Herbert Hefft – Lorbas und Marjellchen – Heiteres aus Ostpreußen (1962)

FrontCover1Die Geschichte Ostpreußens ist auch die Geschichte des Untergangs einer deutschen Provinz

Ostpreußen war über Jahrhunderte ein Teil Deutschlands und ist deswegen bis heute eng mit der deutschen Kultur verbunden. Die Vertreibung und Enteignung von Millionen Ostpreußen im Zweiten Weltkrieg haben nicht nur das Land entvölkert, sondern auch die deutsche Lebensart dort fast völlig ausgelöscht. Die Region wurde geteilt, bekam neue Grenzen, neue Bewohner und neue Städtenamen. Der nördliche Teil wurde sowjetisch, der südliche polnisch. Beide Regionen entwickelten sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr unterschiedlich.

Die preußische Provinz Ostpreußen war von 1871 bis 1945 der östlichste Landesteil Deutschlands. Hier herrschten adelige Gutsbesitzer wie die Fürsten zu Dohna, die Grafen Finckenstein oder die Grafen Dönhoff, die große Ländereien besaßen, Getreide und Kartoffeln anbauten und oft auch Pferdezucht betrieben. Um 1900 hatte Ostpreußen etwa zwei Millionen Einwohner, rund drei Viertel der Bevölkerung lebten von der Landwirtschaft.

Bereits um 1900 wurden in Ostpreußen moderne Agrar-Techniken entwickelt und angewandt. So gab es ein ausgeklügeltes Drainagesystem mit Pumpen und Kanälen, um der weit verbreiteten Moorlandschaft das Wasser zu entziehen und diese als Agrarfläche nutzbar zu machen. Den daraus resultierenden reichen Ernten verdankte Ostpreußen seinen Namen als „Kornkammer Deutschlands“.

Karte

Doch immer wieder geriet Ostpreußen während Kriegen zwischen die Fronten. Im Ersten Weltkrieg etwa wurde die Provinz Aufmarschgebiet für den deutschen Feldzug gegen Polen und zeitweilig von russischen Truppen besetzt.
Auf der Karte sind die ehemaligen Gebiete Ostpreußens in den Grenzen vor 1945 zu sehen.

Als der Erste Weltkrieg vorüber war, wurde Deutschland die alleinige Schuld am Krieg gegeben. Die Siegermächte beschlossen im Versailler Friedensvertrag von 1918, große Teile Westpreußens, Danzig, die ostpreußische Stadt Soldau und das Memelgebiet vom Deutschen Reich abzutrennen und dem polnischen Staat zu übertragen.

Ostpreußen wurde durch den „polnischen Korridor“, einen 30 bis 90 Kilometer breiten Landstreifen, der Polen den Zugang zur Ostsee ermöglichte, vom Deutschen Reich getrennt und somit eine Exklave.

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Aus dem Jahr 1895

Ostpreußen geriet durch den Korridor auch in eine wirtschaftliche Isolation, die sich in der Weltagrarkrise 1928 zu einer Notlage entwickelte. Durch den Preisverfall von Roggen und Kartoffeln sowie wegen höherer Steuern drohte vielen Gutshöfen der Bankrott. Das hätte Hunger und Elend für die Mehrheit der Bevölkerung bedeutet.

Deshalb beschloss die Regierung der Weimarer Republik die Osthilfe. Sie beinhaltete Steuersenkungen, Kredithilfen und Frachtkostenerstattung für Großbetriebe. Ostpreußen hing fortan am Tropf des Reichshaushaltes.

Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum deutschen Reichskanzler im Jahr 1933 übernahmen die Nationalsozialisten auch in Ostpreußen die Macht. Während des Zweiten Weltkrieges war die Provinz lange die Befehlszentrale für den Ostfeldzug Hitlers. Vom „Führerhauptquartier Wolfsschanze“ im heutigen Polen dirigierte der deutsche Diktator bis Ende 1944 seine Truppen.

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Krieg …

Der Roten Armee gelang es 1944 schließlich, bis an die deutsche Ostgrenze vorzudringen. Doch die Evakuierung der ostpreußischen Gebiete wurde von den Behörden zu spät eingeleitet, da die nationalsozialistische Führung immer noch einen deutschen Sieg propagierte.

Ein halbes Jahr später wurde Ostpreußen von der Roten Armee überrollt, die Bevölkerung musste überstürzt fliehen. Von 2,6 Millionen Einwohnern flohen mehr als 1,4 Millionen Menschen im Januar 1945 und versuchten unter grausamen Bedingungen Ostpreußen zu verlassen.

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… und Vertreibung

Es war ein harter Winter mit Temperaturen bis minus 30 Grad Celsius, und immer wieder gerieten die Flüchtlinge zwischen die Fronten. Die Feuergefechte, Fliegerangriffe, Minen und nicht zuletzt die Kälte kosteten rund 311.000 Menschen das Leben.

Nach Kriegsende wurde der Untergang Ostpreußens offiziell besiegelt, die Provinz von den Siegermächten aufgeteilt. Das nördliche Gebiet ging an die Sowjetunion, der südliche Teil wurde polnisch. (Eva Mommsen)

Und unter der Motto „Frohe und besinnliche Erinnerungen an die alte Heimat“ erschien im Gräfe und Unzer Verlag u.a. auch diese 10″ LP.

Herausgegeben hatte sie ein Dr. Hertbert Hefft (über den fand ich keinerlei Informationen, außer dass er mehrere Alben dieser Art zusammenstellte).

Heiteres aus Ostpreußen bedeutet hier Texte von Heimat- und Mundart Dichtern zusammenzustellen, darunter auch Texte von Robert Johannes:

Robert Johannes wurde 1846 in Insterburg unter seinem bürgerlichen Robert Lutkal geboren. Nach Beendigung des Gymnasiums und einer Uhrmacherlehre ging er mit 23 Jahren zum Theater. Er spielte in Tilsit und Memel und wirkte zehn Jahre als Charakterkomiker am Königsberger Stadttheater. Später trat er in Hamburg, Lübeck und Berlin auf.

Postkarte Insterburg

Ale Postkarte von Insterburg

Als 45jähriger begann er mit der Rezitation eigener und fremder Texte. In seinem „Deklamatorium“, das in neun Bänden erschien und immer wieder nachgedruckt wurde, bezeichnete er sich selbst als „Erster ostpreußischer Dialektrezitator“. Der Erfolg gab ihm recht. Er beherrschte das Platt seiner Heimat, vor allem aber das sogenannte „Missingsch“, eine Mischform zwischen dem ursprünglichen Platt und dem Hochdeutschen.
Robert Johannes starb 1924 in Königsberg. (ostpreussen-humor.de)

Einerseits könnte man die Texte als schlicht bezeichnen, aber damit würde man ihnen nicht wirklich gerecht. Sie haben oft eine erfrischende Bauernschläue und natürlich auch jede Menge Sentimentalität. Die Äußerungen von Immanuel Kant zum Wesen der Frau im allgemeinen und besonderen sind allerdings ehr dümmlicher Natur.

Na,und dann habe ich dieses schöne Zitat gefunden:

Ich bin sicher, daß der ostpreußische Humor auch Nichtostpreußen erfreuen wird. Bei Ostpreußen werden die vertrauten Klänge Bilder einer längst vergangenen, aber unvergessenen Welt und wehmutsvolle Erinnerungen wachrufen. Doch gehört es ja zur Wesensart echter Ostpreußen, „mit einer Träne im Auge lächelnd dem Leben beizupflichten“.(Heinrich Ehlert)

Dieses Album wird eröffnet und geschlossen mit der alten Volksweise „Zogen einst fünf wilde Schwäne“:

Zogen einst fünf wilde Schwäne ist ein Volks- und Antikriegslied aus Westpreußen, Ostpreußen und dem Memelland.

Überregional bekannt wurde das Lied durch den ostpreußischen Volkskundler Karl Plenzat, der die Weise 1918 in seine Sammlung Der Liederschrein aufnahm. Aufgrund der Angaben von Plenzat wurde das Lied bis 2005 als litauisches Volkslied eingeordnet. Die Veröffentlichung älterer Niederschriften durch eine Volksliedforscherin des Deutschen Volksliedarchivs im Jahr 2005 deutet darauf hin, dass das Lied eher aus den deutschen Siedlungsgebieten um die Danziger Bucht stammt.

Schwäne

Der eingängige und mit seinen eindringlichen Wiederholungen nahezu lakonische Text thematisiert die einschneidenden Folgen des Krieges. Nach der Veröffentlichung im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs traf das Lied auf die Ernüchterung und Stimmungslage in der Zwischenkriegszeit und wurde sehr schnell von der deutschen Jugendbewegung aufgegriffen und ab Mitte der 1920er Jahre in Gesamtdeutschland verbreitet. Ab 1935 eliminierten die Nationalsozialisten das Lied nahezu vollständig aus dem gedruckten Liedrepertoire. Nach den Entbehrungen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit traf das Lied erneut den Nerv der Zeit. Ende der 1970er Jahre griff die Friedensbewegung das Lied verstärkt auf und es wurde von verschiedenen Liedermachern vorgetragen, beispielsweise von Hannes Wader und vom Folk-Duo Zupfgeigenhansel. In der Erinnerungskultur der Heimatvertriebenen aus West- und Ostpreußen spielt das Lied eine wichtige Rolle. In verschiedenen Buchtiteln wurde es als Liedincipit verwendet. (Quelle: wikipedia)

Tharau

Quelle: Bildarchiv Ostpreußen
Das Lied lernte ich durch meine 1. Frau kennen, deren Mutter stammte aus Ostpreußen.

Und ich kann mich noch gut an ihre feuchten Augen erinnern, wenn wir das Lied gemeinsam gesungen haben … Heute kann ich diesen Schmerz, die eigene Heimat verloren zu haben, viel besser nachempfinden.

Von daher habe ich diese LP auch mit viel Respekt gehört.

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Besetzung:
Herbt Hefft (Sprechen)
+
Es spielen Irmgard und Karl Wimmer

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Titel:

01. Lorbas und Marjellchen – Heiteres aus Ostpreußen (Teil 1): (15.16)
01.1. Zogen einst fünf wilde Schwäne
01.2. Der Bauer Schneidereit
01.3. Öck bön emol önne Stadt gewäse
01.4. Mein Jettchen
01.5. Fräuleinche
01.6. Eine dralle Ostpreußenmarjell
01.7. Ostpreußische Kinderchens
01.8. Ein Kind

02. Lorbas und Marjellchen – Heiteres aus Ostpreußen (Teil 2): (14.01)
02.1. Schöne ostpreußische Sprichwörter
02.2. In der langen Winterszeit
02.3. Ging ein Weiblein Nüsse schütteln
02.4. Immanuel Kant
02. 5. Amalie
02.6. Polka
02.7. Unsere ostpreußische Mundart
02.8. Zogen einst fünf wilde Schwäne

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Braunsberg

Braunsberg/Ostpreußen

Karin Hübner + Paul Hubschmid – My Fair Lady (Die Originalaufnahme der deutschen Erstaufführung) (1962)

FrontCover1Ihr Erfolg muss damals phänomenal gewesen sein … und Karin Hübner und Paul Hubschmid waren wohl in aller Munde … und nach dem Motto „Ladies first“:

Karin Hübner (* 16. September 1936 in Gera; † 25. Juli 2006 in München) war eine deutsche Schauspielerin.

Karin Hübner, deren Eltern beide Opernsänger waren, wuchs in Michendorf bei Potsdam auf. Nach ihrem Abitur im Jahr 1953 nahm sie Gesangs- und Schauspielunterricht an der Schauspielschule Max Reinhardt in Berlin und war in den folgenden Jahren als Sängerin und Schauspielerin tätig. 1954 wurde sie an die Städtischen Bühnen Münster engagiert, danach in Bremen und Berlin. Ihr Filmdebüt hatte sie mit der Titelrolle in der DEFA-Verfilmung Emilia Galotti nach Gotthold Ephraim Lessing. Trotz einiger weiterer Hauptrollen gelang es ihr danach nicht, sich als Filmschauspielerin zu etablieren.

Einen großen Triumph feierte sie mit der Rolle der Eliza Doolittle ab Oktober 1961 an der Seite von Paul Hubschmid als Professor Henry Higgins in Frederick Loewes Musical My Fair Lady, in dem sie bis 1965 etwa 850 Mal auftrat. 1968 produzierte ihr damaliger Ehemann Frank Duval mit ihr das 30-minütige Hörspiel „Die vier Schwestern“ frei nach Anton Tschechow sowie mit Erika von Thellmann, der Sängerin Alexandra und mit Ivan Rebroff in weiteren Rollen. Bis Mitte der 1970er Jahre trat sie unter anderem an Münchener Boulevardtheatern auf. Nach zahlreichen Erfolgen als Musical-, Film- und Fernsehdarstellerin sowie als Sängerin zog sie sich danach aus privaten Gründen von der Bühne zurück.

KarinHübner

Karin Hübner

Ein Selbstmordversuch durch das Anzünden ihrer Wohnung hatte 1982 für sie wegen fahrlässiger Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung zur Folge. 1983 scheiterte sie als Regisseurin mit ihrer Inszenierung von Unter der Treppe. Charles Dyers tragisch-komisches Zwei-Personen-Stücks wurde von der Presse verrissen und fiel auch beim Publikum durch. Danach trat sie Mitte der 1980er Jahre wieder als Schauspielerin auf, so unter anderem in der Spielzeit 1984/85 am Münchner Boulevardtheater in Neil Simons Erfolgsstück Pfefferkuchen und Gin. 1987 erklärte Hübner ihren endgültigen Abschied von der Bühne.

Die Schauspielerin war mit dem Regisseur Peter Beauvais, dem Schauspieler Günter Pfitzmann und dem Komponisten Frank Duval verheiratet. Aus der Ehe mit Beauvais hatte sie eine Tochter.

Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof in Ottobrunn. (Quelle: wikipedia)

Hm, angesichts dieser Biographie kommt man wieder ins grübeln, wieviele Künstler auch Grenzgänger sind …  (oder: wieviel Verzweiflung muss in einem Mensch stecken, dass er aus suizidalen Motiven die eigene Wohnung anzündet ?)

Paul Hubschmid (* 20. Juli 1917 in Aarau; † 31. Dezember 2001 in Berlin) war ein Schweizer Film- und Theaterschauspieler.

Der Sohn eines Buchhalters absolvierte 1937 das Max Reinhardt Seminar in Wien und gab sein Bühnendebüt am dortigen Deutschen Volkstheater unter Walter Bruno Iltz. Es folgten Engagements am Theater in der Josefstadt sowie Gastspiele in Berlin (unter Heinz Hilpert), Düsseldorf und Frankfurt.

1938 erhielt Hubschmid seine erste Filmrolle in der Schweizer Produktion Füsilier Wipf. Von 1948 bis 1953 arbeitete er in Hollywood unter dem Pseudonym Paul Christian. Dabei spielte er neben Maureen O’Hara und Vincent Price die Hauptrolle in Die schwarzen Teufel von Bagdad, neben Maria Montez in Der Dieb von Venedig sowie die Hauptrolle in dem Science-Fiction-Film Panik in New York. Darüber hinaus war er seinerzeit unter der Regie von Don Siegel in der in Wien gedrehten Komödie No Time for Flowers zu sehen.

PaulHubschmidIm Jahr 1953 kehrte er nach Deutschland zurück und spielte tragende Rollen neben Marika Rökk (Maske in Blau) und Lilo Pulver (Die Zürcher Verlobung ). Besonders populär wurde er in der Hauptrolle des Abenteuerfilms Der Tiger von Eschnapur unter der Regie von Fritz Lang sowie dessen Fortsetzung Das indische Grabmal (ein Remake der Stummfilme von 1921; Regie führte damals aber Joe May). Daneben trat Hubschmid immer wieder in internationalen Produktionen auf wie 1964 neben Lilli Palmer in Die Unmoralischen, 1966 neben Michael Caine im Agenten-Thriller Finale in Berlin (nach einem Roman von Len Deighton) und 1967 neben Catherine Deneuve in Hemmungslose Manon. Außerdem wirkte Hubschmid in vielen Fernsehproduktionen mit, u.a. in dem Krimi-Mehrteiler Wie ein Blitz (nach Francis Durbridge), in Helmut Dietls preisgekrönter TV-Satire Kir Royal und in einer Staffel der ZDF-Vorabendserie Forsthaus Falkenau sowie in seinem letzten TV-Auftritt als Hauptdarsteller der ARD-Serie Jolly Joker. 1980 wurde er für sein langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet.

Darüber hinaus arbeitete Hubschmid umfangreich als Darsteller und Sänger in Musicals. So spielte er ab 1961 den Professor Higgins in der deutschen Erstaufführung von My Fair Lady und in über 2000 Vorstellungen in Wien, München und Berlin.

Paul Hubschmid war in erster Ehe mit der Schauspielerin Ursula von Teubern († 1963) verheiratet. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor, der in Hamburg lebende Journalist Peter Christian Hubschmid ist mit der Schriftstellerin Carmen Korn verheiratet. Aus Paul Hubschmids zweiter Ehe mit Eva Renzi, die von 1967 bis 1980 dauerte, stammt seine Adoptivtochter, die Schauspielerin Anouschka Renzi. Von Juli 1985 bis zu seinem Tode war er mit der Schauspielerin Irène Schiesser verheiratet. (Quelle: wikipedia)

Der Hubschmid auch drei Ehen absolviert *ggg* … da bin ich ja ein Waisenknabe daneben, mit meinen zwei Ehen …

Auf jeden Fall war diese deutsche Adaption von „My Fair Lady“ ein Bombenerfolg …

Und um darum geht´s bei „My Fair Lady“

1. Akt:
Professor Higgins, lebt ganz für das Studium der Sprachen und Dialekte. Auf dem Marktplatz vor der Covent Garden Opera begegnet er zufällig Oberst Pickering, einem gerade aus Indien zurückgekehrten Fachkollegen. Da trifft sie der Wortschwall des schimpfendem Blumenmädchens Eliza Doolittle.

Am nächsten Tag erscheint Eliza, überraschend bei Professor Higgins, um bei ihm Sprachunterricht zu nehmen. Sie möchte eine Lady werden und einen Blumenladen eröffnen. Higgins ist über ihr Anliegen verblüfft, doch dann reizt ihn das Experiment, ganz besonders, weil Pickering mit ihm wettet, das das gänzlich unmöglich sei Elizas Vater, der Müllkutscher Alfred P. Doolittle, vermutet hinter dem Aufenthalt seiner Tochter im Haus des Professors eine Liebesaffäre. Er versucht, die Situation finanziell auszunutzen, wird aber abgewiesen.

Nach wochenlanger harter Arbeit, bei der Higgins keinerlei Rücksicht auf die seelischen Konflikte des jungen Mädchens nimmt, wird Eliza beim Pferderennen von Ascot der Gesellschaft präsentiert. Sie fällt dabei aus der Rolle, doch der junge Aristokrat Freddy Eynsford-Hill ist von ihrer Originalität und Natürlichkeit begeistert und verliebt sich augenblicklich in sie.

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Karin Hübner mit Paul Hubschmid in My Fair Lady

2. Akt:
Auf dem Diplomatenball ist Eliza die von allen anerkannte und bewunderte „Lady“. Higgins und Pickering gratulieren sich gegenseitig zu ihrem Erfolg. Das Objekt ihrer Sprachdressur verlieren sie dabei völlig aus den Augen. Eliza ist tief verletzt, als sie erkennt, dass sie nur ein Experiment war und verlässt zornig das Haus ihres Lehrers. Sie trifft dabei auf den schmachtenden Freddy. Seine sehnsüchtigen Blicke erwidert sie mit einer Wut, die eigentlich Higgins gelten sollte.

Auch Alfred Doolittle, ihr Vater, ist in der Gegend. Durch die Jahresrente eines reichen amerikanischen Gönners vermögend geworden, feiert er mit Freunden die letzte Nacht vor seiner zweiten Hochzeit.

Am nächsten Tag fragen sich Higgins und Oberst Pickering, was wohl der Grund für Elizas Verschwinden sein könnte. Eliza spricht sich mit Higgins’ Mutter aus, einer klugen und verständnisvollen Frau. Higgins, der ebenfalls Rat bei seiner Mutter sucht, findet dort Eliza. An der Art, wie sie sich augenblicklich wieder in die Wolle geraten, ist deutlich zu erkennen, dass nicht nur der Sprachunterricht die beiden verbunden hat.

Wieder allein zu Hause, wird Higgins bewusst, dass ihm die junge Frau mehr bedeutet als er dachte. Gerade als er sich die Aufnahmen von Elizas Stimme anhört, tritt sie unerwartet in den Raum …(Quelle: theaterverein.ch)

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Single: „Karin Hübner singt aus My Fair Lady“

Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 25. Oktober 1961 im Theater des Westens in Berlin statt. In der Inszenierung von Sven Aage Larsen spielten unter anderem Karin Hübner, Paul Hubschmid, Alfred Schieske, Agnes Windeck, Friedrich Schoenfelder und Rex Gildo. Die Übersetzung in das Deutsche unter Verwendung des Berlinischen ist von Robert Gilbert, eine an das Wienerische angepasste Fassung stammt von Gerhard Bronne.

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Karin Hübner mit Wolfgang Lukschky in „My Fair Lady“

Und hier die deutsche Urfassung dieses Musicals, für Retro-Freunde ganz sicher ein Genuss und für Schlagerfreunde insofern interessant, weil hier ein junger Rex Gildo sich seine ersten Meriten verdient hat.

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Karin Hübner und Rex Gildo in My Fair Lady

Besetzung:
Rex Gildo (vocals bei 10., 13.)
Boris Greverus (vocals bei 04., 14.
Hans Hardt (vocals bei 04., 14.)
Paul Hubschmid (vocals)
Karin Hübner(vocals)
Alfred Schieske (vocals bei 04., 14.)
Friedrich Schönfelder (vocals bei 02,, 05., 12., 15.)
+
Orchester und Chor des „Theater des Westens“ unter der Leitung von Franz Allers

BackCover1Titel:
01. Ouvertüre 2.40
02. Kann denn die Kinder keiner lehren …?  2.52
03. Wäre det nich wundascheen?  3.27
04. Mit ’nem kleenen Stückchen Glück 2.09
05. Bin ein Mann wie jeder Mann 3.41
06. Wart’s nur ab! 2.51
07. Es grünt so grün! 2.34
08. Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht 3.30
09. Ascot-Gavotte 3.15
10. In der Straße, mein Schatz, wo du lebst 2.20
11. Embassy-Waltz 2.38
12. Sie sind’s, der es geschafft hat 3.18
13. Tu’s doch! 2.16
14. Bringt mich pünktlich zum Altar 2.27
15. Kann eine Frau nicht sein wie ein Mann? 2.12
16. Ohne dich! 2.25
17. Ich bin gewöhnt an ihr Gesicht 4.53

Musik: Frederick Loewe
Originaltext: Alan J. Lerner
Deutscher Text: Gerhard Bronner

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Connie Francis – Wenn du gehst + Gondola d´ amore (1962)

FrontCover1Jetzt mal wieder ein Griff in meine Single-Kiste und schwupp-di-wupp zaubere ich ne nette kleine Schmacht-Single von Connie Francis aus der Kategorie „putzig“ in diesen blog.

Als Connie Fancis Anfang der 60er Jahre auch in Deutschland für Furore sorgte, hatte sich bereits eine sehr bewegte musikalischen Entwicklung in den USA durchgemacht (Wer mehr wissen will kann sich ja via wikipedia informieren).

Auf jeden Fall hatte man sich bei dieser Single dazu entschieden, ihr „maßgeschneiderte“ deutsche Songs zur Verfügung zu stellen, also keine Adaption ihrer amerikanischen Songs.

Nun, wie gesagt, 2 Schmachtfetzen der drolligen Art und man kann angesichts dieser Texte schon ein wenig ins spekulieren kommen, ob all die Beziehungskrisen, von denen ja viele im Laufe ihres Lebens gebeutelt wurden/werden, nicht zumindest zu einem Teil daher rühren, dass wir in einer Welt verkitschter und damit unrealistischer Liebesideale aufgewachsen sind.

Wer sich von solchen Gedanken auch mal trennen kann, wird sich schmunzelnd an diesen Aufnahmen erfreuen können.

Die Rückseite der Single habe ich nicht eingesannt – sie ist identisch mit der Vorderseite ! Schade eigentlich.

ConnieFrancis

Besetzung:
Connie Francis (vocals)
+
unbekanntes Studiorchester

Titel:
01. Wenn du gehst (Scharfenberger/Busch) 2.39
02. Gondola D’amore (Niessen/Relin) 2.26

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Verschiedene Interpreten – Schlager – Hits mit Witz – Vol. 1 (2016)

FrontCover1Jetzt mache ich es mir mal ganz einfach … ich starte mit der Edition „Schlager – Hits mit Witz“:

Jawohl – es gab nicht nur Schlager bei den sich „Herz auf Schmerz“ und „Liebe auf Triebe“ reimte. In dieser 10 CD Box haben wir 200 der witzigsten Schlager zusammengetragen. „Mein Papagei frisst keine harten Eier“ . „Mein kleiner grüner Kaktus“ – „An der Nordseeküste“ oder auch „Polonäse Blankenese“ – alle diese Titel sind dem gewogenen Hörer deutscher Schlagermusik bestens im Ohr. Alle in dieser Box versammelten Titel sind entweder zum Mitgrölen oder mindestens zum Schmunzeln geeignet. Diese humoristische Schlagerreise führt den Hörer durch zehn Jahrzehnte musikalischer Humorhöhepunkte. 

Von den Comedian Harmonists, Max Kuttner und Willi Rose bis hin zu Klaus & Klaus, Gottlieb Wendehals oder auch Torfrock ist hier fast alles vertreten was Rang und Namen hat oder hatte. (Hüllentext)

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Was macht der Maier am Himalaja? Die humorvolle Antwort auf diese und viele andere Fragen des Lebens findet man in dieser Box mit 200 ganz speziellen Schlagern. Denn hier geht es einmal nicht um Herz und Schmerz, sondern um Lieder mit doppeldeutigen, hintergründigen und witzigen Texten vom Jahr 1920 bis heute.

Schlager waren immer ein Spiegel der jeweiligen Zeit und so spannt sich der musikalische Bogen vom kabarettistischen Trizonesien-Song von 1949 über Peter Igelhoffs Nachtgespenst bis zur unbeschwerten Polonäse Blankenese. Künstler wie Peter Alexander, Evelyn Künnecke, Bill Ramsey, Trude Herr und viele andere sorgen auf einer Reise durch die Jahrzehnte für gute Laune.

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Außerdem bieten die zehn CDs etliche Raritäten zum Schmunzeln wie Curd Jürgens Hühner-Boogie oder einen Twist, in dem Frankreichs Rockstar Johnny Hallyday in schwer verständlichem Deutsch einen Elefanten besingt. (jpc.de)

Mir gefallen natürlich insbesondere (oder fast ausschließlich) all die alten ulkigen Singles aus den 60er Jahren. Wobei die Sammlung nicht so ganz stringent ist, denn was der Dorte Hit „Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben“ in dieser Sammlung zu suchen hat, erschließt sic nicht auf den ersten Blick (außer man hält alle Schlager der 60er Jahre für unfreiwillig komisch … )

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Sei´s drum … net nette Sammlung, die nehm ich vielleicht mal zum nächsten Seniorentanz-Cafe mit … vielleicht kann ich dann mit einer rüstigen Senioren ne kesse Sohle auf dem Tanzparkett hinlegen …

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Titel:
01. Klaus & Klaus: An der Nordseeküste (1985) (deReede/Ortel/v.Hill/Büchner) 3.39
02. Bill Ramsey: Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett (1962) (Gietz/Bradtke) 3.02
03. Gus Backus: Da sprach der alte Häuptling der Indianer (1960) (Scharfenberger/ Wehle) 2.50
04. Muskelkater: Mich kennt keine Sau (1990) (Bruhn) 3.20
05. Tennessee: Tote Hose im Wilden Westen (1997) (Walendowski/David-Ohlmeier/ Heinrichs/Meifert) 3.08
06. Billy Mo: Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut (1962) (Niessen/Rüger) 2.26
07. Paul Kuhn: Es gibt kein Bier auf Hawaii (1963) (Rolle/Röckelein) 2.54
08. Die Regento Stars: Leila (1959) (Dauber/v.Breda) 2.35
09. Torfrock: Volle Granate Renate (1979) (Büchner/Voß/Rieckmann) 4.02
10. Dorthe: Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben (1968) (Bruhn/Buschor/Förster) 2.39
11. Trude Herr: Ich will keine Schokolade (1960) (Morrow/Blecher) 2.26
12. Vico Torriani: Cafe Oriental (1960) (Alstone/Tabet) 2.18
13. Billy Sanders: Gartenzwerg-Marsch (1962) (Bruhn/Bradtke) 2.56
14. Die Jokies: Unser Stammlokal (1983) (Floppkopp/David-Ohlmeier/Heinrichs/ Waleridowski) 3.14
15. Ralf Bendix: Babysitter Boogie (1961) (Parker/Relin) 2.07
16. Hazy Osterwald Sextett: Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt (1966) (Feltz/Peeters) 3.30
17. Rex Gildo: Speedy Gonzales (1962) (Kaye/Hill/Lee/Charles/Gerard/Gordan) 2.37
18. Chris Howland: Die Mutter ist immer dabei (1960) (Jagert/Schwabach) 2.30
19. Bill Ramsey: Maskenball bei Scotland Yard (1962) (Gietz/Bradtke) 2.35
20. Gottlieb Wendehals: Polonäse Blankenese (Neuaufnahme) (1981) (Böhm-Thorn/Jud) 4.02

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Die Rückseite der 10 CD Box

Teddy Parker – Nachtexpress nach St. Tropez + Bossa Nova in Panama (1962)

FrontCover1.jpgAlso, der Teddy Parker hat mich damals schon ziemlich beeindruckt:

Teddy Parker, gebürtig Claus Herwig (* 17. April 1938 in Brünn, Tschechoslowakei), ist ein deutscher Schlager- und Volksmusik-Sänger sowie Radiomoderator.

Teddy Parker wuchs zunächst in Brünn auf, kam aber nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei mit seinen Eltern nach Bamberg. 1955 zog er nach München. Während der Schulzeit nahm er Gesangsunterricht. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften. 1957 gewann er einen Nachwuchswettbewerb und bekam einen Schallplattenvertrag bei dem Label Tempo. Er besang als Imitator von Stars wie Frank Sinatra, Peter Alexander und Peter Kraus Schallplatten, wobei er mehrere Pseudonyme (Ralph Herwig, Bernd Anderson, Bobby Stern, Jimmy Fields, Johnny) verwendete.

Nach dem Staatsexamen bekam er einen zweiten Schallplattenvertrag. So entstand 1960 die erste Single unter seinem bürgerlichen Namen Claus Herwig. Diese eröffnete ihm seine eigene Gesangskarriere. Im gleichen Jahr stand er erstmals vor der Filmkamera in dem Spielfilm Schlagerparade 1960. Es folgten die Filme Immer will ich dir gehören (1960) und Davon träumen alle Mädchen (1961).

TeddyParker021961 sang er mit Leonie Brückner beim Deutschen Schlager-Festival in Wiesbaden die Titel Musikanten der Liebe und Abends in Madrid. Dann nahm er bei verschiedenen Plattenfirmen Titel auf, bis er schließlich unter seinem heute bekannten Namen Teddy Parker bei Telefunken 1962 seine erste Single Muli Mexicano veröffentlichte. Dann kam der erste große Erfolg. 1963 war der Titel Nachtexpress nach St. Tropez mehrere Wochen in den Charts vertreten. Es folgten weitere Titel sowie 1963 ein weiterer Filmauftritt in dem Musikfilm … denn die Musik und die Liebe in Tirol unter der Regie von Werner Jacobs.

Dann wurde es etwas ruhiger um Parker als Sänger. Anfang der 1970er Jahre wurde er Redakteur beim Bayerischen Rundfunk sowie Diskjockey in der Sendung Club 16 um 17. Dann gelang ihm mit den Titeln Wie eine Ladung Dynamit und Du, ich habe mein Herz verloren zwei weitere Hits, die ihm 1971 Auftritte in der ZDF-Hitparade einbrachten. 1972 nahm er an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest mit Ich setze auf dich teil, bei der er den vorletzten Platz erreichte.

Dann begann Teddy Parker auch selbst zu komponieren. Mit Titeln wie Wie ein Bumerang und Fang noch einmal an mit mir rief sich der Sänger für kurze Zeit wieder in Erinnerung. Parker arbeitete weiter als Redakteur und Moderator.

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Mitte der 1980er Jahre begann er schließlich volkstümliche Lieder zu singen und hatte erneut Erfolge. Titel wie Jeder Tag ist ein Geschenk, Eine Tür steht immer offen oder Ein Mutterherz soll niemals weinen gehören bis heute zu den Dauerwunschliedern volkstümlicher Sendungen. Seither war er auch immer wieder Gast in verschiedenen Fernsehsendungen. (Quelle: wikipedia)

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Und hier sein erster großer Hit, und wenn ich ehrlich sein darf, wippen heut enoch meine Füße mit. Ein fetziger Schlager … und diesmal werden mal ausnahmsweise die Sehnsüchte des Mannes artikuliert, bzw. thematisiert:

Nachtexpress nach St. Tropez
Oh-oh-oh bring mich schnell nach St. Tropez
Ja, ja, ja, denn wenn ich am Fenster steh
Im Nachtexpress nach St. Tropez
Ja, ja, ja, ja, träum‘ ich vom weißen Strand
Wo die Liebe, die große Liebe ich fand

Holiday in St. Tropez
Oh-oh-oh machen wir in St. Tropez
Ja, ja, ja, und den Twist von St. Tropez
Tanzen wir in St. Tropez
Ja, ja, ja in zwei Stunden komm‘ ich an
Wo die Liebe, die große Liebe begann

Ich bin kein reicher Mann
Ich bin kein Ali Khan
Doch schaut sie mich nur an
Fühl ich wie ein König mich

Oh-oh-oh Nachtexpress nach St. Tropez
Oh-oh-oh bring mich schnell nach St. Tropez
Ja, ja, ja, denn wenn ich am Fenster steh
Im Nachtexpress nach St. Tropez
Ja, ja, ja, ja, träum‘ ich vom weißen Strand
Wo die Liebe, die große Liebe ich fand

Der Sound wurde dann auch für den Film „Übermut im Salzkammergut“ (1963 verwendet und das schaute dann damals so aus:

Der Song beginnt übrigens mit Zuggeräuschen, Soundgimmicks dieser Art wurden damals sehr gerne verwendet, um den Songs wohl noch mehr Pfiff zu geben,

Na ja und dann die nette kleine Geschichte, dass es damals gar keinen Bahnhof in St. Tropez gab … aber sei´s drum … das Lied mache einfach Spaß.

Die- B-Seite trägt den Titel „Bossa Nova in Panama“, und ist ein drolliger Bossa-Nova Song …. damals in Deutschland noch nicht so gewöhnlich. Aber auch hier gilt: Musik die gute Laune machen kann …

Und … weil er halt so ein kleines Idol für mich war, habe ich noch ein liebevolles und ausführliches Portrait des SWR 4 beigelegt.

Und dann noch ein Telefoninterview aus dem Jahr 2018 …

TeddyParker04

Teddy Parker beim Bayrischen Rundfunk

Besetzung:
TeddyParker (vocals)
+
Chor und Orchester Henry Mayer

TeddyParker05

Teddy Parker, als er noch Claus Herwig hieß, in dem Film „Wenn die Musik spielt am Wörthersee“ (1962)

Titel:
01. Nachtexpress nach St. Tropez (Mayer/Niessen) 2.27
02. Bossa Nova in Panama (Mayer/Hertha) 2.13

LabelB1

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Und 1994 durfte der Teddy Parker seine Hymne auf St. Tropez nochmals im Fernsehen trällern:

Gerhard Wendland – Schläfst du schon ? + Schau mir nochmal in die Augen (1962)

FrrontCover1Der Gerhard Wendland war schon ein rechter Schnulzensänger:

Gerhard Wendland (* 19. April 1916 in Berlin; † 21. Juni 1996 in München) war ein deutscher Schlagersänger.

Gerhard Wendland brach ein Jurastudium ab und wandte sich dem Gesangsstudium an der Musikhochschule Berlin zu. Er hatte beschlossen, Opernsänger zu werden. Der Dirigent und Komponist leichter Musik, Franz Grothe, überredete ihn zu Schlageraufnahmen. Mit 27 Jahren brachte Wendland seine erste Schallplatte Du warst für mich der schönste Traum heraus. Im Jahr 1940 wurde Wendlands Karriere durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen; er wurde einberufen und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Im Jahre 1948 nutzte er seine in der Gefangenschaft geknüpften Kontakte und trat vermehrt in amerikanischen Offiziersclubs als Sänger auf. Bald erhielt er Engagements vom Bayerischen Rundfunk und von Werner Müller mit seinem bekannten RIAS Tanzorchester. Hier arbeitete er oft mit der Sängerin Gitta Lind zusammen.

Im Jahr 1951 war sein Schlager Das machen nur die Beine von Dolores in allen Radiostationen zu hören. Er war in den 1950er-Jahren einer der meistgefragten Interpreten. Im Jahr 1960 nahm er mit dem Lied Alle Wunder dieser Welt an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, wo er den dritten Platz erreichte. Im Jahr 1964 nahm er erneut – wenn auch erfolglos – mit dem Lied Wohin ist der Sommer an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil.

Der Tango Tanze mit mir in den Morgen erhielt 1961 eine Goldene Schallplatte. Das Lied war für 46 Wochen in den Hitparaden vermerkt und wurde zum sogenannten Ohrwurm. Im Jahr 1964 erhielt er den Auftrag, das Lied der ARD-Fernsehlotterie aufzunehmen und sang den Song Bald klopft das Glück auch mal an deine Tür in zahlreichen Fernsehsendungen.

Am 18. Januar 1969 trat er in der ersten Ausgabe von Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade mit dem Titel Liebst Du mich? auf, wirkte aber zwischen den um Jahrzehnte jüngeren Protagonisten der Schlagerszene anachronistisch.

Mit Beginn der Fußball-Bundesliga bekannte er sich zu seiner Lieblingsmannschaft Borussia Dortmund und war dort oft Gast auf der Tribüne. Daneben war Wendland auch auf der Leinwand zu sehen, wo er manchmal auch sich selbst spielte. Auftritte im Theater und als häufiger Gast bei Galaveranstaltungen rundeten sein Künstlerleben ab.

Gerhard Wendland starb am 21. Juni 1996 in seinem Haus bei München. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Riem in München. (Quelle: wikipedia)

GerhardWendland

Gerhard Wendland als Charmeur in dem film „Die Post geht ab“, 1962 (rechts an seiner Seite: Vivi Bach)

Diese Single enthält den Titel „Schläfst du schon ?“ und dieser wurde auch in dem Film „Die Post geht ab“ verwendet:

Die Post geht ab ist ein deutscher Schlagerfilm des Regisseurs Helmuth M. Backhaus. Die Uraufführung erfolgte am 21. September 1962 im Kölner Capitol.

Eigentlich hoffte Trompeter Willy von der Bambus-Band auf eine große Erbschaft, doch hat sein Onkel ihm nur einen schrottreifen Autobus vermacht. Mit seinem Freund Franz plant er dennoch eine Urlaubsreise in den Süden. In der von Willy und seinen Leuten geführten Bambus-Bar findet ein Talentwettbewerb statt, den die Tochter des berühmten Schlagersängers Rudolf Lothar, Barbi, gewinnt. Der junge Till wird Zweiter und beide erhalten einen Gutschein für eine zweiwöchige Busferienreise in den Süden. Willy hat die Preise schon verteilt, als Franz ihm mitteilt, dass das Reisebüro, bei dem sie die Gutscheine erstanden haben, pleite ist. Da sie fürchten, bei Klagen ihre Bar schließen zu müssen, beschließen beide, die Gewinner mit dem schrottreifen Bus auf ihren Urlaub nach Triest und Jugoslawien mitzunehmen. Es schließen sich verschiedene Freunde der Gewinner an: Barbi nimmt Harry und die Sekretärin Wilma und die notgedrungen ihren Chef Herrn Ratsam mit, Till nimmt seine gute Freundin Petra mit und unterwegs sammeln sie noch die fast volljährige Anja auf, die vor ihren Eltern und ihrem britischen Verlobten John geflüchtet ist.

DiePostGehtAb01
Während der Autobus langsam gen Süden rollt, nehmen die Väter von Barbi, Harry und Petra die Verfolgung auf, zumal Rudolf sowieso ein Konzert in Triest geben muss. Vor allem Harrys Vater Walter macht sich Sorgen, dass sein Sohn mit so vielen jungen Frauen unterwegs ist, will er ihn doch eigentlich mit der Fabrikantentochter Gina verkuppeln. Da Harry sich stets geweigert hat, Gina auch nur kennenzulernen, greift Walter zu einem Trick. Als der Autobus in Triest ankommt, lassen die Väter ihn zu ihrem Hotel geleiten. Dort wiederum zeigt sich Walter mit der jungen Gina an seiner Seite und lässt Harry denken, dass sie seine neue Geliebte sei. Harry reagiert mit Unverständnis, will sie davon überzeugen, seinen Vater aufzugeben, und verliebt sich schließlich in sie. Es finden sich am Ende weitere Paare: Nach einigem Chaos sind Anjas Eltern froh, ihren Verlobten John loszuwerden, und stimmen in eine Heirat von Anja und Franz ein. Till und Petra werden ein Paar, Herr Ratsam macht Wilma einen erfolgreichen Heiratsantrag und auch Barbi und Willy verlieben sich ineinander.
Entstehungsgeschichte

DVDHelmuth M. Backhaus, der auch Regie führte, schrieb das Drehbuch nach einer Idee von Hans Billian. Der Arbeitstitel des Films lautete zunächst Niemand sündigt im Bikini. Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Jugoslawien statt. Für die Filmbauten waren die Filmarchitekten Johannes Ott und Mirko Lipuzić verantwortlich. Die Kostüme entwarf Ingrid Neugebauer. Als Kameramann verpflichtete man Gerhard Krüger. Herstellungsleiter war Alfred Bittins.

In dem Film Die Post geht ab, den das Stuttgarter Filmunternehmen Piran-Film in Zusammenarbeit mit dem Gloria-Filmverleih produzierte, sind folgende Schlager zu hören:

Gerhard Wendland: Schau mir nochmal in die Augen (Musik: Karl Götz; Text: Kurt Hertha)
Gerhard Wendland: Schläfst du schon? (Musik: Karl Götz; Text: Heinz Hellmer und Kurt Hertha)
Chris Howland: Cleopatra (Musik: Heinz Gietz; Text: Georg Buschor)
Jack Ross: Happy-Jose (Ching, Ching, Ching) (Instrumental; Musik: Norman Malkin und Jesse Gonzales)
Vivi Bach: Wenn wir zwei uns wiedersehn (Musik: Christian Bruhn)
Vivi Bach: Bitte, bitte nimm mich mit (Musik: Christian Bruhn)
Peter Fritsch: Ein kleines Zelt (Musik: Christian Bruhn)
Vivi Bach und Peter Fritsch: Die Lebensleiter (Musik: Christian Bruhn)

Die Uraufführung des Films fand am 21. September 1962 im Kölner Capitol statt. Im Fernsehen lief der Film erstmals am 11. April 1964 auf DFF 1.

Das Lexikon des Internationalen Films meinte: „Statt einer erzählbaren Handlung: Gags, Kalauer, Schlager, Tänzchen. Der Filmversuch eines Conférenciers.“ Der film-dienst bezeichnete Die Post geht ab als „knallbuntes 60er-Jahre-Urlaubs-Kino“.

Cinema befand: „Schlager, Scherzchen und Bella Italia: selbst nach Genremaßstäben zu flach. Fazit: Trallala-Roadmovie mit ganz flachen Späßen.“ (Quelle: wikipedia)

Man sieht, dieser vermutlich eher plumpe Film ist eigentlich eine Eldorado für Schlagerfans dieser Zeit … Chris Howland, Vivi Bach, Peter Fritsch … und eben Gerhard Wendland.

Die B-Seite mit dem Titel „Schau mir nochmal in die Augen“ sollte wohl auch die Damen-Welt entzücken, wobei wenn Gerhard Wendland dann z.B. singt „… früher mal war ich ein Casanova …“ könnte man schon heftig grinsen …

Viel Vergnügen bei dieser perfekten Illussionsmusik.

GerhardWendland2Besetzung:
Gerhard Wendland (vocals)
+
Orchester Heinz Alisch

BackCover1
Titel:
01. Schläfst du schon ? (Götz/Hellmer/Hertha) 3.01
02. Schau mir nochmal in die Augen (Götz/Hertha) 2.51

LabelB1.jpg

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Orchester Teddy Todd + Teddy Parker – Junge komm bald wieder + Western Rose (1962)

FrontCover1Also, das Tempo Label war schon irgendwie ein drolliges Label, damals in jenen Jahren des Wirtschaftswunder … und die Geschichte des Labels ist auch sehr interessant:

Tempo war ein deutsches Plattenlabel der 1930er bis 1970er Jahre.

1931 gründete Otto Stahmann in Berlin-Wilmersdorf das Tonträgerunternehmen Schallplattenindustrie Otto Stahmann – Brillant AG. Schwerpunkt war die Produktion von Schallplatten mit einem populären Repertoire zu einem günstigen Preis, bestimmt für den Verkauf in Warenhäusern und Einheitsgeschäften. Die Firma entwickelte sich in den 1930ern zu einem Quasi-Monopolisten im Billigsektor. Die Platten wurden unter anderem unter den Labels Brillant-Special, Record und Grohag verkauft. Schon wenige Jahre später konnte Stahmann ein größeres Presswerk in Potsdam-Babelsberg errichten. Mitte 1937 wurde der Markenwechsel von Brillant-Special zu Tempo vollzogen. Gleichzeitig fand die Umbenennung der Firma in Tempo Schallplatten GmbH Otto Stahmann statt.

Von einigen amerikanischen Matrizen des Labels Clangor, ungarischen Einspielungen von Radiola abgesehen, veröffentlichte Tempo schon vor dem Krieg vor allem Eigenproduktionen. Obwohl Tempo als eine billige Kaufhausmarke galt, war die künstlerische und technische Qualität der Schallplatten bemerkenswert hoch. Während des Zweiten Weltkrieges veröffentlichte Tempo unter anderem populäre Tanzmusik bekannter Orchester von Bernard Etté, Kurt Widmann oder Horst Winter.

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Das Logo von Tempo, 1937 bis 1950er Jahre

Nach dem Krieg ging das kaum zerstörte Presswerk in Babelsberg in Besitz des VEB Lied der Zeit über. Die Schallplatten der Marke Tempo wurden fortan von der neu gegründeten Schallplattenfabrik Special-Record GmbH in Großhesselohe bei München hergestellt. Hier begann eine völlig neue Produktion, jedoch wurden einige alte Aufnahmen auf den Labels Special Record und Union Record herausgebracht. Es folgten einige Übernahmen belgischer Matrizen der Marken Sphinx und Ronnex. Im Gegenzug dazu erschienen Tempo-Aufnahmen auf Billiglabels in Belgien und den Niederlanden.

Das Konzept der Vorkriegszeit konnte während der großen Zeit des Schlagers in den 1950er Jahren erfolgreich fortgesetzt werden. Nahezu alle damaligen Hits wurden bei Tempo mit eigenen Vertragsmusikern neu eingespielt. Aufgrund des nach wie vor günstigen Verkaufspreises waren die Singles und EPs der Marke Tempo während der Zeit des Wirtschaftswunders fester Bestandteil der deutschen Alltagskultur. Einige bei dem Billiglabel engagierte Musiker konnten sogar eine gewisse Popularität erreichen und ihre Karriere bei größeren Plattenfirmen fortsetzen. Zu den bekanntesten Interpreten, die bei Tempo oft unter Pseudonymen arbeiteten, gehörten Fred Bertelmann, Rainer Bertram, Peggy Brown, Christian Bruhn, Fancy (als Tess Teiges), Gerd Fitz, Tommy Kent (als Tommy Shane), Charlotte Marian sowie Teddy Parker (als Bernd Anderson, Jimmy Fields, Bobby Stern etc.). Auch die Aufnahmen der Humoristen Herbert Hisel und Kathi Prechtl stießen beim Publikum auf eine große Nachfrage.

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Das Logo von Tempo in den 1950er und 1960er Jahren

Das Aufkommen der Beatmusik verringerte die Verkaufszahlen des Billiglabels ab Mitte der 1960er Jahre erheblich. Die Produktion wurde wahrscheinlich um 1980 eingestellt. Die Lizenzen der Aufnahmen liegen heute bei Heloton Multimedia mit Sitz in Prüm. (Quelle: wikipedia)

In den frühen 60er Jahren war es wohl eine Spezialität des Labels, deutsche Schlagerhits mit „no name“ Sängern zu covern … so es z.B.  Coverversionen von „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ oder „Die Rose vom Wörthersee“ oder „St. Tropez Twist“ oder oder oder.

Hier der Freddy Quinn Erfolg „Junge komm bald wieder“, gesungen von einem „Jonny“ und auf der B-Seite finden wir „Western Rose“ von Bernd Anderson (der, wir wir nun wissen kein anderer als der großartige Teddy Parker war). Und auch hinter diesem „Johnny“ steckte Teddy Parker, der eigentlicht ja Claus Herwig  hieß … Und das Orchester Teddy Todd spielte auf diversen Tempo-Schallplatten die Musik ein …

Und irgendwie muss diese Aufnahme gewinnbringend gewesen sein, denn sie wurde zweimal neu auf den Markt gebracht und zwar mit jeweils unterschiedlichen Hüllen (eines schöner als das andere):

AlternativeFrontCover

Alternative Front Cover

Nun gut, für Leute mit einem gewissen schrägen Humor sind solche Aufnahmen irgendwie „Gold“ wert … von daher wünsche ich viel Vergnügen mit jenen sehnsuchtsvollen Melodien, die so manchen entzücktend, be vor, ja bevor der Beat aus Liverpool alles veränderte.

ClausHerwig

Claus Herwig alias Jonny, alias Bernd Anderson, alias Teddy Parker …

Besetzung:
Orchester Teddy Todd
+
Bernd Anderson (vocals bei 02.)
Jonny (vocals bei 01.)

BackCover1

Titel:
01. Johnny: Junge komm bald wieder (Olias/Rothenburg) 3.01
02. Bernd Andersson: Western Rose (Scharfenberger/Feltz) 2.11

LabelB1

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