Roberto Delgado – Caramba (1965)

FrontCover1Da haben wir wieder mal so ne Größe der deutschen Unterhaltungsmusik, die vorrangig in den 60er Jahren durch eine Flut von Aufnahmen auf sich aufmerksam machte:

Horst Wende (* 5. November 1919 in Zeitz; † 23. Januar 1996 in Hamburg) war ein deutscher Orchesterleiter, Komponist, Arrangeur und Akkordeonist. Er trat auch unter den Pseudonymen Roberto Delgado, Die Akkordeon Melodiker und Mister Pepper auf.

Horst Wende wirkte schon im Alter von sechs Jahren in der Tanzkapelle seines Großvaters mit. Er spielte Klavier, Akkordeon, Xylophon sowie Marimba. Nach seinem Abitur studierte er am Landeskonservatorium der Musik in Leipzig. Im Zweiten Weltkrieg wurde Wende als Soldat eingezogen. Gegen Ende des Krieges lernte er in einem britischen Gefangenenlager in Dänemark den Gitarristen Ladi Geisler kennen, mit dem er eine Band zusammenstellte.

Nach dem Krieg ließ sich Wende in Hamburg nieder, wo er mit Geisler (Gitarre), Hans Bekker (Schlagzeug) und Franz Rasch (Kontrabass) ein Quartett gründete, in dem er selbst Akkordeon spielt. Im Vergnügungsviertel St. Pauli fanden sie mit aktuellen amerikanischen Hits schnell ein begeistertes Publikum. Wende arbeitete unter anderem mit Edmundo Ros und dem noch unbekannten Freddy Quinn zusammen.

Passend zum Fasching ...

1950 wurde Wende, der praktisch alle populären Stilrichtungen beherrschte, von der Plattenfirma Polydor entdeckt. Dort nahm er, zumeist mit einer kleinen Besetzung, zahlreiche eigene Singles auf. Außerdem begleiteten Horst Wende und seine Tanz-Solisten namhafte Interpreten wie Lale Andersen, Melitta Berg, Bully Buhlan, Margot Eskens, Renée Franke, Gerhard Gregor, Monika Grimm, Friedel Hensch und die Cyprys, Udo Jürgens, Lonny Kellner, René Kollo, Detlev Lais, Danny Mann und Peter Steffen bei deren Schallplattenaufnahmen. 1956 nahm er mit Freddy Quinn den Titel Heimweh (Dort wo die Blumen blüh’n) auf. Die deutsche Version des US-amerikanischen Hits Memories Are Made of This hielt sich 14 Wochen auf dem ersten Platz der deutschen Charts. In den 1960er Jahren arbeitet Wende unter anderem mit Knut Kiesewetter zusammen.

1954 erschien erstmals eine Single von Wende unter dem Pseudonym Roberto Del Gado, das später in Roberto Delgado geändert wurde. Unter diesem Namen spielte Wende mit Studio-Orchestern vor allem Instrumental-Titel mit südamerikanischen Rhythmen sowie Cover-Versionen aktueller Hits ein. Außerdem wurden ganze Langspielplatten von Delgado Kompositionen aus Skandinavien, Russland, Griechenland, Israel und anderen Ländern gewidmet. Neben seinem Weggefährten Ladi Geisler wirkten namhafte Studiomusiker aus den Orchestern von Bert Kaempfert, Alfred Hause und James Last an den Produktionen mit. In den 1960er und 1970er Jahren fanden die Musikalben von Roberto Delgado im In- und Ausland großen Absatz. Zu seinen größten Single-Hits gehörten Mexico (1962) und Letkiss (1964). Parallel dazu erschienen weiterhin Schallplatten unter seinem eigenen Namen, die vor allem Polka- und Stimmungsmusik enthalten.

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Alernatives Front Cover

Wende, der sich Anfang der 1980er ins Privatleben zurückzog, starb am 23. November 1996 in seinem Wohnort Hamburg. Im Zuge des Easy-Listening-Revivals sind seit Ende der 1990er Jahre immer wieder Aufnahmen von Horst Wende alias Roberto Delgado auf CD erschienen. (Quelle: wikipedia)

Hier eine LP aus dem unerschöpflichen Repertoire des Horst Wende: Ebenfalls passend zum Karneval betörende Latin und Rumba Klänge aus Südamerika … ja, ja, wenn die Brasilianer erstmal Karneval feiern, dann bleibt uns Deutschen der Mund offen … Caramba !

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Auf diesen inlets konnte man sich dann immer informieren, was es sonst noch so gab … auch wenn es sich hier Werbung für EMI handelte (aber darin steckte meine LP halt)

Besetzung:
Roberto Delgado And His Orchestra

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Titel:
01. Rumba Tambah (Hernández) 2.01
02. Bésame Mucho (Velázquez) 2.52
03. Navidad Negra (Barros) 2.06
04. En Un Pueblito Español (Wayne/Lewis/Young) 2.27
05. Siboney (Lecuona/Manzo) 2.20
06. Moliendo Café (Manzo) 2.32
07. Macarenas (La Virgen De La Macarena) (Monterde) 2.11
08. El Manisero (The Peanut Vendor) (Simons/Sunshine/Gilbert) 2.52
09. Tres Palabras (Farres/Gilbert) 2.30
10. Amapola (Lacalle/Gamse) 2.55
11. Rumba De La Playa De Miami (Fields/Gamse) 2.07
12. Mucho Mucho (Grever/Paquale) 2.27
13. Marianella (Scotto) 2.15
14. Tabú (Stillman/M. Lecuona) 2.00

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Verschiedene Interpreten – Die Spitzenreiter 1959 (1960)

FrontCover1Jetzt steht mal wieder so ne heiter-vergnügliche Runde Nostalgie ins Haus. Die Hits des Jahres 1959 aus dem Hause Polydor kamen 1960 auf einem Sampler (sagte man damals noch nicht, der Ausdruck war wohl „Querschnitt“ oder so).

Nun, es ist eine interessante Zeitreise mit vielen unterschiedlichen Aspekten.

Da ist zum einen die Tatsache, dass sich etliche der damaligen Hits in das kollektive Bewußtsein jener Generation (und darüberhinaus !) eingebrannt hat. Damit meine ich z.B. Lieder wie „Mandolinen und Mondschein“, „Morgen“, „Die Gitarre und das Meer“,“Sugar Baby“ und allen voran natürlich der unverwüstliche „Kriminal-Tango“ von Hazy Osterwald.

Aber auch Bill Ramsey´s „Souvenirs“ macht bis heute einfach nur gute Laune.

Und dann lässt sich festellen, dass so etliche der damaligen Stars bis heute einen klangvollen Namen habe. So ist z.B. Peter Kraus bis heute noch aktiv. Apropos Peter Kreuz: ihn hört man auch bei dem Lied „Cowboy-Billy“ gemeinsam mit Jörg Maria Berg hatte er kurzfristig das Duo „James Brothers“ gegründet.

Und da gibt es auch noch ne Handvoll von Sängern, die den großen Sprung über all die Jahrzehnte nicht geschafft haben, wie z.B. das Duo „Tom und Tommy“ die hier den skurillen Song „Eine handvoll Heimaterde“ zum besten geben.

Die Gesangspartnerin von Louis Armstrong, Gabriele Clonisch beendete dann ihre kurze Karriere als Kinderstar im Jahr 1963.

Und auf einen Song will ich dann noch ganz besonders hinweisen: „Charly Brown“ von den „Honey Twins“ (dahinter verstecken sich die Sängerinnen Andrea Horn und Trixie Kühn); begleitet werden sie nämlich vom Max Greger Orchester und der ließ es sich nehmen am Ende des Liedes ein wirklich ganz schön heißes Saxophon-Solo zum besten zu geben … Respekt !

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Und das schreibt die ‚WDR4/Schallplattenbar“ über dieses Album:
Im Herbst 1960 startet die Plattenfirma Polydor mit der Langspielplatten-Serie „Die Spitzenreiter“ ein Großprojekt. Auf einen Schlag werden 11 LP’s mit den größten Hits der Jahre 1949 – 1959 veröffentlicht. Die Titelauswahl für ein abgelaufenes Schlagerjahr erfolgt zwar zwangsläufig aus der Retrospektive, aber in diesem Fall war der zeitliche Abstand teilweise doch schon erheblich. Die „Spitzenreiter 1959“, um die es hier geht, lagen allerdings noch nicht so weit zurück, was bei der Zusammenstellung sicher hilfreich war. Die folgenden Langspielplatten dieser Reihe erscheinen dann im jährlichen Turnus.

Für die Firma Polydor verlief das Jahr 1959 kommerziell gesehen äußerst erfolgreich und die Auswahl an Spitzenhits ist dementsprechend groß. Unter den umsatzstärksten Interpreten des Plattenkonzerns findet man wieder einmal Freddy, der dafür sorgte, dass auch diesmal die Seemannsromantik nicht zu kurz kam. Mit „Die Gitarre und das Meer“ und „Unter fremden Sternen“ bereichert er diese Kollektion als einziger Solist gleich mit zwei Aufnahmen. Dabei handelt es sich um die Titelmelodien der ersten beiden großen Freddy-Filme, die 1959 ihre Kino-Premiere erlebten. Natürlich ist auch Peter Alexander, ein weiterer Erfolgsgarant der Firma, wieder mit von der Partie. Dafür fehlt allerdings Caterina Valente, denn sie wechselte inzwischen zu Decca, in der Hoffnung, ihre Karriere auch international voranzutreiben.

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Dass mittlerweile auch die Teenager einen Großteil der Plattenkäufer ausmachen, sieht man daran, dass mehrere Titel dabei sind, die speziell für das junge Schlagerpublikum produziert wurden. Neue Namen wie Tommy Kent oder die Honey Twins sorgen für frischen Wind, während Peter Kraus und die James Brothers (Peter Kraus & Jörg Maria Berg) bereits unter den Spitzenreitern des Vorjahres zu finden waren. Dass dem Heimatschlager nicht ganz die Puste ausging, ist dem Duo Tom & Tommy zu verdanken. „Eine Handvoll Heimaterde“ blieb jedoch ihr einziger großer Hitparadenerfolg. Es fällt auf, dass diesmal nur noch die Hälfte der Titel von heimischen Autoren stammt. Coverversionen internationaler Hits sind deutlich auf dem Vormarsch.
Zu den Schlagerfavoriten 1959 gehört „Am Tag als der Regen kam“, gesungen von Dalida. Diese Aufnahme erschien allerdings bei der Firma Ariola. Die Polydor hatte den Titel mit einer gewissen Renée Ray nachproduziert. Hinter diesem international klingenden Pseudonym verbarg sich die Sängerin Renée Franke, die ihre große Zeit in den frühen 50er Jahren hatte. Von den Konsumenten wurde ihre Version zwar kaum beachtet, doch bei der Titelauswahl der vorliegenden LP griff man gern darauf zurück. Immerhin konnte man so auch einen Hit der Konkurrenz präsentieren. Diese Möglichkeit hätte man auch beim Nr.-1-Hit „Tom Dooley“ gehabt, der bei der Electrola vom Kingston-Trio in englisch und von den Nilsen Brothers in deutsch gesungen wurde. Die Polydor ließ diesen Schlager vom „Tom Dooley-Trio“ einsingen, zu dem u.a. Ralf Paulsen gehörte. Doch offenbar wurde das bei der Zusammenstellung dieser Schlagerauslese übersehen.

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Die Plattenhülle der LP zeigt – wie bei der kompletten Reihe üblich – ein Reitsportmotiv. Um das auf Anhieb zu erkennen, muß man in diesem Fall aber schon etwas genauer hinschauen. Auf der Rückseite sind alle Interpreten abgebildet. Wobei Peter Kraus gleich zweimal zu sehen ist: Zum einen als Solist, zum anderen als Mitglied der James Brothers. Fans von Kopplungen, die die großen Hits eines Jahrgangs zusammenfassen, dürfte diese Langspielplatte mit Sicherheit zufrieden stellen. Sogar für Raritätensammler ist etwas dabei, denn die Aufnahme mit Renée Ray ist bislang auf keiner CD zu finden.

Ob nun ein weißes Schiff nach Hongkong fährt oder ob Jacky Brown & Baby Miller in einer obskuren Taverne einen Tango tanzen – die „Spitzenreiter 1959“ bieten ein tolles und abwechslungsreiches Schlagerprogramm.

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Titel:
01. Freddy (Orchester Bert Kämpfert): Die Gitarre und das Meer (Olias/Pinelli) 2.28
02. Ivo Robić und die Song-Masters: Morgen (One More Sunrise) (Mösser) 2.34
03. Bill Ramsey (Orchester Werner Twardy): Souvenirs (Bartels/Coben) 1.53
04. Tom und Tommy (Horst Wende-Tanzsolisten): Eine handvoll Heimaterde (Peka/Zalatnay) 2.14
05. Peter Alexander (Orchester Erich Werner): Mandolinen und Mondschein (Mandolins In The Moonlight) (Bartels/Schroeder/Weiss) 2.35
06. Die James Brothers (Orchester Werner Scharfenberger): Cowboy-Billy (Busch/Scharfenberger/Pinelli) 2.38
07. Louis Armstrong und Gabriele (Orchester Erwin Halletz): Onkel Satchmo’s Lullaby (Bradtke/Halletz) 2.25
08. Freddy (Orchester Bert Kämpfert): Unter fremden Sternen (Fährt ein weisses Schiff nach Hongkong) (Olias/Pinelli) 2.49
09. Melitta Berg (Horst Wende-Tanzsolisten): Nur du, du, du allein (To Know Him Is To Love Him) (Relin/Spector) 2.26
10. Peter Kraus (Orchester Werner Scharfenberger): Sugar-Baby (Busch/Scharfenberger/Pinelli) 2.31
11. Hazy Osterwald-Sextett: Kriminal-Tango (Feltz/Trombetta) 3.32
12. Tommy Kent (Horst Wende-Tanzsolisten): Susie Darlin‘ (Luke/Mösser) 2.40
13.  Honey Twins (Orchester Max Greger): Charly Brown (Blecher/Leiber/Stoller) 2.10
14. Renée Ray (Orchester Glen Marshall): Am Tag als der Regen kam (The Day When The Rain Came) (Bader/Bécaud/Dalanoe) 2.47

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Verschiedene Interpreten – Nächte in Rio (1957)

FrontCover1.JPGIn den 50er Jahren war ja die Bundesrepublik voller Begeisterun für die Exotik aus aller Welt … das galt natürlich auch für Südamerika und vermutlich insbesondere für Brasilien, zumindest für jenes Brasilien, wie es sich Lieschen Müller vorstellte.

Diese Faszination wurde natürlich auch von diversen Orchestern genutzt, um mit „exotischen“ Melodien auf sich aufmerksam zu machen.

So ist auch dieses 10″ Album zu erklären und zu vertehen.

Eingespielt wurde es von den Orchestern Max Greger, Kurt Edelhagen sowie Horst Wende und seinen Solisten.

Und wir hören hier eben verträumt-schwungvolle Melodien vom „Zuckerhut“, der Max Greger nützt seinen Tanztee in Rio zu ein paar „avantgardistischen“ Ausflügen und so haben wir eine nette nostalgische Erinnerung in der Hand.

Und wenn man mal ehrlich ist: Im Grunde genommen machen Quado Nuevo heue nichts anders, freilich auf einem ganz anderen musikalischem Niveau … sie verwenden exotische Klänge wie den Tango für ihre großrtig Musik …

Und auf einen Titel wie „Rumba Kautschuk“ muss man auch erstmal kommen.

Ach ja … und diese alten Cover-Illusrationen … mir gefallen sie noch heute.

Horst Wende

Horst Wende

Titel:
01. Orchester Max Greger: Rumba Kautschuk (Bochmann) 1.58
02. Horst Wende und seine Solisten: Mexico-Mambo (del Gado) 2.57
03. Orchester Kurt Edelhagen: Barcelona (Wilczek) 2.52
04. Orchester Max Greger: Tanztee in Rio (Teil 1) 3.06
04.1. Mambo-Italiano
04.2.Mambo-Jambo
04.3.Cherry-Pink Mambo
05. Orchester Kurt Edelhagen: Guatemala (Farguarsan) 2.26
06. Horst Wende und seine Solisten: Das sind die Nächte von Rio (Jary) 2.45
07. Orchester Max Greger; Tanztee in Rio (Teil 2) 3.02
07.1. Die Carmen sagt si-si
07.2. Yours
07.3. La Cucaracha
08. Horst Wende und seine Solisten: Loca-Rumba (Calle) 2.43

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