteilt. Und das auf einem Level, der kaum noch gefragt ist, nämlich intellektuell versiert und dann auch noch ziemlich radikal.

,Also: It’s Only Rock ’n‘ Roll. Ohne Lobhudelei, streng wissenschaftlich, ganz unkommerziell, dennoch tanzbar und ganz ohne die anderen Päpste der heutigen Szene.
Das letzte Gewissen des deutschen Rockjournalismus
Die Geschichte der Popmusik von Kuhnke/Miller/Schulze ist das letzte Gewissen des deutschen Rockjournalismus, unverzichtbar also – in der Reihenfolge unten nach Dringlichkeit bewertet:

  • für Leute, die heutzutage nicht mehr jedem Zeitgeistmagazin glauben können, und wollen. Und sie wollen sich auskennen und Gescheites zum Lesen haben. Da reicht keine ins Deutsche übersetzte Greil Marcus-Attitüde, die diversen Rock-Lexika, selbst die Guinness-Werke zu Pop, Rock, Indie, Blues etc. liefern nur Biographien und keinerlei gedankliche Analyse.
  • für Menschen, die Musik mögen und sich auskennen wollen, ohne anderes gelesen zu haben.
  • für die Macher von Fanzines, die sich für ihre Idole noch ereifern und Analysen suchen statt Bemusterung.
  • für Journalisten, die zugemustert werden, aber infomäßig nichts einordnen können.
  • für Redakteure – TV, Radio, Prints – , die noch auf Recherche setzen.
  • für die Kenner der Popmusik, die selber schon seit Jahren daran basteln, neue Lexika des Genres zu entwerfen und doch nur unkundige Werke zustandebringen.
    sogar für jene talentierten Schreiber von Presse-Infos für die Industrie, deren Ergüsse immer mehr den Blick fürs Bodenständige verlieren.
  • für Yuppies von der Börse, die abends in der Broker-Bar mal einen supercoolen Spruch loswerden wollen.
  • für Guildo Horn, der wissen möchte, woher der Groove von Manuela stammt. Das war mehr als Bossa Nova.

Und diese 52 CDs bieten den Originalton ihrer Sendungen !! (Werbetext)

Archiv für Populäre MusikBremen2.jpg

Ein Momentualwerk also … ich bekam es or Jahren mal von einem anderen Sammler zur Verfügung gestellt (leider habe ich den Namen vergessen) und er schrieb damals sinngemäß, dass die Autoren dieses Werkes zum Lachen wohl in den Keller gegangen sind.

Und in der Tat. Der sprachliche Vortrag geriet staubtrocken; das ändert freilich nichts daran, dass die Autoren sich mit einer schier unvorstellbaren Akribie dem Thame „populäre Musik“ zu wenden. Da kommt man ein ums andere mal nicht aus dem Stauen heraus. Im ersten Teil der SEndung zerpflücken sie mit diebischer FReud den Schindluder, den manmit dem Begriff Rock n Roll getrieben … und so was koenntnisreich !

Von daher: Prädikat unverzichtbar ! Und der geneigte Leser dieses blogs ahnt, was auf ihn und mich zu kommt: Die Präsentation aller 52 Sendungen … im Laufe der Zeit.

Geschichte Der Pop Musik CD 01BackCover1

Titel:
01. Einleitung 1.48
02. Beethoven könnte … 1.41
03. The Chords: Sh-Boom (Keyes/Claude Feaster/Carl Feaster/McRaeEdwardsac) 2.24
04. Bill Haley: Rock Around The Clock (De Knight/Freedman) 2.10
05. Geburtsdatum des Rock ‚N‘ Roll 21. März 1954 … 0.30
06. Tiny Grimes & His Rockin´ Highlanders: Call Of The Wild (Grimes) 2.51
07. Es gibt noch weitere Geburtstage des Rock N Roll … 5.08
08. Beispiel I 0.21
09. Die zweite Aufnahme … 1.12
10. Beispiel II 0.45
11. Der wesentliche Unterschied … 0.29
12. Sonny Dae: Rock Around The Clock (De Knight/Freedman) 2.46
13. Bill Haley: Rock This Joint Tonight (Crafton/Keane/Bagby) 2.11
14. Bill Haley: Rock Around The Clock (De Knight/Freedman) 0.30
15. Rock Around the Clock enthält nichts … 2.46
16. Treniers: Rock-A-Beatin‘ Boogie (Haley) 2.15
17. Diese Aufnahme … 2.17
18. Hot Lips Page: Rock It For Me (K.Werner/S.Werner) 2.51
19. The Boswell Sisters with Jimmy Grier: Rock and Roll (Claire/Whiting) 2.58
20. Roy Rogers: Listen To The Rhythm Of The Range (Autry/Marvin) 3.04
21. Ob man … 0.18
22. Curtis Gordon: Rompin‘ And Stompin‘ (Gordon) 2.41
23. Wäre diese Aufnahme … 0.13
24. Roy Brown: Good Rockin‘ Tonight (Brown) 3.03
25. Wynonie Harris: Good Rockin‘ Tonight (Brown) 2.44
26. Elvis Presley: Good Rockin‘ Tonight (Brown) 2.11
27. Good Rockin‘ Tonight in drei Interprationen 0.46
28. Johnnie Lee Wills: Milk Cow Blues (Arnold) 2.50
29. Milk Cow Blues 
1941 aufgenommen 0.09
30. 
Elvis Presley: Milk Cow Blues (Arnold) 2.36
31. Der Sänger … 3.35
32. Little Richard: 
Tutti Frutti (Penniman/La Bostrie) 2.54
33. Bedauernswert … 4.30
34. Beatles: Everybody’s Trying To Be My Baby (Perkins) 2.25
35. John Lennon … 0.10
36. Carl Perkins: Everybody’s Trying To Be My Baby (Perkins) 2.12
37. George Harrison … 0.22
38. Roy Newman: Everybody’s Trying To Be My Baby (Perkins) 2.28
39. Und auch schon Julian Akins … 0.12
40. Rex Griffin: Everybody’s Trying To Be My Baby (Perkins) 2.59

Alle Texte: Klaus Kuhnke, Manfred Miller und Peter Schulze

Geschichte Der Pop Musik CD 01CD1

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Oliver Kobold und Jochen Wobser – Nur bei uns – Wie Zweitausendeins die Gegenkultur verlegte (SWR 2) (2019)

Titel

Tja, wo Trikont ist, da ist Zweitausendeins nicht weit … Oder wie schrieb der treue Lese dieses blogs, Hermann anlässlich der Präsentation des Trikont Kataloges aus dem Jahre 1979 (siehe hier):

„Danke für den Beitrag. in meiner Jugend wurde aber eher bei 2001 bestellt ….“

Und dann flatterte mir in den letzten Tages dieses ganz aktuelle Radiofeature vom SWR 2 ins Haus … :

Comics von Robert Crumb, Gedichte von Wondratschek und Bukowski, LPs von Dylan und Cohen, die Geistesblitze der Neuen Frankfurter Schule, Karl Kraus und das Kursbuch als Nachdruck im Backsteinformat.

Der 1969 gegründete Zweitausendeins Verlag lieferte die kulturelle Wegzehrung für den langen Marsch der Linken durch die Institutionen, esoterische Abwege eingeschlossen.
Audio herunterladen.

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50 Jahre nach der Gründung lohnt ein Blick zurück: Was hat ein bestimmtes Milieu zu einer bestimmten Zeit gelesen, gehört, geglaubt? Wie klang der Sound der Gegenkultur? Und wann hörte er endgültig auf, vernehmbar zu sein? (Quelle: SWR 2)

Und so ging´s mit diesem völlig unmöglichem Versand los:

Beispiel 1

Beispiel 2

Und den Rest der Geschichte kann man hier in diesem faszinierendem Radiomitschnitt hören … Faszinierend nicht nur, weil die Geschichte von Zweitausendeins faszinierend ist, sondern weil hier auch viele Zeitzeugen zu Worte kommen und von daher dieser Beitrag besonders authentisch ist und da dieser Beitrag mit vielen Detailinformationen aufwarten kann, die z.B. mir bisher noch nicht bekannt waren.

Beispiel 7

Exklusiv bei Zweitausendeins: Das legendäre Moods Label

Und vermutlich geht´s da nicht nur mir so: Ohne Zweitausendeins wäre mein Leben ärmer gewesen, ohne Zweitausendeins hätte ich diverse musikalische und literarische Anregungen gar nicht so einfach mitbekommen.

Zum Verständnis der links-alternativen Szene, die sich ab Ende der 60er Jahre hier bei uns entwickelte, ist diese Radio-Sendung unverzichtbar.

Zum Nachlesen habe ich dann noch das Sendemanuskript beigelegt …

Besetzung:

Sprecher:
Janik Petry – Klaus Profalka Ardani – Lisbeth Felder

Redaktion:
Walter Filz

Regie:
Tobias Krebs

Text:
Oliver Kobold und Jochen Wobser

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Räumungsverkauf: das Zweitausendeins Geschäft in der Türkenstraße, München

Titel:
01. Nur bei uns – Wie Zweitausendeins die Gegenkultur verlegte 55.30

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Und so ging´s dann mit Zweitausendeins weiter:

Zweitausendeins gibt „Merkheft“ ab

Ab Februar 2017 wird das legendäre „Merkheft“ des Kulturversandhauses Zweitausendeins von Frölich & Kaufmann herausgegeben − einem Unternehmen der Ganske Verlagsgruppe.

Zweitausendeins übergibt damit Produktion und Versand des bekannten Kataloges an das Berliner Versandunternehmen für Bücher aus dem Bereich Kunst und Kultur, so eine Ganske Mitteilung.

„Wir freuen uns, nach der Integration von Artservice und Cultous das Angebot von Frölich & Kaufmann nun um das ‚Merkheft‘ erweitern zu können“, so Frank-H. Häger, Vorstand der Ganske Verlagsgruppe; „das Themenangebot wird für unsere Kunden nun noch attraktiver.“ Dabei verstehe sich Ganske quasi als Dienstleister für Zweitausendeins, so ein Sprecher der Verlagsgruppe auf Anfrage. Über die Konditionen machte er keine Angaben. Ziel sei es, das „Merkheft“ zu erhalten und dessen Verbreitung zu steigern. Der Versand der Bestellungen laufe wie bisher. Das bedeute zudem keine Übernahme von Zweitausendeins, das Unternehmen bleibe eigenständig, betont der Ganske-Sprecher.

Michael Kölmel, Inhaber von Zweitausendeins, freut sich über den kompetenten Nachfolger Frölich & Kaufmann für das „Merkheft“. Die Kooperation sei „ein wichtiger Baustein für die zukünftige inhaltliche Arbeit von Zweitausendeins. Zweitausendeins wird sich weiterhin hochwertigen Inhalten im Bereich Buch, Musik und Film widmen“, so Kölmel. Zukünftig werde sich Zweitausendeins hier als reines Online-Unternehmen engagieren (die Frage ist, was dann mit den Shop-in-Shops geplant ist).

Der langjährige Chefredakteur Axel Winzer wechselt ebenfalls zu Frölich & Kaufmann und wird dort die Redaktion des Katalogs, der zunächst unter der Bezeichnung „Merkheft bei FRÖLICH & KAUFMANN“ erscheint, weiter verantworten.

„Das Merkheft war seit Beginn meiner Laufbahn ein großes Vorbild, deshalb freue ich mich sehr darauf, es gemeinsam mit Axel Winzer in bewährter Qualität fortzuführen und auch weiter zu entwickeln“, sagt Andreas Kaufmann, Geschäftsführer von Frölich & Kaufmann.

Frölich & Kaufmann ist ein Unternehmen der Ganske Verlagsgruppe und wurde 1978 von Gerd Frölich und Andreas Kaufmann gegründet. Das Unternehmen gilt als größter Versand für Bücher aus dem Bereich Kunst und Kultur in Europa.

Zweitausendeins Versand Dienst, gegründet 1969, ist ein Kulturversandhaus. Zweitausendeins verkauft eigene und fremde CDs, DVDs, Software und eigene und fremde Bücher sowie Restauflagen. (Quelle: Börsenblatt, 2016)

 

Und dann … gab´s wieder plötzlich einen aktiven Verand, der sich Zweitausendeines nennt:

Zum 1. Oktober haben der Medienunternehmer Michael Kölmel und seine Frau, die Kunsthistorikerin Doris Apell-Kölmel, die Leipziger Verlagsgruppe Seemann Henschel übernommen, die Anfang März beim Amtsgericht Leipzig Insolvenz beantragen musste. Kölmel gehörte mit seiner 1998 an die Börse gebrachten Kinowelt AG zu den führenden deutschen Filmverleihern; 2001 ging die gemeinsam mit seinem Bruder Rainer gegründete Firma pleite. Inzwischen ist der 63-jährige Wahl-Leipziger, der seit 2003 in der Messestadt lebt, mit seiner neu gegründeten Firma Weltkino und anderen Unternehmungen wieder gut im Geschäft, daneben hat sich der Eigentümer der Red Bull Arena Leipzig laut Medienberichten mit dem Bundesligisten RB Leipzig über einen Verkauf des Stadions geeinigt, kolportierter Kaufpreis: 70 Millionen Euro.

In der Buchbranche ist Kölmel kein Unbekannter: 2006 hat er, wiederum gemeinsam mit seinem Bruder, den in finanzielle Schieflage geratenen Verlag und Buchversender Zweitausendeins übernommen. 2011 erfolgte der Umzug der Firma nach Leipzig; in den Jahren 2013 bis 2016 wurden sukzessive die Ladengeschäfte geschlossen, während die Shop-in-Shop-Kooperationen mit dem stationären Buchhandel bis heute weiter gepflegt werden. Aktuell bieten bundesweit rund 20 Buchhandlungen das Zweitausendeins-Sortiment an. Seit Mai liegt die Geschäftsführung in den Händen von Neffe Nicolas Kölmel und Peter Deisinger, der seit 2011 als Texter, Copy-Editor und Einkäufer bei Zweitausendeins tätig war.

2003 hatten Bernd Kolf und Jürgen A. Bach die drei Verlage E. A. Seemann, Henschel und Edition Leipzig von der Dornier-Gruppe übernommen; 2004 holten sie auch Koehler & Amelang an den Gründungsort zurück. Die nun als E. A. Seemann Henschel GmbH & Co. KG firmierende Verlagsgruppe hat ihr Domizil im Leipziger Haus des Buches verlassen und ihren neuen Standort unterm Zweitausendeins-Dach in der Karl-Tauchnitz-Straße bezogen. Annika Bach, Tochter des Altverlegers, hat als Mitgesellschafterin die Geschäftsführung der neuen Verlagsgruppe übernommen. Die gebürtige Freiburgerin hatte nach Volontariaten bei Chr. Links und Bärenreiter seit 2014 die Programmleitung der Verlage Henschel sowie Koehler & Amelang inne. (Quelle: Börsenblatt,  2017)

Alles irgendwie ganz schön verwirrend, aber auch spannend …

John Kay – Interview (auf deutsch) (1989)

MC1Ich bin ja gerade dabei meine Tape-Sammlung (tonnenweise Audience-Live-Tapes, Radiomitschnitte etc.) zu durchforsten und auch aufzulösen und dabei fiel mir dieses John Kay Interview (gesendet von dem Privatsender FFN, Niedersachsen) in die Hände.

Und nachdem diese Joachim Kraudelat (* 12. April 1944 in Tilsit) trotz all seiner vielen Jahren in den USA des deutschen weiterhin mächtig ist, gibt er, sofern er Interviews in deutschen Landen gibt, diese gerne auch in Deutsch.

Und um solch ein Interview handelt es sich bei diesem Mitschnitt, der mit vor vielen Jahren mal zugesandt wurde. Man muss sich das so vorstellen: Damals war ich in so Sammlerkreisen, die sich regelmäßig und kostenfrei gegenseitig tapes zusandten, meist mit eigenen Konzertaufnahmen oder eben auch mit solchen Interviews.

Die Zeitangabe „Herbst 1989“ kann allerdings nicht stimmen, denn im Interview bezieht man sich auch auf den Song „The Wall“ von dem Album „Rise And Shine“ Und dieses mag zwar Ende 1989 aufgenommen worden sein, erschienen ist es allerdings erst 1990. Von daher gehe ich davon aus, dass dieses Interview tatsächlich im Herbst 1990 entstanden ist.

Für viele meiner blog-Leser eher überflüssig, dennoch ein paar Worte zu John Kay:

steppenwolf1968

John Kay & Steppenwolf (1968)

John Kay (* 12. April 1944 in Tilsit in Ostpreußen als Joachim Fritz Krauledat) ist ein deutsch-kanadischer Rockmusiker in Nordamerika.

Im Rahmen der Flucht aus Ostpreußen floh seine Mutter, Elsbeth Krauledat, geb. Zimmermann mit dem Kleinkind vor der anrückenden Roten Armee nach Arnstadt in Thüringen. Der Vater Fritz Krauledat war im Zweiten Weltkrieg zwei Monate vor der Geburt seines Sohnes gefallen. 1948 flüchteten Mutter und Sohn erneut aus der Sowjetischen Besatzungszone nach Hannover, wo seine Mutter ein zweites Mal heiratete. Im Radiosender BFBS der britischen Streitkräfte lauschte der farbenblinde und lichtempfindliche Joachim angelsächsischer Musik. 1958 wanderte die Familie nach Toronto in Kanada aus und zog später nach Buffalo in den USA.

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John Kay vor dem Hermann Hesse Museum, Calw (2002)

In Kanada gründete John Kay 1965 die Gruppe Sparrows, aus der 1967 in Kalifornien die Gruppe Steppenwolf wurde, die 1969 durch den inzwischen zum Klassiker gewordenen Song Born to Be Wild, den Titelsong des Films Easy Rider, weltberühmt wurde. Mit seiner laut Rocklexikon arrogant schnarrenden Stimme war der Leadsänger dieser Band stets ausgestattet mit seinem Markenzeichen, einer Sonnenbrille. Die Brille war allerdings Begleiterscheinung seiner angeborenen Achromatopsie Sehschwäche; er gilt als legally blind (blind nach gesetzlicher Regelung, seine Sehstärke liegt bei 21 %) und darf nicht einmal einen Führerschein erwerben.

Nach diversen Umbesetzungen löste sich die Gruppe eigentlich auf, dennoch spielen sie jedes Jahr ein paar Konzerte. John Kay zog 1989 mit seiner Ehefrau Jutta, die er bereits 1965 kennenlernte, nach Tennessee und wohnt mit seiner Familie heute in der Nähe von Vancouver in Kanada.

Da Kay seine Band nach dem Roman Der Steppenwolf von Hermann Hesse benannt hatte, lud dessen Geburtsstadt Calw ihn 2002 zum Internationalen Hermann-Hesse-Festival ein. Ebenso andere von Hesse inspirierte Gruppen wie beispielsweise Anyone’s Daughter.

2004 wurde er in Canada’s Walk of Fame aufgenommen. (Quelle: wikipedia)

In dem Interview (ergänzt durch diverse Steppenwolf Klassiker bis hin zu dem Song „The Wall“)  erzählt er natürlich zum 1000 mal die Geschichte der Band „Steppenwolf“ mit all den Erschütterungen, die diese Band ausgesetzt war. Spannender seine Erinnerungen an die Flucht von Ost nach West und an seine Zeit in der Montessorischule Maschsee in Hannover un dann natürlich auch, wie er aus der Ferne den Fall der Mauer erlebt hat.

Und um das ganze abzurunden habe ich dieser Präsentation, dann noch einen Beitrag der „Tagesthemen“ (ARD) zu Steppenwolf´s Besuch des Hermann Hesse Museums in Calw (2002) und dem dort  stattgefunden Konzert anläßlich des 125. Geburtstag von Hermann Hesse (einer meiner absoluten Lieblingsautoren) beigelegt.

So, und nun kann ich dieses tape entsorgen …

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Nein, nicht meine Handschrift

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