Emil Steinberger – E wie Emil – Ein-Mann-Kabarett (1974)

FrontCover1Am 09. September 2017 schrieb ich in diesem blog, als ich erstmalig den Emil Steinberger präsentierte:

Wie auch immer: Noch heute kann ich mich über diesen “Emil” köstlich amüsieren und von daher wird es nicht verwundern, wenn es im Laufe der nächsten Wochen weitere Werke von ihm hier zu hören gibt.

Nun aus den „nächsten Wochen“ wurden leider viele. viele Monate, aber jetzt ist es mal wieder soweit: Emil live, und zwar wie er leibt und lebt und damals (also in den 70er Jahren) nicht nur mich begeisterte.

Emil Steinberger kam 1933 als drittes Kind armer Leute in Luzern zur Welt. Sein komisches Talent wurde zuhause ignoriert, aber schon in der Grundschule war er der Klassenmittelpunkt, der lustige Bub, der mit tausenderlei Faxen alle zum Lachen brachte.

Die Eltern zwangen ihn dazu, einen „anständigen“ Beruf zu erlernen, und so „spielte“ Emil, eher widerwillig, neun Jahre lang den Postbeamten. Heimlich jedoch, hinter dem Rücken der Eltern, trat er abends im Kabarett auf und absolvierte später, ebenso heimlich, eine Ausbildung zum Werbegrafiker.
Kabarett-Karriere als „Emil“

Der Post blieb er in gewissem Sinne treu: Der ungeliebte Beruf inspirierte ihn zu seinem berühmtesten Programm der 60er und 70er Jahre. Ab 1971 begeisterte er auch das deutsche Fernsehpublikum mit so unvergesslichen Figuren wie dem Telegrafenbeamten, der beim Lösen des Kreuzworträtsels kein „Grautier mit 4 Buchstaben“ kennt.
Mit 54 Jahren hörte er auf nur lustig zu sein

Er ging für ein paar Jahre in die USA, schrieb Bücher über diese Zeit, nun hält er Lesungen. Er gesteht allerdings, dass er den „Emil“ nicht völlig abschütteln könne, er trage ihn stets in der Westentasche mit sich rum – und so wäre Emil Steinberger nicht Emil, wenn er seine Leser und Zuschauer nicht weiterhin ab und zu auf den Arm nehmen würde. (WDR)

Und hier sein Album bei dem er nicht nur als „Telegrafen-Beamter“ für Lachkrämpfe sorgt. Auch „Nachts auf dem Polizeirevier“ ist ein Brüller …  nur schade, dass man bei einer LP die Mimik nicht sehen kann … überhaupt: Vielleicht ist sein Humor nicht mehr zeitgemäß … wenn dem so wäre …. spräche es nichtfür die Zeit in der wir leben.

Und ich verspreche hoch und heilig, dass nicht mehr ein ganzes Jahr dauert, bis hier der nächste Emil aus den 70er Jahren vorbeischaut …

EmilSteinberger

Besetzung:
Emil Steinberger

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Titel:
01 . Stereo-Test 6.20
02. Die Sache mit der Garderobe (I) 3.07
03. Der Telegrafen-Beamte 10.57
04. Nachsts auf dem Polizeirevier 6.40
05. Im Restaurant: Der Feinschmecker 3.52
06. Vater, warum fliegt das Flugzeug ? (Ein Besuch im Verkehrsmuseum) 6.27
07. Die Sache mit der Garderobe (II) 1.37

Alle Texte: Emil Steinberger

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Emil Steinberger – Emil träumt … Live Aufnahme (1978)

FrontCover1Eigentlich längst überfällig in diesem blog, dass Emil Steinberger entsprechend gewürdigt wird:

Emil Steinberger (* 6. Januar 1933 in Luzern; heimatberechtigt ebenda) ist ein Schweizer Kabarettist, Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler, der seit den 1970ern einem breiten Publikum in Deutschland und der Schweiz dank seiner TV-Sketche als Emil bekannt ist.

Emil Steinberger ist der Sohn des Buchhalters Rudolf Steinberger und dessen Frau Creszentia, geb. Horat. Schon als Junge improvisierte er Sketche. Nach einer Ausbildung zum Postbeamten und neun Jahren Schalterdienst besuchte er ab 1960 fünf Jahre lang die Luzerner Schule für Gestaltung (heute Hochschule Luzern – Design und Kunst) und wurde diplomierter Grafiker. Schon damals spielte er im Kabarett „Cabaradiesli“ mit. 1966 heiratete er Maya Rudin; Sohn Philipp wurde 1969 geboren. Im September 1967 eröffneten sie zusammen das Kleintheater am Bundesplatz, heute Kleintheater Luzern, in dem Jazzkonzerte, Theater- und Kabarettvorstellungen stattfanden und wo er seine ersten eigenen Programme aufführte. Steinberger führte in Luzern zudem während einiger Jahre das bis heute unter gleichem Namen existierende Kino moderne und baute 1973 selbst ein Studiokino mit 150 Plätzen auf, das 2008 geschlossene Atelier-Kino.

Anfang der 70er Jahre füllte Steinberger mit seinen Soloprogrammen „Geschichten, die das Leben schrieb“, „E wie Emil“ und „Emil träumt“ alle Theater der Schweiz und bald auch in Deutschland. Zur Bekanntheit in Deutschland trugen auch die von der ARD ausgestrahlten Emil-Aufzeichnungen bei. Es folgten diverse Tourneen durch die Bundesrepublik und die Schweiz, auch in der DDR trat er mehrmals auf.

Im Jahr 1977 stand er für neun Monate in der Manege des Circus Knie.

Ein weiterer Meilenstein seiner Karriere war eine der beiden Hauptrollen in dem Film Die Schweizermacher unter dem Regisseur Rolf Lyssy.

EmilSteinberger

1980 war Emil Steinberger finanzieller Geburtshelfer und Regisseur beim Neustart des Circus Roncalli in Köln. Im selben Jahr wurde sein zweiter Sohn Martin geboren. Sein Bühnenprogramm Feuerabend das er 1980 startete, war so erfolgreich, dass er beschloss, nur noch „Emil“ zu sein.

In der französischen Schweiz spielte er in den 80er Jahren seine Nummern auch auf Französisch in den Programmen „Une heure avec Emil“ und „Feu et flamme“. In dem 1986 von Willy Bogner produzierten Sportfilm Feuer und Eis übernahm Steinberger in der deutschsprachigen Synchronisation die Rolle des Erzählers. 1987 trat Steinberger zum letzten Mal als Emil auf und beendete damit vorläufig seine Bühnenkarriere.

1989 wurde die Ehe mit Maya geschieden.

Von 1990 bis 1991 gehörte er zum Rateteam in Ja oder Nein, einem Was bin ich?-Remake mit Joachim Fuchsberger. Gleichzeitig war er auch erfolgreich in der Werbung. Er schrieb und inszenierte u. a. 100 Werbespots für Melitta-Kaffee, mit denen der Melitta-Mann Egon Wellenbrink berühmt wurde. Auch für Fisherman’s Friend und Bico-Matratzen schrieb er Werbespots und führte Regie. In dieser Zeit inszenierte er auch eine grosse Werbetour für „Schweiz Tourismus“ unter dem Titel „Schweiz Plus“ und tourte mit einer grossen Truppe durch Deutschland. 2008 wurde Steinberger nochmals als Werber aktiv, indem er zehn TV-Werbespots für Rivella International schrieb und spielte.

Emil Steinberger ging Ende 1993 nach New York, um dort ein Leben in der Anonymität zu führen. Am 28. Mai 1999 heiratete er in New York Niccel Kristuf. 1999 kehrten sie zusammen in die Schweiz zurück und leben seither am Genfersee. 1999 erschien sein erstes Buch Wahre Lügengeschichten. Im Jahr 2000 gründete er mit seiner Frau Niccel den eigenen Verlag, die Edition E, in der 2001 sein zweites Buch Emil via New York erschien. In diesem Verlag veröffentlichen Steinbergers ihre Bücher und auch CDs und DVDs mit Emils früheren Programmen. 2013 ging die Edition E eine Kooperation mit dem Oltner Knapp Verlag ein.

Seit 1999 war Steinberger zunächst mit Lesungen unterwegs, die sich aber schnell zu einem neuen Bühnenprogramm, Drei Engel!, entwickelten. Mit diesem Programm trat er (Stand 2013) an die 850 Mal auf.

Zwischendurch war er auch als Sprecher in Kinderhörspielen (z. B. in Michel vo der Schwand (Michel aus Lönneberga) von Astrid Lindgren) . Auch für Hab s Fischers Kindergeschichte Pitschi wirkte Steinberger als Sprecher. Im Auftrag des Diogenes-Verlags las er für eine Hörbuch-Produktion auch Hugo Loetschers ‚Der Waschküchenschlüssel‘.

2006 stellten Emil und Niccel Steinberger im Haus der Kunst St. Josef in Solothurn zum ersten Mal ihre gemeinsam gezeichneten „Wochenblätter“ aus. Es folgten Ausstellungen in Göttingen, Stuttgart, Lauchheim, Luzern, Montreux und anderen Orten.

An seinem 75. Geburtstag wurde Emil Steinberger 2008 von der Stadt Luzern zum Ehrenbürger ernannt.

2013 feierte er seinen 80. Geburtstag. Der Knapp-Verlag brachte anlässlich dieses Jubiläums Steinbergers neuestes Buch „Lachtzig“ in der Perlenreihe heraus.

Emil Steinberger lebt in Territet (Montreux) im Kanton Waadt. (Quelle: wikipedia)

Irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, dass Emil Steinberger gerade in der „sozial-liberalen“ Dekade der 70er Jahren seine vermutlich größten Erfolge erzielte … und ich grübel schon die ganze Zeit, warum das so sein könnte.

Wie auch immer: Noch heute kann ich mich über diesen „Emil“ köstlich amüsieren und von daher wird es nicht verwundern, wenn es im Laufe der nächsten Wochen weitere Werke von ihm hier zu hören gibt.

Live-Aufnahme aus dem Kom(m)ödchen, Düsseldorf

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Sprecher:
Emil Steinberger

Titel:
01. Verschlafen 3.28
02. Traum von der Maus 1.33
03. Klavierschülers Träumereien 3.47
04. Alptraum „Steuerformulare“ 7.58
05. Jugendtraum „Walkie-Talkie“ 4,46
06, Kurzes Erwachen 1.07
07. Autofahrers Kontroll-Traum 2.08
08. Bergsteiger-Trauma 2.54
09. Traum Vom Wahlplakat 4.08
10. Traumreise im Zug 9.51

Alle Texte: Emil Steinberger

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