Stop – Spieglein, Spieglein (1980)

FrontCover1.jpgDie Dame,um die es sich jetzt hauptsächlich dreht, heißt Ute Schallmey … Und hier nun erstmal ihre wahrlich bewegte Biographie:

Herbst 1968 – erster öffentlicher Auftritt im Alter von 15 Jahren in Hofheim/Main als
„Vorprogramm“ der Band Amon Düll allein zur Gitarre (ein Geschenk ihres vorausschauenden Vaters zum 11. Geburtstag).

Das Repertoire bestand aus Songs wie „in the morning auf my life“, „Those where the days“ etc. sowie aus deutschen Songs von Alexandra usw.
Im Höchster Kreisblatt erschienen ein Foto und ein kleiner Artikel „Die neue Hildegard Knef“.

bis 1970 Auftritte in Diskotheken (Rüsselsheim, Hattersheim, Mainz etc.) –  immer Ute und die Gitarre. Das Repertoire wurde mit Songs von Hannes Wader, Reinhard Mey vergrößert.

27.12.1970 Geburt Ihrer Tochter Christina, Ute war 17.

1971 (Herbst) 1. Platz beim damals noch bundesweiten „Binding-Star-Chance“
Wettbewerb, mit drei harten Vorausscheidungen. Mit Reinhard Meys „Kaspar“, den sie allein zur Gitarre vortrug, gewann sie u.a. einen Plattenvertrag bei Polydor . Die Endausscheidung fand in Frankfurt,  im Saal des „Kleinen Theaters im ZOO“ vor ca. 1.000 Zuschauern statt.
Sie wurde nach Hamburg in das Tonstudio der Firma Polydor eingeladen; es ergab sich jedoch keine Zusammenarbeit (da beide Seiten sich nicht auf ein für Ute geeignetes Lied einigen konnten).

UteSchallmey02.jpg1971 bis 1973 Liedermacherin / Protestsängerin
Mit Einladungen zum Open Ohr Festival in Ingelheim,
1 Stunde bei SWR 3 mit Frank Laufenberg.  In der Sendung stellte sie ihre eigenen Songs vor, darunter „Die Welt ist voller Kriege“, „Wo Menschen sind ist keine Liebe“
etc. Der Berg der Hörerpost war beeindruckend.

Auftritte mit dem Liedermacher „Lerryn“ (Dieter Dehm) im Stadtpark Frankfurt sowie mit Ulrich Rosky, Klaus Lage, viele politische Veran-staltungen (meistens von den „Jusos“). Unter anderem spielte sie im Vorprogramm von Kraan in Ludwigshafen.

Dazu kam ihre politische Arbeit bei den Jusos in ihrem Ortsverein  Wiesbaden-Delkenheim.
Sie baute in ihrem Ortsteil ein Jugendzentrum auf. Es folgten  kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen etc.
Des Weiteren gründete Sie die Jugend-Initiative „Östliche Vororte“.

1973/1974 Gesangsstudium am Konservatorium Mainz, wo Frau Lorenz-Tutzek,
ihre Stimme zu einer klassischen Altstimme ausbilden wollte.
Klassik war nicht das Richtige und so brach Ute, zum Bedauern der Gesangslehrerin, die Ausbildung nach einem Jahr ab. Von der  erlernten Technik und die in diesem Jahr erworbenen Fertigkeiten profitieren ihre Stimme und ihre Fans bis heute.

1974 Mitwirkung im Popchor des Musikverlags Breitkopf und Härtel in Wiesbaden (Leitung Jürgen Streck, später Peter Richter).
Hier lernte sie den Produzenten Rudolf Leubner kennen, der mit ihr  eine Produktion „Der Sommerwind“ im Tonstudio Panne und Paulsen, Frankfurt, machte, die leider wegen des fehlenden Budgets nicht auf  den Markt kam.

1974-1980 Mitbegründerin der Veranstaltung „Folklore im Garten“, die noch immer einmal jährlich in Wiesbaden stattfindet.
UteSchallmey01.jpgDer derzeitige Stadtjugendpfleger Jürgen Dusch ließ Ute „einfach mal machen“. Seine Idee war ein multikulturelles Festival mit dem Name „Folklore im Garten“.
Ute war mit Feuereifer dabei. In wenigen Jahren hat sie mit Hilfe der Sozialarbeiter der Stadt Wiesbaden ein beeindruckendes Jugendfest mit einem sehr knappen Budget aufgebaut. Bis heute kommen zu diesem Fest jährlich an 3 Tagen stattfindenden Festival Tausende Besucher.

Hier lernte Sie den Gründer der Gruppe Chantal, Michael Hofmann kennen; er lud sie ein mit ihm, dem Jazzgitarristen Juri Galan und dem Jazzflötisten Foky Gruber eine Band zu gründen. Sie war dabei! . Im Live-Repertoire hatte die Band Songs wie Summertime, Yesterday,  You are the Sunshine of my live, etc., die das Publikum auf Festivals, wie auch in Jugendstrafanstalten, Festen usw. begeisterten.
Für die Planung von Folklore im Garten holte sich Ute den damals in Wiesbaden lebenden Bill Ramsey ins Boot. Daraus entstand dann das Duo Ramsey/Galan mit vielen Auftritten in Radio und TV.

Als wäre das noch nicht genug, hat Ute den „Wiesbadener Rockpalast“ ins Leben gerufen, der es sich zum Ziel gesetzt hat junge Bands zu fördern.
1975 Auftritt in Stuttgart (Liederhalle) mit dem Günter Noris Bigband-
Orchester. Sie wurde engagiert für den Song „Vor der Kaserne“ – Stars wie Ricky King, Ireen Sheer und andere traten ebenfalls auf.

1978 Der Musikverleger Rolf Beierle , Roba-Musikverlag Hamburg, interessierte sich für ihre Stimme, arrangierte und finanzierte ein Treffen mit Stefan Sulke in der Schweiz, im Tonstudio Sulke in Bern.
Es entstanden vier Sulke-Songs, die sie interpretierte. Diese kamen in Hamburg bei Metronome Tonträgerfirma sehr gut an. Sie traf dort auf Rolf Ennoch, der derzeit Milva betreute. Sein Plan war Ute zur  „neuen Milva“ aufzubauen.
Wie es der Zufall – glücklicherweise- wollte lernte sie genau dann ihren Ehemann kennen, den Gitarrist Lothar Mehnert, ist den Fans besser bekannt als Balu the Cat, der gemeinsam mit dem Drummer von  Xhol Caravan Skip die Band Some Hump gegründet hatte.

1978/1979 Ute stieg um auf Rock, bestand jedoch darauf deutsche Texte interpretieren zu können. Es entstand die Band STOP.
Zusammen mit dem Wiesbadener Liedermacher Michael Schleim  textete Ute Stücke für eine ganze LP während Balu komponierte.
Text und Musik wurden zu einem Song verarbeitet. Die Demo-Bänder  wurden im Wiesbadener Cottage-Tonstudio gefertigt.

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Klaus Ebert, damals Chef des Labels Reflektor bei Metronome, gefielen die Demos außerordentlich gut – Ute und die Band bekamen ihren Vertrag. Betreut wurde die Band von Manfred Seegers.
Damals hatte das Label Reflektor unter anderem Extrabreit,  Dr. Koch Ventilator, Extra, Accept, CATS TV und STOP unter Vertrag.

1980 Die LP „Spieglein, Spieglein“ kam auf den Markt.
Balus geniale Idee war es das Lied „Ich will keine Schokolade“  von Trude Herr zu „verrocken -und- rolen“ – und das ist ihm und Ute  auch gelungen: nachts in der Wohnküche von Balus Oma.
Es war die erste Coverversion von „Ich will keine Schokolade“ in Deutschland. Viele Coverversionen von anderen Bands folgten.
Es wurde die Single „Ich will keine Schokolade“ ausgekoppelt, die auch auf dem Sampler „Schicke Tanzbewegungen in Mikrorillen“ zusammen mit den damals noch nicht in die Charts eingestiegenen Dadaisten „Trio“ veröffentlicht wurde. Der Sampler verkaufte sich
100.000 mal und wurde dann vom Markt genommen, da Trio die  Single „Da Da Da“ rausbrachte. Schade.
Es folgten Fernseh- und Rundfunkauftritte (z. B. im ARD Sonntags-Konzert zusammen mit den Gebrüdern Plattschuss, Jacobsisters, Jürgen Manger); Interviews mit Bravo, Sounds usw.
Man tourte in großen und kleinen Musik-Clubs auf Festivals, in Jugendzentren, auf Volksfesten etc.
1981-1984 Metronome wollte eine zweite LP auf den Markt bringen. Das Team Ute und Balu begann neue Stücke zu schreiben. Dann  verstarb der zuständige Betreuer Manfred Seegers bei einem Tauchunfall. Es wehte ein „neuer Wind“ bei Metronome.
Das Reflektor-Label wurde „eingestampft“.

Das Team Ute & Balu suchte nach neuen Wegen und gründete die „Ute Schallmeys Struwwelpeterband“ . Auf ihren Touren  lernten Sie den Promoter Guckelberger kennen, der einen Kontakt zu Jupiter Records vermittelte. Es wurden Demos im Tonstudio Schmidt-Theißen in Mörfelden (Hongkong Syndikat) aufgenommen –  und Jupiter Records hat’s gefallen! Die Demos wurden vom Tokio-Drummer Fritz Matzka eingespielt.
Es gesellte sich der Drummer Ringo Funk aus Frankfurt (Atlantis,
Gironimo etc.) dazu; später der Wiesbadener Schlagzeuger Wolfgang Stamm sowie ein Bassist aus Frankfurt.

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Im Tonstudio von Harry Stümpfl in München entstand die Single „Der Sprücheklopfer /Die Hexe“. Der Titel „Die Hexe“ ist auf dem Sampler „Hier singt man deutsch“ zusammen mit (Der Kommissar) Falco, Spider Murphy Gang, Udo Lindenberg & Pascal usw. erschienen.
Dann ging es wieder auf Tour.

1984/85 Ute lernte auf den Touren die Band Message (Manni von Bohr,
Horst Stachelhaus, Alan Murdoch) kennen. Die damalige Sängerin Anne Haigis stieg bald darauf aus.
1985 tourte man gemeinsam durch Deutschland.
Aus der geplanten LP wurde nichts, weil die Band sich auflöste,  nachdem Manni und Horst zum Fachblatt gingen.

1984 Projekt mit Peter Ries (Sandra „Maria Magdalena“) und Reinhard Besser
im Tonstudio von Reinhard Besser Frankfurt („No Angels“)

1985/86 Produktion mit Hans Hartz in Husum in dessen Tonstudio. Mehrere deutschsprachige Titel sowie englische Titel mit Hans Hartz  als Produzent.

1986 Projekt Ute/Balu/M.Teske/Manni van Bohr/Frank Itt bei Manni.

1986-1990 Jetzt wurde Hardrock gemacht. Es entstand die Band Cocoon später Valentine. Zum Team Ute & Balu stieß jetzt Markus Teske (keyboards) . Man komponierte und textete. Die deutschen Texte wurden von der 16-jährigen Tochter Christina ins englische übersetzt.
Dann wurde fleißig täglich im eigenen kleinen Tonstudio produziert und aufgenommen. Die Titel gefielen in Hannover Frank Bornemann.
Er lud ins Horussound-Studio nach Hannover ein. Die Band wurde zusammengestellt. Mit Seppl Niemeyer (Drummer von Flatsch) und Willi Wagner (später Bassist von Rio Reiser, Sabrina Setlur, Xavier Naidoo) entstand die Band Cocoon.
Leider gelang es Bornemann nicht den geeigneten Produzenten für die Aufnahmen zu finden und das Projekt Cocoon schlief ein.

Das Trio war weit davon entfernt aufzugeben – sie gründeten die Band Valentine mit dem von Frank Bornemann empfohlenen Drummer aus Karlsruhe. Es fehlte am Bassisten, allerdings nicht an Auftrittsanfragen – so kam der Bass vom Computer.

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Ute Schallmey & Lothar Mehnert

1990-1992 Das Team Ute und Balu gründen die Band „Red Shoes“; produziert wurde in Berlin im Tonstudio von Michael Gerlach. Dieser Kontakt wurde  von Frank Bornemann vermittelt, dessen Keyboarder Michael Gerlach bei Eloy spielt. Es entstanden Pop-Rocktitel. Auch hier schrieb die Texte Utes Tochter Christina.
Elbertshagen und Warner Musikverlag waren begeistert. .Es wurde ein Auftritt/Casting im Musikclub Sinkkasten Frankfurt/Main organisiert. 1992/1993 kam der Cover-Titel „Sombody To love“ (Jefferson Airplane) bei MMS auf den Markt.

1993-heute: Ungezählte Auftritte mit der Band Red Shoes, in verschiedenen Besetzungen.

2005 Veröffentlichung der CD Red Shoes feat. Ute Schallmey

2006-2007 Beginn eines neuen Projekts mit deutschen Texten – Es entstehen neue Songs im eigenen Home-Records-Studio.

2008 STOP wird neu formiert und prompt folgt eine Auftrittsreihe.

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Die Gruppe „Stop“ im Jahr 2008

2009 Es entsteht das Projekt RED SHOES goes BLUES. (Selbstdarstellung)

Und hier das Debütalbum der Gruppe „Stop“ … und da fällt einem das Gebiß ins Gras …

Allein der erste Song treibt einen im poitivsten Sinn in den Wahnsinn: Warum verdammt nochmal stand dieser Song nicht monatelang auf Platz 1 in den Charts ? Harter Rock mit viel Bluesfeeling gespielt: der Song ist schlicht und ergreifend der Hammer und alle deutschen Rockladies der Welt müssen sich verdammt warm anziehen, um so einen Titel zu toppen ! Der Song ist der Hammer schlechthin … Der ong würde selbst in einem AC/DC ein Höhepunkt sein …

Und dann geht´s weiter … quasi Schlag auf Schlag … Verdammt gute

Texte paaren sich mit einem Sound, der sich gewaschen hat …

Und wenn ich jetzt schreibe, diese Scheibe ist ne verdammt geile Mucke, da bring ich nur zum Ausdruck, wie dieses Album wirkt: Nämlich wie eine prachtvolle Verjüngerungs-
kur !!!

Und dass es sich hier um eine extrem rare LP handelt, versteht sich ja fast von selbst …

Und eins kann ich schon jetzt mal versprechen: Von dieser Dame wird hier zukünftig noch öfters die Rede sein !

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Besetzung:
Joachim Becker (bass)
Rudi Döltsch (drums)
Lothar Mehnert (guitar)
Ute Schallmey (vocals)
+
Henryk Darlowski (keyboards)
Wilson de Oliveira (saxophone)
Roland Schupp (drums)

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Titel:
01. Gude Trude (Schleim/Mehnert/Schallmey) 4.18
02. Groupie, Groupie (Schleim/Mehnert/Schallmey) 4:23
03. Spieglein, Spieglein (Schleim/Mehnert/Schallmey) 4:22
04. Der Träumer (Mehnert/Schallmey) 5:50
05. Der Raggae-Sound (Schleim/Mehnert/Schallmey) 4:27
06. Disco-Katze (Schleim/Mehnert/Schallmey) 3:10
07. Der Chevrolet-Fahrer (Chladek/Mehnert/Schallmey)  3:15
08. Herzanfallmaschinerie (Leubner/Mehnert/Schallmey) 3:55
09. Ich will keine Schokolade (Blecher/Morrow) 3.10

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Und im Jahr 2009 oder 2010 war es dann der Ute Schallmey wohl wichtig, diese reizende Hymne auf die Stadt Wiesbaden zu zelebrieren:

Und ja … ohne die tatkräftige Unterstützung des werten Herrn Ärmel wäre diese Präsentation gar nicht möglich gewesen … Er hat mich mit der Nase auf dieses großartige Album gestupst … dafür wieder mal … ein herzliches Dankeschön !