Unbekannte Interpreten – Non Stop Hitauslese (1973)

FrontCover1Viel anonymer geht nicht mehr:

Hier werden deutsche Schlagerhits von dem Hause Ariola präsentiert, freilich nicht in den jeweiligen Originalfassungen, sondern als Cover-Versionen

Und wie der vorhin präsentierten Karajan Aufnahme von „Carmen“ ist auch dieses Album eine sog. „Club-Sonderauflage“.

Das Original-Album bestand aus 2 LP`s, für diese Club-Auflage reichte dann di ersten Scheibe des Originals.

Ich stelle mir gerade vor, wie Heerscharen von unbekannten Sängern/Sängerinnen versuchten, der jeweiligen Originalstimme möglichst nahe zu kommen (dabei machten sich nicht mal vor Loriot halt !).

Uch stelle mir gerade, vor Heerscharen von Studiomusiker dann versuchten, möglichst nah am Original-Sound der Hits zu bleiben, damit die akustische Täuschung möglichst perfekt ist.

Und ich frage mich, welche Käuferschicht man mit dieser Schreibe erreichen wollte … vorstellen kann ich mir das bis heute nicht …

Aber ne Lanze will ich dann doch noch für das Cover brechen: Die unterschiedlichen Farben dieses Strandpanoramas haben ihren eigenen Reiz und das rote Gefährt samt Insassen … nun ja … da kommt in mir schon viel Vorfreude auf: Ein unbeschwerter Urlaub (voraussichtlich werden im August in Portugal weilen) wäre schon was feines (mein letzter Urlaub mit 2 Wochen liegt dann tatsächlich bereits ein Jahr zurück).

Und ansonsten widme ich diese LP all jenen unbekannten Studiomusikern dieser Welt, die mit Billigproduktionen dieser Art versuchten, sich über Wasser zu halten.

Ich habe mir erlaubt, die Originalinterpreten der Lieder in Klammer zu setzen und voila: Hier haben wir dann all die Stars die sich bei Dieter Thomas Heck die Klinke in die Hand drückten …

BackCover1Titel:

01. Non Stop Hitauslese (Teil 1) (Gesamtzeit: 21.35)
01.01. Michael und Robert (Rödelberger/Buschor) 1.41 (Freddy Quinn)
01.02. Sing, wenn du glücklich bist (Moroder/HolmStark) 1.42 (Peggy March)
01.03. Che Sera (Fontana/Pes/Migliacce/Weyrich) 1.31 (Adrian Wolf)
01.04. Der kleine Prinz (Ein Engel, der Sehnsucht heißt) (Orloff) 1.28 (Bernd Clüver)
01.05. Der Stern von Mykonos (Bruhn/Buschor) 1.42 (Katja Ebstein)
01.06. Rote Rosen (v.Suppé/Feltz) 1.17 (Freddy Breck)
01.07. Oh wie wohl ist mir (Bruhn/Buschor) 1.44 (Michael Schanze)
01.08. Rund um die Welt geht das Lied der Liebe (Tassenberg/Jay) 1.36 (Nina + Mike)
01.09. Delta Queen (Tassenberg) 1.30 (Ricky Shane)
01.10. It Never Rains In Southern California (Hammond/Hazlewood) 1.21 (Albert Hammond)
01.11. Schmetterlinge können nicht weinen (White) 1.08 (Jürgen Marcus)
01.12. Vergiß die Liebe nicht (Jürgens/Relin) 1.40 (Udo Jürgens)
01.13. Ein Schlafsack und eine Gitarre (White/Jay) 1.29 (Renate & Werner Leismann)
01.14. Immer wieder Sonntags (Dries-Holten/Halvey) 1.31 (Cindy & Bert)

02. Non Stop Hitauslese (Teil 2) (Gesamtzeit: 22.58)
02.01. Tampico (v.Kleebsattel/Becht) 1.45 (Heino)
02.02. Borriquito (Peret/Holm) 1.39 (Rex Gildo)
02.03. Ich wünsch‘ mir ’ne kleine Miezekatze (Loriot/Claus/Thomé) 1.41 (Loriot)
02.04. In der Bundesrepublik machen alle gern Musik (Rüdelberger/Buschor) 1.15 (Rita Pavone)
02.05. Mexico (Humphries) 1.33 (Les Humphries Singers)
02.06. Mama Loo (Humphries) 1.39 (Les Humphries Singers)
02.07. Willst du mit mir geh’n (Kongos/Frances) 1.37 (Daliah Lavi)
02.08. Nur ein Flirt (Delpech/Vincent/Orloff) 1.24 (Randolph Rose)
02.09. Ich komm bald wieder (Scharfenberger/Feltz) 1.39 (Cindy & Bert)
02.10. Ich hab‘ die ganze Nacht nur an dich gedacht (Lego/Möhring/Thöner) 1.42 (Graham Bonney)
02.11. Co-Co (Chinn/Chapman/Loose) 1.41 (The Sweet)
02.12. Die Bouzouki klang durch die Nacht (Panas/Munro/Arnie) 1.42 (Vicky Leandros)
02.13. Goodbye Mama (Siegel jr./Loose) 1.43 (Irene Sheer)
02.14. Zeig mir den Platz an der Sonne (Jürgens/Hachfeld) 1.45 (Udo Jürgens)

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Original-Cover.jpg

Original-Cover der Doppel-LP

Martin Lauer – Am Lagerfeuer + Leider (1964)

FrontCover1.jpgMartin Lauer war Leichtathletik- und Schlager-Star. Der deutsche Sport trauert um den einstigen Hürdenflitzer des ASV Köln, dem eine Einzelmedaille bei Olympia verwehrt blieb.

Die deutsche Leichtathletik trauert um den früheren Hürden-Weltrekordler Martin Lauer. Der einstige Europameister und Staffel-Olympiasieger von Rom 1960 ist am Sonntag im Alter von 82 Jahren im Kreis seiner Familie gestorben, wie der Deutsche Leichtathletik-Verband am Rande der WM in Doha/Katar mitteilte. Drei Weltrekorde in 53 Minuten: Das war Lauers größter Erfolg. Als Schlagersänger („Taxi nach Texas“) verkaufte er nach seiner Sportlerkarriere fast sechs Millionen Tonträger.
Bis zuletzt gehörte seine Leidenschaft der Leichtathletik

„Mit Martin Lauer ist eine Leichtathletik-Legende von uns gegangen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband verliert mit Martin Lauer einen großen und erfolgreichen Sportsmann, der bis zuletzt das Geschehen in der Leichtathletik verfolgt hat“, sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing. Der einstige Vorzeigesportler des ASV Köln hinterlässt im mittelfränkischen Lauf an der Pegnitz seine Frau Christa, zwei Kinder und drei Enkelkinder.

MartinLauer02.jpgGemeinsam mit Bernd Cullmann (79), Armin Hary (82) und Walter Mahlendorf (84) holte sich Schlussläufer Lauer 1960 im Stadio Olimpico Gold in Weltrekordzeit. 1959 stellte er in Düsseldorf mit 7955 Punkten einen deutschen Zehnkampfrekord auf.
Vorlesung geschwänzt, Weltrekorde gebrochen

Doch seine Sternstunde erlebt der Sprinter schon am 7. Juli 1959: Im Zürcher Letzigrund knackte er die Weltrekorde über 110 Meter (13,2 Sekunden) und 120 Yards Hürden, als Zugabe schaffte er die Bestmarke über die selten gelaufenen 200 Meter Hürden (22,5).
Bild zu Martin Lauer
1956 in Hamburg: Martin Lauer (r) siegt in 13,9 Sekunden -neuer Europarekord. © DB/dpa

Dabei weilte der damals 22-jährige Lauer am Vormittag noch in der Vorlesung. Der Student schwänzte die Seminare am Nachmittag, flog von München nach Zürich und eilte ins Stadion. Der Diplomingenieur im Allgemeinen Maschinenbau war 1959 als erster und bis dato einziger Deutscher Welt-Leichtathlet.

Schon als Teenager zählte Martin Lauer zu den besten und vielseitigsten Leichtathleten der Welt. Im Alter von 19 Jahren belegte er bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne über 110 Meter Hürden Platz vier und im Zehnkampf Platz fünf.
Beinahe wäre sein Bein amputiert worden.

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Probleme stoppten das Talent aber auch. Im Olympia-Jahr 1960 musste Lauer gleich mehrere Rückschläge hinnehmen. Von einer hartnäckigen Knochenhautentzündung im Fußgelenk gebremst, landet er im Olympia-Finale von Rom über 110 Meter Hürden auf dem vierten Platz. Selbst über Staffel-Gold konnte sich der Rheinländer nicht lange freuen. Eine verunreinigte Injektionsspritze führte zur Blutvergiftung – da ging es „um Leben und Tod“, wie er mal erzählte. Nur knapp konnte eine Amputation des Beines verhindert werden. (best/dpa)

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Mir war er freilich als Schlagersänger weitaus lieber, denn mit seinen herrlich-romantischen Cowboy-Songs erwärmte er mein kindliches Cowboy-Herz.

Schon damals gab ich demCowboy den Vorzug (und nicht dem Indianer); vermutlich weil ich schon damals darauf spekulierte, in einem dieser Saloons am Tresen zu stehen, einen Whisky zu bestellen,dem Piano-Spieler zu lauschen und mich nach all den hübschen Damen umzusehen … von den ich schon am Lagerfeuer träumte.

Ich sitz so gern am Legerfeuer … la la la la … 

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Besetzung:
Martin Lauer (vocals)
+
Orchester Kurt Edelhagen

AlternativesFrontCover

Titel:
01. Am Lagerfeuer (Laine/Tiri) 2.20
02. Leider (Moesser/Bartels) 2.39

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Udo Spitz + Klaus Herwig – Die Sonne von Mexico + Come Back Sweet September (1968)

FrontCover1Tja, diese Präsentation widme ich all jenen unbekannt gebliebenen Schlagersängern, die in den 60er Jahren ihr Glück versucht haben … und das Tempo-Label war für diese Schlagersänger ganz sicher die Startrampe für den Versuch, erfolgreich zu sein.

Wie damals üblich bei Tempo Records, waren 2 Interpreten auf dieser Single vertreten. Fangen wir mal an mit Udo Spitz:

Ein profunden Kenner der deutschen Schlagerszene namens „waelz“ schreibt auf memoryradio.de über Udo Spitz:

„Udo Spitz ist kein Pseudonym. Er war lange Zeit für Tempo tätig. Die Titel wurden teilweise -obwohl Nachzieher auf einem Billiglabel- in den Niederlanden auf anderen Labels veröffentlicht. Spitz hat später Gedichte und Geschichten geschrieben. Er arbeitete immer nebenher beim Verlag einer Zeitung.“

Udo Spitz wurde dann irgendwann (die Informationen über ihn sind eher dürftig) Verlagsleiter bei der „Allgäuer Zeitung“ und auch wenn er damit wohl seine aktive Phase als Schlagersänger beendete, blieb er dem Metier dauerhaft treu. So organisierte er ab dem Jahre 1973 den jährlich stattfindenden „Presse- und Künstlerball“ in Kempten. Und noch 2014 kam er in einem Artikel über die Geschichte dieses Presseballs zu Wort.

Auf der B-Seite ist dann ein Klaus Herwig zu hören und der ist dann doch etlichen noch gut in Erinnerung, allerdings unter einem anderen Namen:

Teddy Parker, gebürtig Claus Herwig, (* 17. April 1938 in Brünn, Tschechoslowakei) ist ein deutscher Schlager- und Volksmusik-Sänger sowie Radiomoderator.

Teddy Parker (siehe auch hier) wuchs zunächst in Brünn auf, kam aber nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei mit seinen Eltern nach Bamberg. 1955 zog er nach München. Während der Schulzeit nahm er Gesangsunterricht. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften. 1957 gewann er einen Nachwuchswettbewerb und bekam einen Schallplattenvertrag bei dem Label Tempo. Er besang als Imitator von Stars wie Frank Sinatra, Peter Alexander und Peter Kraus Schallplatten, wobei er mehrere Pseudonyme (Ralph Herwig, Bernd Anderson, Bobby Stern, Jimmy Fields, Johnny) verwendete.

ClausHerwigNach dem Staatsexamen bekam er einen zweiten Schallplattenvertrag. So entstand 1960 die erste Single unter seinem bürgerlichen Namen Claus Herwig. Diese eröffnete ihm seine eigene Gesangskarriere. Im gleichen Jahr stand er erstmals vor der Filmkamera in dem Spielfilm Schlagerparade 1960. Es folgten die Filme Immer will ich dir gehören (1960) und Davon träumen alle Mädchen (1961).

1961 sang er mit Leonie Brüchner beim Deutschen Schlager-Festival in Wiesbaden die Titel Musikanten der Liebe und Abends in Madrid. Dann nahm er bei verschiedenen Plattenfirmen Titel auf, bis er schließlich unter seinem heute bekannten Namen Teddy Parker bei Telefunken 1962 seine erste Single Muli Mexicano veröffentlichte. Dann kam der erste große Erfolg. 1963 war der Titel Nachtexpress nach St. Tropez mehrere Wochen in den Charts vertreten. Es folgten weitere Titel sowie 1963 ein weiterer Filmauftritt in dem Musikfilm … denn die Musik und die Liebe in Tirol unter der Regie von Werner Jacobs.

Dann wurde es etwas ruhiger um Parker als Sänger. Anfang der 1970er Jahre wurde er Redakteur beim Bayerischen Rundfunk sowie Diskjockey in der Sendung „Club 16 um 17“. Dann gelang ihm mit dem Titel Wie eine Ladung Dynamit ein weiterer Hit, der ihm einen Auftritt in der ZDF-Hitparade brachte. Auch ihm folgten weitere Titel „Du, ich habe mein Herz verloren“ sowie 1972 die Teilnahme an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest mit Ich setze auf dich, bei der er den vorletzten Platz erreichte.

Dann begann Teddy Parker auch selbst zu komponieren. Mit Titeln wie „Wie ein Bumerang“, „Fang noch einmal an mit mir“ rief sich der Sänger für kurze Zeit wieder in Erinnerung. Parker arbeitete weiter als Redakteur und Moderator.

Mitte der 1980er Jahre begann er schließlich volkstümliche Lieder zu singen und hatte erneut Erfolge. Titel wie Jeder Tag ist ein Geschenk, Eine Tür steht immer offen oder Ein Mutterherz soll niemals weinen gehören bis heute zu den Dauerwunschliedern volkstümlicher Sendungen. Seither war er auch immer wieder Gast in verschiedenen Fernsehsendungen. (Quelle: wikipedia)

Ich hätte diese Single mit den zwei harmlosen Liedchen auf das Jahr 1961 datiert, aber in der Discographie von 45cat.com wird das Jahr 1968 angegeben (verwundert mich ein wenig, denn damals war der Klaus Herwig eigentlich schon längst als Teddy Parker bekannt).

45cat

Besetzung:
Klaus Herwig (vocals bei o2.) + Orchester Rolf Andy
Udo Spitz (bei o1.) + Orchester Rex Farmer

BackCover1

Titel:
01. Udo Spitz: Die Sonne von Mexico (Hein) 2.16
02. Klaus Herwig: Come Back Sweet September (Flohr/Falk/Reith) 3.19

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Verschiedene Interpreten – Schlagerparade 1930 (1986)

FrontCover1Vor ein paar Jahren fand ich folgende bemerkenswerte Anmerkungen in dem von mir mehr als geschätzten GBlog:

„Ich hatte dienstlich in der L-Schule in H. zu tun und stand am Nachmittag vor dem Gebäude, das ich vor 50 Jahren selbst als Schüler täglich zu betreten hatte, und bemerkte, dass aus einem der hinterem Räume – leise und verweht und zunächst nicht auszumachen – eine irgendwie bekannte Tonfolge herüberklang…. Offenbar eine Schülerband, die sich der Rockmusik annähern will … da da … dadada … ein Riff, das mir irgendwie bekannt vorkam, aber noch nicht zu erkennen war …. da da … dududu … Mehrmals im Kopf angestimmt hatte ich es: Louie Louie!! Double Fantasy: die gleichen Klänge, die die Schülerband meines Freundes Jürgen Rosenthal hervorgebracht hat, – vor fast 50 Jahren!!

Ist das nicht faszinierend, dass in den materialen Alltagen der Menschen, so veränderlich und veränderend sie sein mögen, doch so etwas wie historische Konstanten eingelagert sind, die ein simples, aber offenbar gleichermaßen zugängliches wie herausforderndes Riff wie das von Louie Louie in je unterschiedlichen Zeitlichkeiten Emotionen in ihren praktischen Wirkungen und Umsetzungen, aber auch in ihren medialen wie symbolisch-rituellen Voraussetzungen und Vermittlungen auslösen lassen, die seltsam überzeitlich sind??
Das war jetzt ziemlich verquast: Die Frage ist also: Wie lässt es sich erklären, dass ein 60 Jahre altes Riff die gleiche Motivation bei Jugendlichen hervorruft, es nachspielen zu wollen, wie das vor fast 50 Jahren – und später immer wieder (The Clash) – der Fall war? – Und woher kommt solch ein kultureller Fundus? Wie wird der tradiert?“ (Quelle: GBlog)

Nun, diese Scheibe hat mit dem knackigem „Louie Louie“ gar nichts, aber gar nicht zu tun … aber mit dem Phänom jener historischen musikalischen Konstanten (oder dem „kulturellen Fundus“), die uns ausmachen und prägend sehr viel …

MarleneDietrich

Marlene Dietrich (in demFilm „Der blaue Engel“, 1930)

Wir schreiben das Jahr 1930 und wir hören hier Lieder aus diesem Jahr und wir stellen fest, dass uns viele dieser Lieder wohl bekannt sind (obwohl wir damals wohl alle noch in Abrahams Wurstkessel schwammen)

Lieder wie „Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt’“, „Ein Freund, ein guter Freund“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“ oder „Zwei Herzen im 3/4-Takt“ gehören wohl auch zu unserem kulturellem Erbe …

Und wir stellen fest, dass so manches Lieder jener Zeit durchaus schlüpfrig war, wir stellen fest, dass uns Namen wie Marlene Dietrich, Friedrich Hollaender oder Willy Fritsch durchaus geläufig sind …

Meinereiner kann sich ob all dieser vergnüglichen Melodien und Texte (die sich natürlich ausschließlich um das weite Feld „Liebe“ drehen) durchaus vergnügen und dann packt mich fast zeitgleich das kalte Grausen, daran denkend, dass 3 Jahre später der braune Dreck unfassbares Leid über die Welt brachte.

LianeHaid

Liane Haid

Und die Frage „Und woher kommt solch ein kultureller Fundus? Wie wird der tradiert?“  wird mich weiterhin mehr als heftig beschäftigen.

Dieses Album ist übrigens Teil der EMI-Serie „Der goldene Trichter – Historische Aufnahmen“, die – soweit ich das recherchieren konnte, auch mit einem entsprechendem Buch veröffentlicht wurde … dass damals (also 986) dafür ein Markt  bstand, ist kein Wunder … die Jugend der 30er Jahre wurden ja nicht nur um ihre Jugend betrogen, man hat sie auch ihrer Musik beraubt – Nachholbedarf bestand also

Und bei dem Medienmosnter finden sich dann genau zu dieser LP dann auch folgende Einträge:

„Ich hab das Buch und die CD 1930 gekauft und meinem Schwager zum 80. Geburtstag geschenkt.
Es war ein voller Erfolg. Jahrgangsbücher sind etwas persönliches und die Beschenkten sind von dieser Idee total hingerissen.

Diese CD habe ich meiner Mutter zum 80igsten Geburtstag geschenkt. Es sind sehr schöne Lieder zu hören. Auch wenn das nicht meine Zeit ist, so kann ich mir nicht verkneifen mitzusingen wenn „Veronika-der Lenz ist da“ gesungen wird.Eine gute Aufnahme mit Liedern aus den 30iger Jahren.“

BackCover1

Titel:
01. Siegfried Arno + Marek Weber und sein Orchester: Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt‘ (Katscher/Farkas/Herczeg) 2-51
02. Marlene Dietrich + Friedrich Hollaender + seine Jazz-Symphoniker: Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Hollaender) 2.59
03. Comedian Harmonists: Veronika, der Lenz ist da (Jurmann/Rotter) 2.37
04. Willy Fritsch + Lilian Harvey: Liebling, mein Herz läßt dich grüßen (Heymann/Gilbert/Harvey/Fritsch) 2.50
05. Austin Egen + Marek Weber und sein Orchester: Ich hab‘ kein Auto, ich hab‘ kein Rittergut (May/Gilbert) 3.04
06. Max Mensing + Saxophon-Orchester Dobbri: Oh, Donna Clara! (Petersburski/Bedal) 3.16
07. Liane Haid + Lewis Ruth Band (Leitung: Robert Stolz): Adieu, mein kleiner Gardeoffizier (Stolz/Reischel) 4.24
08. Willy Fritsch + Begleitorchester Otto Dobrindt: Ein Freund, ein guter Freund (Heymann/Gilbert/Fritsch) 3.00
09. Marlene Dietrich + Friedrich Hollaender + seine Jazz-Symphoniker: Ich bin die gesche Lola (Hollaender/Liebmann) 2.33
10. Alfred Strauß + Orchester Dajos Béla: Wenn du einmal dein Herz verschenkst (Rosen/Schwabach) 2-55
11. Comedian Harmonists: Wochenend‘ und Sonnenschein (Anger/Amberg) 3.09
12. Marek Weber und sein Orchester: Auch du wirst mich einmal betrügen (Stolz) 3.05
13. Leo Frank + Orchester Dajos Béla: Guck doch nicht immer nach dem Tangogeiger hin (Hollaender) 2.47
14. Leo Moll + Marek Weber und sein Orchester: Zwei Herzen im 3/4-Takt (Stolz/Reisch) 2.48

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MarekWeberOrchester

Marek Weber und sein Orchester (1927)

Teddy Parker – Nachtexpress nach St. Tropez + Bossa Nova in Panama (1962)

FrontCover1.jpgAlso, der Teddy Parker hat mich damals schon ziemlich beeindruckt:

Teddy Parker, gebürtig Claus Herwig (* 17. April 1938 in Brünn, Tschechoslowakei), ist ein deutscher Schlager- und Volksmusik-Sänger sowie Radiomoderator.

Teddy Parker wuchs zunächst in Brünn auf, kam aber nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei mit seinen Eltern nach Bamberg. 1955 zog er nach München. Während der Schulzeit nahm er Gesangsunterricht. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften. 1957 gewann er einen Nachwuchswettbewerb und bekam einen Schallplattenvertrag bei dem Label Tempo. Er besang als Imitator von Stars wie Frank Sinatra, Peter Alexander und Peter Kraus Schallplatten, wobei er mehrere Pseudonyme (Ralph Herwig, Bernd Anderson, Bobby Stern, Jimmy Fields, Johnny) verwendete.

Nach dem Staatsexamen bekam er einen zweiten Schallplattenvertrag. So entstand 1960 die erste Single unter seinem bürgerlichen Namen Claus Herwig. Diese eröffnete ihm seine eigene Gesangskarriere. Im gleichen Jahr stand er erstmals vor der Filmkamera in dem Spielfilm Schlagerparade 1960. Es folgten die Filme Immer will ich dir gehören (1960) und Davon träumen alle Mädchen (1961).

TeddyParker021961 sang er mit Leonie Brückner beim Deutschen Schlager-Festival in Wiesbaden die Titel Musikanten der Liebe und Abends in Madrid. Dann nahm er bei verschiedenen Plattenfirmen Titel auf, bis er schließlich unter seinem heute bekannten Namen Teddy Parker bei Telefunken 1962 seine erste Single Muli Mexicano veröffentlichte. Dann kam der erste große Erfolg. 1963 war der Titel Nachtexpress nach St. Tropez mehrere Wochen in den Charts vertreten. Es folgten weitere Titel sowie 1963 ein weiterer Filmauftritt in dem Musikfilm … denn die Musik und die Liebe in Tirol unter der Regie von Werner Jacobs.

Dann wurde es etwas ruhiger um Parker als Sänger. Anfang der 1970er Jahre wurde er Redakteur beim Bayerischen Rundfunk sowie Diskjockey in der Sendung Club 16 um 17. Dann gelang ihm mit den Titeln Wie eine Ladung Dynamit und Du, ich habe mein Herz verloren zwei weitere Hits, die ihm 1971 Auftritte in der ZDF-Hitparade einbrachten. 1972 nahm er an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest mit Ich setze auf dich teil, bei der er den vorletzten Platz erreichte.

Dann begann Teddy Parker auch selbst zu komponieren. Mit Titeln wie Wie ein Bumerang und Fang noch einmal an mit mir rief sich der Sänger für kurze Zeit wieder in Erinnerung. Parker arbeitete weiter als Redakteur und Moderator.

TeddyParker01

Mitte der 1980er Jahre begann er schließlich volkstümliche Lieder zu singen und hatte erneut Erfolge. Titel wie Jeder Tag ist ein Geschenk, Eine Tür steht immer offen oder Ein Mutterherz soll niemals weinen gehören bis heute zu den Dauerwunschliedern volkstümlicher Sendungen. Seither war er auch immer wieder Gast in verschiedenen Fernsehsendungen. (Quelle: wikipedia)

TeddyParker03

Und hier sein erster großer Hit, und wenn ich ehrlich sein darf, wippen heut enoch meine Füße mit. Ein fetziger Schlager … und diesmal werden mal ausnahmsweise die Sehnsüchte des Mannes artikuliert, bzw. thematisiert:

Nachtexpress nach St. Tropez
Oh-oh-oh bring mich schnell nach St. Tropez
Ja, ja, ja, denn wenn ich am Fenster steh
Im Nachtexpress nach St. Tropez
Ja, ja, ja, ja, träum‘ ich vom weißen Strand
Wo die Liebe, die große Liebe ich fand

Holiday in St. Tropez
Oh-oh-oh machen wir in St. Tropez
Ja, ja, ja, und den Twist von St. Tropez
Tanzen wir in St. Tropez
Ja, ja, ja in zwei Stunden komm‘ ich an
Wo die Liebe, die große Liebe begann

Ich bin kein reicher Mann
Ich bin kein Ali Khan
Doch schaut sie mich nur an
Fühl ich wie ein König mich

Oh-oh-oh Nachtexpress nach St. Tropez
Oh-oh-oh bring mich schnell nach St. Tropez
Ja, ja, ja, denn wenn ich am Fenster steh
Im Nachtexpress nach St. Tropez
Ja, ja, ja, ja, träum‘ ich vom weißen Strand
Wo die Liebe, die große Liebe ich fand

Der Sound wurde dann auch für den Film „Übermut im Salzkammergut“ (1963 verwendet und das schaute dann damals so aus:

Der Song beginnt übrigens mit Zuggeräuschen, Soundgimmicks dieser Art wurden damals sehr gerne verwendet, um den Songs wohl noch mehr Pfiff zu geben,

Na ja und dann die nette kleine Geschichte, dass es damals gar keinen Bahnhof in St. Tropez gab … aber sei´s drum … das Lied mache einfach Spaß.

Die- B-Seite trägt den Titel „Bossa Nova in Panama“, und ist ein drolliger Bossa-Nova Song …. damals in Deutschland noch nicht so gewöhnlich. Aber auch hier gilt: Musik die gute Laune machen kann …

Und … weil er halt so ein kleines Idol für mich war, habe ich noch ein liebevolles und ausführliches Portrait des SWR 4 beigelegt.

Und dann noch ein Telefoninterview aus dem Jahr 2018 …

TeddyParker04

Teddy Parker beim Bayrischen Rundfunk

Besetzung:
TeddyParker (vocals)
+
Chor und Orchester Henry Mayer

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Teddy Parker, als er noch Claus Herwig hieß, in dem Film „Wenn die Musik spielt am Wörthersee“ (1962)

Titel:
01. Nachtexpress nach St. Tropez (Mayer/Niessen) 2.27
02. Bossa Nova in Panama (Mayer/Hertha) 2.13

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Und 1994 durfte der Teddy Parker seine Hymne auf St. Tropez nochmals im Fernsehen trällern:

Dorthe – Junger Mann mit roten Rosen + Der Boy ist gekommen (1964)

FrontCover1.jpgUnd wieder mal so ein Schlagersternchen aus dem Norden Eiropas, der auch bei uns ein wenig Eindruck machte.

Dorthe Kollo (geborene Larsen; * 17. Juli 1947 in Kopenhagen), Künstlername Dorthe, ist eine dänische Schlagersängerin.

Dorthe Larsen wuchs in Kopenhagen auf. Bei ihrem Vater, der Kapellmeister des Symphonischen Orchesters Aarhus war, erhielt sie ihre musikalische Ausbildung. Daneben erlernte sie Schauspiel, Tanz und Pantomime. Mit acht Jahren nahm sie in ihrer Heimat Dänemark ihre erste Schallplatte Min Piphans auf. Mit zwölf Jahren bekam sie ihre erste Goldene Schallplatte für den Titel Åh, det er søndag (Coverversion von Oh Lonesome Me von Don Gibson).

Anfang der 1960er Jahre kam sie nach Deutschland und bewarb sich 1963 mit dem Titel Eine Menge Verehrer bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden, erreichte jedoch nicht das Finale. Im Folgejahr hatte sie jedoch ihren ersten Erfolg mit dem Titel Junger Mann mit roten Rosen, der bei den Schlager-Festspielen 1964 einen beachtlichen 5. Platz erreichte. Dadurch wurde sie im deutschsprachigen Raum bekannt. 1965 erreichte sie mit Blondes Haar am Paletot und Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer sogar den 4. Platz. Ihre Platten veröffentlichte sie unter dem Namen Dorthe.

Dorthe011968 hatte Dorthe ihren ersten großen Hit mit Sind Sie der Graf von Luxemburg? Einen weiteren Erfolg hatte sie im selben Jahr mit Wärst du doch in Düsseldorf geblieben, mit dem sie Platz 2 des Deutschen Schlager-Wettbewerbs 1968 erreichte und eine Goldene Schallplatte gewann. Beide Titel gehören heute zu den Evergreens des deutschen Schlagers und werden, ebenso wie der Titel Jeder Schotte, der auch aus dem Jahre 1968 stammt, in Wunschkonzerten immer wieder nachgefragt.

Mit dem Schlager Seine Hoheit, der Herr Kronprinz hatte Dorthe 1969 noch einmal einen Hit. Weitere Erfolgstitel waren die Singles Ein rosaroter Apfelbaum, Ein ganz Schlauer war Herr Schopenhauer, Chilli-Pfeffer, Man muß dem Glück entgegen geh’n oder Du bringst Sonne in mein Herz. Anfang der 1970er Jahre wurde es etwas ruhiger um Dorthe Kollo, doch nahm sie auch in den Folgejahren immer wieder Titel auf Schallplatte auf. Daneben war sie auch Gast in zahlreichen Fernsehsendungen, in denen sie ihre alten Hits, aber auch neue Titel sang. Beim Kieler Hörfunksender NDR 1 Welle Nord moderierte sie sieben Jahre lang ihre eigene Rundfunksendung und bekam ihre eigene populäre TV-Sendung Bi uns to Huus, die sie vier Jahre lang einmal im Monat moderierte. 1980 nahm sie eine deutsche Version von Papa Pinguin auf, dem luxemburgischen Beitrag zum Eurovision Song Contest.

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Anfang der 1990er Jahre versuchte sie sich auf dem volkstümlichen Sektor. Mit Heimat ist nicht bloß ein Wort erreichte sie beim niedersächsischen Wettbewerb Lieder so schön wie der Norden 1991 den 6. Platz. Bei Lieder so schön wie der Norden 1993 erreichte sie mit Es gibt eine nordische Sage sogar Platz 4.

Im Jahr 2012 veröffentlichte sie in ihrer Heimat Dänemark das Swing-Album Lykken Ligger Lige Her (deutsch: Das Glück liegt hier).

Dorthe Kollo gehört zu den wenigen Schlagersängerinnen, die bis heute im Radio präsent sind, wenngleich sie seit Jahren keinen Hitparadenerfolg mehr verbuchen konnte.

Sie war von 1967 bis 1977 mit dem Opernsänger René Kollo verheiratet, mit dem sie die gemeinsame Tochter Nathalie Kollo (* 1967) hat. 1983 heiratete sie den Requisiteur Bernd Klinkert, im selben Jahr kam Tochter Jil zur Welt. Die Ehe wurde 1988 geschieden. Von 1996 bis 2000 war sie mit dem dänischen Filmproduzenten Just Betzer verheiratet. Sie lebt in Bremen, wo sie 2007 den Reeder Heiner Dettmer geheiratet hat. (Quelle: wikipedia)

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Aha … in vierter Ehe verheiratet … da bin ich ja noch harmlos.

Hier eine ihrer frühen deutschen Single … nette Trallala und Hopssasa Musik aus der Kategorie „Die Sehnsüchte der Frauen“ … liegt mir natürlich nur deshalb am Herzen, weil ich diese Single als 10jähriger Knabe mehr als einmal gehört habe … und allmählich begann für das weibliche Geschlecht zu wärmen und das mit dem Rosen schenken habe ich mir dann gemerkt.

Interessant ist dann aber noch das „Orchester Bert Landers“: Die Schlagerexperten (Hier vor allem ein gewisser Dieter) von der mehr als empfehlenswerten website „memoryradio.de“ haben in akribischer Kleinarbeit herausgebracht, dass der Bert Landers ja eigentlich Wilhelm Dieter Siebert heißt. Und dieser wiederum war an unzähligen Aufnahmen aus der Frühzeit der deutschen Unterhaltungsmusik nach dem II. weltkrieg beteiligt.

Aber eigentlich hatte er musikalisch anderes im Sinn:

Wilhelm Dieter Siebert (* 22. Oktober 1931 in Berlin; † 19. April 2011 ebenda) war ein deutscher Komponist. 1965 gründete er mit Kollegen Gerald Humel, Karl Heinz Wahren, Roland Pfrengle und Jolyon Brettingham-Smith die über Jahrzehnte hinweg erfolgreiche Gruppe Neue Musik Berlin. Zu Sieberts bekanntesten Werken zählt die 1979 an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführte Oper Untergang der Titanic.

Siebert lebte in Berlin und Griechenland. Er studierte am Konservatorium und an der Musikhochschule in Berlin Klarinette, Komposition, Instrumentation und Dirigieren.

Siebert

Wilhelm Dieter Siebert

Ende der 1950er Jahre spielte er Jazz. Er belegte Zwölftonmusik-Kurse bei Josef Rufer, anschließend Komposition bei Wolfgang Fortner in Freiburg im Breisgau. Er experimentierte mit Jazz und Elektronik.

Stipendien: Darmstadt 1967, Cité des Arts – Paris 1972, P. S. I. in New York 1978.
Preise: Kunstpreis der Akademie der Künste 1974, Preis des Internationalen Carl-Maria-von Weber-Wettbewerbes Dresden 1990, Bundesverdienstkreuz am Bande 2001.

Zu Sieberts Werken gehören Opern, Musical, Ballette, Kammermusiken, Lieder, Orchesterstücke und Experimentelle Musiktheaterstücke mit Aufführungen in Deutschland, Niederlande, England, Italien, Griechenland, Frankreich, USA, Japan und Korea. Sieberts bekanntestes Werk, die 1979 an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführte Oper „Untergang der Titanic“ (Regie: Winfried Bauernfeind), blieb dort für 7 Jahre auf dem Spielplan. Weitere Inszenierungen in Los Angeles, Rennes, Freiburg, Cottbus, Plauen, Halle und Greifswald. Einem breiten Publikum ist die Erkennungsmelodie von 100 bzw. 1000 Meisterwerken bekannt. (Quelle: wikipedia)

Seine Beteiligung an Aufnahmen wie diese dienten also dem Broterwerb …

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Dorthe im Jahr 2014

Besetzung:
Dorthe (vocals)
+
Orchester Bert Landers

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Titel:
01. Junger Mann mit roten Rosen (Heckscher/Hee) 2.34
02. Der Boy ist gekommen (Gordan/Loose) 2.20

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Karel Gott – Meine Wolgamelodie (1974)

FrontCover1.jpgAlso … als Schlagersänger war ich für mich nicht so sinderlich bedeutsam …aber dennoch …

Karel Gott (* 14. Juli 1939 in Pilsen; † 1. Oktober 2019 in Prag) war ein tschechischer Sänger und Komponist. Der „goldene Stimme aus Prag“ genannte Schlagersänger, der auch auf Deutsch sang, hat Schätzungen zufolge mehr als 30 Millionen Tonträger verkauft.

Karel Gott war das einzige Kind von Karel Gott (1911–1982) und Marie Valešová (1910–1977). Als Sechsjähriger zog er mit seinen Eltern von Pilsen nach Prag. Dort besuchte er das Gymnasium und spielte mit Freunden in Tanzcafés. Eigentlich wollte er Kunstmaler werden, sah jedoch keine Chance, die Aufnahmeprüfung der Kunstakademie Prag zu bestehen, und machte zunächst bei CKD eine Ausbildung zum Starkstromelektriker.

1958 begann seine Karriere mit Auftritten in Prager Tanzcafés. Im folgenden Jahr fiel er bei einem Nachwuchswettbewerb dem tschechoslowakischen Bandleader Karel Krautgartner auf, der ihn auf eine Tournee mitnahm und ihn dem Prager Konservatorium empfahl, wo er drei Jahre Gesang studierte. Erste Aufnahmen machte er 1960 auf Englisch. 1963 erschien seine erste Single, eine tschechische Version von Henry Mancinis Moon River. 1967 nahm er am Midem-Festival in Cannes teil und absolvierte ein sechsmonatiges Gastspiel in Las Vegas.

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Ja, ja … der junge Karel Gott

Beim Grand Prix Eurovision 1968 vertrat er Österreich mit dem von Udo Jürgens geschriebenen Lied Tausend Fenster. Er belegte Platz 13. Im folgenden Jahr war er im Film Charley’s Onkel in einem Gastauftritt mit zwei Schlagern zu sehen. In der Zeit nach dem Ende des Prager Frühlings erwog er bei einem längeren Aufenthalt im westlichen Ausland kurzzeitig die Emigration, kehrte aber schließlich in die Tschechoslowakei zurück. 1975 wurde in Wuppertal der erste Karel-Gott-Fanclub Deutschlands gegründet.

Eines seiner bekanntesten Lieder ist das Titellied Die Biene Maja der japanischen Zeichentrickserie Die Biene Maja. Die meisten seiner Schlager komponierte Karel Svoboda. Zu seinen in Deutschland populären Hits zählen die Titel Weißt du wohin, Schicksalsmelodie, Einmal um die ganze Welt, Bábicka, Nie mehr Bolero, Das Mädchen aus Athen, Jede Nacht oder Fang das Licht (im Duett mit Darinka). Textdichter seiner rund 900 auf Deutsch gesungenen Lieder sind unter anderem Michael Kunze, Bernd Meinunger, Filip Albrecht, Kurt Feltz sowie Fred Weyrich.

Karel Gott wird als „Die goldene Stimme aus Prag“, „Sinatra des Ostens“, „Goldene Nachtigall“ oder „Bote guter Nachrichten“ bezeichnet. Er trat in zahlreichen TV-Shows auf. Neben seiner eigenen Show trat er auch in der Gilbert Bécaud Show, beim Nashville Country Music Festival, auf der Europarty, in der Rudi Carrell Show, der James Last Show oder bei Ein Kessel Buntes auf. Seine Diskografie umfasst rund 120 Alben, zu denen sich zahlreiche Kompilationen gesellen. Es gibt keine offiziellen Angaben über die Anzahl seiner verkauften Alben. Schätzungen zufolge wurden mehr als 30 Millionen Tonträger KarelGott1974verkauft. Allein in Tschechien und der Slowakei verkauften sich seine Alben insgesamt etwa 15 Millionen Mal, wofür ihm als bisher einzigem Interpreten eine Diamantene Schallplatte durch den bedeutendsten tschechischen Verlag Supraphon überreicht wurde.

Karel Gott wurde mit mehr als 50 Diamant-, Platin-, Goldenen und Silbernen Platten als erfolgreichster Künstler von Supraphon, Melodija, Polydor, Philips, PolyGram, Universal und anderen Verlagen geehrt. Beim tschechischen Publikumspreis „Goldene Nachtigall“ wurde er 42 Mal zum Lieblingssänger des Jahres gekürt.Er arbeitete mit Musikverlagen aus Europa, den Vereinigten Staaten und Japan zusammen. So veröffentlichte er seine Aufnahmen nicht nur in vielen europäischen Ländern von Portugal bis Russland, sondern auch in den Vereinigten Staaten, Kanada und Japan. Obwohl er auch Lieder auf Französisch, Italienisch, Russisch, Hebräisch, Spanisch, Romani, Polnisch, Ungarisch, Serbokroatisch und in anderen Sprachen sang, waren seine Alben auf Tschechisch und Deutsch am erfolgreichsten.

In der Villa in Jevany östlich von Prag, die Karel Gott von 1969 bis 2005 bewohnte, hat 2006 das Museum Gottland eröffnet, das Ende Februar 2009 vorläufig wegen finanzieller Probleme geschlossen wurde. 2008 nahm Karel Gott mit dem Rapper Bushido das Lied Für immer jung auf, das Platz 5 der deutschen Singlecharts erreichte und mit zwei Goldenen Schallplatten ausgezeichnet wurde. 2010 spielte er sich selbst bei einem Gastauftritt in Bushidos autobiografischem Film Zeiten ändern dich.

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Karel Gott mit Bushido

In Tschechien wurde ihm mitunter sein ungestörtes Verhältnis zum früheren kommunistischen Regime in der Tschechoslowakei vorgeworfen. Er gehörte zu den Mitunterzeichnern der von der Kommunistischen Partei initiierten „Anticharta“ und damit zu den Künstlern, die sich öffentlich gegen die demokratischen Ideen der Charta 77 aussprachen.

Karel Gott war mit Ivana Machácková (* 1976) verheiratet. Die Hochzeit fand im Januar 2008 in Las Vegas statt. Mit ihr hat er zwei Töchter, die 2006 und 2008 geboren wurden. Zwei weitere Töchter (* 1973, * 1987) stammen aus zwei früheren, nichtehelichen Verbindungen. Er lebte mit seiner Familie in einer Villa auf einem Hügel im Prager Stadtteil Smíchov.

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Karel Gott mit Ivana Machácková

Im November 2015 wurde bekannt, dass er an Krebs (Non-Hodgkin-Lymphom) erkrankt war. Nach mehrmonatiger Behandlung galt er nach Ansicht der Ärzte seit Juli 2016 als geheilt. Im September 2019 gab er bekannt, dass bei ihm akute Leukämie diagnostiziert worden war. Karel Gott starb vor Mitternacht am 1. Oktober 2019 im Alter von 80 Jahren in seinem Prager Haus im Kreise der Familie. (Quelle: wikipedia)

Und ich hab als kleine Erinnerung an ihn, ziemlich wahllos so eine Karel Gott-LP aus meinem digitalen Archiv gezogen.

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Was soll ich schreiben … Wolgamelodien halt … ggg.

Mir bleibt er ganz sicher als Sänger der „Biene Maja“ Melodien in Erinnerung … ich kann die Stunden nicht mehr zählen, in denen ich mit meinen Töchtern diesen Zeichentrick-Serie angeschaut habe.

Und dann natürlich noch seine deutschsprachige Version von „Paint It Black“ … ein kleiner Leckerbissen für durchgeknallte Sammler, wie ich einer bin.

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Besetzung:
Karl Gott (vocals)
+
unbekannte Orchesterbegleitung

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Titel:
01. Kalinka (Traditional) 4.07
02. Komm nach Haus (Das Glöckchen) (Traditional)  3.31
03. Gregor (Geh nicht zu den Mädchen) (Traditional) 3.16
04. Wolgalied (Aus „Der Zarewitsch“) (Lehar) 4.32
05. Tanz, Püppchen, tanz (Traditional)  2.11
06. Doswidanja (Traditional) 3.06
07. Weine Nicht (Traditional) 3.27
08. Zwei Gitarren (Traditional) 3.21
09. Die Legende von den 12 Räubern (Traditional) 4.18
10. Moskau bei Nacht (Solovjev) 2.55
11. Katjuscha (Traditional) 3.32
12. Abendglocken (Traditional) 3.48

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