John F und die Gropiuslerchen – Berlin, Berlin + Entspannung (1987 +1989)

FrontCover1Einerseits ne eher simple Single … mit jenen Sounds, die den Zeitgeist Ende der 80er Jahre begleiteten … kein Zeitgeist, der mir hier in Westdeutschland besonders gefiel … zumindest was die Kohl-Ära betrifft.

Andererseits ein Stück Zeitgeschichte, das es irgendwie in sich hat:

John F. und die Gropiuslerchen war das deutsche Musik-Projekt des Produzenten Jens Tröndle und des Musiker- und Autoren-Teams Rainer Konstantin, U. W. A. Heyder (Uwe Heyder) und Conny Göckel (Konrad Göckel).

Zu Berlins 750-Jahr-Feier erschien 1987 unter dem Namen John F. und die Gropiuslerchen der Titel Berlin, Berlin (… dein Herz kennt keine Mauern). Der als Geheimtipp gehandelte Dancetrack war mit O-Tönen von John F. Kennedy, Willy Brandt, Walter Ulbricht und Ernst Reuter bestückt, wurde von den Berliner Radiosendern, insbesondere dem RIAS, häufig gespielt, erreichte jedoch deutschlandweit keine Chartplatzierung.

DieMauer

Nach dem Fall der Berliner Mauer entstand Berlin, Berlin (Die Mauer ist Weg), eine der Zeit angepasste Version des Liedes mit O-Tönen von Hans-Dietrich Genscher, Walter Momper und Ost-Berliner Demonstranten. Im Dezember 1989 gelang der Sprung in die deutsche Hitparade, wo sich der Titel 9 Wochen hielt und Platz 29 erreichte.

Ebenfalls 1989 kam 2-4-6-8! (Who Do We Appreciate) mit Samples von Humphrey Bogart, Louis Armstrong und Marilyn Monroe in die Läden. Diese Produktion verfehlte, genau wie die 1995er Single Wir sind die Kid’s, eine Hitparadennotierung. (Quelle: wikipedia)

Wer es ganz genau wissen will, der kann sich hier und hier noch vertieft informieren.

Die B-Seite der Sngle ist übrigens, ausgenommen vom wirklich starkem Bass eher ne Nullnummer …

Die Gropiuslerchen

Die Gropiuslerchen

Und jede Zeit hat ihre Gassenhauer … hier hören wir einen aus einer ganz bedeutsamen Zeit deutscher Geschichte.

FrontCover (89 Remix Version)

Das Cover der ´89 Remix Version

Besetzung:
John F und die Gropiuslerchen:

Andrea – Britta – Sandra – Susanne – Tina – Wiebke

BackCover1

Titel:
01. Berlin, Berlin (… Dein Herz kennt keine Mauern) (Heyder/Konstantin/Göckel) 4.15
02. Entspannung /Heyder/Konstantin) 1.55
+
03. Berlin, Berlin (… Dein Herz kennt keine Mauern) (12″ Extended Maxi Version) 5.37
04. Berlin, Berlin (Die Mauer ist weg! 9. November ’89 – Remix) 4.16

LabelA1

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Das Video zur 89er Remix Version:

 

Und hier die Mitklatsch-Version in der ZDF Hitparade:

 

Und die Mauer wird fallen (Willy Brandt)

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Chiemgauer Akkordeonorchester – Chiemgauer Akkordeonorchester (1989)

FrontCover1Einerseits ist diese MC schon ein wenig drollig, andererseits weiß sie durchaus zu überraschen und mit bestimmten bayuwarischen Klischees aufzuräumen.

Fangen wir mal mit dem Ende des Chiemgauer Akkordenorchesters an:

„Meine Ära ist jetzt zu Ende“

Ulrich Membré legte nach 32 Jahren die Leitung des Chiemgauer Akkordeonorchesters nieder

Traunstein (awi). Rocco Granatas 50er-Jahre Evergreen „Marina“ gab mit seinem markanten Akkordeonsolo den Ausschlag für eine besondere musikalische Tätigkeit: „Papa, ich möchte gern Akkordeon lernen“, sagte der vierjährige Bub Ulrich Membré zu seinem Vater. Aus dem lernwilligen jungen Akkordeonspieler wurde ein Vollblutmusiker, den die regionalen Musikfreunde vor allem als Leiter des Chiemgauer Akkordeonorchester kennen. 32 Jahre leitete Membré das beliebte Orchester. Jetzt hat er die Leitung des Orchesters niedergelegt.

Es ist eine ganz eigene Geschichte, die den musikalischen Werdegang des Orchesters – und damit auch seines Leiters – prägte. Kein Verein, keine Musikschule, in der begabte Schüler spielen konnten, und auch keine öffentlichen Zuschüsse stehen hinter dem Erfolg der Künstler, in deren Repertoire Gospels und jazzige wie auch klassische Stücke sind. Laut Orchesterchronik wurde bereits 1975 ein Akkordeonorchester gegründet, das aber nach einigen Jahren wieder aufgelöst werden sollte. Das änderte sich, als Membré den Taktstock und die Organisation der Konzerte übernahm. Schon bald stellten sich landesweite und internationale Erfolge und Auftrittsmöglichkeiten ein.

Das Orchester habe sich stets durch eigenes Engagement der Mitglieder getragen, erklärte Membré. „Es war letztlich mein eigenes Orchester“, sagt er und ist stolz, viele junge Musiker über einen langen Zeitraum mitbegleitet und geführt zu haben. „Ich fühle mich schon ein bisschen als Steigbügelhalter für die Jugend und konnte so manches Kind musikalisch bis zur Studienreife bringen“, sagt er.

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Nach dem Ende der  »Chiemgauer Akkordeonorchesters«. gründete Ulrich Membré dann 2013 ein Ensemble das sich  »Amici Fisarmonica« nannte.

Der gebürtige Planegger, der nach der Schulzeit Geige und Klavier studierte, zog in den 70ern nach Vachendorf und arbeitete zunächst bei der Musikschule Traunwalchen, bevor er mehr als zwei Jahrzehnte Akkordeonlehrer in der Musikschule Inzell war. Im Deutschen Harmonikaverband wurde er zum ehrenamtlichen Bezirksvorsitzenden ernannt.

„Neben der Ausbildung und dem Fördern der Teamfähigkeit war mir soziales Engagementimmer wichtig. Die Einnahmen aus den Auftritten wurden fast ausschließlich wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt“, so Membré. Das Orchester hat mit seinen vielen Konzerten, die bis auf wenige internationale Einsätze in der Region stattfanden, stets soziale Projekte unterstützt und finanzielle Hilfen für Menschen in Notlagen im Landkreis „erspielt“.

Für den „Macher“ des Akkordeonorchester wichtig und zugleich mit einer schweren persönlichen Zeit verbunden war das Benefizkonzert für die Krebspatienten der Kreiskliniken Traunstein und Trostberg, das einen Reinerlös von 8000 Euro erbrachte. Auch Membrés Frau ist an Krebs verstorben. Das Orchester habe weitergemacht, ihn in der schweren Zeit „mitgetragen“.

Fast schon wehmütig klingt es, wenn er nach 32 Jahren Leitung des einzigen symphonischen Akkordeonorchesters im südostbayerischen Raum, das Originalsätze gespielt hat, kurz und knapp betont: „Meine Ära ist zu Ende und mein Orchester gibt es jetzt nicht mehr.“ Er hat seine Arbeit aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen beendet. Ein „weiter so wie bisher“ wird es beim Chiemgauer Akkordeonorchester nicht mehr geben, auch wenn Dr. Martin Schultheiß als Nachfolger zur Verfügung steht. „Aber die Gruppierung muss sich neu bilden“, betont Membré.

Die Verantwortung für das Orchester sei etwas Wertvolles in seinem Leben gewesen, habe aber auch viel Zeit und Kraft gekostet. Jede Woche wurde im Vachendorfer Pfarrheim geübt, dazu immer ein bis zwei Monate intensive Vorarbeit vor den Konzerten. Das Orchester habe vor jedem Konzert immer rund ein Jahr Vorbereitungs- und Übungszeit gebraucht – „und dann ist alles in zwei Stunden vorbei“. (Chiemgauer Heimatzeitung)

Das klingt alles schon ein wenig frustriert und auch verbittert … Dabei ist zumindest diese MusikCassette durchaus ambitioniert gewesen: Der musikalische Bogen spannt sich von einem Präfugium über ein West Side Story – Medley über den Radetzky Marsch bis hin zuRock Around The Clock … da kann man schon sagen: Respekt für diese musikalische Bandbreite ! Und von daher freue ich mich mal wieder, ein musikalisches Schmankerl der raren Art hier präsentieren zu können.

Und immerhin: 2013 trat Ulrich Membré wieder mal musikalisch in Erscheinung und zwar in einem Konzert im Café Tres, Traunstein/Obb. und bot dort wieder mal sehr abwechslungsreiche Musik: „Almwalzer, steirische Polka, sizilianische Walzer, Musettewalzer, Tangos, Rumba, Czardas, sogar Bluesmusik mit dem Gastmusiker Gerhard Mayer an der Bluesharp und einen »Boogie Chromatica« mit dem kleinen Max, einem Buben im Grundschulalter, stellten die Musikanten dem meist andächtig lauschendem Publikum vor.“ (Traunsteiner Tagblatt, 10.Mai 2013)

BackCover1

 

Besetzung:
Chiemgauer Akkordeonorchester unter der Leitung von Ulrich Membré

 

Membre2013

Ulrich Membré (3. v.l.) im Café Tres, Traunstein/Obb

Titel:
01. West Side Story (Medley) Bernstein) 10.10
02. Eine Nacht in Monte Carlo (Herold) 2.38
03. Valencia (Padilla) 2.22
04. Espana (unbekannt) 2.32
05. Präfugium (Bach) 5.00
06. La Danza (Rossini) 3.22
07. Radetzky Martsch (Strauß) 2.35
08. Alles Macht mit (unbekanntz) 3.58
09. Rock Around The Clock (Freedman) 2.41

MC1A

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Da kann es einer nicht lassen:

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Quelle: berchtesgadener-anzeiger.de

Puhdys – 20 Jahre Puhdys (Jubiläumsalbum) (1989)

FrontCover1Vielleicht kam es bisher noch gar nicht so zum Ausdruck: Die Puhdys sind für mich eine der wichtigsten DDR-Bands, und das hat viele Gründe (die ich vielleicht später mal ausführlicher beleuchten werde).

Jedenfalls feierten sie just im Jahre 1989 ihr 20jähriges Jubiläum und zu diesem Anlass erschien dieses Doppelalbum, das es wirklich in sich hat, denn:Dieses Doppel-Album beinhaltet zum einen die Coverversionen mit denen die Puhdys ihre Karriere begannen (z.B. „Born To Be Wild“, „Lady In Black“ u.a.) und zum anderen Titel der Puhdys von anderen Künstlern gecovert (u.a. IC, Berluc, Amor & Die Kids, Helga Hahnemann) und seltene Single-Versionen, die auf LPs nie erschienen waren …

Fangen wir mal mit all diesen Cover-Versionen an …Irgendwie unglaublich mit welcher Souveränität sich die Puhdys an die ganz großen Klassiker der Rockmusik herangewagt haben … Und ihre Versionen sind wirklich fulminant (okay, beim „Summertime Blues“ hat man die Who im Ohr und da schneiden sie erkennbar schlechter ab).

Man könnte fast meinen, sie hätte meine Playlist der Klassiker geklaut … Nummer für Nummer musizieren sie, zelebrieren sie jene Musik jener Tage, als genau diese Musik in der DDR eher verpönt war (zumindest von offizieller Seite). Aber wir schrieben das Jahr 1989 und die Aufnahmen sind zwischen dem Januar und Mai 1989 entstanden und fast könnte man den Eindruck haben … dass genau diese Aufnahmen den Herrschenden zeigen sollten, dass ihre Zeit bald vorbei sein wird … Im Booklet unterlief den Machern allerdings ein kleiner, aber feiner Fehler. Der Song „Poor Boy“ wird als Elvis Presley Song ausgewiesen, was totaler Quatsch ist. „Poor Boy“ ist die Heavy-Fassung des Lords-Klassikers aus den 60er Jahren … ein musikalischer Handschlag zur BRD … Ich habe es mir erlaubt, diesen Fehler in der Titelliste zu korrigieren.

Tray1

Auf der zweiten CD dann Puhdys -Songs in neuer Form:  Für Puhdys Hardcore-Fans ganz sicher mehr als spannend, aber hier zeigt sich, dass ihre Original-Aufnahmen doch deutlich stärker sind; diese Diskrepanz ist bei ihren Cover-Versionen der Rock-Klassiker deutlich geringer … irgendwie witzig.

Und dies war dann auch ihre letzte offizielle „Ost“ – Platte, denn dann kam der November 1989 … und in diesem Jahr lösten sie sich auf (vorübergehend auf) … und im Jahre 2014 gehen sie unter dem Motto „Es war schön“ auf ihre Abschiedstournee 2014/2015:

Am 31. Oktober 2014 feiern sie in der O2 World in Berlin ihr 45-jähriges Bühnenjubiläum und den offiziellen Auftakt ihrer großen Abschiedstournee 2014/2015. Am 19. November 1969 gaben sie ihr erstes Konzert, der Beginn einer beispiellosen Karriere …

Live

Besetzung:
Dieter Birr (guitar, vocals)
Dieter Hertrampf (guitar, vocals)
Peter Meyer (keyboards, vocals)
Harry Jeske (bass)
Klaus Scharfschwerdt (drums, vocals)

BookletA

Titel:

CD 1:
01. Born To Be Wild (Bonfire) 3.58
02. Light My Fire (Densmore/Krieger/Manzarek/Morrison) 3:11
03. The Lady In Black (Hensley) 3.46
04. Sunshine Of Your Love (Bruce/Brown/Clapton) 4.05
05. Death Of A Clown (Davies) 3.20
06. Poor Boy (Lietz/Gietz) 2.53
07. Rock’N’Roll (Page/Plant/Jones/Bonham) 3.56
08 . Who’ll Stop The Rain (Fogerty) 2.22
09. Summertime Blues (Cochran/Capehart) 2.03
10. Teenage Wasteland (Townshend) 3.23
11. A Wither Shade Of Pale (Brooker/Reid) 4.27
12. Black Night (Blackmore/Gillan/Glover/Lord/Paice) 3.05
13. Paint It Black (Jagger/Richards) 3.16

CD 2:
01. Puhdys mit Helga Hahnemann: Rockerrente (Birr/Meyer) 2.35
02. Puhdys:  Der Außenseiter (Birr/Meyer/Tilgner) 4.30
03. Rosalili: Wenn Träume sterben (Birr/Meyer/Tilgner/Jeske/Hertrampf/Wosylus) 4.32
04. Puhdys: Die Wärme der Nacht (Tilgner/Hertrampf) 3.55
05. Amor & die Kids: Geh zu ihr (Gotthardt/Plenzdorf) 2.42
06. Puhdys: Die Boote der Jugend (Birr/Myer) 2.53
07.  Die Lords:  1992     3:22
08. Puhdys:  Ich will nicht vergessen (Birr/Meyer/Lasch)  4.14
09. IC und Studioband: He, John (Lasch/Schmidt) 4.25
10. Puhdys: TV-Show (Birr/Meyer)  3.07
11. Berluc: An den Ufern der Nacht (Dirr/Meyer/Lasch/Berluc) 4.25
12. Puhdys: Das Buch (Birr/Meyer) 5.16

CD 1A

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Konzertkarte1989

Franz K. – Zieh deine schwarzen Schuhe an (1989)

FrontCover1Wenn´s nicht so traurig wäre, könnte man nur noch lachen … da gab es mal ne Band, die nannten sich Franz K. (natürlich in Anlehnung an Franz Kafka) und in den 70er Jahren hatten sich auch tatsächlich was zu sagen … in den 80er Jahren … tja kam ein gewisser Peter Orloff irgendwie mit ins Boot … und wikepedia schreibt über diese Zeit:

“ … und unter dem Produzenten Peter Orloff bewegten sie sich musikalisch in den Schlager-Bereich hinein.“

Wie sich das anhört (und anfühlt) kann man auf diesem Sampler hören … mit Songs wie „Wahnsinn“ z.B. könnten sie Bierzelte zum toben bringen … und „Doctor Basic“ erfüllt so manch kitschig-romantischen Traum. Und bei „Rebellen der Liebe“ könnte einem glatt schlecht werden.

Dabei konnten sie es auch damals noch … hört man sich z.B. das Solo auf „Ich verbrenne“ an …

Aber der Rest ist einfach Schlagermusik mit ein paar härteren Sounds … macht es aber auch nicht wirklich besser, wenn man weiss, wie diese Band angefangen hat … Und da hilft es auch nix mehr, wenn das Album z.b. bei ebay-Auktionen als „mega-rar“ beworben wird …

Nun ja, auch ein Stück deutsche Musikgeschichte …

BackCover

Besetzung:
Mick Hannes (guitar)
Peter Josefus (bass, vocals)
Stefan Josefus (drums)

Single

Single-Veröffentlichung

Titel:
01. Zieh deine schwarzen Schuhe an (Hannes/P.Josefus/S.Josefus) 3.40
02. Heute Nicht (Maxi-Version) (Hannes/P.Josefus/S.Josefus) 6.06
03. Wasser in er Wüste (Hannes/P.Josefus/S.Josefus) 3:12
04. Purer Wahnsinn (Hannes/P.Josefus/S.Josefus) 3:52
05. Vulkan unterm Eis (Hannes/P.Josefus/S.Josefus) 3.20
06. Ewig und 3 Tage (Hannes/Neuhaus/ 3:42
07. Extra-Mischung (Maxi-Version) (Hannes/P.Josefus/S.Josefus) 4:53
08. Dr.Basic (Hannes/P.Josefus/S.Josefus) 4:24
09. Rebellen Der Liebe (Maxi-Version) (P.Josefus/S.Josefus) 5:35
10. Die 7.Dimension (Hannes/P.Josefus/S.Josefus) 3:22

CD
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Werner (Wichtig) – Pump ab das Bier + Mein Dosenbier (1989)

FrontCover1Jetzt wird es abartig … wir tauchen ein in die Musik der Ballermann – Generation:

Werner Wichtig war das Pseudonym des deutschen Sängers Raymund Thielecke (* 15. Januar 1962; † 6. Oktober 1992). Der Titel Pump ab das Bier machte ihn 1989 zum One-Hit-Wonder.

 

Der gelernte Großhandelskaufmann nahm 1989 Pump ab das Bier, eine deutschsprachige Coverversion des Hits Pump Up the Jam des belgischen Danceprojekts Technotronic, auf. Die Single stieg im Februar 1990 binnen zweier Wochen an die Spitze der deutschen Charts und hielt diesen Platz drei Wochen. Kurze Zeit später erreichte der Song Platz 3 in Österreich und der Schweiz. Produziert wurde die Single von Frank Meyer-Thurn.

Werner Wichtig veröffentlichte die Single zunächst unter dem Namen „Werner“ und profitierte dabei von dem damaligen Kult um die gleichnamige Comicfigur Werner. Auf Einspruch des Comiczeichners Rötger Feldmann alias Brösel akzeptierte er einen Namenszusatz und nannte sich nun „Werner Wichtig“.

WernerWichtig01

Mit seiner zweiten Single Kebab (Jetzt kommt Maradona), eine Anspielung auf den argentinischen Fußballer Diego Maradona, die nach dem gleichen Strickmuster auf Basis des Technotronic-Hits Get Up rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 erschien, verfehlte Werner Wichtig allerdings die Charts. Auch die Veröffentlichungen Bumm Bumm Bumm (1991) und Let’s Talk About Sex – Deutsche Originalversion (1992) floppten. (Quelle: wikipedia)

Ich sag´s mal so … wer wissen will, wie sich so ne Ballermann-Hymne anhört … kann sich hier bedienen. Am deutschen Text sollen vier Leute beteiligt gewesen sein … vier geistige Tiefflieger auf einen Haufen !

Selten habe ich eine Single so gerne ausgemustert … denn was soll man von einem Vollpfosten halten, dem das Dosenbier lieber als seine Frau ist.

Keine Frage: der künstlerische Tiefpunkt in diesem blog ist wohl erreicht …

Ballermann

Besetzung
Werner (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

BackCover1

Titel:
01. Pump ab das Bier (Kamosi/deQuincey/Thielecke/Beyer/Hüther/Meyer/Thurn) 3.19
02. Mein Dosenbier (Meyer-Thurn/Bayer/Hüther/Thielecke) 3.45

LabelB1
* (demnächst oder auch nicht)
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Richard von Weizäcker – Zum 24. Mai 1989 (1989)

FrontCover1Nicht ganz so berühmt, wie seine Rede zum 40. Jahrestag der deutschen Kapitulation, vom 8. Mai 1985, aber dennoch auch eine zumindest in Teilbereichen bemerkenswerte Rede, die der damalige Bundespräsident Richard von Weizäcker zum 40. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland, vom 24. Mai 1989 hielt.

Nun ist es ja so, dass Sonntagsreden wie diese ofmals sehr schal sind … diese Rede erlebe ich in Teilbereichen anders, denn Richard von Weizäcker wagt einen Rückblick über 40 Jahre Bundesrepublik, und dabei markiert er einige zentrale Themen … und ein paar seiner Ausführungen und Anmerkungen, haben mich schon hellhörig gemacht.

Von daher ein paar (auch mal längere) Zitate aus dieser Rede.

Ich beginne mit einem Zitat, bei dem Richard von Weizäcker allerdings hoffnungslos irrte:

„Aus den Vereinigten Staaten von Amerika kam die großherzige Hilfe des Marshallplanes. Sie trug nachhaltig zum wirtschaftlichen Wiederaufstieg bei. „

Von wegen „großherzig“ … Die USA verfolgten damit ein klares strategisches Ziel, das dann ja auch überzeugend erreicht wurde.

Richard von Weizäcker über die Weimarer Republik:

„Im Bund und in den Ländern war eine Generation politisch am Werk, die durch Erfahrung klug geworden war. Sie wußte, daß es in der Weimarer Zeit nicht zu früh zu viele Extremisten gegeben hatte, sondern zu lange zu wenige Demokraten.“

Richard von Weizäcker über die 68er:

Dazu zählte die Jugendrevolte in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre. Aktive Teile einer neuen Generation sahen keinen Grund, in kritikloser Dankbarkeit hinzunehmen, daß sie nun über weit mehr Freiheit und Wohlstand verfügten als ihre Vorfahren. Nach ihrem Empfinden hatte sich der Wiederaufbau in eine allzu einseitige, materiell orientierte, selbstsüchtige Leistungsgesellschaft hineinentwickelt. Es gab scharfe Fragen zur Vergangenheit, zur Offenheit des Bildungssystems, zur Demokratie als Lebensform. Jede Autorität geriet unter Verdacht. Überlieferte Bindungen wurden angefochten, eine neue Emanzipation ausgerufen. Die Verständigung unter den Generationen war, wie so oft, schwierig. Fehler wurden allseits begangen. Ältere fühlten sich mit ihren Aufbauleistungen verkannt. Jüngere verlegten sich mit moralischen, radikaldemokratischen und kulturrevolutionären Motiven aufs Provozieren, auf Abbruch und rücksichtslosen neuen Anfang. Es gab fundamentalen Widerspruch, strikte Verweigerung, massive Konfrontation. Zum Teil kam es zu offener Gewalt, später in einzelnen Fällen zu Terror und schweren Verbrechen.


Der demokratische Rechtsstaat bestand seine härteste Probe. In dieser Zeit schärfte sich unser Bewußtsein dafür, daß Recht Recht bleiben muß, daß Verbrechen Strafe fordert, daß aber auch Recht menschliches Recht ist und menschlich angewandt werden muß.
Geistige, soziale und politische Folgen sind seit 1968 geblieben. Gesellschaftspolitische Themen traten in den Vordergrund. Politisches Engagement drang über staatliche Organe hinaus in die Gesellschaft vor. Das ist unbequem und fruchtbar. Basisdemokratie wurde eingefordert, Bürgerinitiativen verbreiteten sich. Neue soziale Bewegungen entstanden. Befreiung und neue Gemeinschaft wurden gesucht. Dabei kamen alte menschliche Erfahrungen wieder zum Vorschein. Es gibt Abhängigkeiten im Leben, die menschenunwürdig sind; wir wollen sie loswerden.“

Richard von Weizäcker über die Gleichberechtigung von Mann und Frau (Artikel 3 GG):

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

„Hier ist von persönlichen Lebensentscheidungen die Rede, auf die die Gesellschaft tief einwirkt. Nirgends tritt uns dies schärfer vor Augen als bei der veränderten Stellung der Frau. Im Grundgesetz war nach heftigen Auseinandersetzungen die Gleichberechtigung von Mann und Frau mit lapidarer Eindeutigkeit verordnet worden. Um den Vollzug wird seither gerungen.
Bald nach dem Krieg wurden die Arbeiten und Verantwortungen, die die Frauen während des Kriegsdienstes und der Gefangenschaft der Männer hatten übernehmen müssen, wieder von den heimkehrenden Männern beansprucht. Dennoch gab es keine Umkehr mehr. Der Wunsch nach einem eigenen Beruf wurde für viele Frauen zur Notwendigkeit, für die meisten zur Selbstverständlichkeit. Der Weg zur Ausbildung glich sich allmählich an. Der Zugang zu bislang männertypischen Arbeiten wuchs – wir sehen es hier auf dem Dirigentenpodium.
Frauen sind aber nach wie vor zu oft benachteiligt. Sie bekommen es beim Einstieg, beim Aufstieg und beim Wiedereinstieg zu spüren. Dahinter steht die Spannung zwischen Familie und Beruf. Noch immer müssen sich Familien dem Arbeitsmarkt anpassen statt umgekehrt. Darunter leiden alle. Die Frauen aber tragen den Löwenanteil der Lasten, die sich daraus ergeben.
Die materielle Lage für Familien mit Kindern fällt stark ins Gewicht. Vor kurzem schrieb mir eine Frau: „Eine Gesellschaft, die sich alles leisten kann, nur keine Mütter, muß sich nicht wundern, wenn sich die Frauen keine Mutterschaft mehr leisten können.“ Sie wollte damit nicht ihren Wunsch, sondern nur den Zustand schildern.“

Richard von Weizäcker zum Thema „soziale Frage“ bei uns und anderswo:

Es gibt Spötter, die sagen: „Uns geht es schlecht, aber auf hohem Niveau.“ Das ist ziemlich grober Unfug. Denn einerseits ist es wahr, daß Menschen unter uns gar nicht auf hohem Niveau, sondern unter großen Schwierigkeiten leben. Ihnen gilt es, tatkräftig zu helfen. Andererseits befindet sich unser Land in der Spitzengruppe des Wohlstandes der Welt. Wir haben die materiellen und geistigen Kräfte, um uns führend am Kampf gegen globale Notstände zu beteiligen.

Die schärfsten Probleme der Gegenwart sind Hunger und Not, Ungerechtigkeit und Verschuldung in weiten Teilen der Welt. Der Zuwachs der Erdbevölkerung ist ungebrochen und nimmt wahrhaft verheerende Ausmaße an. Denn er führt zur immer weiteren Zerstörung der Naturräume. Wir in den Industrieländern denken vor allem an das zukünftige Weltklima. Menschen in Not denken an ihr Brot von heute. Sie werden erst dann lernen, die Kinderzahl zu begrenzen und die Natur zu schützen, wenn sich ihre Notlage bessert. Dies hängt zunächst von ihnen selbst ab, aber nicht weniger von unserer Hilfe und von den Weltmärkten, die wir beherrschen, nicht sie.

Richard von Weizäcker zum Thema Ökologie:

Noch leben wir in unverantwortlichem Ausmaß auf Kosten anderer Teile der Welt und zu Lasten der Zukunft. Ist uns das ganze Ausmaß drohender Klimaveränderungen wirklich bewußt? Wissen wir, daß wir einen Treibhauseffekt mitverursachen, der später weite, dichtbesiedelte Küstengebiete, Flußmündungen und ganze Inselstaaten buchstäblich dem Untergang preisgeben kann?

Nun gut … es gäbe noch etliche weitere Beispiele, die interessant erscheinen, kann sich ja jeder die Passage gedanklich rot anstreichen, die einem bemerkenswert erscheinen.

BackCover1

Veröffentlicht wurde dieser Mitschnitt von Philips (wohl eine kostenlose Sonderedition) … und die schrieben dann dazu folgendes:

„Zum zweiten Mal binnen vier Jahren – und nun zum Gedenken an den 24. Mai 1949, den Tag, an dem vor 40 Jahren das Grundgesetz in Kraft trat – hat Bundespräsident Richard von Weizsäcker eine Rede gehalten, die über den Tag hinaus wirken und dem Selbstverständnis der Deutschen differenzierte Wegweisung geben wird.

Wie seine Rede am 08. Mai 1985 ist auch die große Würdigung, die der Bundespräsident dem Leben der Deutschen mit dem Grundgesetz gewidmet hat, ein politisch-historisches Dokument von hohem Rang. Das hat die deutschen Philips Unternehmen bewogen, nun auch eine Langspielplatte der Rede vom 24. Mai 1989 zu publizieren.

Wir widmen diese Edition der Jugend, die ihre Zukunft mit dem Wissen um die Vergangenheit gestalten will.

Wir freuen uns, Ihnen ein Exemplar dieser Langspielplatte überreichen zu dürfen.

Philips Zentralbereich Öffentlichkeitsarbeit

Hamburg, im Juni 1989“

Nun gut … Zeitgeschichtliche interessierte Leser dieses Blogs kommen eigentlich an diesem Präsentation (dem ich auch eine Abschrift beigelegt habe) kaum vorbei.

Und natürlich habe ich nicht vergessen, dass Richard von Weizäcker z.B. als Regierender Bürgermeister von Berlin z.B. einem Politiker namens Lummer ziemlich freie Hand ließt, als es darum ging, die Hausbesetzer Szene in Kreuzberg zu drangsalieren.

 

Booklet1

Titel:
01. Rede zum 24. Mai 1989 (Teil 1) 27.51
02. Rede zum 24. Mai 1989 (Teil 2) 28.07

LabelA1
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Weizäcker

Richard von Weizäcker … konnte wohl auch albern sein: hier bei einer Schneeballschlacht

 

 

Latin Quarter – Dominion + Wir töten, was wir lieben + 1 (1989)

FrontCover1Da gab´s mal Ende der 80er Jahre eine WDR-TV Serie, die nannte sich „Wir töten, was wir lieben“, und wenn ich das richtig recherchiert habe, war das die deutsche Version des TV-Serie „Animal Cracker“ … und dabei ging es vorrangig um den Raubbau an der Natur (einschließlich der Tierwelt), den wir uns Menschen damals wie heute leisten.

Und ich vermute mal, eine der WDR – Fernsehleute war ein glühender Verehrer der britischen Gruppe „Latin Quarter“:

Latin Quarter ist eine englische Popband, die von 1983 bis 1998 bestand und 2011 ein Comeback startete.

Latin Quarter wurde im August 1983 von Steve Skaith und Mike Jones, beide zuvor Mitglieder einer Menschenrechtsorganisation, sowie Richard Wright gegründet. Skaith war Sänger und Gitarrist, Wright spielte ebenfalls Gitarre. Jones war „nur“ Texter, galt aber, ohne ein Instrument zu spielen oder zu singen, stets als festes Mitglied der Gruppe. Später im Jahr stießen Yona Dunsford (Gesang, Keyboards) und Carol Douet (Gesang) hinzu. Von Beginn an war es die Intention der Gruppe, politisch und sozial relevante Texte mit eingängigen Melodien zu verbinden, um ihre Botschaft einer möglichst breiten Öffentlichkeit darlegen zu können. (Quelle: Wikipedia)

Und für die oben genannte TV-Serie nahmen sie eine deutschsprachige Version von „Dominion“ (vom „Swimming Against The Stream“ Album) mit dem Titel „Wir töten, was wir lieben“ (deutscher Text; Harry Gutowski)

Jetzt muss man wissen, dass Latin Quarter in allihren Jahren nicht nur ihre Alben veröffentlichten, sondern auch jede menge Maxi-EP´s etc, mit Bonustracks oder anderen Versionen ihrer Songs (da blickt manals Sammler manchmal nicht mehr so recht durch, was es da alles noch an Bonus-Aufnahmen gibt).

Und um so eine „Maxi-Single 12 inch“ handelt es sich bei diesen Aufnahmen.

Und jetzt muss man noch wissen, dass ich die 80er Jahre – familienbedingt – ziemlich verschlafen habe … aber neben Big Country, The Brandos waren es eben auch Latin Quarter (mit ihren großartigen Texten und dieser vermaledeiten perfekten Popmusik) in ihren Bann gezogen haben … und das bis heute … ungebrochen …

Und auf der B-Seite finden wir dann noch das legendäre „America For Beginners“ … Gänsehaut garantiert …

Latin Quarter

Besetzung:
Paulinho da Costa (percussion)
Yona Dunsford (Keyboards)
Denny Fongheiser (drums)
Greg Harewood (bass)
Mick Jones (lyrics)
Steve Skaith (vocals, guitar)
Richard Wright (guitar)

BackCover1

Titel:

01  Dominion (Skaith/Jones)  4:52
02. Wir töten, was wir lieben (Skaith/Jones/Gutwoski) 4.15
03. America For Beginners (extended version) (Skaith/Jones)

 

LabelA1

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Mehr Latin Quarter findet man hier

Und hier ein eindrucksvolles Video zu „America For Beginners“: