Marc Rothemund – Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit (1998)

FilmplakatFür mich ein Klassiker der komödiantischen Bearbeitung all der Liebe und all der Triebe, die das Leben zumindest von ein paar Generationen begleitet hat:

Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit ist eine deutsche Liebeskomödie aus dem Jahr 1998, die unter der Regie von Marc Rothemund (es war sein Debüt-Film) entstanden ist.

Die Geschichte des Films besteht aus mehreren Einzelgeschichten, die alle miteinander verbunden sind:

Der erfolglose und verzweifelte Autor Charly bekommt durch Zufall den Ferrari seines Verlegers in die Hände.
Charlys Ex-Frau Manuela verliebt sich in Sven, von dem sie zuerst annimmt, er habe ihre Tochter Hanna entführt.
Sven hat sich das Kind von Manuelas eigentlicher Babysitterin Birgit aber nur als Flirtfaktor ausgeliehen.
Birgit wiederum hat für das „Kind-Ausleihen“ eine Freikarte für ein Fitnessstudio bekommen, wo sie den Fitnesstrainer Jimmy kennenlernt.

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Die verklemmte Cornelia lernt beim Einkaufen die extrovertierte Hilde kennen und beide stehlen gemeinsam Charlys Wagen.
Cornelias Sohn Paul bereitet sich inzwischen mit seiner Freundin Sandra auf sein „erstes Mal“ vor.
Jimmy verliebt sich auf den ersten Blick in Peter, der im Fitnessclub Handzettel für einen Tanzwettbewerb austeilt. Da an diesem Wettbewerb nur gemischtgeschlechtliche Paare teilnehmen dürfen, sucht er händeringend nach einer Tanzpartnerin, um Peter auf dem Wettbewerb näherzukommen. Er findet eine solche schließlich in Birgit. Beim Tanzwettbewerb verlieben sich allerdings Birgit und Peter.

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Manuelas Schwester Tamineh hat Geburtstag und muss diesen alleine verbringen. Auf dem Dach ihres Hauses lernt sie den Italiener Marcello kennen. Dieser ist im Begriff sich umzubringen, da ihn seine Freundin wegen eines anderen Mannes verlassen hat; dieser entpuppt sich wiederum als Taminehs chronisch untreuer Freund. (Quelle: wikipedia)

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„Eine reigenartig entwickelte Komödie von spielerisch-verspielter Absichtslosigkeit, die mit eher beiläufigem Charme momenthafte Zustandsbeschreibungen zu einer kurzweiligen, freilich nicht sonderlich tiefschürfenden Unterhaltung verbindet.“ (Lexikon des internationalen Films)

Nun ja … nix gegen dieses Lexikon, aber da hat einer wohl den grundlegenden Charakter einer Komödie verkannt … und überhaupt: diese Komödie bringt auf sehr markante Weise so etliche Torheiten im Paarungsverhalten sowas von treffend auf den Punkt. Jedenfalls jene Torheiten, die bei der ach so aufgeklärte und emanzipierte Generation (zu der ich mich wohl auch zählen muss) an der Tagesordnung war.

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Dass der Film aus meiner Sicht so zündet, hat nur natürlich auch mit den Schauspielern zu tun und da lesen wir Namen wie

Cosma Shiva Hagen – Oliver Korittke – Ann-Kathrin Kramer – Gudrun Landgrebe – Dieter Landuris – Michaela May -und Christoph Waltz … u.v.m.

Und sie alle können ihr komödiantisches Talent ausspielen, allen voran der Christoph Waltz aber auch der von mir sehr geschätzte Dieter Landuris (seine Karriere begann übrigens im Grips Theater, Berlin).

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Und dann mag ich noch an Frank Giering erinnern. In diesem Film spielte er den Jung-Verleger Henrik jr. … viele Rollen folgten und dann starb er im Juni 2019 (er war gerade mal 38 Jahre alt) an den Folgen einer Alkoholvergiftung (4 Flaschen Wodka soll er in dieser Zeit täglich getrunken haben).

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Frank Giering als Henrik jr.

Aber unabhängig davon … der Film erschien 1998 … und wenn ich an jenes Jahr zurück denke … nun ja … ähm … da war ich mit all diesen Torheiten aber sowas von mit von der Partie … ähm …

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Besetzung:
Anica Dobra (Tamineh)
Frank Giering (Henrik jr.)
Christoph Hagen Dittmann (Moritz)
Cosma Shiva Hagen (Sandra)
Mavie Hörbiger (Nina)
Markus Knüfken (Peter)
Oliver Korittke (Jimmy)
Ann-Kathrin Kramer (Manuela)
Gudrun Landgrebe (Cornelia)
Dieter Landuris (Marcello)
Michaela May (Hilde)
Isabella Parkinson (Birgit)
Tobias Schenke (Paul)
Sebastian Schipper (Andi)
Heio von Stetten (Sven)
Julia Thurnau (Tusse)
Christoph Waltz (Charly)
Maria Wördemann (Hanna)

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Regie: Marc Rothemund
Drehbuch: Peter Gersina
Produktion: Ewa Karlström, Andreas Ulmke-Smeaton
Musik: Reinhard Besser
Kamera: Hans-Günther Bücking
Schnitt; Barbara von Weitershausen

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Marc Rothemund