Paul Würges – Pepe + Geisha-Baby (1959)

FrontCover1Weihnachten 2017 wird er nicht mehr erleben …

Paul Würges (* 13. März 1932 in München; † 30. November 2017 ebenda) war ein deutscher Gitarrist und Sänger.

Der im Münchener Stadtteil Berg am Laim geborene Paul Würges lernte seine ersten Gitarrengriffe nach Ende des Zweiten Weltkrieges beim Wanderverein Naturfreunde. 1949 schloss Würges eine Malerlehre ab. Zur gleichen Zeit trat er bereits mit Alex Bauer (Akkordeon) und Fritz Kolb (Bass) unter dem Namen Bavarian Playboys in verschiedenen Clubs im Münchner Raum auf. Bis Mitte der 1950er bestand das Programm der Formation, die vor allem amerikanische Soldaten unterhielt, aus Hillbilly- und Country-Musik.

Danach wurde die Formation immer stärker vom Rock ’n’ Roll beeinflusst und Paul Würges formierte die Moonglow Combo, die 1957 endgültig in Rocking Allstars umbenannt wurde. Als „deutscher Bill Haley“ trat er im November 1956 zweimal in der ausverkauften Kongresshalle des Deutschen Museums auf. Würges, der sich schnell einen Namen als einer der besten E-Gitarristen Deutschlands gemacht hat, arbeitete jetzt mit Profimusikern wie Ambros Seelos zusammen. Es folgten Tourneen in die Schweiz sowie nach Österreich und Polen. Anfang 1957 sang Würges in der Filmkomödie Gruß und Kuß vom Tegernsee den Titel Black Boy Jacky, der wenig später bei Decca als seine erste Single erschien.

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Paul Würges (Mitte) in der Rumba-Bar in der Goethestraße, München (ca. 1960)

Neben zahlreichen Konzerten trat Würges mehrmals im österreichischen Fernsehen sowie im Film Witwer mit fünf Töchtern (1957) auf. 1959 unterzeichnete Würges einen neuen Plattenvertrag bei der erst ein Jahr bestehenden Ariola. Diese veröffentlichte von Würges deutschsprachigen Rock ’n‘ Roll und Instrumentals. Es handelt sich zumeist um Coverversionen amerikanischer Hits. Obwohl Kritiker seinen Aufnahmen mehr Qualität als denen von Peter Kraus oder Ted Herold bescheinigen, gelang Würges kein großer Hit. Einige Titel avancierten dennoch zu Achtungserfolgen, wie etwa die in Stockholm aufgenommenen Eigenkompositionen Honky Tonk und Paul’s Boogie. In Schweden war Würges auch als Gitarrist des schwedischen Sängers Little Gerhard engagiert. Anschließend folgten Europa-Tourneen mit den Orchestern von Max Greger und Ernst Jäger.

Zwischendurch nahm Paul Würges weiterhin Schallplatten auf. Ab 1962 gehörten auch Modetänze wie Twist, Madison und Hully Gully zu seinem Programm. Anfang 1964 trat Paul Würges anlässlich der Olympischen Winterspiele in Innsbruck auf. Der Titel Olympic Nights, der bereits vorab als Single erschien, wurde ein großer Live-Erfolg. Außerdem nahm Würges mit einer Studioformation unter dem Namen The Thunderbirds ein Album auf, das 12 instrumentale Titel umfasste. Als Musiker begleitete er namhafte Gesangsinterpreten wie Paul Anka, Chubby Checker, Billy Sanders oder Tony Sheridan.

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Als Mitte der 1960er Jahre der Rock ’n’ Roll von der nunmehr populären Beatmusik abgelöst wurde, zeigte Würges sich auch diesem Trend gegenüber aufgeschlossen. Mehrere Aufnahmen von Würges wurden unter dem Pseudonym Jeff Jackson & his Explorers auf dem Label Metronome International vertrieben. Daneben wirkte er bei Aufnahmen für Kaufhaus- und Billiglabel mit.

Paul Würges ist bis März 2017 mit seinen Rocking Allstars regelmäßig aufgetreten.

Am 30. November 2017 verstarb Paul Würges. (Quelle: wikipedia)

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Und die Macher von Bear Family nahmen auch Abschied von ihm:

Aus München erreichte uns soeben die traurige Nachricht, dass PAUL WÜRGES vorgestern Abend im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Als einer der wahren Ur-Väter des Rock’n’Roll in diesem Land und einer der besten deutschen Gitarristen überhaupt, wurde Paul Würges schnell zum Kult-Star!

Dem 1932 in München geborenen Ausnahme-Musiker blieben in seiner fast 60-jährigen Karriere Hitparaden-Ehren zwar versagt, doch sein Status ist dennoch auf Augenhöhe mit weitaus populäreren Rock’n’Rollern der damaligen Zeit, wie Ted Herold , Tommy Kent oder Peter Kraus!

Die Musik und das Gitarrenspiel von Paul Würges hat seinerzeit für besonders großes Aufsehen gesorgt, denn er war (fast) der einzige wirklich ernsthafte Rock’n’Roll Star, der das Genre in seinen Liedtexten eben nicht veralberte.

Er widmete sich Gitarren-Instrumentals, deutschsprachigen Liedern, einer ‚Olympia-Melodie‘ (die 1964 unter dem Titel ‚Olympic Nights‘ deutliche Spuren hinterließ) – und immer wieder der Rock ’n‘ Roll-Packung, dass die Funken flogen. Würges war auch mit den Bavarian Playboys, den Thunderbirds, den Watusis und den Hit-Paraders, sowie unter dem Pseudonym Jeff Jackson aktiv und stand noch bis einige Monate vor seinem Tod in München regelmäßig auf der Bühne.

Wer nur einmal sein ‚Twist Around The Clock‘ gehört hat, weiß für alle Zeiten, wie es zu Paul Würges‘ auszeichnendem Titel, ‚der deutsche Bill Haley‘, kommen konnte!

Lieber Paul,

nicht nur München und der gesamte Süden Deutschlands trauert, auch wir von Bear Family im Norden der Republik, werden dich vermissen!

Pass‘ auf dich auf und grüß‘ Bill

R.I.P. Paul Würges!

Bear Family Records / Marc Mittelacher

Nun ja … das Rock N Roll Urgestein aus München ist nun von uns gegangen …

Hier mal seine 2. Single … Der Song „Pepe“ stammt übrigens aus dem gleichnamigen Film

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Seine Abschiedsparty gab er heuer noch, und zwar am 24.03.2017 !

Besetzung:
Paul Würges (guitar)
+
Benny Sky und sein Orchester

BackCover

Titel:
01. Pepe (Pinelli/Dory Langdon/Wittstatt) 2.01
02. Geisha-Baby (Sky/Lordup) 2.53

 

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Paul Würges (* 13. März 1932 in München; † 30. November 2017 ebenda)

 

 

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Dany Mann – Alle Tage Liebe + 3 (1959)

FrontCover1Auch wenn sie heute nicht mehr sonderlich gut bekannt ist … diese Frau hatte auch ein sehr bewegte Biographie:

Dany Mann, auch Danny Mann, Sybille Pagel (* 21. Februar 1938 in Stettin; † 29. Mai 2010 in München; bürgerlicher Name Sybille Danielle Pagel), war eine deutsche Schlagersängerin, Jazzsängerin und Schauspielerin.

Während des Zweiten Weltkrieges flüchtete Sybille Pagel, drittes und jüngstes Kind einer wohlhabenden Unternehmerfamilie, mit ihrer Mutter nach Hannover. Später zog sie zu ihrer Tante, der Schriftstellerin Eva Döring, nach Basel. Nach Kriegsende kehrte Pagel in die niedersächsische Landeshauptstadt zurück, wo sie ihren Schulabschluss machte und sich an der Akademie für Musik und Theater einschrieb. Als Sängerin der New Jazz Group Hannover trat sie in Hannover und Umgebung auf. Ab Mitte der 1950er Jahre folgten überregionale Auftritte auf zahlreichen renommierten Jazzfestivals.

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Dany Mann mit Peter Kraus

Freunde überredeten Pagel 1955 beim bundesweiten Gesangswettbewerb Die große Chance der Schallplattenfirma Electrola teilzunehmen. Neben dem Sänger Ralf Bendix und dem Pianisten Ingfried Hoffmann gehörte Pagel zu den drei Gewinnern, die einen Plattenvertrag erhielten. Sybille Pagel konnte mit ihrer ersten Single, die zwei von Hans Bertram produzierte und von Paul Kuhn arrangierte Schlager enthielt, keinen Erfolg landen. Auch zwei 1956 veröffentlichte Schallplatten von Electrola fanden nicht genügend Käufer, um sich in den Hitparaden zu etablieren. Neben dem Jazz und der Schauspielerei blieben Plattenaufnahmen für Pagel zunächst nicht mehr als eine interessante Nebenbeschäftigung. 1956 heiratete Pagel den Briten John Mann, mit dem sie schon länger verlobt war. Sie zog mit ihm nach Amsterdam, wo sie erstmals unter dem Künstlernamen Dany Mann als Jazzsängerin auftrat. Später zerbrach die Ehe.

DanyMann021957 unterschrieb Pagel einen Vertrag bei der Plattenfirma Polydor, wo sie unter ihrem bürgerlichen Namen mit Produzenten und Musikern wie Erich Bender, Bert Kaempfert, Werner Müller und Horst Wende zusammenarbeitete. 1958 wechselte sie von Hamburg zum Polydor-Studio Wien zum erfolgreichen Musikproduzenten Gerhard Mendelson, der Pagel unter ihrem Künstlernamen Dany Mann, zunächst Danny Mann geschrieben, vermarktete. Mit Sexie Hexy, der deutschsprachigen Coverversion des Connie-Francis-Hits Stupid Cupid, gelang der Sängerin der Durchbruch. Produzent Mendelson setzte bei der Auswahl weiterer Schlager bewusst auf moderne Arrangements und die jugendlichen Ausstrahlung Danny Manns. Bei Plattenaufnahmen, Konzerttourneen, Film- und Fernsehauftritten arbeitete die Künstlerin mit namhafte Kollegen wie Louis Armstrong, Karlheinz Böhm, Johannes Fehring, Günther Frank, Erwin Halletz, Harald Juhnke, Peter Kraus, Werner Scharfenberger und Peter Weck zusammen.

Bei Filmaufnahmen lernte Dany Mann den Showmoderator und Schlagersänger Chris Howland kennen, mit dem sie eine Beziehung begann. Howland machte den DanyMann03Musikproduzenten und Schlagerkomponisten Heinz Gietz auf seine Partnerin aufmerksam, die 1960/1961 wiederum zum Electrola-Label wechselte. Mit der deutschen Coverversion des Sue-Thompson-Hits Norman gelang Dany Mann 1962 erneut ein Erfolg. Der Titel hielt sich 20 Wochen in den deutschen Charts. Wie zuvor bei der Polydor ließen die Verkaufszahlen ihrer Plattenaufnahmen insgesamt jedoch nach. 1964 veröffentlichte sie ihre letzte Single bei der Electrola; damit war ihre Schlagerkarriere beendet. Sie widmete sich nunmehr vor allem ihrer Karriere als Schauspielerin, trat zunehmend auch in ernsteren Filmrollen auf und heiratete, nachdem ihre Beziehung mit Chris Howland scheiterte, den österreichischen Filmregisseur Herbert Vesely (1931–2002).

Nach der Geburt ihres Sohnes widmete sie sich vordergründig ihren Aufgaben als Mutter und Hausfrau. Mit ihrem Bruder Helli Pagel – 1961 „Lockvogel“ in der Fernsehreihe Vorsicht Kamera mit Chris Howland – nahm sie 1966 bei der deutschen Niederlassung der Vogue ihre vermutlich letzte Schallplatte, die LP Brüderlein Schwesterlein – Deutsche Volkslieder, auf.

Beruflich konzentrierte sich Dany Mann weiterhin auf die Schauspielerei. Sie spielte Theater und stand gelegentlich in Kino- und Fernsehfilmen vor der Kamera. Seit dem Tod ihres Mannes lebte die Künstlerin zurückgezogen in München. Zuletzt litt sie an Altersdemenz und wurde in einem Seniorenstift betreut. Sie starb in einem Krankenhaus in München (Quelle: wikipedia)

Nun, hier eine EP aus dem Jahr 1959 … harmlose Teenager Liedchen aus einer Zeit, als man Teenager eigentlich noch gar nicht sagte … Backfisch war da eher der damals passende Begriff.

Mag ja sein, dass sie mit „Sexy Hexy“ sehr erfolgreich war … zu den Schlagersängerinnen, die meine Sinne betörrend könnte, zählt sie dennoch nicht. Macht ja auch nix … wir hören hier ein Stück bundesdeutsche Glückseligkeit aus der Zeit des Wirtschaftswunders …

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Besetzung:
Dany Mann (vocals)
+
Günther Frank (vocals bei 02.)
+
Orchester Johannes Fehring (bei 01. + 04.)
Orchester Werner Scharfenberger (bei 02. + 03.)

BackCover

Titel:
01. Alle Tage Liebe (Love Me In The Daytime) (Allen/Bradtke) 2.45
02. Wir versteh’n uns fabelhaft (Scharfenberger/Bradtke) 2.46
03. Weil ich noch jung bin (Scharfenberger/Busch) 2.15
04. Hallo, my Boy (A Litlle Bird Told Me) (Brooks/Hertha) 2.18

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Max Greger und sein Orchester – Moskauer Nächte + Tiflis (1959)

FrontCover1Das Jahr 1959 war für Max Greger ganz sicher ein ganz besonderes Jahr … denn er durfte vermutlich als einer der ersten deutschen Unterhaltungsmusiker der Nachkriegszeit eine Tournee durch die Sowjetunion antreten. Mit dabei war übrigens u.a. auch Udo Jürgens …

Die Gastspielreise wurde im Rahmen des deutsch-sowjetischen Kulturaustausches organisiert. Und das war dann schon eine kleine Sensation … bedenkt man jene Jahrein denen der „kalte Krieg“ noch ganz schön heiß tobte.

In Moskau wurden die westdeutschen Musikanten gleich am Bahnhof von einer Gruppe bierernster Funktionäre abgefangen. Bevor sie auch nur ihre Koffer auspacken durften, wurden sie ins „Theater der Roten Armee“ verfrachtet.
„Wir mußten angesichts eines dunklen Zuschauerraums, in dem nur die Abordnung des sowjetischen Kultusministeriums Platz genommen hatte, sofort unser geplantes Programm abrollen lassen“, erzählt Udo. „Es war gespenstisch. Keine Hand rührte sich zum Beifall. Nach jeder Nummer hörten wir entweder ein ‚da!‘ (ja) oder ein ’njet‘ (nein). Nur die zahmsten Sachen wurden akzeptiert. Die heißen Nummern, die uns natürlich am meisten Spaß machten, fielen allesamt unter den Tisch. Wir ärgerten uns grün.

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Leicht vermiest kamen wir am Abend ins Theater. Aber dort gingen uns die Augen über. Die Veranstaltung fand nicht im Saal, sondern in einem gigantischen Freilichttheater, das rund 8000 Menschen faßt, statt. Es war bis auf den letzten Platz gefüllt. Kaum hatten wir unsere Show begonnen, als sich in den hinteren Reihen, wo die Jugend saß, heftige Unruhe ausbreitete. Die jungen Leute pfiffen auf den Geschmack ihrer Funktionäre. Sie wollten Jazz von uns hören. Heiße Musik – und sonst gar nichts. Ich werde nie vergessen, wie Max Greger plötzlich Feuer fing und uns kurzentschlossen zurief: ‚Jetzt spielen wir, was wir wollen!‘
Kaum legten wir richtig los, da brach im Theater die Hölle aus. Die Jugend drängte begeistert nach vorn und schmiß die ‚Offiziellen‘ die sich in den ersten Reihen breitmachten, einfach um.
Es war ein Sieg ersten Ranges. Als wir ins Hotel Ukraine zurückkamen, waren wir zwar glücklich, aber wir glaubten felsenfest, daß man uns nun postwendend aus der Sowjetunion ausweisen würde. Doch nichts dergleichen geschah.“ (Edna Roon:“So ist mein Leben – Die große Udo-Jürgens-Story“)

Für die kommerzielle Auswertung dieser Tournee erschienen dann eine Single und eine EP.

Ich fang mal mit der Single an:

Zwei geschmeidige Melodien von russichen Komponisten, wobei „Moskauer Nächte“ in der Tat ein Welthit wurde … kaum ein Orchesterleiter konnte darauf verzichten, seine Version dieser Melodie einzuspielen.

Und die Max Greger muss sich nun wahrlich nicht verstecken … denn der Max verstand schon damals sein Handwerk … und zwar ziemlich souverän !

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Max Greger in Moskau, 1959

Besetzung:
Max Greger und sein Orchester

Abflug

Max Greger und sein Orchester vor dem Abflug nach Moskau, 1959

Titel:
01. Moskauer Nächte (Podmoskovnyje Vetchera)(Solovieff/Sedoy/Matusovsky) 2.24
02. Tiflis (Tibilissi Melodie)(Lagidse/Sedoy) 2.35

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PolydorHülle

Mein Exemplar (eine Neuauflage aus den 60er Jahren) steckt in dieser schlichten Polydor-Hülle

Will Quadflieg – Der Kleine Prinz (Antoine de Saint-Exupéry) (1959)

FrontCover1Hier nun einen Klassiker der Literatur und wenn „Der kleine Prinz“ kein Klassiker ist, dann weiß ich es auch nicht mehr.

Der kleine Prinz (Originaltitel: Le Petit Prince) ist eine mit eigenen Illustrationen versehene Erzählung des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry und sein bekanntestes Werk. Das Buch erschien zuerst 1943 in New York, wo sich Saint-Exupéry im Exil aufhielt. Der kleine Prinz gilt als literarische Umsetzung des moralischen Denkens und der Welterkenntnis seines Autors und als Kritik am Werteverfall der Gesellschaft. Das Werk ist ein modernes Kunstmärchen und wird fast immer als Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit interpretiert.

1950 erschien die erste deutsche Übersetzung von Grete und Josef Leitgeb beim Arche Verlag in Zürich und beim Verlag Rauch in Bad Salzig.

Der Erzähler berichtet zunächst, wie er als sechsjähriges Kind seine erste Zeichnung vollendet hatte. Immer wenn er sie den „großen Leuten“ zeigte und sie fragte, ob ihnen das Bild nicht Angst mache, hätten sie geantwortet: „Warum sollen wir vor einem Hut Angst haben?“ Die Zeichnung hätte jedoch eine Riesenschlange dargestellt, die einen Elefanten verdaute.

Zufällig begegnet der Erzähler, nachdem er mit seinem Flugzeug in der Sahara notgelandet ist, dem kleinen Prinzen, der ihn bittet: „Zeichne mir ein Schaf …“ Da der

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US – Erstausgabe

Prinz aber mit allen Zeichnungen, die der Flieger anfertigt, unzufrieden ist, zeichnet jener eine Kiste und erklärt: „Das Schaf, das du willst, steckt da drin.“ Damit ist der kleine Prinz zufrieden, er hat im Übrigen keine Mühe, die Zeichnung mit der Riesenschlange, die einen Elefanten verdaut, als solche zu erkennen.

 

Tag für Tag erzählt nun der kleine Prinz dem Erzähler von den Stationen seiner Reise zur Erde. Er stammt nicht von der Erde, sondern von einem kleinen Asteroiden, „kaum größer als ein Haus“. Dieser Asteroid wurde von einem türkischen Astronomen entdeckt, der aufgrund seiner traditionellen Kleidung von niemandem ernst genommen wurde. Als er aber zu einer Konferenz mit Anzug und Krawatte erschien und seine Äußerungen wiederholte, erhielt er langen Applaus.

Auf seinem kleinen Planeten war der kleine Prinz hauptsächlich damit beschäftigt, seine drei Vulkane zu reinigen (einer davon erloschen) und die Affenbrotbäume herauszureißen, damit sie nicht den ganzen Planeten überwucherten und schließlich sprengten. Es sei eine Frage der Disziplin: „Wenn man seine Morgentoilette beendet hat, muss man sich ebenso sorgfältig an die Toilette des Planeten machen.“

Einmal war auf dem Planeten des kleinen Prinzen eine fremde Blume gewachsen (später erkannte er, dass es eine Rose war), sie hatte ihre Knospe entwickelt, ordnete ihre Blütenblätter und enthüllte sich gerade zur Stunde des Sonnenaufgangs. Der kleine Prinz unterhielt sich mit ihr, doch quälte sie ihn bald mit ihrer Eitelkeit. „Man darf den Blumen nicht zuhören, man muss sie anschauen und einatmen.“ Schließlich verließ der kleine Prinz seinen Planeten.

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Antoine de Saint-Exupéry

Auf der Suche nach Freunden besucht er weitere Asteroiden in der Umgebung, deren jeder das Lebensfeld eines ichbezogenen, in seiner Welt eingeschlossenen Menschen darstellt. So trifft er eine Reihe von einsamen Personen: einen König, der ein fiktives Reich beherrscht und für den der kleine Prinz nur ein Untertan ist; einen Eitlen, der ihn als Bewunderer sieht; einen Alkoholiker, der trinkt, um seine Trunksucht zu vergessen; einen Geschäftsmann, der behauptet, die Sterne zu besitzen; einen pflichtbewussten Laternenanzünder und einen Geografen, der riesige Wälzer schreibt, in denen jedoch zum Kummer des Prinzen die wichtigen Dinge des Lebens nicht beschrieben würden. Der Geograf rät dem kleinen Prinzen, den Planeten Erde zu besuchen.

 

Und so kommt der kleine Prinz auf den siebten Planeten, die Erde. Nach einem Gespräch mit einer klugen Schlange durchquert er die Wüste in Afrika und begegnet einer Blume, findet einen Rosengarten und trifft schließlich einen Fuchs, der ihm das Geheimnis einer einmaligen Bindung zwischen zwei Wesen erklärt: „Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“ und: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ Dann verrät er dem Prinzen sein Geheimnis: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

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Nach diesen Berichten des kleinen Prinzen geschieht, was der Erzähler befürchtet hatte: Der letzte Tropfen seines Wasservorrats ist getrunken. Daher machen er und der kleine Prinz sich auf, einen Brunnen zu suchen, den sie schließlich auch finden. Da erkennt der kleine Prinz, dass ein ganzes Feld von Rosen nicht jene eine aufwiegen kann, die er zurückgelassen hat und bekommt Heimweh nach seinem Asteroiden. Er sucht eine Möglichkeit, zurückzugelangen. Er sagt: „Ich kann diesen Leib da nicht mitnehmen. Er ist zu schwer. […] Man soll nicht traurig sein um solche alten Hüllen.“ Er verabredet sich mit der Giftschlange am Brunnen, um von ihr gebissen zu werden. Danach fällt er lautlos in den Sand und ist am nächsten Morgen verschwunden. Der Flieger hat unterdessen seinen Flugzeugmotor repariert und kehrt in seine Welt zurück, bittet aber die Leser, ihn bei der weiteren Suche nach dem kleinen Prinzen zu unterstützen. (Quelle: Wikipedia)

Und dann gibt es dieses Hörbuch, aufgenommen im Januar 1959, gelesen von Will Quadflieg:

Will Quadflieg (* 15. September 1914 in Oberhausen; † 27. November 2003 in Osterholz-Scharmbeck; eigentlich Friedrich Wilhelm Quadflieg) war ein deutscher Theater-, Film- und Fernsehschauspieler, der auch als Rezitator und Theaterregisseur wirkte. Er spielte von 1952 bis 1959 den Jedermann bei den Salzburger Festspielen; die Inszenierung von Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil aus dem Jahr 1957, in der er an der Seite von Gustaf Gründgens die Titelrolle übernahm, wurde 1960 verfilmt. Er ist der Vater von Christian Quadflieg.

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Will Quadflieg

Will Quadflieg war ein Theater- und Bühnenkünstler, der einer wohlmodulierten und ausdrucksvollen Sprechweise neben der schauspielerischen Darstellung große Bedeutung einräumte.

Für das Klassik-Label Deutsche Grammophon las Quadflieg seit den 1960er-Jahren bekannte Gedichte und literarische Werke (unter anderem Der kleine Prinz, Der Steppenwolf) und wurde damit zu einem Pionier der Hörbücher. In den 1980er Jahren war Quadflieg als Erzähler der Rahmenhandlung und der übergeordneten Zusammenhänge in der erfolgreichen Hörspiel-Reihe Wir entdecken Komponisten zu hören, darunter über Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven und Johann Sebastian Bach. (Quelle: wikipedia)

 

Front+BackCoverJuniorAusgabe

Front + Back Cover der „junior“ Ausgabe, 1978

Und dieses Hörbuch kann man getrost als Referenzaufnahme werten.

Nach Goethes Faust ist »Der kleine Prinz« von Antoine de Saint-Exupery das zweite Werk, das für mich existenziell mit Will Quadflieg verbunden ist. Die Originalaufnahme aus dem Jahr 1959 ist die einfühlsamste und schlicht weg beste Interpretation des Saint-Exupery-Klassikers. Damals erschienen im legendären Label Deutsche Grammophon (heute Universal Music), wurde die Aufnahme im Jahr 2000 noch einmal neu aufgelegt. (Quelle: www.hoerbuch-blog.com)

Wenn man wie ich … an einem Tag wie heute erfährt, dass einer der besten Freundinnen meiner Frau Metastasen in Leber und Lunge hat, wenn man dann noch erfährt, dass eine mir ganz wichtige Person seit 18 Tagen mit einem Hirntumor im Koma liegt und nun wohl die Maschinen abgeschaltet werden … dann ist so ein Text ein wohltuender Trost.

Denn es lenkt den Blick auf das Wesentliche … abseits aller Aufgeregtheiten des Alltages …

Von daher: Hörempfehlung der besonderen Art !

Booklet1959

Der Erstveröffentlichung aus dem Jahr 1959 war ein Begleitheft beigelegt

Besetzung:
Will Quadflieg (Sprecher)

BackCover

Titel:
01. Der kleine Prinz (Teil 1) 29.33
02. Der kleine Prinz (Teil 2) 27.48

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Verschiedene Interpreten – Das Hamburger Hafenkonzert (1959)

frontcover1Nicht nur, weil der Grausgans der Curd Jürgens Beitrag so gut gefallen hat, nein … denn auch ich habe einen Faible für Hamburg und jedesmal wenn ich meinen Fuß in diese Stadt setzen kann, freue ich mich wie ein kleiner Schneekönig.

Und deshalb mal so „ne richtige“ Hafenplatte aus Hamburg, ein wenig antiquiert, aber das ist in diesem blog ja nicht wirklich was neues.

Wir hören also klassische Lieder von der Waterkant, wobei es für mich ein kleines Rätsel bleibt, warum man dann am Anfang das Kirchenlied „Lobe den Herren“ aufgenommen hat.

Die anderen Weisen sind jedoch so richtig schön in jener Manier,

Beim „Hanseaten-Marsch “ sieht man förmlich, wie so ein Dampfer den Hafen verlässt und am Ufer stehen die Leute und schwenken kleine Fähnchen.

Und natürlich wird viel Seemannsgarn gesponnen, so z.B. bei „Rum aus Jamaika“, und natürlich hört man „La Palpma“ und „De Hamborger Veermaster“ …

… und mit ein wenig Phantasie kann man die rauhe Seeluft und den Tang riechen und das Kreischen der Möwen hören …

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Besetzung:

Gesang:
Richard Germer – Jan Behrens – Guschi Rieck – Rudolf Claus
+
Eine Pankoken-Kapelle
+
Frido Grothey (accordeon)
+
Das große Hafenkonzert-Orchester
+
Seemanns Chor

Musikalische Leitung: Hans Freese

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Titel:

01. Das Hamburger Hafenkonzert (Teil 1) (14.47)
01.01. Glocken vom Hamburger Michel
01.02. Lobe den Herren (Traditional)
01.03. Glocken vom Michel mit Hafentuten
01.04. Hanseaten-Marsch (Freese)
01.05. Wo die Nordseewellen trecken an den Strand (Kranning/Fischer/Friesenhausen)
01.06. Eine Seefahrt die ist lustig (Traditional)
01.07. Rum aus Jamaika (Gerer/Tölcke)
01.08. De Hamborger Veermaster (Traditional)
01.09. La Paloma (Yradier)
01.10. Hacketäuer-Marsch (Beez)

02. Das Hamburger Hafenkonzert (Teil 2) (15.14)
02.01. Hamburg ist ein schönes Städtchen
02.02. So was dummes
02.03. Die alte Liebe
02.04. Im Hamburger Hafen bei Altona
02.05. Garnich um kümmern
02.06. Englischer Schiffsjungentanz
02.07. Nun ist mein Seesack wieder klar
02.08. Hamburger Keddelklopper-Leed
02.09. Rolling Home
02.10. St. Pauli bleibt St. Pauli

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Paula Wesseley – Maria Theresia Briefe (und mehr) (1982)

frontcover1Also … bei diesem Hörbuch kann es einem nur gruseln … einerseits wegen der Paula Wesseley, andererseits wegen der von ihr gelesenen Briefe von Maria Theresia.

Aber der Reihe nach:

 Paula Wessely (verheiratete Hörbiger; geb. Wien, am 20. Januar 1907 – gest. Wien, am 11. Mai 2000)
Bühnen- und Filmschauspielerin sowie Filmproduzentin
Paula Wessely, Tochter eines Fleischermeisters und Nichte der Schauspielerin Josephine Wessely (1860–1887), studierte Schauspiel an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1924 debütierte sie als Bühnenschauspielerin am Deutschen Volkstheater in Wien. Sie besuchte das Reinhardt-Seminar in Wien, war 1926 bis 1927 am Landestheater in Prag (Praha), 1927 bis 1929 am Deutschen Volkstheater in Wien und 1929 bis 1952 am Theater in der Josefstadt unter Max Reinhardt (1873–1943). Seit 1930 wirkte sie auch an den Salzburger Festspielen in Salzburg (Salzburg) mit und spielte 1932 am Deutschen Theater in Berlin, wo ihr der große Durchbruch.
Seit 1934 spielte sie regelmäßig in Kinofilmen mit.
Paula Wessely heiratete 1935 den Schauspieler Attila Hörbiger (1896–1987), mit dem sie drei Kinder hatte, welche später ebenfalls Schauspielerinnen wurden: Elisabeth Hörbiger (geb. 1936), später als Elisabeth Orth als Schauspielerin und Schriftstellerin tätig, Christiane Hörbiger (geb. 1938) und Maresa Hörbiger (geb. 1945). Paula Wessely und ihr Mann verkehrten unter anderem im Kreis der Kunstmäzenin Jenny Mautner (1856–1938) und deren Mann, dem Großindustriellen Isidor Mautner (1852–1930), welcher seit 1925 auch Besitzer der Textilfabrik Marienthal war. Paula Wessely übernahm bei der Flucht der Mautners 1939 die Mautnersche Sammlung mit Grafiken von Josef Nikolaus Kriehuber (1800–1876).
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Paula Wesseley

Paula Wessely, die 1943 bis 1945 Mitglied des Ensembles des Deutschen Theaters in Berlin war, zu einer der höchstbezahlten Filmschauspielerinnen des Dritten Reiches avancierte, wirkte auch im berüchtigten Propagandafilm »Heimkehr« (1941) mit – wofür sie sich später entschuldigte – und wurde beschuldigt, an den nationalsozialistischen Propagandafilmen kräftig mitverdient zu haben, weshalb sie nach dem Zweiten Weltkrieg kurzzeitig Berufsverbot erhielt. 1948 konnte sie ihre Karriere als Schauspielerin wieder aufnehmen und gründete 1950 eine eigene Filmgesellschaft in Wien, die »Paula Wessely Filmproduktion Gesellschaft mit beschränkter Haftung«, die bis 1959 Filme produzierte. 1953 bis 1985 spielte Wessely am Burgtheater in Wien, wo sie 1967 zum Ehrenmitglied und 1987 zur Doyenne ernannt wurde. Seit 1960 wirkte Wessely auch an Fernsehproduktionen mit, spielt aber seit 1961 in keinem Kinofilm mehr. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie sich 1987 aus der Öffentlichkeit zurück. Schwere Depressionen machten 1993 einen vorübergehenden Krankenhausaufenthalt notwendig.

Paula Wessely gilt heute als eine der großen Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts, doch ist ihr Ansehen durch ihre Rolle im Dritten Reich getrübt. (Quelle: agso.uni-graz.at)

Und dann liest diese Paula Wesseley auch noch Briefe, die österreichische Kaiserin Maria Theresia (* 13. Mai 1717 in Wien; † 29. November 1780 in Wien), die nicht nur 16 Kinder (11 Töchter, 5 Söhne !!!) zur Welt brachte, sondern auch ganz aktiv Machtpolitik der übelsten Art betrieb.
Auf der ersten Seiten dieser LP kann man dann insgesamt 4 Briefe, die sie an ihre Tochter Marie Antoinette schrieb.
Marie Antoinette wurde im Alter von 14 Jahren (!!!) mit dem französischen König Ludwig XVI. verheiratet:
Marie Antoinette (* 2. November 1755 in Wien; † 16. Oktober 1793 in Paris) war als Maria Antonia Josepha Johanna geborene Erzherzogin von Österreich sowie Prinzessin von Ungarn, Böhmen, der Toskana und entstammte dem Haus Habsburg-Lothringen. 1769 wurde sie durch ihre Heirat mit dem französischen Thronfolger zunächst Dauphine, fünf Jahre später durch seine Thronbesteigung als König Ludwig XVI. Königin von Frankreich und Navarra. Während der Französischen Revolution ab 1789 galt sie der aufständischen und notleidenden Bevölkerung aufgrund ihres verschwenderischen Lebensstils als eine der am meisten verachteten Personen der höfischen Gesellschaft. Neun Monate nach ihrem Gemahl wurde sie auf dem Schafott hingerichtet.
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Marie Antoinette

Von ihr soll z.B. der höhnische Satz: „“Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.“ stammen  (in Wikipedia steht allerdings, dass dieses Zitat ihr fälschlicherweise zugeschrieben wurde).
Und wem es nicht friert, bei diesen Briefen, dem kann ich auch nicht mehr helfen:
brief1

Und so geht es Schlag auf Schlag weiter … Es gibt ja den Begriff der „schwarzen Pädagogik“ (eine Pädagogik die repressiv auf Gewalt und Einschüchterung setzt).

Das ist die Sprache der Unterdrückung und insbesondere der Hinweis der Mutter, auf weltliche Vergnügungen aller Art zu verzichten („Vergnügungssucht“), fiel nicht auf fruchtbaren Boden (siehe oben).

Ihre Sprache ist auch bei den Briefen an ihre Söhne keine anderen. Hier verflucht sie die Unsitten der Aufklärung und es folgen dann noch eindrückliche Warnungen vor dem „Weib“:

„Vermeide alles was Leidenschaft ist, besonders was die Frauen angeht. Mit Bedauern muss ich sagen, sie sind gefährlicher als die ausschweifendsten Männer … Sei niemals allein mit Frauen, weder in den Logen der Theater noch bei Besuchen, noch bei Spaziergängen, ohne dass einer deiner Kavaliere begleitet. Erlaube Dir niemals irgendeine Vertraulichkeit mit dem weiblichen Geschlecht …“

Tja …

Diese Briefe sind ein erschreckendes Dokument einer Geisteshaltung, die einen heute nur frieren lässt … So ing´s mir jedenfalls … Schauderhaft und menschenverachtend !

maria-theresia

Dementsprechend harmlos sind die Aufnahmen auf Seite zwei .. Hier zelebriert, brilliert Wessely als souveräne Schauspielerin- Wir hören Texte von Arthur Schnitzler und dem ollen Goethe.

Entstanden sind diese Aufnahmen 1959 bzw. 1965.

wesselyhorbiger

Paula Wessely (li.) als „Zufriedenheit“ und ihre Tochter Christiane Hörbiger als „Lottchen“ in „Der Bauer als Millionär“ bei den Salzburger Festspielen (1961)

Besetzung:
Paula Wesseley (Sprecherin)
+
Robert Lindner (Sprecher bei 05.)
Will Quadflied (Sprecher bei 06.)
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Titel:

Briefe Maria Theresias an ihre Kinder:
01. Brief an Marie Antoinette (I) 7.30
02. Brief an Marie Antoinette (II) 4.41
03. Brief an Kaiser Joseph II 4.44
04. Brief an Erzherzog Maximilian 10.04

05. Anatol Weihnachtseinkäufe (Schnitzler) 15.08
06. Stella (Goethe) 7.04

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Erika Köth – Frühlingsstimmen + Dorfschwalben aus Österreich (1959)

frontcover1Wenn ich mich recht erinnere, war meine Mutter eine glühende Verehrerin der Opern-Sängerin Erika Köth:

Erika Köth (* 15. September 1925 (in manchen Musiklexika wird 1927 als Geburtsjahr genannt) in Darmstadt; † 20. Februar 1989 in Speyer) war eine deutsche Kammersängerin und Sopranistin. Mit ihrem Koloratur­sopran wurde sie in Mozart-Opern berühmt, besonders als Königin der Nacht in Die Zauberflöte. Breite Bekanntheit erreichte sie auch durch Rollen in Opern und Operetten von Albert Lortzing, Robert Stolz, Johann Strauß und Franz Lehár. Sie gehörte zu den großen Koloratursopranistinnen des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Ihre Stimme zeichnete sich aus durch „höchste Virtuosität, exquisite Klangschönheit und besondere Leuchtkraft in den höchsten Lagen“ (Herrmann/Hollaender 2007, S. 35).

Erika Köth erkrankte mit acht Jahren an Kinderlähmung, von der sie sich nach einer langwierigen Therapie weitgehend erholte. Mit 17 Jahren erhielt sie ein Stipendium ihrer Heimatstadt, aber der Krieg verhinderte die Karriere als Sängerin und sie landete in einer Munitionsanstalt statt im Theater. Nach Kriegsende verdiente sich Erika Köth ihren Lebensunterhalt als Schlager- und Schnulzensängerin für die amerikanischen Armee und studierte Gesang an der Darmstädter Akademie für Tonkunst.

Im Jahr 1947 gewann sie unter 300 Bewerbern einen Gesangswettbewerb von Radio Frankfurt mit der Arie der Königin der Nacht. Daraufhin erhielt sie ihr erstes Engagement am Pfalztheater in Kaiserslautern, wo sie 1948 debütierte.

autogrammkarte

Autorgrammkarte, ca. 1965

Um 1950 lernte sie auf dem Fußballplatz ihren zukünftigen Ehemann kennen, den Schauspieler und Regisseur Ernst Dorn, der sie später auch managte. Zudem erhielt sie ein Engagement an das Badischen Staatstheater in Karlsruhe, unter der Leitung von Generalmusikdirektor Otto Matzerath. Die drei Jahre am Karlsruher Theater waren bestimmend für ihre Karriere zur gefeierten Koloratursopran­istin. Über ihre Zeit in Karlsruhe äußerte sich die Künstlerin rückblickend: „Das war meine schönste Zeit, wo ich so arm war und nie Geld hatte… Otto Matzerath in Karlsruhe verdanke ich alles.“Köth wechselte 1953 an die Bayerische Staatsoper in München, zu deren Ensemble sie bis 1978 gehörte. In der Landeshauptstadt Bayerns hatte sie als Lucia di Lammermoor einen ihrer ersten Erfolge. Dort waren ihre Gesangspartner Sari Barabas, Hertha Töpper, Lilian Benningsen, Hans Hotter sowie Fritz Wunderlich und Hermann Prey.

Zudem trat Erika Köth regelmäßig in Produktionen der Hamburger und der Wiener Staatsoper auf. Daneben war sie noch am Staatstheater am Gärtnerplatz tätig. Erika Köth sang über 270 mal die Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte, darunter 1953 an der Wiener Staatsoper und 1956 an der Mailänder Scala. 1960 wurde sie Mitglied der Deutschen Oper Berlin und erweiterte ihr Repertoire ins lyrische Fach: Rollen wie Mimi, Antonia, Liù oder Micaela kamen als neue Partien hinzu. 1955 bis 1960 und 1962/1963 sang Erika Köth bei den Salzburger Festspielen. 1958 unternahm sie eine USA-Tournee, 1961 eine Tournee durch die Sowjetunion und 1963, 1966 und 1971 durch Japan, u. a. mit den Opern Le Nozze di Figaro, Die Zauberflöte und Falstaff. Sie wirkte in drei Spielfilmen mit und war 1958 an der Seite von Wolf Albach-Retty Hauptdarstellerin in Mein ganzes Herz ist voll Musik. Darin spielte sie eine Frau, die ein seltsames Doppelleben führte.

Bei den Bayreuther Festspielen sang Erika Köth die Partie des Waldvogels in Richard Wagners Siegfried. Weitere Auftritte folgten im Londoner Covent Garden, in Rom, Los Angeles, San Francisco und Budapest, hauptsächlich in Richard-Strauss-Rollen. Außerdem sang sie die Lucia di Lammermoor und die Mimi in Puccinis La Bohème.

Ihren letzten viel umjubelten Auftritt auf einer Opernbühne hatte sie 1978 in München als Mimi in Puccinis La Bohème. Danach arbeitete sie bis 1988 als Dozentin an den Musikhochschulen von Köln und Mannheim, gab Meisterkurse in ihrem Wohnort Neustadt an der Weinstraße und engagierte sich ferner bei August Everding „Singschul“ in München. Zu ihren Schülern gehörten unter anderem Anna Maria Kaufmann sowie Ruth Frenk.

erikakoth02Abseits der Opernbühne war sie auch einige Male Gast in der Fernsehsendung Zum Blauen Bock mit Heinz Schenk. Hier sang sie Lieder der leichten Muse.

Im Jahr 1989 erlag die Künstlerin einem Krebsleiden. Am 23. Februar 1989 wurde sie auf dem Alten Friedhof (Grabstelle: 1 A 121) in Darmstadt vom Bischof des Bistums Speyer, Anton Schlembach, beerdigt. Die Trauerrede hielt der vormalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel.

In Darmstadt, Baldham bei München sowie Neustadt an der Weinstraße wurden Straßen nach Erika Köth benannt.

Die Stiftung zur Förderung der Semperoper in Dresden verleiht in unregelmäßiger Folge an hervorragende Sängerinnen die Erika-Köth-Kette. Damit wurden bisher Birgit Fandrey (1994) und Christiane Hossfeld (2001) ausgezeichnet. (Qulle: wikipedia)

Hier mal zum Einstieg in die Welt der Erika Köth eine Single aus dem Jahr 1959, wo sie Werke von Johann und Josef Strauß zum besten gibt.

Man muss diese Musik nicht mögen, aber dennoch ist festzustellen, dass die Köth schon eine beeindruckende Stimme hat … Da trällert sie in höchsten Töne und das dann auch noch durchaus kraftvoll.

Also: für die Liebhaber jener glückseligen Zeiten voll mit beschwingten Walzermelodien.

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Besetzung:
Erika Köth (vocals)
+
Orchester unter der Leitung von Hans Löwlein

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Titel:
01. Frühlingsstimmen (Johann Strauß) 5.40
02. Dorfschwalben aus Österreich (Josef Strauß) 6.02

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