Original Oberkrainer Quintett Avsenik – Goldene Schallplatte (1964)

FrontCover1.JPGDamals war er das Kontrastprogramm meiner Kindheuit und Jugend:

Slavko Avsenik (* 26. November 1929 in Begunje, Königreich Jugoslawien; † 2. Juli 2015 ebenda, jetzt Slowenien) war ein slowenischer Komponist und Akkordeonist.

Slavko Avsenik war zunächst Skispringer und als solcher Mitglied der damaligen Nationalmannschaft Jugoslawiens. Das Spielen auf dem Pianoakkordeon und der Steirischen Harmonika brachte er sich während seiner Militärzeit selbst bei. 1953 begann er im Trio Avsenik mit einem Gitarristen (Mitja Butara) und Bassisten (Borut Finzgar).

Slavko Avsenik gründete zusammen mit seinem Bruder Vilko Ovsenik die Musikgruppe Gorenjski Kvintet, die als Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer („Original Oberkrainer Quintett“) international bekannt wurde und mehr als 36 Millionen Tonträger verkaufte. Auch sind sie die Erfinder des „Oberkrainer Sounds“, der auch heute noch von einer Vielzahl von Musikgruppen gespielt wird.

Slavko + Vilko Avsenik

Die Brüder Slavko und Vilko

In der Regel besteht eine Oberkrainer Besetzung aus Akkordeon, Baritonhorn oder Kontrabass (Bass), Gitarre (Rhythmus), Klarinette, Trompete und natürlich aus ein- oder mehrstimmigem Gesang. Für einige Aufnahmen wurden auch Mundharmonika oder eine zweite oder sogar dritte Klarinette verwendet. Zusätzlich gibt es Alben mit Streichorchester und auch Blasmusik.

Obwohl der Oberkrainerstil Ähnlichkeiten mit der Ländlermusik aufweist, wurde er anfänglich keineswegs dieser zugeordnet. Er entspricht auch nicht der slowenischen Volksmusik. Vorwiegend werden 4/8-Polkas, Walzer sowie Märsche gespielt und natürlich auch Ländler mit typischer 4-Takt-Einleitung, wie z. B. der Bauern-Ländler. Eine Neuerung brachte dieser Stil jedoch auch damit, dass die Harmonik vieler Lieder sehr modern war und in die Jazzharmonik geht.

In fast jedem der Lieder sind Jazzelemente, wie Sextakkorde oder Sekundärdominanten (zumeist von der zweiten Stufe) zu finden. Diese Neuerung, vor allem in der Begleitung, ist wohl dem Gitarristen des Ensembles Leo Ponikvar zuzuschreiben, der vor seiner Zeit bei Avsenik als Jazzmusiker aktiv war und somit über das erforderliche Wissen verfügte.

OriginalOberkrainer01

Der größte Erfolgstitel von Slavko Avsenik ist das Trompeten-Echo (1954), das in der populären Aufnahme (veröffentlicht 1955) von einem Quartett (ohne Gitarre) eingespielt wurde und das sich zum Evergreen der volkstümlichen Musik entwickelte, sowie seither in zahlreichen Versionen (Blasorchester, a cappella etc.) aufgenommen wurde. Einem breiten Publikum wurde diese Komposition erst mit Hilfe von Fred Rauch bekannt, der zufällig den Titel in Radio Klagenfurt gehört hatte. In den 1970er Jahren war es die Erkennungsmelodie der ZDF-Sendung Lustige Musikanten und der monatlichen Hörfunksendung Wettstreit nach Noten des Deutschlandfunks. Auch für die ORF-Sendung Musikantenstadl wurde das Trompetenecho das Titellied. Weitere Erfolgstitel sind Auf der Autobahn, Slowenischer Bauerntanz und Es ist so schön, ein Musikant zu sein, sowie Planica, Planica, ein Song, der jedes Jahr wieder zu den Skiflug-Wettbewerben an der Letalnica-Schanze gespielt wird.

1992 übergab Avsenik seine Lieder vor allem an das Ensemble Gašperji (im Oktober 2009 in Kranjci umbenannt), welches er unter der Bezeichnung „Die Jungen Original Oberkrainer“ offiziell zum Nachfolge-Ensemble seiner Original Oberkrainer ernannte. Die meisten der langjährigen Mitglieder sind inzwischen verstorben: Der Trompeter Franc Košir (1930–1991), der Gitarrist Leo Ponikvar (1917–1992), der Klarinettist Albin Rudan (1933–2009) und der Baritonist und Bassist Mik Soss (1929–2004) leben nicht mehr.

Avseniks Sohn Slavko Avsenik Jr. zeichnet für die Arrangements vieler Stücke der Band Laibach verantwortlich. Sein Enkel Saso Avsenik gründete 2009 in Begunje zusammen mit sechs weiteren Musikern eine eigene Gruppe im Stil der Original Oberkrainer und feiert damit ebenfalls Erfolge; unter anderem trat er auch im Musikantenstadl auf.

Am 2. Juli 2015 starb Slavko Avsenik im Alter von 85 Jahren nach einer kurzen und schweren Krankheit. (Quelle: wikipedia)

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Nun, die Musik dieses Ensembles war in den 60er Jahren der Inbegriff von „veralteter“ Musik und von daher ist diese LP ein geradezu grandioses Kontrastprogramm zu all meinen Beat, Jazz und Schlagerproduktionen jener Zeit.

Und natürlich gibt es auch bei diesem Vinyl-Rip eine Geschichte … z.B., wie ich zu dieser LP kam: Nun, eine mir wirklich ans Herz gewachsene Freundin musste vor einiger Zeit den Tod ihrer Mutter verdauen … aber auch dafür sorgen, dass deren Wohnung geräumt wurde. Ich bat sie, die noch vorhandenen LP´s nicht auf der Müllkippe zu entsorgen, sondern mir zu geben … und jetzt erscheint sie halt noch einmal hier.

Und früher habe ich mich herzhaft amüsiert, über diese Musik. Heute schmunzel ich nur noch. Nicht weil ich nun ein glühender Verehrer von diesen Brüdern geworden bin, sondern weil mit bewusst wurde, dass sich nicht nur mein musikalisches Verständnis geändert hat.

Seit die Begrifflichkeit „World Music/Weltmusik“ sich zunehmender Beliebtheit erfreut, rückten plötzlich auch solche Polka-Klänge verstärkt in das Bewusstsein.

Und bei Licht betrachtet sind so etliche der Instrumentaltitel hier durchaus genießbar, habe gar ihren ganz eigenen Charme. Das klingt für meine Ohren aber bei den Gesangspassaen auch weiterhin nicht so.

Wie der Titel schon sagt, zelebrieren sie hier ihre erste Goldene Schallplatte (siehe Hüllentext am Ende des Beitrags)

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Besetzung:
Original Oberkrainer Quintett Avsenik

Avsenik01

Titel:
01. Die Oberkrainer kommen! (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.23
02. Trompeten-Echo (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 1.59
03. Unterm Regenschirm (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.40
04. Im Föhnwind (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.23
05. Wandern, o wandern (V.Avsenik/S.Avsenik/Souvan/Winterberger) 2.25
06. Trauntaler Bierpolka (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.28
07. Das Katerlied (V.Avsenik/S.Avsenik/Souvan/Rauch) 2.42
08. Chiri-Biri-Bela-Mara-Moje (Traditional)
09. Tam Kjer Murke Cveto (V.Avsenik/S.Avsenik/Souvan) 2.57
10. Gruß aus Innsbruck (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.01
11. Wenn hell die Sonne lacht (V.Avsenik/S.Avsenik/Souvan/Rauch) 2.28
12. Axamer Polka (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.50
13. Tiroler Länderler (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.31
14. Mein Schatz, leb wohl (V.Avsenik/S.Avsenik/Strnisa/Rauch) 2.23

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Franzl Lang – Singt und jodelt (1958)

FrontCover1Der Franz Lang konnte jodeln, dass einem ganz schwindelig werden kann:

Franzl Lang, bürgerlich: Franz Lang, (* 28. Dezember 1930 in Obersendling, München) ist ein deutscher Sänger, Jodler, Gitarrist und Akkordeonspieler. Er ist seit 1954 verheiratet mit Johanna und hat einen Sohn und eine Tochter.

Franz wuchs in München auf und erlernte nach der Schule den Beruf des Werkzeugmachers. Bereits als 9-Jähriger bekam er ein Akkordeon, das später zu einem seiner Markenzeichen wurde. Der Volksschauspieler Ludwig Schmid-Wildy holte ihn ins Münchner Platzl, wo er seine erste Bühnenerfahrung machte. Es folgten Probeaufnahmen und bald kam der erste Plattenvertrag. Seine Aufnahme Kuckucksjodler machte ihn berühmt. Zahlreiche Auftritte bei Rundfunk und Fernsehen folgten, in denen er sang und vor allem jodelte. Im Jahr 1956 trat er mit einem Titel im Film Salzburger Geschichten von Kurt Hoffmann auf; im Jahr 1961 übernahm er eine Nebenrolle im Heimatfilm Der Orgelbauer von St. Marien, in dem er unter anderem den Königsjodler sang. Im folgenden Jahr war er mit dem Lach-Jodler an der Seite von Kurt Großkurth im Schlagerfilm Tanze mit mir in den Morgen zu sehen und trat mit Franz noch a Gstanzl in Drei Liebesbriefe aus Tirol auf.

FranzLang2
Im Jahr 1968 hatte er mit dem Kufsteinlied seinen größten Erfolg. Das mehrfach preisgekrönte volkstümliche Heimatlied über das kleine Tiroler Städtchen Kufstein wurde zu einem Evergreen der Volksmusik. Es wurde zwischenzeitlich von zahlreichen anderen Künstlern aufgenommen, so zum Beispiel von Heino, Maria und Margot Hellwig, Marianne und Michael.

In den 1970er-Jahren war er Dauergast bei den „Lustigen Musikanten“ im ZDF und bei anderen volkstümlichen Sendungen. Auch war er auf zahlreichen Konzertreisen zu hören und zu sehen. Mit über 500 eingesungenen Titeln, mehr als 10 Millionen verkaufter Tonträger, 20 Goldenen und einer Platin-Schallplatte gehört er zu den erfolgreichsten Sängern der Volksmusikbranche. (Quelle: wikipedia)

Hier seine vermutlich erste Single (ne Auskoppelung aus der gleichnamigen ersten LP) und wie gesagt, der jodelt einen schwindelig … aber wenn er meinte „Jodeln ist modern“, so haben das damals vermutlich etliche halbwüchsigen Jugendliche ganz anders gesehen … deren Motto war wohl eher „Roll Over Beethoven“ (oder so).

Aber amüsant sind diese Aufnahmen dennoch alleweil.

FranzLangBesetzung:
Franz Lang (vocals)
+
Kapelle Thomas Wendlinger

BackCover1Titel:
01. Wenn ich verliebt bin, muß ich jodeln (Altenbuchner/Sulzböck) 3.27
02. Die Jodlerbraut (Reindl/Sulzböck) 3.03
03. A sauber’s Dirndl und a fescher Bua (Reindl/Altenbuchner/Sulzböck) 3.02
04. Jodeln ist modern (Reindl(Sulzböck) 2.47

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Verschiedene Interpreten – Ins Land der Franken fahren (1964)

FrontCover1Die Leute von Tempo Schallplatten in Pullach-Grosshesselohe (bei München) waren wohl so ab 1963 ganz beseelt, denn ihr Mundartkomiker Herbert Hisel  hatte doch einen beträchtlicher Erfolg.

Und so kam es wohl, dass man die „fränkische Note“ des Labels mit einer LP erweitern konnte.

Man produzierte „eine musikalische, höchst humoristische Frankenreise“, dabei handelte es sich um einen Live-Mitschnitt einer „öffentlichen Aufnahme“.

Und natürlich war der Herbert Hisel der Conférencier, der launing durch das musikalische Programm auf Seite 1 führte und hin und wieder mit seinen Kalauern das Publikum erfreute.

Zu hören sind dann Steff Lindemann und seine Nürnberger Stadtmusikanten, Das Dalheimer Trio und die Alfelder Moidla und diese Kapellen waren sicherlich sehr erfreut, dass sie im Dunstkreis von Herbert Hisel ihren Bekanntheitsgrad erhöhen konnten.

Auf Seite 2 ist er dann als Solist zu hören und zwar mit seiner allseits bekannten Nummer „Der Stammtischbruder“: Einerseits ein wirklich abstrus-abgedrehter Humor (und von daher wieder mal genau meine Kragenweite), andererseits – die Zeiten haben sich halt geändert – schon auch ganz schön heftig frauenfeindlich …

AlternativesFrontCover

Alternatives Frontcover

Titel:
01. Steff Lindemann + seine Nürnberger Stadtmusikanten: Frankenlied (Becker/v.Scheffel) 1.47
02. Steff Lindemann + seine Nürnberger Stadtmusikanten: Rothenburger Dreher (Traditional) 2.45
03. Herbert Hisel: Die goldene Maus (Hisel) 1.42
04. Das Dahlheimer Trio: Fränkische Volksweise (Traditional) 1.51
05. Die Alfelder Moidla: Wenn i glei net von Fieraboh bin (Traditional) 3.10
06. Herbert Hisel: Der Humor der Franken (Hisel) 2.34
07. Steff Lindemann + seine Nürnberger Stadtmusikanten: Wo ist denn as Gergla (Traditional) 3.01
08. Das Dahlheimer Trio: Fränkische Polka (Traditional) 2.37
09. Die Alfelder Moidla: Ansage + Draußen vor der Wirtshautür (Traditional) 3.03
10. Herbert Hisel: Der Stammtischbruder (Hisel) 13.08
11. Auf Wiedersehen im schönen Frankenland 0.14

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Chor- und Bläsermusik der Bayerischen Landesschule für Blinde in München – O Musica (1984)

FrontCover1.JPGAls ich vor einiger Zeit schon mal einen Beitrag über die Musikern der Bayerischen Landesschule für Blinde in München hier veröffentlichte, schrieb ich u.a. über die CD „Eine Reise durchs Jahr“:

Diese CD muss quasi der Startschuß für das bis heute erfolgreiche Projekt „Blinde Musiker München“ gewesen sein,  … (siehe hier)

Da hab´ ich mich aber sauber getäuscht, die diese LP nun belegt.

Dargeboten wurde auf dieser bereits 1984 veröffentlichten LP auf jeweils einer Seite „Madrigale und Spielstücke aus dem Barock“ sowie „Deutsche Volksweisen in alten und neuen Sätzen“ und das jeweils auf beeindruckende Art und Weise. Und schon wieder kann ich so das hohe Lied auf die Amateurmusiker singen …

Vieles kann man da entdecken und irgenwie ganz warum ums Herz wurde mir bei der „München Hymne“ „So lang der Alte Peter“ … diese Melodie begleitet mich seit meiner Kindheit und der Radiosender Bayern 3 verwendet sie als Erkennungsmelodie (freilich ca. 10 mal schneller gespielt als im Original)

Postkarte Alter Peter

Alte Postkarte mit dem Text des Liedes „Solang der Alte Peter“

Aber wenn ich dann das Lied „Mein Gott, wie schön ist deine Welt“ krieg ich einen Kloß im Hals und denke mir, eigentlich müsste das Lied ja „Mein Gott, wie schön könnte diese Welt sein“.

Unabhängig davon ist dies eine ganz und gar reizende LP und dann macht mich die Hülle dieser LP ein wenig traurig: Die beteiligten Musiker können diese Farbenpracht nicht sehen.

Franz Schachtner

Franz Schachtner

Besetzung:
Jugendchor unter der Leitung von Alfons Forstpointner
Bläsergruppe unter der Leitung von Franz Schachtner
Flötengruppe unter der Leitung von Walburga Mittel
Akkordeongruppe unter der Leitung von Johannes Buck
+
R. Sedlmeier (piano bei 18.)

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Titel:

Madrigale und Spielstücke aus dem Barock:

Bläsergruppe:
01. Trumpet Tune (Purcell) 1.18
02. Aufzug (Staden) 1.31

Jugendchor:
03. O Musika, du edle Kunst (Peuerl) 1.57

Bläsergruppe:
04. Spielstück (Prätorius) 1.42
05. Altdeutscher Tanz (Schein) 1.22

Jugendchor:
06. Holl, gut G´sell (Schein) 2.16

Flötengruppe:
07. Gavotte (Händel) 1.14
08. Menuett (Rameau) 2.37

Jugendchor:
09. Was mag doch diese Welt (Ahle) 2.22
10. Viele verachten die edle Musik (Bachofen) 1.35

Bläsergruppe:
11. Allemande I (Schein) 1.27
12. Allemande II (Schein) 0.58

Jugendchor:
13. Tanzen und Springen (Haßler) 1.20

Deutsche Volksweisen in alten und neuen Sätzen:

Bläsergruppe:
14. So lang der Alte Peter (Wiesberg) 1.01
15. Aiblinger Marsch (unbekannt) 0.55
16. Berner Marsch (unbekannt) 1.18

Jugendchor:
17. Der Käfer und die Blume (unbekannt) 2.57
18. So geht es im Schnitzelputzhäusel (unbekannt) 2.14

Bläsergruppe:
19. Horch, was kommt von draußen rein (unbekannt) 1.06
20. Muß i denn zum Städtele hinaus (unbekannt) 1.30

Akordeongruppe:
21. Fesche Minka, Mazurka (unbekannt) 3.12

Jugendchor:
22. Flogen einst drei wilde Tauben (unbekannt) 1.31
23. Wach auf, meins Herzens Schöne (unbekannt) 1.45
24. Mein Gott, wie schön ist deine Welt (unbekannt) 2.19

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Verschiedene Interpreten – Luis Trenker präsentiert – Unter unserem Himmel (1973)

FrontCover1Ich gestehe wieder mal freimütig, dass der Luis Trenker für mich in diesen frühen 70er Jahren eher in der Kategorie „Witzfigur“ landete als sonst wo:

Der Südtiroler Luis Trenker wurde als Alois Franz Trenker am 4. Oktober 1892 in St. Ulrich in Gröden, welches damals noch  zu  Österreich-Ungarn gehörte, geboren. Sein Vater war Grödner Bildschnitzer und Maler. Trenker besuchte die örtliche Volksschule, dann die Bürgerschule Josefinum in Bozen, anschließend war er für kurze Zeit Ingenieur-Lehrling im Elektrizitätswerk St. Ulrich.

Während den Ferien der Bozner Bau- und Kunsthandwerkerschule sowie der k.u.k. Realschule in Innsbruck ist er in Gröden als Berg- und Skilehrer tätig. Des Weiteren studierte er Architektur an der Technischen Hochschule in Wien, 1914 – 1918 diente er im 1. Weltkrieg und nach Kriegsende versuchte er erfolglos sich in Bozen eine kaufmännische Existenz zu gründen, darauf hin setzte er sein Architekturstudium fort und arbeite von 1922 bis 1927 als selbständiger Architekt in Bozen.

Seine damaligen ersten Pläne für einen Dokumentarfilm über Südtirol blieben unrealisiert.

Trenker01
Für den Film „Der Berg des Schicksals“ wurde Luis Trenker 1923 vom Bergfilm Regisseur Arnold Fanck zunächst als alpiner Berater, dann als Darsteller engagiert. Auch in den Folgefilmen „Der heilige Berg“ und in der „Der Große Sprung“  wirkte er als Schauspieler zusammen mit der ehemaligen Tänzerin Leni Riefenstahl mit. 1927 heiratet Trenker die Fabrikantentochter Hilda von Bleichert aus Leipzig und zieht 1928 mit ihr nach Trenker02Berlin, da sich die italienischen Behörden weigerten, sein Architekturstudium anzuerkennen. Die Filme „Der Kampfs ums Matterhorn“ und der „Ruf des Nordens“ folgen. Die Kriegsfilme „Berge in Flammen“ und „Der Rebell“ erringen auch die Aufmerksamkeit der Nationalsozialisten. Dank Carl Laemmels kann Luis Trenker dann erstmals in Hollywood englischsprachige Versionen seiner ersten beiden Filme herstellen. Weitere Arbeiten in Amerika und Filme in zwei Sprachversionen in Italien folgen. Trenker sieht sich zunehmend eingeschränkt in seinem Wirken in Nazi-Deutschland und zieht 1942 wieder nach Italien. Nach Kriegsende lebte er in Venedig und Rom, kehrte aber 1949 nach Tirol zurück und setzt mit der 1937 gegründeten Luis-Trenker-Film GmbH seine Filmarbeit in München fort. Bis 1957 entstehen verschiedene Spielfilme, doch diese können nicht an den Erfolgen der ersten Filme anknüpfen. Beliebter sind seine darauffolgenden Schriftstellerarbeiten und die daraus entstehenden Bergromane. Am 12. April 1990, im Alter von 98 Jahren stirbt Luis Trenker, Vater von zwei Söhnen, in Bozen. (Quelle: jagdhof.com)

Soweit eine arg zusammengestauchte Kurzbiographie … bei wikipedia findet man noch viel mehr an Informationen.

Bemerkenswert erscheint mir dann natürlich folgende Sätze in dem wikipedia Artikel:

„In seinen letzten Lebensjahren setzte sich Luis Trenker auch für den Umwelt- und Naturschutz ein und sprach sich etwa vehement gegen eine durch das Oberpustertal führende Neutrassierung der sogenannten „Alemagna“-Autobahn aus“

In seinen Texten, die er auf dieser LP spricht, kommt natürlich jene mich weiterhin störende religiös verbrämte Glorifizierung der Bergwelt zur Sprache, aber auch z.T. flammende Appelle, die Berg-Welt sauber zu halten … Keine Frage: auch aus dem Herzen eines wertkonservativen Menschens kann ein grünes Pflänzlein wachsen. Und in den Anfangstagen der Grünen waren ja auch so ein paar arg konservative Menschen mit an Bord (wer erinnert sich noch ?).

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Und die dargebotene Musik ist überraschend abwechslungsreich, positiv aufgefallen sind mir so einige Stücke wie z.B. „L’Allegrie“, „Preghiera Del Rocciatore“ und „Der Schlechinger“.

Und jeder kann ja für sich entdecken, ob er was auf dieser LP (zugunsten der Bergwacht) findet, was ihn anspricht.

Apropos Bergwacht: Ein von mir sehr, sehr geschätzer Arbeitskollege (der Franz) war in seiner Freizeit auch in der Bergwacht engagiert, viele Wochenende tat er dort seinen Dienst. Einmal wünschte er sich, dass er mal selber in der Bergen rumkraxeln konnte. Seine Frau wünschte ihm viel Glück und die Kinder winkten: Er steig aufs Matterhorn, dort trafen ihn und seine Kameraden einen unerwarteten Wetterwechsel, sie wendeten sofort … aber zu spät. Der Franz und seine 2 Kamerade erfroren auf dem Matterhorn … und an seinem Grab habe ich geweint … auch diese Erinnerung aus den 80er Jahren stieg bei mir wieder auf, als ich mich mit dier LP beschäftigte.

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Titel:
01. Der Ttrientiner Bergsteigerchor: L’Allegrie (Fauri) 1.50
02. Die Oberstaufener Finkengruppe: Holzmusikmarsch (Traditional) 2.33
03. Die Hannesle Buam: Grasecker Polka (A.Bertel/J.Bartel) 1.29
04. Luis Trenker spricht (1) 0.47
05. Die Walser Maika: Edelweiss (Fritz) 2.13
06. Rudi Boxler: Der Knöspeler (Boxler) 1.51
07. Partenkirchener Blasmusik: Raucher-Polka (Kothera/Hillmer) 2.34
08. Der Schlechinger Dreigesang: A weni kurz a weni lang (Traditional) 1.50
09. Luis Trenker spricht (2) 2.34
10. Der Ttrientiner Bergsteigerchor: Preghiera Del Rocciatore (Fauri) 3.26
11. Der Schlierseer Alpenchor: Grüass di Gott du Schöne (Traditional) 1.52
12. Das Scherrzither-Duo Lindauer: D’r Schlittlar (Lindauer) 1.03
13. Jugendblaskapelle Sonthofen: Alter Walzer aus Gunzesried (Traditional) 1.39
14. Luis Trenker spricht (3) 0.34
15. Willi Schuster: Stieralpler (Schuster) 1.37
16. Rudi Boxler: G’lachter Stück (Boxler) 2.05
17. Die Walser Maika: Der flotte Bursch vom Tal (Fritz) 1.59
18. Willi Schuster:  Grüss vom Hochifen (Schuster) 2.30
19. Der Schlierseer Alpenchor: Der Wetzstoa-Hans (Traditional) 1.47
20. Rudi Boxler: Tiroler Klarinetten-Landler (Traditional) 1.59
21. Das Boxler-Trio: Gott hat alles recht gemacht (Traditional) 1.55
22. Luis Trenker spricht (4) 1.19
23. Die Schlechinger Alphornbläser: Der Schlechinger (Anner) 1.22

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Sterbebild

Verschiedene Interpreten – Ein bunter Melodien-Strauß (1979)

FrontCover1Tja … all jene Buchclubs vergangener Jahre ,,, sind sie Vergangenheit … und selbst der Bertelsmann Konzern musste die Segeln streichen … das „CC Club Center“ gibt es längst nicht mehr …

Von daher ist diese Jubikläumsplatte zum 25jährigen Jubiläum dieses Clubcenters („25 Jahre Betreuung mit Herz“) ein „trauriges“ Relikt aus jener Zeit, in der Bücherclubs dieser Art versuchten mit günstigeren Preisen ihre Waren an den Mann zu bringen.

Ich jedenfalls habe sie geliebt, jene Buch-Club-Kataloge jener Zeit, die 1/4jährlich im Briefkasten lagen mit all ihren Lobpreisungen für diese spezielle Pressungen/Ausgaben „exklusiv für Club-Mitglieder“ (wenngleich ich damals einem anderen Buchclub angehörte).

Diese Jubiläumsplatte ist irgendwie lieblos zusammengestopselt worden … dabei wird durchaus gepflegte Unterhaltungsmusik geboten …  aufgeteilt in „Volkstümliche Känge“ und „Melodie und Rhythmus“ … und vielleicht war es ja auch jene Lieblosigkeit, die den Buch-Clubs den Garaus machten … aber das wäre eine ausführlichere Untersuchung wert.

Bis dahin kann man sich an den fidelen Klängen dieser LP erfreuen …

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Titel:

Volkstümliche Klänge:
01. Die Bückeburger Jäger: Der Jäger aus Kurpfalz (Rode) 2.09
02. Chor d. Kantorei St. Katharien Hbg.: Auf, auf zum fröhlichen Jagen (Traditional) 2.40
03. Die Bückeburger Jäger: Amboß-Polka (Parlow) 3.41
04. Chor d. Kantorei St. Katharien Hbg.: Lustig ist das Zigeunerleben (Tradtional) 2.58
05. Die Original Fidelen Egerländer: Im Rheinländer Schritt (Traditional) 3.50
06. Die Bergvagabunden: Wenn wir erklimmen (Traditional) 2.16
07. Die Oberländer Bauern: Enzian und Edelweiß (Sprangers) 2.21
08. Stabsmusikkorps der Bundeswehr: Bayerischer Defiliermarsch (Scherzer) 2.01

Melodie und Rhythmus:
09. Orchester Conny Mitchell: Joshua Fit The Battles (Traditional) 2.52
10. Enrico Talamo + Orchester: Dos Quitarras (Traditional) 3.35
11. Roger Garden And His Big Band: Ballad For Bugle (Traditional) 3.55
12. Pedro Gonzales And His Latin Band: La Bamba (Traditional) 2.52
13. Orchester Conny Mitchell: Poème (Traditional) 2.39
14. Pedro Gonzales And His Latin Band: Firework Conga (Traditional) 2.58
15. Roger Garden And His Big Band: Little Brown Jug (Traditional) 2.57

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Alpenländler Chor mit Jodler und Schuhplattler Gruppe – Grüsse aus den Bergen (60er Jahre)

FrontCover1Vielleicht sollte ich ja mal einen Antrag stellen, dass dieser blog als staatlich anerkannte Dokumentationsstelle für deutsches Liedgut aus unterschiedlichsten Dekaden und unterschiedlichsten Musikrichtungen anerkannt wird.

Als Beispiel für mein segensreiches Wirken könnte u.a. dann auch dieser Beitrag dienen.

Von dieser LP weiß ich erstmal nur, dass es sie gibt .. Und ich weiß dass ein „Dr. Magnus E. Bucher“ bei den Aufnahmen die musikalische Leitung inne hatte. Der stammte aus Kolbermoor/Oberbayern und war für viele volkstümliche Aufnahmen dieser Art verantwortlich.

Und erschienen ist diese LP (vermutlich Anfang/Mitte der 60er Jahre) auf dem Label „Florett“; dieser wiederum war ein Sublabel von Falcon Schallplatten aus – ausgerechnet – Hamburg.

Und wie hören, wie es dann oftmals so schön heißt „unverfälschte Volksmusik“ aus der bayerischen Alpenregion …

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Das Schlierachtal mit dem Schliersee/Obb.

Mein Prädikat: nett und angenehm … oder so.

Aber wenn da sich bei mir nicht immer wieder dieses Wissen meinerseits hochkommt, dass diese ländliche Musik schon auch für Regionen steht, deren Engstirnigkeit und zuweilen auch deren Borniertheit vielen Menschen das Leben zur Hölle gemacht hat (da denke ich nicht nur an die „Jagdszenen aus Niederbayern“).

Und so kündet diese Musik von angeblichen Zeiten, in denen alles noch harmonisch und in Ordnung war … die gute alte Zeit eben.

Ach ja, diese LP stammt aus dem Nachlass der Familie einer mir sehr liebgewordenen alten Freundin. Die Familie stammte ursprünglich aus dem Egerland, aber nach der Vertreibung war es dieser Familie wohl auch wichtig, sich auch den Klängen der neuen Heimat zuzuwenden.

Postkarte

Schaut ja schon schön aus … 

Besetzung:
Alpenländler Chor mit Jodler und Schuhplattler Gruppe

Musikalische Leitung: Dr. Magnus E. Bucher

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Titel:
01. Schnell-Polka 1.34
02. Singvogel Zeisei 2.09
03. Bayerisches Potpourri 2.26
04. Schlierachtaler Dreigesang 1.40
05. Mühlbacher Holzmusikmarsch 2.01
06. S´zwiderne Dirndl 1.57
07. Harmonika-Landler 2.03
08. Hoch is´der Kirchturm 1.46
09. Reit im Winkel 2.03
10. Schnapseinbringer 2.30
11. D´Maien-Zeit 2.26
12. Auerhahn-Polka 1.19
13. Wenn i hoamgeh vom Dirndl 2.26
14. Mühlradl-Polka 1.10
15. He-Juche 1.28
16. Landlerfreuden 2.14
17. A viereckats Wieserl 1.29
18. Hackbrettlmusi 2.18

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TodesanzeigeBuchner

Bayrisch für Anfänger:

S´zwiderne Dirndl = Das griesgrämige Mädchen
Wenn i hoamgeh vom Dirndl= Wenn ich heimgehe vom Mädchen
A viereckats Wieserl = Eine viereckige Wiese