The Freedom Singers – Oh Freedom – Gospels And Spirituals (1971)

FrontCover1.JPGGanz sicher kein Zufall, dass Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre bei uns auch die Gospel/Spiritual Musik stärker in den Fokus rückte, stand doch diese Musik auch für den Freiheitskampf jener dunkelhäutigen Menschen, die insbesondere (aber nicht nur) in den USA der Diskriminierung ausgesetzt waren. Martin Luther King war einer der ganz besonderen Persönlichkeiten jener und die Black Panther/Black Power Bewegungen entstanden damals nicht von ungefähr.

Und die Wurzeln dieser Musik (die ja stets gepaart war mit diesem Gottvertrauen, das mir bis heute nicht begreiflich ist)  wurden ja nicht nur von den Les Humphries Singers ausgeschlachtet … auch deutlich unbekanntere Musiker versuchte in diesem Genre in Glück.

So z.B. ein gewisser Jackie Sprangers, der für das Schweizer Label Elite Records, diese Aufnahmen in Szene setze.

Ich konnte leider kaum Informationen über diesen Jackie Sprangers in Erfahrung bringen. Er wohl wohl eine holländischer Komponist und Pianist, der für diverse deutschsprachige Billig-Labels diverse Aufnahmen der unterschiedlichsten musikalischen Richtungen einspielte (so z.B. auch für BASF Records die EP „Die Rheinpfalz“)

Für meinen Geschmack sind diese Aufnahmen hier ausgesprochen gut gelingen … ein versierter Chor, viel Orgel und ein zuweilen atemberaubendes Saxophon (z.B. auf „Go Tell It On The Mountains “ !).

Von daher … auch Billig-Aufnahmen dieser Zeit können durchaus ihren musikalischen Reiz haben.

Und auch heute lohnt es sich, über das Thema Rassendiskrimierung Gedanken zu machen, denn sie bleibt leider an der Tagesordnung … zumindest für Menschen, die ihr Hirn einschalten.

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Das legendäre Bild der Olympiade 1968 in Mesiko: Peter Norman (l.), Tommie Smith (Mitte) und John Carlos (beide US-Atlethen wurden für den Rest ihres Lebens von Sportkämpfen in den USA ausgeschlossen)

Besetzung:
The Freedom Singers unter der Leitung von Jackie Sprangers

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Titel:
01. I Hear The Voice Of Jesus 4.56
02. Read Your Bible 2.22
03. Go Tell It On The Mountains
04. It’s Me Oh Lord 1.33
05. Massa’s In The Cold Cold Ground 2.05
06. When I’m Dead And Burried 2.11
07. Oh Freedom 2.46
08. Swing Down 2.08
09. Good News 1.41
10. Steel Away 3.57
11. He’s Got The Whole World 1.30
12. Old Time 2.04
13. Down By The Riverside 3.02

Musik und Texte: Traditionals

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Gospel-Chor St. Lukas München – Gospel-Olympiade Linz (2000)

FrontCover.jpgIm Jahr 2000 wurde die erste Chorolympiade aus der Taufe gehoben. Als Austragungsort für diese besondere Premiere wurde die Stadt Linz ausgewählt. 342 Chöre mit 15.000 Teilnehmern aus 60 Ländern traten vom 07–16. Juli 2000 im Linzer Design Center in unterschiedlichen Bewerben gegeneinander an.
Seither gilt die Chorolympiade, welche im 2-Jahres-Turnus stattfindet, als größte Musikveranstaltung der Welt und ist ein fester Bestandteil
im Terminkalender vieler Chöre aus zahlreichen Nationen. Jeder Wettbewerb im Rahmen der Chorolympiade folgt einem eigenen Bewertungs-system, anhand dessen die 5–7köpfige Jury mittels festgelegter Kriterien den Leistungsstand der teilnehmenden Chöre beurteilt. Dazu werden die Chöre in Kategorien eingeteilt, die vergleichbare Besetzungen (z.B. Kinder-, Jugend-, Männer-, Frauen-, gemischte Chöre) oder vergleichbare künstlerische Ausrichtungen zusammenfassen (beispielsweise Pop-, Gospel-, Folklore-Chöre, Kirchenchöre).

Austragungsorte waren seitdem neben Österreich und Deutschland auch China, Südkorea und heuer wird dieses Mega-Event in Riga/Lettland stattfinden.

Die junge Geschichte dieser speziellen Olympiade begann also in Linz/Österreich und beteiligt hat sich auch der Gospel-Chor St. Lukas, München. Hier ein kleiner Rückblick über diesen Chor:

Mit 2014 treten wir ein in das 24. Jahr unseres Bestehens. Damit sind wir womöglich der älteste aktive Gospelchor Münchens und sicherlich einer der erfolgreichsten. Mit der Erfahrung von über 300 öffentlichen Auftritten hat der Chor ein musikalisches Niveau, Professionalität und Bühnenpräsenz entwickelt, die ihresgleichen sucht.
Die 60 Sängerinnen und Sänger haben ein chorinternes Auswahlverfahren und umfassendes Stimmtraining absolviert und können mit Piano-Begleitung und der eigenen modernen PA-Anlage – je nach Anlass und Bedarf in unterschiedlichen Besetzungen (auch mit Band) – auftreten, gemäß dem Anlass und den Wünschen unseres Publikums.

LogoDer Chor blickt zurück auf eine stürmischer Entwicklung: Von einer kleinen Gruppe Gospelbegeisterter hin zu einem renommierten Chor, dem es gelang eine erfolgreiche Tournee im Mutterland des Gospels durchzuführen – eine außergewöhnliche und einzigartige Veranstaltung.
Seinen hohen Bekanntheitsgrad verdankt der Chor des weiteren den Fernsehauftritten, zahlreichen Konzerten und seinen internationalen Tourneen. Die Erfolge bei internationalen Chor-Wettbewerben bestätigen die Qualität und Besonderheit des Gospelchores St. Lukas.

Die Zusammenarbeit des Chores mit hervorragenden Sängern und Musikern hat seine beeindruckende Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Angela Brown, Michael Flannagan, Eric Bond, Albert C. Humphrey, Liz Howard und Janet Tyler haben die außergewöhnliche Qualität hervorgebracht und den ’schwarzen Spirit‘ des Chores geprägt.

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Matthias Preissinger

Jazz-Pianist, Komponist und Arrangeur Matthias Preissinger hat durch seine Arrangements, sein Jazz-Piano und Probenleitung über lange Jahre den einzigartigen Sound des Chores geprägt.

Seit 2007 leitet der Pianist, Komponist und Arrangeur Bastian Pusch den Chor und bringt neue Dynamik in den Klangkörper. Angelehnt an Harmonien und Rhythmen aus dem Jazz geben seine Arrangements und Kompositionen dem Gospelchor St. Lukas den eigenen, unverwechselbaren Klang, den das Publikum besonders schätzt. (Selbstdarstellung auf der Homepage  des Chors).

Bei dieser Maxi-CD handelt es sich scheinbar um einen privaten Mitschnitt von ihrem damaligen Auftritt in Linz, so quasi als kleine Erinnerung an dieses sicherlich sehr beeindruckendem Konzert.

Schade, dass die Produktion dieses privaten Edition eher schlicht ist, die Aufnahmequalität erschein mir gelegentlich dürftig (insbesondere bei „I Live You Lord) und auf der Hülle finden sich so gar keine Informationen, nicht mal die Titel werden genannt. Die habe ich mir dann von dem prallen Festival-Reader gemopst (und den lege ich auch bei, damit man einen Eindruck über dieses wirklich gigantische Festival bekommt). Und man hat nicht mal die einzelnen Lieder gesplittet, sondern als einen Track auf die CD gepresst. Das nenne ich schlampig. Ich habe mir erlaubt, dies für meine Präsentation nachzuholen.

Und da ich sehr viel Sympathie für solch ein musikalisches Engagement habe, gibt es einfach ganz viel Sympathiepunkte meinerseits !

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Besetzung:
Gospel-Chor St. Lukas, München
Matthias Preissinger (piano, musikalische Leitung)

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Die Rückseite der CD

Titel:
01. Righteous 2.36
02. I Love You Lord 5.42
03. Feel The Spirit Moving + Down By The Riverside 7.35

Alle Lieder: Traditionals

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Verschiedene Interpreten – Lieder unserer Zeit in Licht und Schatten (1968)

FrontCover1Auf den ersten Blick eine weitere Benefiz Schallplatte (diesmal für das Deutsche Rote Kreuz), auf den zweiten Blick ein wirklich beachtenswertes Album.

Im Gegensatz zu vielen anderen LP´s der gleichen Art hat man sich nämlich durchaus Gedanken zur Musikauswahl gemacht und letztlich darauf verzichtet, einen Hit-Sampler zu veröffentlichen.

Stattdessen gibt es viele Lieder mit Tiefgang, thematisch handeln sie alle in sehr unterschiedlichen Formen von „Krieg und Frieden“ und so wundert es auch nicht, dass insbesondere Folksongs und Chansons Verwendung fanden.

Zu jedem Lied findet sich eine kleine Erläuterung auf der Innenseite des Covers.

So erfährt man z.B. dass das Lied „Hundert Mann und ein Befehl“ (eigentlich: „Ballad Of The Green Berets“ von Barry Sadler) von Heidi Brühl als Antikriegs-Songs interpretiert wird, „denn schließlich sind es immer die Frauen und Mütter, die den Preis für die Kriege bezahlen müssen

Man hört stimmungsvolle Gospel-Songs, einfach aber wirkundsvoll instrumentierte Folkssongs wie „There But For Fortune“) (von Phil Ochs, interpretiert von Vicky Leandros), „Die Moosoldaten“ (Don Paulin: arrangiert von Klaus Doldinger !) oder „La Mamma“. Und dann noch den Chanson „Göttingen“ von Barbara, ein Lied, das damals für Furore sorgte und ganz gewiss einen eigenen Blog-Beitrag verdient.

Schon überraschend diese Songauswahl und für heutige Hörer ist es auch eine Möglichkeit, sich mit unbekannteren Künstlern wie Owen Williams oder CorrenBrokken zu beschäftigen.

Und selbst die Trompeten-Nummern „Sunrise“ (Melody Of Peace) des Orchesters Mat Panas und die „Schiwago-Melodie“ (gespielt von Roy Etzel) fügen sich wunderbar in dieses Album ein. Und auch wenn der Titel des Albums etwas sperrig wirkt … reinhören lohnt sich allemal !

Die Grußworte auf der Rückseite des Covers sind dabei das unwichtigste.

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Titel:
01. Orchester Mat Panas: Sunrise (Panas) 2.45
02. Alexandra: Sehnsucht (Das Lied der Taiga) (Bauer/Weyrich) 2.53
03. George Goodman & The Alabama Choir: Glory Hallelujah (John Brown’s Body) (Traditional) 2.33
04. Vicky Leandros: There But For Fortune (Ochs) 2.28
05. Barbara: Göttingen (Barbara/Brandin) 2.37
06. Charly Tabor: Die Rose von Nowgorod (Rota/Schrauth) 2.40
07. Heidi Brühl: Hundert Mann und ein Befehl (Sadler/Moore/Bader) 2.25
08. Nana Mouskouri: Johnny Tambour (Little Drummer Boy) (Simeone/Onorati/Buschor) 3.49
09. Roy Etzel: Schiwago-Melodie (Lara’s Theme) (Jarre) 2.24
10. Corry Brokken: La Mamma (Adiós La Mammá) (Aznavour/Gall/Niessen) 3.42
11. Don Paulin: Die Moorsoldaten (Traditional) 2.38
12. Alexandra: Die andern waren schuld (Nefedov/Bader) 2.22
13. Owen Williams & Rosy-Singers: Der Regen (Swing Low, Sweet Chariot) (Traditional/Hertha) 2.51
14. Esther Ofarim: Monsieur Le President (Le Déserteur) (Vian/Berg) 3.15

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Zur bestmöglichen Verbreitung des Albums organisierte man dann auch noch ne Postkarten-Aktion:

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Postkarte2

Siyou Gospel Projekt – Otiaa (1996)

FrontCover1Für mich die spannendste Neuentdeckung der letzten Zeit:

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum (* 11. September 1968 in Bafang, Kamerun) ist eine afrodeutsche Gospelsängerin und Chorleiterin.

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum ist in Bafang (Kamerun) als Tochter eines kamerunischen evangelischen Pfarrers (Martin Ngnoubamdjum, bekannt als „Bruder Martin“) und einer deutschen Entwicklungshelferin geboren. Die Familie wandte sich – als sie zwei Jahre alt war – nach Deutschland, so dass Siyou im süddeutschen Raum aufwuchs. Früh entdeckte sie ihre umfangreichen stimmlichen Möglichkeiten und erprobte diese sowohl in den Stilrichtungen Soul als auch Rock. 1987 wandte sie sich schwerpunktmäßig dem Gospel und dem Spiritual zu und bildete ihre Stimme weiter aus

1993 gründete Siyou Isabelle Ngnoubamdjum das siyou | gospel projekt, eine Gruppe, die sich der Darstellung von Musik aus der „Schwarzen Kirche“ widmet. Zahlreiche Konzerte, Radio- und Fernsehauftritte sowie CD-Produktionen folgten. 2004 wurde die siyou | gospel academy und der Gospelchor see you | singers gegründet. Mit ihren Gruppen unternimmt Siyou Isabelle Ngnoubamdjum Konzerttourneen in Deutschland, Frankreich und Kamerun, gestaltet Kirchentage mit und unterrichtet theoretisch wie praktisch die Kunst des Gospels.

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Mit ihrer Musik möchte Siyou Isabelle Ngnoubamdjum ihr Publikum auch auf gesellschaftliche Missstände hinweisen; gleichzeitig will sie die Geschichte der Schwarzen und deren christlichen Glauben ihren Zuhörerinnen und Zuhörer näher bringen.

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum betätigt sich als Moderatorin auf verschiedenen Afrikafestivals Süddeutschlands (Pforzheim, Stuttgart, Würzburg). Bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2009 wurde sie von einem hinteren Listenplatz für Bündnis 90/Die Grünen in den Ulmer Gemeinderat gewählt. Ende 2011 legte sie aus beruflichen Gründen ihr Mandat nieder. (Quelle: wikipedia)

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Soyou  mit ihrem musikalischem und privatem Partner Hellmut Hattler (ja, genau der von „Kraan“)

Und so beschreibt sie sich selber:

Siyou Isabelle Carola Ngnoubamdjum, eine Frau der die Stimme in die Wiege gelegt wurde. Ausgestattet mit der afrikanischen Lebensfreude, unglaublichem Temperament, der Verbundenheit zu Mutter Erde und preußischer Disziplin, natürlicher Musikalität sowie dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten wuchs Siyou in Deutschland auf. Geprägt durch den afrikanischen Vater der hier als Pfarrer für Mission und Ökumene bei der evangelischen Kirche tätig war und ihrer deutschen Mutter, die ihr ihre erste Gitarre schenkte, hat sich Siyou früh mit der Musik der Schwarzen, der Geschichte der Sklaverei und der Gospelmusik auseinandergesetzt. Bei den Gottesdiensten ihres Vaters lernte sie schon als Kind vor Publikum zu singen und spürte die Reaktion auf ihre Stimme.

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Siyou mit Jo Fessele

Nach Ausflügen in die Pop-Blues und Rockmusik konzentrierte Siyou sich auf ihre Tätigkeit als Gospelsängerin, gründete verschiedene Chöre, arbeitete mit Jugendlichen, gab Workshops und bildete sich und ihre Stimme immer weiter aus. Als langjährige Moderatorin von großen Musikfestivals (Afrikafestival Würzburg/ Chiemsee-Reggeafestival) lernte sie mit ihrer Stimme auf der Bühne noch mal ganz anders umzugehen. Als Studiomusikerin, Solistin für verschieden Chorproduktionen und eigenständige Sängerin konnte Siyou sich entwickeln, eigene Songs schreiben, viele Konzerte geben, mit tollen Musikern zusammenarbeiten und sich über die Grenzen hinaus einen Namen machen.

Wie eine musikalische Brückenbauerin bewegt sie sich spielerisch zwischen den verschiedenen Musikrichtungen und vermittelt so auch zwischen Menschen und Kulturen. Im Spannungsfeld zwischen afrikanischen Lebensfreude und deutscher Disziplin pendelt Siyou hin und her, findet ihren Weg und trifft dabei immer den richtigen Ton. Die Fähigkeit ganz natürlich mit ihrer Stimme, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen, authentisch zu sein und ihr Publikum so zu erreichen und zu begeistern, macht Siyou zu einem einzigartigen Erlebnis auf der Bühne. (Selbstdarstellung)

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Und zum Einstieg in die großartige Welt der Siyou Isabelle Ngnoubamdjum ihr Debütalbum (zuvor hatte sie allerdings bereits zwei Singles bei Koch Records veröffentlicht, die man eher dem Schlagermetier zuordnen darf. (demnächst hier in diesem Theater).

Aber hier: Gospelmusik in Reinkultur, kogenial begleitet von Jo Fessele … Was für eine Stimme, was für ein Timbre … was für ein Klavier …

Oftmals spricht manja auch von der heilenden Wirkung von Musik … mir wurde dieses Element noch nie so deutlich wie bei diesem Album …

Wer hier nicht reinhört, ist selber schuld. Für die Gänsehaut garantiere ich …

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Besetzung:
Ralph Damrath (vocals)
Jo Fessele (piano)
Nicole Häußler (vocals)
Siyou (vocals)
+
Bernhard Froh (bass bei 03. + 07.)
Markus Merzig (drums bei 03. + 07.)

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Titel:
01. Afrikanisches Palaver 1.18
02. Kumbayah (Traditional) 4.11
03. Joshua Fit de Battle (Traditional) 3.02
04. Amazing Grace (Traditional) 5.42
05. Interlude 0.44
06. Amen (Traditional) 3.42
07. Lord Is The Lord (Fessele/Siyou) 4.29
08. Nobody Knows (Traditional) 5.45
09. He May Not Come (Traditional) 4.57
10. Motherless Child (Traditional) 3.50
11. Put A Little Love In Your Heart (Traditional) 3.12
12. Afrikanische Glocken 0.42
13. Glory Glory (Traditional) 1.05

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Vertrieb

Und hier ein Portrait aus dem Jahr 2010 (SWR Landeschau):

Joy Fleming – Viele Gesichter (1994)

JoyFlemingFrontCoverViele Gesichter hatte sie wahrlich … die Joy Fleming … und jetzt ist sie tot.:

Ihren ersten Hit landete Joy Fleming Anfang der Siebzigerjahre mit „Neckarbrückenblues“, der Song in Mannheimer Mundart machte sie weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt bekannt.

1975 vertrat Fleming mit dem Song „Ein Lied kann eine Brücke sein“ Deutschland beim Grand Prix, landete damals jedoch weit hinten auf Platz 17. Trotzdem wurde die Sängerin, die vom Blues, Soul und Jazz kam, hierzulande immer wieder mit diesem Lied assoziiert. Über 40 Jahre lebte Fleming auf einem Bauernhof in Sinsheim bei Mannheim mit ihrem französischen Lebenspartner.

Am Mittwochabend starb die Mannheimer Sängerin mit der schwarzen Stimme im Alter von 72 Jahren, wie ihr Sohn und ihr Manager am Donnerstag bestätigten. In ihrer Mitteilung hieß es: „Mit ihr verlieren wir eine großartige Sängerin, eine aufopferungsvolle Mutter und eine liebevolle Lebensgefährtin, welche voll im Leben stand.“ (Quelle: Der Spiegel)

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Und das Gesicht, das sie auf dieser CD zeigt, gehört zu den wirklich beeindruckenden Gesichtern.

Bedauerlicherweise wird dieses Album in der online basierten Fachliteratur kaum erwähnt. Und das ist ausgesprochen schaden, denn hier kann sie sich mit ihren ganz besonderen Stärken präsentieren:

Und zwar mit ihrer ausdrucksstarken Blues-und Soul getränkten Stimme.

Und eine Kunde von amazon brachte es mit ein paar wenigen Worten auf den Punkt:

Joy Fleming – eine tolle Sängerin!!!
Das war noch eine Künstlerin / Sängerin, die singen kann. Und dies in verschiedenen Musik-Richtungen.
Heute ist sie über 70 Jahre! (Sigi aus Bremen)

Man höre sich z.B. den eindrucksvollen Gospel „Zaubermann“ an, wo sie fast unbegleitet als Ausnahmesängerin brilliert:

TextZaubermann

Und erinnert man sich an ihr Interview, das ich mal anderswo präsentiert habe, dann versteht man den Song „Laßt die Kinder frei“ noch, viel, viel, besser. Gänsehaut pur … Gesanglich kann man sie hier durchaus mit Maggie Bell vergleichen und das will schon was heißen !!!

Eine feine Band hatte sie da … und wenn ich mir das recht gemerkt habe, spielten noch eine lange Zeit für Joy Fleming … das nenn´ ich auch ne Form von Tradition, und zwar im feinsten Sinne des Wortes.

Also: Joy Fleming: das ist genuss pur … anhören und sich überzeugen lassen !

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Besetzung:
Maher Fladung (guitar)
Joy Fleming (vocals)
Martial Krier (keyboards)
Martin Quinten (drums)
Alain Wittische (bass)

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Titel:
01. Du rufst mich an 3.23
02. Mr. Boogie 3.29
03. Viele Gesichter 3.33
04. Spring‘ auf 3.47
05. Zaubermann 2.18
06. Liebesland 3.49
07. Feuer und Flamme 3.29
08. Laßt die Kinder frei 3.30
09. Raff‘ Dich auf 3.31
10. In Dich verschossen 3.41
11. Spitze 3.34
12. Meine Freunde 2.38

Musik und Texte: Joy Fleming, Maher Fladung, Bernd Liebenow

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Joy Fleming (* 15. November 1944 in Rockenhausen, Nordpfalz; † 27. September 2017 in Sinsheim-Hilsbach)

 

Konzertplakat

Und das Konzert muss leider ausfallen

Les Humphries Singers – Rock My Soul (1970)

FrontCover1Leslie Humphries: Er war wohl einer der schillerndsten Figuren der fröhlich-fideln Popmusik Anfang der 70er Jahre … der Absturz erfolgte dann allerdings etliche Jahre später.

Les Humphries, eigentlich John Leslie Humphreys, (* 10. August 1940 in Croydon, London; † 26. Dezember 2007 in Basingstoke) war ein englischer Popmusiker, der in Deutschland mit seiner Gruppe Les Humphries Singers bekannt wurde. Von Anfang der 1970er Jahre bis zur Auflösung seiner Gruppe 1976 verkaufte Humphries rund 48 Millionen Tonträger.
Les Humphries wuchs vaterlos in einfachen Verhältnissen auf. Der Vater fiel 1942 im Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende zog die Familie Humphries nach Alton in ein Reihenhaus, in dem Humphries bis zu seinem Tode wohnte. Humphries bekam früh Klavierunterricht, und mit 13 Jahren wechselte er auf die Marineschule in Deal (Grafschaft Kent). Später trat er in das Musikkorps der britischen Royal Navy ein. 1958 wurde er aus 5000 Jungmusikern der Royal Navy zum „Besten Jungmusiker des Jahres“ gewählt, worauf er dann im Buckingham Palace der Queen Mum am Klavier vorspielen durfte. Er verließ die Navy 1964 mit dem Dienstgrad „Master Band Sergeant“.

Humphries021966 gründete Humphries die Gruppe The Summer Set. Neben vielen Auftritten in England folgten auch Gastauftritte in Hamburg. Von da an waren Humphries‘ Kontakte zum deutschen Musikmarkt geknüpft. Er trat 1968 als Organist in Achim Reichels Band Wonderland ein. Schon 1969 verließ er die Gruppe, um seine eigene Gruppe zu gründen. Inspiriert durch die Edwin Hawkins Singers gründete er Mitte 1969 zusammen mit Jimmy Bilsbury die Gruppe The Les Humphries Singers, die sehr erfolgreich wurde und viele Hits produzierte wie z.B. Mama Loo (1973), Mexico und Kansas City.

Eine seiner bekanntesten Kompositionen ist die Titelmelodie der Krimiserie Derrick. Koautor, wichtigster Partner für viele Lieder sowie bedeutendster Solosänger der Gruppe war Jimmy Bilsbury; zu ihm hatte Humphries ein eher schwieriges und gespanntes Verhältnis bis hin zu schweren Prügeleien nach Alkoholkonsum.

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Dunja Rajter und Les Humphries

1972 heiratete er die Schlagersängerin Dunja Rajter in der Dorfkirche des kleinen niedersächsischen Ortes Undeloh in der Lüneburger Heide. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, Danny Leslie Humphries (* 1974; er trat in der Band Glow – ebenfalls als Sänger und Gitarrist – in Erscheinung); die Ehe wurde 1976 geschieden. Humphries setzte sich aufgrund von Steuerschulden Ende der 1970er Jahre in seine englische Heimat ab und kehrte erst nach Verjährungseintritt nach Deutschland zurück.

1991 lud Les Humphries seine Gruppe nach Hamburg in die NDR Talkshow. Nach dieser Sendung bekamen die Les Humphries Singers einen Plattenvertrag und gingen 1992 als Vorgruppe von Howard Carpendale auf Deutschlandtournee. Es folgten Fernsehsendungen wie Goldene Schlagerparade und Wetten, dass..?. Humphries war zuletzt mit Dagmar Frederic in der MDR-Sendung Meine Show zu sehen. „Der Meister ist leider krank, doch die Truppe steht“, lautete die Ansage der Moderatorin; Humphries hatte bei einem Sturz Prellungen an der Wirbelsäule erlitten.

Mehrere Versuche zu einem Comeback blieben erfolglos. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er sehr zurückgezogen und hatte nicht einmal mehr Kontakt zu seiner früheren Frau Dunja Rajter und seinen drei Kindern. In die Schlagzeilen brachte er sich selbst noch einmal 1998, als er seine eigene Todesmeldung veröffentlichen ließ: Telefonisch gab er sich als sein eigener Zwillingsbruder aus und meldete den angeblichen Tod des Bruders. Darauf fiel Jürgen Drews, Sänger und ehemaliges Chormitglied der Les Humphries Singers, herein: In Unkenntnis des wahren Sachverhalts sprach Drews auf eine Anfrage des Bayerischen Rundfunks live einen Nachruf auf Humphries in Bayern 3.

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Les Humphries in den 90er Jahren

Les Humphries starb im Alter von 67 Jahren am 26. Dezember 2007 an einem Herzinfarkt nach einer Lungenentzündung im Krankenhaus in Basingstoke, England. Sein Tod wurde der Öffentlichkeit erst im Februar 2008 bekannt. Nach einem Streit der Hinterbliebenen über den Ort der Bestattung wurde seine Urne am 18. August 2008, acht BilsburyMonate nach seinem Tod, heimlich in seinem Heimatort Alton in der Grafschaft Hampshire neben seiner Mutter Kathleen Humphreys, die 1986 starb, beigesetzt (Quelle: wikipedia)

Aber auch der Jimmy Bilsbury konnte letztlich aus seinen zweifelsfrei vorhandenen Talente nichts anfangen:

„Seit Jahren schwer alkoholkrank, war der ehemalige Millionär Bilsbury am Ende verarmt und lebte von Sozialhilfe. 2003 wurde er in seinem 8 m² großen Zimmer eines Bonner Obdachlosenheims tot aufgefunden. Die Obduktion ergab, dass er drei Tage zuvor an Herzversagen verstorben war. Seine Leiche wurde kremiert und die Asche im Waldfriedhof von Gauting im Rahmen einer Zeremonie beigesetzt, bei der auch sein damals 16-jähriger Sohn anwesend war.“ (Quelle: wikipedia)

Singles

Single Veröffentlichungen

Wenn ich es recht überblicke ist dies das Debütalbum der Les Humphries Singers (das auch unter dem Titel „I Believe“ mit der gleichen Label-Nummer – SLK 16 650 – veröffentlich wurde).

AlternateFront+BackCover

Alternatives Front+Back Cover

Und wir hören lupenreinen Gospel, perfekt in Szene gesetzt … und bei diesen Aufnahmen geht´s  mir so, wie mit den damaligen Aufnahmen von Abba … Damals wurde diese Musik von mir spöttisch belächelt und heimlich habe ich mit dem Fuß gewippt) …

Nein … keine Frage, was da Les Humphries mit seinen Singers da vorgelegt haben, war und ist perfekte Gospel-Popmusik … muss man ja auch erstmal in dieser Perfektion hinbekommen.

Neben Klassikern der Gospelmusik (bei denen sich Les Humphries ziemlich dreist einfach als Komponist eintragen liess…. nun ja, die Tantiemen müssen ja schließlich fließen) hat man dann auch noch frank und frei Dylan´s „Blowing In The Wind“ in ein Gospelkleidchen gesteckt … nicht schlecht.

Und von daher reizt es mich, den musikalischen Werdeang dieser Truppe hier in diesem blog (oder anderswo, wer weiß das schon …) nachzuzeichnen … im Laufe der Zeit.

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Besetzung:
Jimmy Bilsbury (vocals)
Malcom Magaron (vocals)
+
background vocals:
Judy Archer – Enry David – Myrna David . Peggy Evers – Dornée Edwards – Henner Hoier -Heike Kloen („Goldie“) – Liz Mitchell – Victor Scott – Tina Werner
+
Les Humphires (piano)
+ ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. I Believe (Drake/Graham/Shirl/Stillman) 2.43
02. Jesus Lover Of My Soul  (Traditional) 4.05
93. Nobody Knows The Trouble I’ve Seen (Traditional) 1.51
04. Listen To The Rain (Traditional) 2.03
05. If I Had A Hammer (Traditional) 2.09
06. To My Father’s House (Traditional) 3.21
07. Blowin‘ In The Wind (Dylan) 3.05
08. Gospel Train 2.28
09. Motherless Child 2.54
10. Rock My Soul (Tradional) 2.28
11. Joshua Fought The Battle Of Jericho (Traditional) 2.36
12. When The Saints Go Marchin‘ In (Traditional) 2.27

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Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

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Knut Kiesewetter – Halleluja – Knut Kiesewetter singt Gospels (1964)

frontcover1Also eigentlich hatte ich mir den Einstieg in mein neues blog Jahr anders vorgestellt … Aber kurz nach Weihnachten 2016 ist Knut Kiesewetter im Alter von 75 Jahren gestorben:

Knut Kiesewetter (* 13. September 1941 in Stettin; † 28. Dezember 2016 in Garding) war ein deutscher Jazzsänger, Liedermacher, Posaunist, Gitarrist und Produzent.

Im Alter von drei Jahren zog Kiesewetter nach Garding auf der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt. Als 14-Jähriger begann er, durch Jack Teagarden angeregt, Posaune zu spielen und Jazz zu singen. Während seines Musikstudiums nahm er als 19-Jähriger seine ersten Singles auf. Davon konnten sich zwei Singles mit der Gruppe Die Tramps, Am Missouri (Oktober 1961, D #24) und Nur eine kleine Träne von dir (Juli 1962, D #38), in den bundesdeutschen Charts platzieren. Kiesewetter hatte zuerst verschiedene Künstlernamen, bis er erfolgreich genug war, um unter seinem eigenen Namen auftreten zu können. In den 1960er und 1970er Jahren war er elf Mal Sieger des Deutschen Jazzpolls in der Sparte Sänger. Ebenso gewann er in dieser Zeit drei Mal den europaweiten Jazz Poll knutkiesewetter03der französischen Jazz-Zeitschrift Blue Note. In seiner Musik mischte er Stile wie Blues, Jazz, Rock, Soul, Gospel, Chanson und Folk. Auch sang er die Arie Willst du dein Herz mir schenken aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach auf Schallplatte. Sein Spektrum im Jazz reichte von Oldtime Jazz bis zum Bebop. So spielte er auch mit Chet Baker, Dizzy Gillespie und Joe Zawinul zusammen.[2] Er trat häufig mit seinen Geschwistern Sigrun und Hartmut Kiesewetter auf.

Ende der 1960er Jahre begann Kiesewetter, selbst Schallplatten zu produzieren. Er entdeckte unter anderem Volker Lechtenbrink und Fiede Kay und wurde deren Produzent, wie auch von Hannes Wader, dessen erste drei Alben er produzierte. 1971 zog er auf den Fresenhof in Bohmstedtfeld nahe Husum. In der Folge wurde Kiesewetter mit seinen hochdeutsch, niederdeutsch und zum Teil auch nordfriesisch gesungenen, oft politisch inspirierten Liedern bekannt. Insgesamt veröffentlichte er rund 50 Alben, von denen Leeder vun mien Fresenhof eine Goldene Schallplatte erhielt. Später verkaufte er den Fresenhof an den Fernsehmoderator Peter Lustig und zog nach Garding.

Politisch engagierte sich Kiesewetter in den späten 1970er Jahren in der ersten Umweltschutz-Wählergemeinschaft Deutschlands, der Grünen Liste Nordfriesland. An der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst lehrte Knut Kiesewetter in den 1980er Jahren Liederkomposition und Liedertexten.

knutkiesewetter042012 erhielt Kiesewetter für seine Verdienste um die niederdeutsche und friesische Sprache den Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein.[Quelle: wikipedia)

Zur Erinnerung an Knut Kiesewetter ein ganz frühes Album von ihm (eventuell sogar seine erste LP überhaupt).

Und diese Produktion erregte damals schon ein wenig für Furore, denn Spirituals auf deutsch war noch was ganz, ganz neues, wie auch der Spiegel berichtete:

“ Als „deutsche Negermusik“ empfand die „Fränkische Tagespost“ das Vokal-Werk. Und der Münchner Geistliche und Schlagerkenner („Schnulzenpfarrer“) Günter Hegele forderte vom Textdichter gar „Ekel“ vor dem eigenen Machwerk.
„Schwarze Gesänge zur Ehre Gottes“ hingegen nannte die Hamburger „Deutsche Grammophon Gesellschaft“ („Polydor“), was sie seit Ende Februar an den Käufer zu bringen sucht: Unter dem Titel „Halleluja“* unternahm Polydor -Plattenproduzent Udo Bowien „den ersten ernst zu nehmenden Versuch“, die christlichen Gesänge nordamerikanischer Neger auch mit ihrem geistlichen Inhalt deutschem Ohr zugänglich zu machen: Polydor präsentiert Negro -Spirituals mit deutschsprachigem Text**.
Zwei Jahre brauchte Schallplattenproduzent Bowien, 31, um die zwölf bekanntesten amerikanischen Spirituals, darunter „Joshua Fit de Battle of Jericho“, „Go Down Moses“ und „Down by the Riverside“, für den deutschen Plattenmarkt herzurichten. Das Team, das ihn bei dem gewagten Unternehmen unterstützte, ist erfolggewohnt:
– Texter Ernst Bader, Pastorensohn und Erfolgsschlager-Dichter („Tiritomba“), besorgte die Eindeutschung der Texte;
– Arrangeur Horst Wende, Komponist des „Mexiko Mambo“, bearbeitete die Melodien;
– Sänger und Amateur-Posaunist Knut Kiesewetter, zweimal als bester deutscher Jazz-Vokalist ausgezeichnet, intonierte zusammen mit seiner Spiritual-Group die Polydor-Version der amerikanischen Gesänge.

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Knut Kiesewetter, 1975

Nahezu ausnahmslos blieben bisher deutsche Jazzaufnahmen für die Schallplattenfirmen geschäftliche Mißerfolge. Mitschnitte von Jazz-Festivals in Düsseldorf
und Frankfurt beispielsweise endeten fast immer auf den Ramschtischen der Warenhäuser. Aber „Halleluja“-Produzent Bowien hat dreifachen Grund, auf die Gunst des deutschen Schallplattenpublikums zu hoffen:
Ein Teil der Aufnahmen ist dem Kiesewetter-Team so gut gelungen, daß sie auch den Erwartungen anspruchsvoller Spiritual-Fans genügen können. Ein anderer Teil hingegen ist so kommerziell geblieben – der Chor liefert perfekten Schlager-Sound -, daß auch Schnulzenfreunde sich von dem Gesangswerk angesprochen fühlen können. (Quelle: Der Spiegel 12/1964 – 18. März 1964; der gesamte Artikel liegt dieser Präsentation als Faksimilie bei)

Also, die denn doch ehr ar schwülstigen Texte muss man nicht mögen (etliche Texte handeln auch vom Jenseits … jetzt ist er dort oder so), aber die Stimme von Kiesewetter ist schon teilweise beeindruckend, sein Jazzverständnis kommt auch gelegentlich durch … und es ist halt eine seiner vielen Facetten … Und es reizt mich doch sehr, die Facettenvielfalt des Knut Kiesewetters hier im Laufe dieses Jahres zu präsentieren, und das nicht nur, weil er wohl ein wirklich feiner Kerl gewesen war.

Der Anfang ist gemacht.

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Knut Kiesewetter, 1969

Besetzung:
Knut´s Spiritual Group

backcover

Titel:
01. So wie der grosse Strom… (Down By The Riverside) 2.41
02. Wie wird es am andern Ufer sein? (Swing Low Sweet Chariot) 2.41
03. Oft fühl ich mich wie ein mutterloses Kind (Sometimes I Feel Like A Motherless Child) 3.37
04. Er allein! (Nobody Knows The Trouble I’ve Seen) 3.21
05. Aber dort…(Hallelujah!) (Michael, Row The Boat Ashore) 2.25
06. Alle Menschen reden vom Himmel…(Aber Wenige Werden Ihn Sehen) (Going To Shout All Over God’s Heaven) 2.22
07. Die Schlacht um Jericho (Joshua Fit The Battle Of Jericho) 2.05
08. Er hält uns alle in seiner Hand (He’s Got The Whole World In His Hand) 2.01
09. Land der Verheissung (Deep River) 1.46
10. Der grosse Regen (Oh, Didn’t It Rain) 2.32
11. Lass mein Volk nach Haus (Go Down, Moses)  3.30
12. Der letzte Zug (This Train) 2.24
+
13. Ich sage, was mich stört (Nachruf; NDR Radio – 2016) 3.23
14. Musiker Knut Kiesewetter gestorben (Nachruf;NDR – Fernsehen – Sendung, 2016) 2.11

label

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Knut Kiesewetter
(* 13. September 1941 in Stettin; † 28. Dezember 2016 in Garding)