Verschiedene Interpreten – Sag es mit Blumen – Die schönsten Blumenlieder (1981)

FrontCover1Neulich habe ich hier ja ein ausführliches Interview mit Loki Schmidt präsentiert … und zwar hier.

Und hier ein ganz praktisches Beispiel für jenen Bereich, der Loki Schmidt quasi zeitlebens eine Herzensangelgenheit war. Der Schutz von gefährdeten Pflanzen.

Und so erschien 1981 mal wieder ne Benefiz-LP, diesmal gingen 25,0 DM an die „Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“. Und bot es sich an, ein Album mit den „schönsten Blumenliedern“ zuzusammen zu stellen.

Dabei konzentrierte man sich allerdings vorrangig auf Aufnahmen aus der Welt der Operette und so kann man hier ein hübsches Stell-Dich-ein von bekannten Interpreten wie Heinz Hoppe, Ingeborg Hallstein, Anneliese Rothenberger oder Hermann Prey anhören.

Aber auch die Volksmusik kommt nicht zu kurz und Heino´s „Blau blüht der Enzian“ musste natürlich auch mit von der Partie sein.

Jetzt mal unabhängig von der Musikauswahl, die nun nicht direkt zu meiner ersten Wahl gehört: Das Thema an sich hatte und hat sein Bedeutung und Wichtigkeit, aber das predigen die Grünen ja schon seit langer Zeit. Von daher war diese LP ja eigentlich auch eine kleine Verbeugung vor dieser damals noch in den Kinderschuhen steckenden Bewegung.

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Titel:
01. Heinz Hoppe: Dunkelrote Rosen (Millöcker/Zell/GEnee/Steffan/Knepler) 2.27
02. Ingeborg Hallstein: Ein Blumenstrauß aus Nizzy (Buday/Hilm) 4.00
03. Peter Minich: Schneeweißes Maiglöckchen (de Fries/Ulrich) 4.05
04. Anneliese Rothenberger: Schneeglöckchen (Hardt-Warden/Loose/Stolz) 2.40
05. Fritz Wunderlich: Schenkt man sich Rosen in Tirol (Zeller/West/Held) 3.01
06. Heino: Blau blüht der Enzian (v.Kleebsattel) 4.02
07. Maria und Margot Hellwig: Sag es mit Blumen (Bütow/Pistorius) 2.56
08. Guiseppe Di Stefano: Von Apfelblüten einen Kranz (Lehár/Léon/Herzer/Löhner) 4.03
09. Lolita: Wenn die kleinen Veilchen blühen (Stolu/Hardt-Warden) 2.47
10. Hermann Prey: Draußen in Sievering blüht schon der Flieder (Strauß/Adler) 3.40
11. Das Kollmannsberger Duo + Die Wendelsteinmusikanten: Almenrausch und Edelweiß (Traditional) 3.45
12. Willy Schneider: Auf der Heide blühn die letzten Rosen (Stolz/Balz) 3.05

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Verschiedene Interpreten – Klingende Post: Herbst 1968 (1968)

FrontCover1Und jetzt ein kleiner Leckerbissen für Vinyl-Jäger: Die klingende Post !

„Die Klingende Post war eine von 1954 bis 1973 etwa zweimal jährlich erscheinende Werbeplatte im Single-Format (7“ 45 rpm) des deutschen Plattenlabels Teldec mit einer Übersicht seiner aktuellen Platten.

Ein Vorläufer der „Klingenden Post“ ist die Schallplatte Neuheiten und Bestseller (DE: Teldec T 71 262), die 1954 noch vor der Platte Klingende Post 1 (DE: Teldec T 71 330) bereits mit derselben Idee erschien. Die enthaltenen Lieder wurden jeweils kurz angespielt und zwischen 1956 und 1959 teilweise auch anmoderiert, sodass sich der Hörer einen Eindruck der kommenden Neuheiten machen konnte.

Anfänglich kosteten die Platten eine D-Mark, später wurden sie von den Geschäften kostenlos an ihre Kunden abgegeben, konnten also nicht käuflich erworben werden. Auf der Hüllevorderseite von Folge 9 (1957) stand der Vermerk „Warenprobe“, sodass vielleicht bereits diese Folge gratis verteilt wurde. Ab Folge 10 (1957) stand dann der Vermerk „Unverkäuflich“ auf der Etikette, wenn für diese Folge auch nicht auf allen Pressungen. Der beigefügte Bestellzettel enthält auch Tips für andere, auf der Platte selbst nicht zu hörende Aufnahmen.

Eine der Inschriften am Plattenrand lautete anfänglich: „Einspielungen: Telefunken-, Decca-, Capitol­-Aufnahmen“. Mit Folge 8 (1957) entfiel der Firmenname Capitol, weil dieses Plattenlabel vom Lindström-Konzern (Lindström-Electrola) übernommen worden war. Stattdessen waren neu die beiden Namen RCA und London zu lesen. Ab der Folge I/1963 kam noch der Name Warner Bros. hinzu, der allerdings schon auf Hüllen vorheriger Ausgaben vermerkt stand. Ab Mitte der 1960er Jahre standen noch weitere Firmennamen auf den Hüllen, die jedoch nicht auf den Etiketten vermerkt wurden.

SingleASeite1Ab Folge I/1962 wurde die bis zur Folge 17 übliche durchgehende Nummerierung abgelöst und neu stattdessen Jahreszahl und die Ausgabe innerhalb des Jahres angegeben.

Üblicherweise erschien eine neue Folge in einer anderen Farbe als die vorhergehende, wobei auch schon mal auf einen Farbwechsel verzichtet wurde. Daneben gab es auch für einzelne Folgen auch Pressungen in verschiedenen Farben.

Ebenso gab es Pressungen ein und derselben Folge mit voneinander abweichenden Katalognummern, wobei die Platten dann auch unterschiedliche Titelzusammenstellungen enthielten. Andererseits gab es aber auch verschiedene Titelzusammenstellungen unter gleichlautenden Katalognummern.

Ein Kennzeichen der Etiketten war das Posthorn in der oberen Hälfte. Viele Schallplattenhändler liessen sich ihre Exemplare der „Klingenden Post“ mit ihrem Namen und ihrer vollen Anschrift auf dem Etikett über das Posthorn drucken. Teilweise wurde auch zusätzlich ein kurzer Werbespot in eigener Sache in die Platte eingespielt. Ab Folge I/1963 entfiel bei manchen dieser Auftragspressungen das Posthorn, dafür standen dann Name und Anschrift des Bestellers auf der Etikette. Bei späteren Folgen ersetzte das Posthorn der Vermerk „Musterplatte für den Fachhandel unverkäuf­lich“. Daneben gab es für dieselben Nummern auch Ausgaben mit Posthorn. Vereinzelt gab es auch Etiketten mit vollkommen anderem Aussehen, also Spezialanfertigungen im Auftrag bestimmter Geschäfte.“ (Quelle: mikiwiki)

Und hier nun die 2. Ausgabe des Jahres 1968 … die politischen Umwälzungen jener Zeit sind musikalisch nicht mal zu erahnen … Aber Spaß macht es halt dennoch, in solch einen Leckerbissen der musikalisch eher bescheidenen Art hinein zu hören … viel easy listening, ein wenig Jazz und ein paar deutsche Titel … so etliche Interpreten kennt man heute gar nicht her. Aber: 22 Titel in 14 Minuten, dass nenn ich ne knackige Form der Komprimierung ! … Viel Vergnügen !

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Titel:

Seite 1: (7.04)
01. Chris Bruhn mit seinem Orchester: Simon Says
02. Tom Jones: You Can´t Stop Love
03. Horst Fischer: Love Is Blue
04. Ronny: Hohe Tannen
05. Kookie Freeman: Ol´Man River
06. Engelbert: Spanish Eyes
07. The Tatoos: A Banda
08. Klaus Wunderlich: Sind Sie der Graf von Luxemburg
09. Willy Schneider: Schütt´ die Sorgen in ein Gläschen Wein
10. Egerländer Musikanten: Mein erster Ball
11. Original Oberkrainer: Regenbogen über Oberkrain

Seite 2: (7.06)
01. Emundo Ros: In A Little Spanish Town
02. Ted Heath: Two ò Clock Jump
03. Harry James: By A Sleepy Lagooon
04. Les Paul: Lover
05. Frank Chacksfield: In The Still Of The Night
06. Stanley Black: La Bamba
07. Ivor Raymonde Singers: Written On The Wind
08. Maurice Larcange: Michelle
09. Shake Keane: Chain Of Fools
10. Werner Müller: Der dritte Mann
11. Heeresmusikkorps: Auftakt der Fanfaren

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Verschiedene Interpreten – Berlin Souvenir (frühe 70er Jahre)

frontcover1Mensch, das olle, alte Berlin … Immer wieder gerne auch mit Samplern wie diesem gewürdigt und gehuldigt.

Und ja, diese faszinierende Stadt hat auch jede Menge Gassenhauer produziert, viele davon sind bekannt und viele davon sind auch auf diesem Album vertreten.

„Das macht die Berliner Luft“, „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“, „Wer mal am Kurfürstendamm seinen Kaffee trank“ oder „Das war in Schöneberg“.

Undauch die Musikanten sind allesamt Helden vergangener Epochen:

Brigitte Mira, Herta Talmar, Bully Buhlan, Wolfgang Sauer und wie sie alle heißen …

Mal schwungvoll, mal sentimental, manchmal sogar ein wenig frivol …  hier gibt´s ne knackige Zeitreise in jene Jahrzehnte, die alles andere as „nur“ gemütlich waren …

Aber wie so oft, werden die „guten, alten Zeiten“ naütrlich auch mit solchen Liedern ein wenig verklärt … wenngleich man auch annehmen kann, dass mit diesen Liedern auch ein wenig trotzig an jene Momente erinnert werden soll, die tasächlich lebenwert, prickelnd und überschäumend waren … Der Tanz auf dem Vulkan … als Überlebenshilfe.

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Das Berlin in den frühen 70er Jahren

Bei dieser LP hat man sich so richtig Mühe gegeben: Ein Begleitheft (dreisprachig) ist beigeheftet … und kann so wohl auch als ein Produkt für die damaligen Touristen der Stadt eingeordnet werden.

Übrigens: viele dieser Lieder gibt es auch in Interpretationen von Marlene Dietrich und Hildegard Knef … diese Namen fehlen hier natürlich und auch ein Paul Kuhn wäre zu erwähnen.

Aber, keine Sorge, auch diese Künstler werden im Laufe des nächsten Jahres in diesm blog ein kleines Plötzchen bekommen …

Jetzt erstmal ein feiner Viny-Rip mit der Qualität „astrein“.

Und ja, auch ich liebe Berlin, und wenn alle klappt, werde ich wohl im nächsten April wiedr mal für ein paar Tage in dieser Stadt weilen … ich muss ja mal unbedingt das Currywurst-Museum besuchen … und so manches mehr …

(Anmerkung aus den Riffmaster Recording Studios, Munich: Da wo es mir möglich war,habe ich die Tracvks geschnitten, wo nicht, eben nicht)

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Titel:
01. Brigitte Mira: Das macht die Berliner Luft (Lincke/Bolten-Baeckers) 1.32
02. Herta Talmar: Bis früh um fünfe (Lincke/Schönfeld) 1.03

Medley 1: (6.24
03.1. Bully Buhlan: Ich hab noch einen Koffer in Berlin (v.Pinelli/Siegel)
03.2. Cornel-Trio: Der Mann am Klavier (Henning)
03.3. Bully Buhlan: Lieber Leierkastenmann (Kollo)
03.4. Bully Buhlan: Ich hab mich so an dich gewöhnt (Gaze/Rotter)

Medley 2: (7.19)
04.1. Herta Talmar: Glühwürmchen-Idyll ((Lincke/Bolten-Baeckers) )
04.2. Willy Schneider: Zwei rote Rosen (Kollo/Robitschek)
04.3. Brigitte Mira: Die Männer sind alle Verbrecher (Kollo)
04.4. Wolfgang Sauer: Du, nur du (Endsley/Siegel)
04.5. Peter René Körner: Alle Engel lachen (Kollo)
04.6. Bully Buhlan: Ham se nich ne Braut für mich (Gaze)
04.7. Werner Müller und sein Orchester: Wer mal am Kurfürstendamm seinen Kaffee trank (Niessen/Bradtke)

05. Orchester Kurt Edelhagen: Berliner Polka (Gaze) 1.41
06. Blasorchester der Berliner Philharmoniker: Bummelpetrus (Kersten) 1.15

Medley 3: (3.00)
07.1. Willy Schneider: Lose, muntre Lieder (Lincke)
07.2. Herta Talmar: Nach der Liebesinsel (Lincke/Mathias)
07.3. Orchester Alfred Hause: Der Rixdorfer (Philippi/Klein)

Medley 4: (7.01)
08.1. Wolfgang Sauer: Was eine Frau im Frühling träumt (Kollo)
08.2. Orchester Alfred Hause: Schenk mir doch ein kleines bißchen Liebe (Lincke)
08.3. Bully Buhlan: Wenn Nante heute noch lebte (unbekannt)
08.4. Orchester Alfred Hause: Im Grunewald ist Holzauktion (Meißner/Radtke)
08.5. Bully Buhlan: Das war sein Milljöh (Kollo/Pflanzer)
08.6. Orchester Alfred Hause: Mutter der Mann mit dem Koks ist da (Millöcker)
08.7. Orchester Alfred Hause:  Nach Hause geh’n wir nicht (Reckmann/Schwarz)

Medley 5: (1.29)
09.1. Willy Schneider: Das war in Schöneberg (Kollo)
09.2. Bully Buhlan: Das ist der Frühling von Berlin (Kollo/Kollo)

10. Blasorchester der Berliner Philharmoniker: Sportpalastwalzer (Translateur)

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Die Liebesinsel gibt´s tatsächlich in Berlin (hier eine alte Postkarte)

Willy Schneider – Singt Loewe Balladen (1965)

frontcover1Der Willy Schneider sonnte sich wohl viele, viele Jahre in dem Ruf, eine „deutscher Volkssänger“ zu sein.

Willy Schneider (* 5. September 1905 in Köln; † 12. Januar 1989 ebenda) war ein deutscher Volks- und Schlagersänger mit der Stimmlage Bassbariton. Zu seinen erfolgreichsten Liedern gehören Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein und Man müsste nochmal 20 sein.

Willy Schneider war der Sohn von Joseph und Bertha Schneider, geboren in Köln-Ehrenfeld. Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule ging er ab 1921 in der elterlichen Metzgerei in die Lehre. Als der Vater im Jahr 1927 starb, führte der Sohn den Metzgerei-Betrieb weiter. Ab 1928 besuchte er die Praktische Fleischer-Schule Köln, wo er am 28. Februar 1929 die Diplom-Prüfung zur Herstellung feiner Fleisch- und Wurstwaren mit Auszeichnung bestand.

Seine ersten Erfahrungen als Sänger machte er in einem Kirchenchor. Am 24. Januar 1930 fand er als Bassist unter 354 Bewerbern Aufnahme in den Kammerchor des Reichssenders Köln, dem er bis 1937 angehörte. Seine Stimmausbildung als Bariton erhielt er bei den Kölner Kantoren Hermann Fleischmann und Clemens Glettenberg. Er war regelmäßiger Gast in der Radiosendung Der frohe Samstagnachmittag aus Köln, der von Ende 1934 bis Ende 1939 fast ununterbrochen ausgestrahlt wurde. Hierdurch wurde er so bekannt, dass er 1935 seine erste Schallplatte mit dem Titel Schwalbenlied (Mutterl unterm Dach ist ein Nesterl gebaut) veröffentlichte, die mit 300.000 verkauften Tonträgern zu einem großen kommerziellen Erfolg wurde. Es folgte die Single Das Grab auf der Heide (1935). Danach trat er auch als Sänger von Soldatenliedern hervor, wie Soldatenständchen, Tapfere kleine Soldatenfrau und Wovon kann der Landser denn schon träumen.

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Ein ganz junger Marius Müller Westernhagen mit Willy Schneider

Sowohl während des Krieges als auch mit zunehmendem Erfolg in der Nachkriegszeit sang Schneider Volkslieder und Schlager. Im Bereich der Operette entstanden viele Aufnahmen mit dem Dirigenten Franz Marszalek. Besonders erfolgreich war er auch mit eher nachdenklichen Karnevalsliedern. Im Jahre 1947 übernahm er anlässlich des 700-jährigen Domjubiläums den von August Schnorrenberg (* 1896, † 1973) komponierten Titel Am Dom zo Kölle, zo Kölle am Rhing. Am 18. November 1947 heiratete Schneider die aus Köln stammende Hanny Osslender (* 1915, † 1996). Noch Ende 1947 konnte er seine Rundfunkkarriere beim NWDR in Köln erfolgreich wiederaufnehmen. Seine große Popularität beruhte auch auf zahlreichen Fernsehauftritten, u. a. war er regelmäßig Gast in der HR-Sendung Zum Blauen Bock. Er erhielt den Beinamen Der Sänger von Rhein und Wein. Seine erfolgreichsten Schallplatten erschienen 1952 und 1953, nämlich Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein und Man müsste nochmal 20 sein. 1960 erhielt er als erster Sänger Deutschlands für 6 Millionen verkaufter „Lieder vom Rhein“ eine Goldene Schallplatte. Erst im Alter von 82 Jahren nahm er seinen letzten Titel Geschenkte Jahre (1988) auf, eine Hommage an seine Ehefrau.

Insgesamt nahm er rund 800 Schallplatten auf, die mit ca. 18 Millionen Exemplaren weltweit verkauft wurden.

Willy Schneider trat auch in zahlreichen Kinofilmen auf, so in Zwischen gestern und morgen (Premiere am 11. Dezember 1947), Wenn abends die Heide träumt (19. Dezember 1952) oder Südliche Nächte (8. September 1953). Im Film Kirschen in Nachbars Garten (1956) ist er mit dem Lied Anka Marianka zu hören. (Quelle: wikipedia)

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So kannte man ihn: Zusammen mit Kurt Lauterbach in der Sendung „Die Fröhliche Weinrunde“ 1967

Hier versucht sich Willy Sommer als Kunstsänger und ich schreibe bewußt „versucht“, denn das ist ihm dann nicht so ganz gelungen … er war halt eher der Schunkel- und Unterhaltungssänger rheinischer Wein- und Karnevalslieder …

Wie heißt es so schön: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ … aber man kann hier natürlich schon die Schmachtballaden des Carl Loewe studieren und auch insbesondere die  – nun ja – Texte, die zuweilen arg rührselig sind.

Aber halt: Zwei der Lieder kenne ich noch aus den Musikabenden in meinem Elternhaus … als mein Vater am Klavier sitzend „Prinz Eugen, der edle Ritter“ und „Heinrich der Vogler“ schmetterte … *schumnzel*

Und nun noch kurz zu Carl Loewe:

Johann Carl Gottfried Loewe (* 30. November 1796 in Löbejün; † 20. April 1869 in Kiel) war ein deutscher Komponist.

Carl Loewe hat die Ballade, als besondere erweiterte Form des Sololiedes im 19. Jahrhundert, bekannt gemacht – als Komponist und auch als Sänger. Loewe hat, sechs Jahre vor Robert Schumann, auch den Gedichtzyklus Frauenliebe und -leben von Adelbert von Chamisso vertont (1834). In den Balladen kommt seine Fähigkeit der anschaulichen Schilderung, der bildhaften Tonmalerei und eindringlichen Charakterisierung von Gestalten, Schauplätzen und Vorgängen am besten zum Ausdruck. Seine Themenvielfalt ist weitgespannt. Neben den bevorzugten Bereichen der Historie, der Sage und dem Märchen hat er Alltags- und Genrebilder geschaffen, Idyllen und moralische Fabeln; Großes steht neben Kleinem, Schlichtes neben Phantastischem, Unheimliches neben Verspielt-Humoristischem. Loewe verfügte überdies über eine schöne Tenorstimme und galt als eloquenter, intensiver Vortragskünstler.

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Carl Loewe

Besetzung:
Willy Schneider (vocals)
+
Orchesterbegleitung unter der Leitung von Richard Müller-Lampertz

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Titel:
01. Prinz Eugen, der edle Ritter (Loew/Freiligrath) 3.28
02. Die Uhr (Loewe/Seidl) 5.02
03. Das Erkennen (Loewe/Vogl) 3.33
04. Tom der Reimer (Loewe) 6.16
05. Heinrich der Vogler (Loewe/Vogl) 3.10
06. Fridericus Rex (Loewe/Alexis) 3.47

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Richard Müller-Lampertz

Viel rührseliger geht´s nicht mehr („Das Erkennen“):

Ein Wanderbursch mit dem Stab in der Hand
Kommt wieder heim aus dem fremden Land.
Sein Haar ist bestäubt, sein Antlitz verbrannt,
Von wem wird der Bursch‘ wohl zuerst erkannt?

So tritt er ins Städtchen durchs alte Tor,
Am Schlagbaum lehnt just der Zöllner davor.
Der Zöllner, der war ihm ein lieber Freund,
Oft hatte der Becher die beiden vereint.

Doch sieh – Freund Zollmann kennt ihn nicht,
Zu sehr hat die Sonn‘ ihm verbrannt das Gesicht;
Und weiter wandert nach kurzem Gruß
Der Bursche und schüttelt den Staub vom Fuß.

Da schaut aus dem Fenster sein Schätzel fromm,
„Du blühende Jungfrau, viel schönen Willkomm!“
Doch sieh – auch das Mägdlein erkennt ihn nicht,
Die Sonn‘ hat zu sehr ihm verbrannt das Gesicht.

Und weiter geht er die Straße entlang,
Ein Tränlein hängt ihm an der braunen Wang.
Da wankt von dem Kirchsteig sein Mütterchen her,
„Gott grüß euch!“ so spricht er, und sonst nichts mehr.

Doch sieh – das Mütterchen schluchzet vor Lust;
„Mein Sohn!“ und sinkt an des Burschen Brust.
Wie sehr auch die Sonne sein Antlitz verbrannt,
Das Mutteraug‘ hat ihn doch gleich erkannt.