Verschiedene Interpreten – Dieter Thomas Heck präsentiert Stars und Hits – Tag des deutschen Schlagers `82 (1982)

FrontCover1Auf den ersten Blick eine ganz normale Schlagerplatte, präsentiert von dem großen Dieter Thomas Heck und auch auf den zweiten Blick bleibt es eine ganz normale Schlagerplatte … Man feierte den Tag des Schlagers anläßlich der Verleihung der „Goldenen Stimmgabel“:

Die Goldene Stimmgabel war eine Auszeichnung der deutschen Musikbranche für deutschsprachige Interpreten, die von 1981 bis 2007 vergeben wurde.

Die Preisträger wurden anhand der verkauften Tonträger (LP, CD) bestimmt, deren Verkaufszahlen jeweils vom Oktober des Vorjahres bis zum Juni des laufenden Jahres von der Media Control ermittelt wurden. Im Jahr 2007 wurde die Goldene Stimmgabel zum 22. Mal in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen am Rhein verliehen. Es war die 27. und letzte Verleihung der Goldenen Stimmgabel insgesamt.

Durch die Fernsehgalas beim ZDF führte Dieter Thomas Heck, der Erfinder der Veranstaltung. Nach seinem Ausscheiden beim ZDF wurde die Verleihung nicht fortgeführt. (Quelle: wikipedia).

SingleHüllen01
Diese Platte präsentiert also die Sieger der 2. Veranstaltung dieser Art und natürlich tauchen da viele Namen auf, die die Schlagerszene  z.T, sehr lange geprägt haben, wie Rex Gildo Karel Gott, Gitte oder Roland Kaiser.

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Aber auch unbekanntere Interpreten wie Christian Franke, Hanne Haller, Gottlieb Wendehals, Peter Petrel oder Fred Sonnenschein (alias Frank Zander) und seine Freunde erklingen hier in ihrer ganzen Pracht.

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Textlicher Tiefpunkt ist ganz sicher die Polonäse Blankenese und überraschenderweise ist der Text von „Der Teufel und der junge Mann“ von Paola irgendwie zumindest ein wenig pfiffig.

Singles4
Also: eine ganz normale Schlagerplatte aber zwei Songs fallen dann schon gewaltig aus dem Rahmen. Da ist zum einen der Ted Herold Song „Bill Haley“ (was machte denn der bei den Schlagerstars ?) und dann als eindeutiger Höhepunkt, der Grusel-Song „Es ist Mitternacht, John“ von Mr. Dieter Thomas Heck himself!

DieGeschichtevonDaveWalton
In bester Edgar Wallace Manier erzählt und „singt“ Heck die Geschichte von Dave Walton und seinem Nebenbuhler John Robertson … Ich weiß nicht, welchen Teufel den Dieter Thomas Heck geritten hat, diese eher parodistische Single aufzunehmen (das dazugehörige Album gibt es demnächst hier), aber dieser Song ist sowas von abstrus und schräg, dass er schon wieder gut ist (zumindest für Leute wie mich, die mit einer gehörigen Portion von schrägem Humor ausgestattet sind).

Und von daher ist diese “ ganz normale Schlagerplatte“ schon irgendwie interessant.

Und natürlich war „Bild am Sonntag“ nur zu gerne bereit, als Pate für diese LP zur Verfügung zu stehen.

BackCover1

Titel:
01. Christian Franke: Ich wünsch dir die Hölle auf Erden (Wenn du heut´gehst) (Schikora/Andergast) 3.42
02. Andrea Jürgens: Mama Lorraine (Dietrich/Busse/Kunze) 3.31
03. Karel Gott: Wenn ich dich nicht hätte (Siegel/Meinunger) 3.42
04. Hanne Haller: Samstag abend (Haller/Meinunger) 4.22
05. Rex Gildo: Wenn ich je deine Liebe verlier (Haller/Meinunger) 4.25
06. Nicole: Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund (Frankfurter/Jung) 3.11
07. Dschinghis Khan: Loreley (Siegel/Meinunger) 3.57
08. Gottlieb Wendehals: Polonaise Blankenese (Böhm-Thom/Jud) 4.12
09. Roland Kaiser: Liebe mich ein letztes Mal (Grabowski/Dietrich/Michalski/Hammerschmidt) 4.24
10. Gitte: Die Frau, die dich liebt (B.Gibb/R.Gibb/Kunze) 4.01
11. Peter Petrel: Ich bin viel zu bescheiden (Davis/Preuß/Thorsten) 3.36
12. Lena Valaitis: Johnny Blue (Siegel/Meinunger) 3.02
13. Ted Herold: Bill Haley (Seelenmeyer/Krüger/Erek) 3.52
14. Paola: Der Teufel und der junge Mann (Heck/Kunze) 3.53
15. Dieter Thomas Heck: Es ist Mitternacht, John (Pacemaker) 3.46
16. Fred Sonnenschein & seine Freunde: Ja, Wenn Wir Alle Englein Wären (Dance Little Bird) (Thomas/Rendall/Marcard/Zander) 3.10

LabelB1

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Viele bunte Schallplatten

Mary Roos – Jugendsünden (2011) ( CD 3)

FrontCover1Jetzt wird es wieder mal oppulent und intensiv … das frühe Werk von Mary Roos … und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus … was diese Mary Roos so alles angestellt hat, allein in ihren jungen Jahren. Ausführlichere Informationen dazu findet man in Teil 1 dieser Edition.

Und hier Teil 3 dieser Edition, wobei man dazu sagen muss, dass diese Edition hier erweitert wird um einen Teil 4 mit weiteren interessanten und raren Sachen zu dem Thema: “Die Jugendsünden der Mary Roos”. Verdanken können wir das wiedermal dem Mr. Jancy, der sich wieder mal mit dieser Leihgabe mehr als spendabel gezeigt hat … vielen Dank !

Und man kommt deshalb kaum aus dem Staunen heraus, weil der output der jungen Mary Roos schier unglaublich ist, und  der dritte Teil dieser Edition enthält 33 Titel ! Und insgesamt sind es 100 Titel aus dem Zeitraum 1958 – 1969 ! Unglaublich !

Mit einer eher ungewöhnlichen Offenheit stellt Mary Roos ihre Zeit in den 60er Jahren sehr realistisch dar:

“Alles in allem ist Mary Roos zwar in den 60er-Jahren kontinuierlich auf Festivals und in den Medien präsent, das aber tendenziell als B-Sängerin. Sie ist durchaus bekannt, bislang jedoch eher mäßig erfolgreich. Obwohl Toningenieure, Autoren, Produzenten und Kritiker über alle Maßen von Marys Talent überzeugt sind, lässt der große Durchbruch auf sich warten.” (Quelle: Mary Roos website)

Das änderte sich dann aber und die gute Mary Roos ist bis heute aktiv !

Mit Udo Jürgens in Knokke, Belgien (1968)

Mit Udo Jürgens in Knokke, Belgien (1968)

Hier aber nun die ausführliche Würdigung ihrer “Jugendsünden” in den 60er Jahren und zwar mit dem Teil 3 dieser prachtvollen Edition:

AutogrammkarteUnd ich weiß auch nicht warum, dieser dritte Teil ist besonders interessant, denn hier finden sich etliche „anspruchsvollere“ Lieder. Das mag ja daran liegen, dass viele der Lieder aus den späten 60er Jahren stammen und somit der damalige Zeitgeist auch an ihr, bzw. an ihren Textern nicht vorbei ging.

Bei ihren Aufnahmen aus dem Jahr 1968 hat sie sich endgültig entpuppt … aus einer trällernden Schlagersängerin wurde eine beeindruckende Chansoneuse, die mehr als einmal an die große Hildegard Knef erinnert. Es ist wirklich mehr als erstaunlich, welche Entwicklung Mary Roos gemeinsam mit ihrem langjährigen Produzenten Horst Heinz Henning in den 60er Jahren gemacht hat.

Und dieser Teil drei zeigt dies mehr als eindrücklich, denn aber dem track 24 kann man dann ihre Aufnahmen, die sie als „Rosemarie“ in den Jahren 1958/1959 gemacht hat hören: Drolliger 50er Jahre Sing-Sang (Little-Teenager-Songs: Ich möcht schon 16 Jahre sein), über den man heute nur herzhaft schmunzeln kann. Und bereits in ihren jungen Jahren konnte sie perfekt jodeln !

Und eigentlich wäre ja nun Schluß, denn diese wirklich beeindruckende Edition enthält „nur“ 3 CD`s. Aber der famose Mr. Jancy hat mir dann noch ein extra Päckchen geschict, mit mehr als wertvollen Ergänzungen:

– Das gesammte booklet
– Die komplette und megarare LP „Golden Love“ (Center Records)- ein Interview mit Mary Roos genau zu dieser Edition und
– eine ziemlich komplette Diskographie von Mary Roos …

Und deshalb gibt es demnächst Teil 4 dieser erfreulichen Jungendsünden der Mary Roos.

DieEdition

Titel:
01. Allein unter Millionen (Henning/Brunner/Schwer) 2.56
02. Riesenrad Ballade (Henning) 2.24
03. Sommerzeit (war die Zeit uns’rer Liebe) (Summertime) (Gershwin/Henning) 2.38
04. Leise (Henning) 2.32
05. Ich schenk‘ Dir zum Geburtstag einen Parkplatz (Henning/König) 2.28
06. Die kleine Stadt will schlafen geh’n (Bochmann/Berger) 3.01
07. Der Baum (Henning) 3.16
08. Aus Dunkelrot wird Rosa (Henning/Chrislin/Lehn) 2-28
09. Meines Großvaters Uhr (Traditional/Henning/Work) 3.02
10. Die Legende vom gläsernen Berg (Henning) 3.04
11. Paff, der Zauberdrachen (Colpet/Yarrow/Oldörp/Lipton) 4.02
12, Das kleine Chinamädchen Li (Sulzböck/Reindl) 2.26
13. Das Lied von St. Bernadette (Henning/Parker) 2.43
14. Froschballade (Jary/v.Stollberg) 3.07
15. Aquarium Ballade (Henning) 2.57
16. Der Mond sprach zur Sonne (Jary/Orling) 2.33
17. Du (Mogol/Oldörp/Donida) 2.47
18. Gold ist nur Gold  (Henning) 2.21
19. La legende de l’amour (Henning/Exwell) 2.24
20. Det är härligt att leva (Henning) 2.23
21. Livet är en strid  (Henning) 2.36
22. Another World Tomorrow (Siegel/Busch/Exwell) 3.11
23. Are You Ready For Love? (Hawkshaw/Cameron) 2.20
24. Ferien-Polka (Lindau/v.Kessler) 2.42
25. Ja, die Dicken sind ja so gemütlich (Götz/Ackermann/Schuhmacher) 2.41
26. Little-Teenager-Song (Götz/Ackermann/Schuhmacher) 2.30
27. Dann wär‘ was los (Wenn das mein Vati wüßte) (Olias/Doll/Zeller) 2.32
28. Jodel-Rosemarie (Hildebrandt/Henning) 2.10
29. Ich möcht schon 16 Jahre sein (Götz/Heinzelmann/Prinz) 2.02
30. In Musik hab‘ ich ’ne „1“  (Gestern sprach der Lehrer…) (mit den Horst Wende Tanzsolisten) (Lüth/Nowa/Lindenau) 2.40
31. Wir fahren mit der Choo-Choo-Choo (Blecher/Götz) 2.47
32. Blue-Jean-Boy (Niessen/Ström) 2.17
+
33. Tausend und ein paar Meilen (Henning/Lomen) 2.01

SingleTausendundeinpaarMeilen
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Mehr von Mary Roos:

MaryRoos

 

Gerhard Wendland – Schläfst du schon ? + Schau mir nochmal in die Augen (1962)

FrrontCover1Der Gerhard Wendland war schon ein rechter Schnulzensänger:

Gerhard Wendland (* 19. April 1916 in Berlin; † 21. Juni 1996 in München) war ein deutscher Schlagersänger.

Gerhard Wendland brach ein Jurastudium ab und wandte sich dem Gesangsstudium an der Musikhochschule Berlin zu. Er hatte beschlossen, Opernsänger zu werden. Der Dirigent und Komponist leichter Musik, Franz Grothe, überredete ihn zu Schlageraufnahmen. Mit 27 Jahren brachte Wendland seine erste Schallplatte Du warst für mich der schönste Traum heraus. Im Jahr 1940 wurde Wendlands Karriere durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen; er wurde einberufen und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Im Jahre 1948 nutzte er seine in der Gefangenschaft geknüpften Kontakte und trat vermehrt in amerikanischen Offiziersclubs als Sänger auf. Bald erhielt er Engagements vom Bayerischen Rundfunk und von Werner Müller mit seinem bekannten RIAS Tanzorchester. Hier arbeitete er oft mit der Sängerin Gitta Lind zusammen.

Im Jahr 1951 war sein Schlager Das machen nur die Beine von Dolores in allen Radiostationen zu hören. Er war in den 1950er-Jahren einer der meistgefragten Interpreten. Im Jahr 1960 nahm er mit dem Lied Alle Wunder dieser Welt an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, wo er den dritten Platz erreichte. Im Jahr 1964 nahm er erneut – wenn auch erfolglos – mit dem Lied Wohin ist der Sommer an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil.

Der Tango Tanze mit mir in den Morgen erhielt 1961 eine Goldene Schallplatte. Das Lied war für 46 Wochen in den Hitparaden vermerkt und wurde zum sogenannten Ohrwurm. Im Jahr 1964 erhielt er den Auftrag, das Lied der ARD-Fernsehlotterie aufzunehmen und sang den Song Bald klopft das Glück auch mal an deine Tür in zahlreichen Fernsehsendungen.

Am 18. Januar 1969 trat er in der ersten Ausgabe von Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade mit dem Titel Liebst Du mich? auf, wirkte aber zwischen den um Jahrzehnte jüngeren Protagonisten der Schlagerszene anachronistisch.

Mit Beginn der Fußball-Bundesliga bekannte er sich zu seiner Lieblingsmannschaft Borussia Dortmund und war dort oft Gast auf der Tribüne. Daneben war Wendland auch auf der Leinwand zu sehen, wo er manchmal auch sich selbst spielte. Auftritte im Theater und als häufiger Gast bei Galaveranstaltungen rundeten sein Künstlerleben ab.

Gerhard Wendland starb am 21. Juni 1996 in seinem Haus bei München. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Riem in München. (Quelle: wikipedia)

GerhardWendland

Gerhard Wendland als Charmeur in dem film „Die Post geht ab“, 1962 (rechts an seiner Seite: Vivi Bach)

Diese Single enthält den Titel „Schläfst du schon ?“ und dieser wurde auch in dem Film „Die Post geht ab“ verwendet:

Die Post geht ab ist ein deutscher Schlagerfilm des Regisseurs Helmuth M. Backhaus. Die Uraufführung erfolgte am 21. September 1962 im Kölner Capitol.

Eigentlich hoffte Trompeter Willy von der Bambus-Band auf eine große Erbschaft, doch hat sein Onkel ihm nur einen schrottreifen Autobus vermacht. Mit seinem Freund Franz plant er dennoch eine Urlaubsreise in den Süden. In der von Willy und seinen Leuten geführten Bambus-Bar findet ein Talentwettbewerb statt, den die Tochter des berühmten Schlagersängers Rudolf Lothar, Barbi, gewinnt. Der junge Till wird Zweiter und beide erhalten einen Gutschein für eine zweiwöchige Busferienreise in den Süden. Willy hat die Preise schon verteilt, als Franz ihm mitteilt, dass das Reisebüro, bei dem sie die Gutscheine erstanden haben, pleite ist. Da sie fürchten, bei Klagen ihre Bar schließen zu müssen, beschließen beide, die Gewinner mit dem schrottreifen Bus auf ihren Urlaub nach Triest und Jugoslawien mitzunehmen. Es schließen sich verschiedene Freunde der Gewinner an: Barbi nimmt Harry und die Sekretärin Wilma und die notgedrungen ihren Chef Herrn Ratsam mit, Till nimmt seine gute Freundin Petra mit und unterwegs sammeln sie noch die fast volljährige Anja auf, die vor ihren Eltern und ihrem britischen Verlobten John geflüchtet ist.

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Während der Autobus langsam gen Süden rollt, nehmen die Väter von Barbi, Harry und Petra die Verfolgung auf, zumal Rudolf sowieso ein Konzert in Triest geben muss. Vor allem Harrys Vater Walter macht sich Sorgen, dass sein Sohn mit so vielen jungen Frauen unterwegs ist, will er ihn doch eigentlich mit der Fabrikantentochter Gina verkuppeln. Da Harry sich stets geweigert hat, Gina auch nur kennenzulernen, greift Walter zu einem Trick. Als der Autobus in Triest ankommt, lassen die Väter ihn zu ihrem Hotel geleiten. Dort wiederum zeigt sich Walter mit der jungen Gina an seiner Seite und lässt Harry denken, dass sie seine neue Geliebte sei. Harry reagiert mit Unverständnis, will sie davon überzeugen, seinen Vater aufzugeben, und verliebt sich schließlich in sie. Es finden sich am Ende weitere Paare: Nach einigem Chaos sind Anjas Eltern froh, ihren Verlobten John loszuwerden, und stimmen in eine Heirat von Anja und Franz ein. Till und Petra werden ein Paar, Herr Ratsam macht Wilma einen erfolgreichen Heiratsantrag und auch Barbi und Willy verlieben sich ineinander.
Entstehungsgeschichte

DVDHelmuth M. Backhaus, der auch Regie führte, schrieb das Drehbuch nach einer Idee von Hans Billian. Der Arbeitstitel des Films lautete zunächst Niemand sündigt im Bikini. Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Jugoslawien statt. Für die Filmbauten waren die Filmarchitekten Johannes Ott und Mirko Lipuzić verantwortlich. Die Kostüme entwarf Ingrid Neugebauer. Als Kameramann verpflichtete man Gerhard Krüger. Herstellungsleiter war Alfred Bittins.

In dem Film Die Post geht ab, den das Stuttgarter Filmunternehmen Piran-Film in Zusammenarbeit mit dem Gloria-Filmverleih produzierte, sind folgende Schlager zu hören:

Gerhard Wendland: Schau mir nochmal in die Augen (Musik: Karl Götz; Text: Kurt Hertha)
Gerhard Wendland: Schläfst du schon? (Musik: Karl Götz; Text: Heinz Hellmer und Kurt Hertha)
Chris Howland: Cleopatra (Musik: Heinz Gietz; Text: Georg Buschor)
Jack Ross: Happy-Jose (Ching, Ching, Ching) (Instrumental; Musik: Norman Malkin und Jesse Gonzales)
Vivi Bach: Wenn wir zwei uns wiedersehn (Musik: Christian Bruhn)
Vivi Bach: Bitte, bitte nimm mich mit (Musik: Christian Bruhn)
Peter Fritsch: Ein kleines Zelt (Musik: Christian Bruhn)
Vivi Bach und Peter Fritsch: Die Lebensleiter (Musik: Christian Bruhn)

Die Uraufführung des Films fand am 21. September 1962 im Kölner Capitol statt. Im Fernsehen lief der Film erstmals am 11. April 1964 auf DFF 1.

Das Lexikon des Internationalen Films meinte: „Statt einer erzählbaren Handlung: Gags, Kalauer, Schlager, Tänzchen. Der Filmversuch eines Conférenciers.“ Der film-dienst bezeichnete Die Post geht ab als „knallbuntes 60er-Jahre-Urlaubs-Kino“.

Cinema befand: „Schlager, Scherzchen und Bella Italia: selbst nach Genremaßstäben zu flach. Fazit: Trallala-Roadmovie mit ganz flachen Späßen.“ (Quelle: wikipedia)

Man sieht, dieser vermutlich eher plumpe Film ist eigentlich eine Eldorado für Schlagerfans dieser Zeit … Chris Howland, Vivi Bach, Peter Fritsch … und eben Gerhard Wendland.

Die B-Seite mit dem Titel „Schau mir nochmal in die Augen“ sollte wohl auch die Damen-Welt entzücken, wobei wenn Gerhard Wendland dann z.B. singt „… früher mal war ich ein Casanova …“ könnte man schon heftig grinsen …

Viel Vergnügen bei dieser perfekten Illussionsmusik.

GerhardWendland2Besetzung:
Gerhard Wendland (vocals)
+
Orchester Heinz Alisch

BackCover1
Titel:
01. Schläfst du schon ? (Götz/Hellmer/Hertha) 3.01
02. Schau mir nochmal in die Augen (Götz/Hertha) 2.51

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Verschiedene Interpreten – Die Hamburg Szene (Smash … Boom … Bang … !) (2001)

FrontCover1Man kann es drehen und wenden wie man will: Die Hamburger Beat-Szene war für die AGermanusbreitung diese Musikrichtung in den 60er Jahren wohl der erste Dreh- und Angelpunkt. Ich vermute mal stark, dass dies vorrangig mit dem „Star Club“ zu tun hat, ein Schuppen, der in dieser Form damals wohl einmal in Deutschland war.

In Hamburg gab es eine ganze Reihe von Gruppen, die es aus dem einen oder anderem Grund nicht geschafft haben. Die CD beginnt mit einem feinen Song der German Bonds, die eine der besten Livebands der Beat Zeit waren. Dieses Potenzial bannten sie allerdings nur hier und bei dem coolen „So Mystifying“ auf Platte. Zu den besten Songs gehören auch die beiden Nummern der Faces, die sich nicht weiter entwickeln konnten, weil ihr Sänger zu den Rattles ging. Ohnehin sind die Rattles auf der gesamten Scheibe präsent. So gibt es zwei Singles der Gruppe, die sie unter einem anderen Namen veröffentlichten (als Fixx und Our Gang), mehrere Gruppen, die Bassist Herbert Hildebrand produziert hat und vier Lieder von Achim Reichel. Besonders „Trag es wie ein Mann“ ist eine unfreiwillig komische Schlager-Skurrilität. Musikalisch reicht das Spektrum von Beat, über Schlager und ungarische Volksweisen, bis hin zum Soul. Das ausführliche Booklet zeigt die Verknüpfungen der Szene und erhöht die Freude. (Gregor Kannberg)

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Dies ist eine rundum gelungene CD. Sie bietet 30 Titel mit einer Laufzeit von 78 (!) Minuten von den German Bonds, The Bats, Cops & Robers, Achim Reichel, The Fixx, The All, The Faces, The Johnnie Cliff Five, Bouwman Brothers, Our Gang und The Exodus, also von Bands, die zwischen 1964 und 1968 besonders in Hamburg „In“ waren und deren Musik mich auch heute noch begeistert.

„We Are Out Of Sight“, „Sing Hallelujah“ und „So Mystifying“ von den German Bonds, „Shake, Shake, Slop, Slop“ von The Bats oder aber Achim Reichel, der auch bei den Rattles und Wonderland war, mit Titeln wie „Trag es wie ein Mann“ und „Fatima“ oder aber „Skinnie Minnie“ von The Johnnie Cliff Five.

Dieses Album bietet hervorragende „deutsche Beatmusik“ der Beatära, abseits von den Rattles und den Lords mit heute fast vergessenen „Stars“ der damaligen deutschen Beatszene. Nicht nur für Fans der (deutschen) Beatszene“ ist dieses Album daher ein „echter Schatz“ und ein „Muss“.

Und das 60seitige graphisch ansprechend gestaltete Beiheft enthält viele Fotos und bietet uns Informationen zu jeder einzelnen Band und deren Titel dieses Albums. (JK)

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Ich könnte diese Lobhymnen noch seitenlang fortsetzen: Da fällt einem gelegentlich auf, wie gekonnt manche Bands auch mit Elementen der klassischen Musik jonglierten und man muss sich da vergegenwärtigen, dass das damals die Provokation pur war und dem aufrechten Musiklehrer die Schamröte ins Gesicht getrieben haben wird.

Und dann fällt noch auf, dass die Bands wirklich sehr souverän aufgespielt haben, bedenkt man, dass diese ganze Szene erst am Anfang steht, kann ich nur sagen: Hut ab !

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Titel:
01. German Bonds: We Are Out Of Sight 2.50
02. German Bonds: Sing Hallelujah 2.45
03. The Bats: Shake, Shake, Slop, Slop 2.58
04. Cops & Robbers: Harlem Shuffle 2.57
05. Cops & Robbers: It Hurts Me So 3.18
06. Achim Reichel: Trag‘ es wie ein Mann (Take It Like A Man) 2.09
07. Achim Reichel: Heute und Morgen 2.42
08. The Fixx: Land Of 1000 Dances 1.59
09. The Fixx: Looking For The Right Girl 2.45
10. The All: I Don’t Go Back 2.59
11. The All: You Don’t Have To Say 2.50
12. The Faces: Cry, Cry, Cry 2.59
13. The Faces: Stay Away 2.33
14. German Bonds: Sonata Facile 2.15
15. German Bonds: So Mystifying 2.37
16. The Johnnie Cliff Five: Skinny Minnie 3.27
17. The Johnnie Cliff Five: Red Sails In The Sunset 1.59
18. Bouwman Brothers: Bella Rosa (Poison Ivy) 1.58
19. Bouwman Brothers: Träume, Schäume (Dona Dona) 2.23
20. Our Gang: Take This Hammer 2.42
21. Our Gang: Tell Her 2.16
22. Cops & Robbers: Soukie Soukie 2.24
23. Cops & Robbers: Evil 2.08
24. German Bonds: Birthday Is Today 3.11
25. German Bonds: Skinny Eleonore (Tenge Tu Amor) 2.06
26. German Bonds: Remember 2.59
27. Achim Reichel: Fatima 2.54
28. Achim Reichel: Ich warte auf Antwort 1.56
29. The Exodus: Hungaria 2.20
30. The Exodus: Gypsy Dance 2.30

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Marc Holder – Charly + Liebe ist so schön wie du (1973)

FrontCover1Und jetzt mal wieder ein kleines Denkmal für den (mehr oder weniger) unbekannten Schlagersänger der 70er Jahre:

Der Schweizer Dr. Marco Ettisberger („der eidgenössische Roy Black“) führte Anfang der 70er eine Art „Doppelleben“. 1972 begann er seinS tudium der Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Basel, zeitgleich betrat er das Musikstudio und spielte diese Single ein.

Und so kam es, dass der angehende Jurist auch ein Schlagersänger wurde:

Marco Ettisberger,  war Anfang der 1970er Jahre schon kein Laie im Showgeschäft mehr. Seit seinem 17. Lebensjahr hatte der junge Schweizer bereits Musik gemacht, beherrschte virtuos die Gitarre und war zwischen Basel und Lugano ein beliebter Gast großer Showveranstaltungen. Nach dem Abitur nahm er neben seinem juristischen Studium Gesangs- und Schauspielunterricht und seine sanfte Stimme brachte ihm Beinamen wie „Mister Romantik“ oder der „Roy Black aus der Schweiz“ ein.

Auf einem Gala-Abend wurde Marco Ettisberger von dem Produzenten Pepe Ederer entdeckt und ins Studio eingeladen. Doch nach den Probeaufnahmen wurde er zunächst vertröstet: „Dieses Talent darf man nicht mit irgendeinem Titel verheizen. Marco braucht maßgeschneiderte Lieder. Nur so wird er Erfolg haben“. Die Chance für seine erste Schallplatte kam 1972: „Heut’ bin ich viel zu verliebt / Mädchen fürs Leben“ war sein Debüt auf schwarzem Vinyl.

MarcHolderAuf diesem Cover stand dann auch erstmals sein Pseudonym zu lesen: Marc Holder. Im Interview mit SWR4 erzählte er über die Entstehung seines Künstlernamens: „Das ‚o‘ vom Vornamen Marco ist vermutlich entfallen, weil Marc geläufiger ist – sowohl im Deutschen als auch im Englischen.“ Und der Nachname Holder ist bei der Texterin Irma Holder entliehen, der Schwester seines damaligen Produzenten und Entdeckers Pepe Ederer. Neben ihr gehörte auch Gerd Gudera zum Team um Marc Holder, also alles Namen, die im Business Gewicht hatten und für Erfolg standen.
Dem einen zu süßlich…

Bereits 1973 wechselte er zur EMI und dort erschien dann die eingangs schon erwähnte deutsche Version des Hits „Charly“. Allerdings gefiel die Cover-Version nicht überall, denn über den Text war man geteilter Meinung. In manchen Ohren klang er zu schnulzenhaft und zu süßlich und stieß somit nicht in allen Rundfunkanstalten auf wohlwollende Resonanz. Marc Holder stand aber dazu und erzählte uns: „Eine schöne Schnulze ist auch was Schönes, sonst würde der ganze Schlagermarkt seit Jahren nicht so gut florieren. Und eine gute Schnulze geht unter die Haut, geht an die Gefühle und ich denke, das ist gut.“ Sein Publikum teilte diese Ansicht und so wurde die Platte doch noch zum Achtungserfolg. (Quelle: Südwestrundfunk)

Und hier kann man sie nochmals hören, diese kitschig-sentimentale Ballade von jenem Burschen, der den kleine Piepmatz Charly vor dem Tod rettete. Und die B-Seite mit dem Titel „Liebe ist so schön wie du“ sollte wohl vor allem die Damenherzen erfreuen.

Es folgten diverse weitere Hits, 1974 gab es ihn dann im Duo mit Ralph Cottiati … und irgendwann war er mal Mitglied einer reformierten Version der „Nilsen Brothers“.

Hauptberuflich ist Marco Ettisberger alias Marc Holder heute als Advokat und Notar in seiner Heimatstadt Chur in der Schweiz tätig. Rückblickend erzählt er SWR4, dass er es nicht wollte, im Alter irgendwo auf einer Bühne stehen zu müssen, um dort sein Gnadenbrot zu verdienen. Daher fuhr er von Anfang an zweigleisig und wechselte zwischen dem Künstlerleben und der Juristerei ab. Wenn auch viele Jahre ins Land gegangen sind, so wird er auf die damalige Zeit immer noch angesprochen. Und das auch von vielen Jüngeren, wie Marco Ettisberger mit Freude bemerkt. Schlager mögen zwar eine verderbliche Ware sein, aber wenn sie mit Herz gemacht sind und zu Herzen gehen und somit in die persönlichen Erinnerungen der Hörerinnen und Hörer Eingang finden, überdauern sie Raum und Zeit. (Quelle: Südwestrundfunk)

Wenn das keine spannender Doppel-Biographie ist, dann weiss ich es auch nicht … (beigefügt habe ich noch eine wirklich interessante Biographie über Marc Holder/Marco Ettisberger von Hans-Jürgen Finger sowie eine ziemlich seriöse Vita der Kanzlei Ettisberger Domenig & Partner in Chur/Schweiz)

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Marc Holder als Advokat und Notar (kämpferisch), 2013

Besetzung:
Marc Holder (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Charly (Gil/Milian/Folken) 3.23
02. Liebe ist so schön wie du (Ederer/Holder/Gudera) 2.52

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Klaus Havenstein – Die bayerische Bier-Sinfonie + Ja, was ist denn an München so schön ? (1971)

FrontCover1.jpgFür mich war der Klaus Havenstein für lange Zeit ein sehr geliebter Wegbegleiter …

Klaus Havenstein (* 7. April 1922 in Wittenberge; † 19. März 1998 in München) war ein deutscher Schauspieler, Kabarettist, Moderator, Hörspiel- und Synchronsprecher.

Havenstein wurde als Sohn des Lokomotivführers Otto Havenstein und dessen Ehefrau Marie in Wittenberge geboren. Schon bald nach seiner Geburt zog die Familie nach Harburg (seit 1937: Hamburg-Harburg), wo Otto Havenstein seinen beruflichen Aufstieg bei der Deutschen Reichsbahn fortsetzte und es bis zum Reichsbahnoberinspektor brachte.

Klaus Havenstein begann 1937 eine Lehre als Einzelhandelskaufmann in einem Lebensmittelgeschäft. Gegen den Willen seines Vaters nahm er bei einem Privatlehrer Schauspielunterricht. Zu Kriegsbeginn wurde er als Artillerist eingezogen. Er nahm am Frankreichfeldzug, an der Besetzung Griechenlands und am Krieg gegen die Sowjetunion teil.

1956 gehörte Havenstein zu den Gründungsmitgliedern der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Mit Ursula Herking, Dieter Hildebrandt und Oliver Hassencamp prägte er in den 1950er und 1960er Jahren bissige und provozierende Unterhaltung. 1972 trennte sich das Ensemble, war aber weiter im Fernsehen und beim Hörfunk aktiv.

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Die legendäre Münchner Lach- und Schießgesellschaft in den 60er Jahren (rechts: Klaus Havenstein)

Bei der deutschen Synchronisation des Affenkönigs „King Louie“ in der Walt-Disney-Verfilmung des Dschungelbuchs (1967) übernahm Havenstein sowohl den Sprech- als auch den Gesangspart. Daneben synchronisierte er unter anderen Michel Galabru (Der Gendarm von Saint Tropez), Gene Wilder (Frankenstein Junior), Jack Lemmon (Keine Zeit für Heldentum), Alberto Sordi (Vitelloni) und Peter Ustinov.

Havenstein moderierte Kindersendungen wie Sport-Spiel-Spannung. Er spielte in Filmen KlausHavenstein02.jpgund begann eine lange dauernde Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk. In 46 Jahren produzierte er rund 3000 Sendungen. Er gestaltete die Hörfunk-Kinderserie Jeremias Schrumpelhut von Wolf-Dieter von Tippelskirch, in der er alle 50 Rollen selbst sprach.

1996 schied Havenstein als Moderator beim Hörfunk aus. Von 1990 bis 1992 war er Intendant der Burgfestspiele Bad Vilbel, wo ihm heute der zu den Festspielen führende Klaus-Havenstein-Weg gewidmet ist. Ferner nahm er Gastrollen in verschiedenen Fernsehsendungen an, unter anderem in Rudis Tagesshow mit Rudi Carrell. 1976 wirkte er in der Fernsehserie Notarztwagen 7 mit. Gastauftritte hatte Havenstein in den Fernsehserien Der Kommissar, Lokaltermin, Detektivbüro Roth, Großstadtrevier und Die Schwarzwaldklinik.

Klaus Havenstein war seit 1958 verheiratet. Er starb an einem Herzleiden und ist auf dem Münchner Nordfriedhof beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

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Edith Hancke, Klaus Havenstein (li.), Walter Plathe, ZDF-Gala zum 80. Geburtstag des verstorbenen Peter Frankenfeld, 1983

Und wenn ich jemanden in die wunderbare Welt des Klaus Haensteins einführen möcte, ist diese Single eigentlich grundfalsch: Denn hier zelebriert er zwei Liedchen für eher – na sagen wir mal – schlichte Gemüter. Durchaus bierzelttauglich, mehr aber auch nicht.

Als Kabarettist war er mir dann doch deutlich lieber.

Aber keine Sorge: Noch ist hier das letzte Wort zu und über Klaus Havenstein nicht gesprochen.

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Klaus Peter Schreiner, Ursula Noack und Klaus Havenstein, 1967

Besetzung:
Klaus Havenstein (vocals)
+
eine kleine Schar von unbekannten Studiomusikern

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Titel:
01. Die bayerische Bier-Sinfonie
02. Ja, was ist denn an München so schön ?

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Klaus Havenstein (* 7. April 1922 in Wittenberge; † 19. März 1998 in München)

Hans Moser – Das war Hans Moser (1964)

FrontCover1Er war wohl schon zu Lebzeiten eine Legende:

Hans Moser (eigentlich Johann Julier, fälschlich wird sehr oft auch Jean Julier oder sogar Jean Juliet als amtlicher Name genannt, * 6. August 1880 in Wien; † 19. Juni 1964 ebenda) war ein österreichischer Volksschauspieler.

Johann Julier war das dritte von vier Kindern von Franz Julier (1838–1898), einem akademischen Bildhauer, und seiner Frau Serafina (1852–1912). Er wuchs in Wien-Margareten in der Rechten Wienzeile auf – dort (Rechte Wienzeile 93–95, Hotel Ananas) ist heute eine Gedenktafel angebracht.

Der junge Johann Julier erhielt Sprechunterricht beim Hofschauspieler Josef Moser, dessen Familiennamen er als Künstlernamen annahm. Anschließend zog er mit Wanderbühnen durch das Land. 1897 hatte er ein erstes Engagement am Stadttheater Reichenberg[1] in Böhmen, und im Jahre 1903 folgte mit der Berufung an das angesehene Theater in der Josefstadt, das damals von Josef Jarno geleitet wurde, der scheinbare Durchbruch. Er scheiterte jedoch, da sein Aussehen und seine Körpergröße von 1,57 m ihn für die seinem Alter gemäßen Liebhaber-Rollen ungeeignet machten. Daher zog er 1907 erneut mit Wanderbühnen durch die Länder Österreich-Ungarns; ab 1910 hatte er kleinere Revue-, Kabarett- und Theaterengagements in Wien. 1911 heiratete er die aus einer jüdischen Familie stammende Blanka Hirschler (später: Blanca), und 1913 wurde seine Tochter Margarete geboren. In diesem Jahr hatte er seine ersten Erfolge in Solorollen als Komiker in der Kellerbühne „Max und Moritz“ im St. Annahof (Wien).

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Hans Moser im Jahre 1902

Er wurde sehr schnell Reinhardts Lieblingsschauspieler und begleitete diesen auf seiner USA-Tournee im Jahre 1927/28, wo er in „Sommernachtstraum“ unter anderem am New Yorker Broadway zu sehen war. In Wien nannte man ihn bald schon nur noch „Der Moser“ – so wie man einst vom geliebten Schauspieler und Komiker Alexander Girardi als „Der Girardi“ gesprochen hatte. Moser wurde zum vielbeschäftigten Schauspieler und Komiker an den Wiener Bühnen. Dort spielte er nuschelnd, polternd, raunzend (österreichische Eigenart des Lästerns und Jammerns) und mit kreisenden Bewegungen kauzige Typen, meistens Diener oder andere Kleinbürger wie Greißler, Schneider und Hausknechte, aber auch Zirkusfiguren. 1922 übernahm er die Rolle eines Notars in „Kleider machen Leute“, anschließend folgten auch kleinere Rollen in Stummfilmen. Große Bekanntheit erreichte er auch mit seiner Rolle als „stummer“ Dienstmann in „Die Familie ohne Moral“. Aber erst im Tonfilm konnte er seine ganze Originalität, wie er sie bereits im Theater perfektionieren konnte, entfalten. Die erste Rolle in einem Tonfilm erhielt er 1930 als Nebendarsteller in „Geld auf der Straße“.Im Ersten Weltkrieg diente er an der Isonzo-Front bei den Deutschmeistern und lenkte seine Kameraden mit Späßen so vortrefflich vom grausamen Kriegsalltag ab, dass er von nun an seine Zukunft im komischen Fach sah. Nach dem Krieg hatte er regelmäßig Auftritte in den Wiener Kabaretts „Budapester Orpheum“, „Reklame“, „Hölle“, „Leopoldi-Wiesenthal“ und in Heinrich Eisenbachs „Intimem Theater“. Fritz Löhner-Beda schrieb 1922 für ihn den Solo-Einakter „Ich bin der Hausmeister vom Siebenerhaus“. 1923 wurde schließlich Robert Stolz auf ihn aufmerksam und engagierte ihn für eine Revue im Ronachertheater. Zwei Jahre später holte Max Reinhardt den Schauspieler zurück an das Theater in der Josefstadt, wo er in Stücken von Nestroy, Schnitzler und Horváth spielte. 1925 erschien auch der erste Artikel über Mosers Schaffen in der Neuen Freien Presse, wo man ihn als jüngsten und letzten wienerischen Hanswurst bezeichnete.

Hans Moser stellte in seinen Filmen häufig Personen dar, die im Laufe der Handlung eine starke Wandlung vollziehen. So spielt er in Das Gäßchen zum Paradies einen Hundefänger, der zum Hundefreund wird; in Anton, der Letzte einen grenzenlosen Bewunderer des Adels, der zum Anwalt des kleinen Mannes mutiert; in Das Ferienkind einen vergrämten Pensionisten, der einst seine eigene Tochter wegen der Wahl ihres Ehemannes verstoßen hatte und durch seinen Enkel zum liebevollen Großvater wird, und in Der Herr Kanzleirat einen alten Weiberfeind, der auf seine späten Tage einer jungen Frau verfällt. Die Kombination aus einzigartiger Mimik, Gestik und Sprache machte ihn zum unsterblichen Original, welches selbst das übelste Drehbuch noch in einen gern gesehenen Film verwandeln konnte.

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Hans Moser im Jahre 1942

Nach Kriegsende war Moser u.a. am Wiener Burgtheater engagiert, wo er besonders für seine Verkörperung des Weiring in Arthur Schnitzlers Liebelei höchstes Lob von Kritik und Publikum errang.In der Zeit des Nationalsozialismus weigerte sich Moser, einer Scheidung von seiner jüdischen Frau zuzustimmen. 1939 musste sie nach Ungarn emigrieren. Nur aufgrund seiner Popularität konnte Moser trotz seiner Ehe weiterhin als Filmschauspieler in deutschen Filmen tätig sein. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte das Ehepaar wieder zusammen in der Villa in Wien-Hietzing, Auhofstraße 78. Die Gattin nahm in der Moser-Ehe eine sehr dominante Rolle ein; Moser ließ sie sogar über seine Einkünfte nach Belieben verfügen und gab sich mit einem Taschengeld zufrieden. Diese Bescheidenheit ging mit einer übertriebenen Furcht vor plötzlicher Verarmung einher. Die Mosers sollen sogar in ihrem Haus bevorzugt die Dienstbotenräume bewohnt haben, um die Einrichtung zu schonen. Bei seinem ersten Flug zeigte sich der Künstler weniger von der Aussicht beeindruckt als vielmehr von der kostenlosen Mahlzeit, die an Bord aufgetragen wurde.

Im Jahr 1961 spielte Moser für eine österreichische TV-Version noch einmal den Zauberkönig in Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald, den er bereits 1931 bei der Uraufführung in Berlin verkörpert hatte. 1964 starb Hans Moser an Lungenkrebs. Er und seine Frau sind beide auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben.

Häufige Filmpartner Mosers waren Theo Lingen und Paul Hörbiger, mit dem er auch befreundet war.

Moser war auch beliebter Sänger von Wienerliedern, das bekannteste dürfte Die Reblaus sein. Seine markant nuschelnde Stimme wird auch heute noch von Stimmenimitatoren im Kabarett und zu Werbezwecken eingesetzt.

Entgegen der häufigen Vermutung leitet sich der Ausdruck „mosern“ bzw. „rummosern“ nicht von Hans Moser ab, sondern von dem jiddischen bzw. rotwelschen gleichbedeutenden „mossern“ (Im wienerischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck „mosern“ übrigens kaum gebräuchlich, hier heißt es stattdessen „raunzen“). (Quelle: wikipedia)

Wie so oft schweigt sich das Cover hinsichtlich des Erscheinungsjahres aus und auch wenn die discographische Seite discogs.com bei dieser LP das Jahr 1959 angibt, kann das nicht sein, denn in em ausführlichem Hüllentext wird bereits sein Tod (im Jahre 1964) erwähnt und so ist zu vermuten, dass diese LP anläßlich seines Todes noch im gleichen Jahr veröffentlicht wurde.

Neben all seinen rührseelig-sentimentalen Wienlieder sticht natürlich insbesondere der Sketch „Der Dienstmann“ (ein Klassiker mit Moser als subversivem „Untertan“) und dann das ergreifende Duo mit Renate Holm aus dem Film „Der Bauer als Millionär“ (1961) … Und dass er sich den Nazi´s hinsichtlich seiner jüdischen Frau widersetzte … ist schon enorm !

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Hans Moser im Jahre 1958

Besetzung:
Hans Moser (vocals)
+
diverse Begleitmusiker

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Titel:
01. Hobellied (Kreutzer/Raimund) 2.16
02. Der alte Herr Kanzleirat (Lang/Meder) 2.48
03. Ich trag‘ im Herzen drin (Profes/Petrak) 3.21
04. In der Kellergass’n (Fellner/Meder) 3.18
05. A bisserl Grinzing, a bisserl Sievering (Fellner/Schneider) 3.08
06. Der Dienstmann (unbekannt) 6.27
07. Die Reblaus (Föderl/Marischka) 3.00
08. Geh‘ Vaterl, kränk dich net (Lang/Wiener/Rieger) 2.47
09. Mein Herz ist ein Bilderbuch vom alten Wien (Fiedler/Petrak) 2.41
10. Mir ist’s gleich (Stolz/Marischka)  2.35
11. Der Wiener braucht kan Pass (Föderl/Hauenstein)  2.28
12. Brüderlein fein (Drechsler/Raimund) 5.55

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