Spider Murphy Gang – Spider Murphy Gang (Rock N Roll) (1978)

frontcover1Und jetzt wieder mal ein ganz besonders Schmankerl, zumindest für Leute wie mich.

Wir schreiben das Jahr 1978, eine unbekannte Amateurband namens Spider Murphy Gang tourte durch die Ami-Clubs im Süden Deutschlands. und spielen Rock N Roll Hits rauf und runter …

Dann beschlossen die Burschen, diese mal im Studio aufzunehmen, natürlich als Privatpressung (die Auflage betrug wohl 3.000 Stück … immerhin !) zu veröffentlichen.

Damals tingelte ich auch gelegentlich durch die Münchner Club-Szene …na ja … und dabei habe ich dann diese Scheibe ergattert … mit den Autogrammen von allen vier Bandmitgliedern.

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Aus der offiziellen Bandbiographie

In einer sehr geringen Auflage von 3.000 Stück erschien 1978 das erste Album der Spider Murphy Gang. Seinerzeit war noch nicht abzusehen, das im Zuge der Neuen Deutschen Welle die Band zu einer der erfolgreichsten und beliebtesten in Deutschland werden sollte. Noch spielten Günther Sigl, Barney Murphy, Michael Busse und Franz Trojan in kleinen Amiclubs. Im Programm standen Rock’n’Roll Klassiker. In Eigenregie nahm die Band dieses Album mit englischen Rock’n’Roll Klassikern auf und ebnete so den Weg zum späteren Erfolg. Lange Zeit konnte die LP nur gebraucht mit sehr viel Glück und zu überhöhten Preisen auf Schallplattenbörsen und später zu Zeiten des Internets auch auf Auktionshäusern erworben werden. Die Spiders klingen ehrlich und ungekünstelt. Alle 14 Songs sind wahre Perlen, die erstklassigen Rock’n’Roll bieten. Die Spiders pur und einer grandiosen Spiellaune, wie man sie live kennt. Nur, das es keine deutschen Hits sind sondern die grossartige englischsprachige Rock’n’Roll Songs. Anspieltipps sind schlecht auszumachen, da alle 14 Songs einmalig sind. Ein Dokument aus der guten alten Zeit des Rock’n’Roll. Absolut hörenswert. „Rock’n’Roll Music“, „Summertime Blues“, „Buona Sera“ und „Great balls of fire“ sowie „Splish Splash“ sind meiner Meinung die absoluten Höhepunkte. Hier wurde noch nicht – wie heute standard – nachgefeilt in den Studios sondern einfach aufgenommen. Ein wahrer Rock’n’Roll Genuss, erdig und ehrlich. (Matty)

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Na ja und gelegentlich auch noch ein wenig ungelenk. Wer mal wissen will, wie so ein Bass klingen kann, höre sich „Summertime Blues“ … dort hört man kaum etwas anders.

Und ein Titel wie „Bouna Sera“ klingt schon fast wie eine Parodie auf the good old days of Rock N Roll.

Und mit „I Just Wanna Make Love To You“ hatten sie auch noch einen klassischen Blues im Programm …

Und natürlich gibt´s dann noch die volle Dröhnung von Chuck Berry, gleich vier Titel haben sie von dem eingespielt. Aber auch Schmachtfetzen wie „My Girl Josefine“ fehlen nicht.

Und_ damals ahnte noch keiner, welches Potential in dieser Band steckte … das sollte sich dann aber bald ändern …

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Besetzung:
Michael Busse (keyboards, background vocals)
Barny Murphy (guitar, background vocals)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums, background vocals)

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Titel:
01. Summertime Blues (Cochran/Capehart) 1.52
02. My Girl Josefine (Domino/Bartholomew) 2.13
03. Ooby Dooby (Penner/Moore) 1.53
04. Bouna Sera (Sigman/De Rose) 2.37
05. Great Balls Of Fire (Hammer/Blackwell) 1:45
06. Blue Moon (Rogers/Hart) 2.17
07. Splish Splash (Darin/Murray) 2.01
08. Rock And Roll Music (Berry) 2.13
09. Promised Land (Berry) 2.04
10. Back In The USA (Berry) 2.21
11. Almost Grown (Berry) 2.04
12. I Just Wanna Make Love To You (Dixon) 2.13
13. Big Hunk O’Love (Schroeder/Wyche) 2.11
14. One Night (Bartholomew/Steiman/King) 1.27

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Na ja … und dann erschien 1980 diese Single … und der ganze Hokus Pokus ging los:

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Mehr von der Spider Murphy Gang:

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Verschiedene Interpreten – Ich will NDW (1998)

FrontCover1.jpgBisher wurde diese „Neue Deutsche Welle“ hier in diesem blog mehr als stiefmütterlich behandelt …

Die Neue Deutsche Welle (NDW) ist die Bezeichnung für die deutschsprachige Variante des Punk und New Wave, die ab 1976 aufkam und Anfang der 1980er Jahre ihren kommerziellen Höhepunkt erfuhr.

Die NDW stellte keinen einheitlichen Musikstil dar, sondern zeigte sich sehr mannigfaltig. Es lassen sich für viele der Künstler Attribute finden, die sie von der Masse anderer Künstler unterscheiden würden. Kennzeichnend waren jedoch vor allem die deutsche Sprache, die relative Kurzlebigkeit und die häufige Rohheit und Kühle. Letzteres war der Grund, weshalb sich manche Bands gegen den Trend dieser Zeit davon distanzierten, jede deutschsprachige Popmusik der NDW zuzuordnen, wie z. B. Spliff.[1] Aber auch ein Minimalismus der Darbietungen ist oft Stilmittel gewesen. Viele der Künstler waren nur damals musikalisch aktiv oder erfolgreich, einige hatten um 2000 ein Comeback.

Eine frühe Erwähnung des Begriffes Neue Welle findet sich im 1977 erschienenen Fanzine Die 80er Jahre des Joseph-Beuys-Schülers Jürgen Kramer. Der Begriff Neue Deutsche Welle tauchte erstmals in einer Anzeige des Berliner Plattenversands Der Zensor (Burkhardt Seiler) im Hamburger Musikmagazin Sounds im August 1979 auf. In der Anzeige wurde er zur Kategorisierung des ersten Albums der Deutsch Amerikanischen Freundschaft benutzt. Zwei Monate später wurde der Begriff, der natürlich den Terminus New Wave aufgriff, von dem damaligen Musikjournalisten und späteren Labelbetreiber Alfred Hilsberg für den Titel einer dreiteiligen Artikelserie in Sounds verwendet („Neue Deutsche Welle – Aus grauer Städte Mauern“).

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Im ersten halben Jahrzehnt bis etwa 1981 war die Neue Deutsche Welle, obwohl sie damals noch nicht so hieß, eine Untergrundbewegung, deren Ursprünge auf die britischen Punk- und New-Wave-Musik zurückgehen. Sehr schnell entstand aus diesen Anfängen eine originäre Formensprache, die stark geprägt war von der (im Vergleich zum Englischen) eckigeren und kantigeren Rhythmik der deutschen Sprache, für die sich ein großer Teil der Bands bereits früh entschieden hatte. Zu den Vertretern dieser Phase zählen Mittagspause, Abwärts, The Wirtschaftswunder, Der Plan oder DAF. Soundspezifisch bildeten Synthesizer, die in jenen Jahren zu erschwinglichen Preisen auf den Markt kamen, die klangliche Basis für viele Werke, etwa elektronische Instrumente wie die Korg-Modelle MS-10 und MS-20.

Die NDW dieser Jahre hatte im Wesentlichen drei Hauptstädte, nämlich West-Berlin, Düsseldorf (Labels Rondo, Schallmauer-Records und Ata Tak) und Hamburg (ZickZack Records). Kleinere Nebenzentren waren unter anderem Limburg, der Raum Rhein-Main (Mainz, Wiesbaden, Frankfurt) und Hannover (No Fun Records).

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Ein wichtiger Bestandteil der NDW in dieser Zeit war ihre Verbindung zur bildenden Kunst. Wichtige Veranstaltungsorte wie der Ratinger Hof oder zeitweise das SO36 wurden von Künstlern geführt, Künstler wie Jürgen Kramer mit seinen Bands Das Weltende und Das Zwanzigste Jahrhundert sowie seinem Fanzine Die 80er Jahre bzw. der Berliner Salomé (Geile Tiere), Martin Kippenberger, Moritz R® (Der Plan), Walter Dahn oder Die Tödliche Doris machten diese Verbindung deutlich.

Bei den großen Plattenfirmen galt die NDW zunächst als unkommerziell und deshalb als schwer zu vermarkten. Auch bei den Bands gab es, wie auch beim Publikum, Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit der Industrie. Dies änderte sich allerdings, als erste Vermarktungskampagnen mit Gruppen wie Fehlfarben, Extrabreit, Ideal oder DAF auf überraschend viel Resonanz stießen. Als die NDW immer erfolgreicher wurde, vermarktete man unter diesem Etikett auch deutschsprachig singende Interpreten – darunter auch aus Österreich und der Schweiz –, die mit der NDW eigentlich nichts gemein hatten, oder schuf einschlägige Retortenbands. Das Genre wurde schließlich zunehmend von Interpreten beherrscht, die in modernisierter, teils auch ironischer Form Elemente des Schlagers verwendeten. Dazu gehörten etwa Hubert Kah, Markus, UKW und Combo Colossale.

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Einige Interpreten kamen zu beachtlichen internationalen Erfolgen. Nena (99 Luftballons), Trio (Da da da), Falco (Der Kommissar) und Peter Schilling (Major Tom) konnten selbst im englischsprachigen Raum Hits platzieren, wobei sich hier meist eigens produzierte englische Versionen durchsetzten.

Die Kommerzialisierung durch die Musikindustrie führte bei den Urhebern der Bewegung, den Untergrund-Bands, zu Frustration, und die NDW-Bewegung löste sich schnell wieder auf. Aber auch die kommerzielle Variante der NDW büßte rasch an Bedeutung ein. Durch die inflationäre Veröffentlichungspolitik der Plattenfirmen und die massive Medienpräsenz des Genres war das Publikum bald übersättigt. Viele Musiker beendeten ihre Karrieren und nur wenige Projekte überlebten. So ging die NDW in den Jahren 1983–1984 zu Ende. (Quelle: wikipedia)

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Ichhabe die NDW erst so richig mitbekommen, als sie ein gigantischer kommerzieller Erfolg wurde … und damals wie heute stehe ich einigermaßen ratlos vor dieser Musik.

Okay, ein paar Ohrenwürmer gab´s, ansonsten sehe ich diesen musikalischen Trend eher als einen Trend der zur Verflachung musikalischer Ansprüche führte … und auch textlich konnte hier von einer „rebellischen Jugendmusik“ ganz sicher keine Rede sein. (Denn UKW Titel „Ich will“ nehm ich da mal aus) … Die Banalität wurde zum Thema …

Und hier eine Zusammenstellung aus dem Jahr 1998 und man kann es gerne auch im Hinblick auf die von mir angesprochene Banalität betrachten und untersuchen.

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Und die ganze Zerrissenheit des Begriffes „NDW“ zeigt sich dann bei Interpreten wie Geier Sturzflug, die Spider Murphy Gang und erst recht die Ina Deter … die wurden halt in diesen Sack gesteckt … kommerziell hat es ihnen ganz sicher nicht geschadet … aber wirklich reingehört haben sie in diesen Sack natürlich nicht.

Interessant aber auch … all die graphischen Ideen zu den einzelnen Singles … vielfältig und schrill … diese Beschreibung passt ja auch vielleicht zur Musik.

Und bei dem Hubert Kah Song „Einmal nur mit Erika'“ musste ich schmunzeln, aber das ist ne andere Geschichte.

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Titel:
01. Andreas Dorau & Die Marinas: Fred vom Jupiter (Dorau/Maurischat) 2.44
02. Markus: Kleine Taschenlampe brenn (Klopprogge/Taylor/Kind) 3.32
03. Ixi: Der Knutschfleck (Kautsky/Balthasar/Tiedemann) 4.03
04. Geier Sturzflug: Bruttosozialprodukt (Baierle/Geratsch) 3.02
05. UKW: Ich will (Hubert) 3.27
06. Extrabreit: Polizisten (Wiegand) 5.10
07. Frl. Menke:  Hohe Berge (Menke/Gutowski) 2.51
08. Spider Murphy Gang: Skandal im Sperrbezirk (Sigl) 3.37
09. Ina Deter: Neue Männer braucht das Land (Deter) 3.48
10. Trio: Anna (Remmler/Kralle) 4.42
11. Fehlfarben: Ein Jahr (Es geht voran) (Hein/Schwebel/Kemner/Fenstermacher/Bauer/Nicolaidis) 2.52
12. Hubert Kah: Einmal nur mit Erika (Kemmler/Zundel) 3.12
13. Snäp: Sommer, Sonne, Sand und Meer (Fischer/Gusovius/Büttgen/Heckmann/Markert) 3.11
14. Konec: Tanze (Morawietz) 3.32

 

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Spider Murphy Gang – Rock ´n´ Roll Schuah (1980)

FrontCover1Jetzt endlich komme ich mal dazu, meine Leib-und Magen Band, die Spider Murphy Gang entsprechend zu würdigen. Als Münchner Kindl habe ichsie  schon erlebt, als sie noch völlig unbekannt in kleinen Clubs spielten und so sind sie mir ans Herz gewachsen und ja, so etliche ihrer Texte haben auch viel mit mir zu tun und so begleiten mich die Spiders seit nunmehr als 40 Jahren … das nenn´ich dann auch ne Form von Liebe.

Aber jetzt erstmal der Reihe nach:

Die Spider Murphy Gang ist eine Band aus München, deren größter Hit 1981 im Zuge der Neuen Deutschen Welle der Titel Skandal im Sperrbezirk war.

Die Band ist jedoch keine typische NDW-Band, sondern prägte überwiegend durch Rock-’n’-Roll-Musik mit Texten in bayerischer Mundart eine eigenständige Stilrichtung und tritt bis heute als Live-Band auf.

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Vermutlich das erste Band-Foto mit Günther Sigl

Der gelernte Bankkaufmann Günther Sigl (* 8. Februar 1947) kündigte 1971 seine Anstellung, um fortan als Musiker seinen Unterhalt zu verdienen. 1977 gründete Sigl zusammen mit dem gelernten Fernmeldehandwerker Barny Murphy (bürgerlich: Gerhard Gmell, * 2. März 1954), dem Physikstudenten Michael Busse (* 26. Dezember 1956) und dem Schlagzeuger Franz Trojan (* 22. Januar 1957) die Spider Murphy Gang, die nach dem fiktiven Gangster Spider Murphy aus Elvis Presleys Lied Jailhouse Rock benannt wurde („…Spider Murphy played the tenor saxophone, Little Joe was blowin‘ on the slide trombone. The drummer boy from Illinois went crash, boom, bang, the whole rhythm section was the Purple Gang…“).

Zunächst spielte die Band bekannte Rock-’n’-Roll-Stücke mit englischen Texten nach. Nach einigen erfolgreichen Auftritten wie beispielsweise in dem Schwabinger Musikclub Memoland wurde der Radiomoderator Georg Kostya vom Bayerischen Rundfunk auf die Gruppe aufmerksam. Dieser engagierte die Spider Murphy Gang für die von ihm moderierte Sendung Rockhaus, für die die Band auch die Titelmusik einspielte. Schnell wurden sie zur „Hausband“ des Bayerischen Rundfunks und hatten dadurch nun die Möglichkeit, sich zunächst als Coverband und später mit eigenen Liedern regelmäßig vor einem größeren Publikum zu präsentieren.

Moderator Kostya empfahl mehrfach, die bis dato vorherrschenden englischen Texte durch bairische zu ersetzen, so dass die Bandmitglieder unter Federführung von Sigl schließlich mehrere Lieder in dieser Stilrichtung komponierten. Die Lieder waren ihren

Georg Kostya

Georg Kostya

englischen Vorbildern allerdings nicht einfach nachempfunden, sondern hatten jedes für sich eine musikalische Originalität und somit einen großen Wiedererkennungswert.

In dieser Zeit sind auch viele Stücke aus ihrer kommerziell erfolgreichsten Zeit entstanden. So kommentierte die Band später: „Die Stücke waren schon alle vor dem Erfolg fertig – wir wussten, dass es Hits waren.“

1980 erschien die erste „eigene“ LP Rock ’n’ Roll Schuah. Mit volksnahen, häufig auch regionalen Themen in den Texten, die oft von notorischen Pechvögeln und Verlierern handelten, gelang der Gruppe schnell der Durchbruch im Münchner Raum.

Bereits ein Jahr später wurden sie mit ihrem Hit Skandal im Sperrbezirk im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. Das Lied, das den ersten Platz der deutschen Charts erreichte, ist auf ihrer zweiten LP Dolce Vita enthalten. Es folgten weitere erfolgreiche Singles wie Schickeria, Wo bist Du? und Ich schau dich an (Peep, Peep), ihre dritte LP Tutti Frutti sowie eine mehrwöchige Tour durch ganz Deutschland. Dadurch wurde 1982 schließlich das – auch kommerziell – erfolgreichste Jahr für die Spider Murphy Gang.

Bravo (1981)

Bravo, 1981

Die Spider Murphy Gang gab es in einer Japan-Ausgabe, der „Skandal-Hit“ wurde in einer spanischen Cover-Version veröffentlicht und die Single Peep, Peep wurde auf einem Sampler in Brasilien veröffentlicht, von dem über 400.000 Stück verkauft wurden.

1983 ging die Spider Murphy Gang als erste westdeutsche Band auf eine Tournee in die DDR. In Erinnerung an diese außergewöhnliche Tour veröffentlichte die Band das Lied Mädchen drüben, das vom damaligen Schlagzeuger der Band Franz Trojan gesungen wurde. Im gleichen Jahr wurde außerdem der Spielfilm Die Spider Murphy Gang gedreht, der in humorvoller Art ein Stück der bis dahin erlebten Bandgeschichte widerspiegelt.

Zu dieser Zeit hatte sich die Spider Murphy Gang den Ruf einer exzellenten Liveband erspielt und spielte auch auf verschiedenen Rockevents mit Konzerten vor mehr als 100.000 Zuschauern.

Parallel mit dem Abschwung der Neuen Deutschen Welle wurde es zunächst auch um die Spider Murphy Gang deutlich ruhiger. Zwar schrieben sie weiter neue Lieder und gingen auch noch mehrfach auf Tournee, doch bei den Platten- und CD-Verkäufen konnte man nicht mehr an ihre früheren großen Erfolge anknüpfen. Schließlich verließen Busse (1986/87) und Trojan (1992) die Band und mussten durch neue Musiker ersetzt werden.

PosterAnlässlich ihres 25-jährigen Band-Jubiläums im Herbst 2002 spielte die Spider Murphy Gang fünf Abende hintereinander im ausverkauften Circus Krone-Bau. Am 15. April 2004 spielte sie als erste Band im Maximilianeum. In den letzten Jahren gab die Spider Murphy Gang zahlreiche Konzerte und Unplugged-Konzerte wie z. B. im Münchner Prinzregententheater, trat bei großen Festen auf und war in einigen Fernsehsendungen zu sehen, die vor allem die Achtziger Jahre und die Neue Deutsche Welle zum Thema hatten. Im Jahr 2005 traten sie in Willy Astors Jubiläumsshow 20 Jahre Willy Astor auf. Ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feierte die Band 2007, wieder gemeinsam mit prominenten Musiker-Freunden im mehrfach ausverkauften Circus Krone-Bau. Dieses Konzert wurde vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet und 2008 als DVD veröffentlicht.

Im November 2007 wurde die Spider Murphy Gang erstmals neben anderen großen bekannten Namen wie den Beatles oder den Rolling Stones auf der Webseite von Chuck Berry offiziell als „Covered Berry“ benannt und als Vertreter von Chuck Berrys Art des Rock ’n’ Roll gewürdigt. Neben den Scorpions sind die Spider Murphys damit die einzigen dort gelisteten deutschen Interpreten.

Seit dem Beginn der Bundesliga-Saison 2010/2011 wird das Lied S Leben is wia Traum (1984) beim FC Bayern München als Torhymne verwendet.

Die Band spielt bis heute rund 80 bis 100 Konzerte pro Jahr im gesamten deutschsprachigen Raum. Ihr 35-jähriges Bestehen feierte die Spider Murphy Gang mit einem Konzert vor ca. 38.000 Fans im Münchener Olympiastadion, die Musiker erhielten dabei aus den Händen von Oberbürgermeister Christian Ude die Auszeichnung München leuchtet.

Am 9. November 2012 erschien eine DVD eines Live-Auftritts der Band am 10. November 1984 in der Zeche in Bochum (WDR Rockpalast). Seinerzeit war die Band auf dem Höhepunkt ihres Erfolges und spielte eine Setliste mit Titeln aus ihren ersten vier Erfolgsalben.

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Den musikalischen Schwerpunkt der Spider Murphy Gang bildet bis heute der klassische Rock ’n’ Roll, insbesondere geprägt durch Gmells deutlich von Chuck Berry inspiriertes Gitarrenspiel. Neben diesen Einflüssen gewannen im Laufe ihrer Geschichte aber auch die Tanzmusik der 1950er- und 1960er-Jahre sowie einzelne volksmusikalische Elemente an Bedeutung.

Ein charakteristisches, immer wiederkehrendes Element bei den Texten bildet vor allem die humorvoll-kritische Auseinandersetzung mit den Themen Erotik und Sex und deren kommerzieller Präsenz in der heutigen Gesellschaft.

Außerdem hat die Spider Murphy Gang immer wieder auch regionale Skandale in ihren Liedern thematisiert, wie beispielsweise in Schickeria oder A nackerte Prinzessin.

Mit dem Lied Freizeit 81 vom Album Tutti Frutti griff die Band auch die damaligen politischen Ereignisse im Zusammenhang mit der Jugend- und Punkbewegung in München auf.

Auch wenn die Spider Murphy Gang häufig in Verbindung mit der Neuen Deutschen Welle genannt wird und ihre größte Popularität in deren Zeit erlangte, ist sie im engeren Sinne keine Band der NDW, sondern eine publikumsnahe Rock-’n’-Roll-Band.

Ihre frühen Titel wurden lediglich zeitgleich mit dem Einsetzen der NDW auf den Markt gebracht und zu dieser Zeit auch oft im Radio gespielt.(Quelle: wikipedia)

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Hier also ihre deutsches Debütalbum (demnächst werd ich mal ihr eigentliches Debütalbum – noch in englisch und in einer Auflage von 3.000 Stück veröffentlicht präsentieren).

Der Titelsong ist sowas von programmatisch und der romantische Liebessong „Rock’n’Roll Rendezvous“ hat es mir schon damals angetan:

Sie hoast Uschi, hat’s gsagt,
und mi ungeniert gfragt,
ob I mit zu ihr geh,
und I hab gsagt, I hab an Frust,
und überhaupt koa Lust,
und dass I ned auf sie steh!

Sie hat gsagt, sie macht Spaghetti,
und ausserdem hätt I
doch sowieso nix bessers vor,
ja und lauter guade Sachn,
dat’s extra für mi machn,
flüstert’s mia ins Ohr.

Sie hot jede Menge guade
oide Rock’n’Roll Scheim,
und de legt’s für mi auf,
Buddy Holly, Gene Vincent,
und I sag, da steh I drauf.

Ja und damit hats mi gfanga,
und I bin schlieslich mit ihr ganga
mitt’n in der Nacht,
doch auf’n Schlag war I nüchtern,
und auf amoi schüchtern,
doch sie hat nur glacht.
Schubidubiduwahwahuhwahuh Rock’n’Roll Rendezvous
Schubidubiduwahwahuhwahuh Rock’n’Roll Rendezvous

Ja und plötzlich um dreiviertel Drei in da Friah,
steht da Nachbar vor da Tiar,
und jammert und schimpft, was des für a Krach war,
jede Nacht bei ihr,
und er hat gsagt, er hat etz gnua,
und will endlich sei Ruah,
mitt’n in der Nacht,
doch sie hat’s ganz unschuldig ogschaut und glacht,
und eahm Tür vor da Nasn zuagmacht!

„Der Champion von Obergiesing“ ist eine komödiantische Auseindersetzung mit jenen Macho-Typen die damals nicht nur Obergiesing bevölkerten.

„Autostopp“ war/ist ein Kracher und wurde live zelebriert, bis die Schwarte krachte.

„Rosmarie“ war der erste und einzige Titel von Michael Busse … mit einem großartigem Solo von Barny Murphy.

„Achterbahn“ ist eine schelmische Abrechnung mit dem Oktoberfest (kommt auch mal wieder – im nächsten Jahr !)

„Elvis von Schwabing“ ist eine sentimental-wehmütige Erinnerung an alle jene Vorstadt-Sänger, die sich als Möchtegern-Elvis kurzfristig einen Namen machen konnte, damals, als der Rock n Roll nach Deutschland kam.

„BMW“ … natürlich eine passende münchnerische Hymne auf BMW Maschinen, ziemlich dynamisch … die dann gar nicht so triumphal endet.

„Zeitmaschin’“, ein weiterer Ohrwurm … wer möchte sie nicht mal achten … so ne Zeitreise … feines Piano-Solo.

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Und als letzes dann ein weiterer Knaller: „Nix ois wiar an Blues“. Warum es dieser Hammer-Song nicht in das Standard-Repertoire der Spiders nicht geschafft hat, ist mir ein völliges Rätsel: Viel griffiger, knackiger und wuchtiger kann Rockmusik nicht klingen !

Und wieder gäbe es noch vieles zu berichten … von jener legendären DDR-Tournee (da hab ich noch irgendwo einen fantastischen Radiomitschnitt rumliegen), vom Ausstieg des Michael Busse´s und vom katastrophalen Absturz des Drummers Franz Trojan … aber davon wird dann ganz sicher zu einem späteren Zeitpunkt berichtet.

Viel rare geht´s nicht ...

Viel rarer geht´s nicht mehr …

Besetzung:
Michael Busse (keyboards, vocals bei 05.)
Barny Murphy (guitar, background vocals)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Willy Ray Ingram (saxophone bei 06.)

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Titel:

01. Rock’n’Roll Schuah (Sigl) 2.53
02. Rock’n’Roll Rendezvous (Sigl) 4.03
03. Der Champion von Obergiesing (Sigl) 3.21
04. Autostop (Berry/Sigl) 4.36
05. Rosmarie (Sigl/Busse) 3.47
06. Achterbahn (Smith/Singl) 2.53
07. Elvis von Schwabing (Sigl) 3.25
08. BMW (Sigl) 3.29
09. Zeitmaschin‘ (Sigl) 4.17
10. Nix ois wiar an Blues (Sigl) 3.28

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Verschiedene – Skandal! – 30 Jahre Spider Murphy Gang -Mir feiern a bayerische Band (2007)

FrontCover1Es gibt wohl nicht viel deutsche Bands, die ein ‚“Tribute“ Album spendiert bekommen haben.

Die Spider Murphy Gang ist eine davon:

Die schelmisch-freche Hommage von Michael Mittermeier, „Ein Skandal wird 30!“ am Schluss des Albums Skandal! Wir feiern a bayerische Band – 30 Jahre Spider Murphy Gang, bringt es auf den Punkt. Neben den 17 Künstlern, die sich auf teils verblüffende Weise die Ohrwürmer der bayerischsten aller Rock n Roll-Band zur Brust nehmen, umreißt der Comedystar das Phänomen und dessen immensen Einfluss auf bayerischen Blues, Rock, Punk – und auch Comedy. Die Lieder der Spider besitzen hohe Elastizität, doch selbst bei Versionen, die stilistisch enorm vom Origianl abrücken, wie etwa Blumentopf mit einer Hip-Hop-Variante von „Amerika“ oder String of Pearls „Herzklopfen“ als Couplet, blitzt noch der gradlinige Rock‘n‘Roll-Witz durch.

Die stilistische Vielfalt von Bananafishbones bis Rainhard Fendrich, von läßigem Country bis krachigem Punk ist so riesig, dass sich viele Highlights aneinanderreihen. Zeitgenossen wie Werner Schmidbauer, Willy Michl, EAV schlüpfen nahtlos ins Spider-Kostüm, wobei Hans-Jürgen Buchner (Haindling) auf seine einzigartig wehmütige Weise die „Rosmarie“ interpretiert, Dr. Will den „Cadillac“ zu einem schrägen New-Orleans-Krimi ausmalt, und die Ludwig Seuss Band „Vic-a-vis“ als Cajun hört.

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Den größten SMG-Hit „Skandal im Sperrbezirk“ rotzt die junge Band Killerpilze so frisch und enthusiastisch hin, als wäre er ihr gerade selber eingefallen. Dieses Tribute-Album zeigt, wie viele zeitlose Klassiker á la „Schickeria“ die Münchner über ihre Heimatstadt geschrieben haben und damit längst in die Alltagssprache eingegangen sind. (Ingeborg Schober)

Neben einem lustigen Schlusswort vom Michael Mittermeier, finden sich hier 17 Künstler der untschiedlichsten Art ein, um eine Band zu würdigen, die im letzten Jahr ihr 30jähriges Jubiläum feiern durfte.

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Die Spider Murphy Gang, die in den Achtzigern einen Hit nach dem anderen hatte und dessen „Skandal im Sperrbezirk“ und „Schickeria“ auch heute noch zu den Klassikern im Radio und auf Konzerten zählen.

Neben meiner Meinung nach einigen leichten Durchhängern wie beispielsweise die Fassung vom „Cadilac“ (Dr. Will) oder „Autostop“ (Claas Vogt) findet man hier einen gelungen Überblick über das Schaffen der Spider Murphy Gang und das in oftmals ungwohnter musikalischer Art, die einem die Frage stellt, warum haben die Spiders nicht selber einmal ihre alten Hits im neuen Gewand aufgenommen?

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„Zwoa Zigaretten“ von den Bananafishbones im coolen Countrystyle, „Rock’n’Roll Rendezvous“ vom EAV Frotnman Klaus Eberhartinger, der diesem genialen Song ein völlig neues Leben einhaucht mit seiner lässigen Art seines Gesanges, „Schickeria“ (Rainhard Fendrich im sympathischen Wiener Schmäh) sowie „Vis-a-Vis“ vom Spiderskeyboarder Ludwig Seuss sind in meinen Augen die Höhepunkte dieser, wie ich finde genialen, CD. Auch die mir zunächst ungewohnte Art „Amerika“ (Blumentopf), die mit dem Orginal nur noch der Sample „Amerika“ vom Günther gemein hat oder der „Skandal“ von den Killerpilzen, gefällt einem nach mehrfachen hören, da hier diese Songs völlig anders, frisch und jung daher kommen. Respekt an die Spiders, das sie diese Songs so abgenommen haben. Auch „Herzklopfen“ im 50ties Style von String of Pearls, die „Rock’n’Roll Schuah“ von der bayerischen Rock’n’Roll Combo „Cagey Strings“ oder die geniale Umsetzung von „Rosemarie“ vom Hans Jürgen Buchner (Haindling) sowie das Instrumentalstück „Sommer in der Elisabeth“ vom Wortakrobaten Willy Astor, der hier gekonnt die beiden Hits „Sommer in der Stadt“ und „Pfiat di Gott Elisabeth“ kombiniert sind wahre Ohrenperlen.

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Durch und durch ein Sampler, der auf den ersten Blick überraschend daherkommt aber – vor allem durch mehrmaligen Hörens – seine Vielfalt aufzeigt, da er völlig andere musikalische Wege geht und den Songs ein neues und frisches sowie modernes Leben einhaucht ohne den Song in seiner Art und Weise, wie er im Orginal klingt, zu zerstören.

Wie schon eingangs erwähnt, frage ich mich, warum haben die Spiders diesen Weg nie eingeschlagen? Mut zu neuem. Warum nicht eimal die eigenen alten Hits im neuen Gewand? (Matty)

Vielleicht deshalb, weil die Originalversionen dann doch die feinsten Versionen bleiben, das trübt aber nichts an diesem netten Tribute Album. Allerdings fehlte mir dann doch der großartige, textlich so ganz andere Song „FFB“ !

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Titel:
01. Bananafishbones: Zwoa Zigaretten (Sigl) 2.21
02. Werner Schmidbauer: Sommer in der Stadt (Sigl) 3:18
03. Klaus Eberhartinger: Rock’N’Roll Rendezvous 3:03
04. Killerpilze: Skandal Im Sperrbezirk (Berry/Sigl) 3:04
05. Hans-Jürgen Buchner (Haindling): Rosmarie (Busse) 2:58
06. Rainhard Fendrich: Schickeria 3:37
07. Willy Michl: Schuitog 4:33
08. Willy Astor: Sommer in der Elisabeth 3:31
09. Ludwig Seuss Band: Vis-A-Vis 3:57
10. Blumentopf: Amerika 3:38
11. United Balls: Mit’m Frosch im Hois und Schwammerl in de Knia 3:27
12. Viva Voce: Ich Grüße Alle Und Den Rest Der Welt 2:59
13. Dr. Will: Cadillac 4:12
14. The Fabulous Braincandy: Uh Uh I Fancy You (Oh Oh I Mog Di So) 2:08
15. Cagey Strings: Rock’N’Roll Schuah 2:54
16. String Of Pearls: Herzklopfen 4:08
17. Claas Vogt feat. B. Flintstone: Autostop (Berry/Sigl) 424
18. Michael Mittermeier: Ein Skandal wird 30! (Mittermeier/Kemmler) 7.48

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Die Spider Murphy Gang im Jahre 2007

Spider Murphy Gang – Unplugged – Skandal im Lustspielhaus (2004)

FrontCover1Jetzt mal – auf guad boarisch – „the other side of The Spider Mursphy Gang including the Chuck Berry of Schwabing“:

Die ganz große Zeit für die Spider Murphy Gang war längst vorbei, da änderte aber nichts daran, dass sie unverdrossen wieterhin ihre Liveauftritte vor einem begeistertem Publikum zelebrierte.

und, noch viel, viel besser, sie kamen auf ne neue Idee:

„Neben unseren Livekonzerten hatten Barny und ich schon seit längerer Zeit die Idee, unsere Bandgeschichte, die ja eng mit dem Rock n Roll verbunden ist, in einer etwas anderen Form, nämlich unplugged, auf die Bühne zu bringen. Dabei wollten wir nicht nur unsere eigenen Songs spielen, sondern auch die Titel, die uns in den 26 Jahren unserer Geschichte beeinflusst haben. So entstand dieses Programm mit Titeln von Chuck Berry, Elvis, Hank Williams, Carl Lee Perkins bis hin zu Canned Heat und Rocco Granata.“ (Günher Sigl)

KonzertplakatUnd die Münchner Medien überschlagen sich vor Begeisterung ob dieses Konzeptes.

Und in der Tat … dieses Album ist ein Leckerbissen … Da führt ein launiger Günther Sigl augenzwinkernd durch durch das Programm, da wechseln sich die Solisten (Barny Murphy, Ludwig Seuss, Otto Staniloi und Willie Duncan) in bunter Reihenfolge ab, und wir hören Rock N Roll Geschichte …

Und wer glaubt, die Spider Murphy Gang sein musikalisch eher eindimensional, der höre sich mal den Klassiker „Johnne Be Good“ an … hier erklingt er – man traut kaum seinen Ohren – im Sound von Santana. Und auch ihren eigenen Hit „Rock N Roll Rendevouz“ wurde auf das köstlichste gänzlich interpretiert …

Und wer hätte gedacht, dass sie von Canned Heat „Going Up The Country“ spielen würde … natürlich einschließlich des markanten Flötenspiels … ! Ach ja, einen Western-Swing hatten sie auch im Gepäck … einen bayerischer Landler („Renate -Du konnst me gern ham“) kann man dann auch hören und die deutsche Schlagerherrlichkeit der 50er Jahre gibt´s dann mit dem Peter Kraus Song „Wenn“ zu hören.

Ungemein erfrischend … deshalb meine dringende Hörempfehlung !

Ach ja … im Oktober 2017 feierte die and ihr 40jähriges Bühnenjubiläum … mit zwei ausverkauften Konzerten in der Münchner Olympiahalle …ich kam zu spät beim Kauf einer Karte … *seufz*

Booklet01A

Besetzung:
Paul Dax (drums)
Willie Duncan (guitar, bass, steel-guitar, background vocals)
Barny Murphy (guitar, background vocals)
Günter Sigl (vocals, bass, guitar, ukulele)
Ludwig Seuss (piano, accordion, melodica)
Otto Staniloi (saxophone, flute, tuba)

Booklet03A

Titel:

CD1:
01. Honky Tonk Blues (Willims) 6.41
02. Blue Suede Shoes (Perkins) 4.59
03. Rock And Roll Music (Berry) 3,52
04. Rock ‚N Roll Schuah (Sigl) 3.11
05. Johnny B.Goode (Berry) 6.58
06. That’s All Right (Crudup) / Schickeria (Sigl) 13.17
07. Mir san prominent (Sigl/Murphy/Kleiner) 5.29
08. Sommer in der Stadt (Sigl) 4.36
09. Du machst mi high (Sigl) / Marina (Granata) 6.02
10. Pfüati Gott Elisabeth (Sigl) 5.53
11. Wer wird denn woana (Sigl) 5.52

CD 2:
12. Spann Stomp (Spann) 6.28
13. Rag Mop (Wills/Andersen) 4.09
14. Blue Moon Of Kentucky (Monroe) 5.34
15. Going Up The Country (Wilson) / Ich grüße alle und den Rest der Welt (Sigl) 7.31
16. Wenn (Evans/Reardon/May/Blecher) 5.23
17. Mit’n Frosch im Hois und Schwammerl in de Knia (Sigl) 6.47
18. Renate (Du konnst me gern ham) (Sigl) 7.11
19. Ich schau dich an (Sigl) 4.19
20. Rock’n Roll Rendevous (Sigl) / Jailhouse Rock (Leiber/Stoller) 6.18
21. Mir san a bayrische Band (Sigl) 4.51
22. Rock Around The Clock (Freedman/Knight)/ Skandal Im Sperrbezirk (Sigl) 6.37
23. Sch-Bum (’s Leb’n Is Wiar A Traum) (Keyes/Feaster/Sigl) 5.25
24. Unterm Kastanienbaum (Studioaufnahme) (Sigl) 4.08

CD2A

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Tray1

Und so schaut´s im Lustspielhaus, München aus

Band für Afrika – Nackt im Wind (1985)

FrontCover1Diese Aktion hat damals für ganz viel Furore gesorgt:

Die Band für Afrika war ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener deutscher Künstler, mit dem Ziel Spendengelder für Afrika zu sammeln. Vorbild dafür war das britische Projekt Band Aid, das Bob Geldof und Midge Ure 1984 in England organisierten.

Das Projekt wurde im Jahr 1985 initiiert. Der Text des Liedes Nackt im Wind stammt von Wolfgang Niedecken (BAP). Im Januar 1985 wurde in den Studios der FSM ein Videoclip für die Fernsehsendung Formel Eins aufgenommen. Alle beteiligten Künstler und Plattenfirmen verzichteten auf ihre Gage. Der Song erreichte Platz drei der Hitparade.

Band für Afrika trat am 13. Juli 1985 anlässlich des Live-Aid-Konzerts in Köln live auf, der Titel Nackt im Wind wurde weltweit übertragen. Außerdem wurde noch Deserteure von Wolf Maahn gemeinsam gesungen, was 1987 anlässlich der damals letzten Rockpalast-Nacht in der ARD gesendet wurde.

Nackt im Wind ist der Name eines 1985 von Herbert Grönemeyer und Wolfgang Niedecken geschriebenen Liedes. Es entstand für das Projekt Band für Afrika, das zum Ziel hatte, nach dem Vorbild des Band-Aid-Projektes um Bob Geldof (1984) ein vergleichbares deutsches Musikprojekt zu initiieren, um Geld für die Opfer der Hungersnot in Äthiopien 1984–1985 zu sammeln.

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Alternatives Frontcover

Um zu vermeiden, dass zu viel des eingenommenen Geldes durch die GEMA an einzelne Künstler gezahlt werden müsse (wodurch die für Spenden zur Verfügung stehende Summe gesunken wäre), kam der Song mit seinen Autoren unter dem Namen „Band für Afrika“ heraus. Tatsächlich hatten jedoch Herbert Grönemeyer (Musik) und Wolfgang Niedecken (Text) das Lied konzipiert. Niedecken hatte den Text ursprünglich für BAP geschrieben, als die Anfrage kam, ob er sich an dem Projekt beteiligen wolle. Er fand den Text passend und bot ihn bei einem Treffen in Frankfurt am Main an. Grönemeyer schrieb dann die Musik dazu.

Niedecken äußerte sich später kritisch zu seinem Text:

„Ich denke, dass man die eine oder andere Zeile überarbeiten müsste. Damals war der Text sehr stark festgemacht an den Sünden unserer Ahnen. Man kann aber auch nicht alles auf die Kolonialzeit zurückführen, was an Problemen vorhanden ist. Das ist der Kardinalfehler dieses Textes. Wenn ich ihn heute noch mal neu schreiben würde, würde ich wahrscheinlich ganz anders herangehen!“

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An den Aufnahmen beteiligten sich Künstler, die zu dieser Zeit eine besondere Popularität in Deutschland genossen. Hierzu zählten Alphaville, BAP, Ina Deter, Extrabreit, Geier Sturzflug, Herbert Grönemeyer, Gitte Haenning, Hans Hartz, Heinz Rudolf Kunze, George Kranz, Klaus Lage, Udo Lindenberg, Wolf Maahn, Peter Maffay, Ulla Meinecke, Marius Müller-Westernhagen, Münchener Freiheit, Nena, Rheingold, Rodgau Monotones, Spider Murphy Gang, Spliff, Trio und Juliane Werding.

Um dem Zweck der Platte zu dienen, verzichteten alle Beteiligten auf ihre Gagen und Tantiemen. Die Initiatoren gingen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie durch einen besonderen Aufdruck auf der Schallplattenhülle auch den Handel in die Pflicht nahmen:

„Die Künstler legen Wert auf die Feststellung, daß wirklich niemand außer den Spendenempfängern an dieser Schallplatte profitiert. Komponist, Texter, Musiker, Produzent, Schallplattenfirma und Verlag verzichten auf jeglichen Verdienst und führen mindestens 2,00 DM pro Single (plus nachträglich anfallende GEMA-Lizenzen) als Spende auf die o.a. Konten ab. Der Schallplattenhandel wird gebeten, diesem Beispiel zu folgen.“

Nackt im Wind wurde am 21. Januar 1985 als Single und Maxi-Single veröffentlicht, die jeweils die gesungene und eine Instrumentalversion des Liedes enthielten, und erreichte akzeptable bis gute Platzierungen in den Hitlisten in Österreich (Platz 18), der Schweiz (Platz 21) und Deutschland (Platz 3). (Quelle: wikipedia)

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Da sitzen sie … alle auf einen Haufen

Wie sähe es aus, wenn Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen und Peter Maffay zusammen einen Song machen würden? Vor allem, wenn sie dabei von BAP, Klaus Lage, Nena, der Münchner Freiheit und Trio begleitet werden? kann man sich gar nicht vorstellen?

Gab es aber! Initiert von Herbert Grönemeyer fanden sich 1985 über 30 deutsche Popmusikerinnen zusammen, um nach Bob Geldofs Vorbild ein Hilfsprojekt für Afrika einzusingen. komponiert von Grönemeyer und getextet von Wolfgang Niedecken erreichte „Nackt im Wind“ der Band für Afrika immerhin Platz 3 in den Charts. schwer vorstellbar, dass sich diese Musiker heute noch einmal zusammen finden würden, aber damals scheint es zumindest laut beobachtung des Zeit-Journalisten Tom R. Schulz geklappt zu haben:

„Selbst Nena, die gelangweilt wie eine unterbeschäftigte Verkäuferin in der Sportabteilung eines Warenhauses in die Pedalen eines Hometrainers trat, wenn es nichts für sie zu singen gab, oder Peter Maffay, der schweren Schritts im Cowboyanzug umherstapfte, fügten sich in die Gemeinschaft ein.“

Gitte

Gitte beim „Live-Aid“ Konzert in Köln, 1985

Ein solches Starensemble der deutschen Popmusik kann nur von einem angekündigt werden: Ingolf Lück präsentierte die Band für Afrika in der „Formel eins“-Show:

Das Highlight ist aber die Live-Version zum Live Aid-event ’85. der britische Moderator von Radio One schaltet stilecht zum Kölner Dom, wo die beiden Türme erst langsam verschwinden und auf die Bühne geschnitten wird. dort kündigt eine Moderatorin an, dass die 30 Musiker gestern nacht lange zusammen gesessen hätten, um eine Erklärung zu formulieren, die Udo Lindenberg vorträgt, „wir wollen das heute mal ein bisschen konkreter und nicht nur ein paar fromme Sprüche und deswegen steht das hier auf dem Zettel.“:

Als Ergänzung habe ich eine Interview mit Wolfgang Niedecken aus dem Jahr 2010 beigefügt, in dem er u.a. auch über dieses Projekt berichtet.

Ach ja … musikalisch finde ich „Nackt im Wind“ eher dürftig … aber was soll´s… wenn die Einnahmen tatsächlich ein wenig geholfen haben … dann soll´s mir recht sein.

Besetzung;
Alphaville – BAP – Extrabreit – Geier Sturzflug – George Kranz – Gitte Hænning – Hans Hartz – Heinz Rudolf Kunze – Herbert Grönemeyer – Ina Deter – Juliane Werding – Klaus Lage – Marius Müller-Westernhagen – Münchener Freiheit – Nena – Peter Maffay – Rheingold – Rodgau Monotones – Spider Murphy Gang – Spliff – Stefan Waggershausen
Trio – Udo Lindenberg – Ulla Meinecke – Uwe Fahrenkrog-Petersen – Wolf Maahn – Richard Wester

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Titel:
01- Nackt im Wind (Grönemeyer/Niedecken) 5.11
02. Nackt im Wind (Instrumental Version) (Grönemeyer) 4.10
+
03. 03 – Interviw mit Wolfgang Niedecken – Gesellschaftspolitik, unbequeme Wege und Solidarität (2010) 23.57

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Spider Murphy Gang – Live (1983)

FrontCover1Für mich sind die Spiders weiterhin ein Phänomen:

Mitte der Siebziger Jahre spielt eine junge bayrische Coverband auf Hinterhofbühnen und in Kasernen rund um München die gängigsten Gassenhauer rauf und runter. Doch eigentlich nehmen sich Günther Sigl, Barny Murphy, Franz Trojan und Michael Busse vor, auf größeren Münchner Bühnen Erfolge zu feiern. So verschwinden sie im Übungskeller und kommen heraus als die Spider Murphy Gang – getauft nach einer Zeile des Elvis Presley-Klassikers „Jailhouse Rock“.
Keiner möchte sich die selbst finanzierten Demokassetten der Truppe anhören und so bleibt das Schwabinger Viertel zunächst „Sperrberzirk“ für die tatendurstige Gang. Doch als im Fasching 1978 eine Band im Schwabinger „Memoland“ ausfällt, wird die junge Gruppe für drei Gigs und 800 Mark Gage angeheuert. SMG entwickeln sich zur Hausband des Musikladens und stehen bald jeden Sonntag vor ausverkauftem Haus auf der Bühne. Auch Georg Kostya – Moderator der „Rocktasche“ des Bayrischen Rundfunks – zählt zu den Gästen und heuert die Newcomer für seine Sendung an. Jetzt spielt man plötzlich neben Künstlern auf, deren Namen Konstantin Wecker oder Biermösl Blosn – mit einem gewissen Gerhardt Polt am Mikrofon – heissen.

Live011979 unterschreibt die Band endlich ihren ersten Plattenvertrag – kurioserweise bei der Kölner EMI – und der bayerische Slang wird mit Tour und Album deutschlandweit hoffähig. Doch erst bei den Sessions zur zweiten LP wird klar, dass hier massives Hitpotenztial entsteht. „Skandal im Sperrbezirk“ wird 1981 als Single ausgekoppelt und mutiert zunächst zum Tabuthema der Radioanstalten. Da geht’s ja – unerhört! – um Nutten. Also wird als zweite Single „Schickeria“ schnell nachgeschoben und löst eine Lawine aus. Denn plötzlich wollen alle beide Singles haben und das Album „Dolce Vita“ noch dazu.

Die Folgen: Platz 1 der LP-Charts, in denen zusätzlich das Debüt-Album wieder auftaucht. 750.000 verkaufte Exemplare vom „Skandal“ und 96 Wochen lang in Folge chartplatziert. Hit auf Hit. Die SMG als Japan-Edition, spanische Coverversionen vom „Skandal“ und „Ich schau Dich an – Peep,Peep“ verkauft sich in Brasilien 400.000 mal. Sicher, das Interesse an deutscher Musik ist in dieser Phase der Neuen Deutschen Welle groß, doch die Gang ist mit ihrer Hillbilly-Attitüde sicherlich alles andere als eine typische NDW-Combo. (laut.de)

Und 1983 waren sie wohl auf dem Zenit ihres Erfolges. Von daher waren all ihre Konzerte Heimspiele …

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Und wer die Spiders damals live erlebt hat, wird sich daran erinnern, dass die „keine Gefangenen gemacht haben“, will heißen: sie spielten wie die Teufel, hoch energetisch, laut und ild … und wenn Günter Sigel seinen Schlachruf „Barny spui auf“ rief, dann wusste man, jetzt geht die Post ab, denn Barny Murphy spielte eine ekstatische Rock N Roll Gitarre …

Zu hören gibt´s jede Mene Klassiker. Das geht schon bei „Reissverschluss“ los, ein saftiger Blues-Rock über die Leiden der jungen Männer.

Na ja, und dann geht´s Schlag auf Schlag … „Rock’n’Roll Schuah“, „Schickeria“ „Wo bist du“ und natürlich der „Skandal im Sperrbezirk“.

Und die programmatische Hymne „Mir san a bayrische Band“ ist natürlich auch dabei.

Begeisterte Grüße von einem bekennendem Spider Fan !

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Besetzung:
Michael Busse (keyboards)
Barny Murphy (guitar)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Willy Ray Ingram (saxophone)

BackCover1

Titel:
01. Reissverschluss 3.17
02. Rock’n’Roll Schuah 3.00
03. Schickeria 3.57
04. Ich schau‘ dich an (Peep Peep) 3.06
05. So a schöner Tag 5.30
06. Wer wird denn woana 8.22
07. Mir san a bayrische Band 3.20
08. Wo bist du? 3.17
09. Skandal im Sperrbezirk 4.00

Alle Songs hat der Günther Sigl komponiert und getextet

Labels

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Konzertplakat