Herman van Veen – Zwei Reisende (1995)

FrontCover1Er war eine zentrale Figur der „sensibel-zarten“ Liedermacher/Künstler Generation, er war ganz sicher auch eine zentrale Figur, wenn es darum ging, aufgeweckte Frauen zum schwärmen zu bringen.

Hermannus „Herman“ Jantinus van Veen (* 14. März 1945 in Utrecht, Niederlande) ist ein niederländischer Sänger, Violinist, Schriftsteller, Clown, Schauspieler, Liedertexter und Liederkomponist. In Deutschland wurde er unter anderem mit dem Lied Ich hab’ ein zärtliches Gefühl sowie als geistiger Vater der Zeichentrick-Ente Alfred Jodocus Kwak bekannt.

Als Sohn eines Schriftsetzers und einer Hausfrau besuchte Herman van Veen in Utrecht eine Montessori-Schule und erhielt als Achtjähriger Geigen- und Gesangsunterricht.

Van Veen absolvierte ein Studium am Utrechter Konservatorium (Fächer: Geige, Gesang, Musikpädagogik). Dort lernte er 1961 den Pianisten Erik van der Wurff kennen. 1965 trat van Veen zum ersten Mal mit einem Soloprogramm auf. Mit van der Wurff gründete er die Kabarett-Gruppe Cabaret Chantant Harlekijn. 1967 hatten sie ihre ersten Auftritte, die von der niederländischen Theaterkritik gleich positiv aufgenommen wurden. Schnell folgten die ersten Schallplattenaufnahmen und Fernsehauftritte. Van Veen und van der Wurff arbeiteten bis zu van der Wurffs Tod am 22. September 2014 regelmäßig zusammen. In den frühen 1970er-Jahren gehörte der niederländische Gitarrist Harry Sacksioni zu van Veens Begleitmusikern.

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Herman van Veen, 1968

1972 wurde Herman van Veen von Alfred Biolek und Thomas Woitkewitsch für das deutsche Publikum entdeckt. Woitkewitsch übersetzte die niederländischen Lieder ins Deutsche. Van Veens erstes deutschsprachiges Album erschien 1973 und hieß Ich hab‘ ein zärtliches Gefühl. Seitdem hat er zahlreiche weitere Alben veröffentlicht.Herman van Veen etablierte sich als Kabarettist, Entertainer und Liedermacher. 1968 gründete er seine bis heute bestehende Produktionsfirma Harlekijn.

 

Am 13. November 1977 wurde in der ARD die erste Folge der sechsteiligen Serie Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen (Originaltitel: De wonderlijke avonturen van Herman van Veen) ausgestrahlt. Im Mittelpunkt standen Herman van Veen selbst, seine damalige Ehefrau Marlous Fluitsma und mehrere Musiker. Sie leben zusammen in einer Windmühle und erleben Abenteuer mit und in Bildern, die van Veen zum Leben erwecken kann.

1980 erschien erstmals die deutschsprachige Ausgabe des Kulturmagazins Harlekijn, dessen Herausgeber van Veen war. Die Auflage betrug anfangs 80.000 Exemplare. Bis Januar 1984 erschienen elf Ausgaben in unregelmäßigen Abständen.

1987 lernte van Veen den Musiker und Texter Heinz Rudolf Kunze kennen. Mit der 1989 erschienenen Langspielplatte/CD Blaue Flecken begann eine Reihe von Alben, auf denen Kunze die Mehrzahl der Texte beisteuerte und auch als Übersetzer in Erscheinung trat.

Ende der 1980er-Jahre schuf van Veen auf der Grundlage seiner Musikfabel der Ente Kwak die Zeichentrickserie Alfred Jodocus Kwak, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.

vanVeen2Herman van Veen hat in den über 40 Jahren seiner bisherigen Schaffenszeit fast 140 Tonträger (Langspielplatten, CD und DVD), über 60 Bücher sowie eine ganze Reihe von Drehbüchern veröffentlicht. Bei seinen zahlreichen Konzerten wurde er von zahlreichen Musikern begleitet. Die Spannbreite reichte dabei von einem Begleitmusiker bis zum Sinfonieorchester.

Im Jahre 2006 inszenierte van Veen die Visualisierte Linzer Klangwolke, die jedes Jahr in Linz an der Donau stattfindet. Der Titel der visualisierten Klangwolke 2006 lautete Ente gut alles gut. Van Veen arbeitet gegenwärtig vor allem mit Erik van der Wurff und Edith Leerkes zusammen (Stand April 2008).

Herman van Veen inszeniert anlässlich des Varusjahres 2009 in Detmold das Musical Op een dag in september (Ein Tag im September). Die Premiere von Op een dag in september fand am 22. August 2009 auf der Waldbühne am Detmolder Hermannsdenkmal statt.
Familie

Herman van Veen war mit Marijke Hoffman und Marlous Fluitsma verheiratet und hat vier Kinder, von denen eine Tochter, Babette van Veen, Schauspielerin ist. Heute ist er mit der Tänzerin Gaëtane Bouchez verheiratet und lebt in der Gemeinde Soest bei Utrecht.

Im Jahre 1999 wurde ihm wegen seines Beitrages zur deutsch-niederländischen Verständigung das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Van Veen engagiert sich in mehreren Organisationen, die er teilweise selber gegründet hat, für die Rechte von Kindern und ist UNICEF-Botschafter. Die Stiftung Euriade verlieh ihm 2005 die Martin-Buber-Plakette, die alljährlich für besondere Verdienste um die Menschlichkeit verliehen wird.

Am 7. November 2009 erschien ein offener Brief van Veens, in dem er Angst davor äußerte, dass die niederländische Partij voor de Vrijheid (PVV) sich in Richtung der Nationaal-Socialistische Beweging (die mit Hitler kollaboriert hatte) entwickeln könnte

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Hier nun ein Album aus dem Jahr 1995 (sein 16. Studioalbum !) in gewohnter van Veen Manier … und die Besprechung im Musik Express bringt es ganz gut – kurz und schmerzlos – auf den Punkt:

„Der Niederländer Herman van Veen verwöhnt seine Anhänger erneut mit emotionsreichen Liedermachereien. Der Mijnheer aus Utrecht deckt einmal mehr die ganze Palette menschlicher Gefühle ab. Das Spektrum der Stimmungen und Seelenregungen reicht von der romantischen Liebelei (in Heinz Rudolf Kunzes Tongedicht ‚Zwei Reisende‘) über schwermütigtraurige Jugenderinnerungen (‚Angelo‘) bis zur politischen Stellungnahme voller Angst und Beklemmung (im Anti-Nazisong ‚Messerschnitt‘). Ein Liederreigen der tiefen Empfindungen.“

Auch wenn mir manchmal sein süßlicher Pathos  gelegentlich auf den Keks geht, so ändert das nichts daran: Der Mann hatte all die Jahrzehnte was zu sagen. Er gehört zu jener Generation, die die Welt verändern, verbessern wollten, die sich so dringlich wünschten, dass die Humanität nicht vor die Hunde geht. Mich würde interessieren was van Veen zu dem momentan Irrsinn, der sich auf unserem Planten abspielt wohl denkt …

Und wer in diesem täglichem Irrsinn mal inne halten will, wer sich in dem täglichem Irrsinn mal wieder auf das eigentliche konzentrieren will, hat mit so einer Scheibe einen wahrlich guten Begleiter.

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Besetzung:
Willem van der Beek (bass)
Lex Bolderdijk (guitar)
Gilbert Camara (percussion)
Harry Emmery (bass)
Willem van Kruysdijk (percussion)
Edith Leerkes (guitar)
Micha Molthoff (violin)
Nard Reijnders (saxophone, clarinet, accordion, synthesizer)
Herman van Veen (vocals, violin)
Peter Weekers (panpipe)
Mies Wilbrink (percussion)
Erik van der Wurff (piano, synthesizer)
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Titel:
01. Messerschnitt (Kunze/Huch) 4.17
02. Kumpel (Woitkewitsch/Reijnders/v.Veen) 3.28
03. Zwei Reisende (Kunze) 3.56
04. Geständnis (Woitkewitsch/Reijnders/v.Veen) 3.16
05. Angelo (Woitkewitsch/Wurff/v.Veen) 6.08
06. Das Liebespaar (Kunze/v.Veen) 2.27
07. Lancelot (Woitkewitsch/Wurff/v.Veen) 3.59
08. Ich wünschte, ich wäre nicht gekommen (Kunze/Huch) 3.19
09. Hunderttausend Küsse (Woitkewitsh/v.Veen/Reijnders) 2.55
10. Casablanca (Woitkewitsch/v,Veen) 4.13
11. Wenn ich mir was wünschen dürfte (Hollaender) 5.18
12. Doch die Sonne scheint (Woitkewitsch/v.Veen) 4.21

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Immer noch aktiv … Tour 2019 !

Herman van Veen – Ich hab‘ ein zärtliches Gefühl (1973)

FrontCover1.JPGWenn man grad für drei Tage in Amsterdam war … passt dieses Album nun wirklich gut:

Er war eine zentrale Figur der “sensibel-zarten” Liedermacher/Künstler Generation, er war ganz sicher auch eine zentrale Figur, wenn es darum ging, aufgeweckte Frauen zum schwärmen zu bringen.

Und so klingt das dann, wenn einer von van Veen völlig begeistert ist:

„Keine Frage – mit dieser Platte fing alles an. Die erste in Deutschland erschienene deutschsprachige Schallplatte von Herman van Veen.

Ein kleines, lebendes Kunstwerk – eingerahmt von kleinen Miniaturen („Blüten“) wird Einblick in Leben und Gefühl gewährt. die Texte, zum großen Teil von Rob Chrispijn, schaffen einen Kosmos, in dem man sich zurechtfindet – vielleicht, weil man sich nicht groß bewegen will, sondern eher sitzen bleibt und in Gedanken mit an den See („Weißt du, wie es war“), auf den Dachboden („Was mir fehlt“), durch zugige Straßen („Sinn für Unsinn‘) schlendert.
Dazu noch „Ich hab ein zärtliches Gefühl“, Herman van Veens „programmatisches Lied“, wie Thomas Woitkewitsch, seit 30 Jahren Übersetzer vieler Texte ins deutsche, sagt.“

Auch wenn mir manchmal sein süßlicher Pathos auf den Keks geht, so ändert das nichts daran: Der Mann hatte all die Jahrzehnte was zu sagen. Er gehört zu jener Generation, die die Welt verändern, verbessern wollten, die sich so dringlich wünschten, dass die Humanität nicht vor die Hunde geht. Mich würde interessieren was van Veen zu dem momentan Irrsinn, der sich auf unserem Planten abspielt wohl denkt …

Und wer in diesem täglichem Irrsinn mal inne halten will, wer sich in dem täglichem Irrsinn mal wieder auf das eigentliche konzentrieren will, hat mit so einer Scheibe einen wahrlich guten Begleiter.

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Besetzung:
Tonny Koning (drums)
Albert Monteyn (bass)
Laurens van Rooyen (piano)
Harry Sacksioni (guitar)
Herman van Veen (vocals, violin)
Erik van der Wurff (keyboards)

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Titel:
01. Blüten (v.d.Wurff) 1.45
02. Ich hab‘ ein zärtliches Gefühl (Bruining/v.Veen/Woitkewitsch) 3.48
03. Weißt du, wie es war (Chrispijn/Pilgram/Woitkewitsch) 4.00
04. Was mir fehlt (v.Veen/Sacksioni/Woitkewitsch) 2.32
05. Helden (Chrispijn/Pilgram/Woitkewitsch) 3.51
06. Träume (Chrispijn/v.Veen/Woitkewitsch) 4.46
07. Stilles Glück, trautes Heim (Chrispijn/v.Veen/Woitkewitsch) 4.52
08. Kleiner Fratz (Girl On A Bicycle) (McTell/Woitkewitsch) 2.45
09. Sinn für Unsinn (Chrispijn/Pilgram/Woitkewitsch) 3.00
10. Sag nicht, daß du vergessen hast (Chrispijn/v.Veen/Woitkewitsch) 2.45
11. Arm (Chrispijn/v.Veen/Woitkewitsch) 3.02
12. Kind (v.Veen/Woitkewitsch) 5.26
13. Alles was ich hab‘ (v.Veen/v.Rooyen/Woitkewitsch) 2.08
14. Blüten v.d.Wurff) 0.27

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Herman van Veen – Wunder was (1975)

FrontCover1Hier mal das zweite deutschsprachige Album von Herman van Veen, der Mite der 70er Jahre seinen Siegeszug in Deutschland antrat … und dabei insbesondere die Herzen der Damen erwärmte … Was mich Amals allerdings eher wurmte, denn mein damaliger musikalischer Geschmack war eher auf harten Rock geeicht … und damit konnte man sich tendenziell nicht so sonderlich beliebt machen … speziell bei den Damen, auf die ich „scharf“ war (um das mal so platt zu formulieren).

Aber mit diesem Album machte es Herman van Veen einem auch nicht so leicht:

Hier versteckt sich das Grauen unter einer Szene zum Hingucken. Was ist mit „Arme Mo“, und wie konnte es so kommen? Was versteckt der Mann mit Frack und Stock und Hut? Und warum regnet es ausgerechnet beim Umzug der „Klitschnassen Clowns“? Der holländische Sänger, Clown, Mime und Pädagoge Herman van Veen fragt mehr, als er antwortet. Und auf dieser Platte sind es – schonungsloser als oft – Fragen zur Bedauerlichkeit des menschlichen Lebens. Diese – interessante – Platte nur mit einem lieben Menschen oder anderen Trostspender hören! … (so ein Kunde bei Amazon)

Und heute … hat sich die Szenerie für mich verändert … und ich kann die Intensität der Texte und der Musik des poetischen Querdenkers genießen ohne Ende … und mit der Damenwelt hat es dann doch noch geklappt ….

Aber noch kurz ein Wort über den Übersetzung all der Texte in unsere Muttersprache:

Thomas Woitkewitsch (* 18. August 1943) ist ein deutscher Fernsehredakteur, Liedtexter und Übersetzer.

Thomas Woitkewitsch begann seine Fernsehlaufbahn beim WDR, wo er für die Shows von Rudi Carrell verantwortlich war. Mit dem Produzenten der Show Am laufenden Band, Alfred Biolek, entdeckte er in den Niederlanden den Liedermacher Herman van Veen und engagierte ihn für die Carrell-Show.

Thomas Woitkewitsch

Thomas Woitkewitsch

Woitkewitsch übertrug erste Texte für van Veen ins Deutsche; so begann seine Liedtexterkarriere. Bis heute ist er van Veens deutscher Stammtexter. Für Rudi Carrell textete er Hits wie Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?. Außerdem produzierte er gemeinsam mit Biolek für den WDR die deutschsprachigen Folgen von Monty Python’s Fliegender Zirkus. Ende der 1970er Jahre schrieb er für Milva die Texte zur Musik von Vangelis und Mikis Theodorakis.

Neben der Arbeit an Liedtexten schreibt Woitkewitsch die Drehbücher für Fernsehshows wie Plattenküche und übersetzt Musicals aus dem Englischen ins Deutsche.

Er gehört zu den Unterstützern und festen Dozenten der Celler Schule. (Quelle: wikipedia)

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Besetzung:
Laurens Van Rooyen (piano)
Harry Sacksioni (guitar)
Herman van Veen (vocals, violin)
Erik van der Wurff (keyboards)

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Titel:
01  Sie sagt nicht viel (Pilgram/Chrispijn) 3.32
02. Der Mann auf der Bank (v.Veen/v.d.Wurff/Sacksioni/Chrispijn) 2.34
03. Gut für eine Nacht (v.Veen/v.Rooyen) 2.46
04. Das Liebeslied (v.Veen(v.Rooyen) 2.03
05. Die Schlacht bei Darum (v.Veen/v.d.Wurff/Chrispijn) 2.42
06. Ein Wiedersehn (v.Veen/v.d.Wurff) 4.23
07. Aus dem Traum (v.Veen(v.Rooyen/Chrispijn) 3.21
08. Oma (v.Veen/v.d.Wurff) 3.12
09. Zerbrechlich (Sacksioni) / Je nachdem (v.Veen/v.d.Wurff) 5.32
10. Arme Mo (v.Veen(v.Rooyen) 2.00
11. Klitschnasse Clowns (v.Veen/v.d.Wurff/Chrispijn) 2.51

Deutsche Texte: Thomas Woitkewitsch

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Da marschieren klitschnasse Clowns,
doch die Leute, die den Umzug sehn, durchnässt,
tragen viel bessere Masken –
raffiniert und wetterfest.
Wie geschickt verbirgt die Frau dort,
dass ihr Mann sie grün und blau schlägt!
Und wer erkennt im Ausgehkleid
schon das Leid ringsherum!
Und währenddessen fällt der Regen,
und Kinder patschen mit Sonntagsschuhn
mitten in Pfützen hinein,
und Mütter bemühen sich verzweifelt
die Knirpse ins Trockne zu schrein.

Man sammelt Geld für die Kriegsbekämpfung
Fenster reizen zum Kauf.
Die Geldwelt reibt sich die Hände,
denn die Rechnung geht glatt auf.
Auf dem Markt steht das Denkmal
ein ehrenwertes Schlitzohr –
der Lohn für die perfekte Gaunerei.
Hagel prasselt herab. Väter fluchen.
Beim Bahnhof eine Schlägerei.
Es wird plötzlich finster.
Der Himmel hängt nun ganz tief.
Es blitzt! Da, nochmal!
Gott macht ein Foto von der Stadt fürs Archiv.
Dreißig Methoden, um Büsten festzuhalten.
Frauenfleisch auf Papier.
Mütter zerren die Söhne weiter.
Greise verspüren Gier.
An dem Stand, wo’s nach Fett stinkt,
kauft ein Fettwanst eine Bratwurst
und stopft sie hastig in sich hinein.
Spatzen kontrollieren, was er wegwirft,
daneben hebt ein Hund sein Bein.
Und überall Scherben, Betrunkene torkeln,
und einem wird schlecht.
Lautsprecher dudeln.
Menschen in Rudeln,
ein Bettler spielt Brecht.
Da marschieren klitschnasse Clowns,
doch die Leute, die den Umzug sehn, durchnässt,
tragen viel bessere Masken –
raffiniert und wetterfest.
Wie geschickt verbirgt die Frau dort,
dass ihr Mann sie grün und blau schlägt!
Und wer erkennt im Ausgehkleid
schon das Leid ringsherum!
Und währenddessen fällt der Regen,
und Kinder patschen mit Sonntagsschuhn
mitten in Pfützen hinein,
und Mütter bemühen sich verzweifelt
die Knirpse ins Trockne zu schrein

Herman van Veen – Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen (Folge 2) (1977)

FrontCover1Vermutlich werden nur die „hard core“ Fans von Hermann van Veen dieses Album kennen.

Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen (De wonderlijke avonturen van Herman van Veen) ist eine Kinder- und Jugendfernsehserie aus dem Jahr 1977 und wurde im ARD-Programm ausgestrahlt. Der Sänger, Liedermacher und Entertainer Herman van Veen erlebt äußerst merkwürdige Abenteuer. Er lebt mit seiner Frau Marlous und 8 anderen Künstlern und Musikern in einer Windmühle. Sie steht inmitten von Hochhäusern. Die Bilder im Hauptraum der Mühle sind Ausgangspunkt der Geschichten. Van Veen kann sie lebendig machen, weshalb immer wieder Besucher oder er selbst in den Bildern verschwinden.

Drehort der Serie war München. Die Serie wurde in deutscher Sprache aufgenommen und später in Niederländisch nachsynchronisiert. (Quelle: wikipedia)

Oder aber auch:

6 tlg. halbstündige Serie für Kinder, in der der holländische Entertainer Herman van Veen merkwürdige Abenteuer erlebt. Ausgangspunkt für die meisten sind die Bilder in der alten Windmühle, in der Herman lebt. Van Veen kann diese Bilder lebendig machen, weshalb immer wieder Besucher oder er selbst in den Bildern verschwinden oder Gegenstände einfach aus dem Bild herausnehmen. Die Mühle kann außerdem fliegen. (aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier)

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Nun, in den 70er Jahren hatte ich wahrlich besseres zu tun, als Kinderserien im Fernsehen anzuschauen … von daher ist dieses Jahrzehnt hinsichtlich der medialen Berieslung der Kleinen mehr oder weniger komplett an mir vorbeigeruscht …

Umso gespannter war ich dann … als ich diese LP auflegte … eine LP aus jenen Jahren, als „Kinderläden“, gewaltfreier Erziehung und Summerhill die Runde machten.

Und wir hören kleine, zutiefst sympathische musikalische, gefällige Miniaturen (die kürzeste Nummer dauert gerade mal 16 Sekunden !) und gelegentlich taucht dann auch der sanfte Poet Herman van Veen auf … wie z.B. bei „Nicht zu kaufen“ (ne textliche Variante von Udo Jürgens´“Weas wirkluch zählt auf dieser Welt“).

Es gab da mal so einen Spruch, der da lautete „Phantasie an die Macht“ … und genau davon handelt dieses Album !

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Herman van Veen, 1977

Besetzung:
Martijn Alsters (flute)
Hans Koppes (tuba, euphonium)
Harry Sacksioni (guitar)
Ger Smit (trimbone, euphonium)
Herman van Veen (vocals, violine)
Erik van der Wurff (Keyboards)
+
Eva – Cindy – Wilma – Erika – Roman – Remco – Mia – TheaBackCover1
Titel:
01. Pingpong-Song (v.Veen)  1.37
02. Duell (v.d.Wurff) 2.00
03. Das woll’n wir doch mal seh’n! (v.Veen/v.d.Wurff/Woitkewitsch) 1.25
04. Denen zeigen wir’s (v.Veen/v.d.Wurff/Chrispijn) 3.45
05. Mathe-Lied (v.d.Wurff) 1.31
06. Ganz einfach (v.Veen/v.d.Wurff) 1.01
07. Rechnen-Walzer (v.d.Wurff) 3.32
08. Pssst, Pssst! (v.d.Wurff) 2.16
09. Unter Wasser (v.Veen/v.d.Wurff/Woitkewitsch) 3.02
10. Das Lied von der Eile (v.Veen/v.d.Wurff) 1.06
11. Das Lied vom Einkaufszettel (v.Veen/v.d.Wurff/Woitkewitsch) 0.43
12. Nicht zu kaufen (v.Veen/v.d.Wurff/Woitkewitsch) 3.08
13. Siehst du? (v.d.Wurff) 1.12
14. Schnüffeln (v.d.Wurff) 0.16
15. Rakete (v.d.Wurff) 1.36
16. Wir kommen auf dich zu geflogen (v.Veen/v.d.Wurff/Woitkewitsch) 2.35
17. Türen (v.d.Wurff) 1.31

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Herman van Veen – Die Ente Quak (1985)

frontcover1Herman van Veen hat ja nicht nur über viele Jahre die Erwachsenen auch in Deutschland mit seiner ganz besonderen (musikalischen wie textlichen) Poesie begeistert. Auch für die Kleinen hatte er was im Angebot und zwar die Ente „Alfred Jodocus Quak“.

Und lange bevor diese Figur sehr erfolgreich als Trickfilm Figur im deutschen Fernsehen auftauchte, hatte van Veen diese Figur bereits entwickelt und stellte sie wohl erstmalig auf diesem Album vor:

„Ist das nicht eine Gemeinheit ? Die Ente Alfred Jodocus Quak erfährt eines Tages aus der Entenpost, daß Tiere in einem Land leben müssen, in dem es nicht einmal genügend Wasser geben soll, um ihren Schnabel damit zu putzen.

Daraufhin beschließt er, Goldstücke zu sammeln, um für sie einen Teichzu bauen. Als sein König plötzlich wieder in Geldschwierigkeiten gerät, leiht ihm ahnungslos diese mühsam erschufteten Goldstücke. Der König aber benutzt sie nur, um weiterhin seine Badewanne mit Limonade füllen zu können, und denkt nicht daran, sie wieder zurückzugeben. Alfred macht sich deshalb auf zum Palast.

Eine Menge Freunde nehmt er mit: den Fuchs, die Leiter, das Flüßchen und die Bienen. Denn Freunde braucht jeder, besonders in so einem Fall.“ (Hüllentrext)

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Grundlage für dieses Musical für Kinder war das gleichnamige Kunderbuch (illustriert von Annett Kossen)

Die Aufnahmen entstanden anlässlich einer Liveaufnahme im Deutschen Schauspielhaus, Hamburg im August 1985. Ich hätte mir für diese reizende, zuweilen auch dramatische Geschichte gerne eine Studioaufnahme gewünscht, bei der dann auch die akustischen Effekte besser ausgepegelt hätten werden können … so jedoch verliert das Stück aufgrund der schwierigeren Akustik ein wenig an seinem Reiz, da man eben nicht alles so ganz genau vernehmen kann.

Wie so oft, löst dieses Album bei vielen, die damals noch klein waren, bis heute angenehm-liebevolle Erinnerungen aus:

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„Dieses Album ist dermaßen schön, daß ich es mit Worten kaum beschreiben kann.
Wenn Du Lust hast auf 50 Minuten Gänsehaut und feuchte Augen, dann solltest Du sie hören!
Die CD ist wie eine kleine Oper, Herman spielt, singt und erzählt zusammen mit einem Symphonie Orchester die Geschichte, wie Alfred zusammen mit seinen Freunden dem Fuchs, der Leiter, dem Flüßchen und den Bienen zum König geht, um sein Geld wiederzuholen, daß er ihm geliehen hat. Alfred braucht das Geld, um einen Kanal zu anderen Ländern zu bauen, die nicht soviel Wasser haben, sodaß manche Tiere verdursten müssen. Herman: „Doch der König hat es ausgegeben für Big Macs, Computerspiele, Limonade, Fischer-Technik und Star-Wars-Figuren. ….. Du lachst! Aber die Tiere haben doch kein Wasser!“
Man spürt den typischen Herman-Van-Veen-Humor: Man darf gleichzeitig lachen und weinen.“ (S. Glöckner)

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Die Buchausgabe

Besetzung:
Herman van Veen (vocals)
+
Das große Wasserländische Symphonieorchester unter der Leitun Richard Igl
+
Harlekijn Band:
Cees van der Laarse (bass)
Chris Lookers (guitar)
Nard Reijnders (saxophone)
Erik van der Wurff (keyboards)

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Titel:
01. Die Ente Quak (Teil 1) 25.07
02. Die Ente Quak (Teil 2) 24.19

Musik: Herman van Veen + Erik van der Wurff
Deutscher Text: Thomas Woitkewitsch

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