Otfried Preußler – Der Räuber Hotzenplotz (Hörspiel) (1970)

FrontCover1.jpgDefinitiv ein Klassiker der Kinderliteratur:

Der Räuber Hotzenplotz ist eine Figur des Kinderbuchautors Otfried Preußler. Es gibt vier Erzählungen mit Hotzenplotz:

Der Räuber Hotzenplotz (1962)
Neues vom Räuber Hotzenplotz (1969)
Hotzenplotz 3 (1973)
Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete (1967 erstmals veröffentlicht, erneut 1969 und 2018)

Anfang der 1960er Jahre hatte sich Otfried Preußler monatelang vergeblich mit den ersten Ansätzen zu Krabat beschäftigt. Aus Enttäuschung fasste er den Entschluss, zur Abwechslung etwas Lustiges zu schreiben. Er entschied sich für eine Kasperlgeschichte, in der alle Figuren vorkommen sollten, die zu einem „richtigen“ Kasperlstück gehören: Kasperl, Seppel, die Großmutter, der Räuber, der Polizist (hier trägt er den bayerischen Namen Alois Dimpfelmoser und noch eine Pickelhaube), der Zauberer (Petrosilius Zwackelmann) und andere. Preußler benannte den Räuber nach einer Stadt (Osoblaha) und einem Fluss (Osobłoga) in Schlesien, die beide den deutschen Namen „Hotzenplotz“ tragen. Dieser Name hatte auf Preußler bereits während seiner Kindheit einen großen Eindruck gemacht und war ihm daher in Erinnerung geblieben. Das Buch erschien am 1. August 1962.

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Und darum geht´:

Der gerissene Räuber Hotzenplotz überfällt Kasperls Großmutter und raubt ihre Kaffeemühle, die für sie einen besonderen Wert darstellt, weil Kasperl und sein Freund Seppel ihr diese zum Geburtstag geschenkt hatten. Außerdem kann die Kaffeemühle das Lieblingslied der Großmutter „Alles neu macht der Mai“ spielen. Kasperl und Seppel beschließen, den Räuber Hotzenplotz zu fangen, da sie dies dem Wachtmeister Alois Dimpfelmoser nicht zutrauen. Um herauszufinden, wo der Räuber seinen Unterschlupf hat, füllen sie eine Holzkiste mit Sand und schreiben „Vorsicht Gold!“ darauf.

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Dann bohren sie ein Loch in den Kistenboden, das sie mit einem Streichholz verschließen. Nachdem sie die Kiste in den Wald gebracht haben, taucht der Räuber Hotzenplotz auf und wird sofort auf die Kiste aufmerksam. Die beiden ziehen das Streichholz heraus und bringen sich in Sicherheit. In dem Glauben, dass sich Gold in der Kiste befindet, schleppt der Räuber sie in seine Räuberhöhle. Dort bemerkt er den wahren Inhalt seiner Beute und die Spur, die der herausgerieselte Sand bis zu seinem Unterschlupf hinterlassen hat.

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Hotzenplotz streut mit dem restlichen Sand aus der Kiste eine zweite Spur, die zu einer Fallgrube neben seiner Räuberhöhle führt. Als Kasperl und Seppel die zweite Spur entdecken, beschließen sie, sich zu trennen und laufen dem Räuber in die Falle. Während Kasperl in die Grube fällt, bekommt Seppel eine Ladung Pfeffer aus der Pistole des Räubers verpasst. Anschließend sind die zwei Gefangene des Räubers. Weil beide unterwegs ihre Kopfbedeckungen getauscht haben, um nicht erkannt zu werden, werden sie nun vom Räuber Hotzenplotz miteinander verwechselt.

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Kasperl stellt sich dumm, indem er Hotzenplotz‘ Namen immer wieder falsch ausspricht. Das hat zur Folge, dass Hotzenplotz ihn für einen Beutel Schnupftabak an den Zauberer Petrosilius Zwackelmann verkauft. Dieser braucht einen Diener, der für ihn Kartoffeln schält, da er es nicht schafft, deren Schale herunterzuzaubern. Als Kasperl Zwackelmanns Namen falsch ausspricht, wird der Zauberer zwar wütend, hat aber damit die Bestätigung, dass sein neuer Diener zu dumm ist, um hinter seine Zaubergeheimnisse zu kommen. Nachts versucht Kasperl, aus dem Schloss des Zauberers zu fliehen, muss aber feststellen, dass dies nicht möglich ist, weil Zwackelmann dieses mit einem Bann belegt hat. Zwackelmann erwacht, schickt Kasperl ins Bett und droht Strafe an, wenn noch einmal seine Nachtruhe gestört wird. Währenddessen muss Seppel in der Räuberhöhle für Hotzenplotz arbeiten.

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Als Zwackelmann einen Freund in Buxtehude besucht und Kasperl im Schloss allein lässt, hört dieser Hilferufe aus dem Keller. Kasperl geht zum Kellergewölbe hinunter, obwohl Schilder an den Türen das Betreten untersagen und entdeckt dort in einem Unkenpfuhl eine Unke, die die menschliche Sprache beherrscht. Sie ist die Fee Amaryllis, die von Zwackelmann in eine Unke verwandelt worden ist und seitdem im Keller gefangengehalten wird. Sie bittet Kasperl darum, Feenkraut zu besorgen, das auf der Hohen Heide unter einer alten Wetterfichte wächst. Dann gibt sie ihm einen Tipp, wie er den Bann brechen kann, um das Schloss verlassen zu können: Er muss einfach ein Kleidungsstück im Schloss zurücklassen. Kasperl lässt den Seppelhut zurück und macht sich auf den Weg zur Hohen Heide. Dort muss er auf den Mondaufgang warten, um das Feenkraut finden zu können, weil es im Mondlicht silbrig schimmert.

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Inzwischen kehrt Zwackelmann aus Buxtehude zurück und muss feststellen, dass die Kartoffeln nicht geschält sind und Kasperl verschwunden ist. Er entdeckt den Seppelhut und will damit Kasperl herbeizaubern, da er jeden herbeizaubern kann, von dem er irgendetwas besitzt. Er zaubert aber nicht Kasperl herbei, den er wie Hotzenplotz für Seppel gehalten hat, sondern Seppel, den wahren Besitzer des Hutes. Von diesem wird er darüber aufgeklärt, wie die Verwechselung zustande gekommen ist. Zwackelmann will nun mit Hilfe der Kasperlmütze Kasperl herbeizaubern. Jedoch besitzt Seppel diese nicht mehr, weil Hotzenplotz sie verbrannt hat. Zwackelmann ist wütend auf den Räuber und zaubert ihn mit Hilfe seines Stiefels herbei, den Seppel in der Hand hält, denn er war gerade dabei, ihn zu putzen. Nach einem Streit verwandelt Zwackelmann den Räuber Hotzenplotz in einen Gimpel und sperrt ihn in einen Vogelkäfig. Seppel schickt er zum Kartoffelschälen in die Küche. Dann macht er sich auf den Weg, um Kasperl zu finden.

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Kasperl kehrt mit dem Feenkraut ins Schloss zurück. Da dieses ihn unsichtbar macht, kann er sich unbemerkt in den Keller schleichen. Durch die Berührung mit dem Feenkraut verwandelt sich die Unke wieder in eine Fee zurück. Zwackelmann erscheint im Kellergewölbe, weil Kasperl die Kellertür hat offenstehen lassen und bekommt einen Wutanfall, worauf er in den Unkenpfuhl stürzt und stirbt. Kasperl bekommt von der Fee zum Dank einen Ring, mit dem er drei Wünsche frei hat. Er macht sich mit Seppel auf den Heimweg, wobei die beiden den in einen Gimpel verwandelten Hotzenplotz mitnehmen, um ihn bei Wachtmeister Dimpfelmoser abzuliefern. Die Fee zerstört das Schloss und kehrt ins Feenreich zurück.

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Kasperl wünscht sich unterwegs mit Hilfe des Ringes nicht nur die geraubte Kaffeemühle herbei, die nun „Alles neu macht der Mai“ sogar zweistimmig spielt, sondern auch eine neue Kasperlmütze. Mit dem dritten Wunsch verwandelt er den Gimpel in Dimpfelmosers Büro wieder in den Räuber Hotzenplotz zurück. Dimpfelmoser nimmt den Räuber fest und sperrt ihn ins Spritzenhaus. Kasperl und Seppel bekommen für die Ergreifung des Räubers eine Belohnung. (Quelle: wikipedia)

Und hier die erste, von vielen bis heute vielgeliebte Hörspiel-Version … und in mir bringt sie sehr glückliche Momente meiner Kindheit in Erinnerung und zum schwingen …

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Besetzung:
Lutz Bajohr (Der Wachtmeister Dimpfelmoser)
Hans Baur (Erzähler)
Hans Bergmann (Der Seppel)
Ulla Christ (Die Großmutter)
Victor Drevin (Der Räuber Hotzenplotz)
Barbara Eff (Die Fee Amaryllis / Die Unke)
Axel Muck (Der Kasperl)
Ado Riegler (Der Zauberer Zwackelmann)

Es singen und musizieren:
Peggy Brown und „Die Märchenmusikanten“

Egon L. Frauenberger (Hörspielfassung, Regie und Produktion)

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Titel:
01. Der Mann mit den sieben Messern 4.21
02. Der Polizei kann geholfen werden 3.53
03. Künstlerpech 2.59
04. Hauptsache – Gut verkleidet! 2.32
05. Trübe Aussichten .13
06. Petrosilius Zwackelmann 4.59
07. Ein nächstes Abenteuer 2.39
08. So dumm wie möglich 4.01
09. Drei Türen im Keller 4.26
10. Des Hutes Besitzer 3.10
11. Zauberer Zwackelmanns Ende 4.36
12 Wachtmeister Dimpfelmoser erlebt einen großen Tag 3.50

Text: Ottfried Preußler
Musik und Lieder: Cherry Maryland (wer auch immer das war)

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Peter Härtling – Ben liebt Anna (1979)

Titel.jpgEs kommt vermutlich nicht allzu häufig vor, dass ein Autor Bücher für Erwachsene und Kinder schreiben kann. Bei dem Autor Peter Härtling war das jedoch der Fall:

Peter Härtling (* 13. November 1933 in Chemnitz; † 10. Juli 2017 in Rüsselsheim am Main) war ein deutscher Schriftsteller, Herausgeber und Journalist.

Peter Härtling verbrachte seine Kindheit zunächst in Hartmannsdorf bei Chemnitz, wo sein Vater eine Rechtsanwaltskanzlei unterhielt. Während des Zweiten Weltkriegs zog die Familie nach Olmütz in Mähren, gegen Ende des Kriegs floh sie vor der Roten Armee nach Zwettl in Niederösterreich. Im Juni 1945 starb der Vater in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg übersiedelte Härtling nach Nürtingen, besuchte dort das Max-Planck-Gymnasium und wurde Volontär bei der Nürtinger Zeitung. 1946 nahm sich seine Mutter das Leben. Deren Vergewaltigung durch russische Soldaten hatte Härtling 1945 mitansehen müssen. 1948 lernte er in Nürtingen den Bildhauer Fritz Ruoff kennen, der zu seinem Mentor wurde. 1959 heiratete er die Psychologin Mechthild Maier. Das Paar hat vier gemeinsame Kinder.

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Der junge Peter Härtling

1954/1955 war Härtling Redakteur bei der Heidenheimer Zeitung, 1956 bis 1962 bei der Deutschen Zeitung und 1962 bis 1964 bei der Zeitschrift Der Monat, deren Mitherausgeber er daraufhin bis zum Jahr 1970 war. In den 1960er Jahren beteiligte sich Härtling an Wahlkämpfen für die SPD, später wandte er sich von ihr ab und unterstützte die Friedensbewegung.

Härtling war 1967 als Cheflektor und von 1968 bis Ende 1973 in der Geschäftsleitung des S. Fischer Verlags in Frankfurt am Main tätig. Seit 1974 arbeitete er als freier Schriftsteller. Im Wintersemester 1983/84 hielt Härtling die Frankfurter Poetik-Vorlesungen, in deren Verlauf die Erzählung Der spanische Soldat nach einer Fotografie von Robert Capa entstand. Von 1985 bis 1991 war er Mitglied der Synode der EKD.

Von 1998 bis 2006 war Härtling Präsident der Hölderlin-Gesellschaft. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Akademie der Künste Berlin und des PEN-Zentrums Deutschland. Ihm wurden darüber hinaus viele Literaturpreise und Auszeichnungen anderer Art zuteil, wie z. B. im Jahr 2004 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Nürtingen, in der auch ein privates Gymnasium nach ihm benannt wurde. Rund 20 Schulen wurden bislang nach ihm benannt.[10] Ab 2012 war Härtling ehrenamtlich als „Botschafter“ für die Deutsche Lungenstiftung tätig.

Peter Härtling lebte von 1973 bis zu seinem Tod im hessischen Mörfelden-Walldorf.

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Peter Härtling widmete einen großen Teil seines literarischen Werkes – sowohl in der Lyrik als auch in der Prosa – der Aufarbeitung der Geschichte und der eigenen Vergangenheit. Der autobiografische Roman Zwettl (1973) beschäftigt sich mit der Zeit in Niederösterreich nach der Flucht der Familie vor der Roten Armee. Nachgetragene Liebe (1980) verarbeitet Härtlings Erinnerungen an den früh verstorbenen Vater. In seinem 1990 erschienenen mit Mein Roman bezeichneten Buch Herzwand beschreibt der Autor – ausgelöst durch eine Herzuntersuchung in einer Klinik – seinen Lebensweg von der Ankunft als Flüchtlingskind in Nürtingen über die Förderung in Schule und Ausbildungszeit bis zum Mitwirken an den Auseinandersetzungen um die Startbahn West des Frankfurter Flughafens.

Thematisch prägend ist in Härtlings Gedichten, Essays und Kritiken auch die Heimat, die er in Württemberg gefunden hat.

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Das Arbeitszimmer des Peter Härtling

Den Hintergrund für einen weiteren Schwerpunkt seines Schaffens bilden die Literatur und die Musik der Romantik. Härtling bereitete die Lebensgeschichten der Schriftsteller Friedrich Hölderlin, Wilhelm Waiblinger und E. T. A. Hoffmann sowie der Komponisten Franz Schubert und Robert Schumann in Romanbiografien auf. Mit Niembsch (= Nikolaus Lenau) leistete er einen frühen Beitrag zur Postmoderne. Dem Liederzyklus Winterreise von Schubert kam eine besondere Bedeutung für Härtling zu, so dass er 1988 mit Der Wanderer ein eigenes Buch dazu veröffentlichte.

„Wir gleichen dem namenlosen Wanderer. Wir wandern nicht mehr, um anzukommen, wir sind unterwegs in einer frostigen, auskühlenden Welt.“ (Peter Härtling in Der Wanderer, 1988)

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Nachdem Härtling 1969 eine Laudatio auf den tschechischen Kinderbuchautor Jan Procházka gehalten hatte, begann er 1970, selbst Bücher für Kinder zu schreiben. Seine Kinder- und Jugendbücher behandeln meist soziale Probleme, die Kinder betreffen. In Das war der Hirbel (1973) geht es um ein geistig behindertes Heimkind und die damit verbundene gesellschaftliche Ausgrenzung, Oma (1975) thematisiert das Altern und den Tod, Theo haut ab (1977) das Ausreißen von zu Hause und von den Eltern. In Ben liebt Anna (1979) verliebt sich ein deutscher Schüler in eine polnische Schülerin.

Peter Härtling war langjähriger Moderator der Sendung Literatur im Kreuzverhör in hr2, dem Kulturprogramm des Hessischen Rundfunks. Von Januar 2016 bis zu seinem Tod moderierte er monatlich Das kleine Literaturquiz. (Quelle: wikipedia)

Und hier das ganz und gar bezaubernde Buch „Ben liebt Anna“:

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Ben liebt Anna ist ein Kinderbuch von Peter Härtling, erschienen 1979. Der Roman stand in der Auswahlliste des Deutschen Jugendbuchpreises und erhielt den Zürcher Kinderbuchpreis. Er wird vom Verlag für Kinder ab der 2. Klasse empfohlen.

Ben ist neun Jahre alt. Zu Beginn des vierten Schuljahres kommt Anna in Bens Klasse. Sie ist ein Aussiedlermädchen, das mit ihrer Familie aus dem polnischen Katowice nach Deutschland gekommen ist. Obwohl Ben zunächst nichts mit ihr anfangen kann, geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Sie kommen sich näher. Ben begleitet Anna zu der Barackensiedlung, wo sie mit sechs Geschwistern und den Eltern lebt. Er schreibt ihr einen Brief und fragt sie, ob sie mit ihm gehen wolle. Sie antwortet eine Weile später („dein Brief ist schön“), beantwortet aber nicht die Frage „Willst du mit mir gehen?“. In den Pfingstferien verbringen sie einige Tage miteinander. Dann wird Ben krank, und als es ihm besser geht, sagt ihm sein Vater, dass Annas Vater eine Arbeit im Ruhrgebiet gefunden habe. Als er wieder in die Schule kann, haben sie nur wenig Zeit, sich voneinander zu verabschieden.

Die Geschichte nimmt konsequent die Erzählperspektive von Ben ein, was dem Buch auch gewisse Vorbehalte eingebracht hat, da Anna lediglich das Objekt von Bens Gedanken ist, aber im Grunde Nebenfigur bleibe. Auch werde die Lebenssituation von Aussiedlern lediglich angedeutet. Zudem habe sie sich in der Zeit seit der Veröffentlichung nicht nur geändert, sie erscheine im Buch auch zu überspitzt.

Dennoch ist der Grundkonflikt der Geschichte immer noch aktuell: Ben kann mit seinen Gefühlen für Anna zunächst wenig anfangen und flüchtet sich in Raufereien mit anderen Kindern, auf die er eifersüchtig ist. Er ist stets unsicher, was ihre Gefühle für ihn angeht, und fühlt sich angreifbar. Gleichzeitig hat er Verwandte und einen Lehrer, die verständnisvoll auf ihn reagieren, ihn unterstützen und ihm nichts aufdrängen.

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Diverse Buchausgaben

Annas Situation als zunächst Fremde, die dann aber Anschluss an die anderen Schüler findet und hofft, sich in Deutschland zurechtzufinden und deshalb ungerne mit ihren Eltern wegzieht, wird realistisch dargestellt. Härtling deutet in kurzen Szenen genug an, dass junge Leser die Möglichkeit haben, ihrer Fantasie freien Raum zu lassen und neugierig zu werden. Insofern entspricht die Erzählperspektive durch Ben derjenigen der einheimischen deutschsprachigen Leser.

Des Weiteren beleuchtet das Buch teils direkt, aber häufiger indirekt die soziale Situation von Menschen mit Migrationshintergrund (bescheidene ärmliche Wohnverhältnisse, Sprachprobleme, Barackensiedlung). Meist in Bildern wird vermittelt, dass es Menschen gibt, die grundlegend andere Lebenssituationen haben als jene Menschen, deren gesamte Verwandtschaft um den eigenen Wohnort herum wohnt. Der Begriff der Heimat wird Jugendlichen subtil und differenziert vermittelt.

Im Rahmen der neu aufkommenden Diskussion um das Spannungsfeld zwischen schulischer Sexualerziehung und der von manchen Kreisen befürchteten unerwünschten Sexualisierung von Kindern geriet die Erzählung aufgrund ihrer vereinzelten Verwendung im Primarschulunterricht und der enthaltenen erotischen Textpassagen in die Kritik.

Untypisch für ein Kinderbuch ist das offene Ende: Anna zieht weg und es bleibt unklar, ob sich die Protagonisten wiedersehen werden.
Hörspiel

Von dem Roman wurde auch ein Hörspiel produziert, das kaum von der Romanvorlage abweicht und in dem nur wenige Passagen ausgelassen wurden. Peter Lustig sprach dabei unter anderem den Erzähler.
Übersetzung
Das Buch wurde unter dem Titel بن آنا را دوست دارد von Vahab Haji Bagheri aus dem Deutschen ins Persische übersetzt. (Quelle: wikipedia)

Also, ich bin ja sowas von begeistert gewesen, mit welcher Sensibilität Peter Härtling sich diesem Thema annahm. Und mit dieser Begeisterung war und bin ih wohl nicht alleine:

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Und damit diese Präsentation so richtig rund wird, habe ich noch zwei Materialen zur Vertiefung des Buches beigelegt:

  • Eine „Lehrerhandreichung“ für den Unterricht von Marc Böhmann und Regine Schäfer-Munro
  • Eine Analyse des Buches nach literaturwissenschaftlichen und methodischen Aspekten von Oliver Hien

Nicht unerwähnt bleiben sollen dann noch die nicht minder bezaubernden Illustration von Sophie Brandes

Sophie Brandes (* 1943 in Breslau) ist Grafikerin und Illustratorin.

Sie musste mit ihrer Mutter und Großmutter 1945 aus Schlesien fliehen, wird für sechs Jahre in Niederbayern und die folgenden sieben Jahre in Oberbayern sesshaft, später in Würzburg, wo sie Abitur macht. Es folgen ein Orientierungsjahr in Paris und zwischen 1963 und 1966 sechs Semester Grafik- und Kunststudium an der Deutschen Meisterschule für Mode in München. Als Grafikdesignerin arbeitet sie vorerst fest angestellt, später freiberuflich für Modeunternehmen und namhafte Modejournale.

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Daneben beginnt sie, seit 1973, Kinderbücher zu illustrieren. Seit 1988 unterhält sie einen zweiten Wohnsitz in Mallorca und beginnt in einer neuen Kunstrichtung zu arbeiten, die sie ‚Objektkunst‘ nennt. In dieser Kunstgattung, Montagen und Collagen aus Treibholz, Altmetall und Relikten aus der iberisch-bäuerlichen Alltagskultur entstanden über 100 Reliefbilder und Vollplastiken. 2003 verlegt sie Wohnsitz und Atelier nach Veitshöchheim und Mallorca.

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Diese Passage erinnerte mich an meine Kindheit, als ich ebenfalls Schmetterlinge im Bauch hatte … dummerweise bekam meine Familie das mit und ich wurde dann eben zum Spott der gesamten Familie …

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Stefanie Rölz – Die Geschichte vom kleinen Stern Habdichgern (2003)

TitelHinter diesem kleinen Kinderbüchlein verbirgt sichja eigentlich eine imposanten, fulminante Firmengeschichte:

Sheepworld (dt. Schafwelt, gegründet 1997) ist eine der größten deutschen Geschenkartikel-Firmen mit europaweitem Verkauf und dem Hauptsitz in Ursensollen. Besonders bekannt ist das im Jahr 2004 erschienene Motiv Ohne Dich ist alles doof, welches europaweit erhältlich ist.

Die Firma wurde von Stefanie Rölz und Tobias Hiltl 1997 gegründet. Die beiden lernten sich nach dem Abitur in einem Ferienjob kennen. Da Rölz gerne Comicmotive zeichnete, entschieden sich die beiden erst 19-Jährigen, einen kleinen Vertrieb zu gründen, der anfangs Steff Productions hieß und im elterlichen Keller beheimatet war.

Bereits drei Jahre später entwickelte sich die Firma zu einem Millionenunternehmen mit damals schon rund 50 Mitarbeitern. Aufgrund des Wachstums sind die Waren sogar vom Vereinigten Königreich bis zu den Vereinigten Arabischen Emiraten erhältlich.

2001 erreichte Sheepworld mit seinen Produkten rund um die Schafe Sille, Søren und Sisqo bei dem Spielwarenanbieter und Plüschtierhersteller NICI einen Anteil von 6,7 % am Gesamtumsatz, was einem Wert von umgerechnet 4,8 Millionen Euro entspricht.

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Stefanie Rölz

2005 vergrößerte sich die Firma noch einmal, erreichte einen Umsatz von 23 Millionen und beschäftigte 60 Mitarbeiter.

2007 wurde das Sondermodell „sheepworld“ Renault Twingo zu einem Preis ab 12.999 Euro deutschlandweit vertrieben. Besonderheit des Sondermodells war der Sonderrabatt von 1.000 Euro, den die Sheepworld AG jedem Käufer des Twingo für ein gebrauchtes Plüsch-Schaf gewährte, und die Übernachtung mit Frühstück in einem Landgasthof für die Käufer, die ihren Wagen selbst abholen wollten.

Im Mai 2008 wurde der vergrößerte Bürokomplex schließlich fertiggestellt und bezogen. Ein weiterer Meilenstein im selben Jahr war die Ausweitung des Produktsortiments auf die Automobilbranche. Mit der Kaufmann Neuheiten GmbH, einem international tätigen Vertriebsunternehmen (Disney, SUPERRTL und Warner Bros.), wurde ein Lizenzvertrag abgeschlossen, der Neuheiten im Bereich Autozubehör zum Inhalt hatte.

Schaf01Im Geschäftsjahr 2011 ging der Gesamtumsatz der Sheepworld AG von 16 Millionen Euro auf 12,5 Millionen Euro (2010) zurück. Zum Jahresende 2011 beschäftigte Sheepworld 52 Mitarbeiter, davon sieben Auszubildende.

Chancen für die zukünftige Unternehmensentwicklung sieht die Firma darin, sich bzgl. der Produktpalette breiter aufzustellen und neben den Schafprodukten weitere Lizenzen, wie z. B. Blinies oder Nichtlustig, zu kaufen und diese zu vermarkten. So soll aus der Firma eine Multibrand Company werden. Ob sich diese Hoffnungen erfüllen, ist aufgrund Aussagen eines betroffenen Lizenzgebers zweifelhaft.

Inzwischen gibt es über 1500 verschiedene Produkte im Geschenkartikelbereich und im Verlagswesen, darunter alle möglichen Waren wie Kaffeetassen, Kuscheltiere, Postkarten oder Bücher. Die Produkte sind sowohl im Einzelhandel als auch bei den großen Versandhändlern wie Otto-Versand, Autozubehörlieferanten wie Auto-Teile-Unger (ATU) (Sitzbezüge) und Drogeriehändlern wie Rossmann (Personenwaage von Söhnle), erhältlich. Laut Jana Blaschka überzeugt Sheepworld bei seinen Produkten durch ein konstantes Erscheinungsbild mit stimmigen Designs und solider Auswahl der Produkte. (Quelle: wikipedia)

Website

Auszug aus der aktuelle website

Und quasi als Nebenprodukt erschien dann 2003 dieses reizende Kinderbuch (52 Seiten).

Erzählt wird dabei folgende Geschichte:

In einer dunkelblauen Nacht steht die kleine rote Kerze Puffy am Fenster und schaut in den Himmel. Seit Wochen hat sie schon nicht mehr geleuchtet und wird mit jedem Tag trauriger.
Doch dann purzelt ein kleiner Stern mit dem Namen Habdichgern in ihr Leben und bringt Puffy Sternenweisheiten und jede Menge sonnengelben Sternenstaub. Gibt es etwas besseres, um wieder eine glückliche kleine Kerze zu sein?

Wem die Floskel „Phantasie an die Macht“ nicht fremd ist … kann sich hier an dieser kleinen Geschichte, mit all den reizenden Illustrationen erfreuen … und natürlich wird dieses Buch demnächst weiterwandern … meine 6jährige Enkeltochter wird sich ganz sicher freuen.

Schlaf gut, kleine Kerze, schlaf gut kleiner Stern …

Dieses Büchlein hat mir gezeigt, dass neben all der „Härte“, die ich in meinem beruflichen Alltag brauche und auch lebe,  auch eine sehr „weiche“ Seite habe … vielleicht mag ich auch deshalb weiterhin solche Kinderbücher.

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Und während ich mich mit diesem Kinderbuch beschäftigt habe, mich darauf eingelassen habe, hörte ich das Rick Wakeman Album „Country Airs“ … es war ein wunderbarer Soundtrack genau so diesem Buch.

Wer mag,kann sich diese Musik an anhören und zwar hier.

Franz Josef Tripp – Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (Michael Ende) (Die Illustrationen) (1960)

TitelDas hatte ich mir schon ganz lange mal vorgenommen: Eine kleine Hommage an den Illustrator Franz Josef Tripp:

Franz Josef Tripp (* 7. Dezember 1915 in Essen; † 18. Februar 1978) war ein deutscher Maler, Zeichner und insbesondere Illustrator von Kinderbüchern, darunter einige der erfolgreichsten Kinderbücher im deutschsprachigen Raum. Sein Sohn ist der Künstler Jan Peter Tripp (* 1945).

Franz Josef Tripp begann sein berufliches Leben als Journalist und Schriftsteller. Ende der 1930er Jahre begann er damit, die von ihm verfassten Texte mit selbstgefertigten Abbildungen zu ergänzen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entschied er, die grafischen Arbeiten zulasten der schreibenden Tätigkeit in den Vordergrund zu stellen. Er absolvierte bis 1949 eine Ausbildung bei dem Maler und Grafiker Heinrich C. Berann in Innsbruck. Anschließend war er als selbstständiger Werbegrafiker tätig. Im Laufe der Zeit fertigte er in zunehmendem Maße auch Buchillustrationen.

Beispiel031960 beauftragte ihn die Verlegerin Lotte Weitbrecht vom Thienemann Verlag mit den Illustrationen für das Kinderbuch Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von Michael Ende. Diesem folgten weitere Aufträge des Verlages: Neben dem zweiten Band von Jim Knopf bebilderte er viele weitere Kinderbücher, darunter Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt von Boy Lornsen, ab 1962 alle drei Bände des Räubers Hotzenplotz und 1966 Das kleine Gespenst, jeweils von Otfried Preußler verfasst. Für den Verlag Ueberreuter (später im Tosa-Verlag) entstanden die Illustrationen zu den Meffi-Bänden von Doris Jannausch und zu dem Buch Williwack von Günter Spang, für den Franz Schneider Verlag zu Felix der Meisterdetektiv von Hans Gustl Kernmayr. (Quelle: wikipedia)

Über das Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ zu berichten, erscheint mir fasst +überflüssig, aber dennoch:

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer ist ein Kinderbuch des deutschen Schriftstellers Michael Ende aus dem Jahr 1960. Der Folgeband aus dem Jahr 1962 heißt Jim Knopf und die Wilde 13. Die Illustrationen der Originalausgabe stammen von Franz Josef Tripp; 1983 schuf Reinhard Michl für eine Neuausgabe neue Illustrationen.

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Michael Ende Anfang der 60er Jahre

Beide Bücher gehören zu den erfolgreichsten und beliebtesten Kinderbüchern im deutschsprachigen Raum. Jim Knopf gewann 1960 den Deutschen Jugendbuchpreis sowie eine Würdigung in der Ehrenliste 1962 des Hans-Christian-Andersen-Preises. Übersetzungen werden unter anderem in Großbritannien, Israel, Italien, Japan, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Schweden und den USA verkauft.

Von beiden Büchern gibt es sehr bekannte Adaptionen durch die Augsburger Puppenkiste. Die Serie wurde erstmals 1961/1962 in Schwarz-Weiß gedreht und 1976/1977 in Farbe komplett neuverfilmt. Daneben wurde 1999 erstmals eine Zeichentrickserie mit 52 Folgen ausgestrahlt. 2018 kam eine Realverfilmung in die Kinos.

Julia Voss interpretiert das Buch als eine Gegengeschichte zu nationalsozialistischen Bilderwelten und zeitgenössischer Fehlinterpretationen des Darwinismus. Sie deckt dabei auch eine mögliche Herkunft des Namens Jim Knopf auf. Zur Besatzung des Forschungsschiffes Beagle, mit dem Charles Darwin reiste, gehörte ein Junge mit Namen Jemmy Button, also zu deutsch Jemmy „Knopf“. Der Ureinwohner Feuerlands war zuvor von einer anderen Expedition in das England des 19. Jahrhunderts verschleppt worden, dessen Züge Lummerland nach Auffassung von Voss trägt. Stützen ihrer Interpretation, neben autobiographischen Zeugnissen und der anthroposophischen Prägung des Autors, sieht sie in den Beschreibungen und der Rassenpolitik Kummerlands sowie in Jamballa als Gegenversion zu nationalsozialistischen Atlantismythen. In der Tat stellt Ende lapidar fest, dass Lokomotiven „keinen großen Verstand [haben], deswegen brauchen sie auch immer einen Führer.“ (Quelle: wikipedia)

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Franz Josef Tripp

Und allein die Tatsache, dass im Jahr 1960 ein dunkelhäutiger Junge der Held dieser bezaubernden Geschichte ist, zeugt von den forschen und mutigen Visionen des Michael Ende.

Und da dieses Buch zu den ganz großen Schätzen meiner Kindheit gehört, und da das Buch meinen Töchtern rote Bäckchen beschert hat, und da das Buch meinen Enkelkindern nicht minder gut gefallen hat … habe ich mir die „Mühe“ gemacht, ein kleines „Jim Knopf“ Bilderalbum zusammenzustellen (sage und schreibe über 40 Bilder insgesamt)…

Und ich bin mir sowas von sicher, dass nicht nur ich von den Illustrationen des Franz Josef Tripp verzaubert wurde … :

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Die Bewohner von Lummerland

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Was ist denn das für eine Sauklaue ?

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Na, das ist aber eine Überraschung

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Das Abenteuer beginnt … und führt erstmal nach China (in späteren Auflagen nannte man das Land dann „Mandala“)

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Anfangs ein wenig rätselhaft …

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Das Gebirge „Die Krone der Welt“

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Und schlägt die Fata Morgana zu …

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Unvergessen: Der Scheinriese Tur-Tur

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Ebenfalls legendär: Nepomuk, der Halbdrache

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Jetzt wird´s brenzlig: Die Helden bei der Einfahrt in die Drachenstadt

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Nachdem der Drache „Frau Mahlzahn“ in einem furiosem Kampf besiegt wurde … kann die Heimfahrt angetreten werden …

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Prinzessin Li Si erzählt, wie sie von der „Wilden 13“ entführt wurde

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Da freut sich die Frau Waas … und erst recht freuen sich alle, als dann die Verlobung gefeiert wird …

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Ja, was ist denn das ? Ein Lokomotiven-Baby namens Molly

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Wenn das kein stimmungsvolles Abschlußbild ist, dann weiß ich es auch nicht mehr

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Verlagsankündigung auf den nicht minder gutem schlechten 2. Band „Jim Knopf und die Wilde 13“

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Beispiel32

 

Richard A. Wagner – Tierwanderungen (1972)

TitelVermutlich kam kaum ein Kind der der alten Bundesrepublik in seiner Kindheit daran vorbei, ein Buch oder Büchlein des Ravensburger Taschenbuch Verlages in der Hand zu halten. Und hier kleiner Überblick über die Firmengeschichte:

Die Ravensburger AG ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Ravensburg, die international vor allem durch die Herstellung von Gesellschaftsspielen und Puzzles bekannt ist. Als Firmenlogo dient ein blaues Dreieck mit dem Schriftzug „Ravensburger“.

Zur Ravensburger AG gehören u. a. folgende Tochtergesellschaften:

Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Ravensburger Freizeit- und Promotion GmbH
Ravensburger Spieleland AG (wurde 2012 in die Ravensburger Freizeit- und Promotion GmbH integriert)
Ravensburger Spieleverlag GmbH

Das ehemals selbstständige Tochterunternehmen Ravensburger Digital GmbH wurde zum 1. Januar 2017 mit der Ravensburger AG vereinigt.

1852 in Ravensburg als Sohn des Buchhändlers und Verlegers Carl Maier geboren, übernahm Otto Maier 1876 die Anteile seiner Eltern an der Dorn’schen Verlagsbuchhandlung in Ravensburg. Die Gründung eines eigenen Verlages wird im Rückblick auf das Jahr 1883 datiert. In diesem Jahr nämlich schloss der junge Verleger den ersten, heute noch erhaltenen Autorenvertrag ab und nummerierte die von ihm veröffentlichten Spiele fortan mit seinem Namenskürzel als OM 1 usw. (O[tto] M[aier], Spiel Nr. 1ff). Schon 1884 erschienen das erste Gesellschaftsspiel, die Reise um die Erde, und die ersten Jugenderzählungen des Pfarrers Christoph von Schmid.

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Otto Maier

Konzentrierte sich Otto Maier in den ersten Jahren auf Vorlagemappen für Handwerker, Bildungs- und Familienspiele, Ratgeber und Kindererzählungen, so kamen um 1900 Bilderbücher, Bücher und Hefte für Kinderbeschäftigungen, kunsttechnische Anleitungen und Bastelliteratur hinzu. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg hatte der Otto-Maier-Verlag bereits rund 800 verschiedene Spiele- und Büchertitel im Sortiment. Der Name Ravensburger Spiele wurde im Jahre 1900 vom Kaiserlichen Patentamt patentiert. Das bekannte Logo des blauen Dreiecks wurde erst 1974 als Warenzeichen angemeldet. 1912 wurden schon zahlreiche Produkte nach Westeuropa und Russland exportiert.

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Von den 1930er bis zu den 1950er Jahren war der Otto-Maier-Verlag hauptsächlich Buchverlag – Beschäftigungsmittel, Gesellschaftsspiele, Quartette und Geduldsspiele ergänzten das Programm. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Verlag ohne Schäden und arbeitete danach schon in den Jahren des Wiederaufbaus weiter. In der Folge wuchs das Programm an Kinder- und Jugendbüchern und an Fachbüchern für Kunst, Architektur und Hobby. 1959 erschien das Spiel memory, das bis heute über 50.000.000-mal verkauft wurde.

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Aus dem Regelwerk für den Außendienst

Ab ca. 1962 wuchs Ravensburger unter der Führung von Otto Julius Maier stark und entwickelte sich zu einem großen Medienunternehmen, seit 1964 entstanden auch Tochterunternehmen in den Niederlanden, der Schweiz, in Frankreich, Italien, Österreich, Belgien, Großbritannien und in den USA. Seit 1964 produziert der Verlag Interlocking-Puzzles, von denen heute jährlich etwa 10 Millionen verkauft werden. 1977 wurde Ravensburger in einen Spieleverlag und einen Buchverlag aufgeteilt. 1996 wurde F.X. Schmid übernommen.

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Die Entwicklung des Logos des Ravensburger Verlages

Heute gibt es bei Ravensburger und seinen Tochterunternehmen rund 1.800 lieferbare Buchtitel und 850 Spiele sowie Puzzles, Hobbyprodukte und CD-ROM-Titel. Jährlich erscheinen rund 40 neue Spiele, 120 neue Puzzles und 450 neue Kinder- und Jugendbücher auf dem Markt. Ravensburger Produkte werden heute in mehr als fünfzig Länder exportiert.

Bis 2005 war Ravensburger mit ca. 90 % Anteilsbesitz Hauptaktionär der RTV Family Entertainment AG, RTV stand dabei für Ravensburger Film + TV. Dieser Anteil wurde 2005 von der österreichischen Film & Medien Beteiligungs GmbH, Wien (F&M), übernommen. Die F&M hält ca. 80 % der Anteile, der Rest befindet sich im Streubesitz. (Quelle: wikipedia)

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Stammhaus des Otto Maier Verlags in der Marktstraße in Ravensburg (heute Museum Ravensburger)

 

Und hier nun ein Büchlein (82 Seiten) aus dem Jahr 1972  … Frühere hätte ich übr ein solches Thema vermutlich eher geschmunzelt, heute weiß ich, dass auch dieses Them Teil jener Erkenntnis ist, dass unsere Welt in allen Bereichen eigentlich stimmig sein sollte, wenn man denn von einer gesunden Umwelt sprechen kann. Das Volksbegehren Artenschutz in Bayern hat mich dann nochmals für dieses Thema sensibiliiert.

Von daher erfährt man hier viel wissenswertes … aber: Das Buch wurde ursprünglich im Jahr 1956 in den USA veröffentlicht … und so verwundert s nicht, dass man hier mehr über die amerikanischen Tierarten erfährt als über die heimischen.

Von daher hätte ich mir schon gewünscht, dass der Verlag einen deutschprachigen Auor für dies Thema hätte gewinnen können … das wäre dann wohl näher an der Lebenswelt der damaligen KInder gewesen.

Aber all die hübschen Bilder kann man ja dennoch ausschneiden und so freuen sich schon meine Enkelkinder ….

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Mit den „besseren“ Lebensbedingungen“ endet dieses Buch ein wenig abrupt.

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Weitere Ausgaben der Reihe „Farbiges Wissen“

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Ulf Nilson & Eva Erikson – Als Oma seltsam wurde (2008)

TitelDer werte Herr Ärmel schrieb grad gestern in seinem letzten Leserbrief:

„Mein lieber Herr Gesangsverein, da schwingt aber einer vorm Frühling bereits enorm die Sense….“

Und da hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Nicht nur, dass so einige Ikonen der populären Musik/Kunst von dannen gegangen sind.

Nein,auch in meinem privaten Umfeld hat sich seit Beginn des Jahrs 2019 so einiges getan, dass mich nicht kaltlässt.

So ist z.B. bei meiner 93jährigen Schwiegermutter die Demenz mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Belastungen für ihre Kinder immer größer werden.

Und so wurde ich hellwach, als ich dieses Buch (40 Seiten) in einem öffentlichen Bücherschrank fand … weil z.B. auch ihre Ur-Enkelkinder ein wenig ratlos sind, das immer seltsamer werdende Verhalten ihrer „Ur-Oma“ richtig einzuordnen., denn genau darum geht es in dem Buch:

Oma ist auf einmal ganz anders. Sie vertraut nur noch ihrem Enkel. Aber wie soll der auf das viele Geld aufpassen, das sie von der Bank abhebt?

Eines Tages, ganz plötzlich, wird Oma seltsam und geizig. Sie erkennt das Bäckerauto nicht, das jeden Donnerstag angefahren kommt. Sie hat den Namen ihres Enkelsohns vergessen. Und dann holt Oma auch noch all ihr Erspartes von der Bank und bringt es nach Hause. Dort soll der Enkel darauf aufpassen. Wie gut, dass er Pfeil und Bogen hat! Aber auf der Bank macht man sich Sorgen und schickt einen Arzt bei Oma vorbei. Der kann ihr zur großen Erleichterung aller das Gedächtnis wieder zurückgeben. (Prssetext)

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Ulf Nilsson

Ulf Nilsson erzählt eine Geschichte, die er in ähnlicher Form selbst erlebt hat.
Man wird nachdenklich und muss doch gleichzeitig darüber schmunzeln, wie souverän der kleine Enkel die Lage meistert. Eva Erikssons Bilder begleiten die Geschichte auf ihre bekannte schöne Art. Ein Bilderbuch, das erzählerisch-humorvoll darauf vorbereitet, was mit Omas und Opas geschehen kann, wenn sie alt werden.

Der schwedische Kinderbuchautor Ulf Nilsson weiß, wie man heikle Themen mit größter Selbstverständlichkeit und viel Witz verpackt. Zusammen mit den detailreichen Illustrationen von Eva Eriksson ist auch sein neues Buch „Als Oma seltsam wurde“ ein Meisterwerk der Sensibilität.

Was ist mit Oma bloß los? Als sie mit dem Enkel in die Stadt zur Bank geht, denkt sie zwar noch daran, Mantel und Hut anzuziehen, doch die Füße bleiben in Hausschuhen. Das ist ein winziges Detail, doch es zeigt, wie konsequent die schwedische Illustratorin Eva Eriksson die Geschichte ihres Landsmannes Ulf Nilsson weiterdenkt, der aufgrund eigener Erfahrungen mit altersbedingter Vergesslichkeit bei seiner Mutter und seiner Großmutter das Kinderbuch „Als Oma seltsam wurde“ geschrieben hat.

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Aber was reden wir beschönigend von „Vergesslich-“ oder „Seltsamkeit“? Auch wenn die medizinischen Bezeichnungen nie fallen, müssen wir an Alzheimer denken oder an Demenz, denn all das schwingt in der scheinbar so harmlosen Episode mit, die das Buch erzählt: Ein kleiner Junge erlebt, wie die Oma plötzlich seinen Namen nicht mehr weiß, ihn mit seinem Vater verwechselt, nicht mehr die normalen Tagesabläufe kennt und aus akut erwachendem Misstrauen all ihr Geld von der Bank holt und im ganzen Haus versteckt. Dann sinkt die alte Dame in einen tiefen Schlaf, und hätte der nun seinerseits misstrauisch gewordene Bankangestellte nicht einen Arzt alarmiert, der die Oma behandelt, möchte man nicht vermuten, dass die Sache so gut ausgegangen wäre, wie es geschieht.

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Eva Erikson

Erikssons Bilder gewinnen gegenüber dem Text ein produktives Eigenleben

Dass es natürlich nur im Buch so harmlos endet, macht Nilsson in einer Vorbemerkung deutlich, in der er sich an seine Mutter erinnert und die Motivation für seine Erzählung klarstellt: „Als es ihr besserging, konnten wir lachen über das, was sie gesagt hatte.“ So lacht man auch über die törichte Oma, wie man es als Kind über jeden Erwachsenen tut, der sich kindisch verhält.

Doch die Angst kommt auch. Die Großmutter ist das wahre Kind, und ihr Enkel übernimmt mit Pfeil und Bogen sofort die Beschützerrolle. Es macht Spaß zu lesen, wie das aus der Sicht des Jungen erzählt wird. Doch Nilsson hat in der Vorbemerkung berichtet, wie die Geschichte bei seiner Mutter weiterging: „Aber die Krankheit kam zurück, immer mehr und mehr. Und dann half keine Medizin mehr.“ (Andreas Platthaus in „Frankfurter Allgemeine“, 30. August 2008)

Als ganz so euphorisch bin ich nicht … Da fehlt mir zum ein die Einbindung des Jungen in sein Elternhaus (weder Vater noch Muttr tauchen hier auf … halte ich für unralistisch). Zum anderen kommt ne Demenz nicht schlagartig sondern schleichend … und eine Penicillin-Behandlung als  Lösung … hm … grübel.

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Dennoch: ein wichtiges und auch mutiges Buch: Denn zum einen wird eben ein Thema angesprochen, wegducken geht da nicht mehr, angesichts der sicherlich zutreffenden Prognosen, dass Demenz Erkrankungen immer mehr zunehmen werden.

Zum anderen hat sich auch der Autor seinen eigenen biographischen Prägungen gestellt, dass verdient aus meiner Sicht immer den Respekt.

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Und die Illustrationen von Eva Erikson sind einfach nur bezaubernd ! Und die Übersetzung besorgte Ole Könnecke.

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Der Tag beginnt so gut …

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Oma hebt ihr Geld Geld von der Bank ab

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Da wird es komisch im positiven Sinne: Der Junge verteidigt das Geld seiner Oma (tatsächlich ist das natürlich eine große Bürde)

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Die Rückseite des Buches

P.S. Ich habe dieser Präsentation einen Auszug aus der website demenz-ratgeber.de beigelegt: „In der Verwirrtheit Sinn entdecken“

Ottfried Preußler – Die kleine Hexe (Hörspiel) (1970)

FrontCover1.JPGUnd hier nun ein weiterer Kinderbuch-Klassiker von Ottfried Preußler.

Die kleine Hexe ist ein Kinderbuch von Otfried Preußler aus dem Jahr 1957. Es erschien zunächst im Thienemann Verlag und wurde inzwischen in 47 Sprachen übersetzt. Das Buch kam 1958 auf die Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis. Alle Buch-Ausgaben enthalten die Illustrationen von Winnie Gebhardt-Gayler.

Die kleine Hexe, deren sehnlichster Wunsch es ist, mit den großen Hexen auf dem Blocksberg herumfliegen zu dürfen, lebt mit ihrem sprechenden Raben Abraxas in einem kleinen, windschiefen Häuschen im Wald. Beim Versuch, sich in der Walpurgisnacht unerlaubt den anderen Hexen anzuschließen, wird sie entdeckt und ihr Hexenbesen zur Strafe verbrannt. Es wird ihr aber in Aussicht gestellt, an der nächsten Walpurgisnacht teilnehmen zu dürfen, wenn sie es bis dahin zu einer guten Hexe gebracht habe. Nun bemüht sich die kleine Hexe ein Jahr lang, ausreichend gute Taten zu vollbringen, hilft armen Menschen, bestraft Bösewichte, rettet Tiere und findet neue Freunde. Als sie sich wieder beim Hexenrat meldet, stellt sich jedoch heraus, dass nach Auffassung des Hexenrats eine Hexe gut darin sein soll, böse zu sein. Also soll sie damit bestraft werden, das Holz für den Scheiterhaufen der Walpurgisnacht zusammenzutragen. Stattdessen aber rächt sie sich, indem sie den großen Hexen „das Hexen abhext“ und deren Zauberbücher und Besen herbeizaubert. Dadurch können sie sich nicht mehr das Hexen beibringen. Die Besen und Bücher benutzt sie dann als Scheiterhaufen für ihre eigene Walpurgisnacht.

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Diverse Buchausgaben

Die kleine Hexe ist die Hauptperson der Geschichte. Sie hat das für Hexen bescheidene Alter von einhundertsiebenundzwanzig und gilt als besonders freundlich und ehrgeizig. Sie lebt im tiefen Wald in einem Hexenhaus mit windschiefem Dach, einem krummen Schornstein und klapprigen Fensterläden. Täglich übt sie sechs Stunden das Hexen, meist sitzt sie dabei vor dem Ofen, welcher an ihrem Haus angebaut ist.

 

Abraxas
Abraxas ist ein sprechender Rabe und der beste Freund der kleinen Hexe. Er ist sehr klug und gibt ihr Ratschläge, wenn sie mit Problemen zu kämpfen hat, allerdings kritisiert er auch ihre Fehler, die sie beim Hexen macht.

Die Wetterhexe Rumpumpel
Die Muhme Rumpumpel ist die Gegenspielerin der kleinen Hexe. Als Wetterhexe liegt ihr Talent insbesondere im Bereich des Wetters. Sie entdeckt die kleine Hexe bei der ersten Walpurgisnacht und bringt sie zur Oberhexe. Als daraufhin die kleine Hexe eine gute Hexe werden soll, wird sie von der Muhme Rumpumpel beschattet, die ihre guten Taten aufschreibt, um diese vor dem Hexenrat zu präsentieren.

Thomas und Vroni
Thomas und Vroni sind die Kinder des Dorfwirts. Als sich die beiden beim Pilzesuchen im Wald verirren, freunden sie sich mit der kleinen Hexe an und sie hilft ihnen, dass sie wieder zurück nach Hause finden. Daraufhin laden Thomas und Vroni die kleine Hexe zum Schützenfest ein. Dort soll aber der Ochse Korbinian, der beste Freund der Kinder, dem Schützenkönig als Preis überreicht und geschlachtet werden. Die kleine Hexe verzaubert deshalb die Schießgewehre, sodass als Einziger Thomas trifft. Er wird Schützenkönig und kann den Ochsen Korbinian behalten.

Die Oberhexe
Die Oberhexe ist das Oberhaupt der Hexen. Sie sitzt auf einem Thron, welcher aus Ofengabeln gefertigt ist. Man kann sie als bösartig, aber dennoch kooperativ beschreiben.

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Die Familie Preußler, Weihnachten 1958

Nach Angaben des Autors entstand die Erzählung von den Taten der kleinen Hexe nach eigenen Gute-Nacht-Geschichten, die er seinen drei Töchtern abendlich berichtete, um deren Angst vor bösen Hexen zu begegnen. Nachdem er sie dann auch in der Schule unter großem Anklang seiner Zuhörer erzählt hatte, begann er, diese aufzuschreiben.

Im Januar 2013 wurde eine vom Thienemann Verlag geplante Neuausgabe des Werks zum Gegenstand von Medienberichten, weil darin einzelne Wörter gegenüber der Ursprungsversion verändert werden sollten. Nach Angaben des Verlags wäre eine Modernisierung des Textes bezüglich des heutigen Sprachgebrauchs nicht mehr üblicher Begriffe vorgesehen. Als Beispiele wurden die Worte Neger, wichsen und Zigeuner[5] genannt, die laut der Stellungnahme des Verlags nicht mehr im ursprünglichen Bedeutungsgehalt gebraucht oder verstanden würden. Die Änderungen wurden in Abstimmung mit der Familie des Autors erarbeitet, die zunächst jegliche Textveränderung abgelehnt hatte. Die Neuauflage erschien im Juli 2013. (Quelle: wikipedia)

Kolorierte Ausgabe

Eine Beispielseite aus der kolorierten Ausgabe

Und hier ein wenig Hintergrund zur Entstehung dieses Buches:

Susanne Preußler-Bitsch: „Eines Abends behaupteten mal meine großen Schwestern, sie könnten heute Abend nichts ins Bett gehen, sie hätten so schreckliche Angst vor den bösen Hexen.“

Böse Hexen? Die gibt es doch gar nicht mehr, behauptete Otfried Preußler schnell. Er wollte die Töchter beruhigen.

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Susanne Preußler-Bitsch: „Warum gibt es denn keine bösen Hexen mehr? Und dieser Frage musste er sich dann stellen: Ja, warum gibt es denn eigentlich keine bösen Hexen mehr? Und darauf musste er eine Antwort finden, mit der seine Töchter zufrieden waren. Und so entstand letztendlich die Geschichte von der guten, kleinen Hexe.“
Die kleine Hexe will dazugehören, aber sie selbst bleiben

„Es war eine kleine Hexe, die war erst 127 Jahre alt, und das ist ja für eine kleine Hexe gar kein Alter.“

127 Jahre, die kleine Hexe ist damit ein Kind unter den alten Hexen. Doch sie will dazugehören, zu den Großen. Und dieser dringende Wunsch und der stete Versuch, ihn zu erfüllen ohne die eigene Integrität zu verlieren, ist Thema dieser Geschichte.

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Susanne Preußler-Bitsch: „Und in der vom Heranwachsen erzählt wird, ja, und in der sich auch all die kindlichen Nöten, Freunden, Fragen und Ärgernisse widerspiegeln, die man als Kind auch tagtäglich erfährt auf dem Weg zum groß werden. Und man erfährt, wie man damit umgehen kann.“

Die Preußler-Hexe darf auf ihrem Weg zum Großwerden experimentieren und lustvoll Grenzen überschreiten. 1957, im Erscheinungsjahr des Buches, war das zunächst ein Novum.

Susanne Preußler-Bitsch: „Und man hat es wohl auch akzeptiert, dass es eines der ersten antiautoritären Kinderbücher war und dass man eigentlich eine kleine Hexe erlebt, die sich nach moderner Ansicht ziemlich emanzipiert und gegen die allgemeine Meinung stemmt.“

Susanne Preußler-Bitsch

Susanne Preußler-Bitsch

Aus „Die kleine Hexe“: „Ich weiß, was ich mache! Ich reite heute Nacht auf den Blocksberg.“ Der Rabe erschrak: „Auf den Blocksberg? Das haben dir doch die großen Hexen verboten, sie wollen beim Hexentanz unter sich sein.“ „Pah“, rief die kleine Hexe, „verboten ist vieles.“ (Quelle: deutschlandfunkkultur.de)

Aber auch dieses Hörspiel entwickelte sich wohl zu einem Klassiker der Kinder-Hörspiele dieser Zeit:

Einfach pfiffig in Szene gesetzt, kleine aber feine musikalische Zwischenspiele … man kann nur erahnen, wie viele leuchtenden Kinderaugen diese LP zum Vorschein gebracht hat.

Nun, ich habe mir diese LP damals nicht angehört, da bevorzugte ich dann doch lieber z.B. „The Wicht“ von den Rattles.

Aber später mit meinen Töchtern: Da haben wir das Buch mehr als einmal gemeinsam gelesen.

Und von daher verwundert es nicht, dass meine Töchter bereits Bedarf angemeldet haben:  … „am besten als mp3 Datei“ … denn einen Plattenspieler haben sie nicht mehr …

Unabhängig davon: Die deutsche Kinderliteratur wäre umso viel ärmer, hätte es nicht diesen Ottfried Preußler gegeben.

Dafür empfinde ich tiefe Dankbarkeit !

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Besetzung:

Erzähler: Hans Bauer
Die kleine Hexe: Brigitte Koesters
Der Rabe Abraxas: Paul Lasner
Die Wetterhexe Rumpelpumpel: Margot Trooger
Die Oberhexe: Ingeborg Hoffmann
Die Hexen: Else Sommer, Rosemarie Brennicke ,Ulla Christ u.v.a.
Die Holzweiber: Martina Eginhardt, Marie Louise Hardegg, Else Sommer
Der neue Revierförster: Bernd-Holger Bonsels
Der billige Jakob: Frank Daniel
Das Blumenmädchen: Sabina Trooger

Es musizieren und singen:
Pepsi und Benny    un die Märchenmusikanten

Regie, Produktion und
Hörspielfassung: Egon L. Frauenberger

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Titel:
01. In der Walpurgisnacht 2.51
02. Auf dem Wochenmarkt 8.39
03. Die Holzweiber und der Revierförster 14.36

Text: Ottfried Preußler
Musik: Egon L. Frauenberger
Liedertexte: Egon L. Frauenberger und Ottfried Preußler

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