Jimmy Makulis – Gitarren klingen leise durch die Nacht + Addio, mein blondes Mädel (1959)

FrontCover1.jpgSo … wieder zurück aus Kreta, mit vielen sehr intensiven Eindrücken (davon vielleicht ml später mehr).

Und dieser Grieche, der Jimmy Makulis … liegt ja eigentlich schon sehr lange auf meinem Schreibtisch … den entscheidenden Hinweis auf ihn, bekam ich durch einen griechischen Leser dieses blogs (der übrigens hervorragende Deutsch spricht und schreibt):

Jimmy Makulis (* 12. April 1935 als Demetrius Macoulis, griechisch: Τζίμης Μακούλης, in Athen; † 28. Oktober 2007 ebenda) war ein griechischer Schlagersänger, der in den 1950er und 1960er Jahren auch im deutschsprachigen Raum große Erfolge feierte.

Makulis wuchs in Südafrika auf und besuchte in Johannesburg und Kapstadt das Gymnasium und das College. Sein Vater und Großvater waren Diplomaten, der Vater hatte als griechischer Konsul in Zypern sowie als Mitarbeiter für Arbeitsangelegenheiten (Labour Attaché) in der britischen Botschaft in Athen gedient. Jimmy sang abends in Bars und Nachklubs und gewann 1949 in Athen einen Gesangswettbewerb, aufgrund dessen er bald zu einem erfolgreichen Sänger in seinem Heimatland wurde. Seinen ersten Schallplattenvertrag schloss er in Griechenland mit Philips ab.

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1955 kam Makulis nach Deutschland, wo er zunächst bei Polydor zwei Singles aufnahm. Sein erster großer Erfolg im deutschsprachigen Raum war 1956 das Lied Auf Cuba sind die Mädchen braun, der von dem Label Heliodor produziert worden war. Der größte Erfolg kam 1959 mit der ersten Ariola-Produktion Gitarren klingen leise durch die Nacht, einer Coverversion des Hits des DDR-Sängers Günter Geißler. Makulis‘ Version gehört heute zu den Evergreens des deutschen Schlagers. Wegen seines perfekten Aussehens und Auftretens nannten ihn die Medien den „Sinatra des Orients“. In jener Zeit lebte er in München. Auch im Duett, zuerst mit Lolita als Ditta Zusa (1957) und später mit Nina Zacha (1961/62) hatte er Erfolg.

Im Jahr 1959 spielte Makulis in dem Revue-Krimi Mädchen für die Mambo-Bar an der Seite von Kai Fischer und Gerlinde Locker, 1961 wirkte Makulis unter der Regie von Otto Ambros in dem Spielfilm Auf den Straßen einer Stadt mit, dem bis 1966 weitere Filmrollen folgten. Ebenfalls 1961 vertrat er Österreich beim Eurovision Song Contest. Sein Lied Sehnsucht belegte dort Platz 15 – damit war er punktgleich Letzter. 1962 nahm Makulis an den Deutschen Schlager-Festspielen 1962 teil. Sein Lied Ich habe im Leben nur dich kam jedoch nur auf den letzten Platz. Dennoch konnte sich der Titel zwölf Wochen in den deutschen Charts halten.

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1966 wechselte Makulis in die USA, wo er in Las Vegas einige beachtliche Erfolge erzielte. Sein Repertoire umfasste mittlerweile zehn Sprachen. 1985 kehrte Jimmy Makulis wieder in seine Heimat Griechenland zurück. Dort nahm er 1990 an der griechischen Vorausscheidung für den Song Contest teil, konnte sich aber nicht qualifizieren. Anfang der 1990er Jahre kehrte er wieder nach Deutschland zurück, wo er noch ein paar kleinere Erfolge erreichen konnte. 2005 kam über eine Musikagentur ein Kontakt zu einem deutschen Label zustande. Seine letzten Studioaufnahmen machte er zusammen mit dem Musikproduzenten Horst Lemke. Seine letzte veröffentlichte CD I Don`t Think I Ever Told You mit drei seiner größten deutschen Hits u. a. „Gitarren klingen leise durch die Nacht“ und zwei englischsprachigen Titeln ist im Jahr 2006 bei Marabu-Records erschienen.

Am 28. Oktober 2007 starb Makulis, der mit der Berlinerin Monika verheiratet war, im Alter von 72 Jahren in einem Krankenhaus in Athen, nachdem er sich einer Herzoperation hatte unterziehen müssen. (Quelle: wikipedia)

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Und hier einer sehr großen, frühen Erfolge …

2 Herz-Schmerz-Titel … wie sie wohl nicht nur damals bei den jungen Damen (damals hieß das wohl Backfische) hoch im Kurs standen.

Wer will darf da gerne mal ne Runde schwelgen …

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Der gereifte Jimmy Makulis in den 2000er Jahren

Besetzung:
Jimmy Makulis (vocals)
+
Tanzorchester Gerd Wilden

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Titel:
01. Gitarren klingen leise durch die Nacht (Reipsch/Moderer) 3.12
02. Addio, mein blondes Mädel (Wilden/Ritter) 2.53

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Symphonieorchester des Westdeutschen Rundfunks – (Berühmte Tänze aus der) Nußknacker Suite (Peter Tschaikowski) (1959)

FrontCover1Erst dachte ich mir, „na gut, nun mal wieder ne Single vom „Bertelsmann Schallplattenclub“ und dann entwickelte sich diese Präsentation „aufwendiger“ und zugleich befriedigender als gedacht. Aber der Reihe nach:

Hier also berühmte Tänze aus der der Nußknacker Suite von Peter Tschaikowski. Ursprünglich waren diese Kompositonen für ein Ballett mit 2 Akten konzipiert. Wohl aufgrund des großen Erfolges der Melodien entwickelte dann Tschaikowski auf Basis dieser Kompositionen die „Nußknacker Suite“. Und aus dieser Suite offerierte der Schallplattenclub eben 4 „berühmte Tänze“, eingespielt von dem Symphonieorchester des Westdeutschen Rundfunks unter der Leitung von Dean Dixon.

Und mindestens so spannend wie diese berauschende Musik ist die Person Dean Dixon:

Dean Dixon (* 10. Januar 1915 in New York City; † 4. November 1976 in Zug / Schweiz) war ein US-amerikanischer Dirigent. Er gilt als der erste Afroamerikaner, der große amerikanische Symphonieorchester dirigierte, und als einer der ersten Amerikaner, die bei europäischen Orchestern einen Dirigentenposten innehatten.

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Dean Dixon

Dean Dixon leitete die meisten großen Symphonieorchester in Europa, Israel, Japan und Lateinamerika. Er machte das europäische Publikum mit vielen amerikanischen Komponisten, wie beispielsweise William Grant Still, bekannt. Die American Society of Composers, Authors, and Publishers ehrte ihn für seine Bemühungen, die amerikanische Jugend für die Musik zu gewinnen, mit dem Award of Merit. Dean Dixon war in erster Ehe mit der amerikanischen Pianistin Vivian Rivkin verheiratet, mit der er auch einige Schallplattenaufnahmen konzertanter Werke machte. 

Dixon studierte das Dirigieren bei Albert Stoessel an der Juilliard School und machte seinen Hochschulabschluss an der Columbia University. 1931 gründete er im Alter von 16 Jahren ein eigenes Orchester und einen Chor. 1941 leitete er als Gastdirigent das NBC Symphony Orchestra, dann das New York Philharmonic Orchestra. In den folgenden Jahren war er auch Gastdirigent beim Philadelphia Orchestra und beim Boston Symphony Orchestra. Wegen seiner Hautfarbe hatte es Dixon jedoch als Dirigent schwer in den Vereinigten Staaten und ging 1949 nach Europa, wo er zunächst in Paris das Orchester von Radio France leitete. Von 1950 bis 1951 leitete er das Israel Philharmonic Orchestra, von 1953 bis 1960 die Göteborger Symphoniker, von 1964 bis 1967 das Sydney Symphony Orchestra und von 1961 bis 1974 das Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt. Im Jahr 1970 kehrte er im Triumph nach Amerika zurück. Er wurde eingeladen, vor 75.000 Zuhörern im Central Park zu dirigieren und durfte – zum Ehrenbürger von New York ernannt – den goldenen Schlüssel aus den Händen des Bürgermeisters John Lindsay entgegennehmen. (Quelle: wikipedia).

DeanDixon
Mit diesen Informationen versorgt, machte ich mich daran, die Single zu digitalisieren und dabei mit großen Ohren zu lauschen, ob der wirklich ansprechenden Interpretation. Nicht dass ich Ballett sonderlich mögen täte, aber die Musik ohne „Gehopse“ hat schon was …

Und dann kam eine glückliche Fügung hinzu: Ich erhielt von dieser Aufnahme die gesamte Nußknacker Suite, die damals auch von den Bertlesmännern als komplette LP veröffentlicht wurde (die liegt mir aber nicht vor; von daher mein Dank an René Gagnaux); Ein Amazon-Verkäufer datiert die Aufnahme auf das Jahr 1955; aber vermutlich ist das falsch: mehrere und seriöse Quellen geben das Jahr 1959 an …

Und daher habe ich diese „Single“ Veröffentlichung einfach erweiterte und stelle den kompletten Mitschnitt des Konzertes zur Verfügung (die auf der Single enthaltenen Stücke habe ich mit einem (*) versehen). Und bei der Nr. 2 darf man durchaus lächeln: habe ich sie doch bewusst erstmal in der Fassung von „Emerson, Lake & Palmer“ („Nutrocker“) kennengelernt.

Vorder-RückseiteLP

Vorder- und Rückseite der LP

Besetzung:
Symphonieorchester des Westdeutschen Rundfunks unter der Leitung von Dean Dixon

 

BackCover1Titel:
01. Ouverture miniature: Allegro giusto, 2/4 Takt, B-Dur 3.11

Danses caractéristiques:
02. Marche: Tempo di marcia viva, 4/4 Takt, G-Dur 2.47
03. Danse de la Fée Dragée (Tanz der Zuckerfee): Andante non troppo, 2/4 Takt, e-moll 1.56
04. Danse russe Trepak (Russischer Tanz): Tempo di Trepak, molto vivace, 2/4 Takt, G-Dur 1.12
05. Danse arabe (Arabischer Tanz): Allegretto, 3/8 Takt, g-moll 3.37 (*)
06. Danse chinoise (Chinesischer Tanz): Allegro moderato, 4/4 Takt, B-Dur 1.08 (*)
07. Danse des mirlitons (Tanz der Rohrflöten): Moderato assai, 2/4 Takt, D-Dur 2.25 (*)
08. Valse des fleurs (Blumenwalzer): Tempo di Valse, 3/4 Takt, D-Dur 6.48 (*)

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Verschiedene Interpreten – Feuerwerk der guten Laune (1959)

FrontCover1Nochmals kurz zur Erinnerung, was es mit dem Bertelsmann Schallplattenring so auf sich hatte:

Nachdem der Unternehmer Reinhard Mohn bereits 1950 seinen Bertelsmann Lesering (heute Der Club) gegründet hatte, der es den Mitgliedern ermöglichte, aktuelle Bücher preiswert zu beziehen, wollte er sein Angebot Mitte der 50er Jahre auch auf Schallplatten ausweiten. 1956 gründete man unter der Devise „Zum guten Buch gehört ein schöner Klang“ den Bertelsmann Schallplattenring. Das junge Unternehmen hatte jedoch mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. So wollten die Plattenfirmen anfangs die erforderlichen Lizenzen zum Vertrieb der Platten über den Schallplattenring nicht vergeben. Darüber hinaus war es anderen Presswerken mitunter aus vertraglichen Gründen nicht möglich, Aufträge von Bertelsmann anzunehmen. Aus diesem Grund errichtete man 1957 das Presswerk Sonopress in Gütersloh.

Am 22. April 1958 kam es zur Gründung der Ariola Sonopress GmbH sowie eines österreichischen Tochterunternehmens, die mit einer Presskapazität von 225.000 Platten monatlich ausgestattet waren. Die erste Veröffentlichung unter dem neuen Namen war Die Regenbogenkinder von Josephine Baker.

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Kataloge der Schallplatten Illustrierten

Anfangs umfasste das Repertoire nur insgesamt 72 Titel von sechs Interpreten, was es dem Unternehmen schwer machte, in der Branche Fuß zu fassen. Langsam stellten sich jedoch erste Erfolge ein und in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart wurden Geschäftsstellen gegründet, 1961 wurde in Köln eine weitere Musikproduktion eröffnet. Zuvor hatte Ariola 1960 mit dem Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch seinen bisher umsatzstärksten Erfolg mit dem Stimmungslied Schnaps, das war sein letztes Wort, von dem 900.000 Exemplare umgesetzt wurden. (Quelle: wikipedia)

Cortina

Hier einer jener Promo-Singles, die damals als „unverkäufliche Werbeplatte“ unter die Leute gebracht werden.

Seite 1 präsentiert „Musikalische Kostproben aus dem Tanz- und Unterhaltungsprogramm“ und Seite 2 dann „Musikalische Kostproben aus dem klassischen Repertoire“. Man befand es aber nicht der Mühe wert, die Interpreten dieser beschwingten Melodien zu benennen … Dafür gibt es dann einen recht schmalzigen Werbetext auf der Rückseite der Hülle, der mit dem Appell endet:

„Seien Sie herzlich eingeladen ! In unserer großen Gemeinschaft erwarten Sie aufgeschlossene Menschen, die aus Freude zur Musik zu einem modernen Schallplattenclub and, mit all seinen enormen Möglichkeiten und Preisvorteilen.“

Nun … hier gibt es dieses Schmankerl so ganz umsonst.

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Titel:

Seite 1 (Musikalische Kostproben aus dem Tanz- und Unterhaltungsprogramm):
01.1. Das muss ein Stück vom Himmel sein (Heymann)
01.2 Im Weißen Rößl Am Wolfgangsee (Benatzky/Gilbert)
01.3. Ja, das Schreiben und das Lesen (Schnitzer/Strauss)
01.4. Wir sind die Sänger vom Finsternwalde (Pfeuffer/Kermbach)
01.5. Und die Musi spielt dazu (Raymond/Feltz/Wallner)
01.6. Li‘ Per Li‘ (Viezzoli/Siegel)
01.7. Down By The Riverside (Traditional) 6.27

Seite 2 (Musikalische Kostproben aus dem klassischen Repertoire):
02.1. Holzschuhtanz (Lortzing)
02.2. Ein Mädchen oder Weibchen (Mozart)
02.3. Walzer (Gounod)
02.4. Zigeunerchor (Verdi)
02.5.  Militärmarsch (Schubert) 7.10

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Werbung aus dem Jahr 1965

Chris Howland – Das hab ich in Paris gelernt + Blonder Stern (1959)

FrontCover1Immer wieder gut: Chris Howland, der singende Barde aus England:

John Christopher „Chris“ Howland (* 30. Juli 1928 in London; † 29. November 2013 in Rösrath) war ein britischer Schlagersänger, Radio- und Fernsehmoderator, Schauspieler und Buchautor.

Der Sohn eines Redakteurs der BBC wuchs in Südengland auf und lernte den Beruf des Imkers. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Chris Howland am 12. März 1948 Mitarbeiter des Radiosenders der Britischen Armee BFN (British Forces Network, heute BFBS). Noch im Jahr 1948 wurde er Chefsprecher und Chef der Musikabteilung beim BFN. Beim neuen Soldatensender mussten alle Sprecher vielseitig verwendbar sein, so dass Howland auch in einer Sprecherrolle der Serie Adventures of Robin Hood zu hören war. Hauptamtlich moderierte er insbesondere die Sendungen Family Favourites und Breakfast Club.

Howland sprach 1952 beim NWDR vor und wurde dort als Diskjockey eingestellt. Man hoffte, mit ihm an BFN und AFN verlorene jugendliche Hörer zurückzugewinnen. Am 1. September 1952 moderierte er die Sendung Rhythmus der Welt, in der er als „Schallplattenjockey“ („Disc-Jockey“ wollte man den deutschen Zuhörern nicht zumuten) zwanglos über Trends und Neuheiten der internationalen Musikszene berichtete.[ Sein britischer Akzent und seine knarrende Stimme machten ihn schnell bei den Radiohörern beliebt. Wenig später moderierte er die Radiosendung Spielereien mit Schallplatten. In einer dieser zahlreichen Sendungen gab er sich selbst den Spitznamen „Heinrich Pumpernickel“, später auch „Mr. Pumpernickel“. Anfang 1954 zog er mit dem BFN von Hamburg nach Köln, dem neuen Hauptsitz des BFN. Im selben Jahr begann er beim NWDR Köln, der sich ab Januar 1956 nach der Regionalteilung WDR nannte.

Am 6. September 1953 hatte der Fernsehfilm Schlager-Expreß Premiere, in dem Howland als Sänger auftrat. Dies war der Beginn einer Vielzahl von Kinofilmen, an denen Howland mitwirkte. In der Musikromanze Ball der Nationen (25. Dezember 1954) spielte er den Dr. Johnson, in Der Major und die Stiere (28. Oktober 1955) tauchte er in der Rolle des Sergeant Bobby auf, eine Rolle als junger Engländer übernahm er in dem Film Verlobung am Wolfgangsee (25. Oktober 1956). Die Heinz-Erhardt-Komödie Witwer mit fünf Töchtern (6. September 1957) präsentierte Howland in der Rolle des Mr. Printice und in Haus Vaterland (13. August 1959) erschien er als Freddy.

1959 ging Howland vorübergehend nach Großbritannien, um dort die Fernseh-Talkshow Peoples and Places zu leiten. 1961 kehrte er wieder nach Deutschland zurück, wo er zuerst beim WDR die Hörfunksendung Musik aus Studio B ab 22. Oktober 1961 moderierte, die dann ebenfalls vom Fernsehen übernommen wurde und bis 1970 61-mal gesendet wurde. Ab dem 18. Juli 1961 war er Moderator der Sendung Vorsicht Kamera, der deutschen Version der britischen Fernsehsendung Candid Camera.

Parallel dazu verlief Howlands Plattenkarriere. Nach einem eher erfolglosen Debüt um das Jahr 1953 hatte er mit Japanisches Abschiedslied, der deutschen Version des Liedes Japanese Farewell von Kay Cee Jones, seinen ersten kommerziellen Erfolg. Seine größten Erfolge feierte er im Mai 1958 mit Fraulein und im Mai 1959 mit Das hab’ ich in Paris gelernt. Beide Titel wurden von Hans Bertram in Köln produziert und erreichten jeweils Platz 3 in der deutschen Hitparade. (Quelle: wikipedia)

Und irgendwie bleib er all die Jahre im Geschäft, bevor er dann am 29. November 2013 in Rösrath verstorben ist.

Hier nun die erwähnte Single aus dem Jahr 1959 „Das hab ich in Paris gelernt“, wobei man anmerken darf, dass diese A-Seite ein schönes Beispiel für dieses britische Schlitzohr ist, während die B-Seite eher flach geraten ist. Viel Vergnügen !

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Chris Howland, 1959

Besetzung:
Chris Howland (vocals)
+
Berlipps Studio Band
Die Hansen Boys (bei 02.)

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Titel:
01. Das hab ich in Paris gelernt (Henning) 2.34
02. Blonder Stern (Little Star) (Venosa/Picone/Siegel) 2.45

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Hans Blum – Charly Brown + Wer weiss warum (1959)

FrontCover1Lange Zeit war er eine feste Größe in der deutschen Schlager-Szene:

Hans-Bernd Blum (* 23. Mai 1928 in Hannover) ist ein deutscher Komponist, Texter, Musikproduzent und Sänger. Er verfasste Schlager wie Beiß nicht gleich in jeden Apfel oder Das schöne Mädchen von Seite Eins und sang 1977 unter dem Pseudonym Henry Valentino den Hit Im Wagen vor mir. Viele seiner Schlager wurden zu Evergreens. Hans Blum lebt in Overath bei Köln.

Blum studierte ab 1941 an der Heeresmusikschule Bückeburg, weil sie finanziell günstiger war als ein Konservatorium. Dort lernte er Kontrabass, Tuba und Klavier. Sein Lehrer spielte Kontrabass beim Leipziger Gewandhausorchester, konnte das schwer transportable Instrument über die Kriegsjahre retten und schenkte es seinem Schüler Blum.[3] Im Jahr 1943 begann in der Heeresmusikschule auch Hans Last das Studium an den gleichen Instrumenten; unter seinem Künstlernamen James Last sollte er später Erfolge feiern.[5] Im April 1945 musste die Schule kriegsbedingt geschlossen werden, so dass die Ausbildung für beide endete. Da Hans Blum vor dem 1. April 1929 geboren wurde, kam für ihn in den letzten Kriegstagen noch die Einberufung, Last hingegen blieb vom Militär verschont.

AutogrammkarteBlum wurde nach seiner Entlassung aus der französischen Kriegsgefangenschaft zunächst Mitglied beim Bernd Rabe-Swingtett, das auf amerikanische Swingmusik spezialisiert war. Im Februar 1948 gründete er das Geller-Quintett, das bis 1950 beim österreichischen Plattenlabel Austroton unter Vertrag war. Es bestand aus Joe Menke,[6] Olga Geller, Paul Giese, Helga Giese (geb. Geller) und Hans Blum. Das Gesangsquintett wurde als Begleitung für eine Vielzahl von Schlageraufnahmen für Interpreten wie Ingrid Lutz, Vera Molnár oder Angèle Durand gebucht. Letztere ließ sich begleiten bei September Song / Wenn Mademoiselle Dich küsst (aufgenommen am 1. August 1951) oder Die wilden Schwäne / Leg’ Deine Hand in meine Hand (19. März 1953). Auch bei Horst Winter (1952; Dreh‘ Dich doch einmal um), Vico Torriani (28. August 1952; Madonna / Maddalena), Bruce Low (Juli 1952; Der Südwind, der weht / Tennessee Waltz; Austroton 16019) tauchten sie als Begleitung auf. Das Quintett nahm aber auch selbst Platten auf, wie Du bist für mich Cleopatra (Austroton 55103; 1951) oder Schlager-Revue (Austroton 55106; 1951), und nahm an zahlreichen Revuefilmen, wie Die verschleierte Maja (Kinopremiere am 31. August 1951) teil.

Das nach Hans-Bernd Blum benannte Hansen-Quartett entstand 1950, als Hans Blum bei den ersten Fernseh-Versuchsprogrammen in Hamburg die Schwestern Ursula und Ingetraut Maschke kennenlernte, die zu dieser Zeit bereits als Geschwister Olden auftraten. Zusammen mit ihnen und Joe Menke formierte er das Hansen-Quartett, das in seiner Gründungsbesetzung aus Ingetraut Maschke, Ursula Maschke, Hans Blum (Kontrabass) und Joe Menke (Gitarre) bestand und künftig einigen personellen Fluktuationen unterlag.

Ab Mai 1952 gehörten Ingetraut Maschke, Nana Gualdi, Hans Blum und Joe Menke zum Quartett, ab Juni 1953 setzte sich die Gruppe aus Ingetraut Maschke, Ingeborg Müller-Menckens, Hans Blum und Rolf Simson zusammen; Besetzung ab Juli 1954: Ingetraut Maschke, Ingeborg Müller-Menckens (später: Ingeborg Langreder), Hans Blum und Tajo Giebeler. Es spielte 1953 auch live in US-Soldatenclubs.

Wie die parallel produzierende Formation Geller-Quintett waren die vier auf Begleitung von Schlagerinterpreten (Fred Bertelmann, Bruce Low) und Teilnahme an Revuefilmen spezialisiert. Als Begleitung tauchten sie für Bibi Johns ab 19. September 1954 (Katharina) bis 1957 auf. Fred Bertelmann ließ sich etwa bei Tina Marie / In Hamburg sind die Nächte lang (3. November 1955) begleiten und nahm ihre Dienste bis 1960 in Anspruch. Die B-Seite war auch Titel des gleichnamigen Films, der am 24. Februar 1956 in die Kinos kam. Kurz darauf heiratete Blum am 5. Mai 1956 das Quartett-Mitglied Ingetraut Maschke.

Unter dem eigenen Namen nahm das Hansen-Quartett eine Vielzahl von Platten auf. Darunter befanden sich die Titel Trompeten-Joe (Electrola EG 8515; 1955), Ragtime Joe / Guaracha Ole (EG 8559; 1955), Ich hab Dich so lieb / Gut’ Nacht mein Schatz, gut’ Nacht (Columbia 27-5555; 1956), Schön ist diese Abendstunde / Rosen in schönster Pracht (EG 8571; 1956) oder Adieu, Monsieur / So ist Paris (EG 8617; 1956). Sie wirkten in den Revuefilmen Gruß und Kuß vom Tegernsee (19. Dezember 1957) und dem einen Tag später uraufgeführten Kinofilm Almenrausch und Edelweiß (Der starke Max aus Halifax, Liebling, denk an mich / Ich tanz heut ohne Schuh; 20. Dezember 1957) mit.

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Hans Blum, Musikerkollege Fred Weyrich und Alexandra, Paris 1966 Eine Zigeunerin, die an seiner Haustüre mit Teppichen handelte, inspirierte Blum zu Alexandas Hit «Zigeunerjunge»

Blum führte auch mehrere Orchester, die er häufig umbenannte wie Orchester Hans Blum, Die Hans Blum-Band, Die Hans Blum-Combo oder das Hans Blum-Ensemble. Letzteres begleitete mit den Hansen Boys und Girls Will Brandes bei seiner Coverversion von Marina (November 1959; Rang 7 der deutschen Hitparade). Dann wagte Blum den Schritt, nicht mehr im Chor andere Interpreten zu begleiten, sondern trat unter seinem Namen bei der von Carl Ulrich Blecher getexteten deutschen Coverversion des Coasters-Hits Charlie Brown auf. Der Text über einen die Lehrer stets provozierenden Schüler hielt sich sehr an die Originalvorlage und wurde in Stereo mit Overdubbing aufgenommen, sodass der Gesang wie eine mehrstimmige Gruppe klingt. Nach Veröffentlichung im Juni 1959 belegte der Titel für drei Wochen die Nummer 1 der Hitlisten und in der Bravo-Musikbox. (Quelle: wikipedia)

Hier nun also diese für Blum enorm wichtige, weil so erfolgreiche Singe aus dem Jahr 1959. „Charlie Brown“ ist natürlich albern ohne Ende, aber vielleicht war das auch notwendig in jenen Jahren … Die B-Seite wurde ursprünglich von Elvis Presley aber auch Wanda Jackson interpretiert und dieser Titel enthält ein wirklich gelungenes Saxophon-Solo … also anhören !

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Hans Blum im reifen Alter von 85 (2013)

Besetzung:
Hans Blum (vocals)
+
Franz Thon und sein Orchester

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Titel:
01. Charly Brown (Leiber/Stoller/Blecher) 2.25
02. Wer weiss warum (Don´t Ask Me Why) (Weismann/Blecher) 2.46

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Alfred Andersch – Der Tod des James Dean (1959 + 1962)

FrontCover1Ein Hörspiel von Alfred Andersch ist die Basis für diesen Beitrag, ein wie ich meine, ziemlich spannender Beitrag aus der deutschen Radiogeschichte:

Alfred Andersch (1914-1980) war als Jungkommunist im KZ Dachau interniert. 1944 lief er in Italien zur US-Armee über. Er war Gründungsmitglied der Gruppe 47 und von 1948 bis 1958 Redakteur beim NWDR und beim SWF. Zu seinem umfangreichen Gesamtwerk zählen auch 15 Hörspiele u.a. eben auch „Der Tod des James Dean“:

„Der Tod des James Dean“ ist eine Collage, die vier Jahre nach dem Tod des US-Filmstars (1955) in Deutschland ästhetisch und politisch als geradezu revolutionär empfunden wurde. Der Rundfunk nahm das Lebensgefühl der „protestierenden Jugend Amerikas, der „geschlagenen Generation“, der Beat-Generation zur Kenntnis. Aus Beat ist längst Pop geworden, der Widerstand ist aufgebraucht. Alfred Andersch, der Autor von „Der Tod des James Dean“, setzte die Collage aus einem Bericht des Schriftstellers John Dos Passos über Leben und Sterben des Filmstars, einer Boxkampfreportage und gerade veröffentlichten Gedichten von Allen Ginsberg, E. E. Cummings, Kenneth Patchen und Kenneth Rexroth zusammen. Mit diesen Beat-Autoren war der neue Ton in die amerikanische Literatur gekommen, Andersch fasste das Lebensgefühl einer Nachkriegsgeneration zusammen, die wusste, was sie nicht wollte, den american way of life, aber nicht, wohin sie gehen wollte. Friedhelm Ortmann heißt der Regisseur der Südwestfunk-Produktion, in der der Trompeter Miles Davis eine getragene, untergründig bewegte,zerreißende, aber ziellos aufrührerische Musik spielt, und diese Musik zu hören, ist der eigentliche Genuss.

Alfred Andersch

Alfred Andersch

Gerade das Spiel dieses Musikers verleiht dem „Klassiker“ die Authentizität. Die deutschen Sprecherstimmen von damals erinnnern in ihrem Pathos noch ein wenig an das bedeutungsvolle Deklamieren, wie es die Ufa-Wochenschau und der Reichsrundfunk geprägt hatten, und wie es in beiden deutschen Staaten bis in die sechziger Jahre hinein unbewusst gepflegt worden ist. Der Tod des narzisstischen, revoltierenden Filmstars James Dean, der mit 24 Jahren auf dem Weg zu einem Wettfahren in einem weißen Sportwagen aus Deutschland verunglückte, hat heute schon eine Spur von Komik. James Dean, das Idol jugendlicher Schönheit, das Sinnbild der „Beat“-Epoche, erfährt immer neue Verwertungen. Gerade erscheinen die James-Dean-Filme in der neuesten Technik für zu Hause, der Digitalen Video-Disk (DVD). James Dean, lebte er noch, wäre ein Herr von siebzig Lenzen. Barbara Schäfer ist die Regisseurin des Remakes, eine Produktion des Bayerischen Rundfunks. Alfred Andersch hatte zur Musik von Miles Davis bemerkt: „Es lassen sich andere Vorschläge diskutieren, falls eine Musik nachgewiesen wird, die die Aufnahmen an makabrer Trostlosigkeit und musikalischer Qualität übertreffen. “ (Detlef Friedrich; Berliner Zeitung, 6.2.2001)

Und dann gab es eine weitere Fassung dieses Hörspiels, diesmal aufgenommen für eine Twen/Philips LP im Jahre 1962. Twen war damals so ne Art sehr fortschriftliche Jugendzeitschrift, die im Laufe der Jahre eine ordentlichen Kollektionen von LP´s mit ihrem Logo auf den Markt brachten. Hier handelt es sich jedoch eher um eine Ausnahme, da die meisten Twen LP´s eben Musik enthielt.

Gerd Westphal, 1964

Gert Westphal, 1964

Bei dieser Aufnahme handelt es sich um eine „noch konsequenter, hörter gehaltenen Neuaufnahme“ Os meint das jedenfalls Hans Rudolf Hilty, der den ausführlichen und sehr informativen Text auf der Hüllen-Rückseite der LP verfasst hat.

Es war ein Gert Westphal, die bei dieser Neuaufnahme Regie führte. Westphal war bis 1959 im Südwestfunk tätig und kannte von daher die erste Version dieses Hörspiels.

Unabhängig  welche der Versionen man nun als „intensiver“ bezeichnen möchte … beiden ist gemein, dass diese Mischung aus Texten und Musik (von Miles Davis, ausgesucht von Hans-Joachim Behrendt, der damaks ebenfalls beim Südwestfunk arbeitete), dass also diese Collagen-Technik eine enorme Wucht entwickelte. Selten habe ich eine so gelungene Symbiose aus Wort und Musik gehört.

Da fragt man sich, warum man von dieser Form nicht viel öffter Gebrauch gemacht hat. Ok, Gert Westphal ist diesen Weg konsequenter gegangen (z.B. mit seiner „Jazz & Lyrik“ Serie, z.T. auch auf Tonträgern veröffentlicht).

Und dann, um das Thema noch abzurunden, gab es 2001 eine weitere Hörspiel-Version unter der Regie mit Barbara Schäfer und nahmhaften Sprechern wie Christian Berkel, Ben Becker, Dieter Landuris, oder Jan Gregor Kremp- Zu gerne hätte ich diese Fassung auch noch dazu gepackt, dann wäre der Werkvergleich komplett gewesen, aber bedauerlicherweise konnte ich noch keinen Mitschnitt auftreiben.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden: Hier also eine jener spannenden Hörspiel-Produktionen der50er/60r Jahre, die ganz sicher auch bei etlichen Menschen einen prägenden Einfluss hinterlassen hat.

James Dean

James Dean

Besetzung:

LP – Version (1962):
Kurt Beck (Texte von Allen Ginsberg)
Peter Ehrlich (Texte von Robbin Jeffers – Kenneth Patchen)
Wolfgang Reichmann (Texte von E.E. Cummings – Kenneth Faxroth – Delmore Schwarz)
Walter Richter (Texte von Robert Lowry)
René Scheibli (die Stimme des Jungen)
Gert Westphal (Texte von Dos Passos)

Regie: Gert Westphal

Original – Version (1959):
Horst Bergmann (die Stimme des Jungen)
Hanns Bernhardt (Texte von Delmore Schwartz)
Rolf Boysen (Texte von Robert Lowry)
Friedrich von Bülow (Texte von Kenneth Patchen)
Ludwig Cremer (Sprecher)
Herbert Fleischmann (Texte von Robinson Jeffers)
Klaus Kammer (Texte von Allen Ginsberg)
Heinz Schimmelpfennig (Texte von E. E. Cummings)
Hermann Schomberg (Texte von John dos Passos)
Wolfgang Schwarz (Texte von Kenneth Rexroth)

Regie: Friedhelm Ortmann

Miles Davis, 1962

Verwendete Musikstücke:
Evasion de Julien – Au Bar du petit bac – Gènèrique – Sur l´autoroute – Florence sur les Champs-Elyees

Besetzung:
Kenny Clarke (drums) – Miles Davis (trumpet) – Piere Michelot (bass) – Rene Urtreger (piano) – Barney Wilen (saxophone)

BackCover1

Titel:
01. Der Tod des James Dean (Teil 1 – LP-Version) 20.41
02. Der Tod des James Dean (Teil 2 – LP-Version) 19.40
03. Der Tod des James Dean (Original-Fassung 1959) 47.40

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Santa Claus Orchestra – Beim Klang der Weihnachtsglocken (1959)

Ich glaube, eine Enzyklopädie der deutsch-traditonellen Weihnachtsaufnahmen ist noch nicht geschrieben worden. Und sollte sich jemand mal dieses Themas annehmen, würde der Begriff Sisyphus-Arbeit mehr als zutreffend sein.

Bei meinen Streifzügen durch deutsche Archive entdecken ich immer wieder was neues, wie hier z.B. ein „Santa Claus Orchestra“ (man beachte diesen englischen Namen – ehr noch ungewöhnliche für die damalige Zeit) spielte 4 Klassiker deutscher Weihnachtsmusik ein (und das gar nicht mal so schlecht und nachdem diese Singe erstaunlich gut erhalten ist, macht es doch Freude, zuzuhören).

Natürlich gibt es auch viel Glockengebimmel … gehört sich ja auch so.

Ansonsten weichen bei den Titeln die Angabe auf der Hülle und dem Label ab (da hat man einfach A und B Seite vertauscht), viel wichtiger ist aber, dass auch hier die Friedenssehnsucht der Menschen angesprochen wird, nicht nur emotional, sondern auch explizit textlich („Süßer die Glocken nie klingen, als zu der Weihnachtszeit:  S’ist als ob Engelein singen wieder von Frieden und Freud‘.)

Genauere Informationen über dieses Orchester gibt es natürlich nicht, aber mir scheint, es handelt sich um ein Projekt des deutschen Unterhaltungsmusikers Heinz Alisch (zumindest hat er zwei der vier Titel arrangiert). Und der war eigentlich gar kein so unbekannter:

Heinz Alisch (* 14. Mai 1917 in Spandau; † 20. Juni 1993 in Berlin) war ein deutscher Komponist.

Heinz Alisch wurde als Sohn eines Möbelhändlers geboren. Er kam zuerst auf eine Privatschule und wechselte dann auf das Kant-Gymnasium. Später wechselte er auf das Reformrealgymnasium in Hennigsdorf (Osthavelland). Bei der Pianistin Agnes Mosler-Sturm erhielt er zwischen 1931 und 1933 Klavierunterricht. 1933 besuchte er eine kaufmännische Privatschule und lernte ab April 1934 Klarinette an der Orchesterschule der staatlichen akademischen Hochschule in Berlin. Problematisch für seinen weiteren Lebensweg war, dass er als „Halbjude“ galt, da seine Mutter jüdischer Herkunft war. So konnte er in der Orchesterschule nur aufgenommen werden, weil sein Vater „Frontkämpfer“ gewesen war. Er schloss das Studium 1937 ab, spielte nun Klarinette und Saxophon. In antisemitischen Publikationen Lexikon der HeinzAlischJuden in der Musik und Judentum und Musik wurde er bereits aufgeführt. Er war bereits 1935 als „Halbjude“ aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen worden. Nach kurzer Zeit in der Wehrmacht wurde er 1940 als „wehrunwürdig“ entlassen und zur Zwangsarbeit herangezogen. Ein erneuter Antrag auf Aufnahme in die Reichsmusikkammer wurde 1941 abgelehnt.

Während er in Berlin von Gelegenheitsarbeiten lebte, studierte er das Hauptfach Saxophon an der Staatlichen Hochschule für Musik. Nur gelegentlich konnte er wegen des Berufsverbots illegal als Musiker arbeiten. 1944 und 1945 musste er abermals Zwangsarbeit bei der Organisation Todt leisten. Nach Kriegsende trat er mit Kurt Hohenberger, dem Orchester Kurt Widmann sowie mit dem RIAS Tanzorchester unter Werner Müller auf. Ab 1948 schrieb er für das Orchester Arrangements und dirigierte auch. Ab 1950 begleitete er mit seinem Orchester viele Schlagersänger, darunter Willy Schneider bei dessen Evergreen Wenn das Wasser im Rhein goldner Wein wär‘ (Februar 1950). Er entschloss sich 1960, freischaffender Künstler zu werden und komponierte nun Filmmusiken und Lieder, die zu berühmten Schlagern wurden, wie Rote Korallen und Eine Rose aus Santa Monica. Er begleitete mit seinem Orchester Künstler wie Peter Alexander, Esther Ofarim und Robert Stolz. 1972, nach dem Tod seiner Frau, gab er den Musikerberuf auf. Er verstarb in seiner Berliner Wohnung und wurde anonym auf dem Städtischen Friedhof Berlin-Zehlendorf beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

Für mich immer aufs neue erschreckend, wie der Nationalsozialismus seine blutige Spur auch durch die deutsche Unterhaltungsmusik gezogen hat.

Weihnachten im II. Weltkrieg

Besetzung:
Das Santa Claus Orchestra
mit
Chorgeleitung und Glocken

BackCover1
Titel:
01. O du fröhliche, o du selige (Traditional) 2.49
02. O Tannenbaum (Traditional) 2.23
03. Stille Nacht, heilige Nacht (Gruber/Mohr) 3.09
04. Süsser die Glocken nie klingen (Traditional) 2.23

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