Christina Stürmer – Lebe lauter (2006)

FrontCover1Wirklich interessant … da ist ne Sängerin, die im Alter meiner Töchter ist und obwohl da ein Unterschied von einer Generation ist … packt mich auch dieses Album von Christina Stürmer:

Lebe lauter ist das dritte Studioalbum der österreichischen Pop-Rock-Sängerin Christina Stürmer. Das Album wurde am 15. September 2006 veröffentlicht und erreichte als Neueinsteiger Platz 1 in den österreichischen und deutschen Album-Charts.

Das Album wurde in Deutschland (Platz 1 in den Verkaufscharts), Österreich und der Schweiz (Platz 6) veröffentlicht. Die bislang erfolgreichste Produktion Stürmers wurde etwa 300.000 mal verkauft und wurde 2007 mit dem Amadeus Austrian Music Award als bestes Rock/Pop-Album des Jahres ausgezeichnet.

Nie Genug, die Vorab-Single wurde am 28. April 2006 veröffentlicht, der Einstieg in die österreichischen Charts erfolgte ebenfalls auf Platz 1, die Single war für 26 Wochen platziert. In Deutschland und der Schweiz konnte keine Spitzenplazierung erreicht werden.

ChristianeStürmerDie Popularität Christinas wurde für Werbung in Österreich genutzt. Das Produkt „Christina Stürmer“ wurde in Werbespots der Fastfood-Restaurantkette McDonald’s, der Speiseeismarke Eskimo und dem Mobilfunkunternehmen Drei positioniert. Die überdurchschnittliche Medienpräsenz durch diese Werbeaktionen steigerte einerseits die Bekanntheit der Künstlerin, andererseits boten diese Maßnahmen Anlass zu Kritik. Fans bemängelten die zunehmenden Kommerzialisierung, die im Gegensatz zum bisher gepflegten „Sauberfrau“ Image stand. Auch in Deutschland wurde Christina Stürmer Medienpräsenz verschafft. Die Single Nie Genug wurde als Titellied für die RTL Soap Alles was zählt eingesetzt.

Lebe lauter ist das erste Album mit Abbildung der Band auf dem Cover. In Interviews betonte Christina häufig, dass Christina Stürmer & Band als Einheit zu verstehen ist, dass es ohne Band auch keine „Christina Stürmer“ in dieser Form geben würde. Von der Öffentlichkeit wird jedoch primär Christina als Sängerin wahrgenommen.

Nach Nie Genug wurde in Österreich die Single Um bei dir zu sein / An Sommertagen veröffentlicht, der fünfte Nummer-Eins-Hit in den Single-Charts. Darauf folgten die Singleauskopplungen Ohne Dich und Scherbenmeer die jeweils wieder im gesamten deutschsprachigen Raum präsent waren. Im Sommer 2007 wurden weitere Songs aus dem Album Lebe Lauter als Single ausgekoppelt: in Österreich die Single Augenblick am Tag – in Deutschland und der Schweiz eine neue Version des Nr. 1 Hits Um bei dir zu sein. Nur in Österreich erschien am 16. November 2007 die Single Mitten unterm Jahr, die sich nach anfänglichem Zögern gut verkaufte.

ChristianeStürmer2Musikalisch bietet das Album einen Querschnitt aus rockigen Titeln mit gitarrenlastiger, temporeicher Musik, wie beim Titel An Sommertagen, als auch gefühlvolle und romantische Balladen mit Orchestersound, wie beim Lied Mitten unterm Jahr. Rhythmische, durch Piano-Stakkato dominierte Stücke wie Um bei dir zu sein, runden das Gesamtbild ab.

Stilistisch entwickelt sich Stürmer weiter in Richtung Deutschrock. Die Titel sind mit anderen deutschsprachig vortragenden Bands wie Juli, Echt und Silbermond vergleichbar. (Quelle: wikipedia)

Christina Stürmer aus Linz hat ihren Namen ernst genommen, und mit ihrer frechen Frischheit in den letzten Jahren die Charts im Sturm genommen. Auch auf ihrem neuen Album Lebe Lauter drückt die Österreicherin mit der starken Stimme ungebrochene Lebenslust und Neugierde aus. Auch wenn sie nur an einem der 14 deutsch gesungenen Songs mitgeschrieben hat – dem temporeichen „An Sommertagen“ – sind sie für sie wie maßgeschneidert komponiert. Man hat weder ihr noch der vierköpfigen Band den rockigen Zahn gezogen, den gitarrenlastigen Sound zugelassen, die wilden Ausbrüche in den Rock‘n‘Rock und Postpunk. Power-Pop, der keine Langeweile aufkommen läßt und Sprachklischées vermeidet, mit Texten, die einer 24-jährigen abgenommen werden, sei‘s nun der Titelsong, das optimistische „Revolution“, das Lied über die ewigen Verlierer „Seite Eins“, und das heftige, wenig zimperliche „Scherbenmeer“. Die eher zarte und romantische Seite der frechen Göre sorgt für ein paar wirkliche Perlen, allen voran der absolute Anhörtipp und Ohrwurm „Mitten unterm Jahr“, eine Traumballade mit Piano und Orchestersound. Ähnlich gelungen ist das hymnische „Um bei dir zu sein“, auf dem das Piano-Stakkato die Rhythmik führt. Den TV-Song „Nie genug“, zur Soap „Alles was zählt“ hat inzwischen fast jeder im Ohr, aber Lebe Lauter bietet mehr. (Ingeborg Schober)

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Bei praktisch allem, was Österreicher so tun, fragen wir uns: Warum tun Österreicher das? Warum haben die zum Beispiel eine eigene Castingshow namens „Starmania“ veranstaltet? Wofür brauchen Ösis denn Stars? Die haben Mozart und Niki Lauda.Reicht doch.Aber wenn schon: Hätten sie dann nicht unsere Juliette Schoppmann nehmen können? Wir erinnern uns: Alexander Klaws wurde Deutschlands Superstar (Was macht der eigentlich?),Schoppmann nur Zweite. Die Schoppmann war trotzdem tadellos in Schuss. Wenig Kilometer gelaufen, neuwertige Tuning-Teile,Optik eins a. Die hätte doch gute Dienste leisten können in Ösiland, statt hier in der Versenkung zu verschwinden. Aber nein, die Österreicher wollen alles selbst machen.Und schufen Christina Stürmer, 24, die bei „Starmania“ Zweite wurde und jetzt – Frechheit! – die deutschen Charts anführt, während Alexander und Juliette wahrscheinlich gerade zusammen einen Lebensmittelmarkt in Cottbus eröffnen. Warum, ihr Österreicher, habt ihr einen so viel erfolgreicheren Star erschaffen können als wir? „Weil“, rufen die Ösis, „unsere Christl im Gegensatz zu euren komischen Figuren echt wirkt.Weil die Christl eben gar kein Superstar, sondern eine von uns ist. Eine talentierte Frau, die gar nicht mal so doofe Texte singt. Auf Deutsch, übrigens.“ Zack! Das saß… (Tobias Schmitz/Stern)

Oliver Varga

Oliver Varga

„Nie genug als erste Single, stürmt gleich in typischer Manier los – straffer Aufbau, eingängige Melodie, pädagogisch wertvoller Text mit Identifikationspotenzial –, Lebe lauter läuft flott hinterher, Die Welt, eine Ballade, verfällt in langsameren Trott & und so weiter, das Strickmuster bleibt im Wesentlichen gleich. Der Pullover schaut also ein bisschen langweilig aus (wenn auch weniger langweilig als seine Vorgänger). Gar nicht langweilig sind Stürmers Stimme und Präsenz – sie machen die Musik doch irgendwie glaubwürdig und unverwechselbar. Einer Karriere-Fortsetzung, auch in Deutschland, sollte also nichts im Wege stehen. Man soll Äpfel mit Birnen bekanntlich nicht vergleichen. Christina Stürmers neues Album ist ein Apfel. Ein durchaus schmackhafter. Wer lieber Birnen mag, soll Birnen essen.“ (Kurier)

„Fazit: Mit ihrer unkomplizierten und direkten Art sowie den tiefgehenden und ehrlichen Texten beweist Christina Stürmer erneut, warum sie Österreichs Nummer 1 ist und wohl noch ein Weilchen bleiben wird. Bleibt zu hoffen, dass Christina auch in Zukunft nichts von ihrer bodenständigen Art einbüßen wird.“ (Sebastian Räuchle, Kronen Zeitung)

„Vier mit Sicherheit sympathische Musiker, eine blitzsaubere Produktion mit einer aparten jungen Frontfrau. Absolut TV-tauglich, was da abgeht. Und das macht auch den Unterschied. Wirklich coole Bands spielen sich von der Straße ins TV. Christina kommt aus dem Fernsehen, was ihr Talent keineswegs schmälern soll.“ (Eberhard Dobler, laut.de:)

Und immer dann, wenn es schmutzig und laut wird, gefällt mir dieses Album am besten. Quatsch: das ganze Album ist einfach nur großartig, denn auch ihre leisen Töne sind umwerfend …

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Besetzung:
Gwenael Damman (bass)
Hartmut Kamm (keyboards, guitar)
Klaus Pérez-Salado (drums)
Christina Stürmer (vocals)
Oliver Varga (guitar)

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Titel:
01. Nie genug (Moring/Geringas/Brötzmann) 3.32
02. Lebe lauter (Albrecht/Kaschke/da Silva) 3.24
03. Die Welt (Gade/Spremberg/Klink) 3.56
04. Ohne dich (Leisin/Winter) 3.21
05. Revolution (Albrecht/Kaschke/da Silva) 3.24
06. Augenblick am Tag (Varga) 2.53
07. Seite eins (Albrecht/Kaschke/da Silva)  3.54
08. Scherbenmeer (Albrecht/Kaschke/da Silva) 3.49
09. Unsere besten Tage (Fliegenschmidt/Grubert/Werner) 3.09
10. An Sommertagen (Varga/Stürmer/Kamm/Damman/Perez-Salado) 3.16
11. Sonne hinter dem Nebel (Varga) 2.57
12. Um bei dir zu sein (Leisin/Horsch/Winter) 3.29
13. Reine Nebensache (Röger) 3.53
14. Mitten unterm Jahr (Sitzmann/Umbo) 4-33

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Christina Stürmer – Schwarz Weiss (2005)

 

FrontCover1Schon witzig, wenn einem alten Knacker, wie ich es nun mal bin, plötzlich die Power-Pop Musik einer 1982 geborenen Sängerin aus Österreich ausgesprochen gut gefällt; vielleicht liegts ja aber auch am Hochsommer, der uns nun wirklich schon seit Tagen verwöhnt:

„Der Veröffentlichung ihres Deutschland-Debüts gingen bereits einige Bugwellen voraus. „Ich Lebe“ ist schon jetzt ein Top 5-Hit. Es sieht gut aus für das einstige Castingshow-Gewächs aus Österreich. Christina Stürmer hat in ihrer Heimat mit ihren ersten zwei Alben sogar Falcos Rekorde eingestellt. Hierzulande soll es nun eine Mischung von Stücken eben dieser ersten beiden Alben richten – in überarbeiteten Versionen.

Mit gezupfter Gitarre beginnt „Glücklich“. Stürmers rauchige Stimme, die für ihre 22 Jahre viel zu alt klingt, setzt ein, und schon bald entwickelt sich der Song zu einem kraftvollen Rocker mit fetten Gitarren und halbwegs krachendem Schlagzeug. Über allem scheint ein fetter Silbermond. Der Opener „Bist Du Bei Mir“ schleppt sich inklusive eines aalglatten Gitarrensolos über seine gut drei Minuten, die Powerpopnummer „Ich Lebe“ dürfte dank Radiorotation mittlerweile jedem ein Begriff sein.

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Immer präsent: die aufgesetzte Klagestimmung. Was sie liebt, charakterisiert sie als Schmerz, „Glücklich“ ist immer nur der andere, und wenn jemand bei ihr ist, denkt er an eine andere, oder sie vermutet es zumindest. Bei dieser Frau gehen Dinge zu Ende, sind Menschen einsam, sehnen sich nach der „Mama“. Christina Stürmer ist eine Powerfrau, die ihrem Ex noch ein „Leck‘ mich“ hinterher ruft und vielleicht dabei noch fest mit dem Fuß aufstampft.

Wie kommt nun der Erfolg dieser Dame zustande? Der Rockfaktor ihrer Songs liegt, möchte man es böse sagen, in etwa zwischen Peter Maffay und oben genanntem Rock-Quartett aus Bautzen. Man könnte auch sagen, Christina reite auf dem Kamm der perfekten Deutschrockwelle. Handwerklich sind die Songs allesamt gut gemacht, da waren natürlich Profis am Werk. Das Soundgewand ist dazu zeitgemäß angeraut, aber nicht zu hart.

Originell ist das nicht. Viele Songs klingen wie schon mal anderswo gehört, vielleicht bleiben sie deswegen so gut hängen. Der Titeltrack „Schwarz Weiß“ ist so ein Fall. Oder auch der Anfang von „Vorbei“, der den ersten Takten von Simon And Garfunkels „Mrs. Robinson“ so ähnelt wie die gemeine Schrippe dem Milchbrötchen. Auch wirkt die Produktion insgesamt recht glatt. Aber so ist es eben, wenn einer Platte die Erfolgsgarantie eingebaut wird.

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Alle, die einfach eine Melodie nachpfeifen oder sich verstanden wissen wollen, sind mit Christina Stürmer gut bedient. Die anderen werden über sie schimpfen und über den „Ich Lebe“-Ohrwurm, den ihnen die Österreicherin ohne Zustimmung in den Kopf implantiert hat. Mit ihrem massenkompatiblen Rock, der ganz klar auf die Charts zielt und sich dort auch sicher für eine Weile festsetzen wird. (Benjamin Fuchs)

CoverIllustrationWie gesagt: diese Produktion wurde eigens für den bundesdeutschen Markt produziert und beinhaltet neu eingespielte Songs aus den beiden ersten Solo-Alben der Sängerin.

Eine erstaunliche reife Stimme und ein knackiger Gitarren-Sound zeichnen dieses Album und einziges Manko (wie so oft bei dieser Art der Musik) ist bleibt die thematische Einfalt …

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Besetzung:
Jens Carstens (drums)
Gwenael Damman (bass)
Hartmut Kamm (keyboards, guitar)
Michael Knaur (keyboards)
Klaus Perez Salado (drums)
Jörg Sander (guitar)
Christina Stürmer (vocals)
Oliver Varga (guitar)
Peter Weihe (guitar)

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Titel:
01. Bist du bei mir (Kolber/Stürmer) 3.15
02. Ich lebe (Ramond/Singh/Kraus/Kahr/Hanisch/Zillinger) 3.20
03. Schwarz Weiss (Pfluger/Kahr/Young/Penn) 3.46
04. Engel fliegen einsam (Singh/Strasser) 3.11
05. Glücklich (Schüller/Löächel) 2.56
06. 4 Jahreszeiten (Salado) 4.12
07. Immer an euch geglaubt (Konrad/Pfluger/Singh/Kahr/Konrad/Lassl) 3.34
08. Mama (Ana Ahabak) (Pfluger/Kahr) 4.00
09. Kind des Universums (Lohr/Singh) 4.12
10. Vorbei (Bruhn) 3.12
11. So wie ich bin (Löchel/Schüller/Hulden) 3.06
12. Liebt sie dich so wie ich (Wessely/Keinrath) 3.25
13. Geh nicht wenn du kommst (Strasser) 4.04

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