Die Prinzen – Familienalbum (2015)

FrontCover1Sie waren  und sin schon ein ganz besonderes Ensemble:

Bei 14 goldenen Schallplatten, sechs Platinauszeichnungen und bereits über fünf Millionen verkauften Tonträgern (Stand: 2001) steht fest: Die Prinzen gehören zu Deutschlands erfolgreichsten Popbands. Seit 1991 stehen sie nun schon im Rampenlicht, übrigens genau seitdem sie klugerweise den alten Bandnamen „Herzbuben“ abgelegt hatten.

Mit jenem feierten sie allerdings in der Ex-DDR schon kleine Erfolge. Zur Band gehörten damals in den 80ern Sebastian Krumbiegel, Wolfgang Lenk, Jens Sembner und ab 1989 auch Henri Schmidt. Größter Hit: „Ich bin der schönste Junge in der DDR“. Zum unnachahmlichen Stil entwickelte sich damals bereits der typische A-capella-Gesang, den alle Mitglieder schon in jungen Jahren in renommierten Leipziger und Dresdner Chören einübten. Strenge Erziehung und ein geregelter Tagesablauf im Internat bestimmten diese Zeit, in der die jungen Chorknaben allerdings auch schon im Westen singen durften.

Die Herzbuben

Vor den Herzbuben spielte Krumbiegel noch in einer Schülerband mit dem coolen Namen Phoenix, während sein späterer Prinzen-Partner Tobias Künzel (der Blonde) bei der wenig cool klingenden Combo Amor und die Kids trommelte. Größter Hit: „Komm doch mit zu ’nem Ritt auf dem Sofa“. 1990 dann die Umbenennung und das Schicksalstreffen: Annette Humpe (Ex-Ideal) wird auf die Band aufmerksam und verhilft den ostdeutschen Sakralsängern zum Durchbruch mit dem Album „Das Leben Ist Grausam“, die Singles „Gabi und Klaus“ und „Millionär“ gehen mächtig ab. Natürlich hagelt es Preise, u.a. gibts den Echo und den Popcorn Award für die erfolgreichste deutsche Band 1992 und die Goldene Stimmgabel.

Weitere Popularität erlangt das Quintett durch die ’92er Tour mit Rock-Opa Udo Lindenberg. Das zweite Album „Küssen Verboten“ birgt die gleichnamige Hitsingle und verkauft immer noch stolze 800.000 Einheiten (zum Vergleich: die erste ging 1.2 Mio. mal weg). Im Mai ’94 spielt die Band auf dem Leipziger Marktplatz ihr Abschlusskonzert der Tournee vor 50.000 Menschen. Auch „Schweine“ wird ein Erfolg, obwohl erstmals Techno-Elemente in den Bandsound einfließen.

DiePrinzen01

Erst 1995 kommt die Bande etwas von der Erfolgsspur ab, denn das ausgerechnet von Spürnase Stefan Raab produzierte, deutlich Gitarren orientiertere Werk „Alles Mit’m Mund“ bleibt verkaufstechnisch hinter den Erwartungen zurück. Obwohl das Zusammentreffen des Spaßmachers der Nation mit den ironisch-frechen Texteschreibern eigentlich den Erfolg förmlich herauf beschwor. Doch das Album erreicht „nur“ die deutschen Top 30, die Single „Alles Mit’m Mund“ gerade mal die Top 100. Gerüchte um eine Auflösung dementiert die Band mit drei neuen Songs für das Best Of-Album „Ganz Oben“.

In der Zwischenzeit arbeitet Künzel mit Lenk am eigenen Musical „Elixier“ und Krumbiegel mit Prinzen-Drummer Ali Zieme am Projekt „Club Geheimrat“. Deren Debutalbum „Kamma Mache Nix“ erscheint jedoch erst 1999. (Zieme und Prinzen-Basser Mathias Dietrich sind seit 1992 bzw. 1994 Live-Prinzen und zählen seit 2000 offiziell zur Band). 1999 kehren die Prinzen vereint mit „Soviel Spaß Für Wenig Geld“ wieder an die Chartspitze zurück. Im selben Jahr erscheint noch die Weihnachts-CD „Festplatte“.

DiePrinzen03

Kurz vorm Jubiläumsjahr 2001 zieht es die Prinzen wieder zu Aufnahmen nach Hamburg, wo schon die frühen Erfolge entstanden und wo sich auch die Geburtshelferin Annette Humpe wieder ins Produzenten-Team integriert hat. Auch A-ha-Produzent Andreas Herbig schaute im Studio vorbei. Erstes Lebenszeichen wird die Single „Deutschland“, in der sich die Prinzen provokant mit ihrem Heimatland auseinandersetzen. Sex-Tourismus, Ausländerfeindlichkeit und Kriegsbereitschaft sind Themen, mit denen nicht alle klarkommen, u.a. auch nicht Schlager-Barde Heino. Das ist doch schon mal ein Erfolg. Im Oktober 2001 erscheint das siebte Studioalbum „D“, die Jubiläumstour „10 Jahre Prinzen“ führt die Band von Oktober bis Dezember auch wieder nach Österreich, Luxemburg und die Schweiz.

Nach dem die Korken alle geknallt haben und der Sekt ausgetrunken ist, machen sich die Prinzen an die Arbeit für ihr nächstes Studioalbum „Monarchie In Germany“ (2003). Die ganz großen Hallen füllen die Prinzen mittlerweile nicht mehr, aber ihre Anhängerschaft ist dennoch zahlreich und treu. Im Juli 2003 machen die Prinzen unbeabsichtigt Schlagzeilen. Sebastian Krumbiegel und Ali Zieme werden in einem Leipziger Park zusammen geschlagen. Zieme kann fliehen, Krumbiegel muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sebastian verarbeitet den Überfall im Song „Geh In Den Knast“, der auf der Prinzen-Homepage für 50 Cent zum Download bereit steht. Die Einnahmen spendet er dem Verein Leipzig Courage, der sich gegen rechte Gewalt und Rassismus engagiert.

Die Prinzen01

Abseits des prägenden A cappella jongliert die Band mit stets wechselnden, musikalischen Accessoires. So enthält das 2008 erscheinende „Die Neuen Männer“ starke Einflüsse der sechziger Jahre, sei es in den Pop-Aspekten oder soulig angehauchten Arrangements. Ihre Vielseitigkeit ist das besondere Trumpf-Kapital der Band, die im Lauf ihrer Karriere immer mit Überraschungen aufwartet, was Song-Themen und auch Kollaborationen mit anderen Künstlern angeht. So kommt es auch zur Zusammenarbeit mit Ich + Ich-Frontfrau Annette Humpe.

Auf der Best Of „Es War Nicht Alles Schlecht“ (2010) versehen die Prinzen die Gesangspuren ihrer alten Hits mit neuen Arrangements. Danach hört man jahrelang wenig von den Leipzigern, bis ihnen die Teilnahme an der TV-Show „Sing Meinen Song – Das Tauschkonzert“ im Frühsommer 2015 neue Aufmerksamkeit zuspielt. Zu selben Zeit entsteht nach nunmehr sieben Jahren Studio-Pause auch mal wieder ein Album, genauer gesagt ein „Familienalbum“.

DiePrinzen01

2016 und 2018 absolvieren Die Prinzen erfolgreiche Deutschland-Touren. Bei weiteren für 2020 geplanten Konzerten und den für 2021 angedachten Jubiläums-Feierlichkeiten macht ihnen aber die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Auch ihr zwölftes Studioalbum „Krone der Schöpfung“ erscheint Ende Mai leicht verspätet. Es enthält mit zwölf neue Songs und fünf ältere, die Die Prinzen zusammen mit Künstlern wie Deine Freunde, Mine, Jennifer Weist, Eko Fresh und MoTrip neu aufgenommen haben. (laut.de)

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Hier ihr 17. Album (wenn ich richtig gezählt habe):

Sieben Jahre sind vergangen seit ihrem letzten richtigen Studioalbum. Nun melden sich die Prinzen endlich mit 15 brandneuen Songs zurück.
Ich bin mit der Musik der Prinzen aufgewachsen und besitze fast alle Alben. Obwohl die Qualität der Songs über die Jahre eigentlich nie abgenommen hat, störte mich dennoch, dass mit jedem neuen Album die Anzahl der Instrumente zunahm.
Umso glücklicher war ich, als ich das „Familienalbum“ zum ersten mal hörte und feststellte, dass sich die fünf Herren endlich wieder auf ihre Wurzeln zurück besinnen und ausschließlich acapella singen.
Aus diesem Grunde alleine gibt es von mir schon mal die fünf Sterne, obwohl ich zugeben muss, dass ich anfangs lediglich vier vergeben wollte, denn es dauerte einige Zeit, bis wirklich alle Songs überzeugen konnten.

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Letztlich aber muss ich sagen, dass das Album ein typisches Prinzen-Album geworden ist. Klar, es gibt immer Lieder, die man weniger mag, aber ich kann eigentlich keinen Song benennen, den ich wirklich schlecht finde.
Die Lieder, die melodisch vielleicht nicht ganz überzeugen, bestechen dafür mit einem umso gelungeneren Text (Ulf – Dietrich), bei anderen stimmt sowohl das eine als auch das andere (Er Steht Im Regen, Lass Es Raus).
Mein persönliches Highlight ist der Abschlusstitel „Vielleicht sterb ich heute Nacht“ – ein sehr ironisches, melancholisches, irgendwie trauriges und doch sehr schöner Titel.
Alles in allem ist den Prinzen ein großartiges Album gelungen, in das man sich erst richtig reinhören muss, um es wirklich beurteilen zu können. (Philhouse)

Singles

Kein Zweifel, ein starkes Werk, mit dem die Prinzen sowohl musikalisch als auch in den Texten ihre besondere Klasse souverän beweisen. (Good Times, Juni / Juli 2015)

Mag ja alles sein und ja …das Album klingt sehr frisch … aber ich frage mich schon, warum gestandene erwachsene Männer (vermutlich alle verheiratet und mit entsprechendemNachwuchs) noch immer – mehr oder weniger – über die Themen von pubertierenden Jugendlichen schreiben müssen.

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Besetzung:
Sebastian Krumbiegel – Tobias Künzel – Wolfgang Lenk – Jens Sembdner – Henri Schmidt (vocals)
+
Mathias Dietrich (bass)
Ali Zieme (drums, percussion)

Booklet04+05

Titel:
01. Unsre besten Zeiten (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt) 3.10
02. Er steht im Regen (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt/Dietrich) 3.23
03. Zu viele Gitarristen (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt/Widmann) 4.40
04. Die Melodie (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt) 2.56
05. Kann ich noch etwas für dich tun? (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt/Humpe) 2.41
06. Heute geht es ab (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt) 3.38
07. Nur noch Hits (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt) 3.25
08. Ulf-Dietrich (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt/Dietrich) 2.50
09. Achtung! Achtung! (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt) 3.04
10. Sinnloser Tag (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt/Dietrich/Zieme) 3.22
11. Du bringst mich zum lachen (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt) 2.04
12. Mach keinen Stress (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt) 2.48
13. Hallo (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt/Humpe) 3.36
14. Lass es raus (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt) 3.23
15. Vielleicht sterb ich ja heute Nacht (Krumbiegel/Künzel/Lenk/Sembdner/Schmidt) 5.08

CD1

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Tourankündigung

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