Verschiedene Interpreten – Schlager-Auslese 1965 (1965)

FrontCover1Tja, die wunderbare Welt des deutschen Schlagers in den 60er Jahren … voller Widersprüchlichkeiten, voller falscher Versprechen und voller Gefühl …

Dann wollen wir mal reinhören, was uns damals s alles präsentiert wurde:so alles präsentiert wurde:

Freddy Quinn … klar mit einer Heimweh/Fernsucht Melodie … und dann die Wencke Myhre … mit einem ganz und gar pfiffig-frechem Song (“ … Männer gibt es viele, Männer gibt´s genug … „).

Routiniert und souverön dann der Bert Kaempfert … und Roy Black … nun gut … sein „Du bist nicht allein“ ist ein Klassiker … macht aber den Song nicht besser …. Ilussionsmusik eben …

Der Lolita Song wurde ja eigentlich unter dem Titel „Männer, Masten und Matrosen“ unters Volk gebracht … erneut eine sehnsüchtige Melodie hinssichtlich des „perfekten Manns“ …

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Und dem völlig unbekannten Orchester Konstantin Hellmer wurde es ermöglicht, den Film-Hit „Zorba“ zum Besten zu geben (das Original ist mir lieber), ach ja … der Sonnyboy Thomas Fritsch hatte ne wirklich samtene Stimme … und Willy Millowitsch singt über all die „kleinen Sünderlein“ … der Mann war damals sowas von populär ….

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Na ja … die Connie Francis fand ich mindest so scharf wie die Peggy March (ich hatte allerdings 1965 noch keine Ahnung, was „scharf“ eigentlich bedeutet).  Und warum es  Jay & The Americans versteh ich bis heute nicht … ihr Song „Cara Mia“ wurde zwar auch bei uns in Deutschland veröffentlicht … einen großen Eindruck haben sie allerdings nicht gemacht.

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Das kann man von „Wooly Bully“ nicht behauoten …. das war schon ein veritabler Chart-Erfolg bei uns in der BRD  und – ob man es glaubt oder nicht – der Song ist noch heute gut anzuhören.

Na ja … und „Taxi nach Texas“ habe ich damals geliebt … kein Wunder, meine Wild West Romantik war damals mehr als intensiv … huingegen habe ich den „Letkiss“ damals eher gehasst … musst ich doch zu diesem Song  in der Theatergruppe, der ich damals angehört … just zu diesem Song tanzen und das auch noch mit einem Mädchen ,,. und den Kuss sollten wir allerdings nur andeuten, allein das war mir damals mehr als suspekt … na ja … diese Haltung hat sich dann im Laufe der Jahre geändert.

Da war der Sacha Distel damals schon weiter … dieser Charmeur wusste es, wie man Damen umgarnt …

Und mit der „Abschiedsmelodie (Il Silencio)“ endet diese LP mit dem damals unverzichtbarem Schmachtfetzen … und noch heute löst diese Melodie bei mir ne Gänsehaut aus …

Also: Willkommen in der wunderbare Welt des deutschen Schlagers der 60er Jahren … voller Widersprüchlichkeiten, voller falscher Versprechen und voller Gefühl …

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Titel:
01. Freddy Quinn: 5 000 Meilen von zu Haus (Bare/Williams/Loose) 2.30
02. Wencke Myhre: Sprich nicht drüber (v.d.Dovenmühle/Nobach) 2.25
03. Bert Kaempfert & His Orchestra: Red Roses For A Blue Lady (Tapper/Brodsky) 2.20
04. Roy Black: Du bist nicht allein (Arland/Hertha) 2.27
05. Lolita: Mohavana (Olias/Rothenburg) 2.43
06. Orchester Konstantin Hellmer: Zorba (Theodorakis) 2.49
07. Thomas Fritsch: Das hab‘ ich so gerne an dir (Scharfenberger/Feltz) 2.35
08. Willy Millowitsch: ‚S war immer so (Wir sind alle kleiner Sünderlein) (Traditional) 2.42
09. Peter Alexander: Fräulein Wunderbar (Shannon/Sheeley/Feltz) 2.06
10. Connie Francis: Hast du Heimweh (Scharfenberger/Busch) 2.41
11. Jay & The Americans: Cara Mia (Trapani/Lange) 2.34
12. Sam The Sham & The Pharaohs: Wooly Bully (Samudio) 2.23
13. Martin Lauer: Taxi nach Texas (Peeters/Feltz) 3.02
14. Orchester Robert Delgado: Letkiss (Lehtinen) 2.19
15. Sacha Distel: Frauen und Rosen (Laine/Feltz) 2.28
16. Heinz Schachtner: Abschiedsmelodie (Il Silencio) (Rosso/Brezza) 3.11

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Philharmonisches Staatsorchester Hamburg – Die schönsten Wiener Walzer (1965)

FrontCover1.jpgSolange ich ihn nicht tanzen muss, den Wiener Walzer, kann ich ja mit der Musikalso solche ja ganz gut leben. Und ich darf erinnern, dass die große „The Band“ ihr nicht minder großartiges Abschiedskonzert „The Last Waltz“ nannten und auch gleich dafür einen superben Walzer komponierten.

Hier also lupenreine Wiener Walzer Musik, erschienen auf dem legendärem Billig-Label „Europa Schallplatten“. Es spielt das Philharmonisches Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Richard Müller Lampertz.

Und hier noch ein paar Information über diesen Richard Müller Lampertz:

Richard Müller-Lampertz wurde am 29. März 1910 in Berlin geboren und war Mitte der 30er Jahre als Pianist bei diversen Orchestern und Rundfunkstationen tätig. Sein Lebensweg führte ihn auf zahlreiche Tourneen durch ganz Europa, etliche Schallplatten wurden eingespielt, und seine Oper „Chenaux“, aus der wir die schönsten Musikthemen zum Schluss dieser Kollektion veröffentlichen, wurde in Utrecht szenisch uraufgeführt. Den Höhepunkt seiner Karriere stellt zweifellos das über ein Jahrzehnt währende Engagement als Leiter des Rundfunkorchesters Hannover dar, das er mit seinem konsequenten, souveränen und nuancenreichen Stil zu einem in der Musikwelt hoch geachteten Klangkörper führt.

Müller- Lampertz passt in keine Schublade hinein, denn der vermeintlich auf die Kategorie gehobene Unterhaltungsmusik festgelegte Musiker ist ob seiner Genialität und Vielseitigkeit nicht klassifizierbar. Sein Motto war „Musik muss klingen“, und es war völlig egal, ob es sich um Musik von Carl Maria von Weber, Johann Strauß oder Franz Grothe handelte. Schon Anfang der 40er Jahre, als kaum 30-jähriger, leitet er ein philharmonisches Staatsorchester in Bremen.

Professor Röhl meinte, dass Richard Müller-Lampertz „niemals den Eindruck des um Engagement buhlenden Künstlers machte, sondern alles, was er tat, schien ihm leicht zu

Lampertz

Richard Müller-Lampertz

fallen. Seine Begabung lag in der offensichtlich unproblematischen Schwerelosigkeit, mit der er die musikalischen Aufgaben zu lösen verstand. Sein Wirken ist ein Beispiel für eine große künstlerische Inspiration für Dinge, die nicht erkennbar sind, ohne die aber in der Musik nichts geht. Beispielsweise erlebte ich bei einem Gespräch mit Müller- Lampertz und dem Komponisten und Pianisten Franz Grothe bei den Proben zur Einspielung von Grothes Walzer „Illusion“, wie eine Aufnahme entstand, wie sie besser  und vollendeter nicht sein konnte. Müller- Lampertz machte unendlich vielen Menschen mit schöner Musik viel Freude, weil er stets ein Gefühl für Qualität bewahrt hat“.

Bevor Richard Müller- Lampertz in den 60er Jahren seine künstlerische Heimat im Rundfunkorchester Hannover fand, hat er in redaktioneller Tätigkeit beim NDR in Hamburg maßgeblich an den hervorragenden Harry-Hermann-Produktionen mitgewirkt und wesentlichen Anteil daran, dass die Aufnahmen mit dem Orchester Harry Hermann heute noch einen Meilenstein in der Geschichte großer Rundfunkaufnahmen darstellen.

Müller- Lampertz, der auch als „Karajan der Unterhaltungsmusik“ bezeichnet wurde, war ein idealer Vermittler der leichten Klassik. Seine temperamentvollen und mitreißenden Interpretationen und sein untrügliches Gespür für klangliche Effekte und Nuancen wie auch seine elegante und ausdrucksvolle Körpersprache führten sein Rundfunkorchester Hannover dazu, dass „die Musiker gar nicht anders spielen konnten als er es wollte“. Seine Einspielungen verdienen einen Ehrenplatz in der deutschen Musikgeschichte. (Harry Hermann)

Also … man genieße jenen bezaubernden Klängen und wen´s juckt, der darf dann auch das Tanzbein schwingen, so ist´s ja nicht … Und klar, diese LP ist natürlich auch eine Verbeugung von der musikalischem Strauß-Dynastie, die dem Walzer die entscheidensten Impulse gaben.

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Besetzung:
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Richard Müller Lampertz

Titel:
01. Du und du (Joh. Strauß) 4.13
02. Schatzwalzer (Joh. Strauß) 7.33
03. Dorfschwalben aus Österreich (Joseph Strauß) 5.45
04. Hofballtänze (Lanner) 5.46
05. Wein, Weib und Gesang (Joh. Strauß) 6.03
06. Accelerationen (Joh. Strauß) 8.42

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Henry Vahl – Unser Opa ist der Beste + 1 (1965)

FrontCover1Der Henry Vahl ist schlicht und ergreifend ein Hamburger Volksschauspieler, der sich insbesondere in den 60er Jahren großer Beliebtheit erfreuen konnte:

Henry Vahl (* 26. Oktober 1897 in Stralsund; † 21. Juli 1977 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler. Nach einer mehr als vierzigjährigen Karriere, die ihn auf zahlreiche, insbesondere norddeutsche Bühnen führte, gelangte er in den 1950er Jahren ans Ohnsorg-Theater in Hamburg, wo er zum beliebten Volksschauspieler wurde, der in komischen Rollen vor allem kauzige, ältere Typen spielte. Durch die Fernsehübertragungen des Theaters erlangte er bundesweiten Ruhm und avancierte zum beliebten „Fernseh-Opa“.

Henry Vahl wurde 1897 in Stralsund als ältestes von vier Kindern des Seemanns Franz Vahl geboren; sein Bruder war der Schauspieler Bruno Vahl-Berg, seine Schwester Lissy die Mutter des Schauspielers Edgar Bessen. Bereits als Kind stand Henry Vahl in seiner Geburtsstadt in mehreren Rollen auf der Bühne. Nachdem der Fischkutter seines Vaters, der sich 1901 als Fischer selbständig gemacht hatte, 1905 durch eine Sturmflut zerstört worden war, zog die Familie 1906 nach Kiel. Henry Vahl arbeitete nach einer abgebrochenen Druckerlehre in einer Molkerei und als Liftboy im Hansa-Hotel, wo der Direktor des Kieler Stadttheaters, Karl Alving, 1914 auf ihn aufmerksam wurde und ihm erste Engagements verschaffte. 1916 spielte Vahl seine erste Hauptrolle im Stück Peterchens Mondfahrt; seit 1915 arbeitete er auch bei der Howaldtswerft, um den Kriegsdienst zu vermeiden.

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1918 ging Vahl nach Lübeck zum Hansa-Theater. Dort lernte er Germaine Koch kennen, mit der er sich verlobte und 1920 nach Braunschweig umzog, wo das Paar am 31. Januar 1925 heiratete. Im Herbst 1926 wechselte Vahl als Schauspieler und Regisseur nach Bernburg an der Saale, jedoch wurde das Theater bereits 1929 in der Wirtschaftskrise geschlossen, woraufhin er nach Berlin zog und nach kleineren Rollen bei Max Reinhardt und Auftritten als Filmkomparse am Deutschen Theater unter Reinhardts Nachfolger Heinz Hilpert engagiert wurde. 1940 erhielt er zusammen mit seiner Frau ein Engagement in Karlsbad, wo er im November 1941 sein 25-jähriges Bühnenjubiläum beging. Doch im selben Monat wurde Germaine Vahl die Arbeitserlaubnis entzogen, da sie als sogenannte Halbjüdin galt. Sie tauchte unter und versteckte sich bis zum Kriegsende in einer Gartenlaube bei Ratzeburg. Henry Vahl kannte ihren Aufenthaltsort nicht, stand aber über ihre Mutter mit ihr in Kontakt. Im Verhör bei der Geheimen Staatspolizei gab er an, sie sei vermisst. 1943 wurde er zum Wehrdienst eingezogen und trat bei der Truppenbetreuung an der Ostfront auf. Nach dem Krieg zog er, wieder mit seiner Frau vereint, nach Berlin.

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Henry und Germaine Vahl

1950 gingen die Vahls nach Hamburg, wo Henry Vahl im Flora-Theater und im Theater im Zimmer von Helmuth Gmelin auftrat, außerdem in Friedrich Schütters Jungem Theater (dem heutigen Ernst-Deutsch-Theater), wo er den alten Landarbeiter Candy in einer Bühnenbearbeitung des Romans Von Mäusen und Menschen gab. Im März 1958 sollte am Ohnsorg-Theater das Stück „Meister Anecker“ von August Lähn unter der Regie von Walter Scherau mit Jochen Schenck in der Titelrolle und Otto Lüthje in der Rolle des Schustergesellen Matten aufgeführt werden, als Lüthje kurz vor der Premiere erkrankte. Das Theater engagierte Vahl als Ersatz, und er blieb dauerhaft. In den folgenden Jahren trat er in mehr als 100 Rollen am Ohnsorg-Theater auf, oftmals zusammen mit Heidi Kabel. Besonders bedeutsam waren die Titelrollen in „Schneider Nörig“ und „Vater Philipp“, Ewald Brummer in „Tratsch im Treppenhaus“ und Mandus Sötje in „Mien Mann, de fohrt to See“.

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Für viele unvergessen: Heidi Kabel und Henry Vahl

Die Rolle des alten, schrulligen und stark dem Alkohol zuneigenden Matten wurde allerdings seine Paraderolle. Besonders die Fernsehübertragung der erneuten Inszenierung unter der Regie von Hans Mahler am 13. November 1965 wurde ein großer Erfolg. Nach der Erinnerung von Heidi Kabel wurde das Ohnsorg-Theater nach der Ausstrahlung mit Anrufen, Glückwunschtelegrammen und Blumensendungen überhäuft. Durch die Fernsehübertragungen von Theateraufführungen im NDR sowie durch viele Gastspiele wurde Henry Vahl auch bundesweit sehr populär und zu einem Publikumsliebling. So wurde ihm 1967 die Auszeichnung „Bronzener Bildschirm“ verliehen. Von 1962 bis in die 1970er Jahre hinein trat er häufig in der beliebten NDR-Unterhaltungsshow Haifischbar auf. Einen großen Erfolg hatte Henry Vahl im Fernsehen mit dem zweiteiligen TV-Kriminalfilm „Die rote Geldbörse“ (1966), in dem er eine Hauptrolle spielte.

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Henry Vahl mit Heinz Rühmann

1972 verließ Vahl das Ohnsorg-Theater. Offiziell ging er aus Altersgründen, aber inoffiziell soll ein Zerwürfnis mit dem Intendanten Günther Siegmund der Grund gewesen sein, der die Nachfolge des 1970 verstorbenen Hans Mahler angetreten hatte und das Ensemble verjüngen und Henry Vahl nach der Spielzeit 1969/1970 nicht weiter besetzen wollte. Mahler soll Vahl versprochen haben, den „Meister Anecker“ noch einmal zu inszenieren und ihm damit zu ermöglichen, sich in seiner Paraderolle von der Bühne zu verabschieden, doch Siegmund fühlte sich daran nicht gebunden.

Obwohl Henry Vahl sich seine Texte inzwischen immer schlechter merken konnte, begann er 1973 am St. Pauli Theater von Kurt Collien aufzutreten, wo er noch 43 Mal im „Meister Anecker“ und ab 1974 noch 168 Mal als „Zitronenjette“ auf der Bühne stand (ein Hamburger Original, eigentlich eine Frau, die auf der Bühne aber traditionell von Männern gespielt wird). 1975 starb seine Frau, im Februar 1976 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte.

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Roy Black, Heidi Kabel und Herny Vahl

In seinem Buch Der Aufmacher berichtete Günter Wallraff darüber, dass in den Monaten vor Vahls Tod das Schicksal des zunehmend hinfällig werdenden Schauspielers in einer zweistelligen Anzahl von „Bild“-Zeitungsartikeln vermarktet wurde. In der Hamburger Zentralredaktion von „Bild“ soll es während dieser Zeit eine bewegliche Fotomontage von Vahl mit einem heb- und senkbaren Sargdeckel gegeben haben.

Henry Vahl starb am 21. Juli 1977 im Alter von 79 Jahren in Hamburg an Kreislaufversagen. Sein Grab (Nr. AD5/158-159) befindet sich neben dem seines Bruders Bruno Vahl-Berg auf dem Friedhof Ohlsdorf.

In der Nähe seiner Wohnung im Bezirk Eimsbüttel wurde eine Grünanlage nach Henry Vahl benannt, der Henry-Vahl-Park. 2014 wurde im Kieler Stadtteil Gaarden der Platz vor dem Haus Iltisstraße 49, in dem Vahl von 1912 bis 1919 wohnte, Henry-Vahl-Platz benannt (Quelle: wikipedia)

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Henry Vahl mit Heini Kaufeld

Nun ja, diese Single hier ist einfach schlicht und ergreifend eine Single dieses Volksschauspielrs. Eher schlicht  als ergreifend … wenngleich natürlich das Motto „Man ist so jung, wie man sich fühlt“ in meiner Altersklasse schon einen gewissen Reiz und auch Sinn hat.

Und … na ja … „Unser Opa ist der Beste“ … dem kann ich als zweifacher Opa natürlich einfach nur zustimmen …

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Besetzung:
Henry Vahl (vocals)
+
Das Elite Orchester

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Titel:
01. Unser Opa ist der Beste (Rosemeier/Weyrich) 2.41
02. Man ist so jung, wie man sich fühlt (Gabriel/Keyser) 2.41

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Grab

Das Grab auf dem Friedhof Ohlsdorf

Verschiedene Interpreten – Es lag in der Luft – Chansons der 20er Jahre (1965)

FrontCover1Irgendwie tröstlich, dass „wir Deutschen“ gar nicht so tugendhaft waren, wie man sich das mal früher gedacht hat … denn diese Sammlung durchaus auch frivoler Chansons aus den 20er Jahren ist schon erstaunlich, bedenkt man, dass sie Mitte der 60er Jahre erschien, also zu einer Zeit, als ein Oswald Kolle erst in den Startlöchern stand.

Aber zurück zu dieser LP. Es handelt sich nicht um einen Sampler, sondern die Aufnahmen wurden eigenes für diese Produktion aufgenommen, die musikalische Leitung hatte Nils Sustrate (* 01.09.1931) … Auch wenn der Name nur wenigen geläufig ist, fast jeder hat seine Kompositonen schon mal gehört, denn er hat u.a. bei diversen Tatorten die Musik komponiert.

Und neben all den frechen Chansons kann man dann auch die bis heute witzig-sarkastischen Gedichte aus der Feder von Erich Kästner hören, gesprochen von dem Schauspieler Wilhelm Borchert.

Und man gab sich mit der Produktion wirklich viel Mühe … Das zeigt sich nicht nur daran, dass sie Spieldauerbei  über 55 Minuten liegt – bedenkt man mal, dass damals so manche Beat-LP´s knapp 30 Minuten dauerte … da staunt man dann schon wenig …

Ich kenne nicht alle der Interpreten, aber so manchen Namen sind mir schon noch geläufig: Hannelore Schroth, Martin Held, Theo Lingen, Victor de Kowa oder Heinz Reincke … das waren damals schon klangvolle Namen.

Ich wünsche also viel Vergnügen bei diesen pfiffigen Interpretationen … charmant, frivol, beschwingt … zuweilen bissig und sarkastisch … zuweilen ein wenig schräg … Herz, was willst Du mehr ?

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Besetzung:

Hannelore Schroth – Ursula Sieg – Karl John- Reiner Brönneke – Andrea Dahmen – Lore Calvies – Martin Held – Joana Maria Gorvin – Theo Lingen – Victor de Kowa – Elfriede Ott – Werner Riepel – Manfed Steffen – Carla Hagen – Christa Bernhardt – Heinz Reincke

Arrangements und musikalische Leitung: Nils Sustrate

Sprecher: Wilhelm Borchert

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Heinz Reincke & Hannelore Schroth

Titel:
01. Es liegt in der Luft (Schiffer/Spoliansky) 2.34
02. Die Zeit fährt Auto (Kästner) 0.53
03. Die Trommlerin (Hollaender) 2.53
04. Koks (Markiewicz/Sustrate) 3.11
05. Die Zunge der Kultur reicht weit (Kästner) 1.08
06. Duett im Romanischen Café (Hollaender) 5.10
07. Hymne an die Zeit (Kästner) 1.18
08. Eine gewisse Republik (Kerr/Sustrate) 1.38
09. Berlin in Zahlen (Kästner) 1.25
10. Tamerlan (Tucholsky/Nelson) 3.58
11. In der Bar zum Krokodil (Beda/Fritz/Engel-Berger) 3.20
12. Wenn die beste Freundin (Schiffer/Spoliansky) 3.17
13. Meine Schwester liebt den Buster (Hollaender) 3.18
14. Legende nicht ganz stubenrein (Kästner) 1.49
15. Eine kleine Sehnsucht (Hollaender) 4.01
16. Besuch vom Lande (Kästner) 0.59
17. Robes, Modes (Beda/Jaffe/Bronx) 2.31
18. Auf einer kleinen Bank vor einer großen Bank (Kästner) 1.25
19. Die Kleptomanin (Hollaender) 2.19
20. Misanthropologie (Kästner) 1.13
21. Das Tauentzienmädel (Tucholsky/Hollaender) 4.01
22. Ballade vom Nachahmungstrieb (Kästner/Sustrate) 3.24
23. Finale (Schiffer/Spoliansky) 0.38

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Variete Silvester 1928 in Berlin

Serge Jaroffe Don Kosaken – Singen deutsche Weihnachtslieder (1965)

FrontCover1Dieser Serge Jaroff war zumindest im Gegensatz zu Ivan Rebroff ein echte Russe, der sich in den 60er Jahren erfolgreich in der deutschen Unterhaltungsmusik tummelte.

Und sein Chor hatte eine wahrlich bewegte Geschichte:

„Der Don Kosaken Chor Serge Jaroff wurde 1921 von Serge Jaroff (1896–1985) gegründet und bestand aus im Exil lebenden Donkosaken. Der Männerchor trat weltweit, aber vor allem in Europa und den USA auf und pflegte ein Repertoire, das schwerpunktmäßig aus russischer Kirchenmusik, Volksmusik und Folklore bestand.

Nach der Vertreibung der Donkosaken 1920 durch die Rote Armee stellte Serge Jaroff seinen Chor erstmals 1921 in einem Internierungslager in der Türkei zusammen. Ab 1923 hatte der Chor seine ersten Auftritte als Profi-Ensemble in Westeuropa. In den 1930er Jahren war Berlin Sitz des Chores. 1939 wurde der Chor während einer USA-Tournee vom beginn des Zweiten Weltkriegs überrascht und war zunächst wieder staatenlos. Später nahmen die Sänger die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an und wählten New York City als Basis ihrer Arbeit.“ (Quelle: wikipedia)

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Und ntürlich wurde der deutsche Markt auch mal mit detuschen Wihnachtsliedern beglückt. Wobei natürlich jenes „O du fröhliche, o du selige“ alles andere als deutsch war, sondern ursprünglich aus Sizilien stammte.

Interessant an diesen Aufnahmen ist, dass die Interpretetationen durchaus den Versuch unternommen haben, eigenständig zu sein und deshalb ist es eigentlich sehr zu bedauern, dass dieser rip leider, leider arg darunter leidet, dass der Knisterfaktor ziemlich hoch ist … von daher ist diese Präsentation eher grenzwertig, aber aus dokumentarischen Gründen gehört sie dennoch in diesen blog.

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Besetzung:
Don Kosaken Chor unter der Leitung von Serge Jaroff

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Titel:
01. Stille Nacht, heilige Nacht (Gruber/Mohr) 3.14
02. Süsser die Glocker nie klingen (Traditional/Kitzinger) 2.56
03. Oh Tannenbaum (Traditional/Zarnack/Anschütz) 1.27
04. O du fröhliche, o du selige (Traditional/Falk/Holzschuher) 2.47

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Johnny Hallyday & The Rattles – Lass die Leute doch reden + It’s Monkeytime (1965)

FrontCover1Es war meine Frau, die es mir zurief: „Johnny Hallyday ist tot … “ … und schlagartig fiel mir diese ganz spezielle Single ein … :

Johnny Hallyday (* 15. Juni 1943 als Jean-Philippe Smet in Paris; † 6. Dezember 2017 in Marnes-la-Coquette) war ein französischer Sänger, Songwriter und Schauspieler.

Er wurde als Sohn eines belgischen Schauspielers, Sängers und Tänzers in Paris geboren, den die Mutter verließ, als er acht Monate alt war. Er wuchs bei deren Schwester auf, die mit ihren Töchtern und dem knapp Einjährigen ab 1944 auf Tanztournee ging.[3] Seine Tante heiratete den US-amerikanischen Tänzer Lee Hallyday, dessen Namen er später als Künstlernamen annahm. In den 1960er-Jahren wurde Hallyday mit in französischer Sprache gesungener Rockmusik bekannt. Er wurde vom Music-Scout Jacques Wolfsohn entdeckt und von der Plattenfirma Disques Vogue unter Vertrag genommen.

Hallyday veröffentlichte am 14. März 1960 bei Disques Vogue seine erste Single T’aimer follement. Es folgten noch im selben Jahr Itsy bitsy, petit bikini, die französische Coverversion von Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini, im November 1960 erschien Le P’tit clown de ton coeur. 1961 wechselte er zu Philips, das ihm größere finanzielle Möglichkeiten bot, und blieb dort (über die Nachfolgefirma Universal) bis 2006 unter Vertrag. Danach veröffentlichte er bei Warner und verfügte über mehr Rechte an seinen Titeln.

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Er verstand es von Anfang an, das nordamerikanische Lebensgefühl musikalisch in das Romanische zu übertragen. Er spielte den Vorzeigejungen am Strand der Côte d’Azur, der ein Mädchen sucht (Je cherche une fille) ebenso perfekt wie einen Straßenjungen, der seine Macho-Haltung ins Sanfte wandeln konnte, und galt lange als „Chamäleon des Popmusikgeschäfts“.

Hallyday unternahm außerdem einige Versuche, den deutschen Plattenmarkt zu erobern (u. a. mit Ja, der Elefant von 1962, Mein Leben fängt erst richtig an von 1964, Lass’ die Leute doch reden von 1966, und Das alte Haus in New Orleans von 1967 (zusammen mit Achim Reichel und den Rattles). Seinem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland im Rahmen seiner Studiosession Ja, der Elefant in der Hamburger Musikhalle sah die Bild-Zeitung mit einer „gewissen Katastrophengeilheit“ (Der Spiegel) entgegen: „Was kommt da auf uns zu?“ Das ist nur zu verstehen, wenn man Hallydays Karriere auch als eine (französisch) politische begreift. Schon bei dem ersten Konzert ging das Inventar der Auftrittshalle zu Bruch. (Quelle: wikipedia)

Na ja … und dann der Johnny Hallyday als Lebemann:

Am 12. April 1965 heiratete Hallyday die Sängerin Sylvie Vartan, mit der er einen Sohn hat, der inzwischen selbst das Pseudonym des Vaters wählte und als David Hallyday ebenfalls als Sänger bekannt wurde. Am 4. November 1980 wurde die Ehe geschieden. Ein Jahr später heiratete er das Mannequin Babeth Etienne. Die am 1. Dezember 1981 geschlossene Ehe hielt jedoch nur zwei Monate und zwei Tage. Ab 1982 lebte er mit der französischen Schauspielerin Nathalie Baye zusammen. 1983 kam die gemeinsame Tochter Laura Smet zur Welt. Das Paar trennte sich 1986.

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Johnny Hallyday und Sylvie Vartan

Von 1990 bis 1992 war er mit der Schauspielerin Adeline Blondieau verheiratet. 1994 heirateten sie nochmals, diese Ehe hielt weniger als ein Jahr. Seit 1996 war er mit der 1975 geborenen Laeticia Boudou verheiratet; 2004 und 2008 adoptierte das Ehepaar zwei vietnamesische Mädchen.

Und dann diese Hiobsbotschaft: Im März 2017 teilte Hallyday mit, dass er an Lungenkrebs leide. Im Dezember desselben Jahres erlag er im Alter von 74 Jahren den Folgen dieser Krankheit.

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Das gefiel ihm wohl: Johnny Hallyday mit Sylvie Vartan und Françoise Hardy (1967)

Na ja, und dann diese Single … die A-Seite: „Lass die Leute doch reden“ … und ich stand im Wohnzimmer des elterlichen Hauses als 10jährigr Stepke und traute meinen Ohren nicht … erstmalig verstand ich so richtig, die Botschaft von eigentlichen vielen Beatsongs jener Zeit „Lass die Leute doch reden“ … und das in einem Haus, das größten Wert auf Anpassung hinsichtlich gesellschaftlicher Werte und Normen legte … das größten Wert darauf legte, dass die bürgerliche Fassade aufrecht erhalten bleibt … und die Haare meines älteren Bruders wurden immer länger …. lass die Leute doch reden …

Und ja dieser gegröllte Beatklassiker (ursprünglich von Del Shannon unter dem Titel „Keep Searchin´“eingespielt)  brannte sich so in mir ein, dass dieses Motto noch heut´ in mir mitschwingt …

Die B-Seite war dann eine alte Carl Perkins Nummer, die eigentlich „Monkeyshine“ (1964) hieß … auch nicht schlecht, aber … es war die A-Seite … die sich in meine Seele einbrannte …

Von daher: vielen Dank Johnny Hallyday und natürlich auch: vielen Dank den Rattles …

Info

Besetzung:
Johnny Hallyday (vocals)
+
Herbert Hildebrandt (bass)
Hans Joachim „Hajo“ Kreutzfeld (guitar)
Achim Reichel (guitar)
Reinhard „Dicky“ Tarrach (drums)
+
wer verdammt nochmal spielte bei beiden Songs diese geile Orgel ? War es gar dieser komische Paul Nero ?

BackCover

Titel:
01. Lass die Leute doch reden (Keep Searchin´) (Shannon/Loose) 2.05
02. It’s Monkeytime (Monkeyshine) (Perkins/Hee) 2.52

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Verschiedene Interpreten – Die Oberammergauer Jodler – Messe (1965)

FrontCover1Also früher hätte ich wohl bei diesen Aufnahmen (es handelt sich wieder mal um eine 10 inch LP) herzhaft gelacht … viel zu groß war mein Groll auf kirchliche Institutionen, als dass ich mir so eine Musik mit einer etwas wertfreieren Haltung hätte anhören können.

Heute hält sich mein Lachen eher in Grenzen … statt dessen setzt eine gewisse Nachdenklichkeit ein, was Menschen wohl bewegt sich einer solchen Inbrunst religiösen Liedern hinzugeben. Welche Sehnsüchte wohl notwendig sind, um sich Gott so bedingungslos zu „unterwerfen“, wie dies in den Texten zum Ausdruck kommt. Und wieviele von den Mitwirkenden sind dann im Laufe ihres Lebens an der Kirche oder gar an der Religion verzwefelt ?

Diese Welt bleibt mir also weiterhin sehr fremd … aber dennoch empfinde ich heute bei so einer Musik Respekt vor anderen Lebensentwürfen … wednn nur nur die Katholische Kirche so ein bigotter, menschenverachtender Verein wäre … Ha ! Da kommt er schon wieder, mein alter Zorn !

Unabhängig davon sind insbesondere die Orgelpassagen aber auch die anderen „Zwischenmusiken“ durchaus ansprechend und stimmig …

Und im „Schlusslied“ lässt es der Texter dieses christlichen Melodien irgendwie ganz ordentlich krachen, wenn er die fromme Christengemeinde singen lässt: „O Jungfrau mild und süss … wir fallen Dir zu Füß“ … könnte man glatt als Sublimierung durchgehen lassen …

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Besetzung:
Oberammergauer Madln (Chor)
Partenkirchner Sänger (Chor)
+
Volkschor + Kinderchor
+
Oberammergauer Volksmusik unter der Leitung von Hermann Zwerger
+
Hans Gotzler (Orgel)

Pfarrkirche

Pfarrkirche „Peter und Paul“, Oberammergau

Titel:
01. Die Orgel der Oberammergauer Pfarrkirche spielt den Gottesdienst ein 1.03
02. Jodler zum Staffelgebet 0.49
03. Eingangslied 1.29
04. Zum Kyrie 1.47
05. Zwischenmusik (1) 0.36
06. Zum Gloria 1.23
07. Zwischenmusik (2) 0.27
08. Zum Credo 1.20
09. Opferungslied 1.18
10. Zwischenmusik (3) 0.59
11. Zum Sanctus 1.50
12. Zur heiligen Wandlung (Der Andachts-Jodler) 2.28
13. Zum Benediktus 2.07
14. Zwischenmusik (4) 1.02
15. Zum Agnus Dei 1.34
16. Zwischenmusik (5) 0.37
17. Zur heiligen Kommunion 2.08
18. Zum „Ite, missa est!“ 0.56
19. Schlusslied 2.01
20. Orgel-Nachspiel mit den Glocken der Pfarrkirche von Oberammergau 2.04

(Unter freier Benutzung und Ergänzung alt-bayerischer Lieder und Texte von Franz-Josef Breuer)

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