Verschiedene Interpreten – Lingen Verlag – Ihr Erfolg braucht gute Partner (ca. frühe 70er Jahre)

FrontCover1„Ja hoppla, was ist denn das ?“ werde ich mir wohl gedacht haben, als ich diese Scheibe in so einer Krabbelkiste das erste mal in der Hand hielt.

Wir reden hier von einer Werbeplatte des Lingen Verlages,  Köln:

Der Helmut Lingen Verlag ist ein Buchverlag mit Sitz in Köln.

Die Geschichte des Lingen-Verlags ist untrennbar mit Köln verbunden. Helmut Lingen, 1927 in Köln geboren, war ein Vertriebs- und Marketing-Profi. Er verstand sich vor allem auf Leserwerbung für Tageszeitungen und erfand Anfang der 1960er-Jahre ein völlig neues Vertriebskonzept für Bücher: Ähnlich wie bei einem Buchclub, aber ohne Abonnement, wurden Lingen-Bücher (z. B. Unterhaltungsromane, Kochbücher oder Ratgeber) über Tageszeitungen beworben und als günstige Sonderausgaben an die Leser verkauft – oft in hohen Auflagen.

LingenVerlag01

So ein typisches Buch aus dem damaligen Lingen-Verlag

Was einst mit einem Büro auf der Schildergasse begann, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem Medienunternehmen, das lange Zeit in Marienburg ansässig war und seit 2003 in Deutz zu Hause ist. Bis heute arbeitet Lingen eng mit Tageszeitungen zusammen, entwickelt und vertreibt Bücher für große Handelsketten und hat neue Geschäftsfelder aufgebaut: Unter anderem die Kinderbuchreihe „Leo Lausemaus“. Seit 2003 (zunächst gemeinsam mit Helmut Lingen, seit 2013 als alleiniger Gesellschafter) wird Lingen von Werner Schulte geführt. 2016 verstarb Helmut Lingen, der mit seiner Vaterstadt Köln durch die bereits 1994 gegründete Lingen-Stiftung über seinen Tod hinaus verbunden bleibt. (wikipedia)

Nun gut … Und hier diese eher obskure Werbe-LP … mit fidelen Melodien … aus der welt des Musicals und noch aus der Welt jener Schlager, die in den 20er Jahre des letzten Jahrhunderts für Furore sorgten …

Und so lieblos dieses Album gestaltet wurde, die Musik kann man sich gut und gerne auch heute noch anhören, sofern man natürlich über eine gewisse nostalgische Ader verfügt (so wie sie mir eben gegeben ist).

Insbesondere die Musical-Seite weiß zu überzeugen … man lausche mal der Instrumentalfassung von „Summertime“ !

Hinter dem Pseudonym „Jerry Wilton“steckt natürlich der Tausendsassa Gerd Wilden. Und wer der „Charles Parker“ eigentlich war, ist mir grad entfallen.

Gerd Wilden

Besetzung:
Jerry Wilton & his Oldtimers (bei 01. – 06.)
Jerry Wilton & his Oldtimers

Berlin20erJahre

Berlin in den 20er Jahren

Titel:

Musicals, die die Welt eroberten:
01. I Could Have Danced (Loewe) 2.07
02. Maria (Bernstein) 3.10
03. Hava nagila (Idelsohn) 4.03
04. Summertime (Gershwin) 3.49
05. So On Love (Porter) 2.45
06. In Foolish Mood (Parker) 3.04

Die großen Schlagererfolge der 20er Jahre:

07. Medley 01 (2.20)
07.1. Ich hab´das Fräulein Helen baden gesehen (Rymond/Beda)
07.2. Ausgerechnet Bananen (Silver-John/Beda)
07.3. Oh Susnna (Traditional)

08. Medley 02 (2.29)
08.1. Sonny Boy (de Sylva/Brtown/Henderson/Jolson)
08.2. Carry Me Back To Old Virginia (Traditional)
08.3. Dinah (Akst/Beda)

09. Medley 03 (3.52)
09.1. Ich küsse ihre Hand, Madame (Rotter/Erwin)
09.2. Nachts ging das Telefon (Kollo)

10. Medley 04 (3.05)
10.1. O sole mio (di Capua)
10.2. In einer kleinen Konditorei (Raymond/Neubach)
10.3. Ramona (Wayne/Gilbert)

11. Medley 05 (2.06)
11.1. Pozalej (Traditional)
11.2. Valencia (Padilla/Grey)
11.3. Was macht der Maier am Himalaya (Rotter-Profes/Stransky)
11.4. Wo sind deine Haare, August, August (Fall/Beda)

LabelB1

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Hanna Aroni – Viva Espana (1972)

FrontCover1Da war mal eine israelische Sängerin die in Deutschland – wenn auch nur sehr kurzfristig – für Furore sorgte:

Hanna Aroni (* 10. September 1933 in Asmara, Eritrea; auch: Hanna Ahroni, Chana Aharoni, hebräisch ‏חנה אהרוני‎) ist eine israelische Sängerin.

Ihre Eltern stammen aus dem Jemen. 1934 zog die Familie nach Tel Aviv um. Hanna Aroni wurde im Alter von 10 Jahren von dem Komponisten Nahum Nardi entdeckt und machte eine Karriere als Kinderstar. Ihren Wehrdienst leistete sie mit einer Band im Animationsteam der Golan-Brigaden ab; in dieser Zeit wurde ihre 4 Oktaven umfassende Stimme entdeckt. In den 1960er und 1970er Jahren machte sie eine internationale Karriere in Nord- und Südamerika sowie in Europa. Ihr in zehn Sprachen vorgetragenes Repertoire umfasst Folksongs, Balladen, Schlager und Popsongs.

Im deutschsprachigen Raum wurde sie 1972 besonders durch die bei Polydor veröffentlichte deutsche Fassung des Liedes Eviva España der belgischen Autoren Leo Caerts (Musik) und Leo Rozenstraten (Text) bekannt. Mit dieser Single blieb sie 11 Wochen in den Hitparaden.

Hanna Aroni lebt heute mit ihrer Familie in New York City. (Quelle: wikipedia)

Hier also dieses „Viva Espana“, das Gassenhauerqualitäten hat und ganz sicher auch auf der Wiesn mehrfavh erschallen wird Es erschien dann noch ein paar Singles und ne LP, die eben auch „Viva Espana“ hieß, und dann wurde es schon wieder still um Hanna Aroni.

Es bleibt – zumindest bei mir – ein arg schales Gefühl zurück. Dieses durchaus peppige Werbeliedchen für Spanien entstand in einer Zeit, als noch ein Dreckskerl namens Francisco Franco (seines Zeichens Diktator) das spanische Volk unterdrückte.

HannaAroniBesetzung:
Hanna Aroni (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

Single(Portugal)

Singlehülle aus Portugal

Titel:
01. Viva Espana (Spanische Version) (Caerts/Rozenstraten) 3.46
02. Viva Espana (Deutsche Originlversion) (Caerts/Rozenstraten/Bradtke) 3.44

LabelA1

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Roy Black – Roy Black (1) (1966)

FrontCover1Au weia, das auch noch … für mich war er damals die totale Reizfigur …. und die famose WDR – Schallplattenbar würdigt dieses Erstlingswerk von Roy Black wie folgt:

Die Fans von Roy Black haben schon voller Ungeduld darauf gewartet. 1966 ist es endlich soweit: Die Plattenfirma Polydor veröffentlicht die erste Langspielplatte des neuen Schlager-Idols.

Als Titel dient ganz schlicht der Name des Interpreten, denn der ist mittlerweile zum Markenzeichen geworden. Unter den insgesamt 14 Songs, die Produzent Hans Bertram für dieses LP-Projekt auswählte, befinden sich natürlich die bisherigen Hits von Roy Black. Es soll aber auch die Vielseitigkeit des Jungstars unter Beweis gestellt werden, und so kann man ihn mit der durch Louis Armstrong populär gewordenen Musical-Melodie „Hello Dolly“ sowie zwei englischsprachigen Aufnahmen aus dem Repertoire von Elvis Presley und Trini Lopez hören. Außerdem präsentiert er einen alten Tango-Schlager aus den 50er Jahren, den Produzent Bertram wohl deshalb wieder hervorkramte, weil er selbst – unter einem Pseudonym – den Text dazu verfasste. Der Rest setzt sich aus neuen Titeln zusammen, die überwiegend von Roys Hauskomponisten Rolf Arland und Werner Twardy geschrieben wurden.

Bravo Titelbilder mit Roy Black im Jahr 1966

Bravo Titelbilder mit Roy Black im Jahr 1966

Die Werbetexter und PR-Strategen der Firma haben sich auf der Rückseite der Plattenhülle mächtig ins Zeug gelegt und stimmen wahre Lobeshymnen auf den neuen Spitzeninterpreten der Polydor an. Mit Superlativen wird nicht gespart: „Die sensationellste Karriere, die in den letzten zwei Jahren in der Show- und Schlagerbranche gemacht worden ist, dürfte die von Roy Black sein, der heute schon auf eine verschworene Gemeinde rechnen kann.“ Die Antwort auf die Frage, wie es dazu kommen konnte, „dass einem jungen Mann mit zärtlichen Liedern astronomische Verkaufsziffern beschieden sind“, wird gleich mitgeliefert: „Roy verkörpert, und darin liegt das Geheimnis seines Erfolges, den Typ des jungen Mannes unserer Zeit.“ Besonders schön klingt die Formulierung, die kurz und bündig alles auf einen Nenner bringen soll: „Er kommt bei den jungen Mädchen an und mit älteren Damen kommt er aus.“ Ansonsten lobt man seine Bescheidenheit, seinen natürlichen Charme und legt vor allem Wert auf die Feststellung, dass Roy nie den Star herauskehrt.

SinglesRoy Black war tatsächlich eine Ausnahme-Erscheinung und begeisterte mit seinem weichen Timbre und seiner charismatischen Persönlichkeit die Massen. Alles, was hier über ihn gesagt wird, trifft durchaus zu. Aufmerksamen Lesern dürfte jedoch eine kleine Unstimmigkeit nicht entgangen sein: Der Sänger wird an einer Stelle als 21jähriger bezeichnet, obwohl er 1966 bereits 23 Jahre alt ist. Darüber hinaus bietet der Text eine Kurzfassung des künstlerischen Werdegangs von Roy Black bis hin zu den Preisen und Auszeichnungen, die ihm bis dahin verliehen wurden. Besondere Erwähnung findet sein Erfolgsschlager „Ganz in Weiß“, jener Song, der ihm die Herzen des Publikums öffnete, ihn gleichzeitig aber auch für alle Zeiten zum Schnulzensänger abstempelte und ihn ein Leben lang verfolgte. Damals, als er den Titel aufgenommen hatte – so kann man hier lesen – „kam das Roy-Fieber auf Siedegrade.“

Die Plattenhülle zeigt Roy Black salopp gekleidet und ohne jeden Schnickschnack vor einem roten Hintergrund. Von der Gestaltung her wirkt das für damalige Verhältnisse erstaunlich innovativ. Auch hierbei hat man sich also besondere Mühe gegeben. Dasselbe Motiv verwendete man anschließend nochmals für ein Singlecover. Auf der Rückseite befinden sich neben dem umfangreichen Text und der Auflistung der 14 Titel einige Schnappschüsse des dunkelhaarigen Frauenschwarms. Man sieht ihn unter anderem vor dem Studiomikrofon, mit dem Silbernen Löwen von Radio Luxemburg in der Hand oder bei der Erledigung seiner Fanpost. Kommerziell gesehen war das Album äußerst erfolgreich und legte den Grundstein dafür, dass sich der Sänger im Lauf seiner Karriere auch als LP-Künstler etablieren konnte.
Roy Black hat wie kaum ein anderer Interpret deutsche Schlagergeschichte geschrieben. Gerade seiner ersten Langspielplatte gebührt auch heute noch besondere Aufmerksamkeit. WDR4-Hörer konnten sie am Sonntag (27.01.2008) in der Schallplattenbar komplett hören. Vielleicht wurden sie ein bisschen vom „Roy-Fieber“ erfasst, das damals im ganzen Land grassierte.“

RoyBlackUnd es ist ja hinlänglich bekannt, dass die Schlagerkarriere des Roy Black letztlich alles andere als triumphal war, er wohl auch uner seinem Image irgendwann mal gelitten hat.

Nur: bei allem Respekt vor der menschliche Tragödie, die sich hinter Roy Black verbarg …  muss es auch erlaubt sein, auf folgendes hinzuweisen.

Es mag ja sein, dass er von seinen Produzenten in diese Rolle hineingedrängt hat, aber es hat ihn ganz sicher keiner mit vorgehaltener Pistole gezwungen, diese Weichspülter Lieder zu singen. Und wenn man authentisch leben will, dann musss mal halt auch mal „nein“ sagen … nein, nein, der Roy Black wollte schon auch diese Karriere …

So, ich jetzt muss ich mir die „Rolling Stones“ anhören … live & dirty !

Seine (kurzen) Beatjahr: Roy Black And The Cannons

Seine (kurzen) Beatjahre: Roy Black And The Cannons

Besetzung:
Roy Black (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

BackCoverTitel:
01. Verliebt sein (Twardy/Lilibert) 2.35
02. Hallo Dolly (deutsch) (Armstrong/Herman/Lilibert) 2.34
03. Rot ist dein Mund (Quanz/Weingarten) 2.39
04. Du hast mich heut’ noch nicht geküßt (Arland/Hertha) 2.45
05. Ich kann warten /Arland/Relin) 2.53
06. Verzeih mir (Arland/Hertha) 3.29
07. Pretty Eyes (englisch) (Lopez/Randazzo/Weinstein) 2.50
08. Frag nur dein Herz (Monrou/Lilibert) 2.47
09. Du bist nicht allein (Arland/Hertha) 2.25
10. Eine wird kommen (Twardy/Lilibert) 2.48
11. Anything That’s Part of You (englisch) Robertson) 2.08
12. Leg dein Herz in meine Hände (Arland/Monrou/Lilibert) 2.46
13. Ganz in Weiß (Arland/Hertha) 3.01
14. Wenn die Abendsterne (Buday) 3.37

LabelB1

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Wind – Für alle + Feuer und Eis (1985)

FrontCover1Den folgenden Text (in kursiv) habe ich vor 5 Jahren für einen anderen blog verfasst;

Da hör´ ich einfach mal so ne Single, um sie dann auch wiedr zu entsorgen und dann kommt mir so ein Text wie wie „Für alle“ entgegen …

Wie viele Menschen liegen wach in einer sternenklaren Nacht?
Sie wissen nicht genau was morgen kommt und träumen doch davon.
Sie glauben an die Zärtlichkeit
und daß ein Hoffnungsschimmer
bleibt;
an kleine Dinge und ein fernes Ziel und auch an ein Gefühl.

Für alle hier
die den Regenbogen auch im Dunkeln seh’n

und die Wahrheit
die im Verborg’nen liegt.
Für alle hier
die die ungesagten Worte versteh’n

für alle die sing‘ ich ein Lied.

Für alles hier
für die Sehnsucht
die in Kinderaugen steht

für die Träume und für die Fantasie

und für den Mut
der die Zweifel und die Angst übersteht

für alle singe ich ein Lied.

Gedanken dreh’n sich oft im Kreis
und Träume haben ihren Preis;
und doch
solang‘ es hier noch Menschen gibt
hat Sehnsucht noch
ein Lied.
Für alle hier
die den Regenbogen auch im Dunkeln seh’n

Für alles hier
für die Sehnsucht
die in Kinderaugen steht

für die Träume und für die Fantasie

… und spontan denke ich an alle jene Menschen, die in den letzten Tagen quasi vor meiner Haustür am Münchner Hauptbahnhof gestrandet sind, alle jene geschundenen Menschen, die alles verloren haben …

Und im Moment verspüre ich so gar keine Lust, die sicherlich erzählenswerte Geschichte von „Wind“ hier wiederzugeben … das holfe ich vielleicht mal nach … denn im Moment, bin ich bei den Menschen am Bahnhof …

Seitdem hat sich diesbezüglich so verdammt viel getan und nachdem ich mit diesem Personenkreis seitdem sehr viel beruflich zu tun hatte … könnte man da glatt ein Buch schreiben … das spar ich mir aber vorerst.

Asylbewerber
Besetzung:

Alexander „Ala“ Heiler
Rainer Hoeglmeier
Willie Jakob
Sami Kalifa
Petra Scheeser
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

BackCover1Titel:
01. Für alle (Haller) 2.55
02. Feuer und Eis (Pietsch/Haller/Meinunger/Schüler) 4.07

LabelA1

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Heintje + Renate und Werner Leismann – Ich sing ein Lied für dich + 3 (1969)

FrontCover1Tja, irgendwann mal musste es ja soweit sein, dass auch der Heintje hier auf der Bildfläche erscheint.

Er wurde ja vor kurzem 60 Jahre alt und das nahm der „Spiegel“ zum Anlass, mit ihm mal ein Interview zu führen.

Dabei kann man sich mal wieder vergegenwärtigen, welche hype dieser Bub damals auslöste. Wenn man Sätze wie

einestages: Die Mädchen, heißt es, seien Ihnen damals in Scharen nachgelaufen – hatte Heintje Groupies?

Simons: Mädchen? Frauen!! Erwachsene Frauen schickten mir Heiratsanträge, als ich 14 war. Die Botschaft war immer: Warte auf mich! Wahnsinn… “

liest dann kann man nur staunen oder sich mal so ein paar Gedanken machen, welche enorme erotische Sogwirkung Musik habenkann, selbst dann, wenn ein Bub Lieder singt, die damals wohl so etliche Mütterherzen erwärmt haben (Das gesamte Interview liegt dieser Präsentation bei).

So auch sein „Ich sing ein Lied für Dich“, das wir hier hören können.

Wir haben es hier übrigens mit einer etwas skurillen Single zu tun. Veröffentlichte wurde sie bei Marcato Schallplatten (einem Sublabel von Ariola); wenn ich mich recht entsinne waren diese Pressungen dann speziell für den Bertelsmann-Buchclub hergestellt worden.

Auf der B-Seite hören wir dannRenate und Werner Leismann, die zwar im Rahmen ihrer Möglichkeiten ganz schön flott singen, aber natürlich gegen Heintje nicht den Hauch einer Chance.

Voila … lassen wir uns entführen in jene Zeit, als Heintje erfolgreich war und ich zumindest dieses Erfolg eher griesgrämig beobachtete. Und heute kann ich natürlich schmunzeln.

BackCover1Titel:

Heintje:
01. Ich sing ein Lied für dich (Roloff/Kaleta/Jorge) 2.56
02. Traumland (Brighten/Hayhouse/Hee) 2.24

(mit dem Studio Nord Orchester)

Renate und Werner Leismann:
03. Schweigen ist Gold (Demarny/Borly/Berling) 3.05
04. Wenn du wiederkommst (Götz/Hein) 2.46)

(mit der Ladi-Geisler Gruppe)

LabelA1

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Der stramme Max + sein Blasorchester – Schlager im Marschrhythmus – Folge II (frühe 60er Jahre)

FrontCover1Jetzt erreicht der allseits beliebte Drolligkeits-Faktor einen weiteren Höhepunkt:

Da ist zum einen das Cover … fröhlich musizierende Menschen …

Das ist zum anderen das Label: „Universum Records“: „Zu beziehen nur durch das Grossversandhaus Quelle Fürth/Bayern“

Und das ist zum anderen der Name des Ensembles; „Der stramme Max + sein Blasorchester“ … (und nein, ich konnte über diesen „strammen Max“ nichts, aber auch gar nichts in Erfahrung bringen).

Und dann natürlich auch noch die Musik: „Schlager im Marschrhythmus“

Geboten werden hier mir überwiegend völlig unbekannte Lieder und wir stellen fest, „Schwarz-braun ist die Haselnuß“ gab es natürlich auch schon vor Heino (ich schätze mal, diese Singe ist in den frühen 60er Jahren erschienen) …. und wir stellen fest, diese Musik klingt schon arg nach ewig gestrig gerichteten … und so ist die Single ein weiterer Beweis dafür, warum die Beatles und die Rolling Stones damals ihren Siegeszug einfach antreten mussten …

UniversumBesetzung:
Der stamme Max + sein Blasorchester
+
Die frohen Reservisten
Die Knobelbecher
+
Ein großes Militärorchester

BackCover1Titel:

Medley 1 (Ein Lied, drei vier) 6.16:
01.1.Schön blühen die Heckenrosen (Glessmer/Fischer)
01.2. Lore, Lore, Lore (Traditional)
01.3. Ein Heller und ein Batzen (Traditional)
01.4. Schwarz-braun ist die Haselnuß (Traditiional)
01.5. Von den Bergen rauscht ein Wasser (Traditional)

Medley 2 (Ein Lied, drei vier) 6.23:
02.1. Wenn wir marschieren (Traditional)
02.2. Argonner Wald (Traditional)
02.3. Kaiserjägerlied (Traditional)
02.4. Die blauen Dragoner (Hertel/Harmssen)
02.5. Sie hieß Marie (Babriel/Richter)
02.6. Annemarie, scheiden tut weh (Niel/Ailbut)

LabelB1

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Howard Carpendale – Ganz nah (1991)

FrontCover1Und noch so ein „deutscher“ Schlagersänger, der es geschafft hat, ganz, ganz lange im Geschäft zu bleiben:

Howard Victor Carpendale (* 14. Januar 1946 in Durban, Südafrika) ist ein südafrikanischer Schlagersänger und Komponist. Seine größten Single-Hits hatte er in den deutschsprachigen Ländern in den 1970er und 1980er Jahren. Mit Alben ist er seit den 1980er Jahren weitgehend durchgängig erfolgreich. Im Laufe seiner Karriere konnten von ihm über 25 Millionen Tonträger verkauft werden.

Nach einigen erfolglosen Versuchen in seiner Heimat als Beat-Sänger und Elvis-Imitator siedelte Carpendale 1966 nach Europa über. Seine erste Station war Großbritannien, wo er verschiedene Jobs annahm, unter anderem als Sänger in einer Beat-Band.

Die für ihn als Südafrikaner benötigte Aufenthaltserlaubnis beschaffte ihm Meta Rogall aus Ostfriesland, bei der er erstmals in Deutschland auftrat. Dies verschaffte ihm die Möglichkeit, weiter durch Lokale zu tingeln.

Bravo1970Bei einem Gastspiel in Deutschland sprach Carpendale in Köln bei der Plattenfirma Electrola vor und bekam kurz darauf einen Vertrag. Seine erste Platte Lebenslänglich verkaufte sich etwa 60.000mal. Während seiner Zeit in Köln spielte Carpendale u. a. in der Rugby-Bundesliga beim ASV Köln.

1969 hatte er mit einer deutschen Coverversion des Beatles-Songs Obladi Oblada seinen ersten Hit in Deutschland. Ein Jahr später belegte er mit Das schöne Mädchen von Seite Eins den ersten Platz beim Deutschen Schlager-Wettbewerb 1970.

Der weitere Erfolg blieb jedoch zunächst aus, seine weiteren Platten verkauften sich nur schlecht und die Plattenfirma war kurz davor, den Vertrag mit ihm zu kündigen. Carpendale begann, seine Lieder selbst zu komponieren und zu produzieren. Ab 1974 kamen seine Eigenkompositionen wie Da nahm er seine Gitarre und Du fängst den Wind niemals ein auf den Markt, die kommerziell erfolgreich wurden. Zusammen mit seinem damaligen Gitarristen Joachim Horn schrieb er deutsche Texte zu bekannten ausländischen Liedern wie Los hombres no deben llorar/Love me like a stranger (Fremde oder Freunde), Lulelalelula (Deine Spuren im Sand), Sitting On The Dock Of The Bay (Armer alter reicher Mann), Ti amo oder Living Next Door To Alice (Tür an Tür mit Alice). Auch an der Titelmelodie der TV-Kinderserie Meister Eder und sein Pumuckl war er beteiligt. Zudem war er regelmäßig in den Fernseh- Musiksendungen ZDF-Hitparade und disco zu sehen.

Am 13. Dezember 2003 trat Carpendale zu seinem letzten Konzert in der Kölnarena auf und vollzog damit seinen bereits im Verlauf des Jahres angekündigten Rücktritt vom Showgeschäft. Der bis dato erfolgreiche Carpendale entschied sich, keine Konzerte mehr zu geben und keine Platten mehr zu veröffentlichen. Nach eigenen Aussagen wollte er sich neuen Herausforderungen stellen, z. B. der Schauspielerei. Bereits 2001 spielte er in der US-Serie Dark Realm eine Hauptrolle.

Im Sommer 2005 veröffentlichte seine erste Plattenfirma EMI Electrola seine kompletten LP von 1969 bis 1990 als Doppel-CD.

2004 wurde Carpendale mit dem Echo für sein Lebenswerk geehrt.

HowardCarpendal1980
Am 18. September 2007 erklärte Carpendale in der Johannes B. Kerner-Show, dass er ab April 2008 wieder zehn Konzerte in Deutschland geben werde. In Deutschland erschien am 2. November 2007 sein komplett neu eingespieltes Album 20 Uhr 10. Der Titel ist eine Anspielung darauf, dass Carpendale sich früher um diese Zeit im Allgemeinen immer auf der Bühne aufhielt und sein Konzert begann. Das Album platzierte sich schon in der ersten Woche auf Platz 4 der Mediacontrol-Charts.

Im Dezember 2012 gab Howard Carpendale offiziell bekannt, sich von seinem langjährigen Manager Dieter Weidenfeld (einvernehmlich) getrennt zu haben. Anfang 2014 startete er eine weitere Tournee durch Deutschland mit neuen Songs.

Carpendale war 1963 südafrikanischer Jugendmeister im Kugelstoßen. In den 1970er Jahren betätigte er sich in Deutschland als Formel-3-Fahrer.

AutogrammkarteHoward Carpendale lebte in erster Ehe von 1976 bis 1984 mit Claudia, die Scheidung erfolgte aber erst im Herbst/Winter 2005. Die beiden haben einen gemeinsamen Sohn, Wayne (* 1977). Seit 1983 lebt Carpendale mit der Amerikanerin Donnice Pierce zusammen. Aus dieser Beziehung stammt der Sohn Cass (* 1988). Zusammen mit Donnice Pierce lebt Carpendale jetzt in München.

1999 hatte Carpendale einen kurzen Auftritt am Schluss des Videoclips zu Le Smou von den Fantastischen Vier. Selbstironisch spielt Carpendale hier Smudo, wie er sich selbst wahrnimmt, nachdem er nach einem Ausbruch und einigen Eskapaden in Freiheit wieder in die geschlossene Anstalt zurückgebracht und von seinen „Fans“ gefeiert wird.

Carpendale gab im Februar 2003 bekannt, dass er an Multipler Sklerose erkrankt ist, die Krankheit verläuft bei ihm allerdings weitgehend beschwerdefrei (Quelle: wikipedia)

Und hier mal ein Album von ihm aus dem Jahr 1991 und ein ganz begeisterter Fans schreibt dann dazu:

Wieder sehr gefühlvoll und überwiegend in Deutsch präsentiert sich uns Howard Carpendale auf seiner CD „Ganz nah“, der ersten CD in Zusammenarbeit mit einer neuen Plattenfirma. Während die beiden vorhergehenden CDs „Carpendale“ und „Carpendale ’90“ eine Entwicklung in Richtung englischsprachiger, rockigerer Musik andeuteten, könnte diese CD unter dem Motto „back to the roots“ stehen: Howy wieder ganz so, wie man ihn mag. Um einem Mißverständnis vorzubeugen: Als deutsche Schager kann man die Musik nicht bezeichnen. Dafür ist sie zu „rauchig“ und zu wenig fröhlich. Man könnte sie fast schon als etwas trübselig bezeichnen. Aber die meisten der 12 Lieder sind gut und abwechslungsreich. Am besten gefällt mir der Schlußhymnus „Let’s Say Goodbye“. Auch Blues- („Das nennt man Blues“) und Country- („Ich fahr uns nach Haus“) Elemente kommen nicht zu kurz.

Nun ja … schlagermässig kommt das Album schon daher, aber es gibt ein paar feine Momente wie z.B. bei „Frau ohne Morgen“, „Das nennt man Blues“ (natürlich ist das kein Blues, sondern ne lupenreine Ballade mit schönenm Saxophon-Solos).

Aber ein Howard Carpendale werde ich dennoch nicht, wenngleich man lobend betonen muss, das er die meisten Songs auch selbst komponiert hat … ist ja nicht unbedingt Standard bei Schlagersängern.

HowardCarpendalBesetzung:
Howard Carpendale (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

Booklet03ATitel:
01. Willkommen auf der Titanic (Carpendale/Horn-Bernges) 4.07
02. Vielleicht niemals (Carpendale/Horn-Bernges) 3.21
03. French Night (Es ist schön bei dir heut‘ Nacht) (Carpendale/Horn-Bernges) 4.52
04. Wann gehst du zurück nach Dover? (Horn-Bernges/Statz) 4.47
05. One More Try (Michael) 5.17
06. Frau ohne Morgen (Carpendale/Horn-Bernges) 3.51
07. Ich bin nun mal so (Carpendale/Horn-Bernges) 3.23
08. Ein Paar sind immer über den Wolken (Carpendale/Horn-Bernges) 4.02
09. Das nennt man Blues (Carpendale/Horn-Bernges) 4.09
10. Some People (Tarney) 3.30
11. Ich fahr uns nach Haus (Carpendale/Horn-Bernges) 3.30
12. Let’s Say Goodbye (Carpendale/Horn-Bernges) 3.48

CD1

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