Verschiedene Interpreten – Leipziger Folk Sessions Vol. 1 – 18 aus 48 – Das Beste von der Barikade (1998)

FrontCover1Ein ganz besonderer Leckerbissen aus der deutschen Folk-Szene ist nun wirklich dieses Album …

Organisiert wurde diese Studio-Session von Jürgen B. Wolff, der in der DDR mit dem Duo Sonnenschirm  eine Ikone der dortigenFolk-Szene war und nach dem Ende der DDR unverdrossen weitermachte. Und was er hier auf die Beine gestellt hat, ist mehr als bemerkenswert.

“ Man wollte einfach mal wieder ein paar Volkslieder singen und in einer lockeren Runde Leipziger Musiker in einer Art Session zusammen eine CD einspielen. »Keine überzogene Rafinesse – Spontaneität war angesagt«, heißt es im Infotext.

CD-CoverEin Understatement, das durch die Musik Lügen gestraft wird. Wie oft haben wir uns gewünscht, die Gruppe Folkländer noch einmal in der Originalbesetzung jener legendären Langrille »…wenn man fragt, wer hat´s getan« (die inzwischen dankenswerterweise wieder auf CD wiederveröffentlicht wurde) zu hören. Allein, Sänger Jürgen B. Wolff war bisher mit dem Duo Sonnenschirm ausgelastet und der Rest der Truppe firmiert inzwischen nach personellen Wechseln unter dem Namen Bierfiedler überwiegend als Folkstanzband.

Nun spielen auf der vorliegenden CD zwar auch nur drei ehemalige Mitlieder der Originalbesetzung mit, aber neben Ulrich Doberenz (Kontrabaß) und Manne Wagenbreth (Mandoline, Bouzouki, Mundharmonika, Gesang) eben auch Jürgen B. Wolff (Gitarre, Sologesang), dessen unverwechselbare, leicht brüchige Stimme und unnachahmliche Art der Interpretation den Volksliedern das Gütesiegel der »Ostfolk«-Prägung verleihen und die CD »18 aus 48« beinahe wie eine »original«-Folkländer-Platte klingen läßt.

LeipzigerFolkSession1999

Natürlich machte seine Stimme allein nicht jenen Zauber aus, natürlich haben auch die swingend-leichtfüßigen und schräg-skurrilen Arrangements einen großen Teil dazu beigetragen, die voller Spielfreude in teils abenteuerlichen Kombinationen eingesetzen Instrumente nicht minder. Diese Qualitäten findet man hier wieder, nachdem sich den genannten »Alt«meistern eine junge Generation von Musikern zugesellt, die natürlich noch mehr Einflüsse aus moderner europäischer Folkmusik und aus der Welt- und Popmusik einbringen und die Arrangements klingen lassen, wie Folkländer nach einer Frischzellenkur. Allen voran die Uhlmann-Brothers Andreas (Posaunen, Flöten, Schalmei, Maultrommel) und Johannes (Knopfakkordeon, Geige) samt Cousin Till (Drehleier, Geige), zusätzlich vermerkt das Cover so klingende Namen wie Conny Plänitz (Geige), Anne-Kathrin Siegel (Gesang), Uwe Sterzik (Gesang), Dirk Wasmund (Saxofon, Klarinette), Jörg Wolf (Violoncello), Jens-Paul Wollenberg (Gesang) und Eduard Funkner (Balalaika).

Wen wundert´s, daß selbst so vielfach eingespielte Lieder wie »Das Bürgerlied«, »Die freie Republik«, »Das Blutgericht«, das »Badische Wiegenlied« oder »Trotz alledem« frischer und unverbrauchter klingen als die meisten anderen Interpretationen, die man kennt. Moderne deutsche Folkmusik eben, man möchte fast hinzusetzen: Endlich wieder.

Und der dezente Hinweis auf dem Cover, daß es sich um »Vol. I.« handelt, läßt die Hoffnung zu, daß die Rufe jener erhört werden könnten, die nach »meeehr, meeehr, meeehr« lechzen werden.“ (Ulrich Joosten im Magazin „Folker“). (*)

DieFreieRepuplik
Genau so isses … pfiffig, frech und herrlich erfrischend und ich bekam wieder so richtig Lust mich der „deutschenRevolution 1848“ zu beschäftigen …

Ein feines Cover mit vielen Informationen über die einzelnen Lieder (mir natürlich wieder nicht viel genug). So erfährt man z.B. über den Klassiker „Das Bürgerlied“: „War schon im Folkrevival der 70er Jahre ein gern gespieltes Stück, schon weil die im DDR-Alltag die unübliche Anrede Bürger vorkam“.

Klar, die Anrede Genosse war wohl weitaus verbreiteter.

Gewünscht hätte ich mir dann noch einen geschichtlichen Rückblick auf die damaligen Ereignisse, aber das ist jetzt schon arg dreist von mir … denn dieses Edition ist schon auch so außergewöhnlich und superb !

Beigelegt habe ich dieser Präsentation dann noch alle Texte sowie das kleine Magazin „Köpfchen (Ausblicke – Eindrücke – Rückblicke)“, vom März 1999, das sich nicht nur auf diese Aufnahmen bezieht, sondern sich u.a. auch mit dem Thema „Leipzig im Herbst ´89 – Die DDR-Liedermacher und die Wende“ beschäftigt. Lesenwert !

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Besetzung:
Ulrich Doberenz (bass)
Ingeborg Freytag (violin, percussion, vocals, harmonium)
Eduard Funkner (balalaika)
Conny Plänitz (violin)
Anne-Kathrin Siegel (vocals)
Uwe Sterzik (vocals)
Manne Wagenbreth (mandoline, bouzouki, harmonica, vocals)
Dirk Wasmund (saxophone, clarinet)
Jörg Wolf (violoncello)
Jürgen B. Wolff (guitar, vocals)
Jens-Paul Wollenberg (vocals)
Andreas Uhlmann (trombone, flute, schawm, jewish harp)
Johannes Uhlmann (accordeon, violin)
Till Uhlmann (hurdy-gurdy, violin)

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Titel:
01. Bürgermeister Tschech (Traditional/Gungl) 3.03
02. Das Bürgerlied (Traditional) 3.19
03. Mamele, gib mir Brot (Traditional/Wolff) 3,27
04. Die Gedanken sind frei (Traditional) 2.10
05. Lasst uns unsern Geist versenken (v. Fallersleben/Hering) 2.39
06. Sah ein Fürst ein Büchlein stehn (Prinz/Werner) 2.01
07. Die freie Republik (Traditional) 2.47
08. Wanderlust (Eichrodt/Wolff) 6.29
09. Bei einer Pfeif Tabak (v. Fallersleben/Traditional) 1.17
10. Das Blutgericht (Traditional) 4.52
11. Es lebe Hecker (Traditional/Wolff) 2.50
12. Die Festung von Landau (Traditional) 2.22
13. Das Altenburg-Lied (Traditional) 4.09
14. Robert Blum (Traditional) 2.57
15. Badisches Wiegenlied (Pfau/Traditional) 2.33
16. Der deutsche Philister (v. Fallersleben/Traditional) 2.38
17. Mein ganzer Reichtum ist mein Lied (Herwegh/Naumann) 3.39
18. Trotz alledem (Freiligrath/Traditional) 4.09

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Erich Kunz – Wiener Lieder (Folge 1) (60er Jahre ?)

FrontCover1Helfen denn nun die klassischen Weaner Lieder gegen die Corona Depression ? Ich habe mich einem Selbstversuch unterzogen.

Interpretiet werden sie auf diesem 10″ Album von Erich Kunz:

Erich Kunz (* 20. Mai 1909 in Wien; † 8. September 1995 in Wien) war ein österreichischer Opernsänger (Bariton).

Kunz war ab 1940 Mitglied der Wiener Staatsoper. Als Mitglied des Wiener Mozartensembles sang er über Jahrzehnte hinweg u. a. den „Papageno“ in Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte, den „Leporello“ in Don Giovanni und die Titelpartie in Le nozze di Figaro. Gastspiele führten ihn an nahezu alle bedeutenden Opernhäuser der Welt. Berühmt war auch sein „Beckmesser“ in Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg. In kleineren Partien – etwa als „Mesner“ in Tosca – stand er noch bis in die späten 1980er Jahre hinein auf der Bühne der Wiener Staatsoper. Auch als Interpret von gehobenen Wienerliedern erlangte der sehr humorvolle Künstler höchste

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Erich Kunz

Beliebtheit.

Erich Kunz ist in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt (Gruppe 40, Nummer 174).

Seine Tochter war die 1997 verstorbene Schauspielerin Nicolin Kunz. (wikipedia)

Und glaubt man den Quellen, dann zählten die Faltl-Kemmeter-Schrammeln

damals  zu den prominenteste Ensemble dieser Art.

Und wir hören hier ne bunte Mischung von Melodien, die man gemeinhin als „Wieder Lieder“ bezeichnet:

Hüllentext1

Zumindest zwei der Lieder sind sogar mir bekannt gewesen: „Mei Muatterl war a Weanerin“ und das legendäre „Fiakerlied“:

Hüllentext2

Helfen denn nun die klassischen Weaner Lieder gegen die Corona Depression ?

Mein Selbstversuch hat ergeben: Bedingt … zumindest für Leute wie mich, die jene Mischung aus Sentimentalität, Schmäh und auch einer gewissen Schlitzohrigkeit („Du guater Himmelvater“) durchaus gelegentlich zu schätzen wissen.

Dass dabei auch jede Menge Klischees bedient werden, ist mir natürlich bekannt und das nehme ich dann mal klaglos billigend hin.

BackCover1

Besetzung:
Erich Kunz (vocals)
+
Die Faltl-Kemmeter-Schrammeln

Booklet1

Titel:
01.Es steht ein alter Nußbaum (Zillner/Werner/Hochmuth) 2.36
02. Wenn der Herrgott net will (Arnold) 3.12
03. ‚S Nußdorfer Sternderl (Schneider/Fellner) 3.05
04. Fiakerlied (Pick) 3.11
05. Du guater Himmelvater (Alexander-Krakauer) 2.56
06. In Grinzing gibt’s a Himmelstrass’n (Werner/Hochmuth/Föderl) 2.40
07. Secht’s Leut’ln, so war’s anno Dreißig (Allmeder/Domanig-Roll) 3.20
08. Mei Muatterl war a Weanerin (Gruber) 3.06

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Fiaker

Fiaker im Wiener Prater – Künstler Moriz Jung (1912)

Bayerische Landesschule für Blinde – In den Kirschen (1986)

FrontCover1Hatten wir hier schon mal, die Bayerische Landesschule für Blinde, in München:

„… seit 1995 musizierten blinde Berufsmusiker in dem Ensemble „Blinde Musiker München“. Sie traten als Blaskapelle, Jazzband, Blockflötengruppe und Chor auf. Ihr Repertoire reichte von der Klassik über Volksmusik bis hin zur modernen Unterhaltungsmusik.

Ursprünglich als „Projekt“ Berufsausbildung für junge blinde Menschen 1991 vom Bayerischen Blinden und Sehbehinderten Bund e.V. geplant und gestartet, wurde die gemeinnützige GmbH Blinde Musiker 1995 als vom BBSB e. V. getragene Selbsthilfefirma in das Handelsregister eingetragen und mittlerweile schon mehrfach ausgezeichnet u. a. 2007 mit dem Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung.“ (Selbstdarstellung des Ensembles)

Damals dachte ich noch, dass das Album „Eine Reise durchs Jahr (1990)“ Der Startschuss für diese Musker hinsichtlich der Veröffentlichung von Tonträgern gewesen sei … Pusteblume, dieses Album ist bereits 1986 erschienen. Und bereits 1972 erschien das Album „Chor – Und Orgelmusik von Joh. Seb. Bach“

Anlass war wohl die Fertigstellung eines Erweiterungsbaues Landesschule für Blinde und den neuen Haupteingang nannte man „In der Kirschen“.

Und wir hören eine bunte Mischung: Viel Chorgesang (überwiegend volkstümliche Melodien, nicht nur aus Bayern; mit zuweilen rätstelhaften Titeln wie „Drei Rippen, drei Rappen“ oder „Tschihi, tschihi, mein Brauner“), Bläser- und Gitarrenmusik ( da erklingt z.B. die Eurovisionmelodie, komponiert von Marc-Antoine Charpentier  und zwar im Jahr 1692 !)

Ein bisschen Pfeffer dann bei „Old Joe Clark´s Boogie“.

Na ja. und dann noch ein stimmungsvolles „Yesterday“ von den Beatles in einer a-capella Version … schon beeindruckend.

Also: erneut eine beeindruckende LP (mir fehlt allein schon die Vorstellung, wie diese blinden Musiker die Noten erlernen bzw. lesen, geschweige denn den Ausführungen eines Dirigenten folgen können).

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Besetzung:

Kinder-  und Jugendchor, Volksmusikgruppen und Spielkreis (Leitung: Alfons Forstpointner)

Bläsergruppe (Leitung: Franz Schachtner)

Gitarren- und Flötengruppe (Leitung: Johannes Buch)

Orffgruppe und Kinderlied (Leitung: Walburga Mittel)

Anemone Jung (Solo-Gesang)

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Die Bayerische Landesschule für Blinde befand sich im Stadtbezirk 9 Neuhausen-Nymphenburg In den Kirschen 1. Sie wurde 2008 aufgelöst. Seitdem hat dort die Stiftung Landesblindenanstalt ihren Sitz.

Titel:
01. Die helle Sonn´ leuchtet jetzt herfür (Forstpointner) 1.38
02. Turmmusik (Brugk) 1.46
03. Baci cari (Monteverdi) 2.26
04. Menuett (Rathgeber) 1.10
05. Boarischer aus Oberbayern (Traditional) 1.22
06. Bibihenderl (Traditional) 1.17
07. Kirchdorfer Dreher (Traditional) 1.16
08. Nirgends ist´s so lustig und schön (Traditional) 1.48
09. Mineth (Traditional) 2.04
10. Tua do net a so (Traditional) 1.11
11. Drei Rippen, drei Rappen (Traditional) 2.03
12. Marienmenuett (Schwab) 2.17
13. Wie schön glänzt die Sonn´ (Traditional) 1.18
14. Tschihi, tschihi, mein Brauner (Traditional) 1.20
15. Europafanfare (Charpentier) 1.54
16. Ei, wie geht´s im Himmel zu (Traditional) 2.17
17. Intermezzo (Schmohl) 2.45
18. Warum zögerst du noch (Traditional) 2.15
19. In Napolli (Benedix) 1.23
20. Reicht die Hände euch zum Tanz  (Traditional) 2.03
21. Old Joe Clark´s Boogie (Martin) 1.25
22. Lob der edlen Musica (Forstpointner) 3.55
23. Yesterday (Lennon/McCartney) 2.20

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Mehr von den Musikern der Bayerischen Landesschule für Blinde:
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Franzl Lang – Stimmung beim Jodlerwirt (1967)

FrontCover1Vom Franz Lang war hier schon mal die Rede und zwar bezüglich einer EP von ihm aus dem Jahr 1958.

Und da wiederhole ich mich gerne:

Der Franz Lang konnte jodeln, dass einem ganz schwindelig werden kann:

Franzl Lang, bürgerlich: Franz Lang, (* 28. Dezember 1930 in Obersendling, München) ist ein deutscher Sänger, Jodler, Gitarrist und Akkordeonspieler. Er ist seit 1954 verheiratet mit Johanna und hat einen Sohn und eine Tochter.

Franz wuchs in München auf und erlernte nach der Schule den Beruf des Werkzeugmachers. Bereits als 9-Jähriger bekam er ein Akkordeon, das später zu einem seiner Markenzeichen wurde. Der Volksschauspieler Ludwig Schmid-Wildy holte ihn ins Münchner Platzl, wo er seine erste Bühnenerfahrung machte. Es folgten Probeaufnahmen und bald kam der erste Plattenvertrag. Seine Aufnahme Kuckucksjodler machte ihn berühmt. Zahlreiche Auftritte bei Rundfunk und Fernsehen folgten, in denen er sang und vor allem FranzLang01jodelte. Im Jahr 1956 trat er mit einem Titel im Film Salzburger Geschichten von Kurt Hoffmann auf; im Jahr 1961 übernahm er eine Nebenrolle im Heimatfilm Der Orgelbauer von St. Marien, in dem er unter anderem den Königsjodler sang. Im folgenden Jahr war er mit dem Lach-Jodler an der Seite von Kurt Großkurth im Schlagerfilm Tanze mit mir in den Morgen zu sehen und trat mit Franz noch a Gstanzl in Drei Liebesbriefe aus Tirol auf.

FranzLang2Im Jahr 1968 hatte er mit dem Kufsteinlied seinen größten Erfolg. Das mehrfach preisgekrönte volkstümliche Heimatlied über das kleine Tiroler Städtchen Kufstein wurde zu einem Evergreen der Volksmusik. Es wurde zwischenzeitlich von zahlreichen anderen Künstlern aufgenommen, so zum Beispiel von Heino, Maria und Margot Hellwig, Marianne und Michael.

In den 1970er-Jahren war er Dauergast bei den „Lustigen Musikanten“ im ZDF und bei anderen volkstümlichen Sendungen. Auch war er auf zahlreichen Konzertreisen zu hören und zu sehen. Mit über 500 eingesungenen Titeln, mehr als 10 Millionen verkaufter Tonträger, 20 Goldenen und einer Platin-Schallplatte gehört er zu den erfolgreichsten Sängern der Volksmusikbranche. (Quelle: wikipedia)

Und bei allen Respekt vor den Jodelkünsten des Franz Lang (man höre da mal „A trauriger Bua kann net jodeln “ und „), höre ich mir diese „heile Welt“ Lieder heute mal wieder an, so drängt sich so ganz massiv jenes Bayern auf, das machtgierig, bigott, verlogen und menschenverachtend war (und ist). Und ich bin mir fast sicher, Franz-Josef-Strauß jener Prototyp dieses Bayernlandes wird diese Musik erfreut haben …

Vorsorglich weise ich darauf hin, dass einige Titel auf Seite 2 trotz entsprechender Restaurierungsarbeiten akustische Störungen aufweisen.

FranzLangBesetzung:
Franzl Lang (vocals)
+
Die kreuzfidelen Isartaler (bei 01., 03., 05.,)
Die Obersendlinger (bei 02., 10.
Die Wendelsteiner Musikanten (bei 07.)
Toni Sulzböck (Zither) und seine Waxlsteiner Musikanten (bei 04., 08.)

BackCover1Titel:
01. Das Alpenglühn im Herzen (Zebisch/Albis) 2.35
02. Bringt’s mir an Eimer bayrisches Bier (Diernhammer/Daniel)
03. Frech aber zünftig (G´stanzl vom Franzl) (Diernhammer/Frauenberger) 3.14
04. A trauriger Bua kann net jodeln (Sulzböck/Rauch) 2.14
05. Lenerl, ge, laß mi do eini zu dir (Bachmann/Steiner)
06. Bergvagabunden (Diernhammer/Frauenberger/Lang) 2.45
07. Meine Heimat sind die Berge (Linner/Reichl/Frauenberger) 3.01
08. A Jodler is zum Jodeln da (Sulzböck) 1.58
09. I bin a Dudlhofer (Diernhammer/Frauenberger) 3.06
10. Mi juckt’s mi zuckt’s, wenn i a Musi hör‘ (Kronegger/Daniel/Anderle) 2.00
11. Der Loisl vom Loisbachtal (Waldenburg/Remar/Weisser) 2.56
12. Komm, jodeln wir einmal zu zweit (Sulzböck/Werner) 2.35

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Strauß

Mecklenburger Musikanten & Zippendorfer Blasmusik – Sing man tau (1977)

FrontCover1Und nun vergnügte Melodien aus der Region Mecklenburg.

Mecklenburg, mecklenburgisch Mäkel(n)borg ist eine Region im Norden Deutschlands und im südlichen Raum der Ostsee. Mecklenburg war ein jahrhundertealtes reichsunmittelbares Territorium mit eigener Geschichte und Kultur und ist heute der westliche und größere Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die größten Städte Mecklenburgs sind Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Wismar und Güstrow. Der Müritz-Nationalpark ist Deutschlands größtes Naturschutzgebiet im Binnenland.

Im Altsächsischen bedeutete mikil „groß“, im 10./11. Jahrhundert war das Wort Mikilinborg („große Burg“) gebräuchlich. Der Name bezieht sich auf die Burg Mecklenburg. Im Mittelalter wurde daraus mittelniederdeutsch Mekelenborch, später deutsch Mecklenburg. Im Renaissance-Humanismus wurde entsprechend der an eine griechische Übersetzung angelehnte Name Megalopolis für Mecklenburg gebildet, das entsprechende Adjektiv war Megapolitanus für „mecklenburgisch“.

Karte Mecklenburg

Das Wort Mecklenburg wird in der Umgangssprache der meisten Regionen wie [meːklənbʊɐç] oder Meeklenburch ausgesprochen. Das „e“ wird lang gesprochen (dies ist als deutschlandweite korrekte Aussprache des e zu verstehen; siehe: das CK im Norden) und das „g“ wie ein palatales „ch“. Die Veränderung des g im Auslaut ist ein Überrest niederdeutscher Phonologie.

Im mecklenburgischen Platt gebraucht man hingegen den alten sächsischen Namen Mękelnborg.

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Mecklenburg grenzt im Westen an Schleswig-Holstein, im Süden an Niedersachsen und Brandenburg und im Osten an Vorpommern. Natürliche Grenzen bilden im Norden die Mecklenburger Bucht, im Westen die Lübecker Bucht und zum Teil Trave mit Dassower See, Wakenitz, Ratzeburger See und Schaalsee, im Südwesten die Elbe und im Osten die drei Flüsse Recknitz, Trebel und Peene sowie Großer und Kleiner Landgraben. (Quelle: wikipedia)

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Tja … verdammt weit weg von mir als Münchner Kindl … Schade eigentlich.

Erst dachte ich ja, dass ich ne Kinder-LP in der Hand halte … vermutlich wegen dem eher kindgerechten Cover.

Weit gefehlt. Wir hören hier tradtionelle Volkslieder eben aus der Region Mecklenburg. uss man nicht mögen, aber ich kann die Bewahrung musikalicher Tradionen doch mittlerweile einiges abgewinnen.

Und so hört man z.B. „Wenn der Pott aber nu een Loch hat“ und erkennt nun, dass dieses Lied die Basis für den Klamauk-Klassiker „Ein Loch ist im Eimer“ (Medium Terzett !) war,

Und ich habe nun gelernt, dass  plattdeutsche“flietig“ für „fleißig, strebsam“ steht.

Und all die Musikanten spielen ganz wunderbar und fidel …

Aufgenommen wird diese musikhistorisch interessante Scheibe in den Tonstudios des DDR Rundfunks.

BackCover1

Besetzung:
Mecklenburger Musikanten und Chor
Zippendorfer Blasmusik

Musikalische Leitung: Wolfgang Ratzsch

Postkarte Redefin

Titel:
01. Herrn Pastor sin Kauh (Traditional) 3.23
02. An der Richtenberger Mühle (Roland) 2.07
03. Wenn der Pott aber nu een Loch hat (Traditional) 2.46
04. O Hannes wat’n Haut (Traditional) 1.44
05. Gruß an Warnemünde (Traditional) 1.52
06. Rosenpolka (Bohnenpott) (Traditional) 1.33
07. Dat du min leevsten büst (Traditional) 1.40
08. Gruß aus Redefin (Roland) 1.38
09. Oll Mann wull rid’n (Traditional) 2.10
10 Frisch auf (Traditional) 1.45
11. Herr Smid, Herr Smid (Traditional) 2.05
12. Nassentiner Wandermarsch (Traditional) 1.36
13. Annemarie, kumm danz mit mi (Traditional) 1.19
14. Snidertanz (Traditional) 1.30
15. Reigen unterm Lindenbaum (Traditional) 2.12
16. Trina, kömm mal vor de Dör (Traditional) 1.22
17. Lütt Anna Susanna (Traditional) 1.40
18. Die Post geht ab (Traditional) 1.38
19. Heidideldit, Marik is flietig (Traditional) 1.10
20. Sommerfest (Traditional) 1.59
21. Lott is dot (Traditional) 1.40
22. Hoppelpoppel (Traditional) 2.21

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Postkarte Warnemünde

Geschwister Well – Fein sein – beieinander bleibn (2013)

FrontCover1Als sich die Biermösl Blosn bei uns im schönen Bayernland aufgelöst haben, war die Trauer doch ziemlch groß (freilich nicht bei den Anhängern der CSU … die werden in Altötting mehr als eine Kerze angezündet haben.

Aber natürlich ging das Leben weiter und auch die musikalischen Aktivitäten der Well-Brüder. Zei von ihnen besannen sich auf ihre Familienwurzeln und gründeten mit anderen Geschwistern der Familie Well (insgesamt waren es 15 an der Zahl !!!) das Ensemble „Geschwister Well“ um gemeinsam mit dem Regisseur Franz Wittenbrink (er stammt aus eine Familie mit 13 Kindern) eine Art „bunte Revue“ über das turbulente Leben der Familie Well zu inszenieren.

Sie standen noch nie zusammen mit einem Bühnenprogramm auf der Bühne – außer in ihrer Kinderzeit. 6 der 15 Geschwister aus der Großfamilie Well, Stofferl und Michael von der Biermösl Blosn, die Wellküren Burgi, Bärbi, Moni und Karli Well erzählen in „Fein Sein, Beinander Bleibn“ aus ihrer Familiengeschichte. Man könnte es auch eine „Familienaufstellung auf volksmusikalischer Basis“ nennen. Gespielt wird Harfe und Zither, Hackbrett und Dudelsack, Nonnentrompete, Akkordeon, Alphorn, Trompete, Horn, Klarinette, Saxophon, Maultrommel, Flöte, Okarina, Schlagzeug, Regenmacher, Geige, Kontrabass, diverse Tuben und Brummtöpfe …

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Die 6 Geschwister zusammen mit Vater Hermann Well im Jahr 1964

Es wird gesungen und gespielt, gedichtet und gereimt, gejodelt und geschuhplattelt, gestritten und wieder versöhnt. Natürlich kommt bei jeder Vorstellung Familienbesuch vorbei, mal Gerhard Polt als Onkel, mal andere Geschwister, diverse Neffen und Nichten, der CSU-Ortsvorsitzende, der Bürgermeister, der Jagdpächter, genervte Nachbarn oder der Pfarrer, oder vielleicht schaut auch mal die 91-jährige Mutter nach dem Rechten. Für die Regie haben sich die Geschwister Well, kurz vor ihrem 50-jährigen Bühnenjubiläum, mit Franz Wittenbrink zusammengetan, der selbst aus einer 13-KinderFamilie stammt und mit seiner Regensburger Domspatzen-Vergangenheit reichlich Hausmusikerfahrung mitbringt. (Pressetext)

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Zuchtperle der Volksmusik:

Wenn Markus Söder zum „fränkischen Abszess“ wird: Zweieinhalb Wochen nach dem letzten Konzert der „Biermösl Blosn“ präsentieren sechs Well-Geschwister in München ihr neues Programm. Das Sextett rast im Eiltempo durch bayerische Geschichte, erfüllt CSU-Mann Thomas Goppel einen Wunsch – und klärt nebenbei noch jede Menge Großfamilienstreitigkeiten.

Auf der Bühne im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele ist an diesem Abend für die sechs Well-Geschwister eigentlich gar kein Platz. Harfen stehen dort herum, immer wieder eine Tuba, Trompeten, ein Kontrabass – und was nicht auf der Bühne steht, ist hinten feinsäuberlich an dünnen Seilen aufgehängt: Ukulelen, ein Banjo, eine Steirische Harmonika und geschätzt 17.400 weitere Instrumente, von deren Existenz man bis zu diesem Abend nichts wusste. Später werden auch noch drei Alphörner aus dem Boden herausfahren. Man stellt sich unweigerlich vor, wie vollgestellt mit Instrumenten seinerzeit das Haus der Wells in Günzlhofen gewesen sein muss.

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„Fein sein, beinander bleiben“ heißt da neue Programm, bei dem sich sechs der 15 Kinder der Musikerfamilie Well zum gemeinsamen Liederabend treffen. Auf der Bühne: Christoph „Stopherl“ Well. (Foto: dapd)

Das Musizieren, so viel vorweg, ist die eindrücklichste Leistung des Abends. „Fein sein, beinander bleiben“ heißt das Programm, bei dem sich sechs der 15 Kinder der Musikerfamilie Well zum gemeinsamen Liederabend treffen.

Christoph und Michael haben erst vor zweieinhalb Wochen in Fürth das Abschiedskonzert der bayerischen Kultcombo Biermösl Blosn hinter sich gebracht. Jetzt stehen sie ohne Hans, den Dritten im Bunde, auf der Bühne, was dem Motto des Abends einen etwas schalen Beigeschmack gibt.

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Aber Hans Well bleibt ja nicht untätig. Zusammen mit dem Kabarettisten Dieter Hildebrandt übt er ein eigenes Programm ein, das am 10. Februar in Stein an der Traun Premiere hat. Dafür mischt in den Kammerspielen Bruder Karli mit, der bei einem anderen Familienprojekt, den Well Buam auch die Klarinette spielt – und dazu sind noch die drei Schwestern Bärbi, Burgi und Moni, die sonst als Wellküren auf Tournee gehen, gestoßen.

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Franz Wittenbrink

Komplettiert wird die Combo durch die inzwischen 92 Jahre alte Mutter Traudl, sie ist für die Zither eingeteilt. Zumindest dann, wenn sie Zeit hat – so steht es im Programmheft. Und an diesem Abend hat sie Zeit.

Zusammen mit Regisseur Franz Wittenbrink, den man in den Kammerspielen von seinen erfolgreichen Liederabenden „Männer“ und „Denn alle Lust will Ewigkeit“ kennt, haben die Well-Geschwister ein Programm zusammengestellt, das in seiner Optik geradezu minimalistisch daherkommt.

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Visuelle Effekte gibt es nicht – wenn man von der idyllischen Heidi-Landschaft absieht, die immer wieder als Hintergrundbild eingeblendet wird. Und auch die Rahmenhandlung engt das Programm nicht unnötig ein: Sie besagt, dass das Sextett nach Jahren des finanziellen Darbens nun den kommerziellen Erfolg sucht und für die Auftritte bei einer Rohrverlegerfirma, einem Pharmakonzern und bei einem Oktoberfest-Imitat in den USA (gesponsert von einer Weißwurstfirma „im Joint-Venture mit Alfons Schuhbeck“) probt.

Genügend Freiräume also für den hintergründigen Well’schen Wortwitz, für allerlei Gemeinheiten und jede Menge familieninterner Frotzeleien. So landet man in der fiktiven Volksmusiksendung Zuchtperle der Volksmusik, bei einer „Weihwasser-Pipeline“ von Tschenstochau nach Altötting, entdeckt Gemeinsamkeiten der bayerischen und chinesischen Sprache („Bier hamma nimmi, sauf ma halt a Wassi“) und erlebt, wie Mutter Traudl vom Nikolaus – Gerhard Polt mit einem Gastauftritt – die Leviten gelesen bekommt.

Natürlich kommt auch der Well-Auftritt in den Kammerspielen nicht ohne die durch die Biermösl Blosn Kult gewordenen Spott-Attacken auf die CSU aus. An diesem Abend ist es der Song „Im Darm“, der Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gewidmet ist, und Neu-Finanzminister Markus Söder zum „fränkischen Abszess“ sowie Verkehrsminister Peter Ramsauer zum „Zeck“ macht.

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Der ehemalige Wissenschaftsminister Thomas Goppel, so erzählen die Wells, sei an sie mit der Bitte herangetreten, doch endlich mal etwas Nettes über die CSU zu singen. Das hat er jetzt davon.

Kurz vor der Pause schließlich lassen die Geschwister in einem Lied die bayerische Geschichte Revue passieren. Während über die Leinwand Familienbilder der Wells aus den vergangenen Jahrzehnten ziehen, schleudern die Musiker Stichwort für Stichwort wie aus einer Pistole ab: Uschi Glas, Nicki, Sedlmayr, Laptop, Lederhose, Gammelfleisch, Problembär, Trappatoni, Mixa, Guttenberg – das Publikum tobt vor Freude.

Dabei sind das noch nicht die besten Momente des Programms, das – mit Pause – fast drei Stunden lang dauert. Beeindruckend ist vor allem das musikalische Können der Geschwister. Wie sie problemlos von einem zum anderen Instrument wechseln, die Ukulele weglegen und dafür die Klarinette ansetzen, Blockflöte spielen und Tuba, Dudelsack und Banjo, Harfe und Saxophon und dazu auch noch singen, das macht den Wells so schnell niemand nach.

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Es mischen sich Beethoven und Queen im Alphorn-Medley, da werden anspruchsvolle Trompeten-Soli dargeboten, wie man sie sonst auch bei den Philharmonikern im Gasteig hört (was auch nicht wundert, schließlich wurde Christoph Well seinerzeit von Generalmusikdirektor Sergiu Celibidache als Solotrompeter zu den Münchner Philharmonikern geholt).

Und weiter geht es: Stubenmusik mit Nonnengeige und Brummtopf. Yellow Submarine. Carmen von Georges Bizet. Mendelssohn. Angus Young. Highway to Well! Das alles wirkt einfach, spielerisch leicht geradezu, als wäre der Auftritt in den Kammerspielen keine Premiere sondern ein Abschlusskonzert.

Natürlich wird auch gestritten, das gehört sich schließlich so für eine ordentliche Großfamilie. Wie ein roter Faden zieht sich die Frage durch das Programm, wer wem damals den Schürhaken ins Gesicht gehauen hat. Am Ende eskaliert der Streit – musikalisch. Das Sextett trötet und hupt wild durcheinander – um sich dann beim Abschlusslied „Fein sein, beinander sein“ wieder als verschworene Familien-Clique zu präsentieren.

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Und so ist der Liederabend der Well-Geschwister auch eines: eine Ode an die Familie, deren Bande so eng sind, dass sie nichts zerreißt. Kein Schürhaken, kein vergeigter Einsatz – und auch nicht das Ende der Biermösl Blosn. (Fast drei Stunden dauert das Programm in den Münchner Kammerspielen. (Tobis Dörfler, Süddeutsche Zeitung vom 6. Februar 2012)

Das eigentliche Programm dauerte fast 3 Stunden, von daher it auf diesem Album nur ein klener Ausschnitt zu hören (zumindest ne Doppel-CD hätte es schon sein können !)

Eigentlich überflüsig zu erwähnen, dass hier ein Ensemble von hochkarätigen Volksmusikanten am Werke waren, allen voran natürlich der Stofferl Well, der über eine klassische Ausbildung verfügt.

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Und so gibt es eine roßartig launige Musikmischung … neben traditionellen Klängen erklingt dann noch der Bolero von Ravel oder aber auch, man glaubt es kaum „Highway To Hell“ in einer ganz speziell bearbeiteten Fassung („Schwager“).

Und dann gelingt es dem Ensemble in dem Lied „Auf beim Spund“ eine bitterböse und dennoch vergnügliche Zeitreise durch das Bayernland mit all seinen Skandalen und Ereignissen der letzen Dekaden zu zelebrieren.

Achja … und gerappt wird dann auch noch („40 Cent“) und auch hier kabnn man sich davon überzeugen, dass ihre Texte weiterhin auch bissig-sarkastisch sein können … angesichts unserer Zeiten geht das wohl auch gar nicht anders.

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Und mittendrin, Mutter Gertraud Well (Jahrgang 1919)

Und auh deshalb drängt mich geradezu, hier auch ein paar Informationen zur Mutter, der Getraud Well  loszuwerden:

Traudl Well (eigentlich Gertraud Well, Geburtsname Gertraud Effinger; * 19. November 1919 in Schiltberg; † 16. Januar 2015 in Günzlhofen) war eine deutsche Volksmusikerin und 15-fache Mutter, deren Kinder als Vorreiter der neuen Volksmusik in Bayern bekannt wurden.

Traudl Well war die Tochter von Lorenz Effinger, der Bader in Schiltberg war. Gerne hätte sie Medizin studiert, doch erlaubten es die finanziellen Verhältnisse nicht. Sie wurde Arzthelferin, schon im Alter von 14 Jahren arbeitete sie bei einer Arztfamilie in Hilgertshausen, bei der sie auch im Haushalt half.

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Sie heiratete Hermann Well (1913–1996), einen Lehrer. Mit ihrem Mann lebte sie von 1949 bis 1954 in Willprechtszell, zeitweilig in Sielenbach, und ab 1956 in Günzlhofen. Das Paar wurde durch seine Kinder bekannt: Stofferl, Michael und Hans Well bildeten die Biermösl Blosn. Die Töchter zogen bald nach und wurden unter dem Namen Wellküren wie ihre Brüder weit über die Grenzen Bayerns bekannt. Traudl und Hermann Well zogen ihre 15 Kinder in finanziell engen Verhältnissen auf. Für Lebensmittel hatte sie 340 Mark im Monat zur Verfügung, abzüglich der Mietkosten.[6] Schon früh förderte sie die musikalische Ausbildung der Kinder und übte Musikstücke ein, mit denen die Familie auftrat. Ihr Mann übte mit den Kindern das Singen, sie lehrte sie, Flöte zu spielen.

Traudl Well lernte im Alter von 40 Jahren das Zitherspiel und als 55-Jährige Harfe, um mit auf der Bühne stehen zu können. 2005 nahm sie mit ihrem Sohn Hans für den Bayerischen Rundfunk einige Zither-Stücke auf. 2007 porträtierte das Magazin Vogue Traudl Well in einem ausführlichen Bericht. Auftritte hatte sie noch mit mehr als 90 Jahren. So wirkte sie 2012 mit ihren Söhnen und Töchtern beim Hausmusikabend Fein sein, beinander bleiben unter der Regie von Franz Wittenbrink in den Münchner Kammerspielen mit.

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Gertraud Well mit Campino

An der Volkshochschule in Olching gab Traudl Well bis ins 90. Lebensjahr Kurse im Herstellen von Klosterarbeiten aus Wachs. Die Anleitungen gab sie anschließend weiter zu Hause.[9]

Traudl Well konnte noch ihren 95. Geburtstag feiern. Ihren letzten Auftritt hatte sie am vierten Adventssonntag 2014 in der vollbesetzten Wallfahrtskirche Herrgottsruh bei Friedberg, in der vier Generationen der Familie Well das Krippenspiel aufführten.

Sie hinterließ 15 Kinder, 36 Enkelkinder und 31 Urenkel.

Traudl Well war Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Verliehen wurde ihr die Auszeichnung 2006 „für ihren Einsatz bei der Pflege der Volksmusik und Volkskultur“.

Zu ihrem 90. Geburtstag verlieh die Gemeinde Oberschweinbach Traudl Well die Ehrenbürgerwürde. Ausgezeichnet wurde sie für ihren Einsatz „zur Erhaltung des ländlichen Brauchtums und für ihren Beitrag zur Bereicherung des kulturellen Dorflebens“.

Traueranzeige

2009 nahm Traudl Well stellvertretend für ihre Familie den Tobi-Reiser-Preis entgegen, den die „Freunde des Salzburger Adventsingens“ verleihen. Ausgezeichnet wurde die Familie für ihre „ausgeprägten musikalischen Traditionen“, die eine „generationsübergreifende Vermittlung und Weiterentwicklung für einen zeitgemäßen Umgang mit Traditionen“ ermöglichten. (Quelle: wikipedia)

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Am Anfang dieses Albums hört man sie z.B. mit dem harschen Befehl: „Jetzt fang´s doch endlich amal o !“

Und das sollten jetzt auch die Leser dieses blogs machen, und sich diesen ganz speziellem Genuss einer bayerischen Familiengeschichte der besonderen Art hinzu gegeben.

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Zuvor will ich aber noch darauf verweisen, dass ich der Präsentation des Theaterprogramms der Münchner Kammerspiele zu dieser Revue beigelegt habe, denn ich hatte das große Glück, dieses Spektakel auch mal live und in Farbe beizuwohnen.

Liveaufnahme aus den Münchner Kammerspielen, Dezember 2012

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Besetzung:
Bärbi Well (harp, tuba, vocals)
Burgi Well (trombone, guitar, vocals)
Christoph „Stofferl“ Well (alle nur denkbaren Instrumente, vocals)
Kal Well (clarinet, accordeon, guirtar, saxophone, bass, alphorn)
Michael Well (tuba, hurdy-gurdy, banjo, guitar, accordeon, alphorn, guitar)
Monika Well-Hösl (dulcimer, saxophone, vocals)
+
Gertraud Well (zither, diverse Kommentare zum Zeitgeschehen)
+
der Gerhard Polt mischt auch mit (19.)

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Titel:
01. Fein-sein-Polka (Ch.Well) 1.53
02. 15 G’schwister (Ch.Well/Well-Hösl) 2.40
03. Fein-sein-Mozart (Mozart) 3.03
04. Auf beim Spund (Traditional/Ch.Well/Well-Hösl) 4.18
05. Jiffy-Mixer (Traditional) 1.58
06. 40 Cent (Ch.Well/Schuster) 4.05
07. Ich hab die Nacht geträumet (Traditional) 3.00
08. Hochzeitspotpourri (Wagner/Mendelssohn) 3.55
09. Pflegefall (Wittenbrink/Ch.Well) 5.51
10. Familien-Bach (Bach) 3.12
11. Im Darm (Ch.Well/Wittenbrink) 3.10
12. Andachtsjodler (Traditional) 1.05
13. Alpenwahnsinn (Traditional) 2.45
14. Schwager (Young/B.Well/Well-Pixis/Well-Hösl) 3.48
15. Stubenmusik-Bolero (Ravel) 4.58
16. Familienaufstellung (Traditional/Ch.Well) 2.14
17. Instrumentenstreit (Wittenbrink) 3.16
18. Fein sein, beinander bleibn (Traditional) 1.53
19. Fein-sein-Gstanzl (Traditional/Ch.Well) 4.32
20. Innsbruck ich muß dich lassen (Isaak/Ch.Well) 2.13

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KarlKraus

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Verschiedene Interpreten – Züri Lieder (1983)

FrontCover1Da hast sich das „Tagblatt der Stadt Zürich“ im Jahre 1983 ja was nettes für seine Leser ausgedacht.

Und diese Tagblatt ist irgendwie schon was ganz besonderes:

Das Tagblatt der Stadt Zürich ist das städtische Amtsblatt von Zürich. Es enthält nicht nur amtliche Nachrichten, sondern auch einen redaktionellen Teil mit Berichten zum Stadtgeschehen, Kurzgeschichten, Veranstaltungskalender, Kolumnen, Kleininserate und Werbung.

Das Tagblatt der Stadt Zürich erscheint einmal wöchentlich am Mittwoch im Tabloidformat. Chefredaktor ist Andy Fischer.

Herausgeber des Tagblatts sind die Tamedia AG und die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) AG. Tamedia hält 85 % (bis 2007 60 %)[3] und die NZZ 15 % (bis 2007 40 %)[4] der Tagblatt der Stadt Zürich AG.

Seit Februar 2013 betreibt das Tagblatt auch ein Internet-Portal.

Ende 2013 kündigte der Zürcher Stadtrat den Vertrag mit dem Tagblatt der Stadt Zürich auf Ende 2016, weil neue submissionsrechtliche Vorschriften eine öffentliche Ausschreibung der Konzession verlangen. Geprüft wird zudem, die amtlichen Mitteilungen künftig vorzugsweise elektronisch zu publizieren, wie es auch auf Bundes- und Kantonsebene angestrebt wird. Der Vertrag trat 1985 für 10 Jahre in Kraft und wurde 1995 und 2005 jeweils stillschweigend um weitere 10 Jahre verlängert.

Das Tagblatt der Stadt Zürich hat eine WEMF-beglaubigte Auflage von 127’355 Exemplaren und erreicht 131’000 Leser (WEMF MACH Basic 2014-1).

ErstausgabeTagblatt

Erstausgabe vom 23. Februar 1730

Als Gründungszeitung des Tagblatts gelten die erstmals am 23. Februar 1730 vom im gleichen Jahr von Hans Jakob Lindinner gegründeten Zürcher Berichthaus herausgegebenen Donnstags-Nachrichten. Die Zeitung benannte sich 1781 in Donnstags-Blatt und 1801 in das zweimal wöchentlich erscheinende Zürcherische Wochenblatt um. Seit 1801 gab das Berichthaus parallel zum Zürcherischen Wochenblatt täglich (einschliesslich sonntags) ein Tagblatt der Stadt Zürich mit der von der Stadtpolizei geführten Fremdenliste heraus. Das Tagblatt übernahm schrittweise die Aufgaben des Zürcherischen Wochenblattes, worauf dieses ab 1843 nur noch mit zwei Seiten erschien und schliesslich ganz eingestellt wurde. Ende 1863 konnte das Tagblatt einen ersten Vertrag mit der Stadt Zürich als Amtsblatt abschliessen.

1974 erfolgte die Umstellung auf Gratisverteilung.

Als 1999 das norwegische Medienunternehmen Schibsted in Zürich die Gratiszeitung 20 Minuten und 2000 der schwedische Medienkonzern Metro International Metropol lancierten, bauten Tamedia und Neue Zürcher Zeitung als Abwehrmassnahme das Tagblatt zum farbigen Zürich Express aus. Das Produkt, das weiterhin auch Amtsblatt war, hatte auf dem Anzeigen- und Werbemarkt gegen 20 Minuten und Metropol jedoch keinen Erfolg. Tamedia drohte darauf, zusammen mit der Berner Zeitung auf Basis des Zürich Express eine Gratiszeitung unter dem Titel Express aufzubauen und ihr das Tagblatt der Stadt Zürich, zurückverwandelt aus dem Zürich Express, beizulegen. Die Drohung führte dazu, dass sich Tamedia und Berner Zeitung 2003 an 20 Minuten beteiligen und auf die Herausgabe des Express verzichten konnten. Metropol war von 20 Minuten bereits 2002 vom Markt verdrängt worden. Der Zürich Express wurde darauf Mitte 2003 mit neuem Layout wieder in das Tagblatt der Stadt Zürich zurückverwandelt.

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2005 übernahm das Tagblatt der Stadt Zürich die Quartierzeitung Die Vorstadt, die in Zürich-Nord mit rund 37’000 Exemplaren jeweils mittwochs erscheint.

Als Folge der Regionalisierungsstrategie des Tages-Anzeigers (die 2012 rückgängig gemacht wurde) mit einer Split-Ausgabe auch für die Stadt Zürich wurde im November 2006 das Format des Tagblatts auf Tabloidformat geändert und die Erscheinungsweise von fünf- auf nur noch einmal wöchentlich (mittwochs) reduziert, womit die bisher publizierten tagesaktuellen Meldungen aus der Politik, über Unfälle oder Gerichtsprozesse entfielen. Der Name «Tagblatt» wurde trotzdem beibehalten. Die Reduzierung auf ein Wochenblatt führte zu Anfragen im städtischen Parlament an die Stadtregierung. Diese nahm mit Bedauern vom Entscheid der Eigentümer des Tagblatts Kenntnis, sah jedoch keine Verletzung des gültigen Vertrages.

2010 führte das Tagblatt für die rund 30’000 Deutschen in Zürich eine «Deutsche Seite von Deutschen für Deutsche, die in Zürich leben» ein, was anfänglich zu heftigen Kontroversen führte.(Quelle: wikipedia)

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Und ob nun diese Auswahl von „Züri-Liedern“ leicht war oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis.

Auf jeden Fall bekommen wir hier nun ein buntes Spektrum von Klängen aus dem Herzen von Zürich zu hören. Und ich verspürte in mir so ne Art Faszination, vielleicht die gleiche Faszination die Auswärtige bekommen, wenn sie „Münchner Gstanzl“ oder ähnlich zu hören bekommen.

Denn: so mein Eindruck: Wir bekommen hier schon ursprüngliche und damit auch traditionelle Klänge aus dieser Stadt zu hören, aber eben noch in einer eher unverfälschten Form. Volksmusik eben und zwar überwiegend aus vergangenen Zeiten, der kecke Nöggi macht da eine spannende Ausnahme … von daher empfehle ich diese Aufnahmen, auch wenn man sprachlich so seine Schwierigkeiten haben wird … macht auch nix !

Und mir waren samt und sonders all die Sänger/innen gänzlich unbekannt … man lernt eben nie aus …

BackCover1Titel:
01. Martheli Mumenthaler & Kessler-Israng: S Landidörfli (Barmettler) 2.37
02. Margrit Rainer, Ines Torelli, Inigo Gallo, Jörg Schneider, Peter W. Staub, Ruedi Walter: I de Mitti vo de City (Kruse/Lienhard) 5.09
03. Nöggi: Ich bi verliebt i Züri (Nöggi) 3.39
04. Ruedi  Walter: De Heiri hätt es Chalb verchauft (Burkhardt/Lesch) 2.07
05. Ines Torelli, Hansjörg Bahl, Edi Huber: Am Bellevue (Wollenberger/Moeckel/Weissert) 2.45
06. Trio Eugster: Wann de Böögg verbrännt (Eugster/Rueger) 3.16
07. Ernst Neukomm + Orchester: Zürcher Sechseläuten-Marsch (Traditional) 1.26
08. Geschwister Schmid + Teddy Stauffer´s Original Teddies: I han en Schatz am schöne Zürisee (Bertinant) 2.27
09. Zarli Carigiet: Mis Dach isch de Himmel vo Züri Weissert/Wollenberger) 4.04
10. Margrit Rainer, Ines Torelli, Inigo Gallo, Jörg Schneider, Peter W. Staub, Ruedi Walter: Lueg vo de Langstrass unne (Wollenberger) 1.57
11. Margrit Rainer: Drumm wänns eine git, mys Chind (Burkhard/Wollenberger) 3.47
12. Vincenzo Biagi, Suzanne Klee, Monika Kaelin, Beatrice Aschwanden: Euses Züri-Tram (Gmür/Moeckl) 2.26
13. Lys Assia, Georges Pilloud: Oerlikon (Kasicz/Amstein) 2.25

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