Wiebke Schroeder – Zwing mich zum Glück (1994)

FrontCover1.jpgWiebke wer ? Wiebke Schroeder … und ich gestehe nicht nur dieses Album, sondern auch die Künstlerin lässt mich ein wenig ratlos zurück. Zu zwiespältig scheint mir das alles …

Da ist zum einen dieses Album (es war ihr 2. Album und letztes Album) … für die damalige Zeit moderner Pop-Rock, durchaus anhörbar und da sind dann all diese Texte, bei denen man mehr als einmal das Gefühl hat, da wollte jemand der Pe Werner den Rang ablaufen.

Es geht dabei natürlich eigentlich nur um das Thema „Liebe“ und der Titelsong „Zwing mich zum Glück“ hätte damals eigentlich alle Feministinnen auf die Barikade bringen müssen (wobei das dazugehörige Gitarrensolo wahrlich nicht von schlechten Eltern ist).

Schmachtende Liebe gepaart mit emanzipatorischen Anwandlungen … keine Ausnahme in jenen Jahren … der Zeitgeist jener Jahre brachte wohl auch Frauen in einen gewissen Rollenkonflikt. Von uns Männern will ich da gar nicht erst reden.

Viele Textzeilen sind – für sich genommen – durchaus – bemerkenswert … und dennoch hinterlässt das Album zwiespältige Gefühle … vielleicht weil sich zumindest für mich die Frage der Authentizität, oder besser formuliert, die Frage nach nach gelebter Authentizität stellt.

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Und die Wiebke Schroeder (geboren in Rostock) hatte bis 1989 Gesang, Klavier und Schauspiel an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und der Hochschule für Musik Dresden studiert ! Da denk ich mir doch … verdammt nochmal … das ist doch ein Potential … ist dieses wirklich mit einem Album wie diesem schon ausgereizt ?

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Hm, auf jeden Fall ist dieses Album nicht ohne den zu Ingo Politz zu verstehen:

Ingo Politz (* 1959) ist ein deutscher Musiker, Komponist, Musikproduzent und Schlagzeuger.

Politz nahm Klavier- und Schlagzeugunterricht und besuchte mehrere Musikschulen. 1983 schloss er sein Studium an der Musikhochschule Hanns Eisler in Ost-Berlin ab.

Politz begann seine Karriere als Schlagzeuger bei Keks, ging dann zu Neumis Rock Circus und später zu Datzu.

Nebenbei arbeitete er als Studiomusiker und komponierte Songs. Privat war Politz in dieser Zeit mit Katarina Witt liiert. Ab 1989 war er als Toningenieur in einem Studio tätig, in dem er 1991 auf den Musiker Bernd Wendlandt traf.

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IngoPolitz & Bernd Wendlandt

Wendlandt gründete einst als Schlagzeuger eine Synthie-Pop-Band, nach dem Ausstieg des Sängers übernahm er diesen Posten und er begann ein Gesangsstudium. Nebenbei arbeitete er als Tontechniker, bis er Ingo Politz kennenlernte. Beide taten sich fortan als Komponisten- und Produzententeam zusammen. Aus dem 8-Spur-Studio sind inzwischen drei professionelle Aufnahmestudios geworden.

1992 veröffentlichten sie ihre erste gemeinsame Produktion mit Wiebke Schroeder, aus der die Single Hände weg von meiner Seele (Eastwest) hervorging. 1992 erreichte die Single den 70. Platz der Media-Control-Charts. Für den Text der Sängerin wurde sie in jenem Jahr mit dem Fred-Jay-Preis für ihren innovativen Umgang mit der deutschen Sprache ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie die Goldene Stimmgabel als die Beste Newcomerin des Jahres. Ihre Folgesingle Ohne Dich erreichte Platz 72. Ein Jahr später erschien das Album Zwing mich zum Glück. (Quelle: wikipedia)

Und da frag ich mich … was ist denn nach diesem Album passiert … Da bekommt eine den Fred-Jay-Preis, da bekommt eine die „Goldene Stimmgabel“ … und verschwindet nach diesem Album in der Versenkung …

Irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los … da ist eine an ihren eigenen Maßeinheiten der Liebe gescheitert.

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Aber die Wiebke Schroeder hat dann irgendwann mal weiter gemacht — und zwar als Rundfunkmoderatorin für Sender wie Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern, Berliner Rundfunk 93,4 , Fantasy Augsburg.

Und zur Zeit ist sie scheinbar bei DONAU 3 FM, ebenfalls Augsburg beschäftigt.Und in Augsburg wohnt sie mittlerweile wohl auch.

Und auf ihrer Facebook Seite präsentiert sie sich weiterhin als ne Art femme fatal …

FemmeFatale

Und bei mir bleibt das Gefühl zurück … da ist ein gewaltiges Talent unter die Räder gekommen …

Ach ja, und der Gitarrist Bodo Kommnick dürfte den einen oder anderem von der Gruppe „Lift“ bekannt sein.

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Besetzung:
Rüdiger Barton (organ)
Rene Decker (saxophone)
Uwe Hassbecker (guitar)
Max Hughes (guitar, bass)
Bodo Kommnick (guitar)
Jens Kuphal (keyboards)
Günther Laudahn (guitar)
Ingo Politz (keyboards, drums, programming)
Stefan Schirrmacher (guitar)
Jens Schroeder (cello)
Wiebke Schroeder (vocals)
Bernd Wendlandt (keyboards. programming)

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Titel:
01. Lieb‘ mich noch einmal (Politz/Wendtland/Schroeder) 3.35
02. Zwing mich zum Glück (Politz/Wendtland/Schroeder) 3.14
03. Maßeinheit Liebe (Politz/Wendtland/Schroeder) 4.07
04. Sorgen um dich (Politz/Wendtland/Schroeder) 2.53
05. Waffenstillstand (Politz/Wendtland/Schroeder) 3.54
06. Viel zu weit fort (Politz/Wendtland/Schroeder) 3.32
07. Teufel im Leib (Kuphal/Schroeder) 3.53
08. Gesucht und gefunden (Kuphal/Schroeder) 3.20
09. Fernweh (Politz/Wendtland/Schroeder/Wuthe) 3.00
10 Mach mir wieder Mut (Politz/Schroeder) 3.34
11. Aus den Augen aus dem Sinn (Politz/Wendtland/Schroeder) 3.38
12. Weich und warm (Politz/Wendtland/Schroeder) 4.45
13. Vorbei (Kommnick/Schroeder) 1.42

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Wiebke Schröder03

Immerhin …