Spider Murphy Gang – Der große Kinofilm (1983)

FrontCover1Dass man damals der Spider Murphy Gang einen eigenen Spielfilm spendiert hat, ist ein weiterer Beleg, welche Popularität sie damals zumindest in unseren südlichen Breitengraden hatte.

Die Spider Murphy Gang ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1983 rund um die gleichnamige Münchner Pop-/Rockband. Produziert wurde der Film von Michael

Die Spider Murphy Gang, das sind die vier Bayern Günther Sigl, Michael Busse, Franz Trojan und Barney Murphy, die als Bandmusiker durchstarten wollen. Sie haben keine Lust mehr, in Clubs, in denen hauptsächlich Amerikaner verkehren, irgendwelche x-beliebigen US-Poptitel zu covern. Vielmehr wollen sie ihre eigene Musik machen: bayerische Mundarttexte in Popgewand, eine Art bajuwarischen Rock ’n’ Roll, den man aber auch nördlich des Weißwurstäquators zu goutieren versteht. Doch mit ihrer originellen Idee beißen die vier rasch auf Granit, keiner glaubt daran, dass man mit „Bavarian Rock“, zumal in dialekteingefärbtem Deutsch, irgendeinen Raum füllen kann. Bald geht den Musikern das Geld aus, zumal Günther, der einzige unter ihnen, der bislang in Lohn und Brot stand, seinen Job als Bankkaufmann hingeschmissen hat. Um das Unglück perfekt zu machen, geht auch noch seine Freundin stiften.

Jetzt heißt es für die ebenso leidenschaftlichen wie begeisterungsfähigen Musiker: Alles auf eine Karte setzen. In einer heruntergekommenen Pinte in München-Haidhausen sollen sie ihre Chance bekommen – als Lückenbüßer für einen ausgefallenen Gig. Die vier Jungs kommen bei den Gästen an, und Kneipenwirt Joschko, ein ausgemachtes Schlitzohr, wittert seine Chance auf das große Geld. Erst muss er aber die neue Combo finanziell auf die Beine stellen, um mit ihnen eine Platte aufzunehmen. Die Scheibe wird jedoch ein totaler Ladenhüter, und die sich anbahnende Musikerkarriere bleibt gleich zu Beginn im Ansatz stecken. Doch die „Spiders“ lassen sich nicht unterkriegen und mieten kurzerhand den Circus Krone an, wo bereits einst, im Juni 1966, die Beatles einen großen Erfolg erzielt hatten. Und tatsächlich wird dieser Auftritt ihr Durchbruch.

Hüllentext

Die Spider Murphy Gang wurde überwiegend in München gedreht und am 6. Oktober 1983 uraufgeführt.

Regisseur Georg Kostya hatte sich einen Namen als Moderator einer Rocksendung im Bayerischen Rundfunk gemacht. Die Filmbauten entwarf Norbert Scherer.

Der von Senta Bergers und Michael Verhoevens Münchner Produktionsfirma Sentana hergestellte Film lief außerhalb Bayerns nahezu überall in Deutschland sehr schlecht.

Günther, Michael, Barny und Franz, echtes Münchner G’wachs aus der Vorstadt, tingeln jedes Wochenende durch die Provinz, doch die Gagen sind mager und die Musik nicht die ihre. Sie wollen echten Rock ’n‘ Roll machen, und das zu bayerischen Texten – und sie wollen München, d.h. zunächst Schwabing, erobern. Einer ihrer verzweifelten Versuche führt sie in eine der heruntergekommenen Musikkneipen in Schwabing. Joschko, der chaotische Wirt, lässt sie aufspielen, weil seine Haus-Band in letzter Minute abgesagt hat.

DVDCover.jpg

DVD Version

Schon bei ihrem ersten Konzert ist das Publikum wie elektrisiert. Joschko, der einen Riecher für Musik gepaart mit Erfolg hat, nimmt sie unter Exklusivvertrag und macht sich selbst zum Manager, ohne den „nix mehr geht“. Der Verkauf der ersten Platte läuft nur sehr zögerlich an, eine in der Leopoldstraße, zwei in der Herzogstraße. Aber Joschko lässt es sich nicht verdrießen und steuert gleich das nächste, das ganz große Ziel an, ein Konzert im Circus Krone. Und als die ersten Songs im Radio abgespielt werden, ist das Tor zur Karriere weit offen. (ard.de)

„Ein heiterer Rückblick auf den Aufstieg einer Münchener Rockgruppe, die im Gefolge der ‚Neuen Deutschen Welle‘ in den frühen 80er Jahren Erfolge feierte. Ohne große Ambitionen inszeniert, aber dank ironischer Zwischentöne recht unterhaltsam.“ (Lexikon des Internationalen Films)

„‚Die Spider Murphy Gang‘, die Karriere-Story der valentinesken vier, profihaft dargestellt von ihnen selbst, geschrieben und gedreht von ihrem ‚Paten‘, dem Münchner TV- und Theatermann Georg Kostya. Das erstaunlich flink-flockige Debüt-Werk, satt mit Hinterhof-Milieu und Schwabing-Slapstick, zielt dabei ganz leger über den Comedy-Anlaß hinaus. Auch Kleinkunst, nicht nur große Oper, sollte gefördert werden, sagt der Pate im Film, ein schlitzohriger Kneipenwirt (Hans Brenner); der ist Rollstuhlfahrer wie Regisseur Kostya selbst, und ganz unsentimental wird er in die ‚Gang‘ und ihre Geschichten integriert – im richtigen Leben ficht Kostya auch für die Rechte der ‚Rollis‘.“ (Der Spiegel, Nr. 41 vom 10. Oktober 1983)

Und ja .. .bei den Spiders bin ich gnadenlos subjektiv … habe ich sie doch schon in diesen kleine Clubs gesehen … als sie noch keine Sau kannte.

Und der Auftritt der Band am Ende dieses Films im Circus Krone ist nun wirklich Klasse !

georg-GeorgKostya.jpg

Besetzung:
Michael Busse (keyboards)
Barney Murphy (guitar)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Hans Brenner (Joschko)
Anni Bröhl (Rosi)
Alfred Edel (Adi)
Thekla Mayhoff (Uschi)
Hanns Meilhamer (Helmut)
Ilse Pagé: Dr. Ilona Weiß

Regie: Georg Kostya
Drehbuch: Georg Kostya, Paul S. Born, Michael Verhoeven und die Spider Murphy Gang

Beispiel01

Beispiel02

Beispiel03

Beispiel04.jpg

Beispiel05.jpg

Beispiel06

Beispiel07.jpg

Beispiel08

Barney Murphy lernt die Rosi kennen …

Beispiel09

Der Sparkassen-Leiter ist mit der Konzentration seines Angestellten Günther Sigl nicht zufrieden

Beispiel10

Und die Freundin vom Günther macht sich Sorgen

Beispiel11

Beispiel12

Der Barny hingegen pflegt das Leben eines Rock N Rollers

Beispiel14.jpg

Auch wenn er sich gelegentlich im Arbeitsamt beraten lässt …

Beispiel15

Beispiel16

Michael Busse hingegen studiert …

Beispiel17

Und der Günther sucht Kontakt zur Musikindustrie

Beispiel18

Und hier wird geprobt …

Beispiel19

Beispiel21

Beispiel22

Beispiel23

Der türkische Nachbar hingegen will schlafen …

Beispiel24

Beispiel25

Der Gorilla in einem Schickeria Club lässt die Spiders nicht rein …

Beispiel26

Beispiel27

Beispiel28

Beispiel29

Und nun will man einen Gig beim Joschko … in seiner Kneipe

Beispiel30

Eine Dame vom Kulturreferat kommt wegen einem finanziellem Zuschuss für die Kneipe

Beispiel31

Die Spiders dürfen vorspielen …

Beispiel32

Beispiel33

Beispiel34

Beispiel35

Und die Rosi hat sich inzwischen einen gut betuchtem Typ angelacht …

Beispiel36

Beispiel37

Beispiel38

Die ersten Fans kommen …

Beispiel39

Beispiel40

Der Joschko bietet sich als Manager an …

Beispiel41

Und der Günther komponiert und komponiert …

Beispiel42

Beispiel43

Dem Chef reicht es …

Beispiel44

Gib eine Beschriftung ein

Beispiel45

Eine Traumsequenz …

Beispiel46

Beispiel47

Beispiel48

Beispiel49

Und haben sie die Möglichkeit in einem Kühlraum zu üben

Beispiel50

Beispiel51

Die Konzerte werden immer besser besucht …

Beispiel52

Beispiel53

Unter den Besuchern sind auch verkrache Existenzen und Philosophen …

Beispiel54

Beispiel55

Beispiel56

Der Joschko lässt nichts anbrennen …

Beispiel57

Auf dem Weg zum Kulturreferat …

Beispiel58

Man wagt den Gang ins Studio

Beispiel59.jpg

Beispiel60

Die erste Single ist gepresst

Beispiel61

Das Wohnhaus mit dem Übungsraum der Spiders wird abgerissen

Beispiel62

Michael Busse verliebt sich

Beispiel63.jpg

Beispiel64

Die Rosi im den der Peep Show

Beispiel65

Beispiel66

Ein Manager, dem´s wohl nur um Kohle geht

Beispiel67

Er kann´s nicht fassen, die Single ist in den Charts

Beispiel68

Und nun winkt der Circus Krone

Beispiel69

Beispiel70

Beispiel71

Beispiel72

Beispiel73

Beispiel74

Der Joschko flirtet mit der Dame vom Kulturreferat

Beispiel75

Beispiel76

Und der Michael Busse schmachtet seine Rosmarie an

Beispiel77

Beispiel78

Beispiel79

Beispiel80

Beispiel81

Beispiel82

Die Bühne und der Circus Krone kochen …

Beispiel83

Und der Michael Busse kann auch rocken …

Beispiel86

Und nachdem der Bandbus wieder einmal den Geist aufgibt …

Beispiel84

feiert man nach der Show  … in der Straßenbahn …

Beispiel87

Die anderen Fahrgäste staunen ein wenig …

Beispiel88

Alle haben ihre Freundinnen dabei, nur der Chauvi Franz Trojan bleibt allein …

Beispiel89

Beispiel90

Beispiel91

*
**

Label

Spider Murphy Gang – Wahre Liebe (1985)

FrontCover1.JPGTja, dieses Album steht geradezu exemplarisch für jene Phase der Spider Murphy Gang, als der Hype um sie nachließ und sie als Lieferanten für knackige Melodien und Texte letztlich immer weniger attraktiv waren. Immerhin kamen sie mit diesem Album noch auf Platz 18 der Charts.

Und das hatte auch seine Gründe.

Zum einen glaube ich, dass dem Hitlieferanten der Band, Günther Sigl so allmählich die ganz zündendenIdeen ausgingen.

Und zum anderen wurde sie mit dieser LP auch ein wenig kastriert, denn bei so etlichen Titeln trimte man sie eher auf eine Pop-Band … und damit verließen die Spiders ihre Spur.

Um diesen geglätteten Sound hinzubekommen, gab´s  dann auch den kleine Schar von ergänzenden Studiomusikern … hätte die Band ja eigentlich gar nicht nötig gehabt.

Textlich gibt es jedoch ein paar Highlights, wie z.B. „Cadillac“ (aus der Kategorie „vorausschauend“):

Es war einmal in Deutschland vor einem Jahr
Ich war ganz groß, der Superstar
Ich fuhr ’nen schneeweißen Cadillac
Mit Chauffeur und Groupies im Gepäck

Doch eines Tages – was muss ich seh’n?
Der Chauffeur und die Groupies sind weg
Und auch der Cadillac
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Cadillac – wo ist mein Cadillac?

Ich lebte wie ein König in Saus und Braus
Nur „dolce vita“ – tagein, tagaus
Ich fuhr ’nen schneeweßen Cadillac
Hatte jede Menge Freunde und zahlte mit Scheck

Doch eines Tages – was ist gescheh’n?
Die Freunde und das Geld sind weg
Und auch der Cadillac
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Irgendwer hat mein‘ Cadillac gestohl’n
Und ich steh‘ da wiar a Depp
Auf meine Gummisohl’n

Ich war schon auf dem Sprung nach USA
Die Presse jubelt: „Hurra, hurra!“
Ich fuhr ’nen schneeweißen Cadillac
War gern geseh’n bei Dieter-Thomas Heck

Doch eines Tages – ich kann es nicht versteh’n –
Die Leute von der „Bravo“ sind weg
Und auch der Cadillac.
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Cadillac – wo ist mein Cadillac?
Irgendwer hat mein‘ Cadillac gestohl’n
Und ich steh‘ da wiar a Depp
Auf meine Gummisohl’n

Oder aber auch das Spottlied auf die „Beate“ (Uhse):

Beate.jpg

und dann erst recht noch das Lied “

Mümin

Und genau dieses Lied ist unterlegt mit harmlosen Popmelodien … und genau hier hätte es ja wohl den hart und kantigen Spider Murphy Sound gebraucht …. und kein einschläferndes Tralala Liedchen ….  !

Singles

Und die Spiders kommentieren dieses Album ziemlich lapidar mit diesen Worten:

Das Album „Wahre Liebe“ und die Single „Cadillac“ erfüllen die Erwartungen nicht, die Tour allerdings ist ein Riesenerfolg.

Und damit begannen all jene Jahre, in den die Spiders nicht mehr in den Charts waren, aber auf ihren Tournee derart erfolgreich, dass sie das auch noch 2019 zelebrieren … und die Hütte brennt dann lichterloh !

Spider Murphy Gang 1985

Besetzung:
Michael Busse (keyboards)
Barny Murphy (guitar)
Willy Ray (keyboards, saxophone)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Mats Björklund (guitar)
Lance Burton (horns)
Bob Coassin (trumpet)
Denny Hostler (?)
Jimmy Polivka (trumpet)
Hermann Weindorf (keyboards)

BackCover1.JPG

Titel:
01. Cadillac 3.15
02. Beate 4.09
03. Deine Augen 5.13
04. Es gibt ned bloss oan Weg ins Glück 4.22
05. Mümin 3.57
06. Wahre Liebe 5.39
07. White Sausage 4.03
08. Liebesbriefe 3.47
09. Mir geht’s gut 3.43

Texte und Musik: Günther Sigl

LabelA1.JPG

*
**

Die aktuelle Website der Spider Murphy Gang:

Website.jpg

Spider Murphy Gang – Deine Augen + Mir geht´s gut (1985)

FrontCover1Dass man damals die Spider Mursphy Gang zur „Neuen Deutschen Welle“ zählte, war natürlich vollkommener Quatsch, aber der Band mag´s recht gewesen sein … erhöhte diese Etikettierung doch die Aufmerksamkeit, die man dann der Band entgegen brachte.

Und ich gestehe, mir fehlt bei der Spieder Mursphy Gang die kritische Distanz, denn ich habe sie seit ihren Tagen, als sie noch völlig unbekannt in jenen verrauschten Clubs (das gab´s damals noch) in München spielten, begleitet und ich habe irgendwie an dieser Band einen Narren gefressen.

1985 war vermutlich kein leichtes Jahr für die Spider Murphy Gang:

„Mit dem Folgealbum „Wahre Liebe“ muss die Band, der Ende 1984 nun offiziell der Saxophon-Spieler Willy Ray Ingram angehört, dann aber 1985 erstmals die Erfahrung machen, dass kein Hype ewig andauert. Die Verkaufszahlen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück, die Tour allerdings ist erneut erfolgreich. „Die Neue Deutsche Welle ist irgendwann gegen eine Mauer geschwappt und war vorbei“, erklärt Barny Murphy die sinkenden Plattenverkäufe. „Viele haben dann aufgehört, aber wir sind ja eine Rock’n’Roll-Band gewesen und haben das weiter gemacht, was wir am besten können: live spielen.“ (Quelle: spiderfanpage.de)

Spider Murphy Gang.jpg

Diese Single ist eine Auskopplung aus og. LP „Wahre Liebe“ und sie war nicht mal ein Achtungserfolg.  Vielleicht weil die A-Seite eine eher melancholische Angelegenheit ist: „Du hast bestimmt schon bessere Zeiten gesehen … ich schau in deine Augen, weil ich so einsam bin“ …

Und die B-Seite (mit feinen Akkordeon-Klängen) ist ne süffisante Abrechnung mit jenem Finanz-Adel, der es bevorzugt, sich mit den Kontenbewegungen der Einlagen in Schweizer Banken zu beschäftigen … köstlich !

Geschrieben wurden beide Songs von dem Mastermind der Spiders, Günther Sigl, und vielleicht kommt mal der Tag, dass er auch als Texter eine größere Anerkennung zu bekommen … denn sein Blick auf den Alltag der Menschen (nicht nur in München) ist ein ganz besonders treffsicherer Blick.

Zeittafel

Besetzung:
Michael Busse (keyboards, accordeon)
Gerhard Gmell („Barny Murphy“) (guitar)
Willy Ray Ingram (saxophone)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)

BackCover1

Titel:
01. Deine Augen (Sigl) 3.34
02. Mir geht´s gut (Sigl) 3.45

LabelA1.jpg

*
**

Und sie spielen immer noch:

SpiderTour2019.jpg

Spider Murphy Gang – Spider Murphy Gang (Rock N Roll) (1978)

frontcover1Und jetzt wieder mal ein ganz besonders Schmankerl, zumindest für Leute wie mich.

Wir schreiben das Jahr 1978, eine unbekannte Amateurband namens Spider Murphy Gang tourte durch die Ami-Clubs im Süden Deutschlands. und spielen Rock N Roll Hits rauf und runter …

Dann beschlossen die Burschen, diese mal im Studio aufzunehmen, natürlich als Privatpressung (die Auflage betrug wohl 3.000 Stück … immerhin !) zu veröffentlichen.

Damals tingelte ich auch gelegentlich durch die Münchner Club-Szene …na ja … und dabei habe ich dann diese Scheibe ergattert … mit den Autogrammen von allen vier Bandmitgliedern.

Bio.jpg

Aus der offiziellen Bandbiographie

In einer sehr geringen Auflage von 3.000 Stück erschien 1978 das erste Album der Spider Murphy Gang. Seinerzeit war noch nicht abzusehen, das im Zuge der Neuen Deutschen Welle die Band zu einer der erfolgreichsten und beliebtesten in Deutschland werden sollte. Noch spielten Günther Sigl, Barney Murphy, Michael Busse und Franz Trojan in kleinen Amiclubs. Im Programm standen Rock’n’Roll Klassiker. In Eigenregie nahm die Band dieses Album mit englischen Rock’n’Roll Klassikern auf und ebnete so den Weg zum späteren Erfolg. Lange Zeit konnte die LP nur gebraucht mit sehr viel Glück und zu überhöhten Preisen auf Schallplattenbörsen und später zu Zeiten des Internets auch auf Auktionshäusern erworben werden. Die Spiders klingen ehrlich und ungekünstelt. Alle 14 Songs sind wahre Perlen, die erstklassigen Rock’n’Roll bieten. Die Spiders pur und einer grandiosen Spiellaune, wie man sie live kennt. Nur, das es keine deutschen Hits sind sondern die grossartige englischsprachige Rock’n’Roll Songs. Anspieltipps sind schlecht auszumachen, da alle 14 Songs einmalig sind. Ein Dokument aus der guten alten Zeit des Rock’n’Roll. Absolut hörenswert. „Rock’n’Roll Music“, „Summertime Blues“, „Buona Sera“ und „Great balls of fire“ sowie „Splish Splash“ sind meiner Meinung die absoluten Höhepunkte. Hier wurde noch nicht – wie heute standard – nachgefeilt in den Studios sondern einfach aufgenommen. Ein wahrer Rock’n’Roll Genuss, erdig und ehrlich. (Matty)

SMG02.jpg

Na ja und gelegentlich auch noch ein wenig ungelenk. Wer mal wissen will, wie so ein Bass klingen kann, höre sich „Summertime Blues“ … dort hört man kaum etwas anders.

Und ein Titel wie „Bouna Sera“ klingt schon fast wie eine Parodie auf the good old days of Rock N Roll.

Und mit „I Just Wanna Make Love To You“ hatten sie auch noch einen klassischen Blues im Programm …

Und natürlich gibt´s dann noch die volle Dröhnung von Chuck Berry, gleich vier Titel haben sie von dem eingespielt. Aber auch Schmachtfetzen wie „My Girl Josefine“ fehlen nicht.

Und_ damals ahnte noch keiner, welches Potential in dieser Band steckte … das sollte sich dann aber bald ändern …

SMG01.jpg

Besetzung:
Michael Busse (keyboards, background vocals)
Barny Murphy (guitar, background vocals)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums, background vocals)

BackCover1.JPG

Titel:
01. Summertime Blues (Cochran/Capehart) 1.52
02. My Girl Josefine (Domino/Bartholomew) 2.13
03. Ooby Dooby (Penner/Moore) 1.53
04. Bouna Sera (Sigman/De Rose) 2.37
05. Great Balls Of Fire (Hammer/Blackwell) 1:45
06. Blue Moon (Rogers/Hart) 2.17
07. Splish Splash (Darin/Murray) 2.01
08. Rock And Roll Music (Berry) 2.13
09. Promised Land (Berry) 2.04
10. Back In The USA (Berry) 2.21
11. Almost Grown (Berry) 2.04
12. I Just Wanna Make Love To You (Dixon) 2.13
13. Big Hunk O’Love (Schroeder/Wyche) 2.11
14. One Night (Bartholomew/Steiman/King) 1.27

LabelB1.JPG

*
**

Na ja … und dann erschien 1980 diese Single … und der ganze Hokus Pokus ging los:

Single.jpg

Mehr von der Spider Murphy Gang:

Mehr SMG.jpg

Verschiedene Interpreten – Ich will NDW (1998)

FrontCover1.jpgBisher wurde diese „Neue Deutsche Welle“ hier in diesem blog mehr als stiefmütterlich behandelt …

Die Neue Deutsche Welle (NDW) ist die Bezeichnung für die deutschsprachige Variante des Punk und New Wave, die ab 1976 aufkam und Anfang der 1980er Jahre ihren kommerziellen Höhepunkt erfuhr.

Die NDW stellte keinen einheitlichen Musikstil dar, sondern zeigte sich sehr mannigfaltig. Es lassen sich für viele der Künstler Attribute finden, die sie von der Masse anderer Künstler unterscheiden würden. Kennzeichnend waren jedoch vor allem die deutsche Sprache, die relative Kurzlebigkeit und die häufige Rohheit und Kühle. Letzteres war der Grund, weshalb sich manche Bands gegen den Trend dieser Zeit davon distanzierten, jede deutschsprachige Popmusik der NDW zuzuordnen, wie z. B. Spliff.[1] Aber auch ein Minimalismus der Darbietungen ist oft Stilmittel gewesen. Viele der Künstler waren nur damals musikalisch aktiv oder erfolgreich, einige hatten um 2000 ein Comeback.

Eine frühe Erwähnung des Begriffes Neue Welle findet sich im 1977 erschienenen Fanzine Die 80er Jahre des Joseph-Beuys-Schülers Jürgen Kramer. Der Begriff Neue Deutsche Welle tauchte erstmals in einer Anzeige des Berliner Plattenversands Der Zensor (Burkhardt Seiler) im Hamburger Musikmagazin Sounds im August 1979 auf. In der Anzeige wurde er zur Kategorisierung des ersten Albums der Deutsch Amerikanischen Freundschaft benutzt. Zwei Monate später wurde der Begriff, der natürlich den Terminus New Wave aufgriff, von dem damaligen Musikjournalisten und späteren Labelbetreiber Alfred Hilsberg für den Titel einer dreiteiligen Artikelserie in Sounds verwendet („Neue Deutsche Welle – Aus grauer Städte Mauern“).

SinglePack1.jpg

Im ersten halben Jahrzehnt bis etwa 1981 war die Neue Deutsche Welle, obwohl sie damals noch nicht so hieß, eine Untergrundbewegung, deren Ursprünge auf die britischen Punk- und New-Wave-Musik zurückgehen. Sehr schnell entstand aus diesen Anfängen eine originäre Formensprache, die stark geprägt war von der (im Vergleich zum Englischen) eckigeren und kantigeren Rhythmik der deutschen Sprache, für die sich ein großer Teil der Bands bereits früh entschieden hatte. Zu den Vertretern dieser Phase zählen Mittagspause, Abwärts, The Wirtschaftswunder, Der Plan oder DAF. Soundspezifisch bildeten Synthesizer, die in jenen Jahren zu erschwinglichen Preisen auf den Markt kamen, die klangliche Basis für viele Werke, etwa elektronische Instrumente wie die Korg-Modelle MS-10 und MS-20.

Die NDW dieser Jahre hatte im Wesentlichen drei Hauptstädte, nämlich West-Berlin, Düsseldorf (Labels Rondo, Schallmauer-Records und Ata Tak) und Hamburg (ZickZack Records). Kleinere Nebenzentren waren unter anderem Limburg, der Raum Rhein-Main (Mainz, Wiesbaden, Frankfurt) und Hannover (No Fun Records).

SinglePack2

Ein wichtiger Bestandteil der NDW in dieser Zeit war ihre Verbindung zur bildenden Kunst. Wichtige Veranstaltungsorte wie der Ratinger Hof oder zeitweise das SO36 wurden von Künstlern geführt, Künstler wie Jürgen Kramer mit seinen Bands Das Weltende und Das Zwanzigste Jahrhundert sowie seinem Fanzine Die 80er Jahre bzw. der Berliner Salomé (Geile Tiere), Martin Kippenberger, Moritz R® (Der Plan), Walter Dahn oder Die Tödliche Doris machten diese Verbindung deutlich.

Bei den großen Plattenfirmen galt die NDW zunächst als unkommerziell und deshalb als schwer zu vermarkten. Auch bei den Bands gab es, wie auch beim Publikum, Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit der Industrie. Dies änderte sich allerdings, als erste Vermarktungskampagnen mit Gruppen wie Fehlfarben, Extrabreit, Ideal oder DAF auf überraschend viel Resonanz stießen. Als die NDW immer erfolgreicher wurde, vermarktete man unter diesem Etikett auch deutschsprachig singende Interpreten – darunter auch aus Österreich und der Schweiz –, die mit der NDW eigentlich nichts gemein hatten, oder schuf einschlägige Retortenbands. Das Genre wurde schließlich zunehmend von Interpreten beherrscht, die in modernisierter, teils auch ironischer Form Elemente des Schlagers verwendeten. Dazu gehörten etwa Hubert Kah, Markus, UKW und Combo Colossale.

SinglePack3.jpg

Einige Interpreten kamen zu beachtlichen internationalen Erfolgen. Nena (99 Luftballons), Trio (Da da da), Falco (Der Kommissar) und Peter Schilling (Major Tom) konnten selbst im englischsprachigen Raum Hits platzieren, wobei sich hier meist eigens produzierte englische Versionen durchsetzten.

Die Kommerzialisierung durch die Musikindustrie führte bei den Urhebern der Bewegung, den Untergrund-Bands, zu Frustration, und die NDW-Bewegung löste sich schnell wieder auf. Aber auch die kommerzielle Variante der NDW büßte rasch an Bedeutung ein. Durch die inflationäre Veröffentlichungspolitik der Plattenfirmen und die massive Medienpräsenz des Genres war das Publikum bald übersättigt. Viele Musiker beendeten ihre Karrieren und nur wenige Projekte überlebten. So ging die NDW in den Jahren 1983–1984 zu Ende. (Quelle: wikipedia)

SinglePack4.jpg

Ichhabe die NDW erst so richig mitbekommen, als sie ein gigantischer kommerzieller Erfolg wurde … und damals wie heute stehe ich einigermaßen ratlos vor dieser Musik.

Okay, ein paar Ohrenwürmer gab´s, ansonsten sehe ich diesen musikalischen Trend eher als einen Trend der zur Verflachung musikalischer Ansprüche führte … und auch textlich konnte hier von einer „rebellischen Jugendmusik“ ganz sicher keine Rede sein. (Denn UKW Titel „Ich will“ nehm ich da mal aus) … Die Banalität wurde zum Thema …

Und hier eine Zusammenstellung aus dem Jahr 1998 und man kann es gerne auch im Hinblick auf die von mir angesprochene Banalität betrachten und untersuchen.

SinglePack5

Und die ganze Zerrissenheit des Begriffes „NDW“ zeigt sich dann bei Interpreten wie Geier Sturzflug, die Spider Murphy Gang und erst recht die Ina Deter … die wurden halt in diesen Sack gesteckt … kommerziell hat es ihnen ganz sicher nicht geschadet … aber wirklich reingehört haben sie in diesen Sack natürlich nicht.

Interessant aber auch … all die graphischen Ideen zu den einzelnen Singles … vielfältig und schrill … diese Beschreibung passt ja auch vielleicht zur Musik.

Und bei dem Hubert Kah Song „Einmal nur mit Erika'“ musste ich schmunzeln, aber das ist ne andere Geschichte.

Booklet1.jpg

Titel:
01. Andreas Dorau & Die Marinas: Fred vom Jupiter (Dorau/Maurischat) 2.44
02. Markus: Kleine Taschenlampe brenn (Klopprogge/Taylor/Kind) 3.32
03. Ixi: Der Knutschfleck (Kautsky/Balthasar/Tiedemann) 4.03
04. Geier Sturzflug: Bruttosozialprodukt (Baierle/Geratsch) 3.02
05. UKW: Ich will (Hubert) 3.27
06. Extrabreit: Polizisten (Wiegand) 5.10
07. Frl. Menke:  Hohe Berge (Menke/Gutowski) 2.51
08. Spider Murphy Gang: Skandal im Sperrbezirk (Sigl) 3.37
09. Ina Deter: Neue Männer braucht das Land (Deter) 3.48
10. Trio: Anna (Remmler/Kralle) 4.42
11. Fehlfarben: Ein Jahr (Es geht voran) (Hein/Schwebel/Kemner/Fenstermacher/Bauer/Nicolaidis) 2.52
12. Hubert Kah: Einmal nur mit Erika (Kemmler/Zundel) 3.12
13. Snäp: Sommer, Sonne, Sand und Meer (Fischer/Gusovius/Büttgen/Heckmann/Markert) 3.11
14. Konec: Tanze (Morawietz) 3.32

 

CD1.jpg

*
**

BackCover1.jpg

Spider Murphy Gang – Rock ´n´ Roll Schuah (1980)

FrontCover1Jetzt endlich komme ich mal dazu, meine Leib-und Magen Band, die Spider Murphy Gang entsprechend zu würdigen. Als Münchner Kindl habe ichsie  schon erlebt, als sie noch völlig unbekannt in kleinen Clubs spielten und so sind sie mir ans Herz gewachsen und ja, so etliche ihrer Texte haben auch viel mit mir zu tun und so begleiten mich die Spiders seit nunmehr als 40 Jahren … das nenn´ich dann auch ne Form von Liebe.

Aber jetzt erstmal der Reihe nach:

Die Spider Murphy Gang ist eine Band aus München, deren größter Hit 1981 im Zuge der Neuen Deutschen Welle der Titel Skandal im Sperrbezirk war.

Die Band ist jedoch keine typische NDW-Band, sondern prägte überwiegend durch Rock-’n’-Roll-Musik mit Texten in bayerischer Mundart eine eigenständige Stilrichtung und tritt bis heute als Live-Band auf.

SpiderMurphyGang02

Vermutlich das erste Band-Foto mit Günther Sigl

Der gelernte Bankkaufmann Günther Sigl (* 8. Februar 1947) kündigte 1971 seine Anstellung, um fortan als Musiker seinen Unterhalt zu verdienen. 1977 gründete Sigl zusammen mit dem gelernten Fernmeldehandwerker Barny Murphy (bürgerlich: Gerhard Gmell, * 2. März 1954), dem Physikstudenten Michael Busse (* 26. Dezember 1956) und dem Schlagzeuger Franz Trojan (* 22. Januar 1957) die Spider Murphy Gang, die nach dem fiktiven Gangster Spider Murphy aus Elvis Presleys Lied Jailhouse Rock benannt wurde („…Spider Murphy played the tenor saxophone, Little Joe was blowin‘ on the slide trombone. The drummer boy from Illinois went crash, boom, bang, the whole rhythm section was the Purple Gang…“).

Zunächst spielte die Band bekannte Rock-’n’-Roll-Stücke mit englischen Texten nach. Nach einigen erfolgreichen Auftritten wie beispielsweise in dem Schwabinger Musikclub Memoland wurde der Radiomoderator Georg Kostya vom Bayerischen Rundfunk auf die Gruppe aufmerksam. Dieser engagierte die Spider Murphy Gang für die von ihm moderierte Sendung Rockhaus, für die die Band auch die Titelmusik einspielte. Schnell wurden sie zur „Hausband“ des Bayerischen Rundfunks und hatten dadurch nun die Möglichkeit, sich zunächst als Coverband und später mit eigenen Liedern regelmäßig vor einem größeren Publikum zu präsentieren.

Moderator Kostya empfahl mehrfach, die bis dato vorherrschenden englischen Texte durch bairische zu ersetzen, so dass die Bandmitglieder unter Federführung von Sigl schließlich mehrere Lieder in dieser Stilrichtung komponierten. Die Lieder waren ihren

Georg Kostya

Georg Kostya

englischen Vorbildern allerdings nicht einfach nachempfunden, sondern hatten jedes für sich eine musikalische Originalität und somit einen großen Wiedererkennungswert.

In dieser Zeit sind auch viele Stücke aus ihrer kommerziell erfolgreichsten Zeit entstanden. So kommentierte die Band später: „Die Stücke waren schon alle vor dem Erfolg fertig – wir wussten, dass es Hits waren.“

1980 erschien die erste „eigene“ LP Rock ’n’ Roll Schuah. Mit volksnahen, häufig auch regionalen Themen in den Texten, die oft von notorischen Pechvögeln und Verlierern handelten, gelang der Gruppe schnell der Durchbruch im Münchner Raum.

Bereits ein Jahr später wurden sie mit ihrem Hit Skandal im Sperrbezirk im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. Das Lied, das den ersten Platz der deutschen Charts erreichte, ist auf ihrer zweiten LP Dolce Vita enthalten. Es folgten weitere erfolgreiche Singles wie Schickeria, Wo bist Du? und Ich schau dich an (Peep, Peep), ihre dritte LP Tutti Frutti sowie eine mehrwöchige Tour durch ganz Deutschland. Dadurch wurde 1982 schließlich das – auch kommerziell – erfolgreichste Jahr für die Spider Murphy Gang.

Bravo (1981)

Bravo, 1981

Die Spider Murphy Gang gab es in einer Japan-Ausgabe, der „Skandal-Hit“ wurde in einer spanischen Cover-Version veröffentlicht und die Single Peep, Peep wurde auf einem Sampler in Brasilien veröffentlicht, von dem über 400.000 Stück verkauft wurden.

1983 ging die Spider Murphy Gang als erste westdeutsche Band auf eine Tournee in die DDR. In Erinnerung an diese außergewöhnliche Tour veröffentlichte die Band das Lied Mädchen drüben, das vom damaligen Schlagzeuger der Band Franz Trojan gesungen wurde. Im gleichen Jahr wurde außerdem der Spielfilm Die Spider Murphy Gang gedreht, der in humorvoller Art ein Stück der bis dahin erlebten Bandgeschichte widerspiegelt.

Zu dieser Zeit hatte sich die Spider Murphy Gang den Ruf einer exzellenten Liveband erspielt und spielte auch auf verschiedenen Rockevents mit Konzerten vor mehr als 100.000 Zuschauern.

Parallel mit dem Abschwung der Neuen Deutschen Welle wurde es zunächst auch um die Spider Murphy Gang deutlich ruhiger. Zwar schrieben sie weiter neue Lieder und gingen auch noch mehrfach auf Tournee, doch bei den Platten- und CD-Verkäufen konnte man nicht mehr an ihre früheren großen Erfolge anknüpfen. Schließlich verließen Busse (1986/87) und Trojan (1992) die Band und mussten durch neue Musiker ersetzt werden.

PosterAnlässlich ihres 25-jährigen Band-Jubiläums im Herbst 2002 spielte die Spider Murphy Gang fünf Abende hintereinander im ausverkauften Circus Krone-Bau. Am 15. April 2004 spielte sie als erste Band im Maximilianeum. In den letzten Jahren gab die Spider Murphy Gang zahlreiche Konzerte und Unplugged-Konzerte wie z. B. im Münchner Prinzregententheater, trat bei großen Festen auf und war in einigen Fernsehsendungen zu sehen, die vor allem die Achtziger Jahre und die Neue Deutsche Welle zum Thema hatten. Im Jahr 2005 traten sie in Willy Astors Jubiläumsshow 20 Jahre Willy Astor auf. Ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feierte die Band 2007, wieder gemeinsam mit prominenten Musiker-Freunden im mehrfach ausverkauften Circus Krone-Bau. Dieses Konzert wurde vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet und 2008 als DVD veröffentlicht.

Im November 2007 wurde die Spider Murphy Gang erstmals neben anderen großen bekannten Namen wie den Beatles oder den Rolling Stones auf der Webseite von Chuck Berry offiziell als „Covered Berry“ benannt und als Vertreter von Chuck Berrys Art des Rock ’n’ Roll gewürdigt. Neben den Scorpions sind die Spider Murphys damit die einzigen dort gelisteten deutschen Interpreten.

Seit dem Beginn der Bundesliga-Saison 2010/2011 wird das Lied S Leben is wia Traum (1984) beim FC Bayern München als Torhymne verwendet.

Die Band spielt bis heute rund 80 bis 100 Konzerte pro Jahr im gesamten deutschsprachigen Raum. Ihr 35-jähriges Bestehen feierte die Spider Murphy Gang mit einem Konzert vor ca. 38.000 Fans im Münchener Olympiastadion, die Musiker erhielten dabei aus den Händen von Oberbürgermeister Christian Ude die Auszeichnung München leuchtet.

Am 9. November 2012 erschien eine DVD eines Live-Auftritts der Band am 10. November 1984 in der Zeche in Bochum (WDR Rockpalast). Seinerzeit war die Band auf dem Höhepunkt ihres Erfolges und spielte eine Setliste mit Titeln aus ihren ersten vier Erfolgsalben.

SpiderMurphyGang01
Den musikalischen Schwerpunkt der Spider Murphy Gang bildet bis heute der klassische Rock ’n’ Roll, insbesondere geprägt durch Gmells deutlich von Chuck Berry inspiriertes Gitarrenspiel. Neben diesen Einflüssen gewannen im Laufe ihrer Geschichte aber auch die Tanzmusik der 1950er- und 1960er-Jahre sowie einzelne volksmusikalische Elemente an Bedeutung.

Ein charakteristisches, immer wiederkehrendes Element bei den Texten bildet vor allem die humorvoll-kritische Auseinandersetzung mit den Themen Erotik und Sex und deren kommerzieller Präsenz in der heutigen Gesellschaft.

Außerdem hat die Spider Murphy Gang immer wieder auch regionale Skandale in ihren Liedern thematisiert, wie beispielsweise in Schickeria oder A nackerte Prinzessin.

Mit dem Lied Freizeit 81 vom Album Tutti Frutti griff die Band auch die damaligen politischen Ereignisse im Zusammenhang mit der Jugend- und Punkbewegung in München auf.

Auch wenn die Spider Murphy Gang häufig in Verbindung mit der Neuen Deutschen Welle genannt wird und ihre größte Popularität in deren Zeit erlangte, ist sie im engeren Sinne keine Band der NDW, sondern eine publikumsnahe Rock-’n’-Roll-Band.

Ihre frühen Titel wurden lediglich zeitgleich mit dem Einsetzen der NDW auf den Markt gebracht und zu dieser Zeit auch oft im Radio gespielt.(Quelle: wikipedia)

Inlet02A
Hier also ihre deutsches Debütalbum (demnächst werd ich mal ihr eigentliches Debütalbum – noch in englisch und in einer Auflage von 3.000 Stück veröffentlicht präsentieren).

Der Titelsong ist sowas von programmatisch und der romantische Liebessong „Rock’n’Roll Rendezvous“ hat es mir schon damals angetan:

Sie hoast Uschi, hat’s gsagt,
und mi ungeniert gfragt,
ob I mit zu ihr geh,
und I hab gsagt, I hab an Frust,
und überhaupt koa Lust,
und dass I ned auf sie steh!

Sie hat gsagt, sie macht Spaghetti,
und ausserdem hätt I
doch sowieso nix bessers vor,
ja und lauter guade Sachn,
dat’s extra für mi machn,
flüstert’s mia ins Ohr.

Sie hot jede Menge guade
oide Rock’n’Roll Scheim,
und de legt’s für mi auf,
Buddy Holly, Gene Vincent,
und I sag, da steh I drauf.

Ja und damit hats mi gfanga,
und I bin schlieslich mit ihr ganga
mitt’n in der Nacht,
doch auf’n Schlag war I nüchtern,
und auf amoi schüchtern,
doch sie hat nur glacht.
Schubidubiduwahwahuhwahuh Rock’n’Roll Rendezvous
Schubidubiduwahwahuhwahuh Rock’n’Roll Rendezvous

Ja und plötzlich um dreiviertel Drei in da Friah,
steht da Nachbar vor da Tiar,
und jammert und schimpft, was des für a Krach war,
jede Nacht bei ihr,
und er hat gsagt, er hat etz gnua,
und will endlich sei Ruah,
mitt’n in der Nacht,
doch sie hat’s ganz unschuldig ogschaut und glacht,
und eahm Tür vor da Nasn zuagmacht!

„Der Champion von Obergiesing“ ist eine komödiantische Auseindersetzung mit jenen Macho-Typen die damals nicht nur Obergiesing bevölkerten.

„Autostopp“ war/ist ein Kracher und wurde live zelebriert, bis die Schwarte krachte.

„Rosmarie“ war der erste und einzige Titel von Michael Busse … mit einem großartigem Solo von Barny Murphy.

„Achterbahn“ ist eine schelmische Abrechnung mit dem Oktoberfest (kommt auch mal wieder – im nächsten Jahr !)

„Elvis von Schwabing“ ist eine sentimental-wehmütige Erinnerung an alle jene Vorstadt-Sänger, die sich als Möchtegern-Elvis kurzfristig einen Namen machen konnte, damals, als der Rock n Roll nach Deutschland kam.

„BMW“ … natürlich eine passende münchnerische Hymne auf BMW Maschinen, ziemlich dynamisch … die dann gar nicht so triumphal endet.

„Zeitmaschin’“, ein weiterer Ohrwurm … wer möchte sie nicht mal achten … so ne Zeitreise … feines Piano-Solo.

SpiderMurphyGang03

Und als letzes dann ein weiterer Knaller: „Nix ois wiar an Blues“. Warum es dieser Hammer-Song nicht in das Standard-Repertoire der Spiders nicht geschafft hat, ist mir ein völliges Rätsel: Viel griffiger, knackiger und wuchtiger kann Rockmusik nicht klingen !

Und wieder gäbe es noch vieles zu berichten … von jener legendären DDR-Tournee (da hab ich noch irgendwo einen fantastischen Radiomitschnitt rumliegen), vom Ausstieg des Michael Busse´s und vom katastrophalen Absturz des Drummers Franz Trojan … aber davon wird dann ganz sicher zu einem späteren Zeitpunkt berichtet.

Viel rare geht´s nicht ...

Viel rarer geht´s nicht mehr …

Besetzung:
Michael Busse (keyboards, vocals bei 05.)
Barny Murphy (guitar, background vocals)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Willy Ray Ingram (saxophone bei 06.)

BackCover1
Titel:

01. Rock’n’Roll Schuah (Sigl) 2.53
02. Rock’n’Roll Rendezvous (Sigl) 4.03
03. Der Champion von Obergiesing (Sigl) 3.21
04. Autostop (Berry/Sigl) 4.36
05. Rosmarie (Sigl/Busse) 3.47
06. Achterbahn (Smith/Singl) 2.53
07. Elvis von Schwabing (Sigl) 3.25
08. BMW (Sigl) 3.29
09. Zeitmaschin‘ (Sigl) 4.17
10. Nix ois wiar an Blues (Sigl) 3.28

LabelA1.JPG

 

*
**

Single

Verschiedene – Skandal! – 30 Jahre Spider Murphy Gang -Mir feiern a bayerische Band (2007)

FrontCover1Es gibt wohl nicht viel deutsche Bands, die ein ‚“Tribute“ Album spendiert bekommen haben.

Die Spider Murphy Gang ist eine davon:

Die schelmisch-freche Hommage von Michael Mittermeier, „Ein Skandal wird 30!“ am Schluss des Albums Skandal! Wir feiern a bayerische Band – 30 Jahre Spider Murphy Gang, bringt es auf den Punkt. Neben den 17 Künstlern, die sich auf teils verblüffende Weise die Ohrwürmer der bayerischsten aller Rock n Roll-Band zur Brust nehmen, umreißt der Comedystar das Phänomen und dessen immensen Einfluss auf bayerischen Blues, Rock, Punk – und auch Comedy. Die Lieder der Spider besitzen hohe Elastizität, doch selbst bei Versionen, die stilistisch enorm vom Origianl abrücken, wie etwa Blumentopf mit einer Hip-Hop-Variante von „Amerika“ oder String of Pearls „Herzklopfen“ als Couplet, blitzt noch der gradlinige Rock‘n‘Roll-Witz durch.

Die stilistische Vielfalt von Bananafishbones bis Rainhard Fendrich, von läßigem Country bis krachigem Punk ist so riesig, dass sich viele Highlights aneinanderreihen. Zeitgenossen wie Werner Schmidbauer, Willy Michl, EAV schlüpfen nahtlos ins Spider-Kostüm, wobei Hans-Jürgen Buchner (Haindling) auf seine einzigartig wehmütige Weise die „Rosmarie“ interpretiert, Dr. Will den „Cadillac“ zu einem schrägen New-Orleans-Krimi ausmalt, und die Ludwig Seuss Band „Vic-a-vis“ als Cajun hört.

Booklet01A

Den größten SMG-Hit „Skandal im Sperrbezirk“ rotzt die junge Band Killerpilze so frisch und enthusiastisch hin, als wäre er ihr gerade selber eingefallen. Dieses Tribute-Album zeigt, wie viele zeitlose Klassiker á la „Schickeria“ die Münchner über ihre Heimatstadt geschrieben haben und damit längst in die Alltagssprache eingegangen sind. (Ingeborg Schober)

Neben einem lustigen Schlusswort vom Michael Mittermeier, finden sich hier 17 Künstler der untschiedlichsten Art ein, um eine Band zu würdigen, die im letzten Jahr ihr 30jähriges Jubiläum feiern durfte.

Booklet03A.jpg

Die Spider Murphy Gang, die in den Achtzigern einen Hit nach dem anderen hatte und dessen „Skandal im Sperrbezirk“ und „Schickeria“ auch heute noch zu den Klassikern im Radio und auf Konzerten zählen.

Neben meiner Meinung nach einigen leichten Durchhängern wie beispielsweise die Fassung vom „Cadilac“ (Dr. Will) oder „Autostop“ (Claas Vogt) findet man hier einen gelungen Überblick über das Schaffen der Spider Murphy Gang und das in oftmals ungwohnter musikalischer Art, die einem die Frage stellt, warum haben die Spiders nicht selber einmal ihre alten Hits im neuen Gewand aufgenommen?

Booklet04A

„Zwoa Zigaretten“ von den Bananafishbones im coolen Countrystyle, „Rock’n’Roll Rendezvous“ vom EAV Frotnman Klaus Eberhartinger, der diesem genialen Song ein völlig neues Leben einhaucht mit seiner lässigen Art seines Gesanges, „Schickeria“ (Rainhard Fendrich im sympathischen Wiener Schmäh) sowie „Vis-a-Vis“ vom Spiderskeyboarder Ludwig Seuss sind in meinen Augen die Höhepunkte dieser, wie ich finde genialen, CD. Auch die mir zunächst ungewohnte Art „Amerika“ (Blumentopf), die mit dem Orginal nur noch der Sample „Amerika“ vom Günther gemein hat oder der „Skandal“ von den Killerpilzen, gefällt einem nach mehrfachen hören, da hier diese Songs völlig anders, frisch und jung daher kommen. Respekt an die Spiders, das sie diese Songs so abgenommen haben. Auch „Herzklopfen“ im 50ties Style von String of Pearls, die „Rock’n’Roll Schuah“ von der bayerischen Rock’n’Roll Combo „Cagey Strings“ oder die geniale Umsetzung von „Rosemarie“ vom Hans Jürgen Buchner (Haindling) sowie das Instrumentalstück „Sommer in der Elisabeth“ vom Wortakrobaten Willy Astor, der hier gekonnt die beiden Hits „Sommer in der Stadt“ und „Pfiat di Gott Elisabeth“ kombiniert sind wahre Ohrenperlen.

Booklet05A.jpg

Durch und durch ein Sampler, der auf den ersten Blick überraschend daherkommt aber – vor allem durch mehrmaligen Hörens – seine Vielfalt aufzeigt, da er völlig andere musikalische Wege geht und den Songs ein neues und frisches sowie modernes Leben einhaucht ohne den Song in seiner Art und Weise, wie er im Orginal klingt, zu zerstören.

Wie schon eingangs erwähnt, frage ich mich, warum haben die Spiders diesen Weg nie eingeschlagen? Mut zu neuem. Warum nicht eimal die eigenen alten Hits im neuen Gewand? (Matty)

Vielleicht deshalb, weil die Originalversionen dann doch die feinsten Versionen bleiben, das trübt aber nichts an diesem netten Tribute Album. Allerdings fehlte mir dann doch der großartige, textlich so ganz andere Song „FFB“ !

BackCover1

Titel:
01. Bananafishbones: Zwoa Zigaretten (Sigl) 2.21
02. Werner Schmidbauer: Sommer in der Stadt (Sigl) 3:18
03. Klaus Eberhartinger: Rock’N’Roll Rendezvous 3:03
04. Killerpilze: Skandal Im Sperrbezirk (Berry/Sigl) 3:04
05. Hans-Jürgen Buchner (Haindling): Rosmarie (Busse) 2:58
06. Rainhard Fendrich: Schickeria 3:37
07. Willy Michl: Schuitog 4:33
08. Willy Astor: Sommer in der Elisabeth 3:31
09. Ludwig Seuss Band: Vis-A-Vis 3:57
10. Blumentopf: Amerika 3:38
11. United Balls: Mit’m Frosch im Hois und Schwammerl in de Knia 3:27
12. Viva Voce: Ich Grüße Alle Und Den Rest Der Welt 2:59
13. Dr. Will: Cadillac 4:12
14. The Fabulous Braincandy: Uh Uh I Fancy You (Oh Oh I Mog Di So) 2:08
15. Cagey Strings: Rock’N’Roll Schuah 2:54
16. String Of Pearls: Herzklopfen 4:08
17. Claas Vogt feat. B. Flintstone: Autostop (Berry/Sigl) 424
18. Michael Mittermeier: Ein Skandal wird 30! (Mittermeier/Kemmler) 7.48

CD1

*
**

SpiderMurphyGang2017_01

Die Spider Murphy Gang im Jahre 2007