Till Brönner – German Songs (1996)

FrontCover1.jpgBereits um die Jahrtausendwende schreibt das Jazzecho: „Till Brönner als den emporstrebenden deutschen Nachwuchstrompeter schlechthin zu bezeichnen ist mittlerweile hinfällig, da er mehr Platten verkauft haben dürfte als jeder andere deutsche Jazztrompeter. Er spielt in der internationalen Oberliga und pflegt Kontakte zur New Yorker Jazzszene, die ja bekanntlich den Weltmarkt bestimmt.“ Heute gilt der Echo-Preisträger 2007 als der bekannsteste deutsche Jazzexport.

1971 in Viersen geboren, erlebt Till mit Louis Armstrong und Charlie Parker erste prickelnde Momente: „Als ich zum ersten Mal Bebop hörte, Charlie Parker, das war eine Initial-Zündung. Ich war 13, und es war fast so etwas wie die erste erotische Erfahrung. Ich dachte: So etwas Unanständiges kann man eigentlich nicht machen. Die Musik war wie eine Frau, die mich anbaggert.“

Till stammt aus einer Musikerfamilie. Nach einer wohlbehüteten Kindheit absolviert er zuerst eine klassische Ausbildung, um anschließend Jazztrompete an der Kölner Musikhochschule zu studieren. Nach nur drei Semestern überzeugt er als 20-Jähriger bei einem Vorspiel den Chef des Berliner RIAS-Tanzorchesters, und hat damit die erste Hürde genommen.

ZittyBereits zwei Jahre später debütiert er als Bandleader mit der Mainstream-Aufnahme „Generations of Jazz“, und zieht damit erste Insider-Aufmerksamkeit auf sich. Auf „My Secret Love“ widmet er sich kölschem Karnevalsgut. Größeres Interesse wird allerdings seinem dritten Album „German Songs“ zuteil. Darauf nimmt er sich alter UFA-Schlager an, die er mit einer Mischung aus Streichorchester und Jazzquartett instrumentiert. (Quelle: laut.de)

Als Bub war Till Brönner fasziniert von den Bläsern, die in den Fernsehorchestern den oft seicht arrangierten deutschen Schlagern frechen Biß verliehen. Auf seiner CD „German Songs“ knüpft der junge Trompeter nun an diese Kindheitserinnerung an. Mit einem Quartett und dem Deutschen Symphonieorchester Berlin bringt er Evergreens von Friedrich Holländer oder Peter Kreuder zu Gehör.

Die Arrangements sind alles andere als seicht, vielmehr entlocken sie den Symphonikern komplexe jazzige Klänge. Und des Wunderknaben Brönners Horn tönt mal lyrisch, mal boppend, aber immer reif.
(Quelle: Stereoplay)

BackCover

Besetzung:
Reid Anderson (bass)
Till Brönner (trumpet, flugelhorn, vocals)
Roberto Di Gioia (piano)
Jorge Rossy (drums)
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Deutsches Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von J. A. Keller*

Booklet02

Titel:
01. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Hollaender) 10.21
02. Für eine Nacht voller Seligkeit (Kreuder) 4.31
03. Wenn ein junger Mann kommt (Grothe) 9.13
04. Not Yet (Brönner) 9.51
05. Mime (Brönner) 6.01
06. Ich werde jede Nacht von Ihnen Träumen (Schröder) 5.01
07. The Never Ending Process (Brönner) 3.48
08. Schmetterlinge weinen nicht (Rautenberg) 8.13
09. Bare Necessities (Gilkyson) 2.00

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