Verschiedene Interpreten – Die Oberammergauer Jodler – Messe (1965)

FrontCover1Also früher hätte ich wohl bei diesen Aufnahmen (es handelt sich wieder mal um eine 10 inch LP) herzhaft gelacht … viel zu groß war mein Groll auf kirchliche Institutionen, als dass ich mir so eine Musik mit einer etwas wertfreieren Haltung hätte anhören können.

Heute hält sich mein Lachen eher in Grenzen … statt dessen setzt eine gewisse Nachdenklichkeit ein, was Menschen wohl bewegt sich einer solchen Inbrunst religiösen Liedern hinzugeben. Welche Sehnsüchte wohl notwendig sind, um sich Gott so bedingungslos zu „unterwerfen“, wie dies in den Texten zum Ausdruck kommt. Und wieviele von den Mitwirkenden sind dann im Laufe ihres Lebens an der Kirche oder gar an der Religion verzwefelt ?

Diese Welt bleibt mir also weiterhin sehr fremd … aber dennoch empfinde ich heute bei so einer Musik Respekt vor anderen Lebensentwürfen … wednn nur nur die Katholische Kirche so ein bigotter, menschenverachtender Verein wäre … Ha ! Da kommt er schon wieder, mein alter Zorn !

Unabhängig davon sind insbesondere die Orgelpassagen aber auch die anderen „Zwischenmusiken“ durchaus ansprechend und stimmig …

Und im „Schlusslied“ lässt es der Texter dieses christlichen Melodien irgendwie ganz ordentlich krachen, wenn er die fromme Christengemeinde singen lässt: „O Jungfrau mild und süss … wir fallen Dir zu Füß“ … könnte man glatt als Sublimierung durchgehen lassen …

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Besetzung:
Oberammergauer Madln (Chor)
Partenkirchner Sänger (Chor)
+
Volkschor + Kinderchor
+
Oberammergauer Volksmusik unter der Leitung von Hermann Zwerger
+
Hans Gotzler (Orgel)

Pfarrkirche

Pfarrkirche „Peter und Paul“, Oberammergau

Titel:
01. Die Orgel der Oberammergauer Pfarrkirche spielt den Gottesdienst ein 1.03
02. Jodler zum Staffelgebet 0.49
03. Eingangslied 1.29
04. Zum Kyrie 1.47
05. Zwischenmusik (1) 0.36
06. Zum Gloria 1.23
07. Zwischenmusik (2) 0.27
08. Zum Credo 1.20
09. Opferungslied 1.18
10. Zwischenmusik (3) 0.59
11. Zum Sanctus 1.50
12. Zur heiligen Wandlung (Der Andachts-Jodler) 2.28
13. Zum Benediktus 2.07
14. Zwischenmusik (4) 1.02
15. Zum Agnus Dei 1.34
16. Zwischenmusik (5) 0.37
17. Zur heiligen Kommunion 2.08
18. Zum „Ite, missa est!“ 0.56
19. Schlusslied 2.01
20. Orgel-Nachspiel mit den Glocken der Pfarrkirche von Oberammergau 2.04

(Unter freier Benutzung und Ergänzung alt-bayerischer Lieder und Texte von Franz-Josef Breuer)

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Kaplan Alfred Flury – Ich will an deiner Seite gehen (1965)

frontcover1Keine Frage: er war in den 60er Jahren ein Unikat, dieser wackere Gottesmann:

Alfred Flury (* 16. April 1934 in Wangen bei Olten; † 6. April 1986 ebenda) war ein römisch-katholischer Geistlicher und Liedermacher (Neues Geistliches Lied).
Leben und Wirken
Flury besuchte die Primarschule in Wangen bei Olten und das Gymnasium im Kollegium St. Fidelis in Stans (Matura 1954). Nach dem Theologiestudium am Priesterseminar Luzern empfing er die Priesterweihe und wirkte erst als Vikar in Grenchen, dann als Religions- und Gesangslehrer am Kollegium St. Michael in Zug. Schon während des Theologiestudiums hatte er die erste Schallplatte aufgenommen; in Zug entstanden zahlreiche weitere Lieder, u. a. das bekannte Lass die kleinen Dinge. Als Kaplan Flury war er damals weiten Kreisen, über konfessionelle Grenzen hinweg, als religiöser Liedsänger vertraut.

Ab 1967 wohnte er wieder im Elternhaus und widmete sich neben seinen Auftritten der Jugendarbeit und der Drogenprophylaxe. Am 6. Oktober 1971 entstand die Kaplan-Flury-Stiftung (heute: aktion-nodrugs), die der Jugendwohlfahrt dient (heutiger Slogan: clean is in – Wir engagieren uns für eine gesunde, drogenfreie Jugend mit Zukunft.). Auch hier kannte Flury keine nationalen oder religiösen Grenzen. Sein Wirken verschob sich auf die Schaffung von Jugendwerkstätten, Vorträge vor großen Firmen und die Einzel-Seelsorge und -Fürsorge (Lebensberatung), wobei sein Vaterhaus zum Haus der offenen Tür wurde. Zur Drogenproblematik publizierte er mehrere Bücher. Alfred Flury verstarb am 6. April 1986 an den Folgen eines Magen- und Darmleidens. (Quelle: Wikipedia)

Mit diesen dürren Worte, wird die damalige Wirkung und Faszination nur ansatzweise beschrieben …

Jedenfalls wirbelte er damals in den Medien viel Staub auf und ja, er war auch hinsichtlich seiner Schallplattenverkäufe  durchaus erfolgreich.

Hinsichtlich seiner religiösen Botschaften kann man natürlich sehr geteilter Meinung sein, aber eines muss man ihm lassen: Er hatte ein feines Händchen für eingängige Melodien, die da Zeug zu Gassenhauern hatten.

Hier kann man sich nun davon überzeugen.

Weitere Aufnahmen (darunter auch rares Zeug; die heutige Präsentationbeeinhaltete ja seine wohl populärste Single) von ihm schlummern noch in meinem Schallarchiv.

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Alfred Flury mit Katja Ebstein (1972

Besetzung:
Kaplan Alfred Flury (vocals, guitar)
+
unbekanntes Orchester

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Titel:
01. Ich will an seiner Seite gehn 2.02
02. Ich komm‘ aus der Ferne 2.41
03. Denke daran 2.20
04. Laß die kleinen Dinge 2.02

Musik und Texte: Alfred Flury

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