Martin Lauer – Silver Dollars + Das ist die große Straße (1965)

FrontCover1Singende Sportler sind bei Schlager-Sammlern ganz sicher ein interessantes Thema:

Und von dem Martin Lauer war hier schon mal die Rede und zwar hier.

Der Leichtathlet und Olympiasieger mußte ja aus tragischen Gründen 1962 seine Karriere beenden und noch im Krankenhaus bateltze er an seiner neuen Karrie als Schlagersänger mit dem Wild Wes Image.

Und das geling ihm ziemlich erfolgreich, denn in den 60er Jahren erschienen diversen Singles von ihm.

Hier ist so ein Exemplar …

Und wenn man seine Ohren für diese Schlagerwelt der 60er Jahre öffnen kann, so ist diese Single gar nicht mal so schlecht.

„Silver Dollars“ ist ein schwungvolles Lied (Kategorie Western Swing oder so), bei dem es wohl darum geht, die Puppen tanzen zu lassen sofern man vorher  beim Spielen noch entsprechende viel Geld verdient.

Nachdenklich und sentimental dann „Das ist die große Straße“ („…wir gehen die große Straße und von uns allen kommt keiner an … „) Und die Rosen sind auch schon mit von der Partie …

Nun gut … so war´s halt damals.

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Alternatives Front Cover

Besetzung:
Martin Lauer (vocals)
+
eine kleine Schar von Studiomusikern

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Titel:
01. Silver Dollars (Peeters/Feltz) 2.23
02. Das ist die große Straße (Laine/Rüger) 2.50

LabelB1

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Alternatives Back Cover

Johanna Von Koczian ‎– Chim Chim Cheree + Ein Tag one dich (1965)

FrontCover1Ach ja, die Johanna von Koczian:

Auch hier präsentiert sie auf den ersten Blick zwei Schlager, aber wie so oft inihrer Gesangskarriere waen auch diese ein wenig anders, als der Rest dieser Schlagerwelt in der Bundesrepublick:

Da ist z.B. die Song „Chim Chim Cheree“:

Chim Chim Cher-ee ist ein Lied, das Robert B. Sherman und Richard M. Sherman für den Film Mary Poppins schrieben. Es wurde 1964 veröffentlicht und im Film von Dick Van Dyke und Julie Andrews interpretiert. Die deutsche Version wurde von Monika Dahlberg und Harry Wüstenhagen gesungen. Die Sherman-Brüder gewannen für ihren im Walzer-Takt angelegten Song 1965 den Oscar in der Kategorie Bester Song. Robert B. und Richard M. Sherman erhielten auch den Oscar für die Beste Original-Musik. Die Inspiration zum Lied stammt von der Zeichnung des Drehbuchautors Don DaGradi, die einen Schornsteinfeger zeigt, der den Leuten der Überlieferung nach Glück bringt.

Johanna von Koczian1

Johanna von Koczian als Mary Poppins

Das Lied wurde oft gecovert, darunter in mehreren Jazzversionen. Eine stammt von John Coltrane und wurde 1965 auf dem Album The John Coltrane Quartet Plays veröffentlicht. Duke Ellington veröffentlichte ein komplettes Album mit Liedern aus Mary Poppins, Duke Ellington Plays Mary Poppins. Auch Louis Armstrong veröffentlichte das Lied auf Disney Songs The Satchmo Way. Deutsche Versionen des Songs stammen aus dem Jahr 1965; das Lied wurde in der Übersetzung von Hans Bradtke sowohl von Rex Gildo als auch von Johanna von Koczian interpretiert. (Quelle: wikipedia)

Schon irgendwie witzig … da singt diese Johanna von Koczian ein Liedchen aus einem US_Musical, das im gleichen Jahr von einem gewissen John Coltrane ebenfalls interpretiert wurde …

Und dann noch die B-Seite: Einerseits so ein x-beliebiger Schmachtschlager, und plätzlich wanderten meine Gedanken zu meiner Frau … und wie´s mir so geht, wenn wir – z.B. aus beruflichen Gründen – mal „getrennt“ sind … und plötzlich wurden mir meine Gefühle der Sehnsucht wieder mal bewusst … und jenes Gefühl, jene Hoffnung,  dass diese Tage – ohne sie – bald wieder vorbei sind …

Ja, ja, so ist das mit den verdammten Schlagern … oftmals treffen sie, mit all ihrer Vereinfachung, dann doch des Pudels Kern.

Johanna von Koczian2

Besetzung:
Johanna von Koczian (vocals)
+
Gerd Wilden und sein Orchester

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Titel:
01. Chim Chim Cheree (Bradtke/R. M. Sherman/R. B. Sherman) 2.34
02. Ein Tag ohne dich (Niessen/Relin) 2.27

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Chim Chim Cher-ee

Und hier geht´s dann noch zu einem weiteren Schlager der Johanna von Koczian, der ebenfalls ein bisschen anders ist (click on the pic):

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Otto Bänkel – Schwupp, sagt der Otto + Mich haben die Weiber versaut (1965)

FrontCover1.jpgDen Otto Bänkel gab´s natürlich nicht … er war ein Pseudonym für den Karl-Heinz (Charlie) Goldbeck.

Über den ist nicht allzu viel bekannt. ABer … er war im Dunstkreis  mit der Ikone Wolfgang „Ronny“ Roloff, er soll mit ihm freundschaftlich verbunden gewesen sein.

Und er war einer dieser unzähligen Musikanten der 50er und 60er Jahre, die auf obskuren Labels vornehmlich „humorvolle“ Musik aufnahmen. Er soll u.a. bei folgenden Projekten beteiligt gewesen sein sollen

So sang er u.a. als Otto Bänkel, Toni Hofer, Opa Dreyer,
Claus und Charlie, Mit Horst Half, K.H.Goldbeck, Sigi Hoppe als The Lasers und The Rio Rangers .

The Rio Rangers bestand aus, Klaus Jacob – Pseudonym – Ken Jackson Horst Half – Pseudonym – Tom de Gruyther K. H. Goldbeck – Pseudonym – Charles Goldberg Sigi Hoppe – Pseudonym – H. H . Bullerman

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Er verstärkte unter anderem bei SNB-Studio-Produktionen den Chor und das Orchester.
Er war auch Musikredakteur bei Radio Bremen. Karl-Heinz Goldbeck verstarb im Alter von 70 Jahren am 24.09.2004 in Bremen. Wunschgemäß wurde er seebestattet (Quelle: ronny-fan-club.de)

Seine „Karriere“ ging übrigens weiter …  bis in die 80er Jahre und zwar auf weiteren obskuren Singles und LP´s.

Hier eine seiner zahlreichen „Otto Bänkel“ Aufnahmen aus den 60er Jahren (bei eine dieser Aufnahmen war allerdings dann tatsächlich DER Ronny am Mikrophon):

Auf der Single-Hülle prangt der Schriftzug „Für Jugendliche ungeeignet“

Nun denn, der „frivole“ Humor, der sich breit machen sollen, ist eher der ganz schlichten Art .. und letztlich ein beredtes Beispiel für die Verklemmtheit, jener Republik, der dann später der Oswald Kolle den Marsch zu blassen hatte. Der Titel der B-Seite darf durchaus als frauenfeindlich eingestuft werden.

Ach ja … kleine Labelkunde: … das Elite Special Label war Teil der Schweizerischen Turicaphon AG (gibt´s heute noch !)

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Weitere „Otto Bänkel“ Singles

Besetzung:
Karl-Heinz (Charlie) Goldbeck (vocals)
+
eine kleine Schar von Studiomusikern

Karl-Heinz (Charlie) Goldbeck

Karl-Heinz (Charlie) Goldbeck im Jahr 1980

Titel:
01. Schwupp, sagt der Otto
02. Mich haben die Weiber versaut

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Verschiedene Interpreten – Das grosse Stimmungsfass – Ein Riesenspass (1965)

FrontCover1Wenn das Plattenlabel „Fass“ heißt, dann kann man sich natürlich mit dem Titel „Das grosse Stimmungsfass“ ein nettes Wortspiel leisten. Und ich gestehe: Fast hätte ich es vergessen, was der 11.11. für viele Menschen in unserer Republik bedeutet. Wäre da nicht so eine Kollegin, die ich sehr schätze, die mich vor ein paar Jahren mal als rheinische Frohnatur keck-jeck anblinzelte und mich augenzwinkernd daran erinnerte … dass am 11.11. ja die Karnevals-Saison eingeläutet wird.

Nun denn, dann will ich mal nicht so sein, und natürlich auch dieses Großereignis hier entsprechend würdigen, denn der nächste 11.11. kommt bestimmt ….

Dieser „Riesenspass“ („Ein großes Potpourri voller Stimmung, Schwung und guter Laune“) besteht aus insgesamt 46 Gassenhauern, die im damaligen Medley-Stil wie Perlen auf einer Kette aufgereiht ohne Pause oder sonstwas durch die Boxen knallen, auf das ja keine Verschnaufpause eintreten könnte.

Wem das dann noch nicht reicht, kann sich auf der Rückseite über allseits beliebte Partyspiele informieren, die dann z.B. „Das musikalische Wanderspiel“, „Der Huttanz“ oder auch Das Frage- und Antwort-Spiel“ heißen. Da kommt dann bei mir als bekennenden Party- und Faschingsmuffel besonders gut an. Und Titel wie „O alte Burschenherrlichkeit“ lösen bei mir geradezu größte Heiterkeit aus …

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So lustig kann der Karneval sein …

Sie´s drum: ‚Allen Jecken und Narren und die, die es noch werden wollen, wünsche ich mit dieser Stimmungsplatte viel Vergnügen und natürlich wird dies nicht die einzige bleiben, die das närrische Treiben 2014/15 hier begleiten wird.

Aber noch ein Wort zu diesem für mich eher rätselhaftem Label.

Ein gewisser „sif“ gestaltete auf der informativen Seite „rateyourmusic.com“ die Fass-Label-Discographie“ Seite. Und dort steht dann zu dieser LP „Das ist meines Wissens nach die erste FASS LP. Und wegen der Pedanterie: auf dem Cover ist als Best.Nr. „stereo 1431 FASS“ angegeben, auf dem Label steht „1431 FASS“.

Die zweite bekannte FASS LP ist dann nach Weihnachts-LP, die dritte (und hier wird das Jahr 1966) angegeben wiederum eine Stimmungsplatte. Ich vermute daher, dass diese LP so ca. im November 1965 (also passend zum Auftakt der närrischen Zeit) erschienen ist. Aber genaueres weiss man ja bei diesen Billig-Labels eh nie so genau.

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Karnevals-Veranstaltung (1965) mit Jupp Schmitz

Und über einen der Mitwirkenden, Erwin Hartung habe ich auch noch ein paar biographische Informationen gefunden:

Erwin Hartung (* 4. März 1901 in Bromberg (damals: Provinz Posen); † 25. Januar 1986 in Düsseldorf) war ein deutscher Sänger. In den 1930er Jahren war er einer der meistbeschäftigten Refrainsänger auf deutschen Schallplatten.

ErwinHartungVon Hause aus war er Schauspieler und Operettenbuffo, sein Rollenfach war der »singende Bonvivant«. Er begann seine Laufbahn 1920 an den Städtischen Schauspielen in Bayreuth, bevor er nach weiteren Engagements in Konstanz und Breslau 1925 nach Berlin kam. Hier gehörte er (nach verschiedenen kleineren Engagements) seit 1926/27 dem Ensemble des Theaters im Admiralspalast an und wirkte dort in den Haller-Revuen mit. 1929 wurde er von dem Orchesterleiter Paul Godwin für die Schallplatte entdeckt. Seitdem riss die Serie der Schallplatten-Aufnahmen mit ihm als Refrainsänger nicht ab, zum Teil unter Pseudonym (oft als Ernst Harten oder Hans Horsten). Es gibt mindestens 3000 Aufnahmen mit ihm, wahrscheinlich über 5000. Von 1939 bis 1946 war er mit der erfolgreichen Operettensängerin Mara Jakisch verheiratet. Aus dieser Ehe ging ein Sohn, Götz Hartung, hervor.

Neben seiner Schallplatten-Tätigkeit wirkte er auch weiter als Schauspieler auf der Bühne und in Filmen mit. In dem Film »Husarenliebe«, einem Militärschwank von 1932, spielte er eine Hauptrolle.

Weitere Filme: Kind, ich freu mich auf dein Kommen (1933, Regie: Kurt Gerron) + Heiratsinstitut Ida & Co. (1937) und andere.

Schon 1936 trat er (mit Emanuel Rambour und seinem Orchester) auch im Fernsehen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Hartung als Interpret von Stimmungsliedern hervor und spielte bis in die 1970er Jahre vereinzelt kleine Rollen am Theater und im Fernsehen. (Quelle: wikipedia)

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Besetzung:
Erwin Hartung, dem „Trio Sorrento“, den „Ping-Pongs“, vielen anderen und einem Stimmungs-Orchester.

(Eine Zuordnung der Interpreten ist nicht möglich)

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Titel:

Seite 1:  Das grosse Stimmungsfass – Ein Riesenspass (Teil 1) (18.15):
01. Ein Prosit der Gemütlichkeit
02. Schon wieder eine Seele vom Alkohol gerettet!
03. O, du lieber Augustin
04. Die Vogelhochzeit
05. Aus der Jugendzeit
06. Alle Vögel sind schon da
07. Ein Jäger aus Kurpfalz
08. Waldeslust
09. Wir sind die Sänger von Finsterwalde
10. Warum weinst du, holde Gärtnersfrau
11. Lang, lang ist’s her
12. Drunten im Unterland
13. Es geht ein Rundgesang
14. Das Lieben bringt groß‘ Freud‘
15. Mein Herz, das ist ein Bienenhaus
16. Schön ist die Jugend
17. Ach, wie ist’s möglich dann
18. Im Wald, im grünen Walde
19. Mädle, ruck, ruck, ruck
20. Auf de schwäbsche Eisebahne
21. Mein Hut, der hat drei Ecken
22. Muß ich denn zum Städtele hinaus
23. Es war einmal ein treuer Husar

Seite 2:  Das grosse Stimmungsfass – Ein Riesenspass (Teil 2) (18.28):
24. Horch, was kommt von draußen rein
25. Du, du liegst mir im Herzen
26. Schwarzbraun ist die Haselnuß
27. Ein Heller und ein Batzen
28. Lustig ist das Zigeunerleben
29. O alte Burschenherrlichkeit
30. Guter Mond, du gehst so stille
31. Ich bin ein Musikante
32. Eine Seefahrt, die ist lustig
33. Hamburg ist ein schönes Städtchen
34. Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein
35. Im tiefen Keller sitz ich hier
36. Drum, Brüder, wir trinken noch eins
37. Denn wir hab’n den Kanal noch lange micht voll
38. Bier her, Bier her
39. Keinen Tropfen im Becher mehr
40. Alt-Heidelberg, du feine
41. O wie wohl ist mir am Abend
42. Freut euch des Lebens
43. Das Wandern ist des Müllers Lust
44. Du bist verrückt, mein Kind
45. Daß du mich liebst, das weiß ich
46. O du wunderschöner deutscher Rhein

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Verschiedene Interpreten – Erlesene Musik in ihrer gesellschaftlich, geistigen und geschichtlichen Entwicklung (1965)

FrontCover1Auch die Produzenten klassischer Musik bedienten sich natürlich dem Medium „Werbeplatte“ (unverkäuflich), um auf ihre Musikproduktionen aufmerksam zu machen.

Ein ganz besonders feines Exemplar kann ich hier nun mal vorstellen.

Die Telefunken GmbH offierte seit 1958 ihr Klassi-Serie „Das Alte Werk“ und so ab ca. 1964 kam dann eine Unterserie auf den Markt, die sich dann „Musik und ihre Zeit“ nannte – vermutlich sehr aufwendige Produktionen.

Und diese Werbe-Single mit dem anspruchsvollen und zugleich arg sperrigen Titel wurde nicht minder aufwendig gestaltet. Der Single hat man ein 16-seitiges Beiheft (booklet) spendiert.

Darin finden sich dann weitere und ausführliche Informationen zu den auf der Single enthaltenen Hörproben (manchmal wurde diese sehr abrupt beendet).

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Da strahlt der Bildungsbürger (in mir)

Von daher kann man sich hier einen ersten Eindruck verschaffen (so war´s ja auch geplant), ob all dieser schillernden Klängen von längst vergangenen Epochen.

Soviel Aufwand für eine kleine Single verdient Anerkennung: Den Leuten von Telefunken ist damit wirklich eine beeindruckende Präsentation ihrer Musikproduktionen gelungen und insbesondere Seite 2, die sich ausschließlich mit Auszügen aus Telemanns „Tafelmusik“ widmet (die damalige Edition umfaßte insgesamt 6 LP´s !) ist ein gelungener Appetitt-Anreger …Da habe ich ja noch was vor mir !

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Titel:
01. Fas Et Nefas – Veris Dulcis – Procurans (Carmina Burana) (Orff) 0.21
02. Galliard: Can She Excuse (Dowland)  0.28
03. Questi Vaghi Concenti (Monteverdi)  0.31
04. Distrait Aus Quartett Nr. 6 E-Moll (Telemann) 1.07
05. Quodlibet Für 4 Singstimmen Mit Generalbaß, BWV 524 (Bach) 1.12
06. Allegro Assai Aus Brandenburgisches Konzert Nr. 2 (Bach) 1.25
07. Tafelmusik I. Teil – Ouvertüre E-Moll (Telemann) 1.34
08. Tafelmusik I. Teil – Konzert A-Dur [Letzter Satz] (Telemann) 1.31
09. Tafelmusik II. Teil – Ouvertüre D-Dur (Telemann) 1.48
10. Tafelmusik II. Teil – Vivace Aus Quartett D-Moll (Telemann) 1.33

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Eugen Cicero – Rokoko-Jazz (1965)

FrontCover1.jpgFür mich gehört er zu den leider eher vergessenen Jazzpianisten der Nachkriegszeit:

Eugen Cicero begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspielen, mit sechs gab er ein Mozart-Klavierkonzert mit dem Sinfonieorchester von Klausenburg. Seine Eltern, der Vater Teodor Ciceu war orthodoxer Priester, seine Mutter Livia – ungarischer Abstammung – eine professionelle Chorsängerin, unterstützten seine musikalische Ausbildung. Er bekam mit elf Jahren Unterricht bei Aurelia Cionca, einer der bekanntesten Pianistinnen Rumäniens. Es folgte Unterricht bei Ana Pittiș. Später studierte er an der Musikhochschule Bukarest, von der er jedoch aus politischen Gründen im kommunistischen Rumänien verwiesen wurde. Zwei Jahre später wurde er wieder aufgenommen (Tauwetter-Periode), und 1962 wurde er Hochschulprofessor für Musik.

Anfang der 1960er Jahre führte ihn eine Konzerttournee mit einem Sextett nach Ost-Berlin; nachdem die Musiker von der rumänischen Botschaft ein Tagesvisum für West-Berlin erhalten hatten, kehrten sie von dort nicht mehr zurück. Die meisten Musiker der Band gingen nach Nordamerika, Cicero blieb in der Bundesrepublik Deutschland Der Schlagzeuger Charly Antolini vermittelte ihn an die Plattenfirma SABA/MPS, wo die beiden in den Jahren darauf sieben Schallplatten einspielten. Von West-Berlin aus zog er weiter nach Westdeutschland und in die Schweiz, wo er seine spätere Frau, die Tänzerin Lili Cziczeo, kennenlernte. 1965 spielte er die LP Rokoko-Jazz ein, die weltweit über eine Million Mal verkauft wurde. (Quelle: wikipedia)

Eugen Cicero 03

Eugen und Roger Cicero

Und hier genau diese LP, die damals für viel Furore sorgte:

Diese 1965 aufgenommene und veröffentlichte Platte war seinerzeit eine kleine Sensation. Sie war eine der ersten Platten von SABA (später: MPS) und sie präsentierte – anders als die Play-Bach-Platten von Jacques Loussier – jazzmäßige Improvisationen und nicht nur Themen und deren Variationen. (Dabei kann das Hören von Play Bach durchaus genussvoll sein.(Dr. Horst Wolfgang Boger)

Einwand meinerseits: Mit dieser Charakterisierung wird man dem Jacques Loussier nun wirklich nicht gerecht … und fast entschuldigend führt dann Horst Wolfgang Boger noch aus:

Diese Platte traf den Publikumsgeschmack so genau, dass weltweit über eine Million Exemplare verkauft wurden. Diesen Erfolg sollte man dieser Platte nicht als Malus vorwerfen. Schließlich waren auch Vivaldi, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Duke Ellington und Miles Davis erfolgreich.

PS. Der in Klausenburg, Siebenbürgen (Rumänien), geborene Eugen Cziczeo (so hieß er tatsächlich) ist am 5. Dezember 1997 im Alter von 57 Jahren gestorben.

PPS. Der 1970 geborene, bekannte Sänger (und Musiker) Roger Marcel Cicero Cziczeo (kurz: Roger Cicero) ist der Sohn Eugen Ciceros. (Dr. Horst Wolfgang Boger)

Der Spiegel 39_1965 (22.9.1965)

aus: „Der Spiegel“ Nr. 39/1965 (22. September 1965)

Und auch heute noch klingt dieser perlende Klavierspiel begeisternd, die stets präsente und dennoch dezente Begleitband tut ihr übriges … Daher verleihe ich das Prädikat: zeitlos !

Produziert wurde das Album übrigens von Willi Fruth und Hans Georg Brunner-Schwer, jenen zwei Schwergewichtern aus dem Schwarzwald, die später dann eben dem Label MPS ihren unverkennbaren und großartigen Stempel aufsetzten.

Und den Hüllentext schrieb der „Jazz-Papst“ Joachim-Ernst Behrendt.

Hans Georg Brunner-Schwer

Hans Georg Brunner-Schwer

Besetzung:
Charly Antolini (drums)
Eugen Cicero (piano)
Peter Witte (bass)

BackCover

Titel:
01. Solfeggio C-moll (C.E.Bach) 5.39
02. Sonate D-dur (Scarlatti) 3.58
03. L’adolescente (Couperin) 5.26
04. Bach’s Softly Sunrise (Cicero) 6.15
05. Fantasie in C-moll (Andante, Adagio, Allegretto) (Mozart) 5.25
06. „Erbarme dich mein Gott“ (aus; Matthäus-Passion) (J.S.Bach) 5.56

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Später erschien dann dieses Album auch noch auf MPS Records

Medium Terzett – Lebe wohl, Winnetou + Am fernen Strand der bunten Träume (1965)

FrontCover1.jpgDas Medium Terzett … das war so ein drolliges Trio aus den 60er Jahren … oder aber auch:

Tja, das Medium Terzett, bundesdeutsche Fröhlichkeit in den 60er Jahren, die auch unseren Eltern nicht weh tat (im Gegensatz zu den „Rolling Stones“):

Das Trio wurde 1960 gegründet und von Peter Frankenfeld für das Fernsehen entdeckt. Mitglieder waren Helmut Niekamp (* 7. Mai 1933 in Voxtrup), Wilfried Witte (* 1. März 1935 in Voxtrup) und Lothar Nitschke (* 26. Mai 1932 in Breslau, † 2. Oktober 1999 in Osnabrück).1961 nahmen sie bei den ersten Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden teil. Ihr Titel Südsee-Ballade erreichte den 6. Platz. Im selben Jahr hatten sie einen ihrer größten Hits: Der ganze Kahn ist voller Heimweh. Es folgten weitere Hits, die sich meist den Themen der damals erfolgreichen Winnetou-Filme widmeten (Der Schatz im Silbersee, Winnetou, Buffalo Bill). Auch bei den Schlager-Festspielen 1965 nahmen sie erneut teil. Ihr Titel Lebewohl Winnetou erreichte jedoch nur den letzten Platz. Ein weiterer Titel von ihnen, „Am fernen Strand der bunten Träume“, hatte die Endrunde nicht erreicht.

Medium Terzett01
Anfang der 1960er Jahre hatte das Medium-Terzett seine größten Erfolge mit den Liedern Ein Loch ist im Eimer und Drei Chinesen mit dem Kontrabass. Das Lied fehlte auf keiner Veranstaltung, bei der das Terzett dabei war. Es wurde in zahlreichen Variationen gesungen, so dass es hiervon verschiedene Live-Aufnahmen gibt.

Bis in die 1980er Jahre war das Trio immer wieder Gast in zahlreichen Fernseh- und Rundfunksendungen, unter anderem auch bei Dalli Dalli, wo sie „He Leidi Lei“ gesungen haben. In der Sendung Zum Blauen Bock hielten sie mit 30 Auftritten den Rekord als häufigste Gäste.

In den 1990er Jahren nahm die Anzahl der öffentlichen Auftritte sowie die Gastspiele im TV rapide ab. Gegen Ende des Jahrzehnts endete die Ära des Medium-Terzett mit dem Tod von Lothar Nitschke. (Quelle: wikipedia)

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Dieses Trio verstand es geschickt, die damalige Winnetou Begeisterung (ausgelöst durch all diese Winnetou Filme XXX) zu nutzen und veröffentlichten mindestens drei Singles mit Winnetou Themen … hier ihre letzte … nachdem Winnetou ja nun im 3. Teil des Films in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist.

Dementsprechend sentimental fällt dann auch das Lied „Lebe wohl, Winnetou“ aus, aber auch hier kann man feststellen, dass sie wieereinmal mit eine sehr eingängigen Melodie auf der Stelle zumindest zum mitsummen einladen.

Na und dann die B-Seite „Am fernen Strand der bunten Träume“ … dieser Titel könnte dodoch glatt als Überschrift über all die Fernweh-Sehnsuchts-Schlager dieser Zeit stehen …

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Alternatives Frontcover

Besetzung:
Helmut Niekamp (vocals)
Lothar Nitschke (vocals, guitar, accordion)
Wilfried Witte (vocals, guitar, mandolin)
+
eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

Medium Terzett03

Das Medium Terzett im fortgeschrittenen Alter

Titel:
01. Lebe wohl, Winnetou (Arland/Hertha) 2.39
02. Am fernen Strand der bunten Träume (Götz/Kaegbein) 2.20

LabelB1

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