ORF Big Band & Dagmar Koller – Why Not (1975)

FrontCover1Also, an die großartige Erika Pluhar kommt sie nicht ran … aber dennoch, die Dagmar Koller war einer der großen Stars i der österreichischen Musikszene … dies gilt zumindest für den Bereich der leichten Muse:

Dagmar Koller (* 26. August 1939 in Klagenfurt, Kärnten) ist eine österreichische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin.

Dagmar Koller besuchte mit sechs Jahren eine Ballettschule. Später studierte sie an der Wiener Akademie für Musik und Darstellende Kunst. Sie begann ihre Karriere an der Wiener Volksoper und wurde schnell über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Von Juli bis November 1964 bereiste sie mit einer Tournee von Wiener Blut mit einer Wiener Produktionsfirma die USA und Kanada. In der Operette Das Land des Lächelns (1964 in Berlin) von Franz Lehár feierte sie große Erfolge. Später wirkte sie in zahlreichen Musicals, wie u. a. My Fair Lady, West Side Story und Sweet Charity, mit.

Dagmar Koller01Die deutschsprachige Erstaufführung von Der Mann von La Mancha, in der Fassung von Robert Gilbert fand am 4. Jänner 1968 im Theater an der Wien in Wien mit den Schauspielern des Burgtheaters, Josef Meinrad in der Titelrolle und Blanche Aubry als Aldonza statt. Dagmar Koller übernahm in der Folge mit großem Erfolg die Partie der Aldonza. Weitere Bühnenpartner von Dagmar Koller waren u. a. Elizabeth Taylor, René Kollo und Udo Jürgens. Sie trat auch in der Fernsehserie Ringstraßenpalais auf.

Mit der Operette Königin einer Nacht startete sie ihre Fernsehkarriere. Koller moderierte außerdem zahlreiche Fernsehsendungen im ORF, wie z. B. Hallo, wie geht’s?. In dieser Sendung plauderte sie mit Publikumslieblingen und Prominenten und zeigte Ausschnitte aus dem Leben der Stars. Zahlreiche Tourneen durch die USA, Japan und Europa (u. a. zehn Deutschland-Tourneen) festigten ihren Ruhm.

Dagmar Koller war von 1978 bis zu dessen Tod 2008 mit Helmut Zilk verheiratet, Wiens Bürgermeister von 1984 bis 1994.

In der österreichischen Fassung von Shrek 2 synchronisierte sie Jennifer Saunders in der Rolle der guten Fee.

Dagmar Koller02

Dagmar Koller mit Curd Jürgens

Koller war Herausgeberin der monatlich erscheinenden, zum Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien im Rathaus gehörenden Zeitschrift Enjoy Vienna/Willkommen in Wien, die Ende 2015 eingestellt wurde. (Quelle: wikipedia)

Hier ein Album mit ihr, eingespielt mit der ORF Big Band unter der Leitung von Kai Warner, und der kommt ja eigentlich aus Hamburg:

Kai Warner (* 27. Oktober 1926 in Bremen; † 9. Juli 1982 in Hamburg), bürgerlicher Name Werner Last, war ein deutscher Orchesterleiter, Produzent, Arrangeur und Komponist.

Warner nahm Klavierunterricht bei Ernst Weelen, theoretischen Unterricht erhielt er durch den Reger- und Humperdinck-Schüler Richard Bulling.

Nach Kriegsende trat Werner Last als Posaunist zusammen mit seinen Brüdern Hans Last (Bassist, später bekannt als James Last) und Robert Last (Schlagzeuger) in Bremer Varietes und amerikanischen Clubs von Bremerhaven und Umgebung auf. Ferner erhielt er Privatunterricht im Akkordeon- und Klavierspiel. Dabei wurden sie von dem Komponisten und Manager Friedrich Meyer entdeckt und für das neu zu gründende Tanzorchester des Senders Bremen engagiert. Bekannt wurden die Brüder Last auch als Mitglieder des Last-Becker Ensembles, das bis 1953 bestand. Als Arrangeur feierte Werner Last seine ersten Erfolge. Nach Auflösung des Bremer Tanzorchesters spielte er noch einige Zeit in einer 12-Mann-Band, später versuchte er sein Glück in den USA. Zuvor heiratete er die 18-jährige Hjördis Harlow, eine Amerikanerin norwegischer Herkunft. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Steven und Werner hervor. Werner Last junior arbeitet ebenfalls als Bandleader; sein „Last Ballroom Orchester“ feiert Erfolge.

Kai Warner

Kai Warner

In den USA musste Werner Last seinen Lebensunterhalt einige Monate mit Gelegenheitsarbeiten verdienen, ehe er in eine New Yorker Musikergewerkschaft (Local 802) aufgenommen wurde. Dadurch erhielt er die Spielerlaubnis als Musiker. Als Posaunist gehörte er verschiedenen renommierten Big Bands an. Nebenbei studierte er beim Schillinger-Professor Rudolf Schramm an der City University of New York Musiktheorie.

1958 kehrte Werner Last nach Deutschland zurück und arrangierte zahlreiche Filmmusiken. 1966 erhielt er einen Polydor-Vertrag als Produzent, er entdeckte und produzierte Renate Kern (LP-Produktionen Lieber mal weinen im Glück, Meine Welt ist schön, daneben zahlreiche Single-Veröffentlichungen mit Kompositionen von Kai Warner, z. B. Freu Dich doch schon auf den nächsten Sommer, 1990, Supermann, An irgendeinem Tag, Come on Let’s Dance, Lass doch den Sonnenschein). Als Kai Warner gründete er sein eigenes Orchester, in dem viele Musiker von James Last mitspielten (u. a. Rick Kiefer, Manfred Moch, Ole Holmquist sowie Warners Bruder Robert Last, der schon bei der Erstbesetzung von James Last am Schlagzeug saß). 1975 wechselte Kai Warner von Polydor zum Philips-Label, u. a. um sich von der Konkurrenz seines Bruders, der ebenfalls bei der Polydor veröffentlichte, abzuwenden. Bereits die erste Philips-Produktion (On the Road to Philadelphia) unter dem gemeinsamen Dach der Deutschen Grammophon Gesellschaft hob durch den dominanten amerikanisch geprägten Disco-Sound von früheren Polydor-Veröffentlichungen ab, welche eher im Schlagerstil gewesen waren.

Nach seiner ersten eigenen LP, Pops for Minis, wurde er vor allem mit der Go in-Serie, die ab 1975 bei Philips unter dem Namen Go in Party fortgesetzt wurde, verbunden. Ab Ende der 1970er Jahre bis zu seinem frühen Tod nahm Warner auch LPs mit reiner Standardtanzmusik auf (Kai Warner bittet zum Tanz). Eine seiner letzten Aufnahmen war eine Hommage an die Swing-Ära (Swingtime Forever).

Er spielte auch etliche Aufnahmen mit seinen Kai Warner Singers ein, die aus einem gemischten Chor von sechs Frauen und sechs Männern bestanden und oft nur von einer Rhythmusgruppe begleitet wurden. Ende der 1960er Jahre arbeitete Warner auch für zwei seltene LP-Produktionen mit dem Mundharmonika-Virtuosen Tommy Reilly zusammen (Melody Fair, Latin Harmonica). (Quelle: wikipedia)

Dagmar Koller04

Diese LP beginnt ja eigentlich vielversprechend … das „Why Not“ ist eine keck-freche Agelegenheit, geht es dabei doch um klassische weibliche Rollenklischees … auch heute noch gut anzuhören …

Aber dann folgt das „Ja! „Vor drei Jahren traf ich dich…“ … und es beginnt ein bunter Reigen schmalziger Liebeslieder …

Nett anzuhören, denn die Dagmar Koller hatte nun wirklich eine gute Stimme …

Welches Potential sie aber eigentlich hatte, kann man bei „Big Spender „Steh nicht an der Tür…“  hören (dieser Song wurde von ihr schon mal 1969 als Single veröffentlicht – ebenfalls mit Kai Warner und seinem Orchester eingespielt). Hier konkurriert sie – und das nicht zu knapp – doch glatt mit der Hildegard Knef … und das will was heißen.

Wie schreib ich bei solchen Gelegenheiten immer wieder mal: Schade um das Potential … da hätte man mehr daraus machen können …

Single

Die Single aus dem Jahr 1969

Besetzung:
Dagmar Koller (vocals)
+
ORF Big Band unter der Leitung von Kai Warner

BackCover

Titel:
01. Why Not (Neubrand/Schwinger) 2.38
02. Ja! „Vor drei Jahren traf ich dich…“ (Pippal/Schwinger) 2.39
03. Träume von Paris (Prager/Neubrand) 2.30
04. Ich bin so froh, dass ich dich hab‘ (Bronner/Neubrand) 3.26
05. Come On Dance (Kupek/Sola) 3.29
06. Lippen schweigen (Lehar/Stein/Léon) 2.33
07. Ich bin gewöhnt an sein Gesicht (Loewe/Lerner) 2.53
08. Die Erinnerung bleibt „Wenn du gehst…“ (Bause/Schneider) 3.25
09. Ich komme nie mehr von dir los (Scott/Lüth) 1.53
10. Alles vergeht und kommt wieder (Bronner/Neubrand/Wehle) 3.14
11. Big Spender „Steh nicht an der Tür…“ (Coleman/Vibach) 2.53
12. Ob es so oder so oder anders kommt (Henning/Safka) 2.35

LabelB1

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Auch diese Erfahrung gehörte zum Leben der Dagmar Koller:

Am 5. Dezember 1993 wurde Zilk bei einem Briefbombenattentat des rechtsextremen Terroristen Franz Fuchs an der linken Hand schwer verletzt. Der paranoide Fanatiker bekämpfte Zilk als Symbol des multikulturellen, weltoffenen Wiens.

Bei dem Briefbombenattentat verlor er zwei Finger seiner linken Hand. Diese war seither in der Greiffunktion stark eingeschränkt und meist in einer Hülle verborgen. (Quelle: wikipedia)

Dass der Zilk dann auch noch in irgendwelche dubiose Spionage-Vorwürfe verwickelt war … ist dann ne andere Geschichte.

Dagmar Koller03

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Jo Kurzweg Orchester – Picknick Party (1975)

FrontCover1Erst neulich habe ich versucht,  ein paar Gedanken zu diesem Jo Kurzweg zu formulieren und zwar hier.

Also: Dieser Jo Kurzweg war so ne Art James Last der DDR und hier auf dieser Picknick – Party gibt es neben bekannten Gassenhauern auch jede Menge mir unbekanntes Liedmaterial wie „Lampenputzer ist mein Vater“, „Ich schieß´ den Hirschen im wilden Forst“ oder auch „Im tiefen Keller sitz´ ich hier“.

Und wie James Last hatte auch er ganz hervorragende Musiker in seinem Orchester und auch so manch Arrangement (von Gerhard Siebholz) ist durchaus pfiffig und durchdacht.

Den eingeblendeten Party-Applaus habe ich – wo´s ging – geschnitten und beim hören dieser fideln Klänge wanderten meine Gedanken zum Thema „Alltag in der DDR“ Mitte der 70er Jahre … Und was es mit diesem Joachim Kurzweg auf sich hat, das will ich weiterhin noch rauskriegen …

BackCover1

Besetzung:
Orchester Jo Kurzweg
+
Gerd Michaelis Chor

Titel:
01. Wien bleibt Wien (Schrammel) 3.10
02. Mein Herz, das ist ein Bienenhaus / Es wollt‘ ein Mägdlein früh aufstehn (Traditional) 2.26
03. Fritze Bollmann wollte angeln (Traditional) 2.00
04. Bier her – Bier her / Es geht nichts über die Gemütlichkeit / Ein Prosit der Gemütlichkeit (Traditional) 2.54
05. Mariechen saß weinend im Garten / Lustig is das Zigeunerleben (Traditional) 2.32
06. Waldeslust (Traditional) 1.30
07. Lampenputzer ist mein Vater (Hertel) 1.33
08. Ich schieß‘ den Hirsch im wilden Forst (Traditional) 1.50
09. Wir sind die lustigen Holzhackerbuam / Ja, wir bleiben ledig / Jetzt trink‘ ma no a Flascherl Wein (Traditional/Oscheit) 2.41
10. Ein Vogel wollte Hochzeit machen / Der alte Jägermarsch / Im grünen Wald, dort wo die Drossel singt (Traditional) 2.33
11. Rosestock – Holderblüh (Traditional) 1.27
12. Pfeif-Polka (Strauß) 2.19
13. Im tiefen Keller sitz‘ ich hier (Fischer) 1.57
14. Der Vugelbeerbaam / Auf der Alm, da gibts koa Sünd‘ / Schön ist die Jugend (Traditional) 2.38
15. Florentiner Marsch (Fučik) 4.00

LabelA1

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Jo Kurzweg – Musikalische Schlittenfahrt (1975)

FrontCover1Als ich vor 4 Jahren in einem anderen blog Jo Kurzweg erstmalig vorgestellt habe, schrieb ich:

Es ist eigentlich sehr erstaunlich, dass sich über das Orchester Jo Kurzweg so gar keine Informationen im Internet finden lassen. Erstaunlich deshalb, weil dieses Orchester nicht nur diverse Langspielplatten im Bereich der Unterhaltungsmusik veröffentlicht hat sondern auch ein sog. „Fernseh-Orchester“ war und zumindest in den 70er Jahren auch diverse DDR-Künstler musikalisch begleitet und unterstützt hat.

Fast scheint es, dass dieser Joachim Kurzweg so ne Art Persona non grata geworden ist, warum auch immer. Eigentlich ist ja die Musik der DDR doch sehr gut dokumentiert, doch tut sich eine Lücke auf, die ich noch nicht so recht deuten kann.

Nun das hat sich mittlerweile ein wenig geändert …

Der 1936 in Strausberg bei Berlin geborene Hans-Joachim Kurzweg begann bei den dortigen „Strausberger Spatzen“ seine musikalische Laufbahn als Cellist. Anfang der 50-er Jahre musizierte er im Jugendorchester des Senders RIAS und danach im „Berliner Sinfonieorchester“. Durch ein Engagement als Posaunist am Theater in Greifswald verlegte er für einige Zeit seinen Wirkungsbereich an die Ostseeküste. Schon Anfang der 60-er Jahre kehrte er als Solo-Posaunist an den Friedrichstadtpalast nach Berlin zurück. 1969 gründete er das „Orchester Hans-Joachim Kurzweg“ und arbeitete viele Jahre mit Gerhard Siebholz zusammen.

Orchester Jo Kurzweg

Sein Orchester etablierte sich bald als der bedeutendste Klangkörper für Partysound-Musik in der DDR. Seine Musik ist auf mehr als 30 Schallplatten vertreten und allein im „Kessel Buntes“ trat er 50 mal im Fernsehen auf. Ab 1974 einfach nur „Orchester Jo Kurzweg“ genannt, untermalte der Gerd-Michaelis-Chor und später der Cantus-Chor die meist fröhlichen Melodien. Kurz nach der politischen Wende wurde auch sein Orchester aufgelöst und er trat solistisch als Posaunist auf. Schon 1992 gründete er erneut eine Combo unter dem Namen „Jo-Achimsthaler“ und spielte vorwiegend volkstümliche Weisen. 2011 zog er sich aus der Musikbranche zurück. Hans-Joachim Kurzweg lebt nach wie vor in Berlin. (Quelle: ddr-tanzmusik.de)

Nun ja …immerhin … es scheint mir ein Leben mit sehr schmerzhaften Brüchen gewesen zu sein … Und ich denke mir, für viele Menschen in der DDR war er einer jener Musikergewesen, die denAlltag immer wieder aufs neue versüßt haben ….

Von den von mir unterstellten Brüchen hört man natürlich bei diesesm Happy Sound ala James Last nichts …

Er verwendet dabei doch viele Melodien, die ich jetzt vorrangig dem ostdeutchen Raum zuordnen würde (einschließlich 3 Kompositionen des legendären Heimatmusikers Herbert Roth).

Nette Sache für Nostalgiker …

Orchester Jo Kurzweg2

Besetzung:
Orchester Jo Kurzweg

BackCover1

Titel:

01.Musikalische Schlittenfahrt (Teil 1) 17.22
01.01 Weihnachten steht vor der Tür (Vomacka/Hering)
01.02. Morgen, Kinder, wird’s was geben (Traditional)
01.03. Kommet, ihr Hirten (Traditional)
01.04. Heidschi, Bum Beidschi (Traditional)
01.05.  ‚S Heilig-Obnd-Lied (Enterlein)
01.06. O Tannenbau, du bist ein grünes Reis (Traditional)
01.07. O Tannenbaum (Traditional)
01.08. Guten Abend, schön‘ Abend (Traditional)
01.09. Es ist für uns eine Zeit angekommen (Traditional)
01.10. Fröhliche Weihnacht überall (Traditional)
01.11. Keine Angst, kühler Mann (Traditional/Siebholz)
01.12. Still, still, still (Traditional)
01.13. O, wie ist es kalt geworden (Traditional)

02. Musikalische Schlittenfahrt (Teil 2) 17.11
02.01. Stille Nacht, Heilige Nacht (Gruber)
02.02. Advent in men Stübel (Süß)
02.03. Sind die Lichter angezündet (Traditional/Sandig)
02.04.  ‚S Raachermannel (Lang)
02.05. Schneeschuhfranzl (Roth)
02.06. Liebelei im Pulverschnee (Roth)
02.07. Zwei Kinder vom Thüringer Wald (Roth)
02.08. Ein Schnee fällt in der Nacht (Bause)
02.09. Des Jahres letzte Stunde (Traditional)

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Verschiedene Interpreten – Ein bayerischer Stimmungsabend mit dem Münchner Vorstadtbrettl (1975)

FrontCover1Wem der Begriff „fremdschämen“ nichts sagen sollte, der kann hier nun diesen Begriff besser verstehen lernen und das hat was mit dem sog. Münchner Vorstadtbrettl zu tun:

Das Münchner Vorstadtbrettl ist eine bayerische Volkssängerbühne nach alter Münchner Volkssängertradition.

Gegründet würde das Münchner Vorstadtbrettl 1971 von Volksschauspieler Karl Brenner. Jahrelang spielte das Brettl im Saal der Gaststätte Bayrischer Herold in der Lindwurmstraße und war neben dem damals noch existierenden Platzl die erfolgreichste Bühne in der Pflege alter Münchner Komiker-Tradition. Im Lauf der Jahre kam es zu mehreren Umzügen der Bühne, teilweise verlegte man sich auch darauf, nur noch Gastspiele zu geben. Seit April 1999 hat das Vorstadtbrettl sein ursprüngliches Domizil wieder eingenommen und spielt jährlich mehrere Programmstaffeln im Saal des Bayrischen Heroldes, einer traditionsreichen Gaststätte, in der schon Hans Steyrer an der Schenke stand.

Bis 1999 stand Karl Brenner an der Spitze des Münchner Vorstadtbrettls bevor er seinem Sohn Raimund die künstlerische Leitung des Theaters übergab.

Im Juni 1973 arrangierte Karl Brenner mit dem Münchner Vorstadtbrettl den 60. Geburtstag seiner königlichen Hoheit Prinz Ludwig von Bayern, im Schloss Leutstetten vor prominenten Gäste, u. a. vier Wittelsbacher-Generationen, der damalige Landespräsident Rudolf Hanauer, der damalige Landrat Rudolf Widmann, die Witwe vom Weiß Ferdl und dem Volkssänger Schmid-Wildy.
Gastauftritte im Ausland

September 1972: Mount Clemens, Michigan (USA)

Schon kurz nach der Gründung wurde das Münchner Vorstadtbrettl engagiert, von 7. bis 24. September das 11. German Oktoberfest[2] in Mount Clemens, Michigan „durch Auftreten in den Trachten zu verschönern“ wie es im Wortlaut des Vertrages hieß. Der damalige bayerischen Ministerpräsident Alfons Goppel sandte durch sie ein Grußwort an die Veranstalter.

September 1975: Camp Shilo, Manitoba (Kanada)

Im Auftrag des deutschen Verteidigungsministeriums gastierte das Münchner Vorstadtbrettl im kanadischen Camp Shilo, einem Stützpunkt der kanadischen Streitkräfte, der auch der Bundeswehr zur Panzerausbildung dient. Neben der „musikalischen Truppenbetreuung“ für deutsche und kanadische Truppen war auch eine öffentliche Sondervorstellung im Theater von Brandon, Manitoba zu absolvieren.

Das Ensemble des Münchner Vorstadtbrettl bestand zuletzt aus zehn Mitgliedern, teils bekannt aus Funk und Fernsehen sowie Tourneeprogrammen in Deutschland.

Mit dem Herbstprogramm 2008 stellte das Münchner Vorstadtbrettl den Spielbetrieb ein. (Quelle: wikipedia)

Brettl

Eine spätere Beetzung (schon unter der Leitung von Raimund Brenner)

Das hört sich soweit alles noch recht harmlos an …  Eines besseren wird man dann belehrt, wenn man sich diesen Tonträger aus den frühen Jahre zu Gemüte führt.

Denn was einem hier entgegenschallt ist jener Witz der stumpfsinnigsten Sorte … da brauchte man sich damals nicht zu wundern, dass „wir Bayern“ gerne auch mal als die „Deppen der Nation“ hingestellt wurden.

„Dumm und dappig“ die Texte … und nein, dieses Bayernland grüße ich nicht, denn das ist dann eben doch nicht meine Heimat.

Nur gut, dass Leute wie der Fredl Fesl, die Biermösl Blosn u.a. bereits in den Startlöchern standen, um dam anderen Bayern dann doch mehr Gewicht zu geben.

Hüllentext

Musikalische Begleitung: 
Königstaler Musi

BackCover1.JPG

Titel:

Alpenchor mit dem gesamten Ensemble:
01. Grüß mir mein Bayernland (König) 2.44

Karl Brenner:
02. Bayern ganz international (Brenner) 4.27

Lothar Messner und Karl Brenner:
03. Kare und Lugge (Brenner/Freier) 2.31

04. Ansage 0.24

Raimund Brenner:
05. Schneewalzer (Traditional) 1.06

06. Ansage 0.13

Die Original Münchner Schrammelbuam:
07. Mein Isartal (König/Freier) 3.50

Meisterjodler Karl Veit:
08. Appenzeller (Traditional) 2.30

09. Ansage 0.40

Humoristen Erich Zehentmeier, Lothar Messner und Dieter Müller mit der Schrammelbuam Musi:
10. Dumm, dappig und fidel (Brenner/Freier) 2.45

Die Original Münchner Schrammelbuam:
11. Bayerischer Hiasl (Traditional) 2.22

12. Ansage 0.33

Volkshumoristin Hannerl Spitzner:
13. Unschuld vom Lande (Brenner/Freier) 2.53

Volkshumorist Dietr Müller:
14. A Rindvieh (Traditional) 2.04

Erich Zehentmeier und Karl Brenner:
15. Die Wetter (Brenner) 2.52

16. Verabschiedung 0.31

Alpenchor mit dem gesamten Ensemble:
17. Das ist meine Heimat (König) 3.24

LabelB1

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Siemens Amateure – Swing, Cool, Hard Bop (1975)

FrontCover1Na ja … die Firma Siemes, bzw. den Konzern Siemens kennt ja nun wirklich jeder … deren damalige (also im Jahrt 1975) Jazz-Haus-Kapelle „Siemens Amateure“ hingegen wohl kaum einer …

Es gab ja immer wieder große Konzerne, deren Mitarbeiter in ihrer Freizeit gerne musizierten und wenn man dann soweit war, finanzierte die Firmen-Leitung gerne mal ein Aufnahmestudio und die Pressung einer LP … natürlich einerseits lobenswert, andererseits dienten solche Aktionen natürlich auch der Imagepflege.

Und so erzählen die Beteiligten, wie es zu dieser LP kam:

Hüllentext1

Na ja, und die Konzernleitung ließ es sich nicht nehmen, auch ihren Senf dazu zu geben und zwar in einem eher schulmeisterlichem Ton:

Hüllentext2

Und herausgekommen ist ein ganz und gar feines Jazz Album der alten Schule. Und wirklich bemerkenswert ist es, dass sich die Musiker nicht dazu verleiten haben lassen, klassische Jazzstandards einzuspielen, sondern eher unbekannte Kompositionen von freilich hervoragenden Komponisten dieses Genres …

Von daher ist diese LP nicht nur eine Rarität, sondern sie macht auch noch Freude, sofern man den gepflegten Jazz früherer Jahre zu schätzen weiß … Ist halt so gut wie ein alten Whisky …

Aufgenommen wurde diese LP übrigens am 2. August und 23. August 1975 und zwar jeweils in der Hochschule für Musik in München. Und das Pianohaus Lang, München, spendierte den Steinway Flügel für die Aufnahmesessions … löblich !

Die Hülle vermerkt „Vol. 1“ … nach meinem Kenntnisstand kam es keinen weiteren Veröffentlichungen … schade eigentlich.

BackCoverAA

Besetzung:
Walter Demeter (saxophone)
Wendel Heiß (piano 07. – 13.)
Georg Heldrich (bass)
Horst Jessel (drums)
Heinz Pellkofer (trumpet)
Herbert Schmidt (piano bei 01. – 07.)

BookleAAt

Titel:
01. Danny Boy (Weatherly) 3.19
02.  I’ll Take Romance (Oakland/Hammerstein) 3.06
03. The Song Is Ended (Berlin) 3.04
04. The Day Of Wine And Roses (Mercer/Mancini) 3.04
05. Takin‘ A Chance On Love (Latouche/Fetter/Duke) 3.00
06. My Own (Warren/Chiasson) 3.12
07. Out Of Nowhere (Green) 3.07
08. Spontanious Combustion (Adderley) 3.45
09. Jordu (Jordan) 4.08
10. Along Came Betty (Golson) 3.39
11. Tell It Like It Is (Shorter) 3.59
12. Nights At The Turntables (Mulligan) 3.06
13. Filthy Mc Nasty (Silver) 3.59

Labels

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The Hiltonaires – Dolanes Melodie (1975)

FrontCover1Tja, und hier die allseits beliebten „Hiltonaires“, der Hausband des Billig-Labels Europa, die erstmalig 196 mit der Veröffentlichung „“ in Erscheinung trat.

Keine Ahnung, welche Musiker da an diesem Projekt beteiligt waren … hinsichtlich der Musikveröffentlichungen war Europa stets sehr schmallippig (anders bei den Hörspielen).

Na ja … zu hören gibt es gepflegte Unterhaltungsmusik der Marke …  da tropft der Schmalz.

Geht schon bei dem Titelsong los … jener große Erfolg des französischen Trompeter Jean-Claude Borelly (von dem war hier schon mal die Rede und zwar hier).

Desweiteren gibt es an bekannteren Melodien noch „Raindrops Keep Falling On My Head“ oder „Theme From „The Godfather“ (der Titelsong zu dem übrigens sehr empfehlenswerten Film „Der Pate“).

Und dann schlägt dann noch ein „Bert Brac“ zu … :

Bert Brac ist das Sammelpseudonym für zahlreiche Komponisten, die in den 1970er- und 1980er-Jahren Musik für Kinder- und Jugendhörspiele von Europa geschrieben haben. Zu diesen Autoren gehören Heikedine Körting, Andreas Beurmann und der Hamburger Musiker Carsten Bohn (um die Carsten-Bohn-Autorenschaft entstand ein Rechtsstreit … hatten wir hier auch schon mal)

Und nachdem ein gewisser „Hesslein“ als Arrangeur in Erscheinung tritt, darf man getrost davon ausgehen, dass zumindest Teile von Lucifers Friends mitwirkten. Lucifers Friends spielten allerdings ne ganz andere Musik … aber das ist ne andere Geschichte …

Peter Hesslein

Peter Hesslein … hier gerade mal wieder auf der anderen Seite des musikalischen Flusses

Besetzung:
The Hiltonaires

BackCover1
Titel:
01. Dolannes Melodie (de Senneville/Toussaint) 3.23
02. Varvindar Friska (Traditional) 2.43
03. Zu dir (Berger/Brac) 2.58
04. Ave Maria (Bach/Gounod) 2.46
05. A Birds Afternoon (Brac)
06. Raindrops Keep Falling On My Head (Bacharach/David) 2.33
07. Septemberwind (Delanoë/Pallavicini/Cutugno/Lemesle/Losito/Ward) 4.19
08. Sky Boat Song (Traditional) 2.22
09. Theme From „The Godfather“ (Rota) 2.57
10. All My Trials (Traditional) 2.07
11. Wanderin‘ Home (Brac) 3.39
12. When I Last Saw You (George) 3.24

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Inga Rumpf – Second-Hand Mädchen (1975)

IngaRumpfFrontCoverWieder einmal ne Zeitreise:

Inga Rumpf wurde als Tochter eines Hamburger Seemanns und einer ostpreußischen Schneiderin im Hamburger Stadtteil St. Georg geboren. Anfang der 1960er Jahre machte sie ihre ersten Auftritte mit verschiedenen Bluesbands im Jugendheim von St. Pauli. 1965 wurde sie die Sängerin der Folkrock-Gruppe The City Preachers, in der zeitweise Udo Lindenberg Schlagzeug spielte. 1968 nahm sie als Solointerpretin mit dem Titel Schade um die Tränen am ersten Deutschen Schlager-Wettbewerb teil. 1970 nannten sich The City Preachers in Frumpy um (mit Carsten Bohn, Drums, Jean-Jacques Kravetz, Keyboards, Karl-Heinz Schott, Bass, Rainer Baumann, git.), und die erste Schallplatte All Will Be Changed entstand.

1972 entstand aus Frumpy die neue Formation Atlantis, wo neben Rumpf abermals Schott, Kravetz und Lindenberg in Erscheinung traten. Inga Rumpf galt zu dieser Zeit schon als eines der größten Talente der deutschen Rockszene. Es folgten erfolgreiche Konzertreisen durch verschiedene Länder mit wechselnden Besetzungen, u. a. mit Dieter Bornschlegel, Ringo Funk, Alex Conti, Adrian Askew, Rainer Schnelle. 1976 löste sich Atlantis auf. (Qulle: wikipedia)

SchottRumpf

Karl-Heinz Schott + Inga Rumpf

Ein Jahr zuvor startete sie bereits ihre Solokarriere mit „Scond Hand Mädchen“ – ganz sicher auch inspiriert von dem zunehmenden Erfolg, den Udo Lindenberg mit seiner „deutschen“ Rockmusik hatte.

Gemeinsam mit einer hochkarätigen Schar von Musikern entstand ihr erstes Soloalbum – komplett in deutsch gesungen. Kracher wie „Amerika“ sind auch heute noch ein Genuss. Und bei den Song „Superstar“: wer dächte da nicht an jenen Udo Lindenberg ? Und der famose Rockjournalist Jürg Gülden von „Sounds“ schrieb damals:

Das was Inga Rumpf singt und spielt hat mit dem ohnehin üblen Schlagwort Deutschrock soviel zu tun, wie die legendäre Kuh mit dem Trompetenblasen. Inga Rumpf hat eine so mörderische Röhre, dass selbst einige schwarze Bluestanten blaß würden und einige weiße Bluestanten vor ärger schwarz. Würde Inga Rumpf nicht in Hamburg leben sondern z.B. in London oder an der Westcoast, wür würden uns bei einem Konzert von ihr in Deutschland glatt um die Karten prügeln müssen.

Single

Single Auskopplung

Besetzung:
Adrian Askew (keyboards)
Jackie Carter (background vocals)
Frank Diez (guitar)
Ringo Funk (drums)
Linda Fields (background vocals)
Wilton Gaynair (saxophone, flute)
Marz, Rainer März (guitar)
Ack van Rooyen (trumpet)
Inga Rumpf (vocals)
Karl-Heinz Schott (bass)
Jiggs Wigham (trombone)

back

Titel:
01. Amerika (Rumpf) 3.40
02. Ich bin die geborene Langschäferin (Rumpf) 3.37
03. Superstar (Rumpf) 5.03
04. Mallorca (Rumpf) 6.31
05. Speed-King (Rumpf) 3.15
06. Mona (Rumpf) 3.55
07. Schubiduah (Rumpf) 3.18
08. Spielen verboten (Rumpf) 3.34
09. Second Hand-Mädchen (Rumpf) 3.08

Labels

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