Chor- und Bläsermusik der Bayerischen Landesschule für Blinde in München – O Musica (1984)

FrontCover1.JPGAls ich vor einiger Zeit schon mal einen Beitrag über die Musikern der Bayerischen Landesschule für Blinde in München hier veröffentlichte, schrieb ich u.a. über die CD „Eine Reise durchs Jahr“:

Diese CD muss quasi der Startschuß für das bis heute erfolgreiche Projekt „Blinde Musiker München“ gewesen sein,  … (siehe hier)

Da hab´ ich mich aber sauber getäuscht, die diese LP nun belegt.

Dargeboten wurde auf dieser bereits 1984 veröffentlichten LP auf jeweils einer Seite „Madrigale und Spielstücke aus dem Barock“ sowie „Deutsche Volksweisen in alten und neuen Sätzen“ und das jeweils auf beeindruckende Art und Weise. Und schon wieder kann ich so das hohe Lied auf die Amateurmusiker singen …

Vieles kann man da entdecken und irgenwie ganz warum ums Herz wurde mir bei der „München Hymne“ „So lang der Alte Peter“ … diese Melodie begleitet mich seit meiner Kindheit und der Radiosender Bayern 3 verwendet sie als Erkennungsmelodie (freilich ca. 10 mal schneller gespielt als im Original)

Postkarte Alter Peter

Alte Postkarte mit dem Text des Liedes „Solang der Alte Peter“

Aber wenn ich dann das Lied „Mein Gott, wie schön ist deine Welt“ krieg ich einen Kloß im Hals und denke mir, eigentlich müsste das Lied ja „Mein Gott, wie schön könnte diese Welt sein“.

Unabhängig davon ist dies eine ganz und gar reizende LP und dann macht mich die Hülle dieser LP ein wenig traurig: Die beteiligten Musiker können diese Farbenpracht nicht sehen.

Franz Schachtner

Franz Schachtner

Besetzung:
Jugendchor unter der Leitung von Alfons Forstpointner
Bläsergruppe unter der Leitung von Franz Schachtner
Flötengruppe unter der Leitung von Walburga Mittel
Akkordeongruppe unter der Leitung von Johannes Buck
+
R. Sedlmeier (piano bei 18.)

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Titel:

Madrigale und Spielstücke aus dem Barock:

Bläsergruppe:
01. Trumpet Tune (Purcell) 1.18
02. Aufzug (Staden) 1.31

Jugendchor:
03. O Musika, du edle Kunst (Peuerl) 1.57

Bläsergruppe:
04. Spielstück (Prätorius) 1.42
05. Altdeutscher Tanz (Schein) 1.22

Jugendchor:
06. Holl, gut G´sell (Schein) 2.16

Flötengruppe:
07. Gavotte (Händel) 1.14
08. Menuett (Rameau) 2.37

Jugendchor:
09. Was mag doch diese Welt (Ahle) 2.22
10. Viele verachten die edle Musik (Bachofen) 1.35

Bläsergruppe:
11. Allemande I (Schein) 1.27
12. Allemande II (Schein) 0.58

Jugendchor:
13. Tanzen und Springen (Haßler) 1.20

Deutsche Volksweisen in alten und neuen Sätzen:

Bläsergruppe:
14. So lang der Alte Peter (Wiesberg) 1.01
15. Aiblinger Marsch (unbekannt) 0.55
16. Berner Marsch (unbekannt) 1.18

Jugendchor:
17. Der Käfer und die Blume (unbekannt) 2.57
18. So geht es im Schnitzelputzhäusel (unbekannt) 2.14

Bläsergruppe:
19. Horch, was kommt von draußen rein (unbekannt) 1.06
20. Muß i denn zum Städtele hinaus (unbekannt) 1.30

Akordeongruppe:
21. Fesche Minka, Mazurka (unbekannt) 3.12

Jugendchor:
22. Flogen einst drei wilde Tauben (unbekannt) 1.31
23. Wach auf, meins Herzens Schöne (unbekannt) 1.45
24. Mein Gott, wie schön ist deine Welt (unbekannt) 2.19

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Männergesangsverein Reifnitz – A Wassale klär (1993)

FrontCover1Ja mein lieber Herr Gesangsverein möchte man da am liebsten rufen !

Hier die Gründungsgeschichte dieses traditionsreichen Gesangvereins:

Gründungsgeschichte:

Im Jahre 1903 gründeten sangeslustige Männer in Keutschach und Umgebung eine Sängerrunde unter der Leitung des Kirchenmesners Modritsch. Diese Sängerrunde wurde nach einjährigem Bestand per Gesetz in den slowenischen Gesangsverein „Zvezda“ umgewandelt. Von den eingegangenen Spenden wurde ein Harmonium sowie Notenmaterial angekauft. Es wurde nur slowenisch gesungen.

Im Jahre 1911 versetzte man Kirchenmesner Modritsch, und damit hörte die Vereinstätigkeit auf.

Da das Bedürfnis, deutsche Lieder zu singen, vorhanden war, taten sich einige Sänger unter der Führung des Oberlehrers Grünwald zusammen und gründeten eine deutsche Sängerrunde, welche bis 1914 tätig war.
Während des ersten Weltkriegs ( 1914 – 1918 ) und der serbischen Besetzung 1919 war eine Vereinstätigkeit nicht möglich. Nach der Kärntner Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 fanden sich die ehemaligen Sänger des Vereines „Zvezda“ sowie der deutschen Sängerrunde in Keutschach zusammen und beschlossen ein Wiederaufleben der Vereinstätigkeit, wobei neue Mitglieder aufgenommen wurden.

MGVReifnitz01Die erste Gesangsübung fand am 23. April 1921 statt, zu der sich 23 Sänger einfanden. Zum vorläufigen Obmann wurde Rudolf Vollmann aus Reifnitz und zum Sangeswart der Kirchenmesner Bleiberschnig aus Keutschach gewählt.

Der Sangeswart Bleiberschnig stellte an die Sänger zu hohe Anforderungen, weiters waren die Sänger auch mit seiner slowenenfreundlichen Einstellung nicht  einverstanden, so dass für den 24.Mai 1921 eine Vollversammlung einberufen wurde.

Zu dieser Vollversammlung wurden alle Gründungsmitglieder des Vereines „Zvezda“ sowie alle neu aufgenommenen Mitglieder schriftlich eingeladen. Der Einladung war die Klausel beigesetzt, dass bei Nichterscheinen zu dieser Vollversammlung die Stimme der Stimmenmehrheit der Anwesenden zufällt!

Die zur Vollversammlung erschienen sieben Mitglieder des Vereines „Zvezda“ haben ihr Wort dem Obmann übertragen, der nachher die Beschlussfähigkeit feststellte. Nach kurzer Besprechung der Mitglieder wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  • Zum Obmann wurde Rudolf Vollmann gewählt.
  • Auf eine weitere Tätigkeit des Kirchenmesners Bleiberschnig wird verzichtet.
  • Der Lehrer Johann Skorjanz übernimmt die Gesangesleitung, wenn die Gesangesproben nicht mehr im Pfarrhof abgehalten werden.
  • Das Harmonium wird in das Lokal des Sangeswartes Skorjanz übertragen.
  • Die Satzungen des Vereines „Zvezda“ werden außer Kraft gesetzt, neue Satzungen werden beschlossen.

Der neue Verein bezeichnet sich mit „Deutscher Männergesangsverein Keutschach – Reifnitz“. Am 27. Februar 1925 erklärten alle Keutschacher Sänger bis auf zwei den Austritt aus dem Verein. Daraufhin wurde der Beschluss gefasst, den Vereinsnamen in „Männergesangsverein Reifnitz“ umzubenennen und den Namen Keutschach aus der am 20. Mai 1923 angeschafften Vereinsfahne heraus zu sticken. (Aus der Vereinschronik zusammengestellt von: Sepp Scheucher, Helmut Knabl und Gerhard Moritzer.)

Ja, so war das damals wohl …

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aus „Klagenfurter“ Nr. 13 (Juli 2013)

Aber jetzt erstmal ne kleine geographische Orientierung:

Reifnitz (slowenisch: Ribnica) ist ein Ort am Südufer des Wörthersees in Kärnten. Der Hauptort der Gemeinde Maria Wörth hat 569 Einwohner (Stand 2001):

Karte
Dies ist die erste CD des Männergesangvereins Reifniz und ihr Anliegen verraten sie im Begleitheft:

„Die vorliegende Aufanhme ist die erste Musikproduktion auf CD und ermöglicht die Darbietungen des Männergesangsvereines Reifniz einem größerem Publikumskreis zugänglich zu machen.

Die Sänger unter der Leitung von Walter Mayer leben am Südufer des Wörthersees sowie im Seental Keutschach und pflegen in ihrer Freizeitz vorwiegend das Körtner Volkslied.

Die Auswahl der Lieder mit Bezug zum Wasser ist für Sänger aus einem Seengebiet eine willkommene Gelegenheit, ihre Beziehung zum Wasser in den Lieder zum Ausdruck zu bringen.“

Klagenfurter02

aus „Klagenfurter“ Nr. 13 (Juli 2013)

Stimmlich sehr eindrucksvoll, die fast ausschließlich sehr getragenen Melodien aus dem Kärtner Land. Und es bereitete mir durchaus Vergnügen, diesem Gesangsverein mein Ohr zu leihen, zumal es sich hier für mich um ein völlig unbekanntes Liedgut handelt.

Geärgert habe ich mich dann aber doch noch: Der Slogan Männergesangsverein Reifnitz „Vom grünen Strand bis zur Karawankenwand, in deutscher Treue töne unser Sang“ ist nur dämlich und bestätigt leider mal wieder, auch meine Vorurteile gegenüber dieser Musik. Schade!

Besetzung:

Besetzung

Titel:
01. Wissat wohl a scheans Diandle (Kraxner)1.34
02. Waht der Wind üban See (Kraxner) 1.58
03. Wie schean da Täg hergeaht (Glawischnig/Mulle) 1.25
04. Mei Weißensee drin (Ebner/Jnzko 1.52
05. Ume auf die andre Seitn (Hopfgartner/Drewes) 2.04
06. Wänn die Wildantn schreit (Bünker/Ortner) 1.28
07. Gelbe Rosn (Bünker/Ortner) 1.42
08. Is schon still uman See (Glawischnig/Mittergradnegger) 1.54
09. Wann de Sunn hintan Bleiberg (Stimpfl/Gerdej) 1.39
10. Rauscht es Wassa ins Täl (Schmid) 2.32
11. Die Graslan send schean ban Tau (Glawischnig/Mulle) 1.45
12. Hintar dar Sunna (Glawischnig/Mittergradnegger) 2.25
13. Liab nar lei (Asenbauer 2.09
14. Schwärzaugat (Wiegele) 1.56
15. Wigale – Wolgale – Schnaßn (Traditional) 4.24
16. Furhmannslied (Wiegele) 2.02
17. I aß nit (Traditional) 2.47
18. Wänn das Wöttar nit ham will (Glawischnig/Mulle) 2.07
19. Käfarle, nimm dei Latern (Schmid) 2.01

CD1

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Termine

Immer noch aktiv…

Verschiedene Interpreten – Kein schöner Land – Unsere beliebtesten Volkslieder – Die Platte zur Fernsehsendung „Dalli Dalli“ (1983)

FrontCover1Neulich hatte ich mich ja mit der Achim Reichel Scheibe Volxlieder beschäftigt. Und nun schon wieder ein Beitrag zu diesem Thema.

Und man kann nun trefflich Vergleiche anstellen … Das Volkslieder „Im schönsten Wiesengrunde“ ist auf beiden Alben vertreten.

Hier in einer Fassung von Hermann Prey, der diese Volksweise zum Kunstlied erhöht und dann der Achim Reichel, der – zumindest für meinen Geschmack – die Ursprünglichkeit des Liedes wesentlich besser zur Geltung bringt. Und ich vermute, vielen von uns wurde früher die Lust am Volkslied ausgetrieben, weil es eben keine Lieder mehr des Volkes waren, sondern diese Melodien in den Elfenbeiturm der edlen, klassischen Musik gesperrt wurden.

Und der Hans Rosenthal (dessen Biographie mich immer wieder aufs neue ergreift) schreibt dann leider ein wenig Unsinn:

StatementRosenthal

„In einer Zeit, in der rhythmische Musik dominiert … “ Ja, was soll dass denn eigentlich heißen ?

Nun gut, es sei ihm verziehen, dass  -wie so oft schon in Deutschland – ein Trennungsstrich zwischen Volksmusik und anderer, „moderner Musik“ gezogen wird.

Und einen blöderen Spruch wie „Wo man singt, da laß dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“ kenne ich nicht. Gerade Hans Rosenthal hätte wissen müssen, dass das Nazipack, das seine Familie und ihn  mehr als ein erniedrigt und getötet hat, sehr wohl ihre „braunen“ Liederbüchlein hatten …

HansRosenthal
Immerhin floßen 2 DM dann in die „Dalli Dalli hilft“ Stiftung, das ist ja auch schon was.

Ansonsten gibt es zu berichten, dass diese LP (erschienen bei CBS) eine so ganz eigenen Label-Nummer bekommen hat: „DALLI 1“ (ein Zeichen, wie populär Hans Rosenthal damals war !).

Und ansonsten können wir nun einer ganz Schar illustrer Sänger (keine einzige Solosängerin wurde berücksichtigtWestfällische !) lauschen (bei den Aufnahmen hat man sich der reichhaltigen Kataloge unterschiedlicher Plattenformen bedient, die älteste Aufnahme stammt aus dem Jahr 1960) und uns vielleicht überlegen, wie der Achim Reichel diese Lieder interpretiert hätte.

LustigeGesellen

Lustige Gesellen

Interessant finde ich die Cover-Gestaltung: Die Illustration stammt von dem Briten Brian Bagnell (der aber seit 1970 in München wohnt und arbeitet) und eigentlich würde man ein solches Cover für eine jener altgernativen Volkslieder-Sammlungen vermuten, als ausgerechnet auf diesem Album, das sich dann dennoch eigentlich an ein traditionelles Publikum wendet.

BackCover1

Titel:
01. Wiener Sängerknaben: Kein schöner Land (Traditional) (1974) 1.40
02. Montanara – Chor: Im Frühtau zu Berge (Traditional) (1972) 1.30
03. Schaumburger Märchensänger: Mein Vater war ein Wandersmann (Möller/Siegesmund/Boswordt) (1981) 2.32
04. Ivan Rebroff: Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde (Stolz/Hardt-Warden) (1981) 2.56
05. Regensburger Domspatzen: Es klappter die Mühle am rauschenden Bach (Traditional) (1960) 2.13
06. Hermann Prey: Am Brunnen vor dem Tore (Schubert/Müller) (1973) 3.30
07. Rene Kollo: Auf der Heide blühn die letzten Rosen (Stolz/Balz) (1974) 4.21
08. Bielefelder Kinderchor: Muß i denn zum Städtele hinaus (Traditional) (1980) 3.08
09. Rene Kollo + Die Rosy-Singers: Wer recht in Freuden wandern will (Klauer/Geibel) (1983) 2.36
10. Rudolf Schock: Wem Gott will rechte Gunst erweisen (Fröhlich/v.Eichendorff) (1967) 1.02
11. Westfälische Nachtigallen: Horch´ was kommt von draußen rein (Traditional) (1966) 1.54
12. Ivan Rebroff: Sah ein Knab´ ein Röslein stehn (Heideröslein) (1981) 3.18
13. Hermann Prey + Der Tölzer Knabenchor: Im schönsten Wiesengrunde (Silcher/Ganzhorn) (1975) 2.56
14. Montanara-Chor: Es waren zwei Königskinder (Traditional) (1981) 3.27
15. Rudolf Schock: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten (Silcher/Heine) (1980) 3.02
16. Regensburger Domspatzen: Guten Abend, gute Nacht (Brahms) (1982) 1.32

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Als Beilage die allseits beliebte Befragung durch die Abteilung Marktforschung der CBS Schallplatten GmbH

Verschiedene Interpreten – Luis Trenker präsentiert – Unter unserem Himmel (1973)

FrontCover1Ich gestehe wieder mal freimütig, dass der Luis Trenker für mich in diesen frühen 70er Jahren eher in der Kategorie „Witzfigur“ landete als sonst wo:

Der Südtiroler Luis Trenker wurde als Alois Franz Trenker am 4. Oktober 1892 in St. Ulrich in Gröden, welches damals noch  zu  Österreich-Ungarn gehörte, geboren. Sein Vater war Grödner Bildschnitzer und Maler. Trenker besuchte die örtliche Volksschule, dann die Bürgerschule Josefinum in Bozen, anschließend war er für kurze Zeit Ingenieur-Lehrling im Elektrizitätswerk St. Ulrich.

Während den Ferien der Bozner Bau- und Kunsthandwerkerschule sowie der k.u.k. Realschule in Innsbruck ist er in Gröden als Berg- und Skilehrer tätig. Des Weiteren studierte er Architektur an der Technischen Hochschule in Wien, 1914 – 1918 diente er im 1. Weltkrieg und nach Kriegsende versuchte er erfolglos sich in Bozen eine kaufmännische Existenz zu gründen, darauf hin setzte er sein Architekturstudium fort und arbeite von 1922 bis 1927 als selbständiger Architekt in Bozen.

Seine damaligen ersten Pläne für einen Dokumentarfilm über Südtirol blieben unrealisiert.

Trenker01
Für den Film „Der Berg des Schicksals“ wurde Luis Trenker 1923 vom Bergfilm Regisseur Arnold Fanck zunächst als alpiner Berater, dann als Darsteller engagiert. Auch in den Folgefilmen „Der heilige Berg“ und in der „Der Große Sprung“  wirkte er als Schauspieler zusammen mit der ehemaligen Tänzerin Leni Riefenstahl mit. 1927 heiratet Trenker die Fabrikantentochter Hilda von Bleichert aus Leipzig und zieht 1928 mit ihr nach Trenker02Berlin, da sich die italienischen Behörden weigerten, sein Architekturstudium anzuerkennen. Die Filme „Der Kampfs ums Matterhorn“ und der „Ruf des Nordens“ folgen. Die Kriegsfilme „Berge in Flammen“ und „Der Rebell“ erringen auch die Aufmerksamkeit der Nationalsozialisten. Dank Carl Laemmels kann Luis Trenker dann erstmals in Hollywood englischsprachige Versionen seiner ersten beiden Filme herstellen. Weitere Arbeiten in Amerika und Filme in zwei Sprachversionen in Italien folgen. Trenker sieht sich zunehmend eingeschränkt in seinem Wirken in Nazi-Deutschland und zieht 1942 wieder nach Italien. Nach Kriegsende lebte er in Venedig und Rom, kehrte aber 1949 nach Tirol zurück und setzt mit der 1937 gegründeten Luis-Trenker-Film GmbH seine Filmarbeit in München fort. Bis 1957 entstehen verschiedene Spielfilme, doch diese können nicht an den Erfolgen der ersten Filme anknüpfen. Beliebter sind seine darauffolgenden Schriftstellerarbeiten und die daraus entstehenden Bergromane. Am 12. April 1990, im Alter von 98 Jahren stirbt Luis Trenker, Vater von zwei Söhnen, in Bozen. (Quelle: jagdhof.com)

Soweit eine arg zusammengestauchte Kurzbiographie … bei wikipedia findet man noch viel mehr an Informationen.

Bemerkenswert erscheint mir dann natürlich folgende Sätze in dem wikipedia Artikel:

„In seinen letzten Lebensjahren setzte sich Luis Trenker auch für den Umwelt- und Naturschutz ein und sprach sich etwa vehement gegen eine durch das Oberpustertal führende Neutrassierung der sogenannten „Alemagna“-Autobahn aus“

In seinen Texten, die er auf dieser LP spricht, kommt natürlich jene mich weiterhin störende religiös verbrämte Glorifizierung der Bergwelt zur Sprache, aber auch z.T. flammende Appelle, die Berg-Welt sauber zu halten … Keine Frage: auch aus dem Herzen eines wertkonservativen Menschens kann ein grünes Pflänzlein wachsen. Und in den Anfangstagen der Grünen waren ja auch so ein paar arg konservative Menschen mit an Bord (wer erinnert sich noch ?).

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Und die dargebotene Musik ist überraschend abwechslungsreich, positiv aufgefallen sind mir so einige Stücke wie z.B. „L’Allegrie“, „Preghiera Del Rocciatore“ und „Der Schlechinger“.

Und jeder kann ja für sich entdecken, ob er was auf dieser LP (zugunsten der Bergwacht) findet, was ihn anspricht.

Apropos Bergwacht: Ein von mir sehr, sehr geschätzer Arbeitskollege (der Franz) war in seiner Freizeit auch in der Bergwacht engagiert, viele Wochenende tat er dort seinen Dienst. Einmal wünschte er sich, dass er mal selber in der Bergen rumkraxeln konnte. Seine Frau wünschte ihm viel Glück und die Kinder winkten: Er steig aufs Matterhorn, dort trafen ihn und seine Kameraden einen unerwarteten Wetterwechsel, sie wendeten sofort … aber zu spät. Der Franz und seine 2 Kamerade erfroren auf dem Matterhorn … und an seinem Grab habe ich geweint … auch diese Erinnerung aus den 80er Jahren stieg bei mir wieder auf, als ich mich mit dier LP beschäftigte.

BackCover1

Titel:
01. Der Ttrientiner Bergsteigerchor: L’Allegrie (Fauri) 1.50
02. Die Oberstaufener Finkengruppe: Holzmusikmarsch (Traditional) 2.33
03. Die Hannesle Buam: Grasecker Polka (A.Bertel/J.Bartel) 1.29
04. Luis Trenker spricht (1) 0.47
05. Die Walser Maika: Edelweiss (Fritz) 2.13
06. Rudi Boxler: Der Knöspeler (Boxler) 1.51
07. Partenkirchener Blasmusik: Raucher-Polka (Kothera/Hillmer) 2.34
08. Der Schlechinger Dreigesang: A weni kurz a weni lang (Traditional) 1.50
09. Luis Trenker spricht (2) 2.34
10. Der Ttrientiner Bergsteigerchor: Preghiera Del Rocciatore (Fauri) 3.26
11. Der Schlierseer Alpenchor: Grüass di Gott du Schöne (Traditional) 1.52
12. Das Scherrzither-Duo Lindauer: D’r Schlittlar (Lindauer) 1.03
13. Jugendblaskapelle Sonthofen: Alter Walzer aus Gunzesried (Traditional) 1.39
14. Luis Trenker spricht (3) 0.34
15. Willi Schuster: Stieralpler (Schuster) 1.37
16. Rudi Boxler: G’lachter Stück (Boxler) 2.05
17. Die Walser Maika: Der flotte Bursch vom Tal (Fritz) 1.59
18. Willi Schuster:  Grüss vom Hochifen (Schuster) 2.30
19. Der Schlierseer Alpenchor: Der Wetzstoa-Hans (Traditional) 1.47
20. Rudi Boxler: Tiroler Klarinetten-Landler (Traditional) 1.59
21. Das Boxler-Trio: Gott hat alles recht gemacht (Traditional) 1.55
22. Luis Trenker spricht (4) 1.19
23. Die Schlechinger Alphornbläser: Der Schlechinger (Anner) 1.22

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Sterbebild

Verschiedene Interpreten – Ein bunter Melodien-Strauß (1979)

FrontCover1Tja … all jene Buchclubs vergangener Jahre ,,, sind sie Vergangenheit … und selbst der Bertelsmann Konzern musste die Segeln streichen … das „CC Club Center“ gibt es längst nicht mehr …

Von daher ist diese Jubikläumsplatte zum 25jährigen Jubiläum dieses Clubcenters („25 Jahre Betreuung mit Herz“) ein „trauriges“ Relikt aus jener Zeit, in der Bücherclubs dieser Art versuchten mit günstigeren Preisen ihre Waren an den Mann zu bringen.

Ich jedenfalls habe sie geliebt, jene Buch-Club-Kataloge jener Zeit, die 1/4jährlich im Briefkasten lagen mit all ihren Lobpreisungen für diese spezielle Pressungen/Ausgaben „exklusiv für Club-Mitglieder“ (wenngleich ich damals einem anderen Buchclub angehörte).

Diese Jubiläumsplatte ist irgendwie lieblos zusammengestopselt worden … dabei wird durchaus gepflegte Unterhaltungsmusik geboten …  aufgeteilt in „Volkstümliche Känge“ und „Melodie und Rhythmus“ … und vielleicht war es ja auch jene Lieblosigkeit, die den Buch-Clubs den Garaus machten … aber das wäre eine ausführlichere Untersuchung wert.

Bis dahin kann man sich an den fidelen Klängen dieser LP erfreuen …

BackCover1

Titel:

Volkstümliche Klänge:
01. Die Bückeburger Jäger: Der Jäger aus Kurpfalz (Rode) 2.09
02. Chor d. Kantorei St. Katharien Hbg.: Auf, auf zum fröhlichen Jagen (Traditional) 2.40
03. Die Bückeburger Jäger: Amboß-Polka (Parlow) 3.41
04. Chor d. Kantorei St. Katharien Hbg.: Lustig ist das Zigeunerleben (Tradtional) 2.58
05. Die Original Fidelen Egerländer: Im Rheinländer Schritt (Traditional) 3.50
06. Die Bergvagabunden: Wenn wir erklimmen (Traditional) 2.16
07. Die Oberländer Bauern: Enzian und Edelweiß (Sprangers) 2.21
08. Stabsmusikkorps der Bundeswehr: Bayerischer Defiliermarsch (Scherzer) 2.01

Melodie und Rhythmus:
09. Orchester Conny Mitchell: Joshua Fit The Battles (Traditional) 2.52
10. Enrico Talamo + Orchester: Dos Quitarras (Traditional) 3.35
11. Roger Garden And His Big Band: Ballad For Bugle (Traditional) 3.55
12. Pedro Gonzales And His Latin Band: La Bamba (Traditional) 2.52
13. Orchester Conny Mitchell: Poème (Traditional) 2.39
14. Pedro Gonzales And His Latin Band: Firework Conga (Traditional) 2.58
15. Roger Garden And His Big Band: Little Brown Jug (Traditional) 2.57

LabelA1

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Achim Reichel – Volxlieder (2006)

FrontCover1Der Achim Reichel war schon immer für ne Überraschung gut … von knackigen Beat-Klängen in der 60er Jahren über psychedelischen Trips der besonderen Art bis hin zu seinen Seemannslieder.

Und dann noch, als Krönung dieses Album, das nun auch schon über 10 Jahre alt ist:

„Ich erinnere mich an einen Irlandaufenthalt vor ein paar Jahren. Wir saßen in einem Pub, ein Ire spielte traditionelle Lieder und plötzlich reichte der mir seine Gitarre und sagte: ‚Sing us a song from your country!‘ Da ging mir der Arsch auf Grundeis, weil ich nicht wusste, was ich machen sollte. Das kommt daher, weil man als Deutscher in dieser Beziehung ein bisschen verkrampft ist. Wenn man deutsche Volkslieder spielt, läuft man immer Gefahr, in die rechte Ecke gestellt zu werden. Aber es kann doch nicht angehen, dass 13 Jahre Naziherrschaft die ganze deutsche Kultur zerstören. Pete Sage hat zu mir gesagt: ‚Ihr müsst euch eure Kultur wieder zurückholen.‘ Und das sehe ich ganz genauso. Irgendjemand muss die Courage haben, die Kultur nicht irgendwelchen Verrückten zu überlassen. Ein Volk ist nicht komplett, wenn es keine Kultur hat.“

Lebendige Tradition: 15 Volkslieder vom „Urvater der deutschen Rockmusik“ Wie kaum ein zweiter Rockmusiker hat sich Achim Reichel um das Entstauben des heimischen Liedgutes verdient gemacht. Dem Liederschatz des eigenen Landes hatte der „Urvater der deutschen Rockmusik“ schon mehrmals Alben gewidmet, wie etwa auf „Dat Shanty Alb’m“ (1976), „Regenballade“ (1978) oder „Wilder Wassermann“ (2001). „Volkslieder sind wie Bäume – du kannst ihnen die Krone stutzen, die Wurzeln bleiben erhalten“, meint Achim Reichel nun zu seinem neuen Album. Auf „Volxlieder“ finden sich 15 traditionelle Lieder aus dem deutschsprachigen Raum, altehrwürdiges Liedgut wie „Die Gedanken sind frei“, „Der Mond ist aufgegangen“ oder „Röslein auf der Heiden“. Da Volkslieder von jeder Generation immer wieder anders ausgelegt werden, ist es die Aufgabe des kreativen Künstlers, die Lieder inhaltlich und stilistisch zu aktualisieren. Genau das gelingt Achim Reichel, der vor über vierzig Jahren mit den Rattles für Beat „made in Germany“ sorgte. „Volxlieder“ spielt mit der Tradition, hält sie dadurch lebendig und lässt sie Teil einer globalen Weltmusikkultur werden. (Amazon.de)

Booklet03A

Als Achim Reichel sein neues Album Volxlieder aufnahm, ahnte er wohl kaum, dass die WM ein neues, entspanntes Nationalbewusstsein auslösen würde. Ihm ging es beim Entstauben alten, deutschen Liedguts darum, „es aus den Fesseln der Falschheit zu befreien“. Und dafür hat er in der Vergangenheit schon mit Projekten wie Dat Shanty Alb‘m und deutschen Gedichtvertonungen auf Regenballade ein großes Talent bewiesen. Von den 15 Liedtexten dieser CD sind viele über die Jahrhunderte hinweg politisch missbraucht und inhaltlich verfälscht worden. Reichels informative AchimReichel01Anmerkungen in dem aufwändig gestalteten Booklet samt Textausschnitten und Notationen sind also auch ein bisschen Zeitgeschichte.

Musikalisch arbeitet er jedoch aus dem Bauch heraus, nähert sich den traditionellen Melodien intuitiv, macht sie auch rhythmisch zeitgemäß hörbar, befreit von falschem Pathos und Kitsch. Das Arsenal der eingesetzten Instrumente umfasst eine Bandbreite von Elektronik bis Exotik. Doch das größte Plus ist Reichels markante und gefühlvolle Bassstimme, die jedes Lied so glaubwürdig und authentisch klingen lässt, als sei es ihm gestern eingefallen. „Der Rosemund“ und „Der Lindenbaum (Am Brunnen vor dem Tore)“ instrumentiert er als zünftigen Country, „Die Gedanken sind frei“ segelt mit Flöte und Bläsern dahin, eine folkige, mitreissende Liebesballade ergibt „Du liegst mir (im Herzen)“. Aus „Im schönsten Wiesengrunde“ wird eine nachdenkliche Rockballade, „Der Mond ist aufgegangen“ zur meditativen Lautmalerei, „Röslein auf der Heiden“ klingt leichtfüßig frivol, und von ausgelassener Fröhlichkeit sind „Ick bün Kock, segt he“ und „Weisst du wieviel Sternlein stehen“, ganz überraschend als Blasmusik-Landler umgesetzt. Eine Volkslied-Renaissance wird Reichel wohl nicht auslösen, aber vielleicht einen offeneren Blick auf zeitlose Schönheit. (Ingeborg Schober)

Auch wenn er keine „Volkslied-Renaissance“ ausgelöst hat, das Album hat Eindruck gemacht und zwar mächtig und das mit mehr als gutem Grund. Klar, es gab Formationen wie Liederjan u.a. die schon viel, viel früher versuchten, deutsches Liedgut von dem Mief früherer Interpretationen zu befreien (und das machten sie auch wahrlich nicht schlecht), aber Achim Reichel setzte diese Bestrebungen dann noch eine weitere Krone auf …

Und so kann man sich nun an einen Werkvergleich machen: „Hohe Tannen“ in der Fassung von Ronny und in der von Achim Reichel …

Und mein herzliches Dankeschön geht an den spendablen Herrn Ärmel, der mir diese Leihgabe zur Verfügung stellte !!!

Booklet05A

Besetzung:
Uwe Granitza (bass, tuba, trombone)
Achim Reichel (guitar, dobro, bandoura, bouzouki, bass, percussion, keyboards, vocals)
Pete Sage (violin, mandoline, guitar, accordeon, background vocals)
Berry Sarluis (accordeon, harpsichord, keyboards, background vocals)
Frank Wulff (harp, celesta, flute, guitar, zither, hurdy-gurdy, harmonium, background vocals)
Helge Zumdieck (drums, percussion)
+
Piet Abele (piano bei 12.)
Stoppok (banko bei 01.)

CoverIllustration

Titel:
01. Der Rosenmund 3.35
02. Der Lindenbaum (Am Brunnen vor dem Tore) 2.32
03. Die Gedanken sind frei 2.38
04. Hohe Tannen 3.09
05. Im schönsten Wiesengrunde 4.02
06. Kein Feuer, kein Kohle 2.40
07. Der Mond ist aufgegangen 3.10
08. Oh wie kalt ist es geworden 3.38
09. Röslein auf der Heiden 2.28
10. Leise zieht durch mein Gemüt 2.41
11. Du liegst mir (im Herzen) 2.53
12. Die Ballade von den Königskindern 5.18
13. Weisst du wieviel Sternlein stehen 3.13
14. Ick bün Kock, seht he 2.53
15. Hammonia 2.34

Alle Lieder: Traditionals

CD1

 

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Alpenländler Chor mit Jodler und Schuhplattler Gruppe – Grüsse aus den Bergen (60er Jahre)

FrontCover1Vielleicht sollte ich ja mal einen Antrag stellen, dass dieser blog als staatlich anerkannte Dokumentationsstelle für deutsches Liedgut aus unterschiedlichsten Dekaden und unterschiedlichsten Musikrichtungen anerkannt wird.

Als Beispiel für mein segensreiches Wirken könnte u.a. dann auch dieser Beitrag dienen.

Von dieser LP weiß ich erstmal nur, dass es sie gibt .. Und ich weiß dass ein „Dr. Magnus E. Bucher“ bei den Aufnahmen die musikalische Leitung inne hatte. Der stammte aus Kolbermoor/Oberbayern und war für viele volkstümliche Aufnahmen dieser Art verantwortlich.

Und erschienen ist diese LP (vermutlich Anfang/Mitte der 60er Jahre) auf dem Label „Florett“; dieser wiederum war ein Sublabel von Falcon Schallplatten aus – ausgerechnet – Hamburg.

Und wie hören, wie es dann oftmals so schön heißt „unverfälschte Volksmusik“ aus der bayerischen Alpenregion …

Schlierachtal.jpg

Das Schlierachtal mit dem Schliersee/Obb.

Mein Prädikat: nett und angenehm … oder so.

Aber wenn da sich bei mir nicht immer wieder dieses Wissen meinerseits hochkommt, dass diese ländliche Musik schon auch für Regionen steht, deren Engstirnigkeit und zuweilen auch deren Borniertheit vielen Menschen das Leben zur Hölle gemacht hat (da denke ich nicht nur an die „Jagdszenen aus Niederbayern“).

Und so kündet diese Musik von angeblichen Zeiten, in denen alles noch harmonisch und in Ordnung war … die gute alte Zeit eben.

Ach ja, diese LP stammt aus dem Nachlass der Familie einer mir sehr liebgewordenen alten Freundin. Die Familie stammte ursprünglich aus dem Egerland, aber nach der Vertreibung war es dieser Familie wohl auch wichtig, sich auch den Klängen der neuen Heimat zuzuwenden.

Postkarte

Schaut ja schon schön aus … 

Besetzung:
Alpenländler Chor mit Jodler und Schuhplattler Gruppe

Musikalische Leitung: Dr. Magnus E. Bucher

BackCover1.JPG

Titel:
01. Schnell-Polka 1.34
02. Singvogel Zeisei 2.09
03. Bayerisches Potpourri 2.26
04. Schlierachtaler Dreigesang 1.40
05. Mühlbacher Holzmusikmarsch 2.01
06. S´zwiderne Dirndl 1.57
07. Harmonika-Landler 2.03
08. Hoch is´der Kirchturm 1.46
09. Reit im Winkel 2.03
10. Schnapseinbringer 2.30
11. D´Maien-Zeit 2.26
12. Auerhahn-Polka 1.19
13. Wenn i hoamgeh vom Dirndl 2.26
14. Mühlradl-Polka 1.10
15. He-Juche 1.28
16. Landlerfreuden 2.14
17. A viereckats Wieserl 1.29
18. Hackbrettlmusi 2.18

LabelB1

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TodesanzeigeBuchner

Bayrisch für Anfänger:

S´zwiderne Dirndl = Das griesgrämige Mädchen
Wenn i hoamgeh vom Dirndl= Wenn ich heimgehe vom Mädchen
A viereckats Wieserl = Eine viereckige Wiese