Verschiedene Interpreten – Lachkabinett (1979)

FrontCover1Mit dem Humor ist es so eine Sache.

Der eine oder andere kann sich über den einen oder anderen Humoristen köstlich amüsieren, während dem anderen sich der Humor einfach nicht erschließt.

Ich zähle zur jenen Spezies, die den sog. „schrägen“ Humor mehr als zu schätzen weiß. Und überraschenderweise hatten die „alten“ Humoristen früherer Jahrzehnte jede Menge von diesem schrägen Humor zu bieten … und dieser Sampler von K-tel bietetet etliche Beispiele, die zur Gattung des schrägen Humors gezählt werden dürfen.

Da ist der Peter Frankfeld mit seiner Schildungerung „seiner“ Zeit bei dem Barras (ein Beitrag, den man durchaus subversiv nennen kann).

Heinz Erhardt, war eh ein genialer Sprachverdreher, Walter Reichert scheint mir heute ziemlich vergessen zu sein (was eigentlich ne Schande ist). Die Österreicher Fritz Muliar, Helmut Qualtinger und Hans Moser (sein „Der Dienstmann“ ist längst ein Klassiker) waren jemals in ihrem Metier unschlagbar …

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Karl Valentin und Liesl Karlstadt

Aus der Abteilung boarisch/müchnerischer Humor hören wir den Weiß Ferdl, den Fritz Straqssner (beide kann man immer wieder mal hören) und die legendären Karl Valtentin/Lisl Karstadt und dann noch den damaligen Jungspund den Fredl Fesl, der für die humoristischen Szene in Bayern wirklich eine Bereicherung war.

 

Und es gab für mich auch neues zu entdecken: Ernst Waldbrunn (noch so ein Österreicher) war mir bisher völlig unbekannt und glänzt auf dieser LP als „Portier“ im Hotel Meran.

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Titel:
01. Peter Frankenfeld: Etwas über Ballistik 4.22
02. Heinz Erhardt: Schalk im Nacken – Frisch vom Rill, Teil 1  4.19
03. Wilhelm Bendow und Franz-Otto Krüger: Auf der Rennbahn 4.03
04. Wilhelm Reichert und Oscar Heiler: Der Zeuge 7.10
05. Fritz Muliar: Fremdenverkehr 0.40
06. Ernst Waldbrunn: Hier spricht der Portier 7.05
07. Hans Moser: Der Dienstmann 6.33
08. Fritz Muliar: Der Verdacht 0.22
09. Weiß Ferdl: Linie 8   9.27
10. Fritz Strassner: Ein Münchener im Himmel 8.56
11. Fritz Muliar: Die Folianten 2.01
12. Helmut Qualtinger und Gerhard Bronner: Travnicek im Urlaub 1.53
13. Karl Valentin und Liesl Karlstadt: Im Schallplattenladen  3.12
14. Fritz Muliar: Am Totenbett 1.49
15. Heinz Erhardt: Schalk im Nacken – Frisch vom Rill, Teil 2   4.32
16. Fredl Fesl: Fußball-Lied 2.11

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Verschiedene Interpreten – Münchner Humor – Münchner Geschichten (1971 … oder so)

FrontCover1Und wieder mal ein ganz besonderes Schmankerl aus meiner Heimatstadt München (wen´s interessiert: Ich bin ein Original Münchner Kindl, d.h. geboren in dieser „Weltstadt mit Herz“).

Hier nun ein bunter Querschnitt jenes Münchner Humors, den man zwar natürlich nicht ohne wenn und aber mögen muss, der aber dennoch, so ein ganz spezieller Humor ist.

Aber wie kann man den Münchner Humor beschreiben, charakterisieren:

Hier ein erster Versuch:

„In München haben das kritische Derblecken und der hinterfotzige Humor in all seinen Varianten eine lange, bemerkenswerte Geschichte! Hier entstand das erste politische Kabarett der elf Scharfrichter und der Simplicissimus mit seiner Elite hochkarätiger Zeichner und berüchtigter Provokateure. Es ist die Stadt von Spitzweg und Valentin, von Wedekind und Ringelnatz, von Eugen Roth und Erich Kästner.“ (Kopmische Pinakothek München).

Also Stichworte zum Münchner Humor: hinterfotzig, gelegentlich sentimental, orftmals arg derb, die eigenen Schwächen auf den Arm nehmend … und noch so vieles mehr.

Wer sich für diese Mischung interessiert, hat hier ein großartiges Beispiel von diesem großartigem Humor … Die beiden ersten Seiten dieser Doppelablum sind voll von blühendem Blödsinn und krachendem Humor ! Künstler wie Roider Jackl, Ida Schumacher, Weiß Ferdl, Balli Prell, Adolf Gondrell und natürlich das unschlagbare Duo Karl Valentin & Liesl Karlstadt sind mit grandiosen Beiträge zu hören.

Und selbst die geniale „Müchner Lach & Schießgesellschaft“ ist mit einem Beitrag von den unvergessenen Klaus Havenstein + Jürgen Scheller zu hören … Herz, was willst du mehr !

Ab dem Titel 15. gibt´s dann jene Musik, die man mit dieser Stadt wohl auch verbinden: zünftige boarische Volksmusik, auf dass die Maßkrüge sich leeren und auf dass wir alle schunkelnd einen Abend beenden … Da dürfen dann Titel wie „In München steht ein Hofbräuhaus“ oder „So lang der alte Peter“ nicht fehlen und da wird gejodelt, dass es eine wahre Freude ist („Münchner Kindl“) und natürlich ist auch der „Bayerischer Defiliermarsch“ mit von der Partie.

Und wieder mal hat, hat der famose Mr. Jancy diesem blog eine Leihgabe gespendet, die sich gewaschen hat …

Ida Schumacher Album auf Polydor (1966)

Ida Schumacher Album auf Polydor (1966)

Und dieser Mr. Jany hat mich bei seiner Leihgabe „Münchner Geschichten“ darauf hingewiesen, dass die von mir angegebene Jahreszahl der Veröffentlichung (1966) nicht korrekt sein könne, da es damals das Polydor-Sub-Label „Karussell“ in Deutschland noch gar nicht gab (sondern nur in Schweden). Ich hatte diese Jahreszahl damals entsprechend im Internet recherchiert … aber vor Fehlern wie dieser Art ist ja man niemals gefeit.

Bei den Labels (siehe Präsentation steht dann auch wieder mal die Jahreszahl 1966), aber damit ist wohl das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum gemeint.

So erschien z.b. von der göttlichen Ida Schuhmacher 1966 ein Album auf Polydor mit dem Namen „Die Ratschkathl vom Viktualienmarkt“.

Es ist also davon auszugehen, dass Anfang der 70er Jahre, das Karussell-Label die Bestände von Polydor aus früheren Jahren „plünderte“ und uns diese wunderbare Sammlung von „Münchner Humor – Münchener Geschichten – Münchner Musik“ schenkte.

Wie gesagt: man muss das alles nicht mögen … aber, wer sich für den Humor und für die Musik dieser Region interessiert … wird hier bestens bedient !

Booklet1

Tracklist:
01. Roider Jackl: Gstanzln (Volksweise/Ferdl) 1.45
02. Ida Schumacher: Die Zimmervermieterin (Schumacher) 7.09
03. Weiß Ferdl: Die Münchner Ganshandlerin (Ferdl) 2.57
04. Balli Prell: Die Schönheitskönigin von Schneitzelreuth (Lincke) 4.37
05. Adolf Gondrell: In der Elektrischen (Thoma) 6.47
06. Liesl Karlstadt: Die Münchner Obsthändlerin (Valentin) 5.17
07. Weiß Ferdl: München wird Weltstadt (Ferdl) 7.20
08. Karl Valentin: Der verlorene Brillantring (Valentin) 3.25
09. Erni Singerl: Die Burgmaier Vroni (Polzschuster) 3.22
10. Balli Prell: Isarmärchen (Prell) 4.16
11. Ida Schumacher: Kleine Ursache – große Wirkung (Fischer) 7.35
12. Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft (Klaus Havenstein + Jürgen Scheller): Bichlers Steuerreform (Kabel/Schreinberg) 6.30
13. Wastl Will: Der Hofbauer (Thoma) 5.00
14. Weiß Ferdl: Die Münchner Weißwurst (Skell/Toppel) 3.10
15. Orchester Raimund Rosenberger: In München steht ein Hofbräuhaus (Gabriel/Richter) 1.18
16. Orchester Thomas Wendlinger und die Chiemgauer Buam: Chiemgauer Buam (Wendlinger) 1.38
17. Sepp Viellechner: Jetzt tu i ein Jodeln (Volksweise) 1.35
18. Hilde Oft: Münchner Kindl (Wendlinger/Weisser) 1.37
19. Das Bavaria – Blasorchester: Tölzer Schützenmarsch (Volksweise/Krettner) 1.34
20. Graf: Allerseelner-Jodler (Volksweise) 0.37
21. Orchester Thomas Wendlinger: Reit im Winkler-Plattler (Volksweise) 1.40
22. Maxl Graf: Weisswurst-Landler (Volksweise/Vierlinger) 1.23
23. Das Musikkorps der 1. Gebirgs-Division: Bayerischer Defiliermarsch (Scherzer) 1.31
24. Georg Blädl: Habe ich einen Durst (Eric/Haselbach/Busch) 0.56
25. Orchester Thomas Wendlinger: Bei uns im Dorf ist Fahnenweih (Wendlinger/Hermann) 1.34
26. Michl Lang: Hab ich einen Schwips (Popper/Rauch) 0.56
27. Das Bavaria-Blasorchester: Die lustigen Holzhackerbuam (Wagner/Busch) 1.40
28. Die Münchner Bierzeltmusikanten: So lang der alte Peter (Volksweise) 1.36

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Verschiedene Interpreten – Münchener Geschichten (Teil 1) (1966)

FrontCover1Das ist wieder mal ne Leihgabe bei mir eingetroffen … witzig … ein Hesse erinnert an die LP „Münchner Geschichten“ und macht mir – als Original Münchner Kindl – natürlich eine ganz besondere Freude.

Bei diesen „Münchner Geschichten“ treten Münchner Originale auf, die damals – also 1966 – bereits Legenden waren. Legenden in dem Sinne, dass sie eine vermutlich spezifisch münchnerische Grundhaltung auf die trefflichste Weise – natürlich kabarettistisch verarbeitet – skizzieren.

Der Münchner. Der ist auch ein charmanter Grantlhuber, der hat irgendwie ne ganz besondere kritische Distanz zu den „oberen Zehntausend“, und dem Klerus wischt er auch mal gerne eine aus … so oder auch ganz anders ist er der Münchner.

Und so hören wir

  • Adolf Gondrell  (* 1. Juli 1902 in München; † 13. Januar 1954 ebenda) – dessen Münchner im Himmel ist ein legendärer Anschlag auf Lachmuskeln und Kirche und Bayerische Staatsregierung. Der Text stammt von Ludwig Thoma.
  • Ida Schumacher (* 5. März 1894 in Arnstorf/Niederbayern; † 6. April 1956 in Gauting)
  • Weiß Ferdl  (* 28. Juni 1883 in Altötting; † 19. Juni 1949 in München)
  • Karl Valentin (* 4. Juni 1882 in München; † 9. Februar 1948 in Planegg bei München) – wohl einer der bekanntesten Münchner Originale
  • Liesl Karlstadt (* 12. Dezember 1892 in München; † 27. Juli 1960 in Garmisch) – seine kogeniale Partnerin
  • Adam Müller (* 1878 in München; † Dezember 1953 ebenda)
  • Wastl Witt (* 20. Juli 1882 in Hausham, Landkreis Miesbach, Oberbayern; † 22. Dezember 1955 in München) – neben Adam Müller ein eher unbekannter bayerischer Volksschauspieler.
AdolfGondrell

Adolf Gondrell

Und wer wissen will, was jener bayerische Humor, den man gemeinhin als „hinterfotzig“ bezeichnet, sollte sich Teil 1 dieser Edition anhören … Und irgendwo würde ich mir wünschen, dass jeder diesen speziellen bayerischen Slang versteht, denn vermutlich erschließt sich erst dann, dieser spezielle Humor, der in dieser „Weltstadt mit Herz“ so köstlich zum blühen kam.

Und natürlich hat dieser Humor auch so ne kleine anarchistische Note … und Karl Valentin war ein genialer Querdenker … ein Jongleur der deutschen Sprache !

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Ida Schumacher – Weiß Ferdl – Wastl Witt

Und natürlich sind Leute wie Gerhard Polt, Sigi Zimmerschied, Bruno Jonas oder die Biermösl Blosn die legitimen Nachfolger dieser Spezies aus dem Land der Bajuwaren.

Und wenn ich vorhin schrieb, ein „Hesse“ hat mich mit dieser Leihgabe überrascht und erfreut, dann ist einmal mehr von Mr. Jancy die Rede. Vielen Dank !

Booklet1

Titel:
01. Adolf Gondrell: Der Münchner im Himmel (Thoma) 15.56
02. Ida Schumacher: – Kleine Ursache – Große Wirkung (Wanzen-Solo) (Fischer) 13.10
03. Weiß Ferdl: Der letzte Münchner Fiaker (Weiß) 6.03
04. Karl Valentin + Liesl Karlstadt: Der Ententraum (Valentin) 4.49
05. Adam Müller: In der 7-ner Linie (Müller) 13.44
06. Karl Valentin + Liesl Karlstadt: Radlerpech (Valentin) 5.45
07. Ida Schumacher: Am Viktualienmarkt (Schumacher) 10.24
08. Karl Valentin + Liesl Karlstadt: -Das Feuerwerk (Valentin) 4.45
09. Wastl Witt: Der Hofbauer (Thoma) 9.16
10. Adolf Gondrell: Auf der Elektrischen (Thoma) 13.14
11. Weiß Ferdl: D’Sanitäta (Weiß) 6.13
12. Ida Schumacher: Die Trambahnritzenreinigungsdame (Vierlinger/Fischer) 11.00
13. Karl Valentin + Liesl Karlstadt: Der Spritzbrunnenaufdreher (Valentin) 7.07
14. Ida Schumacher: Der Umzug (Praetorius/Vierlinger/Fischer) 11.57

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ValentinKarlstadt

Liesl Karlstadt + Karl Valentin

Verschiedene Interpreten – Münchner Geschichten (1972)

FrontCover1Der Begriff „Münchner Geschichten“ ist ja ein Synonym für jenen Menschenschlag, dem man gemeinhin in München vermutet. Und natürlich wird dann dieser Begriff gepart mit dem Begriff „Müchener Humor“.

Nur, was ist das ? Gibt es denn überhaupt einen spezifischen Münchner Humor ?

Der Schriftsteller Alfons Schweiggert versucht eine Annäherung:

„Der Münchner Humor geht nämlich nahtlos in den Grant über, was am besten sichtbar wird beim „Wos gibt’s jetzt do zum Lacha?“ Und schon grantelt der Münchner. Beim Münchner Humor weiß man nämlich wie bei Karl Valentin meist nicht: Soll man jetzt lachen oder weinen?

Oder aber auch: Münchener Humor ist:‘

Zuweilen naiv, mehr als oft hinterfotzig, derb (wenn nicht gar gelegentlich ordinär), absurd (Karl Valentin war mit seiner Partnerin Liesl Karlstadt diesbezüglich der Großmeister), ausgschamt, gschert …

Und zwei der Humoristen, die hier zu hören sind, will ich mal kurz vorstellen:

Adolf Gondrell, geborener Adolf Grell, (* 1. Juli 1902 in München; † 13. Januar 1954 ebenda) war ein deutscher Conférencier, Film- und Bühnenschauspieler.

Gondrell war der Sohn des Schauspielers Adolf Grell. Er begann seine Bühnenlaufbahn kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Bekannt wurde er in den 1920er Jahren als Conférencier in der von ihm gegründeten Bonbonniere am Münchner Platzl. Er machte sich aber auch in Berlin einen Namen als Kabarettist an der Scala, beim Kabarett der Komiker und bei Auftritten im Wintergarten. 1935 erwarb Adolf Gondrell die Künstlerkneipe Simpl im Haus Türkenstraße 57 in München und verkaufte sie 1941 an den Wiener Humoristen Theo Prosel weiter, der für ihn die Geschäfte geführt hatte. Beim Film war Gondrell seit 1933 meist in kleineren Rollen aktiv. In Es waren zwei Junggesellen verkörperte er 1935 eine der beiden Titelfiguren.

Adolf Gondrell

Adolf Gondrell

Seit 1945 war er Mitglied der Münchner Kammerspiele, daneben trat er an anderen Bühnen wie der Kleinen Komödie am Max II auf. Er spielte Alfred Doolittle in Pygmalion, Puntila in Herr Puntila und sein Knecht Matti, den Bäcker in Pagnols Madame Aurelie, Dr. Lausitz in Des Teufels General und wurde besonders als Dienstmann Alois Hingerl in Ein Münchner im Himmel bekannt. Für dieses Stück hatte er Ludwig Thomas Erzählung bearbeitet. Als Synchronsprecher lieh er u. a. Fredric March (Die Abenteuer des Mark Twain) seine Stimme.

Adolf Gondrell starb bei einem Gasherd-Unfall, aber auch Suizid kann nicht ausgeschlossen werden. Er liegt auf dem Münchner Ostfriedhof im Stadtteil Obergiesing begraben. (Quelle: wikipedia)

Ida Schumacher (* 5. März 1894 in Arnstorf, Niederbayern als Ida Strömer; † 6. April 1956 in Gauting) war eine bayerische Theaterschauspielerin und Komödiantin.

1894 im niederbayrischen Arnstorf geboren, wurde Ida Schumacher bereits mit dreizehn Jahren zunächst für den Chor des Münchner Künstlertheaters entdeckt. Später studierte sie Gesang, verlor aber 1930 nach einer schweren Erkältung ihre Stimme und bekam eine Stimmbandlähmung, deren Folge ihr späteres Markenzeichen, die heisere, verquetschte Stimme, war. Nach mehreren Engagements an verschiedenen Theatern machte sie in den Jahren 1949 bis 1956 eine beispiellose Spätkarriere als „Ratschkathl“ und war als Volksschauspielerin an Theatern in Nürnberg, Tegernsee und am Platzl in München erfolgreich.

Ida Schumacher

Ida Schuhmacher

Unvergessen bleibt sie nicht nur den Münchnern als „Ratschkathl“, einer Bühnenfigur, die Elise Aulinger schuf und die Ida Schumacher perfektionierte. Zu ihren bekanntesten Figuren zählen außerdem die Oardandlerin (Eierhändlerin) und die Trambahnschienenritzenreinigungsdame (Ode an den Rollwagerladmiral).

Als einer von nur sechs Münchner Volksschauspielern und -sängern wurde ihr zu Ehren 1977 auf dem Viktualienmarkt ein Brunnendenkmal, eine Bronzefigur von Marlene Neubauer-Woerner, errichtet. In ihrer Geburtsstadt Arnstorf ist eine Straße nach ihr benannt.

Sie wurde auf dem Waldfriedhof in München/Alter Teil im Grab Nr. 222-2-219 beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

Weitere Portraits werden folgen, denn ja, ich mag ihn natürlich diesen „Münchener Humor“ … (klar als original Münchner Kindl).

Veröffentlicht wurde dieses Album 1972 und natürlich wurden die Olympischen Spiele in München entsprechend als Kaufargument auf der Hülle vermerkt (es gibt das Album ohne diesen Zusatz auf dem Maßkrug).

Dreist ohne Ende ist allerdings der damalige Preishinweis:

„Sonderpreis 2 Langspielplatten DM 30,–„

Angesichst der Tatsache, dass es sich hier samt und sonders um Aufnahmen der Marke „Asbach uralt“ handelt … war das damals die reinste Beutelschneiderei.

Preishinweis

Das schmälert freilich nicht den Wert dieser historischen Aufnahmen, zumal es hier ja ein wenig günstiger ist und wir auch unbekannte Unikate wie Wastl Witt oder Adam Müller hören können.

Und der Ludwig Thoma mischt auch kräftig mit …

KarlstadtValentin

Liesl Karlstadt & Karl Valentin

Titel:
01. Adolf Gondrell: Der Münchner im Himmel (Thoma) 8.57
02. Ida Schumacher: Kleine Ursache – Große Wirkung (Wanzen-Solo) (Fischer) 7.42
03. Weiß Ferdl: Der letzte Münchner Fiaker (Weiß) 6.03
04. Karl Valentin & Liesl Karlstadt: Der Ententraum (Valentin) 3.28
05. Adam Müller: In der 7-ner Linie (Müller) 7.00
06. Karl Valentin & Liesl Karlstadt: Radlerpech (Valentin) 3.25
07. Ida Schumacher; Am Viktualienmarkt (Schumacher) 7.57
08. Karl Valentin & Liesl Karlstadt; Das Feuerwerk (Valentin) 3.23
09. Wastl Witt: Der Hofbauer (Thoma) 4.59
10. Adolf Gondrell: In der Elektrischen (Thoma) 6.54
11. Weiß Ferdl: D’Sanitäta (Weiß) 3.30
12. Ida Schumacher: Die Trambahnritzenreinigungsdame (Vierlinger/Fischer) 7.43
13. Karl Valentin & Liesl Karlstadt: Der Spritzbrunnenaufdreher (Valentin) 3.30
14. Ida Schumacher: Der Umzug (Vierlinger/Praetorius/Fischer) 8.04

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Verschiedene Interpreten – Stimmen Bayerns – Die Liebe (2011)

FrontCover1Und jetzt wieder mal ein ganz besonderes Schmankerl, zumindest für meine Ohren:

Das Bayerische zwischen gestern und heute, Widerstand und Witz, Sex und Siechtum

Es ist ein wenig aus dem Blick geraten. Vor lauter Laptop und Lederhosen, wirtschaftlichem Erfolg und deutschen Fußballmeisterschaften im Dutzend konnte man glatt vergessen, dass der Bayer ja eigentlich ein ganz netter Kerl ist, dass er nicht schon immer krankhaft hohe Mieten am Starnberger See bezahlt hat, sondern auch ein Widerständiger, Ungehobelter in ihm wohnt, ein Haderlump, ein Anarchist bisweilen gar. Diese Traditionen nimmt, bevor sie völlig verschüttet werden, Stimmen Bayerns auf. Den Machern des Trikont-Labels, die ihre spannenden Kompilationen sonst gerne in die Hände externer Experten legen, ist die Reihe so wichtig, dass sie höchstselbst kuratiert haben. Mit Die Liebe und Der Tod liegen nun die ersten beiden Folgen vor, weitere zu Themen wie Rausch, Freiheit, Verbrechen, Hass und Treue sollen folgen. Nicht fehlen dürfen natürlich: Bayerische Institutionen wie Franz Xaver Kroetz, Helmut Fischer, Herbert Achternbusch, Gerhard Polt, Therese Giehse, Willy Michl, Karl Obermayr und Gustl Bayrhammer, der Ludwig Thoma liest.

Cleo Kretschmer

Cleo Kretschmer (mit Wolfgang Fierek)

Manche singen, aber die meisten sprechen: Das ist folgerichtig, hat Trikont, doch einst als Verlag begonnen. Das ist aber auch großartig, weil man nun hört, wie musikalisch das Bayerische ist, wie die Sprache selbst, sogar ohne Dialekt, allein durch Duktus und Klang zur Musik wird. Diese Eigenschaft des Bayerischen sorgt dafür, dass noch die derbsten Texte, voller grobem Sex, voller nackter Haut, voller Krankheiten und Siechtum, nicht nur vor Humor und Lebenslust sprühen, sondern das Krachlederne eine ganz eigene Poesie entwickelt. Aber Stimmen Bayerns ist nicht nur Retrospektive einer glorreichen Vergangenheit, sondern vor allem der Versuch, diese Traditionslinien in die Gegenwart zu verlegen. Einem Text von Ödön von Horvath folgt nun eben einer von Franz Dobler, in dem ausdiskutiert wird, ob The Clash Verräter sind. Ja, es sind vor allem Trikont-Künstler wie LaBrassBanda, Hans Söllner und Coconami, die die Brücke in die Jetztzeit schlagen, aber das ist nur folgerichtig, schließlich kümmert sich ja kaum jemand sonst neben Trikont um diese Schnittmenge aus Volkskunst und Popkultur. Für diese Arbeit setzen sich Trikont mit Stimmen Bayerns ein vollkommen verdientes Denkmal. Mia san mia und mia machen’s dann halt selbst. (Musik Express 09/2011)

Gustl Bayrhammer

Gustl Bayrhammer

Die „Stimmen Bayerns – Die Liebe“ sind eine einzigartige Enzyklopädie der bayerischen Seele. Gedichte, Kurzgeschichten, Essays, Musik, Songs und Sketche, Radiofeatures, Soundcollagen, Film-Tonspuren und O-Töne werden von namhaften Bayern (u. a. Helmut Fischer, F. X. Kroetz, Gustl Bayrhammer) vorgetragen. Öffentliche Stimmen aus Theater, Radio, Fernsehen oder Tonträger markieren den heimatlichen, regionalen Kreis der eigenen Herkunft. Generationen sind mit diesen Stimmen groß geworden – sie beinhalten Klischees und Abgrund, Verschrobenheit und Sentimentalität. Sie verkörpern gleichsam eine bayerische Übereinkunft, sorgen für das Gefühl des Einheimischseins. Die „Stimmen Bayerns“ können deshalb auch ohne Dialekt sprechen und trotzdem mit dem Lebensgefühl einer Gegend verbunden sein. (Quelle: www.br.de)

Josef Bierbichler

Josef Bierbichler

Und manchmal frag ich mich, ob es in anderen Regionen ähnlich intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Region gibt. Ich vermute, dass genau dies der Fall ist … und so werde ich weiter stöbern (irgendwann mal werde ich wohl mal wieder in unterwegs sein) um hier auch die bunte Vielfalt aus deutschen Landen präsentieren zu können.

Prädikat: besonders wertvoll !

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Titel:
01. Helmut Fischer: Spatzl, schau wie I schau 3.46
02. Josef Bierbichler liest Wolf Wondratschek : König Ludwig Lied 1.21
03. Udo Wachtveitl liest Robert Hültner: Liebesszene 4.13
04. Bally Prell: Der Föhnwind 2.05
05. Martina Gedeck liest Ödön von Horváth : Anna Pollinger wird praktisch 2.48
06. Franz Dobler: Denn ich sah, dass alle Hunde schliefen 3.41
07. Franz Xaver Kroetz: Dichters Liebesnacht 1.16
08. Willy Michl: Willys Liebeslied 3.34
09. Iris Mayer liest Franz Xaver Judenmann: Liebe Lies 1.38
10. Georg Ringsgwandl: Oma 4.02
11. Albert Ostermaier: Lost & Found 0.39
12. LaBrass Banda: Rotes Hoserl 3.42
13. Veronika Fitz und Walter Sedlmayr lesen Karl Valentin : Streit mit schönen Worten 4.00
14. Gustl Bayrhammer liest Ludwig Thoma : Der Rosl vom Spöckmeier zu ihrer Vermählung 1.43
15. Williams Wetsox: Hey kloana Vogl 04.21
16. Cleo Kretschmer: Danilo 1.42
17. Isarspatzen: Marina 2.41
18. Bernhard Butz liest Georg Queri: Der Hirnpecker 3.03
19. Ruth Geiersberger: Die Liebe 5.55
20. Ali Mitgutsch: Endlich, der erste Kuss 5.32
21. Marcus H. Rosenmüller: Schalalala ist die Liebe nicht schön? 3.17
22. Dr. Döblingers geschmackvolles Kasperltheater: Kasperl und die wahre Liebe 2.06

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HelmutFischer

Denkmal für Helmut Fischer in der Rolle des Monaco Franze in München, Münchner Freiheit