Karl Richter + Albert de Klerk – Norddeutsche Arp Schnitger Orgeln (1972)

FrontCover1Die Freunde klassischer (barocker) Orgelmusik schnalzen vermutlich mit der Zunge, wenn sie den Namen Arp Schnitger hören:

Arp Schnitger (* 1648, vermutlich in Schmalenfleth; getauft am 9. Juli 1648 in Golzwarden, heute Brake; begraben 28. Juli 1719 in Neuenfelde, heute Hamburg) war einer der berühmtesten Orgelbauer seiner Zeit und der Vollender der norddeutschen Barockorgel. Sein Wirkungskreis erstreckte sich über Nordeuropa, wo er über 100 Orgelneubauten schuf und stilbildend war. Neben der Hauptwerkstatt in Hamburg arbeiteten Gesellen und Mitarbeiter in Filialen zwischen Groningen und Berlin, um von dort aus neue Orgeln zu errichten oder ältere Werke zu unterhalten oder umzubauen. Schnitger konzipierte seine Werke mit rauschenden Mixturen und starken Bässen zum einen für die Begleitung des Gemeindegesangs. Zum anderen dienten sie der Darstellung der norddeutschen Orgelschule, die sich in den von der Kaufmannschaft organisierten Abendmusiken der Hansestädte entfalten konnte. Etwa 30 seiner Instrumente sind in ihrer Grundsubstanz noch erhalten.

ArpSchnitger01

Eigenhändiger Namenszug „Arp Schnitger Orgelmacher“ mit manu propria

Und auch die Akteure an den Schnitger Orgeln haben/hatten einen klangvollen Namen:

Karl Richter (* 15. Oktober 1926 in Plauen; † 15. Februar 1981 in München) war ein deutscher Dirigent, Chorleiter, Organist und Cembalist.

1926 wurde Karl Richter, Sohn eines evangelischen Pfarrers, Kruzianer in Dresden, geboren. Nach dem Krieg studierte er am Konservatorium Leipzig und am Kirchenmusikalischen Institut bei Karl Straube und Günther Ramin und entwickelte sich dort zum Bachinterpreten. 1949 wurde er Thomasorganist. 1951 wechselte er als Kantor an die Markus-Kirche nach München. In München lehrte er an der Musikhochschule und wurde 1956

KarlRichter

Karl Richter

Karl Richter leitete 1968 in Moskau und Leningrad Aufführungen der Johannes-Passion und der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Seine Interpretation des 2. Brandenburgischen Konzertes führt den musikalischen Teil der Schallplatte Voyager Golden Record an, die als Botschaft der Menschheit an Bord der Sonden Voyager 1 und Voyager 2 unser Sonnensystem verlassen hat. Richter baute seinen Ruf als Bachinterpret kontinuierlich aus. Seine Auffassungen waren dabei durch seine Herkunft aus der Leipziger Schule bestimmt: Vergleichsweise große Instrumental- und Chorbesetzung, von spätromantischer Musiziertradition geprägte Ausdrucksmittel, hochexpressive Gestaltung. Der bereits zu seiner Zeit einsetzenden, musikwissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehenden „historischen Aufführungspraxis“ stand Richter fern. So setzte er durchgehend modernes Instrumentarium ein. Schüler von ihm sind Hedwig Bilgram, Günter Jena, Walther R. Schuster, Albrecht Haupt und Rudolf Kelber. Mit dem Münchner Geiger Otto Büchner (1924-2008) bestand eine besonders gute musikalische und persönliche Partnerschaft.zum Professor ernannt. 1951 übernahm er den Heinrich-Schütz-Kreis, den späteren Münchener Bach-Chor, 1953 das Münchener Bach-Orchester und wurde damit einer der international bekanntesten Bachinterpreten.

Richter starb 1981 an Herzversagen. Er wurde auf dem Friedhof Enzenbühl (FG 81163) in Zürich beerdigt.

Und Albert de Klerk (* 4. Oktober 1917 in Haarlem; † 1. Dezember 1998 ebenda) war ein niederländischer Dirigent, Organist und Komponist.

Albert de Klerk

Albert de Klerk an der Orgel der St.-Bavo-Kirche (Haarlem)

De Klerk komponierte Werke im Bereich der Kammermusik für Orgel, Klavier, Glockenspiel, Chor und Sologesang. Außerdem betätigte er sich als Dirigent und Orgelimprovisator. (Quelle: wikipedia)De Klerk ist der Sohn des Musikers Jos de Klerk (1885–1969), der als sein erster Lehrer auftrat. Albert de Klerk studierte am Conservatorium van Amsterdam Orgelspiel und schloss sein Studium 1939 mit einem Diplom mit der Note summa cum laude ab. Bereits 1934 folgte er auf Hendrik Andriessen als Organist an der St. Joseph-Kirche in Haarlem, ein Amt, das er bis zu seinem Tode hielt. Von 1946 bis 1964 unterrichtete de Klerk Orgel am Institut für Katholische Kirchenmusik Utrecht, bevor er von 1965 bis 1983 als Professor für Orgel am Amsterdamer Konservatorium lehrte. Von 1956 bis 1986 deckte er zusammen mit Piet Kee das Amt des Stadtorganisten von Haarlem ab.

Den Hörer dieser beiden LP´s (die in einer für jene Zeiten typischen LP-Box veröffentlicht wurden) erwarten also hochwertigste Orgelmusik (akustische Beeinträchtigungen – der Zahn der Zeit – eingeschlossen).

Erfreulich, dass sich auch hier neben den Klassiker wie Bach und Buxtehude weitaus unbekanntere Komponisten erklingen: Namen wie Samuel Scheidt, Jan Pieterszoon Sweelinck, Heinrich Scheidemann oder Jakob Praetorius sind sicherlich nicht jederman geläufig … erklingen aber dennoch prachtvoll. Wer Ohren hat, der lausche !

Weiß der Teufel warum, aber im Augenblick habe ich wohl meine Orgel-Phase, und von daher werden demnächst weitere Beispiele dieses großartigen Instrumentes folgen.

SchnitgerorgelSteinkirchen

Die Schnitger Orgel in Steinkirchen

Besetzung:
Albert de Klerk (organ bei 05 . -)
Karl Richter (organ bei 01. – 04.)

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Titel:

Johann Sebastian Bach:
01. Fantasie G-Dur, BMW 572 (Trés vitement – Gravement – Lentement) 9.43
02. Triosonate Nr. 6 G-Dur, BMV 530 (Vivace – Lento – Allegro) 13.42
03. Triosonate Nr. 3 d-moll, BMV 527 (Andante – Adagio – Vivace) 13.13
04. Pastorale F-Dur, BMV 590 12.28

Dietrich Buxtehude:
05. Präludium und Fuge F-Dur 6.21

Samuel Scheidt:
06. Psalmus „Da Jesus an dem Kreuze stand“ (Choralbearbeitung) 10.23

Jan Pieterszoon Sweelinck:
07. Echofantasie (Fantasia in der Manier eines Echoes) 4.09

Heinrich Scheidemann:
08. Magnificat-Fantasie (im VIII. Ton) 8.52

Jakob Praetorius:
09. Vater unser im Himmelreich (Choralvariationen) 5.20

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Weihnachten 2018 (31): Johann Sebastian Bach – Weihnachtsoratorium (Karl Richter) (1965)

OriginalFrontCover1Nein, dieses Werk gehört nicht in die Abteilung Resteverwertung, denn:

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ist ohne jeden Zweifel eines der bedeutendsten klassischen Werke zur Weihnachtszeit. Und die Aufnahme von dem Bach Experten Karl Richter aus dem Jahr 1965 kann man durchaus als Referenz-Album bezeichnen.

… Karl Richter zum Beispiel machte sich im Jahr 1965 im Münchner Herkulessaal an eine aufwändige Plattenaufnahme, die neben dem Bach-Chor und dem Bach-Orchester auch herausragende Solisten wie die Sopranistin Gundula Janowitz und den Tenor Fritz Wunderlich vor den Mikrofonen versammelte. Das Resultat war bestechend. Richter gelang es, bis ins Details der dynamischen Gestaltung die einzelne Komponenten ausgewogen zu gewichten. Gerade in den vertrackt kontrapunktischen Chorpassagen konnte er seine Fähigkeit ausspielen, große Klangkörper nuanciert zu lenken. Sein „Weihnachtsoratorium“ wurde zu einer zentralen Einspielung des Werkes, beseelt vom kongenialen Zusammenwirken von Text und Interpretation. (Klassikakzente 06.12.2002)

KarlRichterEin paar einführende Worte zu diesem Werk sollen an dieser Stelle nun wirklich genügen:

Das Weihnachtsoratorium BWV 248 ist ein sechsteiliges Oratorium für Soli (SATB), gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt.

Feierliche Eröffnungs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Oratorium.

 

Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden. Von der musikalischen Gattung steht das Weihnachts-Oratorium Bachs oratorischen Passionen nahe. Es ist das populärste aller geistlichen Vokalwerke Bachs und zählt zu seinen berühmtesten geistlichen Kompositionen. Das Oratorium wird heute häufig in der Advents- und Weihnachtszeit ganz oder in Teilen aufgeführt. (Quelle: wikipedia)

OriginalFC1965

Originalcover aus dem Jahr 1965

Ergänzend sei angemerkt, dass hier auch der von mir so geschätzte Maurice André an der Trompete zu hören ist !

Wohlan: lasset den Worten Taten folgen: anhören und schwelgen !

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Die ungarische Ausgabe dieser Aufnahmen

 

Besetzung:
Franz Crass (bass)
Gundula Janowitz (sopran)
Christa Ludwig (alt)
Fritz Wunderlich (tenor)
+
Maurice André (trumpet)
Willy Beck (horn)
Hedwig Bilgram (organ)
Otto Büchner (violin)
Herbert Duft (bass)
Kurt Engert (cello)
Bernhard Gediga (trumpet)
Kurt Hausmann (oboe)
Ludwig Kiblböck (bass)
Karl Kolbinger (fagott)
Detlev Kühl (fagott)
Paul Meisen (flute)
Gustav Meyer (english horn)
Wilhelm Oppermann (trumpet)
Kurt Richter (horn)
Edgar Shann (english horn, oboe)
Oswald Uhl (cello)
+
Münchener Bach-Orchester + Münchener Bach-Chor unter der Leitung von Karl Richter

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Eröffnungschor aus Teil I, in dem Bach den Text der Parodievorlage „Tönet, ihr Pauken! Erschallet Trompeten!“
in die Partitur übernimmt, durchstreicht und zu „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“ korrigiert.
Titel:

CD 1:

Erster Teil: Am Ersten Weihnachtsfeiertage:
01. Coro – Jauchzet, Frohlocket!  8.17
02. Recitativo (Evangelist) – Es Begab Sich Aber Zu Der Zeit 1.40
03. Recitativo (Alto) – Nun Wird Mein Liebster Bräutigam 1.07
04. Aria (Alto) – Bereite Dich, Zion  6.02
05. Choral – Wie Soll Ich Dich Empfangen 1.19
06. Recitativo (Evangelist) – Und Sie Gebar Ihren Ersten Sohn 0.30
07. Choral, Recitativo (Chor-Sopran, Basso) – Er Ist Auf Erden Kommen Arm 3.35
08. Aria (Basso) – Groβer Herr Und Starker König 5.38
09. Choral – Ach, Mein Herzliebes Jesulein! 1.28
Zweiter Teil: Am Zweiten Weihnachtsfeiertage:
10. Sinfonia (Hirtenmusik) 7.12
11. Recitativo (Evangelist) – Und Es Waren Hirten In Derselben Gegend 1.01
12. Choral – Brich An, O Schönes Morgenlicht 1.07
13. Recitativo (Evangelist, Engel) – Und Der Engel Sprach Zu Ihnen 0.59
14.  Recitativo (Basso) – Was Gott Dem Abraham Verheiβen 0.56
15. Aria (Tenor) – Frohe Hirten, Eilt, Ach Eilet 3.56
16. Recitativo (Evangelist) – Und Das Habt Zum Zeichen 0.28
17. Choral – Schaut Hin! Dort Liegt Im Finstern Stall 0.45
18. Recitativo (Basso) – So Geht Denn Hin, Ihr Hirten, Geht 0.59
19. Aria (Alto) – Schlafe, Mein Liebster, Genieβe Der Ruh     11:12

Libretto

Titelseite und erste Seite des Librettos, Leipzig 1734

 

CD 2:

Zweiter Teil: Am Zweiten Weihnachtsfeiertage (Fortsetzung):
20. Recitativo (Evangelist) – Und Alsobald War Da Bei Dem Engel 0.18
21. Coro – Ehre Sei Gott In Der Höhe 2.42
22. Recitativo (Basso) – So Recht, Ihr Engel, Jauchzt Und Singet 0.35
23. Choral – Wir Singen Dir In Deinem Heer  1.34
Dritter Teil: Am Dritten Weihnachtsfeiertage:
24. Coro – Herrscher Des Himmels, Erhöre Das Lallen 2.12
25. Recitativo (Evangelist) – Und Da Die Engel Von Ihnen Gen Himmel Fuhren 0.11
26. Coro – Lasset Uns Nun Gehen Gen Bethlehem 0.54
27. Recitativo (Basso) – Er Hat Sein Volk Getröst’t  0.58
28. Choral – Dies Hat Er Alles Uns Getan 0.47
29. Duetto (Soprano, Basso) – Herr, Dein Mitleid, Dein Erbarmen 8.19
30. Recitativo (Evangelist) – Und Sie Kamen Eilend 1.24
31. Aria (Alto) – Schlieβe, Mein Herze, Dies Selige Wunder 6.11
32. Recitativo (Alto) – Ja, Ja! Mein Herz Soll Es Bewahren 0.30
33. Choral – Ich Will Dich Mit Fleiβ Bewahren 0.48
34. Recitativo (Evangelist) – Und Die Hirten Kehrten Wieder Um 0.35
35. Choral – Seid Froh, Dieweil Daβ Euer Heil 0.48
36. Da Capo – Herrscher Des Himmels, Erhöre Das Lallen 2.13
Vierter Teil: Am Neujahrstage:
37. Coro – Fallt Mit Danken, Fallt Mit Loben 5.54
38. Recitativo (Evangelist) – Und Da Acht Tage Um Waren 0.41
39. Recitativo, Arioso (Chor-Sopran, Basso) – Immanuel, O Süβes Wort 3.12
40. Aria (Soprano) – Flöβt, Mein Heiland, Flöβt Dein Name 5.41
41. Recitativo, Arioso (Chor-Sopran, Basso) – Wohlan! Dein Name Soll Allein 1.44
42. Aria (Tenor) – Ich Will Nur Dir Zu Ehren Leben 4.54
43. Choral – Jesus Richte Mein Beginnen 2.56

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CD 3:

Fünfter Teil: Am Sonntage Nach Neujahr:
44. Coro – Ehre Sei Dir, Gott, Gesungen 6.47
45. Recitativo (Evangelist) – Da Jesus Geboren War Zu Bethlehem  0.29
46. Coro, Recitativo (Soprano, Alto) – Wo Ist Der Neugeborne König Der Juden 2.29
47. Choral – Dein Glanz All‘ Finsternis Verzehrt 0.49
48. Aria (Basso) – Erleucht‘ Auch Meine Finstre Sinnen 4.22
49. Recitativo (Evangelist) – Da Das Der König Herodes Hörte 0.14
50. Recitativo (Alto) – Warum Wollt Ihr Erschrecken 0.37
51. Recitativo (Evangelist) – Und Lieβ Versammeln Alle Hohenpriester  1.36
52. Terzetto (Soprano, Alto, Tenor) – Ach! Wann Wird Die Zeit Erscheinen, Wann? 5.20
53. Recitativo (Alto) – Mein Liebster Herrschet Schon 0.35
54. Choral – Zwar Ist Solche Herzensstube 0.47
Sechster Teil: Am Feste Der Erscheinung Christi:
55. Coro – Herr, Wenn Sie Stolzen Feinde Schnauben 5.12
56. Recitativo (Evangelist, Herodes) – Da Berief Herodes Die Weisen Heimlich 1.09
57. Recitativo (Soprano) – Du Falscher, Suche Nur Den Herrn Zu Fällen 1.00
58. Aria (Soprano) – Nur Ein Wink Von Seinen Händen 4.04
59. Recitativo (Evangelist) – Als Sie Nun Den König Gehöret Hatten 1.31
60. Choral – Ich Steh‘ An Deiner Krippen Hier 1.12
61. Recitativo (Evangelist) – Und Gott Befahl Ihnen Im Traum 0.23
62. Recitativo (Tenor) – So Geht! Genug, Mein Schatz Geht Nicht Von Hier 2.01
63. Aria (Tenor) – Nun Mögt Ihr Stolzen Feinde Schrecken 4.09
64. Recitativo (Soprano, Alto, Tenor, Basso) – Was Will Der Hölle Schrecken Nun 0.32
65. Choral – Nun Seid Ihr Wohl Gerochen  3.16

Komposition: Johann Sebastian Bach

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Dieser Hinweis findet sich auf der Rückseite der Box: Diese Box stammt aus dem Familienfundus. Tragikomisch ist es, dass mein Bruder, dem dieser Hinweis galt, längt gestorben ist, während meine Tante (die damals Beschenkte) heute noch mit ihren 93 Jahren lebt.

Weihnachten 2018 (03): Verschiedene Interpreten – Gloria In Excelsis Deo (1966)

FrontCover1.JPGEigentlich nur ne halbe Weihnachts-LP, denn nicht alle dieser Kompositionen wurden explizit für das Weihnachtsfest komponiert. Auch sog. „Krönungsmessen“ waren Anlass für die kompositionen.
Aber wir hören diverse „Gloria“ Kompositionen von namhaften Komponisten der klassischen Musik.

Es gibt wahrlich berufenere Geister, die sich über die Qualität dieser Kompositionen und die jeweiligen, hier zu hörenden Interpretationen äußern können.

Aber zumindest die Aufführungen des Münchener Bach-Chor und des Münchener Bach-Orchester unter der Leitung von Karl Richter) scheinen mir zeitlose Referenzaufnahmen zu sein.

Aber allen Aufnahme sind in ihrer Wirkung wuchtig, vehement und fulminant … selten hat man so geballt die Kraft klassischer Chöre zu hören und zu spüren bekommen.

Da kann man dann schon mal ne Gänsehaut bekommen.

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Titel:

Münchener Bach-Chor, Münchener Bach-Orchester (Ltg.: Karl Richter):
01. Gloria – Chor Nr. 4 aus der Messe in h-Moll, BWW 232 (Bach) 6.51
02. Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn – Chor Nr. 3 aus „Der Messias“ (Händel) 3.21
03. Ehre Sei Dir, Gott – Chor Nr. 43 aus dem Weihnachts-Oratorium, BWW 248 (Bach) 6.50

Chor und Sinfonie-Orchester Des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Eugen Jochum):
04. Gloria – Chor aus der Missa Sanctae Caeciliae (Cäcilien-Messe) (Haydn) 2.51

Maria Stader, Oralia Dominguez, Ernst Haefliger, Michael Roux, Choeurs Elisabeth Brasseur, Orchestre Des Concerts Lamoureux (Ltg.: Igor Markevitch):
05. Gloria – Chor aus der Messe Nr. 14 C-Dur, KV 317 „Krönungsmesse“ (Mozart) 4.03

Karl Kohn, Chor und Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks (Ltg.:  Rafael Kubelik):
06. Gloria – Chor aus der Messe in tempore bell – „Paukenmesse“ (Haydn) 10.42

Szecsődy Irén, Tiszay Magda, József Simándy, András Faragó, Chor und Orchester der Krönungskirche Budapest (Ltg.: János Ferencsik):
07. Gloria – Chor aus der Ungarischen Krönungsmesse (Liszt) 7.21

Maria Stader, Claudia Hellmann, Ernst Haefliger, Kim Borg, Chor und Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Eugen Jochum Gloria):
08. Chor aus der Messe Nr. 3 f-mollac (Bruckner)

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Verschiedene Interpreten – Treulich geführt – Die schönsten Hochzeitsmelodien (1998)

FrontCover1Also einerseits, gibt es so Sampler, die eigentlich keiner braucht … andererseits hat man sie eben doch … und dann plötzlich bekommt so ein Billig-Sampler für einen wie mich plötzlich ne ganz neue und ja auch wichtige Bedeutung:

Denn … meine zweite Tochter hat mir neulich nicht nur erklärt, dass nun auch sie schwanger sei, sondern obendrauf  auch noch beabsichtige, in den heiligen Stand der Ehe einzutreten.

Potzblitz ! Und seitdem laufen im Hintergrund bei den beiden betroffenen Familien die Vorbereitungen auf die Hochzeit auf alle Touren … so gar ne eigene Hochzeits – „whatsapp“ Gruppe wurde gegründet und die Ideen und Vorschläge überschlagen sich.

Und dann fiel mir diese CD in die Hände … „Die schönsten Hochzeitsmelodien“ (zusammengestellt aus den Archiven der Deutschen Grammophon … aus vielen Jahrzehnten; siehe Begleitheft)

So ganz erschließt sich mir nicht bei allen Titeln, warum diese nun ausgerechnet für eine Hochzeit besonders prädestiniert sein soll … aber was soll´s:

Anhören kann man sich eine solche Scheibe auch außerhalb von aufgeregten Hochzeitsvorbereitung … aber momentan bin ich da eher der sentimentale Bursche, der eben auch in mir steckt.

Hach … habe ich es eigentlich schon erzählt: Meine Tochter heiratet … hach …

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Titel:

01. Unbekannt:
Weihnachtliches Glockengeläut der Friedenskirche München-Trudering 0.14

02. English Chamber Orchestra (Ltg.: Simon Preston):
Konzert für drei Trompeten (Telemann) 1.41

03. Simon Preston:
Toccata d- moll (Bach) 2.36

04. Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Rafael Kubelik):
„Treulich geführt ziehet dahin“ (Brautchor aus „Lohengrin“) (Wagner) 4.58

05. Maurice André & Hedwig Bilgram:
Sonate für Trompete und Orgel C-Dur – Andante (Viviani) 1.39

06. Maria Stader & Münchener Bach-Orchester (Ltg.: Karl Richter):
Sich üben im Lieben (Hochzeitskantate BWV 202) (Bach) 4.32

07. Orpheus Chamber Orchestra:
Orchestersuite Nr. 3 D- Dur BWV 1068 (Bach) 4.41

08. Rundfunkchor Leipzig & Staatskapelle Dresden (Ltg.: Carlos Kleiber):
Wir werden dir den Jungfernkranz (aus „Der Freischütz“) (v.Weber) 2.52

09. Maurice André & Hedwig Bilgram:
Sonate für Trompete und Orgel C-Dur – Allegro (Viviani) 1.40

10. Cheryl Studer & London Symphony Orchestra (Ltg.: Ion Marin)
Ave Maria BMV 846 (Bach) 2.07

11. Simon Preston:
Symphonie Nr. 5 op. 42.1. (Widor) 5.25

12. Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (Ltg.:Rafael Kubelik):
Ein Sommernachtstraum – Hochzeitsmarsch (Mendelssohn-Bartholdy) 4.44

13. Nordmark-Symphonie Orchester (Ltg.: Heinrich Steiner):
Hochzeitstag auf Troldhaugen (Grieg) 6.12

14. Radio-Symphonie-Orchester Berlin (Ltg.: Ferenc Fricsay)
Aufforderung zum Tanz (v.Weber) 10.24

15. Berliner Philharmoniker (Ltg.: Herbert von Karajan):
Blumenwalzer (aus „Der Nußknacker“) (Tchaikovsky) 7.08

16. RIAS Kammerchor & Orchester der Deutschen Oper Berlin (Ltg.: Richard Kraus)
Schöne Nacht, du Liebesnacht (aus „Hoffmanns Erzählungen) (Offenbach) 4.48

17. Shlomo Mintz & Philharmonia Orchestra (Ltg.:Giuseppe Sinopoli):
Violinromanze Nr. 1 G-Du op.40 (Beethoven) 7.47

18. Wiener Philharmoniker, Arnold Schoenberg Chor & Wiener Sängerknaben (Ltg.: André Previn):
O Fortuna (aus „Carmina Burana“)  (Orff) 2.41

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Wenn drei renommierte Labels in ihr Archiv greifen … dann lässt sich schon was präsentieren … 

Münchner Bach Orchester (Karl Richter) – Wolfgang Amadeus Mozart – Konzert für Flöte – Harfe und Orchester C-Dur, KV 299 (1955)

FrontCover1Das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester C-Dur KV 299 ist ein Werk von Wolfgang Amadeus Mozart für Flöte, Harfe, und Orchester. Es ist das zweite von insgesamt drei Doppelkonzerten, die Mozart schrieb (ein viertes blieb Fragment). Außerdem ist es das einzige Werk des Komponisten, in dem eine Harfe besetzt ist.[1]. Das Stück gehört zum festen Repertoire beider Instrumente und ist oft auf Aufnahmen und im Konzert zu hören.

Mozarts zweiter Parisaufenthalt vom 23. März bis zum 26. September 1778 war der Tiefpunkt einer knapp eineinhalb Jahre dauernden, zusammen mit der Mutter unternommenen Reise durch Deutschland und Frankreich, die der erfolglos gebliebenen Suche nach einer Stelle als Kapellmeister diente. Abgesehen vom Tod der Mutter am 3. Juli zeugen die erhaltenen Briefe aus dieser Zeit von fehlgeschlagenen Aufführungen (nur die Ballettmusik Les petits riens KV 299b wurde öffentlich zu Gehör gebracht), persönlichen Zurücksetzungen und unbezahlten Unterrichtsstunden und Kompositionsaufträgen. Mozart verkehrte ab März oder April mit Adrien-Louis Bonnières de Souastre, Comte (oder Duc) de Guines, und seiner Tochter, der er Kompositionsunterricht erteilte. Seine Eindrücke waren ambivalent. Am 14. Mai 1778 schrieb er an Leopold Mozart:

Notenblatt  „[…] ich glaube, ich habe ihnen schon im lezten brief geschrieben, das der Duc de guines, dessen tochter meine scolarin in der Composition ist, unvergleichlich die flöte spiellt, und sie magnifique die Harpfe; sie hat sehr viell talent, und genie, besonders ein unvergleichliches gedächtnüß, indemm sie alle ihre stücke, deren sie wircklich 200 kann, auswendig spiellt. sie zweifelt aber starck ob sie auch genie zur Composition hat – besonders wegen gedancken – idéen, – ihr vatter aber der (unter uns gesagt, ein bischen zu sehr in sie verliebt ist) sagt, sie habe ganz gewis idéen, es seye nur blödigkeit – sie habe nur zu wenig vertrauen auf sich selbst. Nun müssen wir sehen. wenn sie keine idéen oder gedancken bekömmt (denn itzt hat sie würcklich gar – keine), so ist es umsonst, denn – ich kann ihr weis gott keine geben. […]“

Offenbar auf den Comte de Guines und seine Tochter bezieht sich, was die Mutter Maria Anna Mozart am 5. April an Leopold Mozart schrieb: „[…] hernach hat er für einen duc 2 Consert zu machen, eins für die flautraver, und eines für die harpfe“. Wenn man annimmt, dass die „2“ Konzerte eine Irrtum sind, könnte sich diese Briefstelle auf das Doppelkonzert KV 299 beziehen, das demnach im Frühjahr 1778 entstanden wäre. Kurze Zeit später war Mozart bereits gründlich enttäuscht; am 9. Juli 1778 schrieb er über die Tochter, sie sei „von herzen dumm, und dann von herzen faul“, und am 31. Juli über den Vater: „er wollte mir also für 2 stunden eine stunde zahlen – und dieß aus égard [„Rücksicht“, wohl ironisch], weil er schon 4 Monath ein Concert auf die flöte und harpfe von mir hat, welches er mir noch nicht bezahlt hat.“ Auch diese Briefstelle weist auf eine Entstehungszeit im Frühjahr 1778 hin.

Zu Mozarts Zeit wurden wenige Konzerte für Harfe komponiert. Die Komponisten der überlieferten Werke waren meist selbst Harfenisten (z.B. Johann Baptist Krumpholtz) oder arrangierten Klavier- oder Cembalokonzerte für die Harfe (z.B. Carl Ditters von Dittersdorf). Lediglich der österreichische Komponist Johann Georg Albrechtsberger, der Lehrer von Mozarts Sohn und später Ludwig van Beethovens, schrieb in den Jahren 1772/73 ein paar Werke für Harfe und Orchester. (Quelle: wikipedia)

KarlRichterDiese Fassung entstand unter der Leitung des Dirigentzen Karl Richter, die ja eigentlich sich eher mit seinen Bach-Interpretationen einen Namen gemacht hat:

Karl Richter (* 15. Oktober 1926 in Plauen; † 15. Februar 1981 in München) war ein deutscher Dirigent, Chorleiter, Organist und Cembalist.

1926 wurde Karl Richter, Sohn eines evangelischen Pfarrers, Kruzianer in Dresden, geboren. Nach dem Krieg studierte er am Konservatorium Leipzig und am Institut für Kirchenmusik bei Karl Straube und Günther Ramin und entwickelte sich dort zum Bachinterpreten. 1949 wurde er Thomasorganist. 1951 wechselte er als Kantor an die Markus-Kirche nach München. In München lehrte er an der Musikhochschule und wurde 1956 zum Professor ernannt. 1951 übernahm er den Heinrich-Schütz-Kreis, den späteren Münchener Bach-Chor, 1953 das Münchener Bach-Orchester und wurde damit einer der international bekanntesten Bachinterpreten.

Karl Richter leitete 1968 in Moskau und Leningrad Aufführungen der Johannes-Passion und der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Seine Interpretation des 2. Brandenburgischen Konzertes führt den musikalischen Teil der Schallplatte Voyager Golden Record an, die als Botschaft der Menschheit an Bord der Sonden Voyager 1 und Voyager 2 unser Sonnensystem verlassen hat. Richter baute seinen Ruf als Bachinterpret kontinuierlich aus. Seine Auffassungen waren dabei durch seine Herkunft aus der Leipziger Schule bestimmt: Vergleichsweise große Instrumental- und Chorbesetzung, von spätromantischer Musiziertradition geprägte Ausdrucksmittel, hochexpressive Gestaltung. Der bereits zu seiner Zeit einsetzenden, musikwissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehenden „historischen Aufführungspraxis“ stand Richter fern. So setzte er durchgehend modernes Instrumentarium ein. Schüler von ihm sind Hedwig Bilgram, Günter Jena, Walther R. Schuster, Albrecht Haupt und Rudolf Kelber. Mit dem Münchner Geiger Otto Büchner (Musiker) (1924-2008) bestand eine besonders gute musikalische und persönliche Partnerschaft.

Richter starb 1981 an Herzversagen. Er wurde auf dem Friedhof Enzenbühl (FG 81163) in Zürich beerdigt. (Quelle: wikipedia)

Dieses 10 inch Album erschien in der Edition „Berühmte Künstler – Unsterbliche Musik“; weitere Aufnahmen dieser Edition werden hier folgen. Und: auch wenn ich wahrlich kein Klassik-Kenner bin: Der Mozart hatte schon ein verdammt gutes Gespür für diese Musik ! Und: Aufnahmen wie diese … können einem die klassische Musik näher bringen.

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Immer wieder nett anzusehen: Die Innenhülle mit vielen weiteren Schallplatten des Labels

Besetzung:
Aurélle Nicolet (flute)
Rose Stein (harp)
+
Das Münchner Bach Orchester unter der Leitung von Karl Richter

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Titel:
01. Erster Satz: Allegro 10.15
02. Zweiter Satz: Andantino 9.01
03. Dritter Satz: Rondo – Allegro 7.49

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Johann Sebastian Bach – Berühmte Orgelwerke (Karl Richter – Siegfried Hildenbrand – Wilhelm Krumbach) (1963)

FrontCover1Johann Sebastian Bach hat ja nicht nur die grandiosen „Brandenburgischen Konzerte“ komponiert, nein er hat auch eine geradezu magische Orgelmusik geschaffen.

Und davon erzählt diese LP aus dem Jahre 1963 … und die Namen der Organisten (Karl Richter – Siegfried Hildenbrand – Wilhelm Krumbach) lässt einen nur mit der Zunge schnalzen … Hochkaräter halt !

Hier ein paar einführende Erläuterungen zum Orgelwerk von Johann Sebastian Bach … wer mag kann sich mit dieser Thematik gerne intensiver beschäftigen:

Johann Sebastian Bach gilt als einer der bedeutendsten Orgelkomponisten. Zum einen sind nahezu alle Form- und Satztypen in seinem umfangreichen Werk anzutreffen, zum anderen weisen viele der Stücke den von ihm geschätzten virtuosen Fugenstil auf.

Die Vielseitigkeit der Orgelwerke Bachs, der über lange Zeit für die Orgel komponierte, stellt Historiker vor viele Fragen. Weiterhin stellen zahlreiche dieser Werke bis heute recht hohe technische Ansprüche an den Organisten, beispielsweise die sechs Triosonaten.

Die „Werke für Orgel“ sind im Bach-Werke-Verzeichnis (BWV) unter den Nummern 525-771, 1090-1120 und 1128 aufgeführt. Lässt man diejenigen beiseite, die vermutlich nicht von Bach stammen, bleiben etwa 220 Orgelkompositionen – ein Fünftel seines Gesamtwerks. Diese Zahl zeigt die Bedeutung der Orgel für Bach. Instrumentale Choralbearbeitungen, Partiten, Fantasien, Präludien, Fugen, also orgelspezifische musikalische Formen, bildeten von früher Jugend bis ins hohe Alter die Grundelemente seiner Kompositionen.

In seinen Orgelkompositionen wurde Bach besonders von der norddeutschen Orgelschule beeinflusst, also von Komponisten wie etwa Dietrich Buxtehude, Nicolaus Bruhns und Johann Adam Reincken. Auch andere musikalische Stile, die sein gesamtes Schaffen prägten (wie beispielsweise das italienische Concerto und die höfische französische Verzierungstradition), blieben nicht ohne Einfluss auf sein Orgelwerk.

BachBachs Orgelmusik lässt sich zwanglos in zwei Gruppen einteilen, je nachdem, ob ein Choral zugrunde liegt oder nicht. Auch das Bachwerkeverzeichnis nutzt dieses Kriterium zur Untergliederung.

Ein großer Teil von Bachs Orgelmusik legt eine Choralmelodie zugrunde. Sein Verfahren der Choralbearbeitung, das auf Vorbilder wie etwa Dietrich Buxtehude zurückgeht, führt zu eher kurzen Einzelsätzen, deren Form durch die Abfolge der Choralzeilen bestimmt wird. Bach neigt dazu, mehrere derartige Sätze, die unterschiedliche Choräle verwenden, aber in Anlage und Umfang zusammenpassen, zusammenzustellen.

Ein Beispiel ist das bereits in Weimar begonnene Orgelbüchlein (BWV 599–644), nach Albert Schweitzer das „Wörterbuch der Bachschen Tonsprache“; es umfasst 46 Sätze. Ähnlich angelegt sind die in Leipzig entstandenen Achtzehn Choräle (BWV 651–668) und der Dritte Teil der Clavierübung (hier sind die Choralbearbeitungen eingerahmt von Präludium und Fuge Es-Dur – siehe unten).

Die Sechs Choräle von verschiedener Art (BWV 645–650), unter dem Namen „Schüblersche Choräle“ bekannt, sind zunächst einzeln als Kantatensätze entstanden und später von Bach für Orgel bearbeitet und zusammengestellt worden.

In einigen Fällen kombinierte Bach auch mehrere Variationen über den gleichen Choral zu mehrsätzigen „Partiten“, wie etwa die Partite diverse sopra „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ (BWV 768) oder die Canonischen Veränderungen über „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ (BWV 769), das zu Bachs kontrapunktischem Spätwerk zählt.

Ein großer Teil von Bachs Orgelschaffen bezieht sich nicht auf einen Choral. Die Mehrzahl dieser Werke folgt der zweisätzigen Struktur aus Präludium und Fuge; in Einzelfällen hat Bach hier das Präludium auch als Fantasie oder Toccata bezeichnet.

Das möglicherweise bekannteste Orgelwerk überhaupt ist die vielgespielte Toccata und Fuge d-Moll (BWV 565), die entweder ein Jugendwerk Bachs darstellt oder gar nicht von ihm selbst stammt.

Weitere Toccaten sind die Toccata und Fuge in F-Dur (BWV 540), die häufig als „dorische“ Toccata und Fuge bezeichnete BWV 538 (die Tonart ist echtes d-Moll) und Toccata, Adagio und Fuge C-Dur (BWV 564), die im Aufbau der drei Sätze an ein Konzert anspielt.

Zu den meistgespielten zweisätzigen Stücken zählen das Präludium und Fuge D-Dur (BWV 532), die Fantasie und Fuge c-Moll (BWV 537), und das Präludium und Fuge C-Dur (BWV 547). Bemerkenswert ist auch die harmonisch kühne Fantasie und Fuge g-Moll (BWV 542). Hermann Keller spricht dem h-Moll-Präludium (aus Präludium und Fuge BWV 544), einen „lyrisch-schmerzlichen Grundcharakter“ zu und bescheinigt der Fuge einen interessanten Entwicklungsgang. Unter BWV 572 findet sich die frühe Fantasie G-Dur (auch als „Pièce d’Orgue“ bezeichnet).

Bach selbst zeigte seine Wertschätzung von Präludium und Fuge Es-Dur (BWV 552), indem er es als Teil des Dritten Teils der Clavierübung drucken ließ.

SignaturBach

Die Acht kleinen Präludien und Fugen (BWV 553–560) werden heute von der Musikforschung einem von Bachs Schülern zugeschrieben, etwa Johann Tobias Krebs oder dessen Sohn Johann Ludwig Krebs.

Das achttaktige Bassthema der Passacaglia c-Moll (BWV 582) ist Basis von zwanzig Variationen; die Fuge verwendet die Themenhälften als Thema und ersten Kontrapunkt und fügt noch ein zweites Kontrapunktthema hinzu.

Die Sechs Sonaten (BWV 525–530), die zunächst didaktische Absicht hatten (die musikalische Ausbildung seines ältesten Sohns Wilhelm Friedemann), gelten als ein Höhepunkt dreistimmigen Orgelsatzes und zählen wegen der vollen Integration und Gleichberechtigung des Pedals zu Bachs schwierigsten Werken. Die Kompositionen folgen nicht der viersätzigen Form der Sonata da Chiesa, sondern zeigen schon die modernere, am italienischen Concerto orientierten Folge von drei Sätzen.

Bei den Sechs Konzerten (BWV 592–597) handelt es sich um Bearbeitungen von Instrumentalkonzerten anderer Komponisten, die sich Bach zu Studienzwecken anfertigte. (Quelle: wikipedia)

Und ,wie ich,  seine Freude an grandioser Orgelmusik hat … kommt hier voll auf seine Kosten !

KarlRichter

Karl Richter

Besetzung:
Siegfried Hildenbrand (organ (bei 02.)
Wilhelm Krumbach (organ bei 01.)
Karl Richter (organ bei 03. + 04.)

BackCover1

Titel:
01. Toccata und Fuge d-moll BMV 565 / 9.32
02. Präludium und Fuge G-dur BMV 541 /
03. Fantasie G-dur BMV 57204. Passaglia und Fuge c-moll BMV 582
04. Passacaglia und Fuge c-moll BMV 582

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