Wiener Operetten Ensemble – Die lustige Witwe (Franz Léhar) (ca. 1955)

FrontCover1Mindestens genauso interessant wie diese Aufnahme, ist das Label, auf dem diese erschienen ist: „Concert Hall“

Das Label wurde scheinbar 1946 in den USA gegründet, und zwar von dem Briten David Josefowitz (der wiederum ursprünglich aus der Ukraine stammt … klingt nach bewegter Biographie).

Im Billboard Magazin findet sich dann folgende Notitz:

„Concert Hall with its Musical Masterpiece Society, Opera Society and Jazztone is operating in virtually all European countries: Holland, France, Germany, Italy. The biggest operation is in West Germany.“ (Billboard, 26. März 1955)

Eine ausführliche Schulderung dieses letztlich sehr obskuren Labels findet sich hier.

Na ja … und diese Aufnahmen sind eben auf „Concert Hall“ erschienen.

Und darum geht´s in der bis heute populären Operette von Franz Lehár :

Die lustige Witwe ist eine Operette in drei Akten von Franz Lehár. Das Libretto stammt von Victor Léon und Leo Stein nach Henri Meilhacs Lustspiel L’attaché d’ambassade von 1861. Die Uraufführung fand unter der Leitung des Komponisten am 30. Dezember 1905

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Titelseite Klavierauszug (1906

am Theater an der Wien in Wien statt. Sänger der Uraufführung waren unter anderem Mizzi Günther, Lily Elsie und Louis Treumann. Die Spieldauer der Operette beträgt zweidreiviertel Stunden, Ort der Handlung ist Paris.

 

Die lustige Witwe ist Lehárs erfolgreichste und bekannteste Operette. Zwischen 1905 und 1948, dem Todesjahr des Komponisten, wurde sie weltweit über 300.000 Mal aufgeführt und mehrfach verfilmt.

Graf Danilo war es aus familiären hierarchischen Gründen nicht erlaubt, Hanna, ein Mädel vom Land, zu heiraten. Während er nach diesem Heiratsverbot seine Sorgen bei den Grisetten zu vergessen sucht, gelingt es Hanna, den reichen Bankier Glawari zu ehelichen, der noch in der Hochzeitsnacht stirbt. Auf dem Ball der Pariser Botschaft von Pontevedro (für die pontevedrinische Botschaft war ursprünglich die von Montenegro eingearbeitet, „was den Zensoren aber damals zu real schien“), treffen Hanna und Danilo wieder aufeinander. Hier setzt die Handlung der Operette ein. Hanna ist jetzt eine reiche Witwe, und jeder Mann will sie unbedingt heiraten – aber nicht wegen ihrer Schönheit und Intelligenz, sondern allein wegen ihres Geldes. Auch Danilos Liebe zu Hanna entflammt erneut, er traut sich aber nicht, ihr dies zu gestehen – aus Angst, man würde ihm ebenfalls vorwerfen, nur an ihrem Geld interessiert zu sein. Doch die Lage wird noch komplizierter. Denn Hanna erklärt ihre Verlobung mit Camille de Rosillon, um Valencienne zu schützen, die zwar behauptet „eine anständige Frau“ zu sein, aber mit Camille flirtet und fast von ihrem Mann ertappt wird. Erst als dieser Vorfall geklärt ist und Hanna vorgibt, nicht über ihr Erbe verfügen zu dürfen, können sich Hanna und Danilo in die Arme fallen.

Franz Lehár

Franz Lehár

Die Operette besticht durch ihre Salon- und Tanzszenen, durch die für die Zeit der Entstehung völlig neue und erotisierende Instrumentierung sowie durch ein neues Sujet: Eine selbstbewusste und starke Frau setzt sich in der Männerwelt durch. Bei der Handlung hält Hanna das Heft in der Hand. Erotische und politische Anspielungen der Zeit machen die Operette übernational interessant. (Quelle: wikipedia)

Mit der Uraufführung von Franz Lehárs »Die lustige Witwe« am 30. Dezember 1905 erlebte die Ära der sogenannten »silbernen Operette« ihren Glanz- und Höhepunkt und bescherte dem Genre in der Folge eine unvergleichliche Blüte. Bis heute zählt das Werk zu den meistgespielten Operetten überhaupt und zahlreiche Musiknummern, so etwa Hannas Vilja-Lied oder Danilos und Hannas finales Liebesbekenntnis »Lippen schweigen«, zählen noch immer zu den unsterblichen Evergreens des musikalischen Unterhaltungstheaters. Mit seinen unerschöpflichen melodischen Einfällen und bezaubernden orchestralen Farben, die von der eleganten Pariser Klangwelt des 1. Akts über die folkloristischen Melodien des 2. bis hin zur erotisch-frivol aufgeladenen Atmosphäre der Pariser Nachtlokale im 3. Akt reichen, traf Lehár genau den Nerv seiner Zeit. (Quelle: gaertnerplatztheater.de)

DieLustigeWitwe

Und wenn ich vorhin schrieb “ … bis heute populären Operette“ dann heißt das z.B., as genau diese Operette am legendären Theater am Görtnerplatz in München ab dem heutigen 3.11. in einer Neuinszenierung wieder mal auf die Bühne gebracht wird.

Hier kann man hören, wie diese Operette in den 50er Jahren klang (und zwar in einer knisterfreien Version der Marke „astrein“).

Dirigent dieser Aufnahmen war ein gewisser Boris Mersson, ein Schweizer,der dort einen ganz und gar formidablen Ruf hatte:

Boris Mersson (* 6. Oktober 1921 in Berlin; † 13. November 2013 bei Zürich) war ein Schweizer Komponist und Pianist.

Als polyvalenter Musiker betätigte sich Boris Mersson als Solist, Dirigent, Pädagoge und als Komponist. Klavier- und Kammermusikkonzerte führten ihn durch viele Städte in der Schweiz, in Europa in die Vereinigten Staaten von Amerika und nach Brasilien. Als Dirigent arbeitete er in der Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien und Deutschland. Als Komponist erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen im In- und Ausland. Für Veröffentlichungen im Bereich Popmusik legte er sich das Pseudonym Eddy Mers. (Quele: wikipedia)

Boris Mersson

Der junge Boris Mersson

Und wenn ich vorhin schrieb “ … bis heute populären Operette“ dann bedeutet das z.B., dass justament am heutigen 3.11.17 diese Operette in einer Neuinszenierung am tradtionsreichen Theater am Gärtnerplatz in München uraufgeführt wird.

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Anzeige für die aktuelle Inszenierung am Theater am Gärtnerplatz, München (2017)

Besetzung:
Hanneke van Bork (Hanna) (Sopran)
Franz Lindauer (Danilo) (Bariton)
Fritz Peter (Camille) (Tenor)
Ruth Rohner (Valencienne)
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Wiener Operetten-Ensemble unter der Leitung von Boris Mersson

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Titel:

Akt I:
01. Introduktion und Ballmusik 3.31
02. Duet „Ich bin eine anstäd’ge Frau“ (Valencienne, Camille) 5.46
03. Auftrittslied der Hanna und Ensemble 3.50
04. Ballmusik 0.35
05. Auftrittslied „O Vaterland“ (Danilo) 3.47
06. Duett „Zauber der Häuslichkeit“ (Valencienne, Camille) 2.31
07. Walzer „O kommet doch, o kommt“ (Danilo, Hanna) 2.52

Akt II:
08. Introduktion und Vilja-Lied (Hanna) 4.32
09. Duett „Lied vom Dummen Reiter“ (Hanna, Danilo) 3.18
10. Marsch „Wie die Weiber man behandelt“ (Ensemble) 2-51
11. Spielszene, Duett und Romanze (Valencienne, Camille) 7.22
12. „Es Waren Zwei Königskinder“ (Danilo) und Zwischenspiel 3.29

Akt III:
13. Grisetten_Lied 1.34
14. Duett „Lippen schweigen“ (Hanna, Danilo) und Schlussgang 3.16

Musik: Franz Lehár
Libretto: Victor Léon und Leo Stein

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