Doris Wirth + Tino Richter – Indianer (2010)

Indianer01AAuch auf die Gefahr hin, dass man mich ein wenig arg albern findern mag, auch ein solches Büchlein für Kinder ab drei Jahren kann hier seinen Platz finden.

Zum einen bekomme ich ja als 2facher Opa mit, was die Kleinen sich so alles anschauen und für was sie sich begeistern können.

Und zum anderen interessiert es mich einfach, was so heutzutage angeboten, um die Kleinen zu erheitern bzw.zu interessieren.

Bei meinem Enkelsohn stelle ich z.B. eine fatale Leidenschaft für Star Wars fest … und da finde ich Indianer einfach spannender, wohl auch deshalb, weil Indianer auch für eine naturverbundene Lebensart stehen, Star Was hingegen für eine überzüchtete technisierte Welt.

Und ich finde ein Lagerfeuer immer noch großartig … insbesondere wenn man das Feuer dazu nutzt, sich die Kartoffeln heiß zu machen (mit so einem Stecken).

Hier ein Büchlein (30 Seiten) aus dem Kinderleicht Wissen Verlag, Regensburg.

Dieser Verlag hat sein geraumer Zeit die Serie „Benny Blu Bambini“ ins Leben gerufen.

BennyBluBambiniUnd aus dieser Serie stammt das Heft „Indianer“:

Benny Blu folgt mit dir den Spuren der Indianer. Wie lebten sie? Hatten Indianer Häuser? Und was sind Rauchzeichen?

Fragen über Fragen …

Ich weiß nun wirklich nicht, ob dieses Buch pädagogisch wertvoll ist … ich selbst hätte mir gewünscht, dass man (natürlich kindgerecht) auch einen Hinweis gefunden hätte, wie dreckig man dann die Indianer behandelt hat.

Aber unabhängig davon: Das Kind in mir hat sich über diese kleine Erinnerung an die eigene Kindheit einfach nur gefreut.

Die Illustrationen stammen übrigens von Karl-Heinz Höllering und Frithof Sprangenberg.

Indianer02AIndianer05AIndianer08AIndianer11AIndianer13AIndianer14A

*
**

Indianer15A

Horst Beseler – Käuzchenkuhle (Hörspiel) (1966/2015)

FrontCover1Vor nicht allzu langer Zeit habe ich hier über die Verfilmung des DDR Kinderbuch-Klassikers „Käuzchenkuhle“ berichtet und zwar hier.

»Regen peitschte in scharfen Stößen aus der Dunkelheit herunter. (…) Der Wind ließ die beiden Lampen an Bahnsteig und Ladestraße so heftig schwanken, dass sie von ihren Masten abzureißen drohten.« Schon die ersten Sätze von »Käuzchenkuhle« ziehen den Leser in den Bann und lassen ihn bis zur letzten Seite nicht mehr los …

Nur widerwillig macht sich Jampoll der eigentlich Jean-Paul heißt, aber dessen Namen keiner richtig aussprechen kann von Berlin aus auf den Weg in das märkische Dorf Wolfsruh, wo er die Ferien bei seinen Großeltern verbringen soll, ohne zu ahnen, welche gefährlichen Abenteuer ihn dort erwarten. Durch Zufall wird Jampoll Zeuge eines Gesprächs: Ein Fremder bedroht seinen Großvater. Beide sind durch ein schreckliches Geheimnis miteinander verbunden. Jampoll will es lüften. Gemeinsam mit den Freunden Kristian, Schraube und Spinne-Schnarr kommt er einem Verbrechen auf die Spur, das an einem unheimlichen Platz im Wald, an der Käuzchenkuhle, geschah und dessen Anfänge bis in die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges zurückreichen.

Buch

Die Buchvorlage

Horst Beselers abenteuerliche Geschichte ist von Generationen junger Leser in der DDR verschlungen worden, ein wirklicher Jugendbuchklassiker, der mit seinem Sujet, aber auch mit seiner genauen sozialen Stimmung bis heute immer wieder fasziniert.

Das Buch erschien erstmalig 1965 und ein Jahr später gab es dann diese Hörspielfassung unter der Regie von Maritta Hübner für das Radio;

Maritta Hübner (* 17. Oktober 1930 in Hindenburg O.S.; † 13. August 1989 in Berlin) ist eine deutsche Hörspielregisseurin und Sprecherin. Sie gewann sechsmal den DDR-Kinderhörspielpreis der vom Staatlichen Komitee für Rundfunk vergeben wurde in der Kategorie Hörerpreis und einmal in der Kategorie Kritikerpreis. Das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) verzeichnet über 350 Kinderhörspiel-Inszenierungen der Regisseurin.

Das Hörpiel lehnt sich eng an die Buchvorlage und so realisiert man dann, dass die o.g. Verfilmung aus dem Jahr 1969 mit der kecken Linde eine neue Figur geschaffen hat (überhaupt das Thema Freunde wird in dem Film stärker herausgearbeitet). Und auch die Geschichten um die örtliche Fischerei-Genossenschaft wurde im Film neu eingeführt.

Und nachdem ich weiterhin ein glühender Freund von Hörspiele bin, hat es mir ausgesprochene Freude gemacht, mich erneut mit diesem Klassiker der DDR Kinderliteratur zu beschäftigen. Und Freude kann ich dieser – mich schon sehr belastenden Zeit – gut gebrauchen … vielleicht macht sie ja auch anderen Lesern dieses blogs Freude.

Und dieses Hörbuch bringt die Erkenntnis dass man durchaus kindgerecht über die Schrecken des Nationalsozialismus und des II. Weltkrieges „unterhalten“ und berichten kann. Davon waren wir im Westen damals noch kilometerweit entfernt-.

BackCover1

Besetzung:
Fred Alexander (Erzähler)
Heinz Hartmann (Opa)
Robert Trösch (Fremder)
Else Wolz (Oma)
(warum man den Sprecher der zentralen Figur Jampoll nicht aufgelistet hat, ist mir ein Rätsel)

Bearbeitung (Wort): Erwin Ziemer
Dramaturgie: Hans Kubisch
Technische Realisierung: Eva Löffler

Regie: Maritta Hübner

Inlet02A

Titel:
01. Käuzchenkuhle (Teil 1) 34.30
02. Käuzchenkuhle (Teil 2) 34.53
03. Käuzchenkuhle (Teil 3) 28.09

CD2A

*
**

Inlet01A

Horst Beseler

Horst Beseler

W. H. Cobb – Wie die Welt entdeckt wurde (1954)

Titel

Und wieder mal so ein „Kellerfund“, ein Kellerfund, der mich besonders gerührt hat, denn als Kind habe ich dieses Buch nun wirklich geliebt:

Und darum geht´s

Beispiel01

Ausschnitt Carl Ueberreuter Verlagsprospekt 1951/52

Und hier das Inhaltsverzeichnis:

Beispiel04

Und um es gleich mal auf den Punkt zu bringen:

Ws habe ich dieses Buch als Kind geliebt … mit roten Ohren habe ich all die Abeneuer und Entdeckungsreise all dieser wackerer Männer atemlos verfolgt. Ich bin vor meinem geistigem Auge bei jeder dieser Expeditionen mit von der Partie gewesen.

Beispiel25

Die englische Originalausgabe aus dem Jahr 1945

Das Buch erzählt im angenehmen Plauderton …. und ist in so einer Art Comic-Stil farbenprächtig illustriert (diese Illustrationen stammen auch vom Autor). Ursprünglich erschien das Buch 1945 in England, bei uns kam es erstmalig 1949 auf den Markt (Titel: „How the World was discovered“; über den Autor konnte leider so gar nichts in Erfahrung bringen) und ich halte die Auflage aus dem Jahr 1954 in den Händen … die wanderte dann aus dem Fundus meiner Brüder in meine Bibliothek … und seitdem ist mir das Buch nicht von der Seite gewichen und dieses Buch hatte ganz sicher einen großen Anteil, dass ich mich auch für all die exotischen Regionen der Welt interessiere … aber jetzt nehm´ ich von dem Buch Abschied und mein 11jähriger Enkelsohn freut sich schon sehr darauf.

Beispiel23

Beispiel05

Beispiel06

Beispiel07

Beispiel10

Beispiel11

Beispiel12

Beispiel13

Beispiel14

Beispiel15

Beispiel19

Beispiel24

  • (demnächst)
    **

Beispiel02

Beispiel03

Janosch – Rasputin der Bär (2006)

RasputinDerBär01AAlso, über Janosch wie über all die drolligen Pixi-Bücher könnte man ja wirklich viel schreiben:

Janosch (* 11. März 1931 in Hindenburg O.S., Oberschlesien als Horst Eckert) ist ein deutscher Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller. Er lebt heute auf Teneriffa (Spanien).

Janosch sagte: „Katholisch geboren zu sein, ist der größte Unfall meines Lebens“, auch wenn seine Familie nicht ausgeprägt religiös lebte. Sein Vater wird als Alkoholiker und als gewalttätig gegenüber seiner Familie beschrieben. Janosch wuchs bei seinen Großeltern in einer Bergarbeitersiedlung auf, bis sich seine Eltern eine eigene Wohnung leisten konnten. Mit dreizehn erkrankte er an Gelbsucht, die mit selbstgebranntem Schnaps „behandelt“ wurde. Er war Mitglied in einer nach eigener Aussage „intensiv gepeinigten jesuitischen Jugendgruppe“.

1944 erhielt er eine Lehrstelle als Schmied und arbeitete in einer Schlosserei („Meine beste und allerwichtigste Zeit im Leben, denn man brachte mir den wichtigsten Satz meines Lebens bei: Es gibt nichts, was nicht geht“, zitiert aus Von dem Glück, als Herr Janosch überlebt zu haben). Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Heimkehr seines Vaters 1946 flüchteten die Eltern mit ihm nach Westdeutschland. Janosch lebte 15 Jahre in Bad Zwischenahn, wo er in Textilfabriken arbeitete, und besuchte eine Textilfachschule in Krefeld, wo er an einem Lehrgang für Musterzeichnen bei dem Klee-Schüler Gerhard Kadow teilnahm.

Janosch02Nach einem Aufenthalt in Paris zog er 1953 nach München, wo er an der Akademie der Bildenden Künste unter anderem bei Ernst Geitlinger studierte, aber sein Kunststudium wegen „mangelnder Begabung“ nach einigen Probesemestern abbrechen musste. Danach arbeitete er als freischaffender Künstler. 1956 begann seine schriftstellerische Tätigkeit im Feuilleton. Ein Freund riet ihm, aus seinen Zeichnungen ein Kinderbuch zu machen, und sein Verleger Georg Lentz, sich „Janosch“ zu nennen. 1960 erschien sein erstes Kinderbuch Die Geschichte von Valek dem Pferd bei dem mit ihm befreundeten Verleger, 1970 sein erster Roman Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm.

1980 zog Janosch, ursprünglich zur Erholung von einer Krankheit, in ein Haus in den Bergen von Teneriffa, das er aber bald zu seinem ständigen Wohnort wählte. In einem Interview antwortete Janosch auf die Frage, warum er so ungern Interviews gebe: „Ich bin wirklich Autist. Am liebsten wäre ich unsichtbar.“

Einige seiner bekanntesten Figuren sind Schnuddel oder die Tigerente, die zusammen mit dem Tiger und dem Bären in Post für den Tiger, Oh, wie schön ist Panama (verfilmt unter dem gleichen Titel) und Ich mach dich gesund, sagte der Bär auftrat. Janosch zeichnet und schreibt jedoch nicht nur Kinderbücher. In seinen Büchern für Erwachsene verarbeitet er unter anderem Erlebnisse seiner Kindheit. Die Ablehnung gottesfürchtiger Religiosität, die Befürwortung familiärer Beziehungen, Freundschaft und die Frage nach dem Sinn des Lebens sind immer wieder Thema für ihn.

Janosch03
1985 und 1989 wurden seine Geschichten als Janoschs Traumstunde fürs Fernsehen produziert.

Janosch war früher Mehrheitseigner an der Janosch AG (Janosch film & medien AG). Die Aktien erhielt er anstelle eines vereinbarten Übernahmepreises und überließ sie der an der AG hängenden VEM-Bank für 0,07 Cent pro Aktie.

Sein autobiografisches Buch Tagebuch eines frommen Ketzers wurde bisher noch nicht durch einen Verlag verlegt. Das erste Kapitel wurde jedoch ins Polnische übersetzt und 2005, nach dem Besuch des Schriftstellers in Oberschlesien, in der größten polnischen Zeitung Gazeta Wyborcza veröffentlicht. In dem in Polen veröffentlichten Kapitel seiner Autobiographie rechnet Janosch kritisch mit seiner konservativen schlesischen Familie ab.

Janosch gehört inzwischen dem Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung an, für die er kirchenkritische satirische Cartoons zeichnet. Auch ist er Unterstützer der „Spatzenkampagne“ der Deutschen Wildtier-Stiftung. Als Begründung für sein Engagement gibt er an, in gewisser Weise eine Schuld wiedergutmachen zu müssen, da sein Vater Vogelfänger gewesen sei. Zudem engagiert er sich für die Nachsorgeklinik Tannheim.

Am 16. April 2010 kündigte Janosch im Rahmen einer Ausstellung seiner Arbeiten an, keine weiteren Bücher mehr schreiben zu wollen. Er wolle fortan nur noch „reisen und in der Hängematte liegen“ und halte sich ohnehin für unbegabt.

Juli 2013 kündigte das ZEITmagazin sein „Comeback“ mit einem wöchentlichen Beitrag für das Magazin an. In diesen Zeichnungen geht es nach Janoschs Worten „um mich: Wondrak, den neuen Superstar“. (Quelle: wikipedia)

Janosch04

Tja, und dann diese Pixi Bücher:

Die Pixi-Bücher sind eine im Carlsen Verlag, Hamburg, erscheinende Serie von Lese- und Vorlesebüchern für Kinder.

Alle Pixi-Bücher sind quadratisch, haben das Format von 10 cm × 10 cm und meist jeweils 24 Seiten, wobei die inneren Umschlagsseiten bei manchen Büchern ebenfalls in die Geschichte miteinbezogen sind. Einige neuere Pixi-Bücher haben vier zusätzliche Seiten mit herausnehmbaren Memo-Karten. Typischerweise machen die Bilder etwa die Hälfte bis drei Viertel des Buchinhalts aus.

Pixi-Bücher gibt es seit 1954. Das erste Buch hieß „Miezekatzen“. In den 60 Jahren bis zum Jubiläum 2014 sind über 2000 Pixi-Titel mit einer Gesamtauflage von über 450 Millionen Bücher erschienen. Ein Teil der Bücher sind Kleinausgaben von Bilderbüchern, die im Original ein größeres Format haben (z. B. die Wunder-Bücher und später die „Lesemaus“-Reihe). Andere sind von vornherein für das Kleinformat geschrieben und gezeichnet worden. Da mehrere Generationen der mit Pixi-Büchern aufgewachsenen Kinder inzwischen selbst erwachsen sind, sind Pixi-Bücher inzwischen ein Sammelobjekt geworden, vor allem die frühen Ausgaben aus den 1950er bis 1970er Jahren.

Das allererste Pixibuch; "Mietzekatzen" (1954)

In der Gegenwart gehören die Pixis zu den beliebtesten deutschsprachigen Vorlesebüchern. Etliche Pixi-Bücher thematisieren Situationen aus dem Leben von Kindern und sollen helfen, Ängste abzubauen oder die moralisch richtigen Entscheidungen zu treffen. Zu den bekanntesten „Serienhelden“ der gegenwärtig erscheinenden Pixi-Bücher zählen das Mädchen Conni und nicht zuletzt Pixi selbst, ein Waldkobold mit menschlicher Gestalt, roter Zipfelmütze und buschigem Schweif. Gezeichnet werden Conni und Pixi von Eva Wenzel-Bürger (Ausnahme sind die Pixi-Zeichnungen von 2004, die von Dorothea Tust stammen, sowie einige Conni-Bücher (Conni), die u.a. von Annette Steinhauer illustriert sind). Pixi taucht auf der Rückseite jedes neueren Pixi-Buchs auf und gibt dort Spiel- und Basteltipps. Seit 1993 spielt Pixi in einer Reihe von Büchern selbst die Hauptrolle. In einem der Pixi-Bücher ist zu sehen, dass er selbst Schriftsteller ist und in seinem unterirdischen Baumwurzelhaus Bücher entwirft.

„Klassiker“ unter den Pixi-Büchern sind die Geschichten um den seefahrenden Bärenjungen Petzi und seine Freunde Pelle, Pingo, Seebär, Schildkröte und Papagei (z. B. „Petzi hat keine Angst“, „Petzi und der Kobold“, „Petzi trifft einen chinesischen Vetter“). Weitere typische Figuren der Pixi-Bücher sind Susanna und ihr Drachenfreund, ein roter Drache namens Alfonso, Käpt’n Sternhagel, der mit dem Seehund Rudi in einem alten Schiff am Strand lebt, die Glitzerkatze Pellegrine, die mit der Stinkmaus Odoretta in einer Scheune wohnt, und die eisenbahnfahrenden Eichhörnchenkinder Moni und Toni. Dem Elefanten Babar wurde sogar eine eigene Serie gewidmet.

PixiBücherDas Konzept wurde auch in ausländische Kulturen übertragen. 2014 erschienen Pixi-Bücher neben der deutschen Sprache auf Englisch, Finnisch, Chinesisch und Albanisch.

Es gibt etwa 80 Werbesonderauflagen der Pixi-Bücher (Stand: 2005). So werben zum Beispiel die Musikschulen im Verband deutscher Musikschulen mit dem Pixi-Buch „Conni macht Musik“ (Sonderauflage mittlerweile vergriffen), die Deutsche Bahn, die Volksbank oder die Kampagne „Rauchmelder sind Lebensretter“ mit Pixi-Büchern.

Zu besonderen Anlässen erscheinen besondere Pixi-Bücher und Serien, zum Beispiel für die 200. Serie im April 2011. Für diese Serie schrieben prominente Mütter und Väter acht Pixi-Geschichten. Die Autoren waren Heidi Klum, Anke Engelke, Cornelia Funke, Fatih Akın und seine Frau Monique, Jörg Pilawa und seine Frau Irina, Sarah Wiener, Dana Schweiger sowie Giovanni di Lorenzo und seine Frau Sabrina Staubitz. Zum 60-jährigen Bestehen schrieben Peter Härtling, Andreas Steinhöfel und Cornelia Funke erstmals für die Serie.

Ableger der Pixi-Serie sind Maxi-Pixi-Bilderbücher im quadratischen 15,7×15,7 cm Format, Pixi-Wissen mit Sachbüchern für Grundschüler und Baby-Pixi aus einem wasserfesten, schadstofffreien und reißfesten Material im Format 14×14 cm (Quelle: wikipedia)

Okay, okay, viel Text für ein kleines Büchlein … aber wenn einer so eine Scheiss-Kindheit hatte und dann später Millionen von Kindern so reich beschenkte, dann muss das schon mal sein.

Hier ein kleines, „unbedeutendes“ Pixi-Buch, von einem der ganz großen Kinderbuch-Autoren des letzten Jahrhunderts.

RasputinDerBär02ARasputinDerBär04ARasputinDerBär06ARasputinDerBär07ARasputinDerBär12ARasputinDerBär14BRasputinDerBär15A
*
**

Auch wenn du es nicht mehr hören kannst: Danke, lieber Janosch !

Auch wenn du es nicht mehr hören kannst:Danke, lieber Janosch !

 

Uta Fischer – Unterwegs in München (2012)

TitelUnd jetzt mal so ein kleines Bilderbuch im legendären „Pixi“ Format:

„Wie orientiere ich mich im Stadtverkehr ? Was muss ich beim Fahren mit U-Bahn, Bus und Tram beachten ? Und was bedeuten eigentlich die Piktogramme in den Fahrzeugen ?

Wenn sich Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen, sind zunächst sicher viele Dine neu und aufregend. Mit ein paar Tipps und Tricks ist die Fahrt mit U – und S-Bahn aber ganz einfach. Und auch am Wochenende oder bei Ausflügen kann man was erleben, wenn man mit im ÖPNV unterwegs ist.

Beispiel02

Die MVG (Münchner Verkehrs-Gesellschaft) hat mit der Illustratorin und Autorin Uta Fischer ein Kinderbüchlein in der Tradition der Pixi-Bücher entwickelt. Die Geschichte: Timo und Lena lernen auf dem Weg zur Schule und zum Kindergarten sowie beim Ausflug mit den Eltern und Großeltern einiges über den Münchner Stadtverkehr. Und im Beispiel01MVG Museum erfahren sie sogar wie die Menschen früher mobil waren. Wer das Büchlein liest oder vorgelesen bekommt, erfährt auf unterhaltsame Weise Wichtiges und Wissenswertes rund um U- und S-Bahn, Bus und Tram. Und auf den detaillierten Zeichnungen gibt es darüber hinaus viel zu entdecken. (Pressetext)

Und damit sind diese Bilder gemeint, die man ach gerne als Wimmelbilder bezeichnet. Verantwortlich dafür ist die Uta Fischer:

Uta Fischer ist Holzbildhauerin und Kunstpädagogin und seit 1998 freiberufliche Illustratorin und Autorin tätig.

Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Augsburg und hat noch etliche andere Kinderbücher auf diese reizende Art illustriert.

Nachdem mir Wimmelbilder bis heute gut gefallen (da kann man es Opa so richtig punkten), ich auch das Thema Kinder im Straßenverkehr sehr wichtig halte, denn:

Unfälle mit Kindern gehören nach wie vor zum traurigsten Kapitel unseres Verkehrsalltages. Im Durchschnitt kam im Jahr 2018 alle 18 Minuten ein Kind im Alter von unter 15 Jahren im Straßenverkehr zu Schaden. Insgesamt waren es 29.213 Kinder, die im Jahr 2018 auf Deutschlands Straßen verunglückten (– 0,2 % gegenüber 2017). Davon starben 79 Kinder, 18 mehr als im Vorjahr.

Insgesamt haben Kinder aber im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil ein geringeres Unfallrisiko als andere Altersgruppen. Der Anteil der Kinder unter 15 Jahren an allen Verunglückten bei Straßenverkehrsunfällen betrug 7,3 %, ihr Bevölkerungsanteil lag bei 13,5 %. Im Jahr 2018 verunglückten insgesamt 261 Kinder je 100.000 Einwohner ihrer Altersklasse im Straßenverkehr. Sieben Kinder je eine Million Einwohner unter 15 Jahren wurden tödlich verletzt. (Quelle: dvr.de)

Na ja, und dann ist mir noch aufgefallen, dass die Illustratorin vermutlich sehr bewusst die Menschen in der Stadt München bunt und vielfältig gezeichnet hat. Wir sehen deshalb Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern. Sehr gut, denn das ist unser Alltag.

Beispiel03

UnterwegsInMünchen04A

Beispiel04

Beispiel05

Beispiel06

Beispiel07

Solche Querschnitte können sogar mir heute noch gefallen … 

*
**

Beispiel10

Die Rückseite des Büchleins

Walt Disney – Cap und Capper (2000)

TitelZumindest die westdeutschen Kinderzimmer kamen seit den 50er Jahren nicht ohne Walt Disney aus. Und damit meine ich nicht nur Micky Maus, sondern auch all die Walt Disney Filme:

Cap und Capper (Originaltitel: The Fox and the Hound), in Deutschland ursprünglich unter dem Titel Cap und Capper – Zwei Freunde auf acht Pfoten veröffentlicht, ist ein US-amerikanischer Zeichentrickfilm der Regisseure Ted Berman und Richard Rich aus dem Jahr 1981. Der Film ist der 24. abendfüllende Disney-Zeichentrick-Kinofilm und erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen einem Fuchs namens Cap und einem Hund namens Capper. Er basiert auf dem Roman Fuchsspur – Geschichte einer Feindschaft (Originaltitel: The Fox and the Hound) von Daniel P. Mannix. 2006 erschien die Fortsetzung Cap und Capper 2 – Hier spielt die Musik, die direkt für den Video- bzw. DVD-Markt produziert wurde. Dieser spielt in der Kindheit der beiden Hauptfiguren.

Als Jäger im Wald unterwegs sind, bringt ein Fuchs-Weibchen seinen einzigen Welpen auf die Farm der alten Witwe Tweed, wo es sicher ist, bevor sie selbst dem Gewehr eines Jägers zum Opfer fällt. Die Eule Big Mama, die alles schockiert beobachtet hat, kümmert sich großmütterlich um den Waisen, kann ihn aber nicht bei sich aufnehmen. Auf Ihre Bitte hin machen die zwei tollpatschigen Vögel Dinky und Boomer Witwe Tweet auf den kleinen Fuchs aufmerksam. Sie nennt ihn Cap und adoptiert ihn.

Einige Zeit vergeht und Cap ist schließlich ein lebenslustiger kleiner Fuchs-Junge. Etwa zur selben Zeit holt sich der Jäger Amos Slade, Tweets Nachbar, den kleinen Jagdhund Capper, den er ausbilden will, da sein bisheriger Hund Chef langsam aber sicher in die Jahre kommt. Chef soll Cappers Lehrer sein. Cap und Capper lernen sich kennen und verstehen sich auf Anhieb super miteinander. Schon bald werden sie allerbeste Freunde. Doch ihre Freundschaft steht unter keinem guten Stern, da Capper zum Jagdhund ausgebildet werden soll und Cap somit künftig zu seiner Beute zählen wird. Zudem

DeutscheErstausgabe

Deutsche Erstausgabe des Buches, 1970

können sich Amos Slade und Witwe Tweed nicht leiden. Als Cap und Capper Chef versehentlich aufwecken, jagt Chef Cap über den Hof, was Slade zu dessen Todfeind macht. Nachdem Cap dem Jäger, auf dessen Farm er sich rumgetrieben hat, entkommen ist, streitet dieser sich mit Tweed und will den Fuchs nun erschießen. Als die Jagd-Saison beginnt, fährt Slade mit seinen Hunden in den Wald, einerseits zur Jagd, andererseits, um Capper auszubilden. Cap und Capper fällt der Abschied beiderseits sehr schwer. Big Mama tröstet Cap und erklärt ihm, dass Capper als Jagdhund zurückkommen und andere töten wird. Aufgrund ihrer Freundschaft ist Cap sich jedoch sicher, dass Capper ihm nichts tun wird.

Wieder einige Monate später ist Cap ein erwachsener Fuchs. Eines Tages kommt Slade mit seinen Hunden zurück. Sein Fokus liegt nun auf Capper, der inzwischen sogar ein besserer Jagdhund ist als Chef, der nicht mehr der jüngste ist. Chef ist eifersüchtig, doch Slade erklärt ihm, dass Capper zwar besser jagt, er aber trotzdem nicht abgeschrieben ist. Cap bekommt dies mit und besucht Capper des nachts. Capper freut sich sehr über das Wiedersehen, ist aber der Meinung, die Zeit ihrer Freundschaft sei vorbei, da er jetzt ein Jagdhund ist. Er rät Cap, abzuhauen, bevor Chef aufwacht. Genau das passiert jedoch und Cap muss erneut fliehen. Slade nimmt mit Capper und Chef die Verfolgung auf. Cap versteckt sich und wird von Capper entdeckt, der ihn jedoch aufgrund ihrer einstigen Freundschaft laufen lässt. Cap flüchtet, verfolgt

Buchausgabe

Noch ne deutsche Buchausgabe

von Chef, auf eine Eisenbahnbrücke. Dort kommt es zur Katastrophe: ein Zug überquert die Brücke und erfasst Chef, der, schwer verletzt, hinunter stürzt. Capper gibt sich die Schuld daran und schwört Cap, ihn zu töten. Witwe Tweed, die zwischenzeitlich die Jagd bemerkt hat, sucht nach Cap und ist erleichtert, als sie ihn unversehrt im Wald findet. Sie nimmt ihn mit nach Hause, doch Slade steht, rasend vor Wut, bald vor ihrer Haustür und verlangt Caps Herausgabe, da Chef durch ihn beinah gestorben wäre. Tweed wimmelt ihn aber entschieden ab. Sie erkennt, dass sie nicht mehr für Cap sorgen kann und um ihn vor dem Jäger zu schützen bringt sie ihn in ein Naturschutz-Gebiet, was ihr sehr schwer fällt. Cap lebt sich, in Anwesenheit von Big Mama, Dinky und Boomer, mit der Zeit dort ein und findet in der schönen Füchsin Trixie seine große Liebe. Beide werden ein Paar. Doch auch dort ist Cap nicht sicher. Slade missachtet das Jagdverbot und legt Fallen für Cap aus. Cap und Trixie können den Fallen ausweichen und es kommt zur Auseinandersetzung zwischen Cap und Capper, bei der es Cap gelingt, Capper durch einen Biss Schmerzen zuzufügen, was diesen kurzzeitig aufhält, sodass er mit Trixie fliehen kann. Sie fliehen in den Bau, müssen diesen aber verlassen, als Capper nach ihnen gräbt und Slade ein Feuer legt. Sie gelangen hinaus und fliehen. Doch dann wird Amos Slade vom Jäger zum Gejagten, als durch die Jagd ein riesiger Bär aufgeschreckt wird und Slade, der versehentlich in eine seiner Fallen tritt und sein Gewehr nicht erreichen kann, angreift. Capper versucht, seinem Herrchen zu helfen, hat aber gegen das riesige Tier keine Chance. Cap und Trixie bekommen es mit. Da er seinen einstigen Freund nicht sterben lassen will, kehrt Cap um, rettet Cappers Leben und greift den Bären an. Er lockt diesen auf einem Baumstamm, der sich vor

Filmplakat

Filmplakat

einem Wasserfall befindet. Der Bär zerschlägt versehentlich den Baumstamm und beide fallen den Wasserfall hinab, wobei Cap überlebt, der Bär jedoch zu Tode kommt. Capper findet den geschwächten Cap und hält Slade davon ab, ihn zu erschießen, da Cap ihn zuvor gerettet hat. Cap und Capper können trotzdem aufgrund der Jäger-Beute-Sache keine Freunde mehr sein. Da sie aber erkannt haben, dass Freundschaft stärker sein kann als äußere Zwänge, versöhnen sie sich wieder und verabschieden sich im Guten voneinander. Witwe Tweed verarztet Slades verletztes Bein und ihr Verhältnis zueinander bessert sich sehr, was Capper und Chef, dem es auch wieder besser geht, beobachten. Cap wirft zufrieden einen letzten Blick auf Capper bevor er zusammen mit Trixie wieder seiner Wege geht. (‚Quelle: wikipedia)

Und hier mal die Buchfassung (44 Seiten) mit Illustrationen die aus dem Film angelehnt waren … und zwar für die ganz Kleinen und deshalb gibt es natürlich auch so etliche Verkürzungen im Vergleich zum Film.

Aber was für den Film gilt,gilt nun auch für dieses Buch:

In seiner Ruhe und Naturverbundenheit erinnert vieles in an ‚Bambi‘. Ein sympathischer, wenn auch weniger einprägsamer Film mit dem starken moralischen Aufruf zu mehr Verständnis, Friedfertigkeit und einsichtsvollem Miteinander.“ (Lexikon des internationalen Films)

Beispiel38

Und mehr als einmal dahte ich dann auch darüber nach, dass diese Geschichte in der heutigen Zeit auch ein Statement sein könnte, wie wir mit uns fremden Menschen umgehen, von daherist dieses Buch auch eine kleine Fabel, das demnächst den Besitzer wechseln wird: vom alten Großvater in die Hände einer jungen Enkeltochter.

Und ich bin immer wieder erstaunt, wie man mit wenigen Strichen so unterschiedliche Emotionen in die jeweiligen Gesichter zaubern kann … und davon lebt wohl auch die Welt der Comics.

Beispiel02

Beispiel03

Beispiel04

Beispiel05

Die beiden finde ich Klasse !

Beispiel06

Wie raffiniert …

Beispiel07

Beispiel08

Beispiel09

Cap entdeckt Capper …

Beispiel10

… und die beiden werden Freunde, na klar !

Beispiel11

Aber dem Jäger passt das nicht und bindet Capper an

Beispiel12

Beispiel14

Beispiel13

Die Großmutter wird resolut

Beispiel15

Im Herbst zieht der Jäger weg

Beispiel16

Beispiel17

Beispiel18

Beispiel19

Beispiel20

Dennoch will Capper seinem früheren Freund helfen

Beispiel21

Und jetzt wird´s dramatisch

Beispiel22

Beispiel23

Beispiel24

Beispiel25

Beispiel26

Beispiel27

Ja, ja … und ewig lockt das Weib, Teil 273 …

Beispiel28

Derweil wird der Jäger von einem Grizzly-Bären bedroht

Beispiel29

Beispiel30

Trotzdem will der Jäger nach überstandener Gefahr den Fuchs erschießen

Beispiel31

Beispiel32

Beispiel33

Beispiel34

Beispiel35

Und nun ist der Frieden wieder ins das Tal angelangt

Beispiel36

Und Cap und Capper bleiben Freunde, und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute …

*
**

Beispiel37

Die Rückseite des Buches

Erich Heinemann & Emmerich Huber – Die Himmelswerkstatt (1952)

TitelUnd wieder mal so eine kleine (eigentlich große) Herzensangelegenheit meinerseits.

Dieses Weihnachtskinderbuch (38 Seiten) erschien erstmalig 1952, war in den Tagen meiner Kindheit mein fester Begleiter und irgendwie habe ich dann dieses Buch hinübergerettet in jene Zeit, als ich mich mit meinen Töchtern auf das jeweilige Weihnachtsfest vorbereitet.

Und es sind jetzt ein paar Wochen her, als meine eine Tochter mich anrief und fragte: „Du Papa, hast Du eigentlich noch dieses Buch von der Himmelswerkstatt, das würde ich so gerne nochmals sehen“.

Um dieses Buch dann wieder zu finden, bedurfte es dann einiger Räumarbeiten in meinem Archiv … und eines Tages hielt ich es dann wieder in meinen Händen.

Verfasst und gestaltet wurde wurde das Buch von Erich Heinemann und Emmerich Huber.

Über Erich Heinemann konnte ich nichts in Erfahrung bringen; ich mag nichtglauben, dass es sich dem gleichen Erich Heinemann handelt, der sich auch als Karl May Forscher und Verfasser von diversen Jugendromanen einen gewissen Namen gemacht hat.

Emmerich Huber (* 24. September 1903 in Wien; † 10. August 1979 in Berlin) war ein deutscher Werbezeichner, Comiczeichner, Illustrator und Karikaturist.

Huber war hauptsächlicher Illustrator der Zeitschrift Die Blauband Woche, die von der deutschen Margarinemarke Rama in den 1930er Jahren herausgegeben wurde.

Nach Abschluss der Schule wurde Huber in Berlin Technischer Zeichner. Von 1925 bis 1933 zeichnete er populäre Serien wie Das Neueste von Onkel Jup und Hans und Lottchen. 1933 illustrierte er das Buch Optimist sein. Auf Anordnung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda schuf Huber für den Völkischen Beobachter die Comicreihe Damals. Den Anforderungen der Zeitungsherausgeber nach offener Propaganda entsprach Huber insofern nicht, dass er die Handlung des Comics in die Steinzeit verlegte. Nach dem Krieg illustrierte er unter anderem die Bücher Meine lustige Fibel, Die Himmelswerkstatt und Bei Tüddelwitt im Zwergenwald.

Beispiel31

Gelegentlich wurde das Buch noch nachgedruckt

In der Wochenzeitschrift Revue wurde er ab 1952 einer breiten Öffentlichkeit durch seine Karikaturen bekannt. Er hatte seinen festen Platz auf der letzten Seite der Revue mit seinem Bilderbogen von Emmerich Huber und den Familienabenteuern der Familie Kindermann. Seine Signatur war EMERICH HUBER mit einem Strich über dem „M“. Zu seinen Kollegen gehörten u. a. Olaf Iversen, Peter Großkreuz und Gerhard Brinkmann. (Quelle: wikipedia)

Tja, und für mich haben sich die beiden mit diesem Buch (letztlich eine früher Version der sog. Wimmelbild-Bücher) unsterblich gemacht. Allerdings wird man sich auch heute noch an diesem Buch nur dann erfreuen können, wenn es einem möglich ist, diese „kindliche Brille“ aufzusetzen … vermutlich eine Gabe, die nicht jeder besitzt.

Aber wenn man sich so umschaut, löst dieses Buch ja nicht nur bei mir diese wärmenden Kindheitserinnerungen aus.

Und demnächst übergebe ich dann dieses Buch in die Obhut meiner jüngeren Tochter …

Beispiel01

War damals so: die ersten zwei Seiten waren einfach „nur so“ gestaltet.

Beispiel02

Beispiel26

Beispiel03

Menschenkinder wagen den Blick ins Himmelreich …

Beispiel27

Beispiel04.jpg

… und entdecken dabei die Himmelswerkstatt

Beispiel05

Die Engelein machen sich auf den Weg zur Arbeit

Beispiel06

Und drängeln sich zum Eingang (einschließlich Stechuhr)

Beispiel07

In der 1. Abteilung werden die eingehenden Christkindl-Briefe sortiert und bearbeitet

Beispiel08.jpg

Die Weihnachtsbäckerei darf natürlich nicht fehlen

Beispiel09.jpg

In der nächsten Abteilung geht´s um elektrisches Spielzeug … hach … 

Beispiel10.jpg

Die Engelchen in der Schneiderei

Beispiel28

Beispiel11

Beispiel12

Und der Storch bringt halt doch die Babies, hier der Beweis !

Beispiel13

Auf wundersame Weise: Die Neugeborenen Station in der Himmelswerkstatt

Beispiel15

In der Pause gibt es Unterhaltung … aber halt: wer hat sich denn da eingeschlichen ?

Beispiel16

Beispiel17

Diese Aufgabe übernimmt dann lieber der Petrus, oder so

Beispiel18

Und auch eine kreative Ideenschmiede gibt´s da oben

Und so sieht es dann in der Höllenwerkstatt aus:

Beispiel19

Beispiel20

Beispiel21

Beispiel22

Und nach getaner Arbeit geht´s dann hurtig zu uns Erdenbürgern hinab

Beispiel29

Beispiel23.jpg

Den Rest des Weges stampft man dann durch den verschneiten Wald

Beispiel24

Und jetzt ist es soweit … 

*
**

Beispiel25

 

Beispiel30

Geht auch günstiger … 

Otfried Preußler – Der Räuber Hotzenplotz (Hörspiel) (1970)

FrontCover1.jpgDefinitiv ein Klassiker der Kinderliteratur:

Der Räuber Hotzenplotz ist eine Figur des Kinderbuchautors Otfried Preußler. Es gibt vier Erzählungen mit Hotzenplotz:

Der Räuber Hotzenplotz (1962)
Neues vom Räuber Hotzenplotz (1969)
Hotzenplotz 3 (1973)
Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete (1967 erstmals veröffentlicht, erneut 1969 und 2018)

Anfang der 1960er Jahre hatte sich Otfried Preußler monatelang vergeblich mit den ersten Ansätzen zu Krabat beschäftigt. Aus Enttäuschung fasste er den Entschluss, zur Abwechslung etwas Lustiges zu schreiben. Er entschied sich für eine Kasperlgeschichte, in der alle Figuren vorkommen sollten, die zu einem „richtigen“ Kasperlstück gehören: Kasperl, Seppel, die Großmutter, der Räuber, der Polizist (hier trägt er den bayerischen Namen Alois Dimpfelmoser und noch eine Pickelhaube), der Zauberer (Petrosilius Zwackelmann) und andere. Preußler benannte den Räuber nach einer Stadt (Osoblaha) und einem Fluss (Osobłoga) in Schlesien, die beide den deutschen Namen „Hotzenplotz“ tragen. Dieser Name hatte auf Preußler bereits während seiner Kindheit einen großen Eindruck gemacht und war ihm daher in Erinnerung geblieben. Das Buch erschien am 1. August 1962.

OttfriedPreußler

Und darum geht´:

Der gerissene Räuber Hotzenplotz überfällt Kasperls Großmutter und raubt ihre Kaffeemühle, die für sie einen besonderen Wert darstellt, weil Kasperl und sein Freund Seppel ihr diese zum Geburtstag geschenkt hatten. Außerdem kann die Kaffeemühle das Lieblingslied der Großmutter „Alles neu macht der Mai“ spielen. Kasperl und Seppel beschließen, den Räuber Hotzenplotz zu fangen, da sie dies dem Wachtmeister Alois Dimpfelmoser nicht zutrauen. Um herauszufinden, wo der Räuber seinen Unterschlupf hat, füllen sie eine Holzkiste mit Sand und schreiben „Vorsicht Gold!“ darauf.

Illustration01

Dann bohren sie ein Loch in den Kistenboden, das sie mit einem Streichholz verschließen. Nachdem sie die Kiste in den Wald gebracht haben, taucht der Räuber Hotzenplotz auf und wird sofort auf die Kiste aufmerksam. Die beiden ziehen das Streichholz heraus und bringen sich in Sicherheit. In dem Glauben, dass sich Gold in der Kiste befindet, schleppt der Räuber sie in seine Räuberhöhle. Dort bemerkt er den wahren Inhalt seiner Beute und die Spur, die der herausgerieselte Sand bis zu seinem Unterschlupf hinterlassen hat.

Illustration03

Hotzenplotz streut mit dem restlichen Sand aus der Kiste eine zweite Spur, die zu einer Fallgrube neben seiner Räuberhöhle führt. Als Kasperl und Seppel die zweite Spur entdecken, beschließen sie, sich zu trennen und laufen dem Räuber in die Falle. Während Kasperl in die Grube fällt, bekommt Seppel eine Ladung Pfeffer aus der Pistole des Räubers verpasst. Anschließend sind die zwei Gefangene des Räubers. Weil beide unterwegs ihre Kopfbedeckungen getauscht haben, um nicht erkannt zu werden, werden sie nun vom Räuber Hotzenplotz miteinander verwechselt.

Illustration04.jpg

Kasperl stellt sich dumm, indem er Hotzenplotz‘ Namen immer wieder falsch ausspricht. Das hat zur Folge, dass Hotzenplotz ihn für einen Beutel Schnupftabak an den Zauberer Petrosilius Zwackelmann verkauft. Dieser braucht einen Diener, der für ihn Kartoffeln schält, da er es nicht schafft, deren Schale herunterzuzaubern. Als Kasperl Zwackelmanns Namen falsch ausspricht, wird der Zauberer zwar wütend, hat aber damit die Bestätigung, dass sein neuer Diener zu dumm ist, um hinter seine Zaubergeheimnisse zu kommen. Nachts versucht Kasperl, aus dem Schloss des Zauberers zu fliehen, muss aber feststellen, dass dies nicht möglich ist, weil Zwackelmann dieses mit einem Bann belegt hat. Zwackelmann erwacht, schickt Kasperl ins Bett und droht Strafe an, wenn noch einmal seine Nachtruhe gestört wird. Währenddessen muss Seppel in der Räuberhöhle für Hotzenplotz arbeiten.

Illustration02

Als Zwackelmann einen Freund in Buxtehude besucht und Kasperl im Schloss allein lässt, hört dieser Hilferufe aus dem Keller. Kasperl geht zum Kellergewölbe hinunter, obwohl Schilder an den Türen das Betreten untersagen und entdeckt dort in einem Unkenpfuhl eine Unke, die die menschliche Sprache beherrscht. Sie ist die Fee Amaryllis, die von Zwackelmann in eine Unke verwandelt worden ist und seitdem im Keller gefangengehalten wird. Sie bittet Kasperl darum, Feenkraut zu besorgen, das auf der Hohen Heide unter einer alten Wetterfichte wächst. Dann gibt sie ihm einen Tipp, wie er den Bann brechen kann, um das Schloss verlassen zu können: Er muss einfach ein Kleidungsstück im Schloss zurücklassen. Kasperl lässt den Seppelhut zurück und macht sich auf den Weg zur Hohen Heide. Dort muss er auf den Mondaufgang warten, um das Feenkraut finden zu können, weil es im Mondlicht silbrig schimmert.

Illustration05

Inzwischen kehrt Zwackelmann aus Buxtehude zurück und muss feststellen, dass die Kartoffeln nicht geschält sind und Kasperl verschwunden ist. Er entdeckt den Seppelhut und will damit Kasperl herbeizaubern, da er jeden herbeizaubern kann, von dem er irgendetwas besitzt. Er zaubert aber nicht Kasperl herbei, den er wie Hotzenplotz für Seppel gehalten hat, sondern Seppel, den wahren Besitzer des Hutes. Von diesem wird er darüber aufgeklärt, wie die Verwechselung zustande gekommen ist. Zwackelmann will nun mit Hilfe der Kasperlmütze Kasperl herbeizaubern. Jedoch besitzt Seppel diese nicht mehr, weil Hotzenplotz sie verbrannt hat. Zwackelmann ist wütend auf den Räuber und zaubert ihn mit Hilfe seines Stiefels herbei, den Seppel in der Hand hält, denn er war gerade dabei, ihn zu putzen. Nach einem Streit verwandelt Zwackelmann den Räuber Hotzenplotz in einen Gimpel und sperrt ihn in einen Vogelkäfig. Seppel schickt er zum Kartoffelschälen in die Küche. Dann macht er sich auf den Weg, um Kasperl zu finden.

Illustration06

Kasperl kehrt mit dem Feenkraut ins Schloss zurück. Da dieses ihn unsichtbar macht, kann er sich unbemerkt in den Keller schleichen. Durch die Berührung mit dem Feenkraut verwandelt sich die Unke wieder in eine Fee zurück. Zwackelmann erscheint im Kellergewölbe, weil Kasperl die Kellertür hat offenstehen lassen und bekommt einen Wutanfall, worauf er in den Unkenpfuhl stürzt und stirbt. Kasperl bekommt von der Fee zum Dank einen Ring, mit dem er drei Wünsche frei hat. Er macht sich mit Seppel auf den Heimweg, wobei die beiden den in einen Gimpel verwandelten Hotzenplotz mitnehmen, um ihn bei Wachtmeister Dimpfelmoser abzuliefern. Die Fee zerstört das Schloss und kehrt ins Feenreich zurück.

Illustration07

Kasperl wünscht sich unterwegs mit Hilfe des Ringes nicht nur die geraubte Kaffeemühle herbei, die nun „Alles neu macht der Mai“ sogar zweistimmig spielt, sondern auch eine neue Kasperlmütze. Mit dem dritten Wunsch verwandelt er den Gimpel in Dimpfelmosers Büro wieder in den Räuber Hotzenplotz zurück. Dimpfelmoser nimmt den Räuber fest und sperrt ihn ins Spritzenhaus. Kasperl und Seppel bekommen für die Ergreifung des Räubers eine Belohnung. (Quelle: wikipedia)

Und hier die erste, von vielen bis heute vielgeliebte Hörspiel-Version … und in mir bringt sie sehr glückliche Momente meiner Kindheit in Erinnerung und zum schwingen …

BackCover.jpg

Besetzung:
Lutz Bajohr (Der Wachtmeister Dimpfelmoser)
Hans Baur (Erzähler)
Hans Bergmann (Der Seppel)
Ulla Christ (Die Großmutter)
Victor Drevin (Der Räuber Hotzenplotz)
Barbara Eff (Die Fee Amaryllis / Die Unke)
Axel Muck (Der Kasperl)
Ado Riegler (Der Zauberer Zwackelmann)

Es singen und musizieren:
Peggy Brown und „Die Märchenmusikanten“

Egon L. Frauenberger (Hörspielfassung, Regie und Produktion)

Booklet1

Titel:
01. Der Mann mit den sieben Messern 4.21
02. Der Polizei kann geholfen werden 3.53
03. Künstlerpech 2.59
04. Hauptsache – Gut verkleidet! 2.32
05. Trübe Aussichten .13
06. Petrosilius Zwackelmann 4.59
07. Ein nächstes Abenteuer 2.39
08. So dumm wie möglich 4.01
09. Drei Türen im Keller 4.26
10. Des Hutes Besitzer 3.10
11. Zauberer Zwackelmanns Ende 4.36
12 Wachtmeister Dimpfelmoser erlebt einen großen Tag 3.50

Text: Ottfried Preußler
Musik und Lieder: Cherry Maryland (wer auch immer das war)

LabelB1.jpg

*
**

CDBackCover1.jpg

Peter Härtling – Ben liebt Anna (1979)

Titel.jpgEs kommt vermutlich nicht allzu häufig vor, dass ein Autor Bücher für Erwachsene und Kinder schreiben kann. Bei dem Autor Peter Härtling war das jedoch der Fall:

Peter Härtling (* 13. November 1933 in Chemnitz; † 10. Juli 2017 in Rüsselsheim am Main) war ein deutscher Schriftsteller, Herausgeber und Journalist.

Peter Härtling verbrachte seine Kindheit zunächst in Hartmannsdorf bei Chemnitz, wo sein Vater eine Rechtsanwaltskanzlei unterhielt. Während des Zweiten Weltkriegs zog die Familie nach Olmütz in Mähren, gegen Ende des Kriegs floh sie vor der Roten Armee nach Zwettl in Niederösterreich. Im Juni 1945 starb der Vater in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg übersiedelte Härtling nach Nürtingen, besuchte dort das Max-Planck-Gymnasium und wurde Volontär bei der Nürtinger Zeitung. 1946 nahm sich seine Mutter das Leben. Deren Vergewaltigung durch russische Soldaten hatte Härtling 1945 mitansehen müssen. 1948 lernte er in Nürtingen den Bildhauer Fritz Ruoff kennen, der zu seinem Mentor wurde. 1959 heiratete er die Psychologin Mechthild Maier. Das Paar hat vier gemeinsame Kinder.

Beispiel41.jpg

Der junge Peter Härtling

1954/1955 war Härtling Redakteur bei der Heidenheimer Zeitung, 1956 bis 1962 bei der Deutschen Zeitung und 1962 bis 1964 bei der Zeitschrift Der Monat, deren Mitherausgeber er daraufhin bis zum Jahr 1970 war. In den 1960er Jahren beteiligte sich Härtling an Wahlkämpfen für die SPD, später wandte er sich von ihr ab und unterstützte die Friedensbewegung.

Härtling war 1967 als Cheflektor und von 1968 bis Ende 1973 in der Geschäftsleitung des S. Fischer Verlags in Frankfurt am Main tätig. Seit 1974 arbeitete er als freier Schriftsteller. Im Wintersemester 1983/84 hielt Härtling die Frankfurter Poetik-Vorlesungen, in deren Verlauf die Erzählung Der spanische Soldat nach einer Fotografie von Robert Capa entstand. Von 1985 bis 1991 war er Mitglied der Synode der EKD.

Von 1998 bis 2006 war Härtling Präsident der Hölderlin-Gesellschaft. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Akademie der Künste Berlin und des PEN-Zentrums Deutschland. Ihm wurden darüber hinaus viele Literaturpreise und Auszeichnungen anderer Art zuteil, wie z. B. im Jahr 2004 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Nürtingen, in der auch ein privates Gymnasium nach ihm benannt wurde. Rund 20 Schulen wurden bislang nach ihm benannt.[10] Ab 2012 war Härtling ehrenamtlich als „Botschafter“ für die Deutsche Lungenstiftung tätig.

Peter Härtling lebte von 1973 bis zu seinem Tod im hessischen Mörfelden-Walldorf.

Beispiel40.jpg

Peter Härtling widmete einen großen Teil seines literarischen Werkes – sowohl in der Lyrik als auch in der Prosa – der Aufarbeitung der Geschichte und der eigenen Vergangenheit. Der autobiografische Roman Zwettl (1973) beschäftigt sich mit der Zeit in Niederösterreich nach der Flucht der Familie vor der Roten Armee. Nachgetragene Liebe (1980) verarbeitet Härtlings Erinnerungen an den früh verstorbenen Vater. In seinem 1990 erschienenen mit Mein Roman bezeichneten Buch Herzwand beschreibt der Autor – ausgelöst durch eine Herzuntersuchung in einer Klinik – seinen Lebensweg von der Ankunft als Flüchtlingskind in Nürtingen über die Förderung in Schule und Ausbildungszeit bis zum Mitwirken an den Auseinandersetzungen um die Startbahn West des Frankfurter Flughafens.

Thematisch prägend ist in Härtlings Gedichten, Essays und Kritiken auch die Heimat, die er in Württemberg gefunden hat.

Beispiel39.jpg

Das Arbeitszimmer des Peter Härtling

Den Hintergrund für einen weiteren Schwerpunkt seines Schaffens bilden die Literatur und die Musik der Romantik. Härtling bereitete die Lebensgeschichten der Schriftsteller Friedrich Hölderlin, Wilhelm Waiblinger und E. T. A. Hoffmann sowie der Komponisten Franz Schubert und Robert Schumann in Romanbiografien auf. Mit Niembsch (= Nikolaus Lenau) leistete er einen frühen Beitrag zur Postmoderne. Dem Liederzyklus Winterreise von Schubert kam eine besondere Bedeutung für Härtling zu, so dass er 1988 mit Der Wanderer ein eigenes Buch dazu veröffentlichte.

„Wir gleichen dem namenlosen Wanderer. Wir wandern nicht mehr, um anzukommen, wir sind unterwegs in einer frostigen, auskühlenden Welt.“ (Peter Härtling in Der Wanderer, 1988)

Beispiel42.jpg

Nachdem Härtling 1969 eine Laudatio auf den tschechischen Kinderbuchautor Jan Procházka gehalten hatte, begann er 1970, selbst Bücher für Kinder zu schreiben. Seine Kinder- und Jugendbücher behandeln meist soziale Probleme, die Kinder betreffen. In Das war der Hirbel (1973) geht es um ein geistig behindertes Heimkind und die damit verbundene gesellschaftliche Ausgrenzung, Oma (1975) thematisiert das Altern und den Tod, Theo haut ab (1977) das Ausreißen von zu Hause und von den Eltern. In Ben liebt Anna (1979) verliebt sich ein deutscher Schüler in eine polnische Schülerin.

Peter Härtling war langjähriger Moderator der Sendung Literatur im Kreuzverhör in hr2, dem Kulturprogramm des Hessischen Rundfunks. Von Januar 2016 bis zu seinem Tod moderierte er monatlich Das kleine Literaturquiz. (Quelle: wikipedia)

Und hier das ganz und gar bezaubernde Buch „Ben liebt Anna“:

Beispiel34.jpg

Ben liebt Anna ist ein Kinderbuch von Peter Härtling, erschienen 1979. Der Roman stand in der Auswahlliste des Deutschen Jugendbuchpreises und erhielt den Zürcher Kinderbuchpreis. Er wird vom Verlag für Kinder ab der 2. Klasse empfohlen.

Ben ist neun Jahre alt. Zu Beginn des vierten Schuljahres kommt Anna in Bens Klasse. Sie ist ein Aussiedlermädchen, das mit ihrer Familie aus dem polnischen Katowice nach Deutschland gekommen ist. Obwohl Ben zunächst nichts mit ihr anfangen kann, geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Sie kommen sich näher. Ben begleitet Anna zu der Barackensiedlung, wo sie mit sechs Geschwistern und den Eltern lebt. Er schreibt ihr einen Brief und fragt sie, ob sie mit ihm gehen wolle. Sie antwortet eine Weile später („dein Brief ist schön“), beantwortet aber nicht die Frage „Willst du mit mir gehen?“. In den Pfingstferien verbringen sie einige Tage miteinander. Dann wird Ben krank, und als es ihm besser geht, sagt ihm sein Vater, dass Annas Vater eine Arbeit im Ruhrgebiet gefunden habe. Als er wieder in die Schule kann, haben sie nur wenig Zeit, sich voneinander zu verabschieden.

Die Geschichte nimmt konsequent die Erzählperspektive von Ben ein, was dem Buch auch gewisse Vorbehalte eingebracht hat, da Anna lediglich das Objekt von Bens Gedanken ist, aber im Grunde Nebenfigur bleibe. Auch werde die Lebenssituation von Aussiedlern lediglich angedeutet. Zudem habe sie sich in der Zeit seit der Veröffentlichung nicht nur geändert, sie erscheine im Buch auch zu überspitzt.

Dennoch ist der Grundkonflikt der Geschichte immer noch aktuell: Ben kann mit seinen Gefühlen für Anna zunächst wenig anfangen und flüchtet sich in Raufereien mit anderen Kindern, auf die er eifersüchtig ist. Er ist stets unsicher, was ihre Gefühle für ihn angeht, und fühlt sich angreifbar. Gleichzeitig hat er Verwandte und einen Lehrer, die verständnisvoll auf ihn reagieren, ihn unterstützen und ihm nichts aufdrängen.

Beispiel43.jpg

Diverse Buchausgaben

Annas Situation als zunächst Fremde, die dann aber Anschluss an die anderen Schüler findet und hofft, sich in Deutschland zurechtzufinden und deshalb ungerne mit ihren Eltern wegzieht, wird realistisch dargestellt. Härtling deutet in kurzen Szenen genug an, dass junge Leser die Möglichkeit haben, ihrer Fantasie freien Raum zu lassen und neugierig zu werden. Insofern entspricht die Erzählperspektive durch Ben derjenigen der einheimischen deutschsprachigen Leser.

Des Weiteren beleuchtet das Buch teils direkt, aber häufiger indirekt die soziale Situation von Menschen mit Migrationshintergrund (bescheidene ärmliche Wohnverhältnisse, Sprachprobleme, Barackensiedlung). Meist in Bildern wird vermittelt, dass es Menschen gibt, die grundlegend andere Lebenssituationen haben als jene Menschen, deren gesamte Verwandtschaft um den eigenen Wohnort herum wohnt. Der Begriff der Heimat wird Jugendlichen subtil und differenziert vermittelt.

Im Rahmen der neu aufkommenden Diskussion um das Spannungsfeld zwischen schulischer Sexualerziehung und der von manchen Kreisen befürchteten unerwünschten Sexualisierung von Kindern geriet die Erzählung aufgrund ihrer vereinzelten Verwendung im Primarschulunterricht und der enthaltenen erotischen Textpassagen in die Kritik.

Untypisch für ein Kinderbuch ist das offene Ende: Anna zieht weg und es bleibt unklar, ob sich die Protagonisten wiedersehen werden.
Hörspiel

Von dem Roman wurde auch ein Hörspiel produziert, das kaum von der Romanvorlage abweicht und in dem nur wenige Passagen ausgelassen wurden. Peter Lustig sprach dabei unter anderem den Erzähler.
Übersetzung
Das Buch wurde unter dem Titel بن آنا را دوست دارد von Vahab Haji Bagheri aus dem Deutschen ins Persische übersetzt. (Quelle: wikipedia)

Also, ich bin ja sowas von begeistert gewesen, mit welcher Sensibilität Peter Härtling sich diesem Thema annahm. Und mit dieser Begeisterung war und bin ih wohl nicht alleine:

Beispiel36.jpg

Und damit diese Präsentation so richtig rund wird, habe ich noch zwei Materialen zur Vertiefung des Buches beigelegt:

  • Eine „Lehrerhandreichung“ für den Unterricht von Marc Böhmann und Regine Schäfer-Munro
  • Eine Analyse des Buches nach literaturwissenschaftlichen und methodischen Aspekten von Oliver Hien

Nicht unerwähnt bleiben sollen dann noch die nicht minder bezaubernden Illustration von Sophie Brandes

Sophie Brandes (* 1943 in Breslau) ist Grafikerin und Illustratorin.

Sie musste mit ihrer Mutter und Großmutter 1945 aus Schlesien fliehen, wird für sechs Jahre in Niederbayern und die folgenden sieben Jahre in Oberbayern sesshaft, später in Würzburg, wo sie Abitur macht. Es folgen ein Orientierungsjahr in Paris und zwischen 1963 und 1966 sechs Semester Grafik- und Kunststudium an der Deutschen Meisterschule für Mode in München. Als Grafikdesignerin arbeitet sie vorerst fest angestellt, später freiberuflich für Modeunternehmen und namhafte Modejournale.

Beispiel38.jpg

 

Daneben beginnt sie, seit 1973, Kinderbücher zu illustrieren. Seit 1988 unterhält sie einen zweiten Wohnsitz in Mallorca und beginnt in einer neuen Kunstrichtung zu arbeiten, die sie ‚Objektkunst‘ nennt. In dieser Kunstgattung, Montagen und Collagen aus Treibholz, Altmetall und Relikten aus der iberisch-bäuerlichen Alltagskultur entstanden über 100 Reliefbilder und Vollplastiken. 2003 verlegt sie Wohnsitz und Atelier nach Veitshöchheim und Mallorca.

Beispiel01.jpg

Beispiel02.jpg

Beispiel03.jpg

Beispiel04.jpg

Beispiel05.jpg

Diese Passage erinnerte mich an meine Kindheit, als ich ebenfalls Schmetterlinge im Bauch hatte … dummerweise bekam meine Familie das mit und ich wurde dann eben zum Spott der gesamten Familie …

Beispiel06.jpg

Beispiel07.jpg

Beispiel08

Beispiel09.jpg

Beispiel10.jpg

Beispiel11.jpg

Beispiel12.jpg

Beispiel13.jpg

Beispiel14.jpg

Beispiel15.jpg

Beispiel16

Beispiel17.jpg

Beispiel18.jpg

Beispiel19.jpg

Beispiel20.jpg

Beispiel21.jpg

Beispiel22.jpg

Beispiel23.jpg

Beispiel24.jpg

Beispiel25.jpg

Beispiel26.jpg

Beispiel27.jpg

Beispiel28.jpg

Beispiel29.jpg

Beispiel30.jpg

Beispiel31.jpg

Beispiel32.jpg

Beispiel33.jpg

*
**

Beispiel35.jpg

Stefanie Rölz – Die Geschichte vom kleinen Stern Habdichgern (2003)

TitelHinter diesem kleinen Kinderbüchlein verbirgt sichja eigentlich eine imposanten, fulminante Firmengeschichte:

Sheepworld (dt. Schafwelt, gegründet 1997) ist eine der größten deutschen Geschenkartikel-Firmen mit europaweitem Verkauf und dem Hauptsitz in Ursensollen. Besonders bekannt ist das im Jahr 2004 erschienene Motiv Ohne Dich ist alles doof, welches europaweit erhältlich ist.

Die Firma wurde von Stefanie Rölz und Tobias Hiltl 1997 gegründet. Die beiden lernten sich nach dem Abitur in einem Ferienjob kennen. Da Rölz gerne Comicmotive zeichnete, entschieden sich die beiden erst 19-Jährigen, einen kleinen Vertrieb zu gründen, der anfangs Steff Productions hieß und im elterlichen Keller beheimatet war.

Bereits drei Jahre später entwickelte sich die Firma zu einem Millionenunternehmen mit damals schon rund 50 Mitarbeitern. Aufgrund des Wachstums sind die Waren sogar vom Vereinigten Königreich bis zu den Vereinigten Arabischen Emiraten erhältlich.

2001 erreichte Sheepworld mit seinen Produkten rund um die Schafe Sille, Søren und Sisqo bei dem Spielwarenanbieter und Plüschtierhersteller NICI einen Anteil von 6,7 % am Gesamtumsatz, was einem Wert von umgerechnet 4,8 Millionen Euro entspricht.

StefanieRölz01

Stefanie Rölz

2005 vergrößerte sich die Firma noch einmal, erreichte einen Umsatz von 23 Millionen und beschäftigte 60 Mitarbeiter.

2007 wurde das Sondermodell „sheepworld“ Renault Twingo zu einem Preis ab 12.999 Euro deutschlandweit vertrieben. Besonderheit des Sondermodells war der Sonderrabatt von 1.000 Euro, den die Sheepworld AG jedem Käufer des Twingo für ein gebrauchtes Plüsch-Schaf gewährte, und die Übernachtung mit Frühstück in einem Landgasthof für die Käufer, die ihren Wagen selbst abholen wollten.

Im Mai 2008 wurde der vergrößerte Bürokomplex schließlich fertiggestellt und bezogen. Ein weiterer Meilenstein im selben Jahr war die Ausweitung des Produktsortiments auf die Automobilbranche. Mit der Kaufmann Neuheiten GmbH, einem international tätigen Vertriebsunternehmen (Disney, SUPERRTL und Warner Bros.), wurde ein Lizenzvertrag abgeschlossen, der Neuheiten im Bereich Autozubehör zum Inhalt hatte.

Schaf01Im Geschäftsjahr 2011 ging der Gesamtumsatz der Sheepworld AG von 16 Millionen Euro auf 12,5 Millionen Euro (2010) zurück. Zum Jahresende 2011 beschäftigte Sheepworld 52 Mitarbeiter, davon sieben Auszubildende.

Chancen für die zukünftige Unternehmensentwicklung sieht die Firma darin, sich bzgl. der Produktpalette breiter aufzustellen und neben den Schafprodukten weitere Lizenzen, wie z. B. Blinies oder Nichtlustig, zu kaufen und diese zu vermarkten. So soll aus der Firma eine Multibrand Company werden. Ob sich diese Hoffnungen erfüllen, ist aufgrund Aussagen eines betroffenen Lizenzgebers zweifelhaft.

Inzwischen gibt es über 1500 verschiedene Produkte im Geschenkartikelbereich und im Verlagswesen, darunter alle möglichen Waren wie Kaffeetassen, Kuscheltiere, Postkarten oder Bücher. Die Produkte sind sowohl im Einzelhandel als auch bei den großen Versandhändlern wie Otto-Versand, Autozubehörlieferanten wie Auto-Teile-Unger (ATU) (Sitzbezüge) und Drogeriehändlern wie Rossmann (Personenwaage von Söhnle), erhältlich. Laut Jana Blaschka überzeugt Sheepworld bei seinen Produkten durch ein konstantes Erscheinungsbild mit stimmigen Designs und solider Auswahl der Produkte. (Quelle: wikipedia)

Website

Auszug aus der aktuelle website

Und quasi als Nebenprodukt erschien dann 2003 dieses reizende Kinderbuch (52 Seiten).

Erzählt wird dabei folgende Geschichte:

In einer dunkelblauen Nacht steht die kleine rote Kerze Puffy am Fenster und schaut in den Himmel. Seit Wochen hat sie schon nicht mehr geleuchtet und wird mit jedem Tag trauriger.
Doch dann purzelt ein kleiner Stern mit dem Namen Habdichgern in ihr Leben und bringt Puffy Sternenweisheiten und jede Menge sonnengelben Sternenstaub. Gibt es etwas besseres, um wieder eine glückliche kleine Kerze zu sein?

Wem die Floskel „Phantasie an die Macht“ nicht fremd ist … kann sich hier an dieser kleinen Geschichte, mit all den reizenden Illustrationen erfreuen … und natürlich wird dieses Buch demnächst weiterwandern … meine 6jährige Enkeltochter wird sich ganz sicher freuen.

Schlaf gut, kleine Kerze, schlaf gut kleiner Stern …

Dieses Büchlein hat mir gezeigt, dass neben all der „Härte“, die ich in meinem beruflichen Alltag brauche und auch lebe,  auch eine sehr „weiche“ Seite habe … vielleicht mag ich auch deshalb weiterhin solche Kinderbücher.

Beispiel01

Beispiel02

Beispiel03

Beispiel04.jpg

Beispiel05

Beispiel06.jpg

Beispiel07

Beispiel08

Beispiel09

*
**

Und während ich mich mit diesem Kinderbuch beschäftigt habe, mich darauf eingelassen habe, hörte ich das Rick Wakeman Album „Country Airs“ … es war ein wunderbarer Soundtrack genau so diesem Buch.

Wer mag,kann sich diese Musik an anhören und zwar hier.