Grobschnitt – Jumbo (1975)

GrobschnittFrontCoverDie Band Grobschnitt galt für ihre Zeit als eine sehr innovative Gruppe, die mit einer Mischung aus Theater, optischen Effekten, fröhlichem Klamauk und überaus langen musikalischen Improvisationen ihre vielstündigen Bühnenshows darbrachte. Die längste dieser ununterbrochenen Improvisationen konnte über eine Stunde dauern und trug den Titel Solar Music oder auch Powerplay. Die Liedtexte der Band waren zunächst auf englisch, später kamen dann verstärkt deutschsprachige Texte hinzu. In beiden Fällen äußerte sich die Band zu gesellschaftlich umstrittenen Themen wie beispielsweise der Friedensbewegung, der Fortschritts- und Technikgläubigkeit oder dem Protest gegen den Ausbau der Atomenergie. Ein typisches Beispiel für dieses Engagement ist der Text von Vater Schmidt’s Wandertag auf dem Album Jumbo. (Quelle: wikipedia)

Und ein Ralf Hehemann erinnert sich:

„Es war auf einem Festival in Dortmund, irgentwan zu der Zeit als Grobschnitt gerade die Razzia rausgebracht hatten, da spielte die Band, die damals meine absolute Lieblingsband war, ein Potpurri. Es fing am mit: „Heeeeeut ist ein schöner Taaag, wiiiiie Vater Schmidt ihn maaag …“. Ich kannte den Song noch nicht und er ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Es war natürlich Vater Schmidt’s Wandertag von der Jumbo. Für mich ist das immer noch eines der genialsten Songs von Grobschnitt, mit reichlich Tempo und Stimmungswechseln drin. Krautrock vom feinsten. Und dann der Text. Noch lange bevor so etwas wie eine Grüne Partei in Deutschland populär wurde, witzelten Grobschnitt schon mit viel Ironie über unsere künstliche „schöne neue Welt“ und dem Müll der dabei, anscheinend unvermeidlich, überall herum liegt. Die anderen Songs auf Jumbo kommen zwar nicht an den Wandertag heran, aber sind alle beste Grobschnitt Qualität im Stil von Ballermann. Das warn noch Zeiten ;-)“

Jumbo Inside1

Auch wenn ein Sticker auf dem Cover mit dem Slogan „Mit deutschen Texten“ wirbt, gibt es auch englischsprachige Songs auf „Jumbo“. Aber irgendwie lässt mich der Gedanken nicht los, dass Grobschnitt eine derart teutonische Band war, dass ihr diese englischsprachigen Songs auch nicht geholfen haben, einen internationalen „Durchbruch“ zu erreichen …

P.S. Auf dem Label steht „all titles composed and arranged by Elias Grobschnitt“ … ein Hinweis auf den ursprünglichen Namen der Band … d.h. wir haben es hier bei allen Kompositionen mit sog. „Gemeinschaftskompositionen“ zu tun.

GrobschnittJumboBC

Besetzung:
Stefan Danielak (guitar, vocals)
Joachim „Eroc“ Ehrig (drums, percussion, vocals))
Wolfgang Jäger (bass)
Volker Kahrs (keyboards)
Gerd O. Kühn (guitar)

GrobschnittJumbo

Titel:
01. Jupp (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 0.13
02. The Excursion Of Father Smith (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn)     9:37
03. The Clown (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 6.42
04. Dream And Reality (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 5.25
05. Sunny Sunday’s Sunset (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 11.30
06. Auf Wiedersehen (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 0.54
+
07. Jupp (alternate version) (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 0.12
08. Vater Schmidt’s Wandertag (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 9.40
09. Der Clown (altnate version) (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 6.53
10. Traum und Wirklichkeit (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 5.30
11. Sonntag’s Sonnabend (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 11.27
12. Auf Wiedersehen (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 0.46
13.  Sonnenflug (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 4.04
14. Der Clown (Single-Version) (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn 3.37#

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Cindy & Bert – Wenn die Rosen erblühen in Malaga + Der schwarze Husar (1975)

FrontCover1.jpgDieses Duo aus den 70er Jahren ging mir damals, wie kaum ein anderes Duo derart auf den Senkel … sie verkörpert einfach alles, was ich damals am deutschen Schlager so alles hasste (Stichwort: Heile Welt Geblubber …)

Cindy & Bert war ein deutsches Schlagerduo, das in den 1970er Jahren bekannt wurde und große Erfolge hatte

Norbert „Bert“ Maria Berger (* 12. September 1945 in Völklingen/Saarland, † 14. Juli 2012 in Düsseldorf), gelernter Industriekaufmann, entstammte einer Musikerfamilie. Sein Großvater Josef Berger war von 1888 bis 1931, sein Vater Alex Berger von 1931 bis 1973 Organist an der katholischen Pfarrkirche St. Eligius in Völklingen. Norbert Berger war Anfang der 1960er Jahre E-Bassist in der Amateurband „Blue Birds“, für die eine Sängerin gesucht wurde.

Mit Jutta Gusenburger (* 26. Januar 1948 in Völklingen/Saarland), damals Schülerin, später Versicherungskauffrau, trat diese Band dann als „Jutta und das Quintett Royal“ auf. Seit 1965 waren Norbert Berger und Jutta Gusenburger als Gesangsduo unter dem Namen „Cindy & Bert“ unterwegs.

Das Paar heiratete am 20. Mai 1967 und hat einen Sohn, Sascha, der unter dem Namen Berger als Musiker bekannt wurde.

Cindy+Bert02Im Jahr 1969 erschien die erste Schallplatte des Duos (Saturday Morning), die bereits ein beachtlicher Erfolg wurde. Weitere erfolgreiche Titel aus dieser Zeit waren Titel wie Cäsar und Cleopatra, Ich hab’ Heimweh, Holly Holy oder Jeder braucht jeden. Gewissen Sammlerwert genießt heute ihre Single Der Hund von Baskerville von 1970, eine Coverversion von Black Sabbaths Paranoid, die von Norbert Berger selbst umgetextet wurde. Als die Auftritte immer erfolgreicher wurden, gaben beide 1971 ihre bisherigen Berufe auf, um nur noch im Showgeschäft tätig zu sein.

Zum Eurovision Song Contest bewarben sich Cindy & Bert erstmals bei der deutschen Vorentscheidung 1972 mit Geh die Straße und scheiterten knapp. Auch 1973 versuchten sie es mit Wohin soll ich gehen? und Zwei Menschen und ein Weg. Im selben Jahr hatten sie jedoch ihren größten Erfolg mit Immer wieder sonntags. 1974 klappte es dann, und sie vertraten Deutschland beim Eurovision Song Contest 1974 in Brighton. Mit ihrem Titel Sommermelodie wurden sie letzte, während ABBA mit Waterloo gewannen und eine Weltkarriere starteten. Bei der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix 1978 versuchten sie es dann nochmals mit Chanson d’été und Was die Sterne lenkt. Doch machte seinerzeit Ireen Sheer (Feuer) das Rennen.

Inzwischen konnte das Duo mehrere Erfolge (Spaniens Gitarren, Wenn die Rosen erblühen in Malaga) verbuchen und avancierte zum erfolgreichsten Schlagerduo der 1970er Jahre. Seit 1984 liehen Cindy & Bert den Saarlodris ihre Stimme, die im Fernsehprogramm des Saarländischen Rundfunks als Werbetrenner eingesetzt wurden. Bis Ende der 1980er Jahre nahm das Duo noch gemeinsam Titel auf. 1988 wurde die Ehe der beiden geschieden. Danach gingen sie zunächst getrennte Wege. (Quelle: Wikipedia)

Hier eine ihrer erfolgreicheren Titel (Höchste Chartplazierung: 13, hielt sich 21 Wochen in den Charts).

Nun ja … eben genau jenes Trallala und Hopsassa …das mir damals eben tierisch auf den Keks ging.

Heute bin ich milder gestimmt … denn natürlich gehören auch Cindy & Bert zur deutschen Musikvergangenheit und um diese zu präsentieren, habe ich ja den blog gegründet.

Von daher: passt scho ….

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Besetzung:
Norbert „Bert“ Berger (vocals)
Jutta „Cindy“ Gusenburger (vocals)
+
ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

Cindy+Bert01

Titel:
01. Wenn die Rosen erblühen in Malaga (Gietz/Feltz) 3.08
02. Der schwarze Husar (Scharfenberger/Feltz) 2.54

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Vince Weber – The Boogie Man (1975)

FrontCover1.jpgAls ich mich hier neulich ein wenig mit Vince Ebert beschäftigte, kam mir natürlich auch der Vince Weber in den Sinn.

Und damit war ich nicht allein. Ein Leser dieses Blogs schrieb mir nämlich:

„Der Weg von Vince Ebert zu Vince Weber ist nicht weit (Musikalisch schon) aber ich such schon ewig I’m the Boogie Man.“

Voila … hier ist das Album:

Weber erhielt mit 10 Jahren den ersten Klavierunterricht. Seine Schwester machte ihn mit Platten von Lightnin’ Hopkins, Champion Jack Dupree, Taj Mahal und vielen anderen Blues- und Boogie-Größen bekannt. Mit 16 Jahren spielte er in diversen Hamburger Kneipen im Hafen. So entstand ein zufälliges Treffen mit Otto Waalkes und ein Auftritt Webers in dessen Vorprogramm. 1976 erhielt Vince Weber den deutschen Schallplattenpreis für sein Album The Boogie Man auf dem Label von Waalkes Rüssel-Räckords. Die LP wurde teilweise in der Fabrik aufgenommen, wo er ab 1976 14 Jahre lang an jedem letzten Freitag im Monat auftrat. 1978 und 1979 unternahm er zwei Reisen in die USA – „Back to the Roots“, wie er sagte – und traf dort viele gute Leute und benutzte viele Pianos. 1980 wurde Weber Redakteur und Moderator beim NDR mit der Sendung Blues am Dienstag. Zwischenzeitlich unternahm er weitere Reisen in die USA nach Chicago, L.A. und San Francisco.

Weber spielte auf Festivals und Clubgigs unter anderem mit Big Joe Williams, Abi Wallenstein, Henry Heggen, Axel Zwingenberger, Jay McShann, James Booker, Chuck Berry und Champion Jack Dupree.

Er organisiert seit dem 8. August 1988 gemeinsam mit Axel Zwingenberger das internationale Festival The Hamburg Boogie Woogie Connection.

Krankheitsbedingt hat Vince Weber in den letzten Jahren seine Bühnenaktivitäten eingeschränkt. (Quelle: wkipedia)

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Rares Konzertplakat aus dem Jahr 1979

Und so erinnert sich Vince Weber an seine frühen Jahre:

„Also, 1963 – mit 10 Jahren – der erste Klavierunterricht. Habe leider wenig begriffen, hatte aber zwei Ohren. Dank meiner toleranten und liebevollen Eltern konnte ich Tag und Nacht improvisieren. Drei Jahre später habe ich den Blues erfunden. Meine Schwester zeigte mir Akkorde auf dem Klavier und brachte mir Aufnahmen von Lightnin‘ Hopkins, Champion Jack Dupree, Taj Mahal und vielen anderen Blues- und Boogie-Größen mit.

Die Bluenotes trafen mich mit voller Wucht. Mit 16 strolchte ich durch die Kneipen am Hafen (Zwiebel, Tante Hermine, River-Kassematten, u.s.w.). Zu der Zeit traf ich Hans-Georg Möller, der mir nun gänzlich die Ohren für Piano-Blues und Boogie öffnete. Die Musik wurde mein Leben. Ich machte alle Clubs unsicher, in denen ein Klavier rumstand. In einem dieser Läden traf ich eines Tages Otto Waalkes, der mich als sein Vorprogramm mit in die große weite Welt nahm. Nicht ganz einfach, aber lehrreich!

1976 dann die ersten offiziellen Lorbeeren: Ich wurde staatlich anerkannter Boogiefreak, d.h. ich bekam den deutschen Schallplattenpreis für mein erstes Album „The Boogie Man“ – auf Otto’s Label Rüssel-Räckords. Teilweise wurde das Album in Hamburg’s legendärer „Fabrik“ aufgenommen, wo ich von nun an 14 Jahre lang (!) jeden letzten Freitag im Monat spielte.“

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Und hier erklingt es noch einmal, dieses fulminante Debütalbum, das damals mächtig viel Eindruck machte.

Ich erinnere mich noch, dass ich – als Südstaatler – immer ein wenig nach Hamburg blickte, denn Mitte der 70er Jahre steppte dort wirklich der Bär, auch wegen eines Vince Werbers (Stichworte: Hamburger Szene, Onkel Pö & Co.)

Okay … let´s boogie all night long …  !

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Besetzung:
Vince Weber (piano, vocals)

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Titel:
01. I’m The Boogie Man (Weber) 3.34
02. Chicago Breakdown (Merriweather) 3.05
03. Dust My Broom (James) 3.37
04. Another Babe (Weber) 5.22
05. Talk To Me, Baby (Dixon) 2.58
06. Mr. Pinetop’s Job (Smith) 2.59
07. Days Began To Drive Me Down (Weber) 7.24
08. Boogie Woogie Runner (Weber) 6.06
09. Roll’em Pete (Williams) 4.05

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Die Münchner Petersturmmusik – Spielt Volks- und Kinderlieder (1976)

FrontCover1.JPGUnd schon wieder Volksmusik … und auch diesmal ein wenig anders, als man sie eigentlich kennt.

Das geht schon damit los, dass das erste Lied „Tomi Ungerer Polka“ heißt !

Aber der Reihe nach.

Gegründet wurde dieses Ensemble im Jahr 1950.

In der offiziellen Münchner Stadtchronik kann man dazu folgendes lesen:

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Friedrich Sertl

Petersturm-Musik spielt wieder

1. Mai 1950: Ein alter Münchner Brauch, die Turmmusik auf dem Alten Peter, lebte wieder auf. Freiwillige Spenden ermöglichten das Musizieren des Bläserquartetts von Friedrich Sertl.

Friedrich Sertl. (16, Juni 1907 in Tutzing – † 1983) war Posaunist Trompeter, sowie Musikpädagoge.

Er hatte neben den Turmmusikern auch die Bläservereinigung Friedrich Sertl gegründet und wirkte in vielen Orchestern in München (hier z.B. an der Staatsoper)und Stuttgart. An der Musikhochschule München wirkte er auch noch. Ein Musikus halt.

Darüber hinaus veröffentlichte er dann auch noch diverse Notenbücher eben mit Kompositionen für die Münchner Turmmusiker.

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Die Münchner Petersturmmusiker im Jahr 1950

Und fortan spielten die Münchner Turmmusiker während der Sommermonate jeden Samstag um 18.00 Uhr auf dem Turm des „Alten Peter“, dem ältestem Wahrzeichen Münchens.

Und das ist die Geschichte dieser LP:

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Und wir hören hier also nicht nur den „Tomi Ungerer Polka “ sondern jede Menge bekannter Melodien aus dem Bereich der Volks- und Kinderlieder, aber z.T. derart verschmitzt arrangiert, dass es eine wahre Freude ist (z.B. bei „Der Kuckuck und der Esel“)

Und ich vermute mal, die Musiker von La Brass Banda würden sich auch über diese LP (ich nenn so ein Exemplar einfach mal Liebhaberstück) amüsieren …

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„Der alte Peter“

Besetzung:
Paul Lachenmeir (trumpet)
Walter Maier (trumpet)
Rudolf Nietsche (trombone)
Friedrich Sertl (trumpet, trombone)
+
Rik Demeuriey (drums)
Erich Gargerle (violin, viola)
Hans Rader (bass)

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Titel:
01. Tomi Ungerer Polka 1.52
01. 1. Ein Jäger aus Kurpfalz
01.2. Horch was kommt von draußen rein
01.3. Bi-Ba Butzelmann
02. Morgen-Choral 1.57
03. Es war eine Mutter 1,23
04. Frühlingskanon (Kuckuck Kuckuck) 1.02
05. Im schönsten Wiesengrunde 1.30
06. Will ich in mein Görtlein geh´n 1.19
07. Jagd-Fanfare 1.27
08. Morgen muß ich fort von hier 2.06
09. Sommerkanon 1.00
10. Der Kuckuck und der Esel 1.17
11. O Straßburg 1.59
12. Herbstkanon 0.39
13. Handwerkerreigen 3.04
14. Wenn ich ein Vöglein wär´ 1.32
15. Muß i denn 0,54
16. Jagd-Fanfare 1.02
17. Winterkanon 1.11
18. Schlaflied 2.05
19. Der Trompeter spielt in den Mond (Der Mond ist aufgegangen) 2.41
20. Nachtwächterruf 2.48

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Friedrich Sertl2.

Bläservereinigung Friedrich Sertl

 

 

 

Rockin´ Mona – First (1975)

FrontCover1Ich kann mich noch gut an das Jahr 1975 erinnern … ich hatte beschlossen, das elterliche Haus zu verlassen … fortan in einem kleinem Kellerzimmer zu wohnen und mich dem Studium der Sozialpädagogik zu widmen … und … vermutlich viel wichtiger, mit meiner damaligen Freundin (und späteren Ehefrau) das Nachtleben von München zu genießen. Und 1975 konnte man kaum durch München gehen, ohne diese Plakate der Band „Rockin´ Mona“ (diese finster dreinblickenden Frau !) zu sehen … heute würde man wohl sagen … das war ein gewaltiger Hype, der um diese Band gemacht wurde … nur so erklärt es sich wohl, dass mein älterer Bruder diese Scheibe erstanden hat … nach seinem Tod ist sie dann mir zugefallen … und irgendwie ist es mir eine Herzensangelegenheit, sie hier zu präsentieren.

Die Band, ohne Harry Wieser und Bimey Oberreith wäre undenkbar gewesen, nicht nur, dass sie alle Songs komponiert haben, nein, ich denke mal, dass sie dadurch auch ihre damaligen Soundvorstellungen realisiert haben.

Und die waren natürlich stark geprägt von den angloamerikanischen Vorbildern. Und auch auf diesem Album gucken die Eagles um die Ecke („Hot Summer Nights“). Und bei „Tears In Your Eyes standen die Moody Blues mit ihrem legendären „Nights In White Satin“ Pate …

Und so beschrieben sie sich damals selbst:

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Harry Wieser und Bimey Oberreith spielten bereits in den 60er Jahren in einer band namens „The Cloud“. Wieser war dann später noch viele Jahre Sänger bei dem Musical „Hair“ (dort ersetzte er den Sänger Reiner Schöne). Und ja, er führte dann fortan ein wahrlich bewegtes Rock N Roll Leben … (siehe beiliegende Artikel) …

Dieses Album (das angekündigte 2. Album erschien nicht) erinnert mich auch ein wenig an Highway (wenngleich Highway im direkten Vergleich besser abschneidet !)

Wir hören also Seventies Rock in Reinkultur, gespielt von einem kleinen Haufen enthusiastischer Musikfans … die einfach nicht anders konnten …. und dabei durchaus ein gewisses Niveau bewiesen.

Na ja, und dann wurde diese LP gleich nochmals veröffentlicht, diesmal unter dem Titel “ Harry Meadows & Rockin‘ Mona Rock – Beat – Soul“ …

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… dann gibt es heute so ne Band, die vermutlich ohne Harry Wieser und Bimey Oberreith undenkbar wäre und die nennen sich The Clouds und die spielen regelmäßig im „Rattlesnake Saloon“ in München … und mit in ihrem Programm ist immer noch „Hot Summer Night“. Wird mal höchste Zeit, dass ich wieder mal in diesen Saloon gehe … könnte mir doch glatt diese Rockin  Mona LP signieren lassen … ich glaub dann fallen den Jungs die Augen raus …

Geht auch billliger

Da kann ich nur sagen: Geht auch billiger !

Besetzung:
Bimey Oberreith (guitar, vocals)
Tom Reid (bass, vocals)
Skip Thaller (drums)
Harry Stümpfl (keyboards, harmonica, vocals)
Harry Wieser (vocals)

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Titel:
01. Little Child 4.24
02. Warm Summer Night 3.11
03. Only One Chance 3,32
04. Rockin´ Mona 4.11
05. Motor Cycle 3.01
06. Burns, Burns, Burns 3.56
07. We Can Live Together 3,20
08. You Turn Me On 3,37
09. Tears In Your Eyes 4.34
10. Do It 2.53

Musik +  Texte: Bimey Oberreith und Harry Wieser

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The Clouds:

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Damals …

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… und heute …

 

 

Anna Sewell – Kindheit auf Gut Birkwick Park (Hörspiel) (1975)

FrontCover1Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine eine Tochter ein leidenschaftlicher Fan von „Black Beauty“ war …

Und wenn man bedenkt, dass der eigentliche Black Beauty Roman bereits im Jahr 1877 erschienen ist, kann man schon ein wenig staunen:

Black Beauty ist der Titel des einzigen Buches der britischen Autorin Anna Sewell. Der Roman wurde am 24. November 1877 veröffentlicht unter dem Originaltitel Black Beauty: The Autobiography of a Horse (Black Beauty: Die Autobiografie eines Pferdes) als „Übersetzung aus der Pferdesprache“.

Der Roman ist aus der Sicht des schwarzen Hengstes Black Beauty erzählt und schildert dessen erste, etwa fünfzehn Lebensjahre – vom behütet aufgewachsenen Fohlen zum Reit- und Kutschpferd in einer tierlieben und verständnisvollen Familie über mehrere Stationen abwärts. Black Beauty gerät in unkundige Hände, die ihn und seine Gefährtin, die Fuchsstute Ginger, mit Aufsatzzügeln quälen, er wird von einem unerfahrenen Stalljungen durch falsche Behandlung in Lebensgefahr gebracht und von einem

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Die britische Originalausgabe

Betrunkenen in hohem Tempo über eine steinige Straße gejagt, obwohl er ein loses Hufeisen hat und zwangsläufig stürzen muss. Auch die Gefahren, die von falscher Fütterung und Haltung auf schmutziger Streu ausgehen, werden geschildert. Als Droschken- und Mietpferd in London büßt Black Beauty wegen der Unterbringung in einem finsteren Stall fast sein Augenlicht ein. Nach und nach kommt er so herunter, dass kaum mehr Hoffnung auf ein glückliches Ende besteht. Doch als Black Beauty wieder einmal verkauft werden soll, zieht er die Aufmerksamkeit eines kleinen Jungen auf sich, der seinen Großvater überreden kann, das Pferd zu kaufen. Glücklicherweise gerät er so in die Hände seines einstigen Stalljungen, und die Erzählung endet mit der beruhigenden Aussicht, dass das Tier nun sein Gnadenbrot erhält und nie wieder verkauft werden soll.

Sewell kritisierte in ihrem Buch nicht nur die Fehler in der Tierhaltung und Ausnutzung der Kutschpferde, sondern hatte auch die ungünstigen Lebensumstände vieler Menschen ihrer Zeit im Auge. Ihr Ziel, die Aufmerksamkeit ihrer Leser auf die grausamen Bedingungen zu lenken, unter der viele Arbeitspferde ihr Leben verbringen mussten, erreichte sie nicht unmittelbar, doch wurde der Roman im 20. Jahrhundert zu einem der bekanntesten Jugendbücher. (Quelle: wikipedia)

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Von all dem ist allerdings in diesem Hörspiel als Teil 1 einer ganzen Serie noch nichts zu hören …. statt dessen:

Die Kinder von Gut Birtwick Park lieben Pferde. Als Mr. Gordon ein neues Pferd kauft, sind Flora und George begeistert! Sie taufen die schwarze Schönheit mit dem weißen Stern auf der Stirn BLACK BEAUTY. Damit beginnt die Geschichte eines außergewöhnlichen Pferdes…

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Alte Illustrationen zu „Black Beauty“

So ein Hörbuch kann man eigentlich nur mit gemischten Gefühlen hören … da nervt die Mutter mit ihrer einerseits betulichen, andererseits hysterischen Art … da nerven die Geschlechterklischees … und das im Jahre 1975.

Und doch … Mädchenherzen schlagen da wohl höher … *grübel*

MC

Besetzung:
Horst Breiter (Erzähler)
Christine Brigl (Jessie)
Kathrin Brigl (Sally, die Hausangestellte)
Hans Daniel (Mr. Gordon)
Marianne Kehlau (Mrs. Gordon)
Ernst von Klippstein (John, der Stallmeister)
Gabi Libbach (Flora)
Andreas von der Meden (Dr. Ashley, der Hausarzt)
Stefan Schwade (George)
Jochen Sehrndt (Sam)

Regie: Heikedine Körting
Musik: Bert Brac
Künstlerische Gesamtleitung: Prof. Dr. Beurmann

BackCover

Titel:
01. Verweigerter Sprung 5.31
02. Gehirnerschütterung 5.24
03. Rob Roy Nr. 2 7.38
04. Unruhiger Schlaf 4.45
05. Alter Zirkustrick 5.55
06. Flucht im Nebel 5.33
07. Quälender Gedanke 7.06
08. Empfindliche Seele 4.55

Label.jpg

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Und ich mag auch auf die interessante und wohl auch
tragische
Biographie der Anna Sewell hinweisen … 

Booklet1

Klaus Lenz Band – Aufbruch (1976)

FrontCover1Für mich ist er einer der wichtigsten und profiliertesten  Jazzmusiker der ehemaligen DDR und um Wiederholungen zu vermeiden, verweise ich mal einen anderen  Beitrag dieses blogs … und der findet sich hier.

Und den Hüllentext schrieb damals einer der wichtigsten und profiliersten Jazzexperten der DDR und zwar Werner Sellhorn:

„Die Big Bands von Klaus Lenz haben Tradition. Die diesjährige, die er länger zusammenhalten will als seine Orchester bisher, zeigt freilich eine besondere Note. In ihr spielt nicht mehr die Prominenz, sondern Jazzer, die die nächste Generation nach dem 35jährigen Bandleader verkörpern, der sich schon immer um den Nachwuchs gekümmert hat, aber noch nie in solchem Maß.“ Das schrieb nach einem Konzert im November 1975 die Dresdner Zeitung „Union“ unter der Überschrift „Lenz und die nächste Generation“. Seine neueste Big Band hat Lenz im Spätsommer 1975 gegründet, und man muß ihm bestätigen, daß er mit sicherem Gespür die richtigen Leute fand. Hervorgehoben seien hier nur seine Kollegen im perfekten Trompetensatz Max Pflugbeil (ein hervorragender 1. Trompeter!). Klaus-Dieter Knispel und Signor Rotbarth, der Posaunist Bernd Swoboda, der ausgezeichnete junge Keyboard-Spieler Wolfgang Fiedler, der Schlagzeuger Dieter Ehrhardt, der sich mittlerweile zum begabtesten Nachwuchs-Big-Band-Trommler bei uns entwickelt hat, und der Saxophonist Axel-Glenn Müller, der als wichtigste „Lenz-Entdeckung“ der letzten Jahre dieser Platte (neben Lenz) auch als Komponist und Arrangeur seinen Stempel aufdrückt.

Als „Gäste“ kann man in dieser Besetzung nur die Saxophonisten Rainer Gäbler und Helmut Forsthoff bezeichnen, die zeitweilig mit Lenz arbeiten. In seiner nun schon über anderthalb Jahrzehnte reichenden Tätigkeit als Leiter eigener Gruppen und Bands hat Klaus Lenz viele Sängerinnen und Sänger begleitet, unter andern Etta Cameron, Uschi Brüning, Christiane Uffholz, Manfred Krug und Klaus Nowodworski. Sein Hauptaugenmerk galt und gilt jedoch der modernen Big-Band-Musik schlechthin. Mit dieser Langspielplatte erfüllt sich sein Wunsch nach Veröffentlichung einer Zusammenstellung von reinen Instrumentaltiteln, die das Niveau des populären Jazz in unserer Republik entscheidend mitbestimmen. „Blow Out“ ist ein typisches Beispiel zeitgenössischer großorchestraler Musik. Für einen modernen Sound sorgt – wie auch in den anderen Titeln – eine aufwendige Elektronik, die neben herkömmlichen Instrumentarium eingesetzt wird.

Klaus Lenz Band01

Die Klaus Lenz Band, 1974

Rhythmisch wird das Thema in unterschiedlichen Taktarten vorgestellt. Komponist Axel-Glenn Müller glänzt in einem großen Solo auf dem Altsaxophon. „Balkantanz“ verwendet Rhythmen der bulgarischen Folklore, wie sie zuerst erfolgreich von Don Ellis in den Jazz übernommen wurde. Klaus Lenz hat bereits früher Titel dieser Art geschrieben (vgl. „Reminiszenz an D.E.“ auf der LP „Klaus Lenz Modern Soul Big Band, Amiga 855 380); hier hören wir als Solisten den Posaunisten Bernd Swoboda, der früher zu Beat-Ensembles (zum Beispiel Gruppe „WIR“ – ostbeat) gehörte und nun zum ersten Mal jazzige Chorusse bläst, und Signor Rotbarth, einen hoffnungsvollen Nachwuchstrompeter, mit einem Flügelhornsolo im 9/4-Takt. „Aufbruch“ gab der Platte ihren Namen; das Thema dieser gelungenen Komposition wird unisono von Sopransaxophon (Axel-Glenn Müller) und Tenorsaxophon (Helmut Forsthoff) vorgestellt und verarbeitet Elemente der arabischen Folklore. Müller verwendet in seinem Chorus das Sopransaxophon mit Oktavverdoppler. Nach Überleitungstutti steigert sich die Big Band zum imposanten Schlußeffekt, wobei mit dem Synthesizer parallel dazu eine atonale Nebenmelodie gespielt wird, der außerdem am Schluß (wie am Anfang) die Vision von Windgeräuschen zaubert. „Hallo Igor“ gehörte schon Ende der sechziger Jahre zum Repertoire der damaligen Klaus Lenz-Band.

Klaus Lenz Band02

Die Klaus Lenz Band im Studio, 1975

Es ist nicht nur das längste Werk auf dieser Platte, sondern auch die komplizierteste Komposition und das raffinierteste Arrangement. Lenz schrieb den Titel als Reminiszenz an Igor Strawinski, wobei er schich an dessen Melodik und Harmonik anlehnte. Nach der Vorstellung des Motivs durch die Orgel spielen Flöte und Bassklarinette über einer ostinaten Baßfigur ein atonales Thema im 5/4-Takt. In Wolfgang Fiedlers Orgelsolo erscheint wieder das Grundmotiv, dass durch die Bläser verdichtet wird und zum interessanten Schlagzeugsolo von Dieter Erhardt überleitet. Erneut erklingt das Motiv in verschiedenen Stufen und führt zu einem brillanten Tutti, dass seinen Höhepunkt in vier gewaltigen Unisononoten findet und mit einem Gongschlag endet. Das Ganze wird schließlich durch einen langsamen Teil aufgelöst. Über einer ostinaten Baßfigur erklingt eine atonale Reihe, die sich immer mehr verdichtet und zu einem crescendoartigen Unisono-Finale steigert. Über all dem strahlt das sehr bluesig geblasene Tenorsaxophon von Helmut Forsthoff. Mit einer sparsamen Wiederholung de4s Anfangthemas durch die Orgel klingt der Titel aus, in dem – und das ist ungewöhnlich bei Klaus Lenz – auch einige Takte Free Jazz vorkommen. „Ballade für zwei“, ein langsames, getragenes Stück, zeigt die lyrische Gestaltungskraft von Axel-Glenn Müller (Altsaxophon) und Wolfgang Fiedler (Elektropiano). Hier wird deutlich, dass die Balladenform auch und gerade im heutigen Jazz nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. Der Titel wurde mit Absicht an den Schluß der Platte gestellt, die damit in Ruhe ausklingt“.

Klaus Lenz siedele dann übrigens ein Jahr später in der BRD … von daher ist der Titel „Aufbruch“ mehr als programmatisch …

Und dort erschien dann dieses Album dann auch als „West-Auflage“ auf dem kleinen „Vinyl“ Label in (West)-Berlin.

VinylLabels

Die Labels des (West) Berliners Labels „Vinyl) (1978)

West – Ost… hin oder her … dieses Album ist einfach nur ein triumphales Jazz-Rock Album.

Und wer es sich anhören mag, wird vielleicht verstehen, warum ich eingangs schrieb „Für mich ist er einer der wichtigsten und profiliertesten  Jazzmusiker der ehemaligen DDR …“

Klaus Lenz

Klaus Lenz im Jahre 2015

Besetzung:
Jörg Dobersch (bass)
Dieter Erhardt (drums, percussion)
Wolfgang Fiedler (keyboards, synthesizer)
Helmut Forsthoff (saxophone, flute)
Rainer Gäbler (saxophone)
Jürgen Heinrich (guitar)
Claus-Dieter Knispel (trumpet, percussion)
Klaus Lenz (trumpet)
Axel-Glenn Müller (saxophone, clrinet)
Manfred Nytsch (trombone)
Max Pflugbeil (trumpet)
Signor Rotbarth (trumpet, flugelhorn)
Bernd Swoboda (trombone)

BackCover1

Titel:
01. Blow Out (Müller) 4.56
02. Balkantanz (Lenz) 7.01
03. Aufbruch (Müller) 7.52
04. Hallo, Igor (Lenz) 12.24
05. Ballade für zwei (Müller/Fiedler) 5.25

AmigaLabelB

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