Fritz Wunderlich – Die schöne Müllerin (Franz Schubert) (1957/1995)

FrontCover1Ein Klassiker deutscher Liedkunst:

Die schöne Müllerin (op. 25, D. 795) ist ein Liederzyklus für Singstimme und Klavier von Franz Schubert, der 1823 komponiert wurde.

Textbasis des Zyklus ist die Gedichtsammlung Die schöne Müllerin von Wilhelm Müller, die in den 1821 erschienenen Sieben und siebzig nachgelassenen Gedichten aus den Papieren eines reisenden Waldhornisten enthalten ist. Schubert hat von den 25 Gedichten 20[1] vertont, wodurch die vom Dichter intendierte Ironie im romantischen Sinne und der pessimistische Schluss aufgehoben wurden. Der Inhalt bezieht sich – biographischen Quellen und Briefen zufolge – auf Müllers unerfüllte Liebe zu Luise Hensel.

Der Inhalt ist typisch romantisch: Ein junger Müllersgeselle befindet sich auf Wanderschaft. Er folgt dem Lauf eines Baches, der ihn schließlich zu einer Mühle führt. Dort verliebt er sich in die Tochter seines neuen Meisters. Doch die angestrebte Liebesbeziehung zur schönen und für ihn unerreichbaren Müllerin scheitert. Zwar scheint sie ihm vielleicht zunächst nicht abgeneigt. Doch dann wendet sie sich einem Jäger zu, denn dieser hat den angeseheneren Beruf und verkörpert Maskulinität und Potenz. Aus Verzweiflung darüber ertränkt sich der unglückliche Müller in dem Bach, der im Liederzyklus selbst den Rang einer teilnehmenden „Figur“ einnimmt: Er wird häufig vom Müller direkt angesprochen; im vorletzten Lied (Der Müller und der Bach) singen beide im Wechsel, im letzten Lied schließlich (Des Baches Wiegenlied) singt der Bach ein wehmütiges Schlaf- und Todeslied für den Müller, der in ihm ruht wie im Totenbett. Der Bach wird als Freund des Müllers angesehen, aber er kann auch als Feind gedeutet werden, denn er führt den Müller in den Tod.

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Die ersten Lieder des Zyklus sind freudig und vorwärts drängend komponiert, was sich auch in der schnellen – meist in 32-teln gehaltenen – Klavierbegleitung niederschlägt. Der zweite Teil des Liederzyklus schlägt in Resignation, Wehmut und ohnmächtigen Zorn um und ähnelt in seiner Todessehnsucht dem zweiten großen vokalen Werk Schuberts: Die Winterreise. Die Hälfte der Titel des zweiten Teils sind deshalb bezeichnenderweise in Moll gehalten. Die Grenzen zwischen unbändigem Lebenswillen, Angst und Verzagtheit, Wehmut bis hin zur Depression sind in beiden Werken weit ausgelotet. In der Komposition spiegelt sich neben Schuberts eigener unglücklicher Liebe auch seine von schwerer Krankheit (Syphilis) geprägte Lebensstimmung. (Quelle: wikipedia)

OriginalLabels

Hier nun die Interpretation des Liederzyklus durch einen der wohl bekanntesten deutschen Tenor Sänger  des letzten Jahrhunderts:

Fritz Wunderlich (* 26. September 1930 in Kusel im heutigen Rheinland-Pfalz; † 17. September 1966 in Heidelberg), eigentlich Friedrich Karl Otto Wunderlich, war ein deutscher Sänger im Stimmfach Lyrischer Tenor.

Fritz Wunderlich wuchs in einfachen Verhältnissen in Kusel in der Pfalz auf. Sein aus Thüringen stammender Vater Paul war Cellist, Kapellmeister und Chordirigent, seine im Erzgebirge geborene Mutter Anna Violinistin. In Kusel betrieben sie kurzzeitig die Gastwirtschaft Emrichs Bräustübl. Der Vater, mittlerweile wieder musikalisch tätig, wurde von örtlichen Nationalsozialisten um seine Stellung gebracht und litt außerdem an einer schweren Kriegsverletzung. In dieser hoffnungslosen Lage nahm er sich das Leben, als FritzWunderlichFritz Wunderlich erst fünf Jahre alt war. Daraufhin verarmte die Familie vollständig. Die Mutter gab Musikunterricht, und schon früh lernte Wunderlich verschiedene Musikinstrumente und begleitete Mutter und Schwester, wenn sie abends zur musikalischen Unterhaltung aufspielten. Später konnte er sich so auch sein Musikstudium mit Tanzmusik selbst finanzieren.

1956 heiratete er die Harfenistin Eva Jungnitsch. Die Kinder Constanze, Wolfgang und Barbara kamen 1957, 1959 und 1964 zur Welt. Die Familie wohnte zunächst in Stuttgart, später in München.

Fritz Wunderlich spielte von Jugend an Unterhaltungsmusik in verschiedenen Gruppen und erhielt ersten Gesangsunterricht in Kaiserslautern. Er studierte von 1950 bis 1955 an der Musikhochschule Freiburg zunächst Horn, später bei Margarethe von Winterfeldt Gesang. Seinen ersten offiziellen Opernauftritt hatte er 1954 bei einer Hochschulaufführung in Freiburg als Tamino in Mozarts Zauberflöte. Daraufhin wurde er schon 1955 an die Württembergische Staatsoper in Stuttgart engagiert. Als er dort – ebenfalls als Tamino – für einen erkrankten Kollegen, den ersten Tenor Josef Traxel, einspringen durfte, weil der eigentlich als Ersatz vorgesehene Wolfgang Windgassen zugunsten des Anfängers verzichtete, wurde er praktisch über Nacht zum Star.

Ab 1959 war er zunächst mit einem Gastvertrag, ab 1960 als festes Ensemblemitglied an der Bayerischen Staatsoper München verpflichtet. Ab 1962 gastierte er an der Wiener Staatsoper, deren Ensemble er ab 1963 bis zu seinem Tod angehörte. Seit 1959 war er regelmäßig Gast der Salzburger Festspiele, Engagements führten ihn unter anderem nach Berlin, Aix-en-Provence, Venedig, Buenos Aires, London, Edinburgh und Mailand.

Wunderlich war auf dem Höhepunkt seiner Karriere – er sollte wenige Tage später sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York geben – als er sich, kurz vor seinem 36. Geburtstag, beim Sturz von einer Treppe im Haus von Heinz Blanc in Derdingen im Kraichgau einen Schädelbruch zuzog, an dem er am darauffolgenden Tag in einer Klinik in Heidelberg verstarb. Er wurde in München im Alten Teil des Waldfriedhofs beigesetzt (Grab Nr. 212-W-18).

Berühmt wurde Wunderlich durch seine strahlende, klare, über zwei Oktaven ausgeglichene Stimme, die von Anfang an einen natürlichen, ungekünstelten Sitz besaß und diesen auch bei aller technischen Durchbildung nie verlor. Außergewöhnlich waren seine sängerische Intensität und sein Vermögen, sich in eine Rolle einzufühlen. Bis heute gilt er als vielleicht größter lyrischer Tenor des 20. Jahrhunderts, mit Sicherheit aber als einer der bedeutendsten deutschen Sänger. Als Luciano Pavarotti während eines Interviews im Jahre 1990 gefragt wurde, wer für ihn der herausragendste Tenor der Geschichte sei, antwortete er: „Fritz Wunderlich“.

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Einige seiner berühmtesten Rollen waren der Tamino in Mozarts Zauberflöte, der Belmonte in Die Entführung aus dem Serail, der Almaviva in Rossinis Der Barbier von Sevilla und der Henry in Die schweigsame Frau von Richard Strauss. Als bedeutendster Mozartsänger seiner Zeit setzte er neue Maßstäbe, die bis heute noch Gültigkeit haben. In Stuttgart und bei den Schwetzinger Festspielen wirkte er auch an Uraufführungen moderner Opern mit (z. B. Der Revisor von Werner Egk). Erwähnenswert sind auch sein Lenski in Tschaikowskis Eugen Onegin sowie seine herausragende, für einen jungen Sänger ungewöhnlich reife Interpretation des Palestrina in der gleichnamigen Oper von Hans Pfitzner. Nicht zu vergessen auch sein Hans in B. Smetanas Verkaufter Braut. Neben der Oper umfasste sein großes Repertoire auch die Tenorpartien der großen Oratorien, Operetten (hier einige Gesamtaufnahmen unter Franz Marszalek), Lieder und Unterhaltungsmusik. Wunderlichs Interpretationen von Liedern von u. a. Schubert, Schumann und Beethoven, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Liedbegleiter Hubert Giesen, finden auch heute noch einhellige Bewunderung. Wunderlichs große sängerische Leistungen sind auf zahlreichen Rundfunkaufnahmen (vor allem des SWF, des WDR, des SDR und des BR) und Schallplatten dokumentiert, die auch Jahrzehnte nach seinem tragischen Unfalltod immer wieder neu veröffentlicht werden.

Freundschaftlich verbunden war er mit dem Bariton Hermann Prey, der oft mit ihm auf der Bühne stand. Einen väterlichen Freund fand Wunderlich, der seinen eigenen Vater in jungen Jahren verloren hatte, in dem Bassisten Gottlob Frick, in dessen Haus er immer wieder zu Gast war. Mit Frick ging er dem gemeinsamen Hobby, der Jagd, nach. Seine Heimatverbundenheit zeigte Wunderlich mit dem von ihm im Alter von 20 Jahren getexteten und vertonten „Kusellied“, das er Mitte der 1960er Jahre bei einem Auftritt in Robert Lembkes Rateshow „Was bin ich?“ vorstellte und das seither quasi die Kuseler „Nationalhymne“ geworden ist. (Quelle: wikipedia)

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Original Front + Cover aus dem Jahre 1957

Und ein Kunde von amazon ist angesichts dieser Aufnahmen fast rasend vor Begeisterung:

„Beim Hören der Lieder ist man davon überzeugt, dass diese Lieder auf Wunderlich als Interpreten gewartet haben. Einmal Wunderlich mit der Schönen Müllerin gehört und alle anderen Interpretationen verblassen. Der Schmelz der Stimme Wunderlichs ist jedoch niemals kitschig oder pathetisch und bis dato unerreicht! Man verfällt dieser Stimme ob man möchte oder nicht, unbewusst vergleicht man jeden Sänger mit Wunderlich und immer zu dessen Nachteil! Man bekommt diese Lieder mit der Stimme Wunderlichs niemals satt, jedes neue Hineinhören bringt neue Entdeckungen! “

Nun, den dem so ist, dann will ich diese Aufnahmen (entstanden im Hotel Esplanade, Berlin, August 1957) hier auch mal präsentieren. Ergänzt werden sie durch 2 weitere Titel: „Ständchen“ und „Der Musensohn“

Und das Lied „Das Wandern (ist des Müllers Lust)“ kennt ja nun vermutlich jeder …

FranzSchubert

Franz Schubert

Besetzung:
Kurt Heinz Stolze (piano)
Fritz Wunderlich (vocals)
+
Rolf Reinhardt (piano bei 17. + 18.)

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Titel:
01. Das Wandern (ist des Müllers Lust) 3.00
02. Wohin?  2.14
03. Halt! 1.40
04. Danksagung an den Bach 1.46
05. Am Feierabend 2.41
06. Der Neugierige 3.53
07. Ungeduld 3.06
08. Morgengruß 4.14
09. Der Müllers Blumen 3.37
10. Tränenregen 4.38
11. Mein 2.33
12. Pause 4.13
13. Mit dem grünen Lautenbande 1.20
14. Der Jäger 1.20
15. Eifersucht und Stolz 1.47
16. Die liebe Farbe 4.09
17. Die böse Farbe  2.17
18. Trockene Blumen 3.54
19. Der Müller und der Bach 4.19
20. Des Baches Wiegenlied 7.30
+
21. Ständchen 4.15
22. Der Musensohn 2.33

Musik: Franz Schubert
Text: Wilhelm Müller

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Verschiedene Interpreten – Europäische Bildungsgemeinschaft – Hörprobe (Ende der 50er Jahre)

FrontCover1Und wieder einmal will ich den Stapel meiner alten Singles reduzieren und da fiel mir dann auch diese „Hörprobe“ in die Hände.

Leider ist eigentlich so gut wie nichts über den Herausgeber dieser Hörprobe, der Europäischen Bildungsgemeinschaft bekannt. Ich weiß nur, der Sitz war in Stuttgart und sie hatten den „Europäischen Buchclub“ und den „Europäischen Schallplattenclub“.

Scheinbar trotzten sie einige Jahre dem großem Bruder, dem Bertelsmann Buch-und Schallplatten-Ring, bis dann die Bertelsmänner die Europäische Bildungsgemeinschaft 1963 aufkauften … so einfach ist dann.

Geboten wird dann überwiegend leichtere Kost der Klassik für den Bildungsbürger der damaligen Zeit. Wobei ich schon sagen muss, das wiederhören mit dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms hat mich mal wieder auf all diese Ungarischen Tänzer von Brahms neugierig gemacht. Davon werden wir hier ganz sicher noch was hören.

Unter der Solisten ist natürlich Fritz Wunderlich am bekanntesten, aber auch die mir bis dato Sari Barabas hatte eine eindrucksvolle Karriere als Opernsängerin hinlegen können.

Nun, kleine Appetithäppchen für Neugierige … kostet ja nichts, denn diese Schallplatte war ja schon damals ein (Werbe- ) Geschenk.

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Titel:

01. Ungarischer Tanz Nr. 5 (Brahms) 3.16
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Leopold Ludwig

02. Vater, Mutter, Schwestern, Brüder (Lortzing) 3.29
Fritz Wunderlich – Die Berliner Symphoniker unter der Leitung von Artur Rother

03. Als geblüht der Kirschenbaum (aus „Der Vogelhänder“) (Zeller) 2.45
Sari Barabas – Orchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Werner-Schmidt-Boelke

04. Ich hab´ kein Geld + Finale (aus „Der Bettelstudent“) (Millöcker) 1.59
Ursula Schirrmacher, Rainer Süß, Martin Ritzmann u.a. – Der Marcony Operettenchor – Die Berliner Symphoniker unter der Leitung von Alois Melchior

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Fritz Wunderlich + Sari Barbas

Weihnachten 2018 (31): Johann Sebastian Bach – Weihnachtsoratorium (Karl Richter) (1965)

OriginalFrontCover1Nein, dieses Werk gehört nicht in die Abteilung Resteverwertung, denn:

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ist ohne jeden Zweifel eines der bedeutendsten klassischen Werke zur Weihnachtszeit. Und die Aufnahme von dem Bach Experten Karl Richter aus dem Jahr 1965 kann man durchaus als Referenz-Album bezeichnen.

… Karl Richter zum Beispiel machte sich im Jahr 1965 im Münchner Herkulessaal an eine aufwändige Plattenaufnahme, die neben dem Bach-Chor und dem Bach-Orchester auch herausragende Solisten wie die Sopranistin Gundula Janowitz und den Tenor Fritz Wunderlich vor den Mikrofonen versammelte. Das Resultat war bestechend. Richter gelang es, bis ins Details der dynamischen Gestaltung die einzelne Komponenten ausgewogen zu gewichten. Gerade in den vertrackt kontrapunktischen Chorpassagen konnte er seine Fähigkeit ausspielen, große Klangkörper nuanciert zu lenken. Sein „Weihnachtsoratorium“ wurde zu einer zentralen Einspielung des Werkes, beseelt vom kongenialen Zusammenwirken von Text und Interpretation. (Klassikakzente 06.12.2002)

KarlRichterEin paar einführende Worte zu diesem Werk sollen an dieser Stelle nun wirklich genügen:

Das Weihnachtsoratorium BWV 248 ist ein sechsteiliges Oratorium für Soli (SATB), gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt.

Feierliche Eröffnungs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Oratorium.

 

Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden. Von der musikalischen Gattung steht das Weihnachts-Oratorium Bachs oratorischen Passionen nahe. Es ist das populärste aller geistlichen Vokalwerke Bachs und zählt zu seinen berühmtesten geistlichen Kompositionen. Das Oratorium wird heute häufig in der Advents- und Weihnachtszeit ganz oder in Teilen aufgeführt. (Quelle: wikipedia)

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Originalcover aus dem Jahr 1965

Ergänzend sei angemerkt, dass hier auch der von mir so geschätzte Maurice André an der Trompete zu hören ist !

Wohlan: lasset den Worten Taten folgen: anhören und schwelgen !

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Die ungarische Ausgabe dieser Aufnahmen

 

Besetzung:
Franz Crass (bass)
Gundula Janowitz (sopran)
Christa Ludwig (alt)
Fritz Wunderlich (tenor)
+
Maurice André (trumpet)
Willy Beck (horn)
Hedwig Bilgram (organ)
Otto Büchner (violin)
Herbert Duft (bass)
Kurt Engert (cello)
Bernhard Gediga (trumpet)
Kurt Hausmann (oboe)
Ludwig Kiblböck (bass)
Karl Kolbinger (fagott)
Detlev Kühl (fagott)
Paul Meisen (flute)
Gustav Meyer (english horn)
Wilhelm Oppermann (trumpet)
Kurt Richter (horn)
Edgar Shann (english horn, oboe)
Oswald Uhl (cello)
+
Münchener Bach-Orchester + Münchener Bach-Chor unter der Leitung von Karl Richter

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Eröffnungschor aus Teil I, in dem Bach den Text der Parodievorlage „Tönet, ihr Pauken! Erschallet Trompeten!“
in die Partitur übernimmt, durchstreicht und zu „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“ korrigiert.
Titel:

CD 1:

Erster Teil: Am Ersten Weihnachtsfeiertage:
01. Coro – Jauchzet, Frohlocket!  8.17
02. Recitativo (Evangelist) – Es Begab Sich Aber Zu Der Zeit 1.40
03. Recitativo (Alto) – Nun Wird Mein Liebster Bräutigam 1.07
04. Aria (Alto) – Bereite Dich, Zion  6.02
05. Choral – Wie Soll Ich Dich Empfangen 1.19
06. Recitativo (Evangelist) – Und Sie Gebar Ihren Ersten Sohn 0.30
07. Choral, Recitativo (Chor-Sopran, Basso) – Er Ist Auf Erden Kommen Arm 3.35
08. Aria (Basso) – Groβer Herr Und Starker König 5.38
09. Choral – Ach, Mein Herzliebes Jesulein! 1.28
Zweiter Teil: Am Zweiten Weihnachtsfeiertage:
10. Sinfonia (Hirtenmusik) 7.12
11. Recitativo (Evangelist) – Und Es Waren Hirten In Derselben Gegend 1.01
12. Choral – Brich An, O Schönes Morgenlicht 1.07
13. Recitativo (Evangelist, Engel) – Und Der Engel Sprach Zu Ihnen 0.59
14.  Recitativo (Basso) – Was Gott Dem Abraham Verheiβen 0.56
15. Aria (Tenor) – Frohe Hirten, Eilt, Ach Eilet 3.56
16. Recitativo (Evangelist) – Und Das Habt Zum Zeichen 0.28
17. Choral – Schaut Hin! Dort Liegt Im Finstern Stall 0.45
18. Recitativo (Basso) – So Geht Denn Hin, Ihr Hirten, Geht 0.59
19. Aria (Alto) – Schlafe, Mein Liebster, Genieβe Der Ruh     11:12

Libretto

Titelseite und erste Seite des Librettos, Leipzig 1734

 

CD 2:

Zweiter Teil: Am Zweiten Weihnachtsfeiertage (Fortsetzung):
20. Recitativo (Evangelist) – Und Alsobald War Da Bei Dem Engel 0.18
21. Coro – Ehre Sei Gott In Der Höhe 2.42
22. Recitativo (Basso) – So Recht, Ihr Engel, Jauchzt Und Singet 0.35
23. Choral – Wir Singen Dir In Deinem Heer  1.34
Dritter Teil: Am Dritten Weihnachtsfeiertage:
24. Coro – Herrscher Des Himmels, Erhöre Das Lallen 2.12
25. Recitativo (Evangelist) – Und Da Die Engel Von Ihnen Gen Himmel Fuhren 0.11
26. Coro – Lasset Uns Nun Gehen Gen Bethlehem 0.54
27. Recitativo (Basso) – Er Hat Sein Volk Getröst’t  0.58
28. Choral – Dies Hat Er Alles Uns Getan 0.47
29. Duetto (Soprano, Basso) – Herr, Dein Mitleid, Dein Erbarmen 8.19
30. Recitativo (Evangelist) – Und Sie Kamen Eilend 1.24
31. Aria (Alto) – Schlieβe, Mein Herze, Dies Selige Wunder 6.11
32. Recitativo (Alto) – Ja, Ja! Mein Herz Soll Es Bewahren 0.30
33. Choral – Ich Will Dich Mit Fleiβ Bewahren 0.48
34. Recitativo (Evangelist) – Und Die Hirten Kehrten Wieder Um 0.35
35. Choral – Seid Froh, Dieweil Daβ Euer Heil 0.48
36. Da Capo – Herrscher Des Himmels, Erhöre Das Lallen 2.13
Vierter Teil: Am Neujahrstage:
37. Coro – Fallt Mit Danken, Fallt Mit Loben 5.54
38. Recitativo (Evangelist) – Und Da Acht Tage Um Waren 0.41
39. Recitativo, Arioso (Chor-Sopran, Basso) – Immanuel, O Süβes Wort 3.12
40. Aria (Soprano) – Flöβt, Mein Heiland, Flöβt Dein Name 5.41
41. Recitativo, Arioso (Chor-Sopran, Basso) – Wohlan! Dein Name Soll Allein 1.44
42. Aria (Tenor) – Ich Will Nur Dir Zu Ehren Leben 4.54
43. Choral – Jesus Richte Mein Beginnen 2.56

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CD 3:

Fünfter Teil: Am Sonntage Nach Neujahr:
44. Coro – Ehre Sei Dir, Gott, Gesungen 6.47
45. Recitativo (Evangelist) – Da Jesus Geboren War Zu Bethlehem  0.29
46. Coro, Recitativo (Soprano, Alto) – Wo Ist Der Neugeborne König Der Juden 2.29
47. Choral – Dein Glanz All‘ Finsternis Verzehrt 0.49
48. Aria (Basso) – Erleucht‘ Auch Meine Finstre Sinnen 4.22
49. Recitativo (Evangelist) – Da Das Der König Herodes Hörte 0.14
50. Recitativo (Alto) – Warum Wollt Ihr Erschrecken 0.37
51. Recitativo (Evangelist) – Und Lieβ Versammeln Alle Hohenpriester  1.36
52. Terzetto (Soprano, Alto, Tenor) – Ach! Wann Wird Die Zeit Erscheinen, Wann? 5.20
53. Recitativo (Alto) – Mein Liebster Herrschet Schon 0.35
54. Choral – Zwar Ist Solche Herzensstube 0.47
Sechster Teil: Am Feste Der Erscheinung Christi:
55. Coro – Herr, Wenn Sie Stolzen Feinde Schnauben 5.12
56. Recitativo (Evangelist, Herodes) – Da Berief Herodes Die Weisen Heimlich 1.09
57. Recitativo (Soprano) – Du Falscher, Suche Nur Den Herrn Zu Fällen 1.00
58. Aria (Soprano) – Nur Ein Wink Von Seinen Händen 4.04
59. Recitativo (Evangelist) – Als Sie Nun Den König Gehöret Hatten 1.31
60. Choral – Ich Steh‘ An Deiner Krippen Hier 1.12
61. Recitativo (Evangelist) – Und Gott Befahl Ihnen Im Traum 0.23
62. Recitativo (Tenor) – So Geht! Genug, Mein Schatz Geht Nicht Von Hier 2.01
63. Aria (Tenor) – Nun Mögt Ihr Stolzen Feinde Schrecken 4.09
64. Recitativo (Soprano, Alto, Tenor, Basso) – Was Will Der Hölle Schrecken Nun 0.32
65. Choral – Nun Seid Ihr Wohl Gerochen  3.16

Komposition: Johann Sebastian Bach

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Dieser Hinweis findet sich auf der Rückseite der Box: Diese Box stammt aus dem Familienfundus. Tragikomisch ist es, dass mein Bruder, dem dieser Hinweis galt, längt gestorben ist, während meine Tante (die damals Beschenkte) heute noch mit ihren 93 Jahren lebt.

Verschiedene Interpreten – Weltstars singen Lortzing (1966)

FrontCover1Nun ja … der Albert Lortzing:

Gustav Albert Lortzing (* 23. Oktober 1801 in Berlin; † 21. Januar 1851 ebenda) war ein deutscher Komponist, Librettist, Schauspieler, Sänger und Dirigent. Er gilt als Hauptrepräsentant der deutschen Spieloper, einer deutschsprachigen Variante der Opéra comique.

Albert Lortzing wurde als Sohn des ehemaligen Lederhändlers Johann Gottlieb Lortzing (1775–1841) und dessen Ehefrau Charlotte Sophie geb. Seidel (1780–1845) geboren. Die Eltern gründeten die Berliner Theatergesellschaft „Urania“ und machten ihr Hobby zum Beruf. Sie gaben das Geschäft auf und zogen als Schauspieler („Gaukler“) durch fast alle deutschen Provinzen. 1811 zog die Familie nach Breslau an das dortige Theater. Im Sommer 1813 hatten sie ein Engagement in Bamberg, anschließend in Coburg, dann in Straßburg, in Baden-Baden und in Freiburg. Der erste Bühnenauftritt des Sohnes war im Kornhaus am Freiburger Münster, wo der 12-Jährige in den Pausen „unter lebhaftem Beifall“ das Publikum mit komischen Gedichten entzückte.

Ab 1817 gehörte Familie Lortzing zum Ensemble von Josef Derossi im Rheinland, die als Wanderschauspieler unter anderem im Alten Komödienhaus Aachen, in Bonn, Düsseldorf, Barmen und Köln auftraten. Der junge Lortzing wurde zum Publikumsliebling in den Rollenfächern Naturbursche, „jugendlicher Liebhaber“ und Bonvivant, aber auch als Sänger (Tenor) engagiert. Das musikalische und insbesondere kompositorische Rüstzeug erhielt er als Schüler des Berliner Komponisten, Musikpädagogen und Sing-Akademie-Direktors Carl Friedrich Rungenhagen, in dessen Chor er auch als Tenor sang.

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Lortzings Wohnhaus in Leipzig 1844–1846

Am 30. Januar 1824 heirateten Lortzing und die Schauspielerin Rosina Regina Ahles. Das Ehepaar hatte elf Kinder, von denen sechs das Kindesalter überlebten. Ab Herbst 1826 gehörte das junge Ehepaar Lortzing zum Hoftheater in Detmold, das auch Münster und Osnabrück bespielte. Lortzing wurde am 3. September 1826 in die Freimaurerloge „Zur Beständigkeit und Eintracht“ in Aachen aufgenommen. In Detmold komponierte er u. a. das Oratorium Die Himmelfahrt Christi, das in Münster uraufgeführt wurde, freilich mit einer Rüge des Münsterschen Regierungspräsidenten, da der Schauspieler Lortzing „als Compositeur durchaus keinen Ruf“ habe.

In Detmold kam es zu einem Streit mit dem exzentrischen Dichter Christian Dietrich Grabbe, der jedoch bald beigelegt wurde. Für Don Juan und Faust, Grabbes einziges Drama, das zu dessen Lebzeiten auf eine Bühne kam, hatte Lortzing Bühnenmusik komponiert; er selbst trat in der Rolle des Don Juan auf, seine Frau als Donna Anna, wofür Lortzing in einer Frankfurter Zeitung von einem Anonymus eine überschwänglich lobende Kritik erhielt. Gepriesen wurde freilich auch das Drama „dieses genialen Dichters“. Rezensent war der geniale Dichter selbst – es war damals nicht unüblich, Eigenwerbung in Form von Rezensionen zu betreiben.

Am 3. November 1833 gaben die jungen Lortzings ihr Debüt am Leipziger Stadttheater, wo seit 1832 auch Lortzings Eltern Mitglieder des Ensembles von Friedrich Sebald Ringelhardt waren. Hier wurde Albert Lortzing Mitglied des Künstlerclubs Tunnel über der Pleiße, und 1834 schloss er sich der Leipziger Freimaurerloge „Balduin zur Linde“ an. Von 1833 bis 1838 wohnte Lortzing mit seiner Familie im Leipziger Naundörfchen (Nr. 1008), zog dann in die Frankfurter Straße (Nr. 1086, neben der Großen Funkenburg) und erst im Frühjahr 1844 in das Gartenhaus der Funkenburg, welches oft als einziger Leipziger Wohnsitz angegeben wird.

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Albert Lortzing

Im Leipziger Ensemble war Lortzing überaus beliebt, glänzte vor allem in Nestroy-Komödien. Seine Neigung zum Improvisieren, zum Abweichen vom genehmigten Rollentext, machte ihn allerdings zum Problemfall für die Theaterpolizei. Auch seine ersten komischen Opern hatten es unter der Leipziger Zensur nicht einfach. Die Oper Zar und Zimmermann, in der es um eine bornierte Obrigkeit geht, wurde am 22. Dezember 1837 in Leipzig uraufgeführt. Lortzing sang selbst den Peter Iwanow. Doch erst die Berliner Aufführung 1839 wurde ein umjubelter Erfolg und brachte den Durchbruch.
Waffenschmied-Relief und Gedenktafel am Wiener Wohnhaus Lortzings auf der Wieden
Gedenktafel am Haus Luisenstraße 53 in Berlin-Mitte

1844 wurde Lortzing Kapellmeister am Stadttheater Leipzig. Im April 1845 waren seine „rheumatischen Beschwerden“ der vorgeschobene Grund für eine Kündigung. An seiner Entlassung konnten auch die wiederholten Proteste des Publikums nichts ändern. In einem offenen Brief, den fast alle im Ensemble unterschrieben, hatte er gegen Maßnahmen des Stadtrats Einspruch erhoben. Zwischen 1845 und 1847 wirkte Lortzing als Kapellmeister am Theater an der Wien. 1848 schrieb er – ganz im Sinne der zeitgenössischen Freiheitsbewegung (vgl. Märzrevolution) – Text und Musik seiner politischen Oper Regina, benannt nach seiner Frau, ein Werk, in dem es nach heutigen Begriffen um Arbeitskampf, aber auch um Selbstmordterror geht. Letzte abendfüllende Oper war 1849 seine Märchensatire auf den Militärstaat Preußen Rolands Knappen, worin z. B. im Kehrreim gefragt wird: „Und das soll eine Weltordnung sein?“

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Lortzing mit seinem Freund Philipp Reger, 1844. Daguerreotypie

1848 verlor er sein Engagement und musste, um mit der großen Familie zu überleben, noch einmal Engagements als Schauspieler antreten (Gera, Lüneburg). 1850 wurde er in Berlin Kapellmeister am neu eröffneten Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater. Am Morgen des 21. Januar 1851 starb Albert Lortzing, überarbeitet und hochverschuldet. Zur Beerdigung auf dem II. Sophien-Friedhof in Berlin-Mitte vier Tage später fanden sich u. a. Giacomo Meyerbeer, Heinrich Dorn, Wilhelm Taubert und Carl Friedrich Rungenhagen ein. Lortzings Theaterkollegen hatten seinen Sarg mit den – an die gescheiterte Revolution von 1848/1849 erinnernden – Farben Schwarz-Rot-Gold ausgekleidet. Das Ehrengrab der Stadt Berlin mit einem Denkmal, gesetzt von den Mitgliedern des Herzoglichen Hoftheaters in Braunschweig, befindet sich in der Abt.IX-6-47/48.

In zahlreichen deutschen Städten wird mit einer Lortzingstraße seiner gedacht. (Quelle: wikipedia)

Nun, es mag ja sein, dass der Albeert Lortzing auch der Urvater der Sozi-Oper war, denn „1848/49 schrieb Albert Lortzing eine bemerkenswerte Freiheits-Oper. „Regina“ ist ein Werk im Sinne der Paulskirche und im Geist vor allem von Robert Blum, einem Urvater der deutschen Linken. Merkwürdigerweise wurde das Stück bis heute fast ignoriert.“ (Quelle: Welt.de)

Dennoch kann ich ihm so gar nichts angewinnen … aber das will ja auch nichts heißen …

Von daher: vielleicht erfreut sichaj der eine oder andere an diesen Aufnahmen …

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Besetzung:
Berliner Symphoniker unter der Leitung von Berislav Klobucas (bei 02.
Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Robert Heger (bei 01., 03., 07.
Radio Symphonie Orchester Berlin unter der Leitung von Robert Heger (bei 04., 07.)
Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Robert Heger (bei 05.)
Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Fritz Lehan (bei 09.)

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Titel:

Gottlieb Frick:
01.  O sanctus justicia – Oh, ich bin klug und weise (aus „Zar und Zimmermann) 6.31

Fritz Wunderlich + Helga Hildebrand:
02. Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen (aus „Zar und Zimmermann“) 4.44

Hermann Prey:
03. Sonst spielt´ich mit Zepter (aus „Zar und Zimmermann“) 5.55

Anneliese Rothenberger:
04. So wisse, daß in allen Elementen (aus“Undine“) 7.30

Peter Schreier:
05.  Vater, Mutter, Schwestern, Brüder (aus“Undine“) 2.27

Fritz Ollendorff:
06. Fünftausend Taler (aus „Der Wildschütz“) 5.32

Erika Köth:
07. Die Eifersucht ist eine Plage (aus „Zar und Zimmermann“) 5.03

Nicolai Gedda:
08. Hinweg, hinweg dein dräuend Angesicht (aus“Undine“) 7.31

Kurth Böhme:
09. Auch ich war ein Jüngling (aus „Der Waffenschmied“) 5.35

LabelB1

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Gedenktafel am Haus Luisenstraße 53 in Berlin-Mitte

Verschiedene Interpreten – Musik erklingt (1965)

FrontCover1.jpgDa gab es mal – in grauer Vorzeit – den „Bertelsmann Schallplattenring“, der es sich (ganz sicher total uneigennützig) zur Aufgabe gemacht hat, Musik unters Volk zu bringen … und zwar preislich günstig.

Und so kam es dazu:

Nachdem der Unternehmer Reinhard Mohn bereits 1950 seinen Bertelsmann Lesering (heute Der Club) gegründet hatte, der es den Mitgliedern ermöglichte, aktuelle Bücher preiswert zu beziehen, wollte er sein Angebot Mitte der 50er Jahre auch auf Schallplatten ausweiten. 1956 gründete man unter der Devise „Zum guten Buch gehört ein schöner Klang“ den Bertelsmann Schallplattenring. Das junge Unternehmen hatte jedoch mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. So wollten die Plattenfirmen anfangs die erforderlichen Lizenzen zum Vertrieb der Platten über den Schallplattenring nicht vergeben. Darüber hinaus war es anderen Presswerken mitunter aus vertraglichen Gründen nicht möglich, Aufträge von Bertelsmann anzunehmen. Aus diesem Grund errichtete man 1957 das Presswerk Sonopress in Gütersloh.

Am 22. April 1958 kam es zur Gründung der Ariola Sonopress GmbH sowie eines österreichischen Tochterunternehmens, die mit einer Presskapazität von 225.000 Platten monatlich ausgestattet waren. Die erste Veröffentlichung unter dem neuen Namen war Die Regenbogenkinder von Josephine Baker. Anfangs umfasste das Repertoire nur insgesamt 72 Titel von sechs Interpreten, was es dem Unternehmen schwer machte, in der Branche Fuß zu fassen. Langsam stellten sich jedoch erste Erfolge ein und in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart wurden Geschäftsstellen gegründet, 1961 wurde in Köln eine weitere Musikproduktion eröffnet. Zuvor hatte Ariola 1960 mit dem Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch seinen bisher umsatzstärksten Erfolg mit dem Stimmungslied „Schnaps, das war sein letztes Wort“, von dem 900.000 Exemplare umgesetzt wurden. (Quelle: wikipedia)

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Die Kataloge des Schallplattenrings nannten sich „Schallplattenring Illustrierte“

Und um diese „Schallplatten-Ring“ zu promoten, gab es immer wieder Promo-Singles („unverkäufliche Werbeplatte“), die auf das aktuelle Programm des Rings hinwiesen. Hier ein Exemplar aus dem Jahr 1965. Mittlerweile hatte man auch die Akzeptanz der anderen Schallplatten-Firmen, denn auf der Rückseite dieser Single (die man allerdings mit 33 Umdrehungen abzuspielen hatte) wird stolz verkündet:

GanzSchönStolz

Musikalisch wendete man sich eher an die „reifere Jugend“, die Hildegard Knef mit ihrem Lied „Aber schön war es doch“ war schon ganz schön progressiv für diese Promo-Single.

Aber es gibt dann auch noch diesen Peter Kreuder Titel namens „Du gehts mir durch all meine Träume“, der wirklich ne Wucht ist … ansonsten kann man sich in die Welt der Oper und der Klassik verführen lassen, wobei der „Tanz der Stunden (Finale)“ überraschend gut daher kommt …

Hier also in 18 1/2 Minuten ein Schnelldurchlauf von 12 Musikstücke die damals Deutschland erfreut haben, während ich damals mit offenem Mund „Midnight To Six Man“ von den Pretty Things hörte … mit offenem Mund und geröteten Backen.

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Titel:
01. Mario Lanza: Maria, Mari (Russo/Di Capua) 1.41
02. Mantovani und sein Orchester: Fascination (Marchetti) 1.31
03. Hildegard Knef: Aber schön war es doch (Niessen/Relin/Wilden) 1.27
04. Peter Kreuder: Du gehst durch all meine Träume (Kreuder/Beckmann) 1.44
05. Hans Albers: Auf der Reeperbahn nachs um halb eins (Roberts) 1.06
06. Nini Rosso: Il silencia (Rosso/Celeste/Brezza) 1.43
07. Walter Berry: Der Vogelhändler bin ja ich (Mozart) 1.15
08. Fritz Wunderlich: Man wird ja einmal nur geboren (Lortzing) 1.20
09. Ingeborg Hallstein: Frag´ ich mein beklomm´nes Herz (Rossini) 1.10
10. Artur Rubinstein: Minutenwalzer (Chopin) 1.53
11. Renata Tebaldi: Es glänzte schon das Sternenheer (Verdi) 1.40
12. Arturo Toscanni &  das NBC Orchester: Tanz der Stunden (Finale) (Ponchielli) 1.59

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Promo1965

Werbung für den Schallplattenring

Verschiedene Interpreten – Sag es mit Blumen – Die schönsten Blumenlieder (1981)

FrontCover1Neulich habe ich hier ja ein ausführliches Interview mit Loki Schmidt präsentiert … und zwar hier.

Und hier ein ganz praktisches Beispiel für jenen Bereich, der Loki Schmidt quasi zeitlebens eine Herzensangelgenheit war. Der Schutz von gefährdeten Pflanzen.

Und so erschien 1981 mal wieder ne Benefiz-LP, diesmal gingen 25,0 DM an die „Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“. Und bot es sich an, ein Album mit den „schönsten Blumenliedern“ zuzusammen zu stellen.

Dabei konzentrierte man sich allerdings vorrangig auf Aufnahmen aus der Welt der Operette und so kann man hier ein hübsches Stell-Dich-ein von bekannten Interpreten wie Heinz Hoppe, Ingeborg Hallstein, Anneliese Rothenberger oder Hermann Prey anhören.

Aber auch die Volksmusik kommt nicht zu kurz und Heino´s „Blau blüht der Enzian“ musste natürlich auch mit von der Partie sein.

Jetzt mal unabhängig von der Musikauswahl, die nun nicht direkt zu meiner ersten Wahl gehört: Das Thema an sich hatte und hat sein Bedeutung und Wichtigkeit, aber das predigen die Grünen ja schon seit langer Zeit. Von daher war diese LP ja eigentlich auch eine kleine Verbeugung vor dieser damals noch in den Kinderschuhen steckenden Bewegung.

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Titel:
01. Heinz Hoppe: Dunkelrote Rosen (Millöcker/Zell/GEnee/Steffan/Knepler) 2.27
02. Ingeborg Hallstein: Ein Blumenstrauß aus Nizzy (Buday/Hilm) 4.00
03. Peter Minich: Schneeweißes Maiglöckchen (de Fries/Ulrich) 4.05
04. Anneliese Rothenberger: Schneeglöckchen (Hardt-Warden/Loose/Stolz) 2.40
05. Fritz Wunderlich: Schenkt man sich Rosen in Tirol (Zeller/West/Held) 3.01
06. Heino: Blau blüht der Enzian (v.Kleebsattel) 4.02
07. Maria und Margot Hellwig: Sag es mit Blumen (Bütow/Pistorius) 2.56
08. Guiseppe Di Stefano: Von Apfelblüten einen Kranz (Lehár/Léon/Herzer/Löhner) 4.03
09. Lolita: Wenn die kleinen Veilchen blühen (Stolu/Hardt-Warden) 2.47
10. Hermann Prey: Draußen in Sievering blüht schon der Flieder (Strauß/Adler) 3.40
11. Das Kollmannsberger Duo + Die Wendelsteinmusikanten: Almenrausch und Edelweiß (Traditional) 3.45
12. Willy Schneider: Auf der Heide blühn die letzten Rosen (Stolz/Balz) 3.05

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Verschiedene Interpreten – Ich steh´ an deiner Krippen hier (1988)

frontcover1Natürlich wollen auch die großen Label der sog. E-Musik zur Weihnachtszeit mit speziellen Zusammenstellungen ihr Geschäftmachen.

Hier ist so feines Beispiel aus dem Hause „Deutsche Grammophon“.

Bei der Auswahl der Lieder und Werke der klassischen Musik konnte man natürlich aus dem vollen schöpfen und die „Deutsche Grammophon“ kann natürlich aus dem back-Katalog des Labels hochwertige Aufnahmen präsentieren.

Fritz Wunderlich und Hermnn Prey zelebrieren den Kunstgesang, großartige Instrumentalbeiträge dann vom Rias Symphonie Orchester und den Bläsern der Berliner Philharmoniker, Herbert von Karaja taucht mit seinen Berliner Philharmonikern und das Festival Strings Lucerne geben zwei großartigen Köstlichkeiten zum Thema weihnachtliche Barockmusik ab.

Der Münchner Bachchor unter der Leitung von Karl Richter ist ja mittlerweile auch schon legendär.

Nur am Gesang der Regensburger Domspatzen kommt bei mir mittlerweile kaum mehr rechte Freude auf: Zu tief sitzt mein Zorn über die dortigen Mißbrauchsskandale …

Sehr gefreut hat mich dann die Lesung meit Heinz Rühmann, der Klang seiner Stimme versetzt mich heute noch in ganz besondere Schwingungen.

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Titel:
01. Regensburger Domspatzen: Glocken der Münchner Frauenkirche/Macht hoch die Tür (1967)  (Traditional) 3.54
02. Rias Symphonie Orchester: Maria durch ein Dornwald ging (1967) 1.49
03. Bläser der Berliner Philharmoniker: Nun komm, der Heiden Heiland (1977) (Raselius)  0.49
04. Regensburger Domspatzen: O Heiland, reiß die Himmel auf (1965) (Traditional) 2.10
05. Münchner Bach Chor: Wie soll ich dich empfangen (unbekannt) (Bach) 1.22
06. Festival Strings Lucerne: Pastorale (1970) (Corelli) 4.35
07. Fritz Wunderlich + Hermann Prey: Was soll das bedeuten (1966) (Traditional) 1.59
08. Heinz Rühmann: Weihnachten (1986) (Erzählung aus „Das Christkind in Flandern“ von Felix Timmermans) 11.56
09. Bläser der Berliner Philharmoniker:  Kommet ihr Hirten (1977) (Traditional) 1.02
10. Regensburger Domspatzen: Vom Himmel hoch (1980) (Gumpelzhainer) 2.04
11. Helmut Walcha: Vom Himmel hoch, da komm ich her (1971) (Bach) 2.21
12. Fritz Wunderlich: Es ist ein Ros‘ entsprungen (1966) (Traditional) 3.17
13. Festival Strings Lucerne: Pastorale Largo (1970) (Manfredini) 4.20
14. Rita Streich, Rias Symphonie Orchester + Rias Knaben-Chor: Still, still, still (1967) (Traditional) 1.20
15. Regensburger Domspatzen: Kindelein zart (1967) (Traditional) 3.45
16. Bläser der Berliner Philharmoniker: In dulci jubilo (1977) (Scheidt) 3.44
17. Fritz Wunderlich + Hermann Prey:  In dulci jubilo (1966) (Traditional) 2.39
18. Maria Stader: Herbei, o ihr Gläubigen (1961) (Traditonal) 1.21
19. Münchner Bach Chor: Ich steh‘ an deiner Krippen hier (1965) (Bach) 1.14
20. Berliner Philharmoniker: Air (1965) (Bach) 6.36
21. Regensburger Domspatzen: Stille Nacht, heilige Nacht (1980) (Gruber/Mohr) 3.02
22. Regensburger Domspatzen: O du fröhliche, o du selige (1980) (Traditional) 2.24

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