Zabba W. Lindner & Carsten Bohn – Vollbedienung of Percussion (1974)

FrontCover1Mag ja sein, dass ich gerade mal wieder die „gute, alte Zeit“ glorifiziere … aber ich behaupte mal ganz frech, Anfang der 70er Jahre gab es für kreative Projekte abseits des mainstreams viel Raum.

Davon kann man sich z.B. bei deser LP überzeugen.

1974 veröffentlichten die beiden Schlagzeuger Zabba W. Lindner und Carsten Bohn (ex-Frumpy) auf Brain Records das Krautrock-Album Vollbedienung of percussion (DE: Brain 1047), auf dem offenbar auch Conrad Schnitzler und Klaus Schulze von der Gruppe Tangerine Dream mitwirkten

Gemäss dem Artikel „Anschlag auf’s Trommelfell“ von Udo Trautenberg vom 16. November 1986 wollte Peter Behrens zusammen mit sechs anderen Schlagzeugern unter dem Titel Vollbedienung ein anderthalbstündiges Trommelfestival arrangieren. Zum Namen sagte er: „Wenn ich 90 Minuten lang nichts als Schlagzeug höre, fühl‘ ich mich eben voll bedient.“ Anschliessend zogen die Musiker offenbar ohne Plattenvertrag und Geldgeber durch Deutschland.

ZabbaWLindner

Zabba W. Lindner

Am 25. Juli 1987 war im Hamburger Abendblatt zu lesen, dass das Musikerprojekt Vollbedienung unter dem Titel „Spektakel ohne Ende“ wieder antrete, diesmal unter der Devise „Sieben Schlagzeuger unterm Keyboardteppich“. Peter Behrens war bei diesem dritten Teil nicht mehr mit dabei. (Quelle: mikiwiki)

Und das Album machte auch im Ausland Eindruck:

This is an experimental album by Carsten Bohn (ex of Frumpy) and Wolfgang ‚Zabba‘ Lindner (later of RMO), who are both drummers. Therefore, the album is mainly made up of percussion, exceptions being occasional choir and keyboards.If you think that an album of this sort is a bit disconcerting, then this should make you think again. It consists of basically four movements showcasing the many aspects of percussion, and all four of them work very well. The unusual ingredient, the choir fits in perfectly.Unfortunately, the album is rather short, clocking in at around thirty four minutes, but don’t pass it by if you can find it. (Alan & Steve Freeman, first published in Face Out ca. 1978-79)

Es gab da noch ein ähnliches Projekt dieser Art, das nannte sich „Niagara“ (da waren dann Drummer wie Udo Lindenberg, Klaus Weiss und Keith Forsey beteiligt); diesen waren aber schon 1970 als verwegene Perkussionisten unterwegs. Auch davon wird hier demnächst die Rede sein.

Und es bleibt wieder mal meine Feststellung: klingt auch noch heute mehr als ansprechend. Also, Prädikat: zeitlos !

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Carsten Bohn

Besetzung:
‚Carsten Bohn (drums, percussion, keyboards, vibraphone)
Zabba W. Lindner (drums, percussion, keyboards, vibraphone)

BackCover

Titel:
01. The Long Way Of Drums  5.35
02. Bells And Traffic 2.10
03. Manne’s Melody 7.00
04. Look, Living 8.00
05. Discothec / Rassa Lia 10.45

Alle Kompositionen: Carsten Bohn + Zabba W. Lindner

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Günstiger.jpg

Geht auch günstiger …